{"id":1468,"date":"2012-12-21T21:53:04","date_gmt":"2012-12-21T20:53:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=1468"},"modified":"2013-01-18T09:12:40","modified_gmt":"2013-01-18T08:12:40","slug":"von-der-bildungselite-zum-bildungsprekariat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=1468","title":{"rendered":"Von der Bildungselite zum Bildungsprekariat"},"content":{"rendered":"<p>Vielleicht geht das Jahr 2012 in die bundesdeutsche Geschichte ein als jenes, in dem sich die Bundes- als Bildungsrepublik selbst begrub. Meine Prognose ist geschuldet vor allem dem fortw\u00e4hrenden Diskurs aus <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/plagiate-in-der-wissenschaft-ein-spektakel-das-einer-aufgeklaerten-gesellschaft-nicht-wuerdig-ist-1.1382357\" target=\"_blank\">Plagiatsverharmlosung<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2011\/26\/C-Promotion\" target=\"_blank\">Doktorschwemme<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/GEW_Schluss_mit_dem_Befristungswahn.html\" target=\"_blank\">Befristungswahn<\/a> auf universit\u00e4rer; <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/deutschland\/press\/pr_releases\/10875_de.htm\" target=\"_blank\">Lehrermangel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.volksstimme.de\/nachrichten\/lokal\/burg\/825380_Schueler-sollen-leichter-gute-Noten-erhalten.html\" target=\"_blank\">sinkendem Notenniveau<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.merkur-online.de\/nachrichten\/deutschland\/300000-schulverweigerer-deutschland-474317.html\" target=\"_blank\">Unterrichtsverweigerung<\/a> auf schulischer sowie macht- wie marktgest\u00f6rter Realit\u00e4tssicht, nichtakademischem <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2012-01\/niebel-ministerium-personal\" target=\"_blank\">\u00c4mterschacher<\/a> und finanzieller <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/karriere\/kritik-an-deutscher-forschungsgemeinschaft-wut-wissenschaftler-attackieren-buerokratie-wahnsinn-1.1115736\" target=\"_blank\">Verteilungsarroganz<\/a> auf politischer Seite. Schon beim Sachverhalt der marktgest\u00f6rten Realit\u00e4tssicht f\u00e4llt es mir schwer, ruhigzubleiben: das blaugelbe B\u00fcbchenwesen um P. R\u00f6ssler hat es tats\u00e4chlich geschafft, den vorl\u00e4ufigen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung um entscheidende Passagen zu \u201e<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/roeslers-wirtschaftsministerium-lehnt-armutsbericht-von-der-leyens-ab-a-856875.html\" target=\"_blank\">gl\u00e4tten<\/a>\u201c: so sind aus dem Ursprungsdokument weder der Satz \u201eDie Privatverm\u00f6gen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt\u201c noch der Satz \u201eAllerdings arbeiteten im Jahr 2010 in Deutschland knapp \u00fcber vier Mio. Menschen f\u00fcr einen Bruttostundenlohn von unter sieben Euro\u201c \u00fcbernommen worden! Als ob Politik wie Produkte, Dienstleistungen\u2026 dadurch besser wird, dass man deren Fehler verharmlost\/verschweigt\u2026<\/p>\n<div id=\"attachment_1475\" style=\"width: 554px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/4.gif\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1475\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1475\" title=\"4\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/4.gif\" alt=\"\" width=\"544\" height=\"380\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/4.gif 544w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/4-300x209.gif 300w\" sizes=\"(max-width: 544px) 100vw, 544px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1475\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: http:\/\/www.stuttmann-karikaturen.de\/karikaturarchiv_4685.html<\/p><\/div>\n<p>Ein Resultat ist das sogenannte Bildungsprekariat, das sich aus Wegwerfakademikern rekrutiert und vorletzte Oktoberwoche gleich mehrfach in den Focus geraten ist. Und da ich langsam Gefallen an der Form finde, meine Betrachtungen in Form einer subjektiven (geordnet schwarmintelligenten?) Collage diverser Kommentare aus dem Netz zu montieren (diesmal vor allem Facebook, Stern.de sowie zeit.de), soll diese Form auch mit folgendem Text bedient werden, f\u00fcr den ich mir \u2013 wie man am Publikationsdatum bemerkt \u2013 sehr viel Zeit gelassen habe (es ist auch mein bislang l\u00e4ngster); aber es gab auch noch berufliche und weitere private Dinge zu erledigen.<\/p>\n<p>Drei Ausl\u00f6ser waren es, die meine Wegwerfperspektive nahelegen: A) ein ernsthafter, B) ein ironischer und C) ein trauriger. Den ernsthaften lieferte der j\u00fcngst vorgelegte \u201e<a href=\"http:\/\/www.innovationsindikator.de\/innovationsindikator-2012\/gesamtindikator\/deutschland\/\" target=\"_blank\">Innovationsindikator<\/a>\u201c der Deutschen Telekom Stiftung und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) zum Innovationsklima in 26 Industriestaaten. Trotz milliardenteurer Investitionen (welcher eigentlich? Stuttgart 21, Berlin International usf.?) leide die Zukunftsf\u00e4higkeit Deutschlands unter den Problemen an Schulen und Universit\u00e4ten, hei\u00dft es da: \u201eDie gr\u00f6\u00dfte Schw\u00e4che im deutschen Innovationssystem ist weiterhin die Bildung\u201c. Ein Grund: \u201eDie Strukturen des Wissenschaftssystems stehen einer <em>effizienteren Mittelverwendung<\/em> im Wege und treiben viele junge Wissenschaftler ins Ausland, wo sich ihre <em>Karrieren sicherer planen<\/em> lassen.\u201c (Hervorhebung von mir) Resultat: Deutschland liegt im internationalen Vergleich mit seinem Anteil an Hochqualifizierten weit hinten &#8211; als Schlusslicht aller 36 OECD-Staaten. Die Bildungsausgaben liegen in Deutschland nach internationalen OECD-Kriterien immer noch deutlich unter dem Schnitt der anderen Industrienationen.<\/p>\n<p>\u201eWissen an sich produziert keinen Mehrwert, aber es ist eine sachliche Notwendigkeit f\u00fcr das Kapital unter dem Diktat der Produktivkraftentwicklung. Da aber jeder Aufwand in der Form des Geldes erscheinen muss, handelt es sich beim gegenw\u00e4rtigen Bildungssystem um \u201atote Kosten\u2018, also um einen Abzug vom gesellschaftlichen Mehrwert\u201c, meinte Robert <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Kurz\" target=\"_blank\">Kurz<\/a> vor anderthalb Jahren. Deshalb werde \u00fcberall im Namen der Standortkonkurrenz die Notwendigkeit von Bildungsinvestitionen beschworen, gleichzeitig aber die Produktion und Verteilung von Wissen unter enormen Kostendruck gesetzt. Der resultierende Teufelskreis zeitigt nach seiner Einsch\u00e4tzung zwei wesentliche Resultate:<\/p>\n<ul>\n<li> zum einen d\u00fcnne dieselbe Produktivkraftentwicklung, die jene Expansion von Wissen und Bildung erzwingt, den real Mehrwert produzierenden Sektor (insbesondere der industriellen Basis) aus, indem dort in wachsendem Ausma\u00df Arbeitskraft \u00fcberfl\u00fcssig gemacht werde. Also w\u00fcchsen die gro\u00dfenteils \u201eunproduktiven\u201c neuen Mittelschichten des Bildungs- und Wissenssektors an.<\/li>\n<li>zum anderen f\u00fchre die Vermassung der h\u00f6heren Qualifikationen (in der BRD macht heute etwa die H\u00e4lfte eines Jahrgangs Abitur) nach den Gesetzen des Arbeitsmarkts zu einer Entwertung der qualifizierten Arbeitskraft. In Verbindung mit dem Kostendruck auf das \u201eunproduktive\u201c Bildungssystem habe sich daraus eine fortschreitende Prekarisierung auch der akademisch gebildeten Schichten entwickelt: das alte Bildungsb\u00fcrgertum sei dem Untergang geweiht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Als sekund\u00e4ren Aspekt dieser Entwicklung sieht Kurz die Diskrepanz zwischen Qualifizierung und konjunkturellen Anforderungen. Da der gesellschaftliche Zusammenhang keiner gemeinschaftlichen Planung unterl\u00e4ge, sondern der blinden Dynamik des \u201eMarktes\u201c, w\u00fcrden die einen Qualifikationen pl\u00f6tzlich \u00fcberfl\u00fcssig oder zum \u00dcberangebot, w\u00e4hrend andere fehlten. Ausbildung gehe aber nur langfristig, w\u00e4hrend die Anforderungsprofile in der globalen Konkurrenz sprunghaft wechselten.<\/p>\n<div id=\"attachment_1476\" style=\"width: 509px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/5.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1476\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1476\" title=\"5\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/5.jpg\" alt=\"\" width=\"499\" height=\"349\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/5.jpg 499w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/5-300x209.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 499px) 100vw, 499px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1476\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: http:\/\/www.toonpool.com\/cartoons\/Sch%C3%BClerstreik_28786<\/p><\/div>\n<p><strong>B)<\/strong> Den ironischen lieferte ein vorgezogener Aprilscherz der VHS Osterode. Das publizierte Programm der nieders\u00e4chsischen Bildungsschelme offerierte einen (am 1.4.2013 startenden) 320 Stunden umfassenden \u201e<a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/job\/de-qualifizierung-an-der-vhs-einmal-bloed-machen-bitte-1916225.html\" target=\"_blank\">De-Qualifizierungskurs<\/a>\u201c des ans\u00e4ssigen Job-Centers: \u201eEin akademischer Abschluss oder gar eine Promotion kann beim Zugang zu bestimmten Berufen, beispielsweise als Bauhelfer, eine gro\u00dfe Einstellungsh\u00fcrde sein. In diesem Kurs versuchen wir, durch Erlernen eines zielgruppenspezifischen Vokabulars, angepasste Kleidung und gezielte Verhaltens\u00e4nderungen auch aus promovierten Geisteswissenschaftlern wieder echte M\u00e4nner zu machen\u2026\u201c Das Problem ist nicht der Aprilscherz, sondern dass viele sich dessen nicht sicher waren.<\/p>\n<p>\u201eIch hab mich richtig erschrocken. Mit den Kommentaren kam dann Erleichterung. Hoffentlich zu Recht.\u201c war zu lesen, oder auch \u201eWer den Artikel gleich als Ironie erkannt hat, ist mit dem Jobcenter noch nicht in Ber\u00fchrung gekommen.\u201c Alarmierend. Aber w\u00e4re das heutzutage mit dem Ma\u00df an sozialer Apartheid und dem Grad der Menschenverachtung so unwahrscheinlich? Ein anderer Kommentator erkl\u00e4rte \u201eIch kenne manche Firmen, da muss man sich inzwischen sogar im Vorstellungsgespr\u00e4ch rechtfertigen, warum man seine wertvolle Lebenszeit ausgerechnet mit einer Promotion verplempert hat.\u201c<\/p>\n<p>Ganz schlimm lesen sich Erfahrungsberichte. So gab jemand die Geschichte eines nach 20 Jahren stellungslos gewordenen Bibliothekars wieder, der mit Ungelernten durch einen 3-monatigen Bewerberkurs gejagt werden sollte, in dem \u201eder promovierte und arbeitslose Bibliothekar nach Auffassung der Arbeitsagentur h\u00e4tte lernen sollen, wie Lebenslauf und Bewerbungen abzufassen sind. Erst die Einschaltung eines Rechtsanwalts und die Drohung, die Medien hier\u00fcber zu informieren, konnten die Agentur f\u00fcr Arbeit von ihrem sch\u00e4ndlichen Treiben abbringen.\u201c Ein anderer resignierte: \u201e\u2026in NRW, wo sich ein \u201a\u00dc-50er\u2018 \u00fcber das 3. Bewerbungstraining in einem Interview beschwert hat und der Leiter des Jobcenters k\u00fchl reagiert hat, er habe ja immer noch keine Arbeit gefunden, das zeige doch, wie wichtig die Wiederholung der Ma\u00dfnahme sei. Das alles f\u00fchrt zusammen mit Ignoranz und h\u00e4ufig stur weiterlaufenden Verst\u00f6\u00dfen gegen bereits anderslautende Rechtsprechung zu einer st\u00e4ndigen Ohnmachts- und Abwertungserfahrung und nimmt selbst qualifizierten, motivierten und kreativen Arbeitslosen jede Gestaltungsm\u00f6glichkeit. \u2026 Die juristische, demokratische und menschenrechtliche Ebene wurde v\u00f6llig ausgeblendet. Sie wurde sogar ersetzt durch eine neue Ethik, nach der es gegen die Menschenw\u00fcrde versto\u00dfe, wenn jemand Geld ohne eine entsprechende Gegenleistung bekommt, was man aber aparterweise nur auf Arme und Erwerbslose beschr\u00e4nkte.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_1471\" style=\"width: 474px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/0a.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1471\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1471\" title=\"0a\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/0a.jpg\" alt=\"\" width=\"464\" height=\"322\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/0a.jpg 464w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/0a-300x208.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 464px) 100vw, 464px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1471\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: http:\/\/www.nnz-online.de\/_daten\/cache\/464_96621_0124_51572141.jpg<\/p><\/div>\n<p><strong>C)<\/strong> Unsichere Karrieren, unf\u00e4hige Jobcenter, Promotion als verplemperte Lebenszeit\u2026 der traurige Ausl\u00f6ser nun illustriert all diese Aspekte \u2013 und einige dar\u00fcber hinaus. Ein verheirateter promovierter Mathematiker von 40 Jahren ver\u00f6ffentlichte auf \u201e<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/karriere\/bewerbung\/2012-10\/leserartikel-bildungsprekarier-arbeitslos\" target=\"_blank\">zeit.de<\/a>\u201c eine subjektive Beschreibung, wie er sich mit Nachhilfe- und Gelegenheitsjobs als Lehrbeauftragter ohne akademische Perspektive f\u00fchlt: als Bildungsprekarier, der so gar nicht den Klischees \u201eArbeitsloser\u201c entspricht. Ursachen sieht er vor allem au\u00dferhalb seiner Person: fehlende \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit, weil man sich der zweckfreien Einsicht und Erkenntnis widme, weil die Forschungsgebiete nicht in Mode seien\u2026 \u201eoder wir haben es vers\u00e4umt, vor einflussreichen Professoren zu katzbuckeln.\u201c Das liefe auf Langzeitarbeitslosigkeit hinaus und viel freie Zeit, in der man seine humanistische Bildung vervollkommnen, auch publizieren k\u00f6nne\u2026 und doch als Empf\u00e4nger staatlicher Transferleistungen st\u00e4ndig mit Armut und mangelnder Anerkennung k\u00e4mpfen m\u00fcsse. Er schlie\u00dft: \u201eIn manchen Augenblicken hilft mir nur zu hoffen, \u2026 dass sich die gesellschaftlichen Werte endlich \u00e4ndern. Die Hegemonie der Wirtschaft in Politik und Gesellschaft muss ein Ende finden.\u201c Nicht nur, dass ich diesen Satz sofort unterschreibe, ich finde auch manche Parallelen zu meiner \u201eKarriere\u201c seit 2002.<\/p>\n<p>Bis Dezember waren allein <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/karriere\/bewerbung\/2012-10\/leserartikel-bildungsprekarier-arbeitslos?commentstart=521#comments\" target=\"_blank\">66 Seiten<\/a> mit \u00fcber 520 mehr oder weniger langen Kommentaren aufgelaufen. Die Schwerpunkte lassen sich so zusammenfassen; ich werde sie dann in dieser Reihen- (nicht Rang)folge diskutieren (lassen) \u2013 auch wenn sie nat\u00fcrlich vielfach verwoben sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Inwieweit darf der Einzelne in einer Gesellschaft Neigung und Kreativit\u00e4t ausleben?<\/li>\n<li>Inwieweit kann es sich eine Gesellschaft leisten, Ressourcen zu verschleudern, will sie das sogar, und wenn ja, warum?<\/li>\n<li>Inwieweit sind Akademiker nichts als Fachidioten, ja (\u00fcber)lebensunf\u00e4hig in einem Wirtschaftssystem, verhalten sich beide Sph\u00e4ren antagonistisch?<\/li>\n<li>Inwieweit sind Wissenschaftler \u201eelit\u00e4r\u201c, und Eliten eine sch\u00fctzenswerte Art?<\/li>\n<\/ul>\n<h3>I) Neigungs- vs. Geldberuf<\/h3>\n<p>Vorab: wer Mathe studiert, wei\u00df, dass er sp\u00e4ter ein eingeschr\u00e4nktes Bet\u00e4tigungsfeld hat. Also ein Neigungsstudium, das dennoch (bspw. in der Versicherungswirtschaft) zu durchaus nichtuniversit\u00e4ren Berufsbildern f\u00fchren kann. Dass er sich also ambivalent f\u00fchlt und folglich beide Perspektiven mehr oder weniger parallel und damit kr\u00e4fteraubend verfolgt, ist f\u00fcr mich nachvollziehbar. Ich hatte f\u00fcr meine Traumberufe Journalist und Germanist in der DDR weder die fachlichen noch ideologischen Voraussetzungen \u2013 also blieb Germanistik im Lehramt. Und nach der Wende nutzte ich nat\u00fcrlich die Chance, doch noch meinen Traum zu leben (auch wenn er zehn Jahre sp\u00e4ter platzte und ich seitdem auch zweigleisig fahre). Der Tenor der Kommentare ist eindeutig. Abgesehen von der fehlenden Glaskugel bei jeder Generation (\u201eVerlangt wird, dass man als Abiturient die Irrungen und Wirrungen der Weltwirtschaft 5 bis 10 Jahre zu antizipieren hat, um die \u201arichtige\u2018 Berufs- bzw. Studienwahl zu treffen. Solche paranormalen F\u00e4higkeiten werden weder an den Gymnasien noch an den Universit\u00e4ten vermittelt, im Gegenteil.\u201c), fallen zun\u00e4chst mitleidige T\u00f6ne auf: \u201eEs ist entt\u00e4uschend, nach einem schweren Studium von der Angestellten der Arbeitsagentur zu erfahren, dass man das \u201aFalsche\u2018 studiert h\u00e4tte, wobei sich mir die Frage stellt, ob man das Studienfach nach dem Kriterium der zuk\u00fcnftigen finanziellen Situation aussucht oder aus seiner Berufung heraus.\u201c<\/p>\n<p>Andere weisen das Primat der \u201ek\u00fcnftigen finanziellen Situation\u201c energisch zur\u00fcck: \u201eWenn wir unsere Kapazit\u00e4ten und M\u00f6glichkeiten rein auf den Broterwerb ausrichten, dann werden wir wirklich eine sehr arme Gesellschaft werden!\u201c ist da zu lesen, oder auch \u201eWas hat denn unsere Gesellschaft und Wirtschaft davon, wenn alle Leute nur das lernen, was gerade angesagt ist? Hat man etwas davon, wenn man einen gut ausgebildeten Ingenieur, der keine Lust auf Elektrotechnik hat, in einer Firma besch\u00e4ftigt? Ich glaube nicht! Also warum sollte jemand, der gut in Mathe ist, Mediendesign studieren, weil Red Bull oder BASF Marketingexperten suchen?\u201c Die Schl\u00fcsse scheinen, zun\u00e4chst, ermutigend \u2013 \u201eZum Gl\u00fcck gibt es noch Menschen, die sich ihr Studium nach ihren Interessen aussuchen und nicht nach dem Diktat von Unternehmen und Wirtschaft. Das letzte, was dieses Land braucht, sind noch mehr arschleckende BWLer und Juristen\u2026 Hier l\u00e4uft was ganz gewaltig falsch in diesem Land&#8230;\u201c \u2013 bis vision\u00e4r: \u201eJeder hat ein Recht auf eine (bezahlte) Arbeit, die seinen Neigungen und Begabungen entspricht. Dies in der Verfassung zu verankern w\u00fcrde ich f\u00fcr human halten.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_1477\" style=\"width: 509px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/6.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1477\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1477\" title=\"6\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/6.jpg\" alt=\"\" width=\"499\" height=\"307\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/6.jpg 499w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/6-300x184.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 499px) 100vw, 499px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1477\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: http:\/\/www.toonpool.com\/user\/43\/files\/bildung_176195.jpg<\/p><\/div>\n<h3>II) gewollte? Ressourcenverschwendung<\/h3>\n<p>Studiert, promoviert, unn\u00fctz? Der Tenor bewegt sich zun\u00e4chst in einem Spektrum von wiederum Bedauern\/Mitleid bis zur sozialen Verlustrechnung. \u201eEs ist doch nur noch eine Schande f\u00fcr ein Land, dass gut ausgebildete Menschen wie Sie sich mit irgendwelchen Aushilfsjobs \u00fcber die Runden bringen m\u00fcssen\u201c ist da zu lesen, oder: \u201eSicher hat man nicht studiert, um als Taxifahrer sein Dasein zu fristen. Das ist eine Verschwendung von Ressourcen.\u201c Andererseits wird zu Recht kritisiert, \u201edass die BRD (und damit der Steuerzahler) 10 Jahre in die Ausbildung eines promovierten Hochschulabsolventen gesteckt hat, sich hinterher aber nicht darum k\u00fcmmert, aus der Investition Gewinn zu sch\u00f6pfen.\u201c<\/p>\n<p>Und sp\u00e4testens jetzt f\u00e4llt auf, dass genau dieser Gewinnsch\u00f6pfungswille sowohl dem Staat als auch erst recht der Wirtschaft in teilweise drastischen Worten abgesprochen wird. \u201eWer nicht auf n\u00fctzlichen Idioten macht, wird aussortiert; egal auf welcher Bildungsstufe\u201c giftet einer, ein anderer meint: \u201cWillkommen im Land der Dichter und Denker&#8230; bitte nicht dichten und denken, sondern katzbuckeln, das ist hier die Devise. Denken macht schlau, das macht Sie zu einer Gefahr f\u00fcr den Wohlstand der Gutbetuchten. Die brauchen Arbeitskraft, keine Innovation und Selbstbestimmung.\u201c Und ein n\u00e4chster bekr\u00e4ftigt: &#8220; Wir sind hier in Deutschland, hier werden keine (wom\u00f6glich noch selbstdenkenden) Mitarbeiter gesucht und ben\u00f6tigt, sondern nur willenlose Lohnsklaven.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_1470\" style=\"width: 394px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/0.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1470\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1470\" title=\"0\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/0.jpg\" alt=\"\" width=\"384\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/0.jpg 384w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/0-256x300.jpg 256w\" sizes=\"(max-width: 384px) 100vw, 384px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1470\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: http:\/\/hp.spasszeichner.de\/bilder\/satire\/Bildungsabruestung.jpg<\/p><\/div>\n<p>Wenn man <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Michel_Foucault\" target=\"_blank\">Foucault<\/a> zugrundelegt, muss man \u201e<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Dispositive-Macht-Sexualit%C3%A4t-Wissen-Wahrheit\/dp\/3920986962\" target=\"_blank\">N\u00fctzlichkeit<\/a>\u201c als Kategorie nach Herrschaftsinteressen definieren. Ein Kommentator trieb das auf die Spitze: \u201eVan Gogh verkaufte zu Lebzeiten kein einziges Bild; Mozart endete im Armengrab &#8230; Beide waren also \u201aunn\u00fctz\u2018.\u201c Die Hypothese \u2013 oder der erschreckende Schluss \u2013 liegt f\u00fcr mich nahe: Je d\u00fcmmer der Arbeitnehmer, desto brauchbarer ist er; oder umgekehrt: je kl\u00fcger, desto unbrauchbarer \u2013 selbst f\u00fcr das \u201eWissenschaftsbusiness\u201c hatte das j\u00fcngst <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2012\/februar\/guttenberg-oder-der-%E2%80%9Esieg-der-wissenschaft%E2%80%9C\" target=\"_blank\">Fischer-Lescano<\/a> konstatiert. Viele Kommentare besch\u00e4ftigen sich also mit dieser Ambivalenz, bspw. \u201eZumindest ist m.E. einem nicht unerheblichen Teil der Unternehmen genau daran gelegen. Daher versucht die \u201aWirtschaft\u2018 nat\u00fcrlich die Angebotsseite stets so gro\u00df wie m\u00f6glich zu halten. Preisg\u00fcnstige \u201aTop-Performer\u2018 (O-Ton eines Ex-Chefs), die nicht aufmucken.\u201c Ein anderer wettert &#8222;Das absolute Reizwort f\u00fcr mich ist \u201eFachkr\u00e4ftemangel\u201c  geworden, es gibt diesen nicht, das einzige woran ein Mangel herrscht  sind Akademiker, die f\u00fcr 30.000p.a. 60 Stunden die Woche arbeiten.&#8220; Und ein n\u00e4chster geht noch weit dar\u00fcber hinaus und best\u00e4tigt implizit Robert Kurz: \u201eMenschen mit einer grundlegenden humanistischen und naturwissenschaftlichen Bildung sind in der Wirtschaft nicht mehr erw\u00fcnscht. Dazu geh\u00f6rt auch die Diskriminierung \u00e4lterer Menschen, wobei das \u201aAlter\u2018 schon mit 40 beginnt. Es muss alles stromlinienf\u00f6rmig der Wirtschaft untergeordnet werden. Unsere neoliberal angehauchten Politiker und Wirtschaftsf\u00fchrer vergessen, dass sich Erfolg und Sinn von unabh\u00e4ngiger Forschung immer erst danach zeigen &#8211; sie sind nicht vorher planbar.\u201c<\/p>\n<p>Das muss ich inzwischen aus eigener Anschauung best\u00e4tigen: P\u00e4dagoge und Germanist mit Pr\u00e4dikatsdiplom\/Promotion, jahrzehntlanger Radio- und TV-Journalist mit vier Fernsehpreisen und Erfahrungen aus dem Aufbau zweier Radio- und eines Fernsehsenders; daneben Erfahrungen als Pressesprecher sowie seit fast 30 Semestern gut- und bestevaluierter hochschulischer Mediendozent mit Modulverantwortung, fast 70 (\u00fcberwiegend Diplom-)Betreuungen, einigen Publikationen, darunter vier Lehrheften, und Erfahrungen aus der Entwicklung von Medienstudieng\u00e4ngen bis zur Akkreditierung, nicht zu vergessen Medientrainer, Referent &#8230; und bundesweit umzugswillig \u2013 man sollte meinen, dass ein Generalist wie ich auf eine FH-Medienprofessur oder einen Job in PR, Wissenschaft, Bildung\u2026 gute Chancen h\u00e4tte. Irrtum. Nach 224 Ablehnungen\/Absagen\/ Nichtberufungen (\u00fcbrigens alle gesammelt) habe ich 2011 aufgeh\u00f6rt zu z\u00e4hlen; es kamen noch mehr. Darum unterscheidet sich auch f\u00fcr mich ein Dasein als Lehrbeauftragter, der von Semester zu Semester denken muss, kaum von verdeckter Arbeitslosigkeit; so wurde ich nicht sozialisiert.<\/p>\n<p>Und da schlie\u00dft sich der Kreis zum o.e. \u201eInnovationsindikator\u201c, laut dem (junge) Wissenschaftler ins Ausland gehen, \u201ewo sich ihre Karrieren sicherer planen lassen\u201c. Aber woran liegt das? \u201eDie Anzahl der Studienpl\u00e4tze muss sich nach dem Bedarf richten. Was soll der Staat denn machen? Planwirtschaft einf\u00fchren, damit jeder Physiker, Chemiker und Mathematiker weiterhin seine Forschung betreiben kann? Oder einfach eine halbe Million Stellen f\u00fcr Geistes-, Kultur- und Betriebswirtschaftler schaffen, damit diese ihrem erlernten Beruf nachgehen k\u00f6nnen?\u201c, so ein Kommentar \u2013 der \u00fcbrigens verkennt, dass \u201egeplante\u201c Forschung nicht automatisch \u201eBesch\u00e4ftigung\u201c bedeutet.<\/p>\n<p>Aber wie kommt man zur Berechnung eines Bedarfs? Es kann ja wohl auch nicht Sinn und Zweck einer Marktwirtschaft sein, dass jeder Promovend, der nach drei Jahren keine Festanstellung inner- oder au\u00dferhalb des Wissenschaftsbetriebs gefunden hat, seine eigene Privathochschule gr\u00fcndet? \u201eDas ist mehr ein Problem der Struktur unseres Bildungssystems. Es gibt wesentlich mehr Doktoranden als offene Stellen an den Universit\u00e4ten f\u00fcr Promovierte, denn Doktoranden werden als billige Arbeitskr\u00e4fte gesch\u00e4tzt.\u201c erkennt einer; ein anderer klagt prompt: \u201eAber niemand macht sich einen Kopf, was mit den Doktoranden nach Promotion passieren soll. Hauptsache man hat billige Lehrkr\u00e4fte f\u00fcr die Unis. Das Problem l\u00e4sst sich nur l\u00f6sen, indem ein vern\u00fcnftiger <strong>akademischer Mittelbau mit festen Stellen <\/strong>aufgebaut und die Anzahl an Doktorandenstellen erheblich reduziert wird. Wir m\u00fcssen endlich damit aufh\u00f6ren, \u201aWegwerfakademiker\u2018 zu produzieren (Hervorhebung von mir).&#8220; Das sehe ich exakt ebenso. Aber hier kommen die im Innovationsindikator kritisierten \u201eStrukturen des Wissenschaftsbetriebs\u201c ins Spiel \u2013 mit und innerhalb dieser sind weder Wissenschaft noch Personal planbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<div id=\"attachment_1472\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/1.png\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1472\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1472 \" title=\"1\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/1.png\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/1.png 1000w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/1-300x194.png 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1472\" class=\"wp-caption-text\">Wie sich Deutschland einordnet... Quelle: http:\/\/www.fu-mittelbau.de\/2011\/04\/lizenz-zum-befristen\/<\/p><\/div>\n<p>Leider aber scheint schon das Substantiv \u201ePlan\u201c in Deutschland so inkriminiert zu sein, dass \u201ePlanwirtschaft\u201c niemand mehr ernsthaft in Erw\u00e4gung zieht. Aber ohne ein Mindestma\u00df an Planung ist jedes Bildungskonzept, das \u00fcber den Tag hinausgeht, zum Scheitern verurteilt. Ein Kommentator resigniert \u201eAber schon traurig, dass viele Denker hier kein Platz finden&#8230; wer wei\u00df, wie viel dadurch verloren geht.\u201c Ein guter Bekannter, Ex-Mitarbeiter mehrerer s\u00e4chsischer Ministerien in durchaus hoher Stellung, meinte schon vor Jahren zu mir, dass er mich auch nicht einstellen w\u00fcrde \u2013 mit meinem Wissen w\u00fcrde ich ja viele andere besch\u00e4men&#8230; Aha. Ob ich sie dadurch aber nicht auch voranbringe??? Allerdings ist auch dies sozial, wenn nicht gar politisch gewollt, wie eine weitere Kommentatorin best\u00e4tigt: &#8222;Ich habe mich in einer Firma beworben und erhielt eine Absage mit der Begr\u00fcndung ich sei &#8218;\u00fcberqualifiziert&#8216;. Auf die Nachfrage, warum das ein Nicht-Einstellungsgrund sei, wurde  mir gesagt, ich sei zu intelligent und w\u00fcrde die anderen &#8218;aufmischen'&#8220;.<\/p>\n<p>Ein anderer fasst die Probleme perfekt zusammen, seine Zustandsbeschreibung hat nichts Lichtes: \u201eAkademikerarbeitslosigkeit trifft KEINESWEGS nur Orchideenf\u00e4chler oder diejenigen, die au\u00dfer Professor nichts anderes werden wollen oder diejenigen, die so vergeistigt sind, dass sie zwar die abstrusesten mathematischen Beweise aus dem Ged\u00e4chtnis aufs Papier werfen, sich aber keine Mahlzeit selbst kochen k\u00f6nnen. Sie betrifft SEHR WOHL sehr viele Leute, die engagiert und flexibel w\u00e4ren (wenn man sie nur lie\u00dfe), weiterbildungswillig und auch (ja, da staunt man!) sozial kompatibel. Nur kann es sich dieses Land eben leider anscheinend immer noch leisten, Kompetenz und Intelligenz auf dem gesellschaftlichen Abfallhaufen liegen zu lassen. Und die Bewerber, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, fasst erst recht keiner mehr an. Die sind n\u00e4mlich nicht mehr so \u201aformbar\u2018 wie die Jungen (authentischer O-Ton eines Personalers), sondern fragen nach dem Sinn der Aufgaben, die man ihnen gibt. Das ist nat\u00fcrlich vielen Unternehmen einfach zu subversiv. Armes Deutschland.\u201c<\/p>\n<h3>III) akademische vs. Wirtschaftssph\u00e4re<\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein Einzelfall blieb die Meinung:\u00a0 \u201eH\u00e4tten Sie es geschafft und eine Anstellung an einer Uni bekommen, w\u00e4re ihr Gehalt gut und die Arbeit befriedigend, w\u00fcrden Sie diese Hegemonie auch sehen und anprangern?\u201c Weit in der \u00dcberzahl dagegen sind Kommentare wie dieser: \u201eEs geht darum, dass wir mehr unabh\u00e4ngige Forschung brauchen, nicht wirtschaftsgetriebene. Hieraus speiste sich n\u00e4mlich unser Standortvorteil. Da aber in Hochschulen und Universit\u00e4ten immer mehr mit der neoliberalen Doktrin des \u201aMarktes\u2018 \u00fcberh\u00e4uft werden, fehlt die Forschung in den Bereichen, die die Wirtschaft als nicht wichtig erachtet. Ein Paradebeispiel daf\u00fcr ist das Bachelorstudium, was nicht viel mehr als eine erweiterte Form der Schule ist. Vom Humboldtschen Bildungsideal ist nicht mehr viel zu sehen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">An die Kehrseite gerade des Bachelors mahnt ein Kommentator, der es \u201eschon sehr komisch [findet], wenn genau dieselbe Wirtschaft, die sich so f\u00fcr Bologna eingesetzt hat, inzwischen die Ergebnisse beklagt &#8211; durchgeschulte Absolventen, die prima Anweisungen durchf\u00fchren k\u00f6nnen, aber kein eigenes Denken entwickeln (durften), weil die fr\u00fchere Ausbildung ja viel zu &#8218;theorielastig&#8216; war.\u201c Dieses Verh\u00e4ltnis \u2013 wie sich die prim\u00e4ren Probleme doch auf wenige und immer gleiche reduzieren lassen \u2013 diskutierte ich schon in meiner <a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=1348\" target=\"_blank\">Collage<\/a> zum verw\u00e4sserten Studium: ein Politikwissenschaftsstudent hatte hier gegen eine Dozentin <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/studium\/hochschule\/2012-05\/Politikwissenschaft-Kritik\" target=\"_blank\">gewettert<\/a>, weil sie nichts \u201eN\u00fctzliches\u201c in ihren Lehrveranstaltungen <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2012\/21\/P-Politikwissenschaft\" target=\"_blank\">vermittle<\/a>\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<div id=\"attachment_1478\" style=\"width: 577px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/7.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1478\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1478\" title=\"7\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/7.jpg\" alt=\"\" width=\"567\" height=\"379\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/7.jpg 567w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/7-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 567px) 100vw, 567px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1478\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: http:\/\/brodnig.org\/uploads\/schievink-bologna.jpg<\/p><\/div>\n<p>Schon 1942 forderte <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_K._Merton\">Robert K. Merton <\/a> bspw., dass die Wissenschaften universalistisch und unparteilich, allgemein zug\u00e4nglich und durch \u00aborganisierten Skeptizismus\u00bb gepr\u00e4gt sein m\u00fcssen. Heute postuliert dagegen einer: \u201eWissenschaft ist immer dem Primat der \u00d6konomie untergeordnet gewesen, und wo es verschleiert wurde und wird, entstehen die \u00e4rgsten Ideologien.\u201c Ein anderer verweist darauf, dass \u201edas doch sehr zwiesp\u00e4ltige Verh\u00e4ltnis der \u201aWirtschaft\u2018 zur \u201aintellektuellen Elite\u2018 &#8211; wobei zu hinterfragen w\u00e4re, ob Akademiker diesem Anspruch grunds\u00e4tzlich gen\u00fcgen k\u00f6nnen &#8211; dort eine ethische Dimension bekommt, wo man junge Menschen zun\u00e4chst auf einen bestimmten, differenzierten Bildungsweg lockt, der nicht zuletzt mit hohen Kosten (auch f\u00fcr das Allgemeinwesen) verbunden ist, sie aber dann als unbequem beiseite schiebt. Mit dem Begriff der \u201a\u00dcberqualifikation\u2018 will die Wirtschaft doch eigentlich nur dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass gebildete Leute vielleicht unbequemere Arbeitnehmer sind und h\u00f6here Anspr\u00fcche stellen (in jeder Hinsicht, vor allem auch finanziell), als man von Seiten der Arbeitgeber einzul\u00f6sen bereit ist.\u201c\u00a0 Und ein dritter ironisiert zynisch, dass man mit 20 zwei Master und 15 Jahre Berufserfahrung haben und ein Gehalt von 800 Netto f\u00fcr eine 60-Stunden-und-mehr\/Woche in Ordnung finden soll.  Wohl darum von der Leyens <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Auslaender-sollen-die-Retter-sein-article6432211.html\" target=\"_blank\">Werbekampagne<\/a> um ausl\u00e4ndische Fachkr\u00e4fte: billig, willig, fremd?<\/p>\n<p>Hier kristallisierten sich zwei Argumentationslinien heraus. Die eine zielt auf die Rolle wirtschaftlicher (De-)Regulierung durch die Politik ab, wobei, so <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Was-Geld-nicht-kaufen-kann\/dp\/3550080263\" target=\"_blank\">Michael Sandel<\/a>,\u00a0 \u201edie Marktgl\u00e4ubigkeit der letzten drei Jahrzehnte &#8230; eine moralische Leere der Politik geschaffen\u201c habe. Das sieht auch der folgende Kommentar: \u201eEin Heer von Lobbyisten regiert uns, merken Sie nicht die Auswirkungen? Bildung schadet da nur, den Titel kann man sich schenken bzw. kaufen. Das f\u00fchrt zur Degeneration und dann zur Barbarei&#8230; Wie lange dauert es, bis Kultur und Bildung tot gespart sind? Politiker sind der Meinung, BILDung ist besser, denn verdummtes Volk w\u00e4hlt seine Schl\u00e4chter selber.\u201c Hat also <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/J%C3%BCrgen_Habermas\">Habermas<\/a> Recht, wenn er sagt, dass Politik als Mittel der demokratischen Selbsteinwirkung ebenso unm\u00f6glich wie \u00fcberfl\u00fcssig geworden ist? Ein anderer fordert prompt: \u201eDie Politik muss nat\u00fcrlich sinnvolle Rahmenbedingungen f\u00fcr die Menschen schaffen &#8211; erst an zweiter Stelle kann es um den Profit gehen. Allerdings wird es stets ein paar Unvermittelbare in jedem Teilbereich geben &#8211; es ist dabei unerheblich, wer daran \u201aschuld\u2018 ist: Die W\u00fcrde des Menschen bleibt in jedem Falle zu wahren.\u201c<\/p>\n<p>Das erscheint manchem unabh\u00e4ngig aller (wirtschaftlichen) Umst\u00e4nde geradezu selbstverst\u00e4ndlich: \u201eAber ich finde, wenn ich schon geistiges Potenzial besitze, sollte ich es doch auch nutzen d\u00fcrfen.\u201c Mancher aber erkennt eben auch: \u201eAkademikerstellen sind falschbesetzt mit Nichtakademikern&#8230; Siehe Politik, aber auch die gutbezahlten Beamtenstellen (auch im Umweltamt o.\u00e4.) oder Stellen in Versicherungen werden von Leuten besetzt, die an ihren Stellen kleben, gleiches gilt f\u00fcr viele andere Posten.\u201c Und es gilt auch f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftinsachsen.de\/2010\/01\/28\/wirtschaftsministerium\/\" target=\"_blank\">Sachsen<\/a>, f\u00fcge ich hinzu. Die Ursache daf\u00fcr sieht die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Kommentatoren in politischen und\/oder sozialen Hierarchien: \u201eIch sage nur: M\u00e4nnerb\u00fcnde. Die Herkunft ist wichtiger als der Abschluss. Wer nicht Mitglied der &#8218;Familie&#8216; ist, hat keine Chance\u201c oder: \u201eVitamin B, Netzwerke und eiserner Wille zur Macht, Ellenbogengebrauch geh\u00f6ren auch dazu. Ein Talent zur Schauspielerei, um soziale Kompetenz vorzut\u00e4uschen, ist unumg\u00e4nglich. Die Stillen, Ruhigen, Flei\u00dfigen und Bescheidenen bleiben auf der Strecke.\u201c<\/p>\n<p>Ein Kommentator resigniert nach der Darstellung seiner pers\u00f6nlichen Leidensgeschichte: \u201eAlter geht vor Qualifikation. Ein anderes Kriterium scheint das \u201aNetzwerk\u2018 zu sein. Mehrmals habe ich erlebt, dass Personen, die sich die M\u00fche gegeben hatten (und die Gelegenheit dazu erhielten), statt viel zu arbeiten, flei\u00dfig am Aufbau eines firmen\u00fcbergreifenden Netzwerks zu basteln, innerhalb kurzer Zeit eine \u201aneue Herausforderung\u2018 fanden. Also, Beziehung geht vor Alter und erst recht vor Qualifikation. Etwas am \u201aMenschenausleseprozess\u2018 dieser Gesellschaft kann nicht stimmen.\u201c Damit schlie\u00dft sich einer von vielen Kreisen zu meinen beiden Plagiatseintr\u00e4gen: es geht nicht mehr um (wissenschaftliche) Inhalte, sondern strukturelle. Ein Kommentar meint sarkastisch \u201eDieser und viele \u00a0andere Vorg\u00e4nge zeigen, dass sich Deutschland vom Leistungsprinzip schon lange verabschiedet hat.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<div id=\"attachment_1479\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/8.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1479\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1479  \" title=\"8\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/8.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"592\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/8.jpg 1000w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/8-243x300.jpg 243w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/8-829x1024.jpg 829w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1479\" class=\"wp-caption-text\">Quelle:  http:\/\/sds-solid-hgw.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Eliteuni-schule.jpg<\/p><\/div>\n<p>Die andere Argumentationslinie insistiert zum Teil drastisch darauf, dass Akademiker nicht nur hochgeeignet, sondern geradezu pr\u00e4destiniert seien, wirtschaftliche Aufgaben zu l\u00f6sen: \u201eF\u00fcr die Bef\u00e4higung, Aufgaben zu erledigen, kann \u201atheoretische\u2018 Bildung (nicht nur direkt aufgabenbezogen, sondern solche Sekund\u00e4rf\u00e4higkeiten wie abstrakte Analyse, kritisches Denken usw.) weitaus wertvoller sein als die Frage, wie oft man schon einem Kunden die Hand gesch\u00fcttelt hat. Ich denke, man macht es sich hier von Arbeitgeberseite zu einfach. Die wirkliche Qualifikation und F\u00e4higkeiten zu pr\u00fcfen w\u00e4re ja auch aufw\u00e4ndiger\u2026\u201c<\/p>\n<p>Ein anderer meint: \u201eWer ein Hochschulstudium erfolgreich absolviert hat, der verf\u00fcgt \u00fcber nachgewiesene F\u00e4higkeiten, sich Wissen anzueignen. Ein gutes Unternehmen wei\u00df, dass es aus einem lernenden Prozess besteht. In vielen Personalabteilungen aber sitzen Menschen, die sich selbst nicht in diesem Prozess sehen, weil sie selbst nicht daran teilhaben. Unternehmensleitungen t\u00e4ten gut daran, sie regelm\u00e4\u00dfig in den Betrieb zu schicken und stattdessen diejenigen ausw\u00e4hlen zu lassen, die an best\u00e4ndigem Fortschritt wirklich interessiert sind.\u201c In dasselbe Horn sto\u00dfen Formulierungen wie \u201eAuch theoretische Arbeiten trainieren n\u00e4mlich, ein Problem zu analysieren, sich L\u00f6sungsstrategien zu \u00fcberlegen und systematisch der Sache auf den Grund zu gehen. Ganz im Gegenteil also &#8211; die Wirtschaft w\u00fcrde durchaus davon profitieren.\u201c<\/p>\n<p>Eine Zusammenfassung utopisiert dann dieses Verh\u00e4ltnis und d\u00e4monisiert es zugleich unter Gegenwartsperspektive: \u201eErst wenn \u201adie Wirtschaft\u2018 resp. \u201awirtschaftlich\u2018 wieder nur noch eine von vielen Arten ist, die Menschen zu betrachten, erst wenn Wirtschaftler wieder nur noch gleichberechtigte Mitdiskutanten sein d\u00fcrfen bei rein politischen Fragen nach Verteilung, Gesellschaftsstrukturen und Bildungsgrundlagen, erst wenn wir das derzeitige, teilweise durchaus faschistoide Diktat fiktiver \u201aWirtschaftlichkeit\u2018 noch der letzten Lebensbereiche \u00fcberwunden haben werden, erst dann kann sich wieder eine breit und diversifiziert gebildete, meinetwegen auch b\u00fcrgerliche Mittelschicht entwickeln wie die, welche der neofeudale Geldadel mit seinem ebenso z\u00fcgellosen wie sichtlich f\u00fcr die Mehrheit grob nachteiligen Globalkapitalismus seit etwa 1990 blindw\u00fctig zerst\u00f6rt hat. Allerdings sieht&#8217;s derzeit leider nicht wirklich danach aus, als w\u00e4ren die politische Intelligenz und der gesellschaftliche Mut derart verteilt unter den Menschen, als dass das noch demokratisch vonstatten gehen k\u00f6nnte&#8230;\u201c<\/p>\n<h3>IV) sch\u00fctzenswerte? Elite<\/h3>\n<p>Dieser Punkt hat quantitativ am meisten polarisiert. Die Extreme lesen sich einerseits so \u201c\u201aGeistige Elite\u2018 &#8211; Wer sich so bezeichnet, dem fehlt es an Achtung vor Anderen, von denen er ausgerechnet Achtung einfordert. Dieser Satz zeigt, wie er denkt: Die Hegemonie der Wirtschaft in Politik und Gesellschaft muss ein Ende finden. Er will gar nicht in die Wirtschaft, sondern an der Uni weiter ausgehalten werden. Sorry, dann bitte auch Handwerker staatlich besch\u00e4ftigen und verbeamten.\u201c Andererseits so: \u201eIch will nicht wissen, wie der Mann sich f\u00fchlen muss, wenn ihn auf dem Amt jemand mit niedrigerer Bildung zu unsinnigen Ma\u00dfnahmen verdonnert.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_1469\" style=\"width: 358px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/9.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1469\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1469\" title=\"9\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/9.jpg\" alt=\"\" width=\"348\" height=\"299\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/9.jpg 348w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/9-300x257.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 348px) 100vw, 348px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1469\" class=\"wp-caption-text\">Elite heute? Quelle: http:\/\/www.uni-muenster.de\/PeaCon\/global-texte\/g-a\/psrring\/image002.jpg<\/p><\/div>\n<p>Hier schlie\u00dft sich zun\u00e4chst der Kreis zur Bildungsdiskussion. So wird an einer Stelle verwiesen \u201eEinerseits werden \u00f6ffentliche Mittel, die in die Hochschulen flie\u00dfen, und andererseits wird qualifizierte Arbeitskraft verschwendet. Die Opportunit\u00e4tskosten eines Studiums k\u00f6nnen schnell 80.000 Euro erreichen. Jahrelanger Lohnverzicht und geringere Rente sind die Ursachen. Diese Aufwendungen in Kauf zu nehmen, um sp\u00e4ter als G\u00e4rtner zu arbeiten ist ein Hohn. Bitte nicht falsch verstehen: Ich will keine wertenden Aussagen \u00fcber Jobs treffen &#8211; wir brauchen schlie\u00dflich alle &#8211; aber jeder sollte seine Qualifikation dementsprechend ausleben d\u00fcrfen. Ein B\u00e4ckermeister, der bei LIDL den Backautomaten bedient, ist damit genauso bedauernswert.\u201c<\/p>\n<p>Das sehen viele Kommentatoren \u00e4hnlich. So meint einer \u201eMan kann Gehalt und Arbeitsplatzsicherheit nicht komplett voneinander trennen. Das eine kann das andere teilweise ausgleichen&#8230; Manche Leute investieren viele Jahre und viel Geld in Bildung und w\u00fcnschen sich, dass sich das danach mit einer besseren Arbeitsplatzsicherheit und\/oder mehr Geld auszahlt.\u201c Ein weiterer \u201eZumindest w\u00e4re zu erwarten, dass es jemanden mit einer umfangreichen Ausbildung nicht schlechter ergeht, als jemanden mit einer Ausbildung, die einer Teilausbildung dessen entspricht, also dass der Elektroingenieur nicht schlechter dasteht als der Facharbeiter im Elektrogewerbe, der Diplom-Physiker nicht schlechter als der Physiklaborant usw., der promovierte Chemiker nicht schlechter als der Chemisch-Technische Assistent. Tats\u00e4chlich ist dies aber nicht selten so, da ein akademischer Abschluss als entwertet gilt, wenn man l\u00e4nger als 1, vielleicht 2 Jahre mehr als eine Stufe unterhalb seines Ausbildungsniveaus gearbeitet hat.\u201c oder auch \u201e\u2026es werden seit der 10. Klasse Menschen dazu erzogen, intellektuelle Leistungen zu erbringen, f\u00fcr die man sehr wohl viel arbeiten muss, das geht dann immer weiter so bis zur Promotion, wie in einem Selbstl\u00e4ufer. Dann jedoch soll Schluss damit sein, und \u201aDrau\u00dfen\u2018 werden dann einem Schuldgef\u00fchle gemacht, weil man diesen Weg eingeschlagen hat, keine feste Stelle bekommt\u2026\u201c<\/p>\n<p>Gerade diese Diskussion hat sich j\u00fcngst sogar <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/karriere\/2012-12\/leserartikel-jung-arbeitslos\">versch\u00e4rft<\/a> &#8211; nicht durch einen   promovierten Mathematiker von 40 Jahren, sondern eine nach dreieinhalb Jahren arbeitslos gewordene\u00a0 Absolventin: &#8222;Ich bin 27, habe einen Studienabschluss, meine Bachelor-Thesis mit 1,7   absolviert, Berufserfahrung, spreche neben Englisch auch noch Italienisch, Spanisch und Franz\u00f6sisch, war im Ausland. Es geht mir nicht mehr darum, meine Tr\u00e4ume zu verwirklichen. Eine ganz normale Arbeit w\u00fcrde reichen. Ich suche ein regelm\u00e4\u00dfiges Einkommen, um meine Studienschulden abbezahlen und etwas Geld zur Seite legen zu k\u00f6nnen. Mit einem Studium wollte ich die bestm\u00f6glichen Chancen \u2013 bekommen werde ich in drei Monaten Hartz IV.&#8220; Auch die <a href=\"http:\/\/www.agdok.de\/de_DE\/press\/177091\/hpg_detail\">Filmwirtschaft<\/a> fand es j\u00fcngst \u201efahrl\u00e4ssig, da\u00df die Film- und Fernsehbranche den Absolventen der vielen Filmhochschulen keine Perspektive bietet, die dem Aufwand und den Kosten dieser Ausbildung angemessen ist.\u201c<\/p>\n<p>Zugleich aber spitzt dieser Punkt auch die Argumentationslinie auf einen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sozialdarwinismus\" target=\"_blank\">(sozial)darwinistischen<\/a> \u201eEntweder-Oder\u201c-Dualismus des bereits erw\u00e4hnten \u201eMenschenausleseprozesses\u201c zu. So war anfangs zu lesen: \u201eAls Hochschul-Absolvent hat man das Recht auf einen Arbeitsplatz erworben. Dem ist eben nicht so, auch wenn \u00fcber Jahrzehnte die Realit\u00e4t eine andere war. Wieso sollte ein Akademiker mehr Rechte haben auf soziale Absicherung als ein Arbeiter. Kann mir mal jemand erkl\u00e4ren, welcher humanistische Grundgedanke das aussagt, dass der gebildete Mensch per se besser dazustehen hat?\u201c Da hat der Kommentator sicher ausgeblendet, dass die Formulierung und Fundierung \u201ehumanistischer Gedanken\u201c kaum von einem Arbeiter geleistet wird, sondern tats\u00e4chlich von gebildeten\/gebildeteren Menschen &#8211; und dass diese handlungsleitende Formulierung\/ Fundierung eben auch dem Tun von \u201eArbeitern\u201c mindestens ethische Richtung gibt: allein das sollte wohl doch bewahrenswert sein.<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz wurde dann diskutiert, ob folglich die reziproke Perspektive anzustreben sei \u2013 einerlei, wie gebildet oder erfahren jemand ist, es z\u00e4hlt einzig das \u201e<a href=\"http:\/\/zoom.zdf.de\/ZDF\/zdfportal\/programdata\/befc0476-9f54-36cb-bcb9-43012ec8ac62\/20059358?generateCanonicalUrl=true\" target=\"_blank\">Recht des St\u00e4rkeren<\/a>\u201c. Der zwar unbeholfen formulierte, dennoch kritischste Kommentar dazu: \u201eIch gehe nicht davon aus, dass Sie \u201adas Recht des St\u00e4rkeren\u2018 meinen, weil in dessen Konsequenz ein x-beliebiger, starker Arbeitsloser einem schw\u00e4cheren Angestellten kurzerhand dessen Job \u201aentf\u00fchrt\u2018. Also was habe ich unter \u201afunktionierender Natur\u2018 zu verstehen, wenn nicht, aus menschlicher Sicht, die Verst\u00e4ndigung auf ein friedliches Zusammenleben?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<div id=\"attachment_1474\" style=\"width: 577px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/3.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1474\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1474   \" title=\"3\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/3.jpg\" alt=\"\" width=\"567\" height=\"196\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/3.jpg 920w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/3-300x103.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 567px) 100vw, 567px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1474\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: http:\/\/www.politopia.de\/wissenschaft\/6962-sozialdarwinismus-rassentheorien-8.html<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Liegt da der Hase im Pfeffer? Ja, Demokratie beg\u00fcnstigt Mittelma\u00df und erzeugt es zugleich. Ja, der Gute ist des Besseren Feind. Aber ist es wirklich unerheblich geworden, wie qualifiziert jemand ist, wie erfahren, flei\u00dfig, bescheiden, wie geachtet aufgrund seiner Leistungen\/seines Leistungswillens, seines Charakters \u2026 wer nicht <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Biologismus\" target=\"_blank\">biologistisch<\/a> denkt, sich nicht den Starken, \u201eM\u00e4chtigen\u201c anschlie\u00dft \u2013 wes Geistes Kind die auch immer sein m\u00f6gen, obwohl dieser \u201eGeist\u201c ja offenbar doch Erfolge zeitigt-, weil er selbst nicht \u00fcber die Mittel verf\u00fcgt, es zu sein; wer nicht bewusst t\u00e4uscht, nicht wieder besseren Wissens handelt, in sozialen statt \u00f6konomischen Kategorien denkt\u2026, ist der Dumme?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Da der \u201eMarkt\u201c genau jenem darwinistischen Gesetz des \u201eSurvival of the fittest\u201c folge und also zum Fetisch erhoben werden m\u00fcsse, dem sich alles unterzuordnen habe, ist jede andere vernunftgeleitete und damit ver\u00e4nderungswillige Perspektive von vornherein falsch, das Bestreiten des Marktprimats im etwa Staats- oder Bildungsbereich bald strafbar? Eine \u201ealternativlose\u201c hom\u00f6ostatische Gesellschaft, in der man sich nur noch zurechtfinden muss, die aber keineswegs aus anderen Perspektiven betrachtet geschweige denn als \u00e4nderungsbed\u00fcrftig angesehen werden darf; in der Freiheit mehr gilt als Verantwortung, soziale Verantwortung zumal?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Selbst der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Dresdner Studentenwerks, Martin Richter, hat anl\u00e4sslich der Diskussion um den \u00a7 24 des umstrittenen s\u00e4chsischen Hochschulgesetzes im j\u00fcngsten Einleger der &#8222;<a href=\"http:\/\/apps.ad-rem.de\/epaper\/DMV_ADD_20121205_gesamt.pdf\" target=\"_blank\">ad rem<\/a>&#8220; u.a. geschrieben \u201eVor dem \u2026 Freiheitsbegriff der v\u00f6lligen Bindungslosigkeit, der ohne Verantwortung f\u00fcr das Gemeinwohl auskommt, habe ich Angst \u2013 er ist das Ende eines gesellschaftlichen Zusammenhalts und setzt am Ende nur das Recht des St\u00e4rkeren zu Lasten des Schwachen durch\u201c. Noch drastischer j\u00fcngst der Berliner Philosoph Dieter <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/menschen-wirtschaft\/philosoph-dieter-thomae-der-kapitalismus-zersetzt-die-familie-ganz-subtil-11994613.html\" target=\"_blank\">Thom\u00e4<\/a>: \u201eHeute m\u00fcssen wir offenbar irgendwie alle Kapitalisten sein.\u201c Aber schon Marion Gr\u00e4fin D\u00f6nhoff meinte in \u201e<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Macht-Moral-Marion-Gr%C3%A4fin-D%C3%B6nhoff\/dp\/346202941X\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1356252006&amp;sr=8-1\" target=\"_blank\">Macht und Moral<\/a>\u201c, dass jede Gesellschaft ohne einen  ethischen Minimalkonsens zerbr\u00f6seln muss. Ohne dieses Mindestma\u00df an  Bindungen, Spielregeln, Tradition und ethischen Normen werde \u201cunser  Gemeinwesen genauso zusammenbrechen wie das sozialistische System\u201d.   Wenn der Markt aber kritiklos idealisiert werde und keine ethischen  Grenzen mehr kenne, entarte das Ganze zum catch-as-catch-can. Der  Egoismus mache dann vor nichts mehr halt und unterminiere durch zunehmende  Brutalit\u00e4t und Korruption die sittliche Grundlage der Gemeinschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<div id=\"attachment_1473\" style=\"width: 520px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/2.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1473\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1473 \" title=\"2\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/2.jpg\" alt=\"\" width=\"510\" height=\"479\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/2.jpg 638w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/2-300x281.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1473\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Darwinismus<\/p><\/div>\n<p>Wenn das die gew\u00fcnschten Resultate gegenw\u00e4rtigen neoliberalen Diktierens (von vernunftgeleitetem Regieren kann man schon lange nicht mehr sprechen) sein sollen, dann h\u00e4tte sich Deutschland nicht nur als Bildungsrepublik begraben, sondern insgesamt als demokratisch verfasstes Staatswesen. JeremyRifkin hat das bereits 1995 im\u00a0 &#8222;Ende der Arbeit&#8220; bef\u00fcrchtet und in einem <a href=\"http:\/\/content.stuttgarter-zeitung.de\/stz\/page\/916564_0_9223_-interview-langfristig-wird-die-arbeit-verschwinden-.html\">Interview<\/a> zehn Jahre sp\u00e4ter bekr\u00e4ftigt: \u201eWas wir brauchen, ist eine Reglobalisierung, bei der die Bed\u00fcrfnisse  der Mehrheit im Vordergrund stehen, nicht die Gewinnspannen einer  kleinen Minderheit. Ich sehe zwei Alternativen f\u00fcr unsere Zukunft. Die eine ist eine Welt mit  Massenarmut und Chaos. Die andere ist eine Gesellschaft, in der sich  die von der Arbeit befreiten Menschen individuell entfalten k\u00f6nnen.&#8220; Das scheint das Grund\u00fcbel: eine Mehrheit kann nicht mehr durchsetzen, was einer Mehrheit gut tut \u2013 nein, eine verschwindend geringe Minderheit setzt durch, was einer nur verschwindend gr\u00f6\u00dferen Minderheit auf Kosten der Mehrheit gut tut. Massenarmut, Chaos &#8211; das kann nicht die Zukunft sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D1468&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielleicht geht das Jahr 2012 in die bundesdeutsche Geschichte ein als jenes, in dem sich die Bundes- als Bildungsrepublik selbst begrub. Meine Prognose ist geschuldet vor allem dem fortw\u00e4hrenden Diskurs aus Plagiatsverharmlosung, Doktorschwemme und Befristungswahn auf universit\u00e4rer; Lehrermangel, sinkendem Notenniveau und Unterrichtsverweigerung auf schulischer sowie macht- wie marktgest\u00f6rter Realit\u00e4tssicht, nichtakademischem \u00c4mterschacher und finanzieller Verteilungsarroganz auf politischer Seite. 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