Feeds
Artikel
Kommentare

Archiv für die 'Literarisches' Kategorie

Seit Goethes „Werther“ hat kaum ein Buch der Weltliteratur so stilbildend gewirkt: J.D. Salingers „Der Fänger im Roggen“. Ein einziger Roman verschaffte dem Autor, der jetzt 100 Jahre würde, Weltruhm.

Seit 50 Jahren erscheint „Asterix“ auf Deutsch. Offiziell. Davor gab es eine pseudopatriotische Episo-de, danach geahndete politische Lizenzverstöße. Der deutsche Jubiläumssekt perlt nicht recht.

„Nearly like Feuchtwanger“ war einst die größte Auszeichnung internationaler Literaturkritik, „jüdi-scher Kommunist“ Lion Feuchtwangers größte Beschimpfung. Eine Spurensuche zum 60. Todestag.

Nobelpreisträger, Ur-Grüner, Erfinder des literarischen Roadmovies: vor 50 Jahren starb John Steinbeck. Das als „links“ verhöhnte US-Multitalent harrt der Wiederentdeckung – auch durch die soziale Rechte.

Für die einen ist er der wichtigste Mentor von Hitler-Attentäter Stauffenberg. Für die andern ein protofaschistischer Geistesaristokrat: Stefan George. Eine Würdigung zu des Dichters 150. Geburtstag.

Manipulation (latein. Zusammensetzung aus manus „Hand“ und plere „füllen“) ist ein legitimes Machtmittel, wenn die Manipulierten respektvoll behandelt werden. So lautet das Credo von Alexander Fischers jetzt bei Suhrkamp publiziertem Text, mit dem er in Bamberg promovierte. Meine Kurzrezension dazu.

Ein politisch unkorrektes Kreuzworträtsel sorgt in Sachsen für Aufsehen. Warum ist „Neger“ als Fluss, Getränk und Stadtteil in Ordnung, nicht aber als Person? Eine sprachhistorische Spurensuche.

Wenn ich drei aufeinanderfolgende Bücher eines Autors nicht nur mehr oder weniger lobend rezensiere, sondern auch noch in ununterbrochener Reihenfolge für ihre Aufnahme in die Literaturlehrpläne plädiere, muss es etwas Besonderes haben: um den Autor, seine Erzählweise, seinen Stoff – oder alles zusammen. Gemeint ist „Trutz“, das (erste?) Alterswerk von Christoph Hein.

Eine Antwort an Jana Hensel: Schrieben Sie nun einen redaktionellen Beitrag im Auftrag der CDU-PR-Abteilung? Einen Bewerbungstext als Nachfolgerin von Steffen Seibert? Eine Leseprobe aus Ihrem nächsten Roman, Arbeitstitel „Die Kindertränen von Finsterwalde“? Ich habe diesen Brief mehrfach gelesen, ja lesen müssen, und meine Gefühle waren jedes Mal andere: Staunen, Wut, Bestürzung… ein Potpourri, das mich zu einer ebenso offenen Antwort förmlich herausforderte, denn: ich bin erstens ein Mann und zweitens in der AfD – jener Partei, der Sie noch am 26. April in fünf politischen Punkten Recht gaben. Ich ließ mir für die Antwort bewusst Zeit – nicht nur, um nicht zu emotional zu retournieren, sondern auch, um mit unserem Wahlergebnis meine Argumentation abzurunden.

Der Literatur der beiden deutschen Staaten war oft eine politische Dimension eigenen, manche Texte ohne sie kaum verständlich, das betraf etwa die frühe DDR-Science Fiction (del Antonio, Weise…) ebenso wie die Agit-Prop-Szene der BRD (Kittner, Süverkrüp…). Von Anbeginn steht dabei der Begriff „Tendenzdichtung“ im Raum: solche Texte seien nicht mit den Ansprüchen autonomer Kunst zu vereinbaren, denn die affirmative Rhetorik von „Parteilichkeit“ lässt immer die Instrumentalisierung unterschiedlicher Macht- und Interessengruppen durchblicken. So sei Dichtung kein angemessenes Medium für Politik, Politik kein angemessener Inhalt für Dichtung. Die Tage kurz vor der Bundestagswahl zeigen anhand zweier Jugendbücher, dass diese Vorwürfe durchaus gerechtfertigt sind, befassen sie sich doch mehr oder weniger explizit mit der AfD und verfolgen ganz eindeutig eine politische Mission: vor dieser Partei zu warnen.

« Zurück - Nächste »