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Die Kulturgeschichte der Toilette ist lang. Auf den Gemeinschaftsklos im alten Rom hat man im doppelten Wortsinn große Geschäfte gemacht: es wurde nicht nur gekotet, sondern auch gehandelt. Auf Kaiser Vespasians Latrinensteuer geht die Redewendung „Pecunia non olet“ (Geld stinkt nicht) zurück. Sicher nahm Sachsens Grünen-Fraktion diese Tradition zum Anlass, im August in einem Schreiben an die Landtagsverwaltung ihre Wünsche hinsichtlich des steuerzahlerfinanzierten Umbaus des Plenargebäudes 2018 zu äußern. Sie wünscht sich in den Toiletten: Aktenablagen.

Ein Witz? Keineswegs. Im Bürgerzentrum „Alte Feuerwache“ in Köln wird bereits gebaut: eine „kultursensible Toilette“, sprich eine Art Plumpsklo für Muslime, vom Land gefördert. Konrad Müller vom Vorstand des Bürgerzentrums sagt „Wir möchten den Menschen aus diesen Ländern damit das Gefühl geben, dass sie hier zu Hause sind.“ Klar sei ebenso, dass diese Toilette nicht in Ost-West-, sondern in Nord-Süd-Richtung gebaut werden müsse: „Nach Mekka kacken geht gar nicht“. Auch der Politologe Hans-Georg Lützenkirchen, ebenfalls Vorstand der Feuerwache, freut sich. „Unser Verein hat sich auch dem interkulturellen Lernen verschrieben. Und hier kann die einheimische Bevölkerung etwas über andere Kulturen lernen“, lässt er sich wie Müller im Kölner „Express“ zitieren.

Islamgerechte Toilette. Quelle: zurzeit.eu

Islamgerechte Toilette. Quelle: zurzeit.eu

Machen wir es also freiwillig ein bisschen mittelalterlicher für Menschen, die teilweise gar nicht wissen, was „Akten“ sind? Auch das ist leider kein Witz, sondern Symptom für einen retardierenden Zeitgeist, der sich anschickt, die Gesellschaft in ihre anale Phase zurückzubeordern. Es gibt weltweit etwa 2,5 Milliarden Menschen, die derzeit keinen Zugang zu Toiletten haben. Deutschland dagegen, wo 1860 auf Schloss Ehrenburg in Coburg die erste, heute selbstverständliche Toilette mit Wasserspülung in Betrieb ging, leistet sich Luxusprobleme, die ob ihrer Dekadenz in der Regel nur grünen Hirnen entspringen konnten.

So forderte Dennis Pirdzuns, Vertreter der Grünen Hochschulgruppe, im AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) der Bergischen Universität Wuppertal im Juni 2016 die Anschaffung von Tampons auf Männertoiletten für „unter anderem trans, inter und nonbinary Personen“. Der Beschluss ging mit zwei Enthaltungen bei null Gegenstimmen durch.

Man rechnet, dass rund einer von 5000 Menschen eine derartige sexuelle Orientierung hat; das macht bei ca. 21 000 Studenten sage und schreibe vier, die einen solchen „Toilettenservice“ nutzen dürften. Damit wurde der überwältigenden Mehrheit der männlichen und weiblichen Studenten zugemutet, mit einem Teil des Semesterbeitrags von 286,22 € eine mehr als fragwürdige Anzahl von Personen zu alimentieren.

Tampons auf Männertoiletten. Quelle: bayerndepesche.de

Tampons auf Männertoiletten. Quelle: bayerndepesche.de

Brauchen wir aber wirklich Tampons auf Männertoiletten, nicht eher Angebote wie die Wuppertaler „Krabbelgruppe Uni-Zwerge“, die sich eine bessere Vereinbarkeit von Studium und Lehre mit Kind zum Ziel gesetzt hat? Die grüne Familienpolitikerin Doris Wagner nun missverstand das offenbar und verlangte im Oktober 2016 mit Bezugnahme auf einen Gesetzentwurf der Obama-Administration eine Wickeltischpflicht auf Herrentoiletten. Dass sich vor allem Mütter um das Kind kümmern, entspräche einem Elternbild aus der Steinzeit, zitiert sie der FOCUS.

„Zweitoilettige Lösung immer ein Problem“

Im Januar 2017 nahm prompt die Debatte um All-Gender-Toiletten an Fahrt auf. Für Andrea Roedig, Ex-Geschäftsführerin der Grünen Akademie der Heinrich-Böll-Stiftung, geht der Trend zur Unisex-Toilette. Sie bezeichnete im Deutschlandradio Kultur die Berliner Alice-Salomon-Hochschule als vorbildhaft, die neben den üblichen Toiletten auch vier All-Gender-Toiletten habe. „Wenn man unbedingt das geschlechtsspezifische Klo benutzen möchte, muss man gegebenenfalls etwas weiter laufen oder suchen.“ Für Trans-Personen sei es immer eine Beschämung, fürs falsche Geschlecht gehalten zu werden. „Aus dieser Perspektive ist die zweitoilettige Lösung immer ein Problem.“

Wer glaubt, dass dieser Nonsens nicht mehr komparierbar sei, hat seine Rechnung ohne den rot-rot-grünen Senat in Berlin gemacht. Im neuen 97seitigen „Toilettenkonzept“ (in Zusammenarbeit mit der Firma Zebralog und der Technischen Universität Berlin) heißt es, „dass es ungerecht sei, wenn nur Männer im Stehen urinieren dürfen, Frauen aber nicht“. Infolgedessen soll die öffentliche Toilette künftig eine „geschlechtsneutrale Einzelkabine“ sein, mit einem Sitzbecken und je einem Urinal für Frauen und Männer. „Wir wollen sicherstellen, dass es keine Versorgungslücke gibt“, sagt Senatssprecher Matthias Tang Anfang August zum „Berliner Kurier“. Statt sich mit der Mängelbeseitigung an den Berliner Schultoiletten, gar dem Pannenflughafen oder der Verfolgung von Drogendelikten zu befassen, nimmt man lieber irrelevante Themen, um einem allerkleinsten Prozentsatz von Bürgern meint gerecht werden zu müssen.

All Gender Toilette. Quelle: flickr

All Gender Toilette. Quelle: flickr

Es wird übrigens mit Kosten bis zu 130 Millionen Euro gerechnet. Die Finanzierung der Klosetts soll durch sogenannte GRW-Mittel aus der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ erfolgen, für die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop zuständig ist – wir ahnen es, eine Grüne. Eine überforderte, fäkalfixierte Partei macht neuerdings mehr Politik für den Arsch als für das Volk. Wir brauchen uns nicht abzuschaffen. Wir scheißen uns ab. Als neuer Nationalfeiertag wird dann der 19. November eingeführt: der Welttoilettentag.

Wir sollten mal wieder über den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk nachdenken. Erst hatte es das ZDF in die Schlagzeilen des Boulevards geschafft: mit der Meldung, dass eine Schmonzette im vietnamesischen Dschungel nicht fertig gedreht werden konnte. Grund: die sehr hohen Temperaturen verursachten bei der Hauptdarstellerin einen Hitzschlag. Die Produktion und ihr Ausfall kosten den Gebührenzahler mehrere hunderttausend Euro, eine genaue Zahl will das ZDF nicht nennen. Da allerdings in allen Reiseberichten, Hotelsuchmaschinen, bei Urlaubsanbietern etc. nachgelesen werden kann, dass von Reisen nach Vietnam in den Monaten Juni, Juli und August wegen ungünstiger Wetterbedingungen abgeraten wird, bleibt nur der Schluss, dass die Verantwortlichen in Mainz nicht in der Lage sind, zu recherchieren und/oder Wetterberichte korrekt zu lesen – abgesehen von der erneuten Zwangsfinanzierung einer teuren Großproduktion, mit der den Zuschauern eine heile Welt vorgegaukelt werden soll.

Screenshot: BILD.de

Screenshot: BILD.de

Wenige Tage später hatte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Ausgabe berichtet, dass ARD, ZDF und Deutschlandradio bis 2029 einen Anstieg des Rundfunkbeitrags von derzeit 17,50 auf 21 Euro anstreben. ARD-Sprecher Steffen Grimberg hatte diesen Bericht als „frei erfunden“ dementiert. Daraufhin schrieb eine Deutschlandfunk-Autorin einen „Liebesbrief“ an die FAZ, der vor öffentlich-rechtlicher Arroganz nur so trieft. Höhepunkt ist der Passus „Natürlich haben wir mehr Geld als Ihr. Aber diese finanzielle Sicherheit ist, im Grundsatz natürlich, nicht in der Höhe, so von der Verfassung gewollt. Sie ist eine Marktverzerrung, zugegeben – aber eine, die sich dieses Land leistet, um eine Grundversorgung an Information sicher zu stellen.“

Ach? Als wüssten das die FAZ-Journalisten nicht, das mit der Grundversorgung. Wirklich arrogant wirkt aber der Satz „Natürlich haben wir mehr Geld als ihr“ vor allem vor dem Hintergrund, dass die „Marktverzerrung“ auch noch zugegeben wird. Prompt legte jetzt Jürgen Kaube in der FAZ mit einem Text unter dem Credo: „Wer behauptet, jeder müsse alles bezahlen, weil sonst das Gemeinwesen gefährdet sei, der verkauft die Bürger für dumm“ nach, der es in sich hat.

So schreibt er „Die größenwahnsinnige Bezeichnung der Fernsehgebühren als ‚Demokratieabgabe‘ durch einen Moderator, der vor allem durch das Vorlesen von Wählerumfragen hervorgetreten ist, unterstreicht die Fusion von Politik und Funk in den Köpfen der Begünstigten. Man hält sich für die Öffentlichkeit der Demokratie und zieht daraus den Schluss, einen Beitrag selbst von denen eintreiben zu dürfen, die sich andernorts oder gar nicht informieren wollen.“ Und resümiert „Nichts gegen Spaßköche, Heimatklänge und Länderspiele, nichts gegen Unterhaltung unter dem eigenen Niveau, nichts gegen Schlager von morgens bis abends und auf zig Radiosendern. Doch viel gegen das Für-dumm-Verkaufen der Bürger, sie hätten das alles unabhängig von der Nutzung teuer – etwa mit Versorgungsleistungen oft deutlich über denen des öffentlichen Dienstes, wie die Finanzkontrolleure seit Jahren monieren – zu bezahlen, weil sonst das Gemeinwesen gefährdet wäre.“

Donnerwetter. So deutlich las man das selten. Die AfD fordert seit langem eine grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Im Rahmen eines neuen Bürgerrundfunks sollen die momentanen Angebote verschlankt und auf objektive Berichterstattung, Vielfalt in der Kommentierung sowie kulturelle und bildende Inhalte konzentriert werden. Reine Unterhaltung soll zum großen Teil den Privaten überlassen werden. Eine Zwangsfinanzierung wie bisher wird abgelehnt.

Und als eine weitere vieler Rechtfertigungen dieser Forderung knallte am Wochenende die Meldung, dass der ehemalige ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender Angela Merkel vorwarf, das TV-Duell am 3. September durch massiven Druck ihrer Vertrauten zu einem reinen Kanzlerformat gemacht zu haben. „Solche Vereinbarungen nennt man sittenwidrig. Als Fernsehformat ist das eine Missgeburt.“

Bessere Wahlkampfmunition kann man nicht geliefert bekommen, meint

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Dr. Thomas Hartung
Stellv. Landesvorsitzender

Wir sollten über unsere Wahlplakate nachdenken. Oder besser darüber, warum die Ideologisierung unserer Gesellschaft (um nicht Verblödung zu sagen) an der Resonanz auf jene bestens beweisbar ist.

So hat im Juni der jüdische Autor Shahak Shapira fünf Plakate in Bildmontagen „ironisch optimiert“, wie er behauptet, darunter auch das Motiv „,Burkas?’ Wir steh’n auf Bikinis“, das im Vordergrund die halbnackten Rückseiten dreier junger Frauen zeigt. Shapira nun zeigt Björn Höcke, wie er zu dem Slogan ein Kalenderfoto von Hitler im Bikino präsentiert. Donnerwetter. Der Tweet hatte sage und schreibe 728 Likes und 14 Kommentare. Frauke Petrys Wahlplakat-Posting auf Facebook schaffte immerhin die siebenfach Like- und 25fache Kommentarzahl…

Dann hat Rostocks Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Thielk dieses Motiv als „sexistisch und fremdenfeindlich“ kritisiert und die Landeswahlbeauftragte und den Bundeswahlbeauftragten ersucht, die Plakate abhängen zu lassen, weil sie dem Bekenntnis der BRD zu den Menschenrechten, Artikel 1 des Grundgesetzes, widersprächen. Wohlbemerkt, in einer Küstenstadt mit nahen FKK-Stränden. Während nicht nur die AfD, sondern auch die CDU Thielks Forderung zurückwiesen, haben sie SPD und Bürgerschaftspräsident dagegen unterstützt.

Dass Thielk der Kommentar der Landeswahlleiterin, wonach der Inhalt der Plakate nicht gegen Strafgesetze verstößt, „nicht befriedigt“, legt den Schluss nahe, dass sie ihr eigenes Recht durchsetzen und der Demokratie aufzwingen will. Offenbar findet sie Vollverschleierung gut und hätte lieber Burkas gesehen – eine entsprechende Verballhornung bereits aufgesteller Palakte legt das nahe. Wie aber kann man in derselben Republik einerseits so prüde und verklemmt sein, Frauen in Bikinis für sexistisch zu halten, und andererseits zugleich die Frühsexualisierung von Kindern in den Schulen einzuführen?

Die SPD Berlin-Pankow kleidete ihren Internet-Protest zu dem Motiv in den Kalauer „Lieber ein Eis in der Hand als Populisten am Strand“. Kein Gedanke mehr an den nackten Parteikollegen Thomas Krüger („Eine ehrliche Haut“). Über ein Plakat der Grünen in Kaarst, das unter dem Slogan „Der einzige Grund, schwarz zu wählen“ zwei hellhäutige Frauenhände auf dem Hintern eines offenkundig negroiden Mannes zeigt, hatten sich nur wenige so medienwirksam aufgeregt. Auch das Plakat der JU Wittmund mit dem Slogan „Wir gehen tiefer“, auf dem zwei Hände in den Slip einer Frau greifen, schlug kaum Wellen.

Gleich die ganze Plakatlinie aufs Korn nimmt die „Travestie für Deutschland“ (TfD) – ein Berliner Kunstprojekt, das „die Ästhetik der Partei nutzt, um sie gegen sie zu wenden“, wie es heißt. Statt des roten, nach oben rechts gerichteten geschwungenen AfD-Pfeils prangt ein roter Stöckelschuh im Bild: denn als Protagonisten treten ausschließlich Transen („Drag-Queens“) auf. Das Motiv „,Burka?‘ Ich steh mehr auf Burgunder!“ bspw. kontert eine Gisela Sommer mit „Sauft euren Scheißburgunder doch alleine“, um dann kleingedruckt zu verkünden, dass sie lieber Sekt trinkt. Mehr Dummheit war selten.

Bildmontage TfD

Bildmontage TfD

Die Kollegen der blaugelben Merkel-Anbiederungspartei dagegen kritisierten gar nicht erst, sondern anerkannten gleich die Richtigkeit unserer Politik und plagiierten schamlos. Mit dem unverschämten Untertitel „Denken wir neu“ inszeniert sich FDP-Chef Lindner mit dem geklauten AfD-Slogan „Einwanderung braucht klare Regeln“. Ich traute der Bübchenunkultur ja viel zu, aber solch erbärmliche Wendehälsigkeit dann doch nicht. Ein gnadenloser Plakatkonter auf die FDP-Meile an der A 4-Abfahrt Hellerau/Radeburger Straße durch mich und Kreisvorstand Arndt Noack war die Folge.

Bildmontage FDP

Bildmontage FDP

Überhaupt: Plakat-Konter. Seit dem anfangs verregneten Wochenende darf nun auch der größte sächsische Kreisverband plakatieren. Mit wechselndem Erfolg: während aus Cotta, Wilschdorf oder den Hellerbergen kaum Verluste gemeldet wurden, sah das in Mickten und Altstadt leider anders aus. Und dem Team Jürgen Schulz/Reinhardt Günzel wurden gar 11 Plakate von einer Zecke buchstäblich unterm Hintern weggeklaut – zum Glück ohne Verletzung für unsere beiden wackeren Wahlkämpfer. „Weiß Gott, es sind uns nicht alle Mitmenschen wohlgesonnen“, resümierte der Dresdner Kreischef, und das meint auch

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Thomas Hartung

Stellv. Landesvorsitzender

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;

wir sollten über die Kulturgeschichte der Toilette nachdenken. Auf den Gemeinschaftsklos im alten Rom hat man im doppelten Wortsinn große Geschäfte gemacht: es wurde nicht nur gekotet, sondern auch gehandelt. Auf Kaiser Vespasians Latrinensteuer geht die Redewendung „Pecunia non olet“ (Geld stinkt nicht) zurück. Sicher nahm Sachsens Grünen-Fraktion diese Tradition zum Anlass, im August in einem Schreiben an die Landtagsverwaltung ihre Wünsche hinsichtlich des steuerzahlerfinanzierten Umbaus des Plenargebäudes 2018 zu äußern. Sie wünscht sich in den Toiletten: Aktenablagen.

Ein Witz? Keineswegs. Es gibt weltweit etwa 2,5 Milliarden Menschen, die derzeit keinen Zugang zu Toiletten haben. Deutschland dagegen, wo 1860 auf Schloss Ehrenburg in Coburg die erste, heute selbstverständliche Toilette mit Wasserspülung in Betrieb ging, leistet sich Luxusprobleme, die ob ihrer Dekadenz in der Regel nur grünen Hirnen entspringen konnten.

So forderte Dennis Pirdzuns, Vertreter der Grünen Hochschulgruppe, im AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) der Bergischen Universität Wuppertal im Juni 2016 die Anschaffung von Tampons auf Männertoiletten für „unter anderem trans, inter und nonbinary Personen“. Der Beschluss ging mit zwei Enthaltungen bei null Gegenstimmen durch.

Man rechnet, dass rund einer von 5000 Menschen eine derartige sexuelle Orientierung hat; das macht bei ca. 21 000 Studenten sage und schreibe vier, die einen solchen „Toilettenservice“ nutzen dürften. Damit wurde der überwältigenden Mehrheit der männlichen und weiblichen Studenten zugemutet, mit einem Teil des Semesterbeitrags von 286,22 € eine mehr als fragwürdige Anzahl von Personen zu alimentieren.

Brauchen wir aber wirklich Tampons auf Männertoiletten, nicht eher Angebote wie die Wuppertaler „Krabbelgruppe Uni-Zwerge“, die sich eine bessere Vereinbarkeit von Studium und Lehre mit Kind zum Ziel gesetzt hat? Die grüne Familienpolitikerin Doris Wagner nun missverstand das offenbar und verlangte im Oktober 2016 mit Bezugnahme auf einen Gesetzentwurf der Obama-Administration eine Wickeltischpflicht auf Herrentoiletten. Dass sich vor allem Mütter um das Kind kümmern, entspräche einem Elternbild aus der Steinzeit, zitiert sie der FOCUS.

Im Januar 2017 nahm prompt die Debatte um All-Gender-Toiletten an Fahrt auf. Für Andrea Roedig, Ex-Geschäftsführerin der Grünen Akademie der Heinrich-Böll-Stiftung, geht der Trend zur Unisex-Toilette. Sie bezeichnete im Deutschlandradio Kultur die Berliner Alice-Salomon-Hochschule als vorbildhaft, die neben den üblichen Toiletten auch vier All-Gender-Toiletten habe. „Wenn man unbedingt das geschlechtsspezifische Klo benutzen möchte, muss man gegebenenfalls etwas weiter laufen oder suchen.“ Für Trans-Personen sei es immer eine Beschämung, fürs falsche Geschlecht gehalten zu werden. „Aus dieser Perspektive ist die zweitoilettige Lösung immer ein Problem.“

Wer glaubt, dass dieser Nonsens nicht mehr komparierbar sei, hat seine Rechnung ohne den rot-rot-grünen Senat in Berlin gemacht. Im neuen 97seitigen „Toilettenkonzept“ (in Zusammenarbeit mit der Firma Zebralog und der Technischen Universität Berlin) heißt es, „dass es ungerecht sei, wenn nur Männer im Stehen urinieren dürfen, Frauen aber nicht“. Infolgedessen soll die öffentliche Toilette künftig eine „geschlechtsneutrale Einzelkabine“ sein, mit einem Sitzbecken und je einem Urinal für Frauen und Männer. „Wir wollen sicherstellen, dass es keine Versorgungslücke gibt“, sagt Senatssprecher Matthias Tang Anfang August zum „Berliner Kurier“. Versorgungslücke, soso.

Es wird übrigens mit Kosten bis zu 130 Millionen Euro gerechnet. Die Finanzierung der Klosetts soll durch sogenannte GRW-Mittel aus der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ erfolgen, für die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop zuständig ist – wir ahnen es, eine Grüne.

Eine überforderte, fäkalfixierte Partei macht neuerdings mehr Politik für den Arsch als für das Volk. Wir brauchen uns gar nicht abzuschaffen. Wir scheißen uns ab, meint

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Thomas Hartung
Stellv. Landesvorsitzender

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;

wir sollten nochmal über Hamburg und den G 20 Gipfel nachdenken. Waren es nun 5.000 oder mehr militante autonome Linke, die durch die zweitgrößte Stadt Deutschland zogen? Die genaue Zahl ist einerlei, taten sie doch exakt das, was die Polizei befürchtet hat: sie steckten Autos in Brand, auch von normalen Familien und alten Frauen, zertrümmerten Scheiben und griffen gezielt Polizisten an. 476 Beamte waren verletzt worden bei diesem dreitägigen Chaos-Event, das den Steuerzahler laut „FR“ mindestens 130 Millionen Euro kostete.

Viele aber betrachten die Hamburger Ereignisse durch die Brille ihres Weltbilds. Und erstaunlich viele haben inzwischen ein Weltbild, in dem sie die Polizei für weniger vertrauenswürdig halten als Linksradikale. Das ist erschreckend. Denn die brutalste Gewalt kommt in diesen Tagen gewiss nicht von Polizisten. Blumencron textete in der FAZ blumig „Im Hamburger Schanzenviertel manifestiert sich eine Totalopposition, die für die existierende demokratische Praxis in Deutschland und der westlichen Welt nur eine Antwort hat: Verachtung und Zerstörung – und danach den Wiederaufbau einer komplett anderen Gesellschaft, deren warme Morgenröte mehr Gerechtigkeit, mehr Gleichheit und das Ende von Armut verspricht.“

Das kann man so konstatieren. Man kann es aber wie Uwe Wurlitzer auch drastisch auf den Punkt bringen: „Linksextremistischen Banditen muss das Handwerk gelegt werden.“ Um zu klären, wie die Politik die Bürger des Freistaates vor ähnlichen Gewalteskapaden schützen will, hatte die Fraktion eine Sondersitzung des Sächsischen Landtages beantragt – die natürlich vom Altparteienkartell abgelehnt wurde. Immerhin: eine Sitzung des Innenausschusses kam unter „Aktionismus“ und „Populismus“-Geschrei des Kartells letzte Woche doch zustande.

Die Grünen übrigens begründeten ihre Ablehnung damit, dass eine Sondersitzung weder „sinnvoll“ „noch geboten“ sei. Aha. Nun muss man aber wissen, dass Sachsens Obergrüner Jürgen Kasek inmitten der eskalierten „Welcome-to-Hell-Demo“ zu sehen war: auf einem Facebook-Video von N24. Stracks erklärte er, lediglich als Beobachter nach Hamburg gereist zu sein, um dann das Vorgehen der Polizei, wir ahnen es, als „unverantwortlich“ zu kritisieren.

Das rief zunächst die CDU Leipzig auf den Plan, die twitterte: „Prominente Politiker von Linken, Grünen und SPD kommen nicht auf die Idee, der Polizei zu danken oder die Gewalt zu verurteilen oder wenigstens zu schweigen.“ Wer hatte doch gleich die Sondersitzung abgelehnt? Den Vogel aber schoss Leipzigs Stadtsprecher Matthias Hasberg ab. Er kommentierte ein Video, in dem Chaoten in Hamburg aufgebrochene Läden plündern, mit der Bemerkung: „Weit und breit keine Polizei – fühlten sich wohl deswegen provoziert. Die sehen aber nur zufällig so aus wie die Jungs, mit denen Jürgen Kasek gestern noch demonstriert hat.“

Derselbe Hasberg bezeichnete knapp drei Wochen später die Beschwerde des ungarischen Fechtverbands über Ausländerkriminalität in Leipzig als „frei erfunden“ sowie als „Räuberpistole“, die „mit der Realität nichts zu tun“ hätte. „Leipzig sei eine sichere Stadt, in der sich die Menschen am Tage wie auch in der Nacht frei bewegen könnten“, sagte Hasberg der „LVZ“ in Richtung ungarisches WM-Team, das sich im „Seaside“ höchst unwohl gefühlt hatte. „Dass Menschen aus einem Land, das auf dem Global Peace Index der sichersten Länder der Welt auf Rang 15 steht, sich in der zweitgefährlichsten Stadt Deutschland nicht sicher fühlen, kann ein westsozialisierter Stadtsprecher offenbar nicht nachvollziehen“, ärgert sich Uwe Wurlitzer, selbst Leipziger. Da scheint es im roten Leipzig doch noch gute und schlechte Gewalt zu geben, die man beliebig gut instrumentalisieren kann, mutmaßt

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Dr. Thomas Hartung
Stellv. Landesvorsitzender

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;

wir sollten über Kunst nachdenken. Oder besser: das, was uns die „Dokumenta 14“ in Athen und Kassel als solche verkaufen will. Ich habe zwei Tage meines Urlaubs dafür geopfert und übertreibe nicht, wenn ich schreibe: selbst die Kunstausstellungen der DDR waren unpolitischer. Ich übergehe die Ursachen, warum das so werden konnte, wie es ist, und nehme eine Bestandsaufnahme vor. Die wird auch noch schlimm genug.

„Wir hoffen, dass die Documenta 14 einer von vielen Schritten sein wird auf dem Weg in eine Welt, in die wir leben wollen“, schreibt der Kurator Adam Szymczyk über seine Schau. Diese Kunsterfahrung solle „der Versuch einer ganz neuen Existenzweise“ werden. Cathrin Lorch meint prompt eine sanfte Utopie zu erkennen, einen exterritorialen Ort, „an dem die Künste und die Künstler miteinander arbeiten, ausstellen und feiern“ und an dem „weder Kunststile noch Gattungen von Belang“ seien.

Das sehe ich nun komplett anders: es ist allein die gutmenschliche Aussage, die zählt – „richtige“ Inhalte statt stimmige Formen. Und diese Aussage, die nicht herausfordert, sondern einengt, schreckt selbst vor der Feuer-Metapher nicht zurück: die vom Fridericianum wabernden Qualmwolken, das Kunstwerk „Expiration Movement“ hat der 1968 in Bukarest geborene Künstler Daniel Knorr eigens für Kassel entworfen. Ich übersetze sie mit „Krieg“ – ein gewaltsamer, durchaus unartifizieller Prozess, vor dem viele flüchten… und der genau darum auch die Fluchtorte heimsucht. Der Rauch – ein Menetekel. Krieg, Flucht/Vertreibung, Nichtankunft/Unbehaustheit, und auch Ungewolltsein – viele Objekte haben leider mit Propaganda zu tun, mit Slogans, mit griffigen Motiven von Karikaturisten als mit Kunst, die ihr Gewicht und ihre Bedeutung eigentlich daraus schöpfen sollte, dass sie frei ist.

Dabei spielten Betrachterperspektive, Windrichtung und Wetter eine interpretative Rolle, da sich je nach Lage andere Assoziationen eröffneten: „Manchmal wird das Fridericianum von Weitem vielleicht aussehen wie ein industrieller Bau, eine Fabrik. Das ist ja auch passend, die Documenta ist ein Ort der Kunstindustrie. Natürlich erinnert der Rauch auch an Vorgänge wie die Bücherverbrennung der NS-Zeit – in Kassel wurde die Reichskristallnacht geprobt, da liegt es nicht fern, daran zu denken. Auch die Krematorien der Vernichtungs- und Konzentrationslager waren nicht weit entfernt.“ Da war es also heraus.

In der SüZ durfte sich Kia Vahland mäßig aufregen: „Die Documenta interessiert sich herzlich wenig für Gegenargumente, nicht einmal zu dem Zweck, sie zu widerlegen… Man kann auch durch Nichtinformation manipulieren. Wer alle Autoritäten abschafft, inszeniert sich selbst als letzte Instanz. Die Documenta in Kassel erreicht diesen Effekt mit gezielter Einseitigkeit in der Präsentation. Frühere Ausgaben verstanden unter politischer Kunst die Dokumentation des Weltzustandes, man erfuhr viel über Hafenarbeiter in Südafrika oder die Wohnungsnot von Hurrikanopfern. Sie zeigten, was in der Aufmerksamkeitsökonomie der Massenmedien öfter mal zu kurz kommt, subjektive Berichte vom Leben der anderen. Anteilnahme aber genügt den Kuratoren diesmal nicht, jetzt geht es um Parteinahme.“

Dem ist wenig hinzuzufügen. Kaum ein Objekt, das mich ad hoc ästhetisch ansprach. Kaum eine Fotografie, die durch Komposition, Licht oder Tiefenschärfe begeisterte. Kaum ein Bild, das durch Idee, Farbe oder Technik betörte. Statt dessen Plakativität, Simplizität – und, noch gar nicht erwähnt, Gigantismus, der manchmal monumental, manchmal monströs wirkt. So steht auf dem Platz vor dem Fridericianum das größte Kunstwerk der Gegenwart: die Argentinierin Marta Minujin hat dort mit tätiger Mithilfe vieler Kasseler einen „Parthenon of Books“, einen Akropolis-Tempel aus Büchern aufgeschichtet. Das Besondere: nur Bücher, die irgendwo auf der Welt zensiert waren, durften verbaut werden. Darunter waren Texte aus der ehemaligen Sowjetunionm aber auch Mickey Mouse (in der DDR verboten) – und natürlich die Werke, die bei den Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten ins Feuer geworfen wurden, womit sich der Kreis zum qualmenden Fridericianum schließt.

Was bleibt? Die Hoffnung auf die nächste Dokumenta – ohne Ideologie und ohne Flüchtlingsvordergrund, der selbst vor Stacheldraht als Kunstobjekt nicht Halt macht, meint

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Dr. Thomas Hartung
Stellv. Landesvorsitzender

„Wenn ein Gras wächst, wo nah ein Haus steht,
und vom Schornstein steigt der Rauch,
soll’n die Leute beieinander sitzen,
vor sich Brot und Ruhe auch,
und Ruhe auch.

Das ist der einfache Frieden,
den schätze nicht gering.
Es ist um den einfachen Frieden
seit Tausenden von Jahren
ein beschwerlich Ding.“ (Gisela Steineckert, 1980)

Es war für mich die Metapher der 14. Documenta: die vom Fridericianum wabernden Qualmwolken, das Kunstwerk „Expiration Movement“, das der 1968 in Bukarest geborene Künstlers Daniel Knorr eigens für Kassel entworfen hat. Fünf Rauchmaschinen „Fogmaster“ laufen, die sonst von der Feuerwehr zu Übungszwecken verwendet und auch beim Militär eingesetzt werden, wenn etwa bei Lufteinsätzen ein Kraftwerk unter Rauch verschwinden soll. Apropos Militär: selbst das fiktive Parlament im Foyer war in Tarnfarben gehalten – ein Schelm, der Arges dabei denkt…

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Fogmaster? Fog? Nein, es ist bestenfalls tertiär der „Nebel des Grauens“, den man damit verbinden könnte (und den ich manchmal verband!). Der Macher intendiert laut SüZ Physiologisches: den Zustand des Ausatmens. „Jetzt wird nicht mehr inhaliert, jetzt lassen wir los“, erklärt er, und weiter „Natürlich liegt auch die Assoziation zu einer Papst-Wahl nahe, aber eher noch der Gedanke an die Enklave in Rotenburg – ganz in der Nähe – wo nach dem Krieg die Währungsreform verhandelt wurde.“

Daneben spielten Betrachterperspektive, Windrichtung und Wetter eine interpretative Rolle, da sich je nach Lage andere Assoziationen eröffneten: „Manchmal wird das Fridericianum von Weitem vielleicht aussehen wie ein industrieller Bau, eine Fabrik. Das ist ja auch passend, die Documenta ist ein Ort der Kunstindustrie. Natürlich erinnert der Rauch auch an Vorgänge wie die Bücherverbrennung der NS-Zeit – in Kassel wurde die Reichskristallnacht geprobt, da liegt es nicht fern, daran zu denken. Auch die Krematorien der Vernichtungs- und Konzentrationslager waren nicht weit entfernt.“

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Da war es heraus.
Nix mit Frieden, schon gar nicht einfach, erst recht nix mit Brot und Ruhe während des Beieinandersitzens. Das Gegenteil war gewollt, ist gewollt, und soll auch weiter gewollt sein. „Wir hoffen, dass die Documenta 14 einer von vielen Schritten sein wird auf dem Weg in eine Welt, in die wir leben wollen“, schreibt der Kurator Adam Szymczyk über die in Athen und Kassel stattfindende Schau. Diese Kunsterfahrung solle „der Versuch einer ganz neuen Existenzweise“ werden. Cathrin Lorch meint prompt eine sanfte Utopie zu erkennen, einen exterritorialen Ort, „an dem die Künste und die Künstler miteinander arbeiten, ausstellen und feiern“ und an dem „weder Kunststile noch Gattungen von Belang“ seien.

Das sehe ich nun komplett anders: es ist allein die gutmenschliche Aussage, die zählt – “richtige” Inhalte statt stimmige Formen. Und diese Aussage, die nicht herausfordert, sondern einengt, schreckt selbst vor der Feuer-Metapher nicht zurück, die ich übersetze als „Krieg“ – und damit die Aussage des wunderschönen Steineckert-Gedichts ins Gegenteil kehrt; wie heute so vieles, was vor 1989 galt. Ein gewaltsamer, durchaus unartifizieller Prozess, vor dem viele flüchten – und der genau darum auch die Fluchtorte heimsucht. Der Rauch – ein Menetekel. Krieg, Flucht/Vertreibung, Nichtankunft/Unbehaustheit, und auch Ungewolltsein – viele Objekte haben leider mit Propaganda zu tun, mit Slogans, mit griffigen Motiven von Karikaturisten als mit Kunst, die ihr Gewicht und ihre Bedeutung eigentlich daraus schöpfen sollte, dass sie frei ist.

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Schlimmstes Beispiel: der Film „77sqm_9:26min“, der die „Gegen-Ermittlungen“ der Londoner Künstlergruppe „Forensic Architecture“ zusammenfasst, die sich, elf Jahre nach dem NSU-Mord an Halit Yozgat, noch einmal mit dem Fall beschäftigten. Künstler, Architekten, Filmemacher, Kulissenbauer und Performer rekonstruierten minutiös den Tatort, das Internet-Cafe in der Holländischen Straße 82 in Kassel, anhand von geleakten Akten und einem Polizei-Video. Es geht um die Antwort auf die Frage, ob Andreas Temme, ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes, entgegen seiner Aussagen nicht doch Zeuge des Verbrechens war. „Es gibt Fakten in einer Ära des Post-Truth“, wird Eyal Weizman von „Forensic Architecture“ zitiert, „und wenn die Polizei und der Staat nicht auf drängende Fragen antworten, ist es Zeit für uns, die Ermittlungen zu übernehmen, mit dem Werkzeug der zeitgenössischen Kultur“.

Vordergründig manipulativ sind auch die Objekte der folgenden Aufzählung, die auf Künstler und Werkstitel verzichtet, da sie mir nebensächlich erscheinen. Eine 53teilige Fotoserie zu Nordhessen etwa wird im Begleittext mit den Worten präsentiert „Heimat ist ein angeeigneter Raum. Sie existiert objektiv nicht in der Wirklichkeit. Wir schaffen uns die Vorstellung einer Heimat aus dem Bedürfnis heraus, irgendwo dazuzugehören. Heimat ist dort, wo die meisten Menschen nie gewesen sind und nie ankommen werden. Ausgenommen dieser Platz unter einem Haufen Erde…“

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Oder die Installation „Amereida Phalène Latin South América“ der „Ciudad Abierta“ (Offene Stadt), eine sich als Kommune, pädagogisches Experiment und praxisnahes Architekturlabor in einem verstehende Gruppe umherziehender Künstler und Dichter aus Chile. In der Karlsaue angepriesen als humaner Begegnungsort mittels einer improvisierten, umweltverträglichen Form des Bauens aus Naturmaterialien (Holz und Stoff), ließ er mich aber vor Beklemmung frösteln. Die Hölzer eckig, Zacken, Begrenzungen und Barrieren bildend, der Stoffbaldachin so niedrig, dass er bedrückend wirkte… wer sich hier trifft, ist alles andere als entspannt.

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Oder die Installation verschiedener und verschieden geschichteter Stacheldrahte neben den Torsi angedeuteter Flüchtlinge; in der Etage darüber ein hermetisch verschlossenes Flüchtlingszelt: was ist wohl darin, was ist wohl fernzuhalten… Ganz zu schweigen von pauschalen Schuldzuschreibungen wie etwa den weißen Menschen, mit denen Gott eigentlich nur „sorry“ sagen wolle…

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

In der SüZ durfte sich Kia Vahland mäßig aufregen:

„Die Documenta interessiert sich herzlich wenig für Gegenargumente, nicht einmal zu dem Zweck, sie zu widerlegen… Man kann auch durch Nichtinformation manipulieren. Wer alle Autoritäten abschafft, inszeniert sich selbst als letzte Instanz. Die Documenta in Kassel erreicht diesen Effekt mit gezielter Einseitigkeit in der Präsentation. Frühere Ausgaben verstanden unter politischer Kunst die Dokumentation des Weltzustandes, man erfuhr viel über Hafenarbeiter in Südafrika oder die Wohnungsnot von Hurrikanopfern. Sie zeigten, was in der Aufmerksamkeitsökonomie der Massenmedien öfter mal zu kurz kommt, subjektive Berichte vom Leben der anderen. Anteilnahme aber genügt den Kuratoren diesmal nicht, jetzt geht es um Parteinahme.“

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Dem ist wenig hinzuzufügen. Kaum ein Objekt, das mich ad hoc ästhetisch ansprach. Kaum eine Fotografie, die durch Komposition, Licht oder Tiefenschärfe begeisterte. Kaum ein Bild, das durch Idee, Farbe oder Technik betörte. Statt dessen Plakativität, Simplizität – und, noch gar nicht erwähnt, Gigantismus, der manchmal monumental, manchmal monströs wirkt. So steht auf dem Platz vor dem Fridericianum das größte Kunstwerk der Gegenwart: die Argentinierin Marta Minujin hat dort mit tätiger Mithilfe vieler Kasseler einen „Parthenon of Books“, einen Akropolis-Tempel aus Büchern aufgeschichtet. Das Besondere: nur Bücher, die irgendwo auf der Welt zensiert waren, durften verbaut werden. Darunter waren Texte aus der ehemaligen Sowjetunionm aber auch Mickey Mouse (in der DDR verboten) – und natürlich die Werke, die bei den Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten ins Feuer geworfen wurden.

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Der Treck von vier Reitern, die der schottische Konzeptkünstler Ross Birrell am Tag der Vernissage in Athen in Richtung Kassel aufbrechen ließ, könnte nicht nur eine der längsten Wanderungen der „Land Art“ werden, sondern auch auf andere Trecks verweisen. Und mindestens an zwei Stellen in der Stadt wispern die Lautsprecher mit Pope L.s Installation, die 9438 Stunden lang Textfetzen zu „Nation, Volk, Stimmung, Sprache, Zeit“ aus anonymen Stimmen in die Ohren der Kunstinteressenten bläst. „Toleranz ist eine Tugend“ bekomme ich von einer Altstimme in minutenlanger Schleife penetriert. Auch Olu Oguibes „Das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument“, ein Obelisk aus Beton, 16 Meter hoch, nimmt den Holzhammer. Am Sockel ist das Bibel-Zitat „Ich war ein Fremdling und Ihr habt mich beherbergt“ aus dem Matthäus-Evangelium in vier Sprachen zu lesen, darunter ist auch Arabisch.

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Objekt auf der Dokumenta 14. Eigenes Foto.

Was bleibt? Die Hoffnung auf die nächste Dokumenta – ohne Ideologie (jede DDR-Kunstausstellung war unpolitischer), ohne Migrationsvordergrund (Staatskunst ist für mich immer ein Zeichen von Staatsversagen) und: ohne Daniel Knorr, der Pistolen und Ausweise mit einer Fünfzig-Tonnen-Presse in Bücher presst, die in Athen und Kassel verkauft werden und von deren Erlösen er den Rauch bezahlen kann. Hoch lebe der Kapitalismus, hoch lebe die Kunst, hoch lebe… jeder, der sich sein persönliches Denkmal errichtet, um wenigstens der Lebenskunst zu frönen.

Objekt in der Dokumentastadt Kassel. Eigenes Foto.

Objekt in der Dokumentastadt Kassel. Eigenes Foto.

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;

wir sollten über das Netzwerkdurchsetzungsgesetz NetzDG nachdenken. Heiko Maas hat es tatsächlich auf der letzten Sitzung der Legislaturperiode durch den Bundestag gepeitscht. Eine Zählung per TV-Bildschirm zeigte gerade 32 Abgeordnete von Union und SPD, plus sechs von den Grünen und rund ebenso vielen Linke-Abgeordneten. Das heißt: Nicht einmal zehn Prozent aller Bundestagsabgeordneten fanden es nötig, zur Abstimmung zu bleiben – während die „Ehe für alle“ gerade eine Stunde vorher noch 339 Ja-Stimmen fand.

Im Kern sagt es, dass Internetunternehmen von Nutzern gemeldete „offensichtlich rechtswidrige Inhalte“ binnen 24 Stunden löschen oder sperren müssen. Nicht so offensichtlich rechtswidrige, aber eben doch rechtswidrige Inhalte müssen sie innerhalb von sieben Tagen entfernen – oder in komplizierten Fällen zur Beurteilung an eine „anerkannte Einrichtung der Regulierten Selbstregulierung“ übergeben. Damit fällt börsennotierten Unternehmen eine Aufgabe zu, die in einer idealen Welt eine der Justiz wäre. Denn welche Interpretationen lässt das Wort „offensichtlich“ zu? Damit ist nicht nur der Willkür, sondern vor allem dem vorauseilenden Gehorsam und damit der Zensur Tür und Tor geöffnet. Der Reiz zu löschen sei so immer noch größer als der Reiz, das Recht und die Meinungsfreiheit einzuhalten, denkt selbst die Grüne Renate Künast laut über das Risiko des NetzDG nach, aber es ist ihr am Ende so egal, wie es eine Enthaltung eben zum Ausdruck bringen kann.

Auch der ASA-Redaktion wurde ja immer mal der „Reiz zum Löschen“, mindestens der Reiz zum Verschweigen unterstellt (von schlimmeren Vorwürfen wie aus Dresden gar nicht zu reden – hier wurde ein ehrbares bayrisches CSU-Mitglied angefragt, ob der abgedruckte Text tatsächlich von ihm käme). Dass dem nicht so ist, zeigt das aktuelle Heft, in dem – bis auf jenen von Peter Schulze, Bautzen – alle bislang aufgelaufenen Leserbriefe abgedruckt sind. Dass andererseits etablierte Medien nicht unbedingt dem Reiz zum Löschen, ja nochmal nicht dem Reiz zum Moderieren nachgeben, zeigt bspw. der Umgang der „ZEIT ONLINE“-Redaktion mit einigen der 341 Kommentare, die auf mein von Anne Hähnig geschriebenes Porträt getätigt wurden.

Immerhin darf ich ja noch „Mensch“ sein. Wenn auch „rechtsextrem“ und „Volltrottel“ – nach juristischer Expertise haben wir es mit „verleumderischer Unterstellung“ und „Beleidigung“ zu tun. Aber solcherart Kleinigkeiten, die ich links oder besser rechts liegen lasse (und die einen kleinen Vorgeschmack auf den heißen Wahlkampf liefern), sollten uns nicht weiter schrecken. Selbst wenn wir mit Maas „Hilfe“ viel öfter die „Segnungen“ des NetzDG am eigenen Leib zu spüren bekommen sollten, meint

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Dr. Thomas Hartung
Stellv. Landesvorsitzender

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;

wir sollten mal über Namenskunde nachdenken. Warum? Der Psychoanalytiker Karl Abraham hat schon vor 100 Jahren behauptet, dass der Name oft zum Schicksal seiner Patienten passt. Da könnte was dran sein.

Vor acht Jahren sorgte eine Studie der Uni Oldenburg für Aufsehen. Sie kam zu dem Ergebnis, dass viele Grundschullehrer einen Jungen mit dem Namen Kevin als verhaltensauffällig abstempeln. Als eher freundlich und leistungsstark sahen die Lehrer hingegen Jungen mit den Namen Alexander, Maximilian, Simon, Lukas und Jakob. Positiv bewertete Mädchennamen waren Charlotte, Nele, Marie, Emma und Katharina. Auf der Negativliste standen Mandy, Chantal und Jaqueline. „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“, kommentierte ein teilnehmender Lehrer damals.

Auch wenn die Nationalität nicht explizit angegeben ist, versteige ich mich mal zu der These: es waren mehrheitlich deutsche Lehrer, die Kindern mit deutschen Namen mehr Leistung unterstellten als solchen mit englischen. Hm. Jetzt wurde im STERN-Auftrag untersucht, ob der Vorname mit dem Erfolg im Beruf zusammenhängt. Erwartbares Ergebnis: ja. Je kürzer der Vorname, desto mehr Geld und Erfolg habe der Arbeitnehmer im Job. Deutschlands Top-Verdiener heißen dem aktuellen Gehaltsranking zufolge „Dirk“ und „Sabine“: der Durchschnitts-Dirk kommt demnach auf 120.200 Euro im Jahr, die Durchschnitts-Sabine auf 83.638 Euro. Auch Rainer, Jürgen, Susanne und Claudia gehen als überdurchschnittlich gut bezahlte Arbeitskräfte aus dem Ranking der Jobsuchmaschine Adzuna hervor.

Insgesamt verdienen Mitarbeiter, deren Vorname nur eine Silbe hat, meist mehr als ihre Kollegen mit einem zwei- oder dreisilbigen Vornamen: Namen mit zwei Silben bringen acht Prozent, solche mir drei Silben sogar 18 Prozent weniger Gehalt ein. Ein Grund: ist ein Name leicht zu schreiben, bleibt er auch leicht in Erinnerung. Umgekehrt schließen offenbar viele Menschen von einem komplizierten Namen auf eine komplizierte Persönlichkeit. Bernd Samland von der Kölner Namensagentur „Endmark“: „Echte Karrierekiller sind auch Doppelvorname und Doppelnachname, z. B. Ann-Katrin Müller-Lüdenscheid.“

Nochmal Hm. Nach Angaben des Namenkundlichen Zentrums der Universität Leipzig greifen Eltern nämlich immer öfter zu unkonventionellen, längeren Vornamen. Eine dpa-Liste standesamtlich beurkundeter Jungen- und Mädchennamen liest sich geradezu wie eine Figurenliste aus einer Fantasy-Komödie: Don Armani Karl-Heinz, Camino Santiago Freigeist oder Eisi Faust Erik bei den Jungen; Ferrara Melody Maxima, Frangi-Pany oder Sueann-Presess bei den Mädchen. „Trotz des Traditionsbewusstseins wird die Bundesrepublik bei den Vornamen immer bunter”, sagt die Leipziger Namensforscherin Gabriele Rodriguez.

Nun aber kommts: ein kurzer deutscher Vorname – Adolf – ist jetzt politisch korrekt in absoluten Verruf geraten – wovon ein „betroffener“ Journalist in der FAZ berichtet. Der Name ist althochdeutsch und bedeutet Edelwolf. Das ist doch schön, wäre da nicht jener Adolf aus Braunau am Inn, der dem Namen die Unschuld geraubt hat und noch raubt. So kamen 2006 in Deutschland über 672.720 Babys zur Welt, nur ein einziges wurde (allerdings mit zweitem Vornamen) Adolf genannt. Noch Ende des 19. Jahrhunderts war Adolf sehr geläufig, besonders in Süd- und Westdeutschland. 1890 stand der Name an dreizehnter Stelle auf der Beliebtheitsskala aller männlichen Vornamen (hinter Fritz, Franz oder Emil).

Vielleicht dachten Eltern an Adolf von Knigge, der seit Mitte des 18. Jahrhunderts für Anstand und gutes Benehmen steht, oder an Gustav Adolf, den protestantischen König aus Schweden. Auch Adolph Kolping genoss hohen Respekt, vor allem bei Katholiken, die dem sozial engagierten Kirchenmann mit Achtung entgegentraten. „Solche Leitbilder wie Adolph Kolping brauchen wir für die Kirche von heute“, sagte Papst Johannes Paul II. 1991 bei der Seligsprechung, aber er hat damals vermutlich nicht an den kontaminierten Vornamen gedacht.

Und nun? Ein namhafter DDR-Sportreporter verhalf mal dem deutschen Namen „Waldemar“ zu ungeahnter Karriere. Zu solchem Aufruf versteige ich mich nicht. Aber unseren Namen mit Respekt zu begegnen kann nicht schaden, meint

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Dr. Thomas Hartung
Stellv. Landesvorsitzender

Ich habe mir mal Gedanken über einen fürchterlichen Gummibegriff gemacht: „Patriotismus“ tauchte bei den Reden fast jedes sächsischen Direkt- und Listenkandidaten der AfD mehrfach auf – von gewissen Dresdner Reden im Januar dieses Jahres ganz zu schweigen. Das zieht die Frage nach sich, was Patriotismus heute eigentlich ist, sein kann und vor allem welche Potentiale der Begriff in Sachsens AfD hat – oder eben auch nicht.

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