{"id":1805,"date":"2014-12-21T21:14:23","date_gmt":"2014-12-21T20:14:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=1805"},"modified":"2018-02-10T11:54:25","modified_gmt":"2018-02-10T10:54:25","slug":"%e2%80%9eauch-ich-kann-es-schaffen-%e2%80%9c-aber-wer-noch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=1805","title":{"rendered":"\u201eAuch ich kann es schaffen.\u201c Aber wer noch?"},"content":{"rendered":"<p>\u201eEs geht um die Herrschaft \u00fcber die Diskurse, also darum, wer wen zwingen kann, politische Aussagen moralisch zu legitimieren.\u201c (Eckhard Fuhr )<br \/>\n<strong>* * *<\/strong><br \/>\n\u201eWenn es gilt, in Masse \u00fcber einen einzelnen herzufallen, sind die Deutschen immer dabei, es mu\u00df nur ungef\u00e4hrlich sein.\u201c (Ernst J\u00fcnger)<br \/>\n<strong>* * *<\/strong><br \/>\n&#8222;Ich glaube nicht, dass der Shitstorm die Weiterentwicklung der Demokratie ist.&#8220; (Wolfgang <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/zeitonline\/photos\/a.102482889428.86633.37816894428\/10152848911854429\/?type=1\">Sch\u00e4uble<\/a>)<br \/>\n<strong>* * *<\/strong><\/p>\n<p>Aus aktuellem Anlass stelle ich &#8211; nach erfolgreichem Wahlkampf und gelungenen Landes-\/Kreis-Parteitagen &#8211; hier endlich einen Essay ein, dessen Grundlage meine Stellungnahmen f\u00fcr<br \/>\na) den Dekan der Philosophischen Fakult\u00e4t der TU Dresden, Prof. Dr. Matthias Klinghardt, sowie<br \/>\nb) den Direktor der BA Dresden, Prof. Dr.-Ing. habil. Andreas H\u00e4nsel, bilden.<\/p>\n<p>Er soll die bislang nur auf Krawall geb\u00fcrstete Diskussion dorthin f\u00fchren, wo sie &#8211; mit der Ausnahme &#8222;<a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/landtagswahlen-2014\/parteispitze-interveniert-afd-politiker-warnt-vor-behinderten-quote-bei-lehrern\/10086658.html\">Handelsblatt<\/a>&#8220; &#8211; nie ankam: auf die sachliche Ebene entideologisierter, vor allem ehrlicher Argumentation, die Vorurteile durch Fakten ersetzt. Dass es leichter ist, letztere zu bestreiten als zu erkl\u00e4ren, nehme ich gern in Kauf. Ebenso, dass ich damit bewusst gegen Paulo Coelhos Ratschlag versto\u00dfe \u201eErkl\u00e4re dich nicht &#8211; deine Freunde verlangen das nicht und deine Feinde werden dir sowieso nicht glauben.\u201c Aber es kann nicht sein, f\u00fcr Interpretationen dessen, was man weder geschrieben noch getan hat, medial, politisch und beruflich vernichtet zu werden &#8211; obwohl genau das die neueste soziale Funktion sozialer Netzwerke zu sein scheint, wie Bettina R\u00f6hl <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/politik\/deutschland\/bettina-roehl-direkt-politik-mit-brauner-suppe-seite-all\/10740366-all.html\">jetzt<\/a> feststellte:<\/p>\n<blockquote><p>Die artifiziellen Vernazifizierungen, die fatalerweise in Mode geraten sind, die Hochrechnungen von einem Wort oder einem Satz oder einer FB-Bekanntschaft oder einem zuf\u00e4lligen Vorbeiradeln hier oder dort auf den Menschen als Ganzes, sind ein unmenschliches und teuflisches Spiel. Diejenigen, die solcherlei, auf die Vernichtung meist wahllos ausgesuchter Menschen zielende Qualifikationen benutzen, praktizieren genau das, was sie zu bek\u00e4mpfen vorgeben, n\u00e4mlich Ausgrenzung und vom Spielfeld jagen.<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.karl-rudolf-korte.de\/\">Karl Rudolf Korte<\/a> meint, und ich stimme zu: &#8222;Nur das leidenschaftlich vorgetragene Argument f\u00fchrt vielleicht auch zum leidenschaftlich vorgetragenen Gegenargument. Das ist die Faszination, dem zuzuh\u00f6ren, sich damit auseinanderzusetzen.&#8220; Diese Leidenschaft zu Argument und vern\u00fcnftiger Auseinandersetzung <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/politik-und-emotion-zwischen-leidenschaftund- demagogie.1148.de.html?dram%3Aarticle_id=293252\" target=\"_blank\">vermisst<\/a> der Duisburger Politikwissenschaftler aber zur Zeit in der deutschen Politik: &#8222;Wir haben fast eine Debattenallergie in Deutschland, in Zeiten der gro\u00dfen Koalition ganz besonders.&#8220;<\/p>\n<p>Hinzu tritt das <a href=\"http:\/\/www.gegenstandpunkt.com\/gs\/1993\/4\/gs19934061h2.html\">Ph\u00e4nomen <\/a>des &#8222;nationalen Moralismus&#8220;, das einst bereits Sachsens Ex-Bundespr\u00e4sidentschaftskandidat Steffen Heitmann zu sp\u00fcren bekam:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Was wie ein Austausch von Argumenten aussieht, ist in Wahrheit ein Ringen um die Etablierung von Selbstverst\u00e4ndlichkeiten, f\u00fcr die gar nicht erst argumentiert werden mu\u00df, auf die man sich vielmehr anerkannterma\u00dfen berufen kann; ein Ringen noch nicht einmal um moralische Rechtfertigungen, sondern darum, wer wen moralisch in die Defensive bringt, welcher Standpunkt gar nicht mehr gerechtfertigt zu werden braucht und welcher als abweichend, moralisch rechtfertigungsbed\u00fcrftig, also fragw\u00fcrdig bis zwielichtig gilt. Ein Kampf, der logischerweise gar nicht im \u201eDiskurs\u201c entschieden werden kann, weil es ja um die \u201eHerrschaft \u00fcber die Diskurse\u201c geht; der vielmehr auf dem Feld der \u00f6ffentlich anerkannten oder bestrittenen Ehrbarkeit der Meinungstr\u00e4ger, mit den Mitteln der Propaganda und den Waffen der Diffamierung, sogar unter Einsatz publizistischer \u201eKiller-Instinkte\u201c ausgetragen wird.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Da ich nicht davon ausgehe, dass meine Leser das <a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=2463\">Vorposting<\/a> komplett gelesen haben, nehme ich die dort getroffenen oder zitierten Aussagen nochmals auf.<\/p>\n<p>Wohlan also, befeuern wir sie, die Debatte:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eZwischen dem, was ich denke, was ich sagen will, was ich glaube zu sagen, was ich sage, was Du h\u00f6rst, was Du h\u00f6ren willst, was Du glaubst zu verstehen, was Du verstehen willst und was Du verstehst, gibt es mindestens 9 M\u00f6glichkeiten, sich misszuverstehen.\u201c (Netzfund)<\/p><\/blockquote>\n<p>Im EU-Staat Spanien hat ein zweimal sitzengebliebener Abiturient mit Trisomie 21, d.h. einer mit k\u00f6rperlichen, motorischen, psychosozialen und kognitiven Defiziten verbundenen Behinderung einen Hochschulabschluss \u201e<a href=\"http:\/\/www.badische-zeitung.de\/panorama\/auch-ich-kann-es-schaffen--12913307.html\" target=\"_blank\">geschafft<\/a>\u201c. Nicht irgendeinen, nein, sogar einen als Lehrer \u2013 eine tolle Leistung, die ich nat\u00fcrlich anerkenne und w\u00fcrdige. Allerdings muss der Ehrlichkeit halber betont werden, dass es weltweit bislang kaum Trisomie 21-Betroffene gibt, die einen Hochschulabschluss erworben haben &#8211; sich der Hype also mal wieder am medialen <a href=\"http:\/\/medienresonanzanalyse.wordpress.com\/2012\/08\/16\/eine-nachricht-ist-wenn-der-mann-den-hund-beisst\/\" target=\"_blank\">Aufmerksamkeitsprinzip<\/a> \u201eAusnahme statt Regel\u201c (\u201eMann bei\u00dft Hund\u201c) orientiert, das bar jeden Kontexts auf die Sensation abstellt. \u00dcberdies d\u00fcrfte sich die Zahl jener s\u00e4chsischen Lehrer, die in ihrer Gymnasialzeit gleich zweimal sitzengeblieben sind, in \u00fcberschaubaren Grenzen halten.<\/p>\n<p>Diesen Signalen von Anstrengung aus dem Jahre 2009 stehen nun jene aus dem ebenfalls EU-Staat Deutschland aus dem Jahr 2014 gegen\u00fcber, dass wir unter unseren maximal <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/schwerpunktthema-down-syndrom.709.de.html?dram:article_id=88795\" target=\"_blank\">50 000 <\/a>Betroffenen mit Down-Syndrom inzwischen Gymnasiasten haben \u2013 die aber nochmal keinen Hauptschulabschluss <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/schule\/2014-06\/inklusion-gymnasium\/seite-2\" target=\"_blank\">schaffen<\/a>. Aber wenn das so ist, sind bei ca. 80 Millionen Einwohnern, zu denen Trisomie 21-Betroffene im Verh\u00e4ltnis schon rein quantitativ eine <a href=\"http:\/\/www.wissen.de\/lexikon\/randgruppe\">Randgruppe<\/a> darstellen, berechtigte Zweifel an der Sinnhaftigkeit des p\u00e4dagogischen Konzepts angebracht: \u201eInklusion muss dem Menschen dienen, nicht der Mensch der Inklusion\u201c, fordern wir in unserem <a href=\"http:\/\/afdsachsen.de\/index.php?ct=wahlprogramm\" target=\"_blank\">Landtagswahlprogramm<\/a>. Denn Inklusion (lateinisch &#8222;includere&#8220; &#8211;\u00a0 einschlie\u00dfen, einsperren, umzingeln) wird unter dem Deckmantel grenzenloser Freiheit zu ihrem genauen Gegenteil: dem Verlust von Freiheit, wenn niemand mehr die Freiheit hat, die Bildung zu erhalten, die er dank eigener F\u00e4higkeiten erlangen kann.<\/p>\n<p>&#8222;In der Regel sind es die Behinderten, die bei diesem Ansatz zu kurz kommen. Sie geraten unter einen Normalit\u00e4tsdruck, der &#8218;die interne Perspektive versehrter Existenz&#8216; nicht zur Entfaltung kommen l\u00e4sst, wie in seinem Buch \u201eAn den Grenzen unserer Lebensform\u201c der selbst behinderte Sozialphilosoph Andreas Kuhlmann schreibt&#8220; &#8211; <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/treppenwitz-der-deutschen-inklusionsgeschichte-13074982-p2.html\" target=\"_blank\">ein<\/a> Spastiker, der 2009 Selbstmord beging. Selbst eine Ministerpr\u00e4sidentin wie Annegret Kramp-Karrenbauer, die die AfD vor Wochen gar der <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article127504434\/AfD-an-der-Grenze-zur-Verfassungsfeindlichkeit.html\">Verfassungsfeindlichkeit<\/a> zieh, <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/31\/inklusion-integration-behinderung-schule\/\">erkl\u00e4rte<\/a> jetzt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Inklusion bedeutet, Menschen mit Behinderungen nicht schlechter-, aber auch nicht besserzustellen. Das Gymnasium etwa soll als Schulform zum Abitur f\u00fchren. Daran bemisst sich die Frage des Zugangs.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Vor allem aber schrauben wir, wie j\u00fcngst in allen Medien deutlich vernehmbar war, unsere Anforderungen an das Abitur immer weiter herunter, <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article129189233\/Die-gefaehrliche-Entwertungdes-deutschen-Abiturs.html\" target=\"_blank\">entwerten<\/a> es so und sind prompt mit Studienabbrecherquoten bspw. von 28 % bei <a href=\"http:\/\/www.his.de\/pdf\/pub_fh\/fh-201203.pdf\" target=\"_blank\">Bachelorstudenten<\/a> konfrontiert, in MINT-F\u00e4chern <a href=\"http:\/\/bildungsklick.de\/a\/83751\/hoher-studienabbruch-in-mint-faechern\/\" target=\"_blank\">gar<\/a> von 50 %. Harald Martenstein <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/zeit-magazin\/2014\/33\/harald-martenstein-universalgenies\">resignierte<\/a> bereits:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Das Abitur soll kein Privileg von Besserlernenden oder Besserwissenden mehr sein, alle Sch\u00fcler sollen es bekommen. Weil nun einmal nicht alle Menschen so intelligent, ehrgeizig oder flei\u00dfig sind, dass sie ein schwieriges Abitur ablegen k\u00f6nnen, muss es einfach sein. Da habe ich eine wunderbare Idee zur Bek\u00e4mpfung der Armut: Die Regierung sollte Geld drucken und jedem Bundesb\u00fcrger eine Million Euro in die Hand dr\u00fccken. Das ist das gleiche Prinzip.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>An Unis Bleibende sind aber auch nicht <a href=\"http:\/\/www.sz-online.de\/nachrichten\/wissen\/forscherin-kinder-koennen-heute-nicht-mehr-mitder-hand-schreiben-2860570.html\" target=\"_blank\">problemfrei<\/a>: \u201eSeit zwei Jahren kommen selbst im Lehrer-Seminar junge Anw\u00e4rter zu mir, die nicht mehr schreiben k\u00f6nnen.\u201c; <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/beruf-chance\/kenntnisse-von-studienanfaengerngute-selbstdarstellung-schlechte-sprachbeherrschung-11811473.html\" target=\"_blank\">oder<\/a> \u201eGenerell besteht eine mangelnde F\u00e4higkeit, selbst\u00e4ndig zu formulieren, zusammenh\u00e4ngende Texte selbst\u00e4ndig zu schreiben und unterschiedliche Stilregister zu bedienen.\u201c Erfahrungen, die auch mir aus meiner Praxis an mehreren mitteldeutschen Hochschulen nicht fremd sind. Erfahrungen, die sich in anderen EU-L\u00e4ndern noch drastischer <a href=\"http:\/\/www.krone.at\/Oesterreich\/Lehreranwaerter_scheitern_an_Deutschtest- Aufnahmepruefungen-Story-413081\" target=\"_blank\">lesen<\/a>: an der P\u00e4dagogischen Hochschule in Nieder\u00f6sterreich fiel fast die H\u00e4lfte der 500 Bewerber auf ein Lehramtsstudium Deutsch im Fach Deutsch durch.<\/p>\n<p>Ich spitze also zu: Deutschlands behinderte Gymnasiasten sind (noch) nicht abiturf\u00e4hig, Deutschlands nichtbehinderte Abiturienten sind nicht (mehr) hochschulf\u00e4hig, Spaniens behinderte Abiturienten dagegen sogar diplomabel. Konsequent zu Ende gedacht, kann das mit Blick auf die immer weitere Zentralisierung in der EU nur zu der Perspektive einer Bildungskonvergenz f\u00fchren. Das w\u00e4re ein p\u00e4dagogischer Paradigmenwechsel, den ich f\u00fcr fatal halte: Dann haben wir irgendwann keine Behinderten\/ Nichtbehinderten mehr, dann haben wir irgendwann keine Lehrer \/ Sch\u00fcler mehr, dann haben wir irgendwann nur noch eine uniforme Melange, in der jeder alles ist, in der jeder alles kann und in der jeder \u201egleich g\u00fcltig und also gleichg\u00fcltig\u201c erscheint (<a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/tod-und-teufel.964.de.html?dram:article_id=148778\" target=\"_blank\">Peter Turrini<\/a>). Eine Melange, die inzwischen Szenarien <a href=\"http:\/\/deutsche-wirtschafts-nachrichten.de\/2014\/10\/05\/siegeszug-der-dummheit-die-menschliche-intelligenz-geht-rasant-zurueck\/\">heraufbeschw\u00f6rt<\/a>, nach denen bis zum Jahr 2050 der durchschnittliche IQ in Westeuropa auf 86 fallen wird.<\/p>\n<p>Eine mich f\u00fcrwahr erschreckende Perspektive, die j\u00fcngst Wolfgang Fottner (Chefredakteur \u201e<a href=\"http:\/\/www.weltderfertigung.de\/index.php\" target=\"_blank\">Welt der Fertigung<\/a>\u201c) mit den Worten <a href=\"http:\/\/www.deutscherarbeitgeberverband.de\/aktuelles\/dav_aktuelles_2014-06-23_bildung.html\" target=\"_blank\">gei\u00dfelte<\/a>: \u201eDer Fehler ist ganz klar in der Politik zu suchen. Hier haben sich Weltfremde aufgemacht, die Ungleichheit der Menschen zu bek\u00e4mpfen. In Nordrhein-Westfalen werden zum Erreichen dieses Ziels die Lehrer mittlerweile erpresst, schlechte Noten zu vermeiden\u201c. \u00c4hnliches berichtet im SPIEGEL 44\/2014 auch Katja Timm: &#8222;Es ist vorgekommen, dass ein Lehrer zum Gespr\u00e4ch geladen wurde, nachdem weniger Jugendliche einen Abschluss erreicht hatten als statistisch erwartet.&#8220; Aber schon in der\u00a0Ausgabe 29\/2014 desselben Mediums \u00e4tzte Jan Fleischhauer:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie n\u00e4chste Stufe ist die Abschaffung von Bildungsstandards. Wo Sch\u00fcler an Normen gemessen werden, wird es immer einige geben, die das Ergebnis deprimiert \u2013 genau dieser Entt\u00e4uschungserfahrung gilt es vorzubauen. \u201eDas Prinzip der grundlegenden humanen Anerkennung setzt das Konstrukt des \u201aschlechten Sch\u00fclers\u2018 au\u00dfer Kraft\u201c, hei\u00dft es in der neuen \u201eP\u00e4dagogik der Vielfalt\u201c: Nur so k\u00f6nne eine wesentliche \u201eQuelle von Diskriminierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit versiegen\u201c. Es liegt auf der Hand, dass es dort, wo es keine schlechten Sch\u00fcler mehr geben soll, auch keine guten mehr geben kann.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Und <strong>mein<\/strong> tiefstes Erschrecken ob solcher <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dystopie\" target=\"_blank\">Dystopien<\/a> habe ich durch das Facebook-Posting \u201eWo soll das hinf\u00fchren, wenn es als normal gezeigt wird?&#8220; [dass geistig Behinderte einen Hochschulabschluss erlangen] artikuliert. Ein Erschrecken, mit dem ich &#8211; wie mir ein Kreisvorsitzender auf dem letzten Parteitag sagte &#8211; der Zeit offenbar voraus war. Nichtsdestotrotz: dieser <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sarkasmus\">Sarkasmus<\/a> und alle weiteren Kommentare wurden aber aufgefasst, oder besser, politisch motiviert aufgefasst als das, was sie weder waren noch sind, n\u00e4mlich f\u00fcr Behinderte beleidigend: niemand hat mich wegen dieses justitiablen Ehrdelikts, das mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet werden kann, angezeigt (1). Abgesehen davon, dass ich mich zum Sarkasmus bereits <a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=2118\">\u00e4u\u00dferte<\/a> (man mag ihn misslungen finden &#8211; wer ihn verhetzend findet, hat einfach ein Bildungsproblem); erkl\u00e4rte den Zusammenhang explizit <a href=\"http:\/\/www.reha.hu-berlin.de\/personal\/mitarbeiter\/2794\">Bernd Ahrbeck<\/a> in einem Interview im SPIEGEL 34\/2014: &#8222;Der fundamentale Irrtum in der Inklusionsdebatte ist die Annahme, dass mit dem Hinweis auf einen Unterschied zwischen Menschen zwangsl\u00e4ufig ein <strong>Werturteil<\/strong> verbunden sei.&#8220; Erst recht nicht, dass jeder Hinweis mit &#8222;hetzen&#8220;, &#8222;p\u00f6beln&#8220; usf. zu synonymieren ist. Ebensowenig, wie man ausl\u00e4nderfeindlich ist, weil man sich f\u00fcr ein geordnetes Zuwanderungsmodell einsetzt, ist man behindertenfeindlich, weil man das F\u00f6rderschulsystem bewahren will! Wer so tickt, legt genau jenes restringierte, kleinkarierte Denken an den Tag, das man uns so gern vorwirft! <\/p>\n<p>Aber die &#8211; f\u00fcr die Pointe an sich sogar irrelevanten &#8211; Vors\u00e4tze wurden zuerst medial und dann von den Kommentatoren nach dem Prinzip des gekippten Eisbergs zur Hauptsache gemacht, ohne die abstrahierende Tiefendimension zu beachten: der von den meisten interpretierte Zusammenhang \u201eBehinderte\u201c, \u201ebl\u00f6d\u201c und &#8222;Pineda&#8220; war schlimmstenfalls ein umgangssprachlicher <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fauxpas\" target=\"_blank\">Fauxpas<\/a>, taktlos oder, wie die &#8222;Freie Presse&#8220; mutma\u00dfte, &#8222;<a href=\"http:\/\/www.freiepresse.de\/NACHRICHTEN\/SACHSEN\/AfD-Vize-tritt-nach-Aeusserungen-ueber-Down-Syndrom-zurueck-artikel8876636.php\" target=\"_blank\">kryptisch<\/a>&#8222;. Wobei &#8222;bl\u00f6d&#8220; im Sinne von &#8222;debil&#8220; \u00fcber &#8222;bescheuert&#8220; bis &#8222;doof&#8220; &#8211; ebenso wie bspw. &#8222;entschlafen &#8211; sterben &#8211; verrecken&#8220; einfach unterschiedlichen Stilschichten angeh\u00f6rt, die an sich wenig aussagen, sondern erst im Adressaten- und Sachkontext ihre Wirkung entfalten. Und die geistige Behinderung eines Trisomie 21-Betroffenen ist (wenn \u00fcberhaupt) auf verschiedenen Niveaustufen von Debilit\u00e4t zu verorten. Dass diese geistige Behinderung in Pinedas Falle nicht zu schwerwiegenden intellektuellen Einschr\u00e4nkungen f\u00fchrte, ist das Besondere an ihm &#8211; nichtsdestotrotz bleibt er die Ausnahme, die die Regel best\u00e4tigt. Auf diese modernen Verst\u00e4ndnis- und Priorit\u00e4tsprobleme machte <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/42\/42837\/1.html\">j\u00fcngst <\/a>auch Ruprecht Polenz aufmerksam:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eKleinigkeiten werden hysterisch aufgebauscht, Menschen medial (vor)verurteilt. \u2026 Die Menschen bekommen h\u00e4ufig den Eindruck, das Neue, das Au\u00dfergew\u00f6hnliche, sei eher die Regel\u2026 Damit besteht zumindest die Gefahr, dass sie ein schr\u00e4ges Bild der Wirklichkeit bekommen. Die Medien haben indes die Verantwortung, in ihren Berichten immer wieder zu erkl\u00e4ren: Was ist Regel, was ist Ausnahme.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Und Pineda ist nun mal die Ausnahme unter den Ausnahmen der Ausnahmen! Auf wissenschaftlicher Ebene w\u00fcrde man das &#8222;<a href=\"http:\/\/www.methoden-psychologie.de\/korrelation_kausalitaet.html\" target=\"_blank\">Verwechslung<\/a> von Korrelation und Kausalit\u00e4t&#8220; nennen. Der Philosoph Marcus Steinweg spricht gar von grassierender &#8222;Tatsachenreligiosit\u00e4t&#8220;. Ich stelle also fest: ich bin bei der Aus\u00fcbung meines Rechts auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung noch nie derart gewollt missverstanden worden. Ich war nie in meinem Leben ausl\u00e4nder- oder behindertenfeindlich geschweige bin ich es &#8211; und wer mich kennt, wei\u00df das. Ich hatte an TU in fast jedem Semester ausl\u00e4ndische Studenten in meinen Lehrveranstaltungen und in einem zus\u00e4tzlichen Kurs f\u00fcr das akademische Auslandsamt einen <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=w5wHTtlqFrc\">Imagefilm<\/a> produziert, der f\u00fcrs Studieren im Ausland warb. Und ich habe seit 2002 an der <a href=\"http:\/\/www.ba-dresden.de\/de\/studium\/studienangebot\/minf\/aktuelles.html\" target=\"_blank\">BA<\/a> in zwei Jahrg\u00e4ngen selbst zwei k\u00f6rper- bzw. mehrfachbehinderte Studenten der Medienproduktion, die im Rollstuhl sa\u00dfen, in meinen F\u00e4chern erfolgreich zum Abschluss gef\u00fchrt: eine Studentin mit MS sowie Ronny <a href=\"http:\/\/www.familiesteidl.net\/\" target=\"_blank\">Steidl<\/a>, dessen Schicksal durchaus bemerkenswert ist.<\/p>\n<p>Das Posting richtete sich weder gegen Behinderte im Allgemeinen noch Pablo Pineda im Besonderen &#8211; ich kenne ihn pers\u00f6nlich nicht und habe weder ihn noch sonst irgendjemand konkret angesprochen. Nein, es geht \u00fcberhaupt nicht um ihn als Person, Behinderter, Lehrer, Schauspieler, Vortragsreisender, Moderator, ja Privilegierter, wie er sich selbst <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/leute\/pablo-pineda-lehrer-mit-down-syndrom,9548600,27608234.html\">bezeichnet<\/a>&#8230; sondern um ihn als Argument. N\u00e4mlich als Argument daf\u00fcr, die schockierenden Konsequenzen eines EU-harmonisierten Bildungssystems zu entlarven: es gibt kein weltgeschichtliches Beispiel f\u00fcr eine Harmonisierung nach einem jeweils <em>h\u00f6chsten<\/em> Standard, wie <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konrad_Adam\">Konrad Adam<\/a> in der &#8222;Jungen Freiheit&#8220; 36\/14 schrieb: &#8222;Der routinierte Gleichsteller entscheidet sich f\u00fcr die Angleichung nach unten. Unterschiede sind ihm verd\u00e4chtig, m\u00fcssen beseitigt oder jedenfalls versteckt werden; also keine Noten, keine Zeugnisse und kein Sitzenbleiben.&#8220; Frauke Petry best\u00e4tigte schon in der Woche zuvor:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die Inklusion f\u00fchrt zu einer Nivellierung der Standards, was langfristig im Verfall des Bildungsstandorts Deutschland m\u00fcnden mu\u00df. In diesem Punkt steht die Partei auch hinter ihm.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass Aufh\u00e4nger und Wortwahl \u00fcberhaupt zu Missverst\u00e4ndnissen f\u00fchren k\u00f6nnten, habe ich weder antizipiert noch intendiert &#8211; auf gut deutsch: &#8222;mir nicht tr\u00e4umen lassen&#8220;. Ich habe mich f\u00fcr diese Missverst\u00e4ndnisse mehrfach medial entschuldigt und bin sowohl von meinem Wahlamt als Landesvize der AfD Sachsen als auch meinen konkurrenzlos errungenen Landtags-Listen- und Dresdner Direkt-Kandidatenpl\u00e4tzen zur\u00fcckgetreten. Aber ich habe mich nicht behindertenfeindlich ge\u00e4u\u00dfert, wie nach Textanalyse &#8211; neben Mitgliedern &#8211; inzwischen auch Professoren der Berufsakademie einger\u00e4umt haben. <strong>Der Protagonist h\u00e4tte auch eine Protagonistin sein, aus jedem anderen EU-Staat kommen, jeden beliebigen Namen tragen und auch jeden anderen Hochschulabschluss haben k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWer die Begriffe pr\u00e4gt, beh\u00e4lt die Macht\u201c, lautet ein Lehrsatz der Frankfurter Schule. Aber sind wir heute wirklich gehalten, jedes unserer Worte zu erkl\u00e4ren, bevor wir es nutzen? Muss ich heute betonen, dass ich bei &#8222;behindert&#8220; immer geistig behindert (mit)meine &#8211; da es f\u00fcr fast alle anderen Behinderungen eigene Komposita wie k\u00f6rperbehindert, h\u00f6rbehindert, schwerbehindert usw. gibt? Muss ich heute betonen, dass ich, wenn ich &#8222;Lehrer&#8220; schreibe, immer einen Fach-Lehrer (Sek I, Sek II, Berufsschule) meine, oder gelten Erzieher, Freizeitp\u00e4dagogen, Sozialassistenten&#8230; inzwischen auch als solche?<\/p>\n<blockquote><p><a href=\"http:\/\/www.cicero.de\/salon\/geschlechterkorrekte-sprache-bayerischer-rundfunk-aechtet-maennliche-endung\/58535\">Werden<\/a> Journalisten zu Volksp\u00e4dagogen und Zurechtweisern, als die sie sich mitunter eh gerne sehen? Wo soll das offene, freie und riskante Gespr\u00e4ch gedeihen, wenn die Intuition fast immer falsch liegt und ein vorsorgendes Wortklempnertum n\u00f6tig sein soll? Sprache wird hier vom Abbild einer Wirklichkeit zum Siegel der richtigen Gesinnung.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dann aber gelingt Kommunikation nicht mehr, dann muss sie an atomisierter Semantik scheitern, an inkompatiblen Wissensbest\u00e4nden &#8211; oder an \u00fcberbewerteter <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Politische_Korrektheit\" target=\"_blank\">Political Correctness<\/a>. Wir erinnern uns: das Landgericht Wien hatte einen 23-J\u00e4hrigen Jenaer Studenten wegen Landfriedensbruchs, versuchter schwerer K\u00f6rperverletzung und schwerer Sachbesch\u00e4digung beim Akademikerball zu einem Jahr Haft verurteilt. Die linke Th\u00fcringer Landtagsabgeordneten Katharina K\u00f6nig twitterte dazu \u201eIhr Schweine!\u201c Das war offenbar keine Beleidigung von Ausl\u00e4ndern (die \u00d6sterreicher nun mal sind), dieser Tweet f\u00fchrte zu keinerlei Emp\u00f6rung, keinerlei Entschuldigung, keinerlei weiteren Konsequenzen&#8230;<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Thema. Spanien hat wie Deutschland das <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bologna-Prozess\" target=\"_blank\">Bolognasystem<\/a> etabliert (das wir als AfD Sachsen ablehnen), beide Hochschulsysteme sollten also formal vergleichbar sein: obwohl Pinedas Abschluss selbst &#8211; ist es &#8222;Diploma universitario de Profesor de Educati\u00f3n B\u00e1sica&#8220;, oder &#8222;Diplomado de Maestro&#8220;, oder &#8222;Licenciado&#8220;, oder &#8222;Certificado de Aptitud Pedagogica&#8220;, oder auch &#8222;Master en Formaci\u00f3n del Profesorado de Educaci\u00f3n Secundaria&#8220;&#8230; &#8211; sowie dessen deutsche Entsprechung offen ist. Dennoch: bestandene Pr\u00fcfungen &#8211; auch wenn gebetsm\u00fchlenartig dieses Argument wiederholt wurde &#8211; bef\u00e4higen doch nicht per se zur professionellen Aus\u00fcbung der gepr\u00fcften F\u00e4hig- und\/oder Fertigkeit. So schrieb &#8211; von der \u00d6ffentlichkeit offenbar v\u00f6llig unbeachtet &#8211; eine Autistin in der <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/eine-asperger-autistin-berichtet-13113454.html\">FAZ<\/a>: &#8222;Ich habe viele Autounf\u00e4lle gebraucht, um &#8230; zu lernen, dass die anderen Verkehrsteilnehmer immer wichtiger sein m\u00fcssen als der vorbeifliegende Vogel oder eine reflektierende Reklametafel.&#8220; Man stelle sich vor, dass mit &#8222;andere Verkehrsteilnehmer&#8220; Kinder gemeint sind! Ist also eine Behinderte, die die Fahrpr\u00fcfung offenbar erfolgreich absolviert hat, auch in der Lage, erfolgreich am Verkehr teilzunehmen, gar berufsm\u00e4\u00dfig Personen zu bef\u00f6rdern? <\/p>\n<p>Brechen wir&#8217;s doch auf den Lehrerberuf herunter. Ist ein H\u00f6rbehinderter in der Lage, als Deutschlehrer zu arbeiten, auch wenn er Nicht-H\u00f6rbehinderten s\u00e4mtlichen Stoff vom &#8222;Hildebrandslied&#8220; bis zur &#8222;Todesfuge&#8220; nur geb\u00e4rdensprachlich zu vermitteln vermag? Ist ein Sehbehinderter in der Lage, als Chemielehrer zu arbeiten, auch wenn er bei Experimenten mit Knallgas oder Salzs\u00e4ure die Reagenzgl\u00e4ser nicht sieht? Ist ein Spastiker in der Lage, als Kunst- oder Musiklehrer zu arbeiten, auch wenn er vor der Leinwand \/ am Klavier p\u00f6tzlich L\u00e4hmungsanf\u00e4lle bekommt? Aber vor allem: hat jemand versucht herauszufinden, warum Pineda heute eigentlich nicht (mehr) als Lehrer arbeitet?<\/p>\n<p>Das ist das eine. Das andere: ein Lehrer mit der Mehrfachbehinderung \u201eDown-Syndrom\u201c w\u00e4re aber in Sachsen auch wegen der l\u00e4ngeren Zeit, die er zur Vermittlung von Inhalten ben\u00f6tigt, nicht in der Lage, ein vom Schulamt per staatlichem <a href=\"http:\/\/schule.sachsen.de\/1745.htm\" target=\"_blank\">Lehrplan<\/a> aufgegebenes Pensum (eine definierte Stoffmenge in einer definierten Zeit) zu bew\u00e4ltigen \u2013 er g\u00e4lte schlicht als uneinstellbar. (2) Kein Medium allerdings, erstens, machte sich die M\u00fche, das bei einem s\u00e4chsischen Schulamt nachzurecherchieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mein Fehler war zu unterstellen, dass Spanien seine Bildungsanforderungen gesenkt haben <em>m\u00fcsse<\/em>, da in Deutschland ein erwartbarer Trisomie-IQ von durchschnittlich 50, bestenfalls 70 weder zum Abitur geschweige zu einem Hochschulabschluss zumal als Lehrer bef\u00e4higt h\u00e4tte (3). Der einzige, dabei nicht an einer deutschen Hochschule p\u00e4dagogisch qualifizierte <a href=\"http:\/\/leidmedien.de\/aktuelles\/lehren-mit-trisomie-21-downsyndrom-portraets-international\/\" target=\"_blank\">Neigungslehrer <\/a>hierzulande beschr\u00e4nkt sich auf Assistenzfunktionen an einer Montessorischule in Bayern: Tobias Wolf, der auf Honorarbasis arbeitet und von seiner Mutter unterst\u00fctzt wird. Bei Pinedas Trisomie handelt es sich offenbar um eine positive Mutation; \u00fcberdies wurde er noch individuell hoch gef\u00f6rdert, dies lie\u00df ich au\u00dfer acht.<\/p>\n<p>Dabei bleibt noch unber\u00fccksichtigt, dass auch kein Medium, zweitens, au\u00dferhalb der abstrakten Skandalokratie linksgr\u00fcnen Betroffenheitsgeschwurbels den Mut zu einer Umfrage hatte, wer sich tats\u00e4chlich f\u00fcr die konkreten eigenen Kinder\/Enkel einen Lehrer mit Down-Syndrom w\u00fcnscht: der Facebook-Tenor lautete f\u00fcr 48 Stunden in guter boulevardjournalistischer Tradition: &#8222;Wir sind Pineda&#8220;, ja &#8222;Wir sind behindert&#8220;. Das Gegenteil ist richtig: mir wurden\/werden viele Sympathiebekundungen zuteil, die ausdr\u00fcckten, dass genau solch ein Lehrer im &#8222;normalen&#8220; Schulsystem nicht gewollt ist. Die des Schweizer Sonderp\u00e4dagogen Riccardo <a href=\"http:\/\/www.bonfranchi.info\/\" target=\"_blank\">Bonfranchi<\/a> sei etwas ausf\u00fchrlicher zitiert &#8211; aus gutem Grund \u00fcbrigens, denn neun von zehn Frauen brechen in der <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wissen\/medizin-und-psychologie\/Deutlich-mehr-Abtreibungen-wegen-Downsyndrom-\/story\/23286838\">Schweiz<\/a> die Schwangerschaft ab, wenn pr\u00e4natale Tests eine Behinderung anzeigen:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;&#8230;Da sind Sie Opfer der &#8218;Gut-Menschen&#8216; geworden. Kann ich gut nachvollziehen, weil ich dies &#8211; ansatzweise &#8211; schon selber erlebt habe. Die Frage ist, ob die Leute, die Sie verurteilen, ihre eigenen Kinder gerne zu einem Lehrer schicken w\u00fcrden mit Down-Syndrom? Wohl eher nicht. K\u00f6nnte das dann als behindertenfeindlich oder als f\u00fcr das Wohl der eigenen Kinder ausgelegt werden? Dass Inklusion ein gescheitertes Modell ist, ist f\u00fcr mich, nach jahrelanger Besch\u00e4ftigung mit dieser Thematik, keine Frage mehr. Vielmehr interessiert mich, warum es so hoch gehalten wird. Eine These von mir ist, dass es sich um einen gesellschaftspolitischen Reflex auf die Existenz der Pr\u00e4natalen Diagnostik handelt.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Das sahen auch viele Kommentatoren so, <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/landtagswahlen-2014\/parteispitze-interveniert-afd-politiker-warnt-vor-behinderten-quote-bei-lehrern\/v_detail_tab_comments\/10086658.html?pageNumber=3&amp;commentSort=debate\">bspw.<\/a>: &#8222;Bei dem Thema kann man nur verlieren, egal welche Meinung man vertritt. Die Frage ist, wenn man nicht von einem Behinderten unterrichtet werden m\u00f6chte, wie man dann seine Meinung ohne Nachteile kundtun kann?&#8220; <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/landtagswahlen-2014\/parteispitze-interveniert-afd-politiker-warnt-vor-behinderten-quote-bei-lehrern\/v_detail_tab_comments\/10086658.html?pageNumber=4&amp;commentSort=debate\">Andere<\/a> \u00fcbten sich ebenso in Sarkasmus: &#8222;\u2026unsere vielen verschiedenen L\u00e4nder-Schul-Systeme werden auch die Inklusion verkraften, da st\u00f6ren auch keine Down-Syndrom-Lehrer, was sollten die denn bei der Qualit\u00e4t aller unserer Lehrer und Lehrerinnen noch anrichten.&#8220; Wenn aber eine medial unterstellte Meinung mit der realen nicht \u00fcbereinstimmt, muss man nach <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elisabeth_Noelle-Neumann\" target=\"_blank\">Noelle-Neumann<\/a> von doppeltem <a href=\"http:\/\/www.meinungsklima.de\/index.php?title=%C3%96ffentliche_Meinung:_Einf%C3%BChrung\" target=\"_blank\">Meinungsklima<\/a> sprechen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1947\" style=\"width: 575px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1947\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1947\" title=\"Bild\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild.jpg\" alt=\"FB-Ausriss, privat\" width=\"565\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild.jpg 1009w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild-300x119.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 565px) 100vw, 565px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1947\" class=\"wp-caption-text\">FB-Ausriss, privat<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_1806\" style=\"width: 574px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild3.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1806\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-1806  \" title=\"Bild3\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild3-1024x614.jpg\" alt=\"Mailausriss, privat\" width=\"564\" height=\"335\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1806\" class=\"wp-caption-text\">Mailausriss, privat<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_1950\" style=\"width: 574px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild2.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1950\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1950\" title=\"Bild\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild2.jpg\" alt=\"FB-Ausriss, privat\" width=\"564\" height=\"533\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1950\" class=\"wp-caption-text\">FB-Ausriss, privat<\/p><\/div>\n<p>Und: in keinem der vielen Berichte \u00fcber die \u201eCausa Hartung\u201c, drittens, wurde ein Mediziner \/ Psychologe zitiert, ob er in Deutschland einen Trisomie 21-Lehrer f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt. Ich wei\u00df von mehreren Medien,  einem Sender sogar nachweislich, dass ein solcher O-Ton (u.a. an der Medizinischen Akademie Dresden) schier verzweifelt gesucht, aber nicht gefunden wurde &#8211; \u00fcbrig blieb eine auch noch falsch insertierte wissenschaftliche Mitarbeiterin, die am <a href=\"http:\/\/www.erzwiss.uni-leipzig.de\/institute\/foerderpaedagogik\">Institut<\/a> f\u00fcr F\u00f6rderp\u00e4dagogik der Universit\u00e4t Leipzig t\u00e4tig ist: &#8222;Geistigbehindertenp\u00e4dagogik&#8220; als Professur gibt es da nicht und ist eine unzul\u00e4ssige Verk\u00fcrzung.<\/p>\n<div id=\"attachment_1810\" style=\"width: 574px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild10.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1810\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-1810\" title=\"Bild10\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild10-1024x475.jpg\" alt=\"FB-Screenshot \" width=\"564\" height=\"260\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1810\" class=\"wp-caption-text\">FB-Screenshot <\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_2216\" style=\"width: 574px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild2.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2216\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-2216\" title=\"Bild2\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild2-1024x768.jpg\" alt=\"TV-Screenshot\" width=\"564\" height=\"423\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild2-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild2.jpg 1154w\" sizes=\"(max-width: 564px) 100vw, 564px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2216\" class=\"wp-caption-text\">TV-Screenshot<\/p><\/div>\n<p>In der Wissenschaft gilt gl\u00fccklicherweise eine These immer noch so lange als verifiziert, also g\u00fcltig, wie sie nicht falsifiziert ist, d.h. der Falschheit \u00fcberf\u00fchrt. Und meine f\u00fcr Deutschland postulierten Thesen sind das allesamt nicht. Daran \u00e4ndert auch der <a href=\"http:\/\/www.dnn-online.de\/dresden\/web\/dresden-nachrichten\/detail\/-\/specific \/Behindertenfeindlichkeit-darf-nicht-salonfaehig-werden-Gastbeitrag-von-Julia-Probst-zum-Fall-Hartung-4207148006\" target=\"_blank\">Kommentar <\/a>von <a href=\"http:\/\/piratenpartei-ulm.de\/mission-bundestag\/unsere-kandidatinnen\/julia-probst\/\" target=\"_blank\">Julia Probst<\/a> in den DNN nichts, die weltweit sage und schreibe drei (!) F\u00e4lle dagegen ins Feld f\u00fchrt &#8211; wohlbemerkt: ich schrieb von Deutschland. Aber damit steht f\u00fcr einen unserer Kreisvorst\u00e4nde, der selbst als Psychiater arbeitet, ein ungeheurer Verdacht im Raum: wenn Pineda kein voll ausgepr\u00e4gtes Down-Syndrom hat, sondern nur bestimmte Teile des K\u00f6rpers dieses Mannes aus so ver\u00e4nderten Zellen bestehen (&#8222;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Down-Syndrom\" target=\"_blank\">Partielle Trisomie 21<\/a>&#8222;), dann ist die Bezeichnung \u201eDown-Syndrom\u201c resp. \u201eBehinderter\u201c letztlich Etikettenschwindel. Ein Verdacht, den ich unbedingt teile.<\/p>\n<p>Es gab in der gesamten Presselandschaft keine substanzielle Auseinandersetzung mit den faktischen Aspekten meiner \u00c4u\u00dferungen &#8211; dass alle politische Kleingeisterei im Verschweigen und Bem\u00e4nteln dessen besteht, was ist, wusste bereits <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ferdinand_Lassalle\">Lassalle<\/a>. Doch schon <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Epiktet\">Epiktet<\/a> postulierte:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Es sind nicht so sehr die Tatsachen, die unser Sozialleben entscheiden, sondern die Meinungen der Menschen \u00fcber die Tatsachen, ja die Meinungen \u00fcber die Meinungen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Meinungsbeeinflussende Medien aber erzeugen in der Regel aus-, ja holzschnitthafte, zunehmend einseitige und erst recht vorschnelle Wirklichkeitsbilder. Selbst Bundespr\u00e4sident Joachim Gauck hat vor <em>Turbojournalismus<\/em><a href=\"http:\/\/www.newsroom.de\/news\/detail\/821805\"> gewarnt<\/a>. Die Gefahr sei gro\u00df, \u201edass nur das n\u00e4chstliegende Klischee wiederholt und vorschnell der Stab gebrochen wird \u00fcber Menschen und Ideen\u201c, sagte er bei der Feierstunde der Bundespressekonferenz. \u201eEs darf nicht zur Regel werden, dass Themen, die eigentlich einen langen Atem brauchen, schnell wieder von der Agenda verschwinden.\u201c Und selbst der Papst <a href=\"http:\/\/kath.net\/news\/48705\">kritisiert<\/a> inzwischen eine immer schneller werdende, unreflektierte Kommunikation:<\/p>\n<blockquote><p>Es gebe eine \u00fcberbordende, mit einem \u00dcberma\u00df an Schlagzeilen gef\u00fcllte Berichterstattung, die das Nachdenken eher behindere, als dazu anzuregen. Journalisten suchten oft vorschnell nach L\u00f6sungen und stellten gr\u00f6\u00dfere Zusammenh\u00e4nge dabei verk\u00fcrzt dar, beklagte Franziskus. Es werde so getan, als ob einzelne Menschen in der Lage seien, alle Probleme zu l\u00f6sen, oder sie w\u00fcrden umgekehrt als S\u00fcndenb\u00f6cke abgestempelt. Der Papst regte eine ergebnisoffenere Berichterstattung an; es gelte, keine Fehlinformationen, Ger\u00fcchte oder Verleumdungen zu verbreiten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Meinungsbeeinflussende Medien erzeugen diese Wirklichkeitsbilder aber auch dadurch, indem sie andere zu Angeklagten machen und in den Vordergrund r\u00fccken, was <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Odo_Marquard\" target=\"_blank\">Odo Marquard<\/a> \u201e\u00dcbertribunalisierung\u201c genannt hat: jemanden unter absoluten Rechtfertigungsdruck, unter absoluten Legitimationszwang zu stellen als Flucht in das schlechte Gewissen, das man f\u00fcr die anderen wird, damit die es nicht mehr selbst zu haben brauchen. Okke Schl\u00fcter <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/panorama\/aus-aller-welt\/entstehung-eines-shitstorms-warum-die-medien-eine-mitschuld-haben\/10778756.html\">fordert<\/a> den seri\u00f6sen Journalismus zum Gegenteil auf:<\/p>\n<blockquote><p>Die Aufgabe eines seri\u00f6sen Mediums sollte es sein, das Thema zu versachlichen, gegebenenfalls  sogar vermittelnd zwischen den Kontrahenten aufzutreten. Darin sehe ich eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr alle Medien, denn sie k\u00f6nnen sich auf diese Weise Autorit\u00e4t und eine gute Reputation erwerben.<\/p><\/blockquote>\n<p>In diesen Zusammenhang geh\u00f6rt auch meine in Zeiten freier Schulwahl und freier Meinungs\u00e4u\u00dferung v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndliche Aussage, dass ich resp. ich f\u00fcr die Kinder, die ich noch nicht habe, keine Schule w\u00e4hlen w\u00fcrde, an der ein Trisomie 21-Lehrer unterrichtet. Andere w\u00e4hlen ihre Schulen nach religi\u00f6sen, sprachlichen oder k\u00fcnstlerischen Aspekten aus; eins meiner Kriterien w\u00e4re dieses &#8211; und, wie oben erkennbar, auch das vieler anderer. Das ist weder diskriminierend noch entw\u00fcrdigend, sondern lediglich &#8211; siehe oben &#8211; eine Aussage, die eine <strong>Differenz<\/strong> zwischen Behindert und Nichtbehindert konstatiert. Eine Aussage vor allem, die beinhaltet, dass behinderte Lehrer f\u00fcr behinderte Sch\u00fcler aufgrund ihrer Betroffenenkompetenz u.U. sogar geeigneter sein k\u00f6nnten (auch wenn ich diese Vokabel f\u00fcr sehr diskutabel halte: muss man dann auch Edathy P\u00e4dophilenkompetenz oder Alkoholikern Suchtkompetenz zubilligen?). <\/p>\n<p>Jeder Lehrer <em>au\u00dferhalb<\/em> einer F\u00f6rderschule aber muss f\u00fcr mich \u2013 und mit diesem Credo bin ich nicht nur sozialisiert worden, sondern habe ich dann auch selbst auf diesen Beruf studiert \u2013 eine bestgebildete Respektsperson sein, die fachwissenschaftlich und methodisch-didaktisch fit ist, darum Vorbildstatus genie\u00dft und zu der die Sch\u00fcler aufblicken k\u00f6nnen. Diesem Bild versuche ich, auch und erst recht als Dozent, bis heute gerecht zu werden, und werde daf\u00fcr auch bis heute geachtet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild21.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1977\" title=\"Bild2\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild21.jpg\" alt=\"Eine von vielen Lehrevaluationen. Quelle: privat\" width=\"564\" height=\"508\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild21.jpg 955w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild21-300x270.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 564px) 100vw, 564px\" \/><\/a><\/p>\n<dd class=\"wp-caption-dd\">Eine von vielen Lehrevaluationen. Quelle: privat<\/dd>\n<div id=\"attachment_1811\" style=\"width: 574px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild6.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1811\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-1811\" title=\"Bild6\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild6-1024x747.jpg\" alt=\"FB-Screenshot \" width=\"564\" height=\"411\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild6-1024x747.jpg 1024w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild6-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild6.jpg 1282w\" sizes=\"(max-width: 564px) 100vw, 564px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1811\" class=\"wp-caption-text\">FB-Screenshot <\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_1977\" style=\"width: 574px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><\/p>\n<div class=\"mceTemp mceIEcenter\">\n<dl id=\"attachment_1978\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 574px;\">\n<dt class=\"wp-caption-dt\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild2a.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1977\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-1978\" title=\"Bild2a\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild2a-1024x767.jpg\" alt=\"Eine weitere von vielen Lehrevaluationen. Quelle: privat\" width=\"564\" height=\"422\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild2a-1024x767.jpg 1024w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild2a-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild2a.jpg 1154w\" sizes=\"(max-width: 564px) 100vw, 564px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1977\" class=\"wp-caption-text\">Eine weitere von vielen Lehrevaluationen. Quelle: privat<\/p><\/div>\n<\/dt>\n<\/dl>\n<\/div>\n<p>Lehrerbilder,  erst recht Behindertenbefunde, \u00e4ndern sich aber nicht, nur weil eine  \u201eWende\u201c dazwischen lag. Und einem Trisomie 21-Lehrer ist Autorit\u00e4t nicht  gegeben: <strong>Wahrnehmung kann man nun mal nicht verordnen<\/strong>. Wer etwa  in Anlehnung an Judith Butler (&#8222;Frauen sind kulturelle Konstrukte&#8220;)  behaupten wollte, es gebe keine \u201eBehinderten an sich\u201c, sie <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/kultur\/literarischewelt\/article127675667\/Eine-EU-a-la-Martin-Schulz-Zum-Davonlaufen.html\" target=\"_blank\">seien<\/a> \u201enicht einmal soziale Produkte, sondern schlicht kulturelle Produkte?\u201c,  liegt grundfalsch. Trisomie 21 ist eine Ver\u00e4nderung des menschlichen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Genotyp\" target=\"_blank\">Genotyps<\/a>, nicht des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ph%C3%A4notyp\" target=\"_blank\">Ph\u00e4notyps<\/a>.  Sie ist keine Krankheit, die mit Arzneien oder Therapien \u201egeheilt\u201c, sie  ist nichts, was wegsozialisiert oder gar wegstudiert werden kann, nein,  sie begleitet Betroffene lebenslang. Selbst aus Kirchenmund <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/arbeit-karriere\/arbeit\/3-soziale-gerechtigkeit-im-kaefigderbequemlichkeit-564375.html\" target=\"_blank\">mehren<\/a> sich Stimmen gegen solche Umdeutung:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir  versuchen im Sinne der Political Correctness zu verschleiern, was uns  unterscheidet, \u00fcbergehen die Fremdheit des anderen mit schamhaftem  Schweigen. Doch wer Unterschiede leugnet, macht sie dadurch erst zum  Stein des Ansto\u00dfes. Ein Frieden, der erkauft wird, indem sich alle blind  und taub stellen, ist ein fauler Frieden.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Zur  asymmetrischen Wahrnehmung tritt die asymmetrische Kommunikation  zwischen Behinderten und nicht Behinderten, die \u00fcbrigens genauso  asymmetrisch ist wie die zwischen Lehrer\/Dozent und Sch\u00fcler\/Student &#8211;  aber unter umgekehrtem Vorzeichen! Wie soll diese Interaktionsschere  praktisch geschlossen werden k\u00f6nnen? Umso arroganter <a href=\"http:\/\/www.dnn-online.de\/dresden\/web\/dresden-nachrichten\/detail\/-\/specific%20\/Behindertenfeindlichkeit-darf-nicht-salonfaehig-werden-Gastbeitrag-von-Julia-Probst-zum-Fall-Hartung-4207148006\" target=\"_blank\">mutet<\/a> dann das Inklusionsszenario der selbst ernannten  &#8222;Barrierefreiheitsaktivistin&#8220; Julia Probst an: &#8222;&#8230;dass wir gar nicht  mehr dar\u00fcber sprechen, weil wir es uns gar nicht mehr anders vorstellen  k\u00f6nnen&#8220;. Soso, vorstellen. Nicht wahrnehmen, nicht erleben: Geist  schl\u00e4gt Materie, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Welt_als_Wille_und_Vorstellung\" target=\"_blank\">Schopenhauer<\/a> l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Explizit unter philosophischer Perspektive <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/treppenwitz-der-deutschen-inklusionsgeschichte-13074982.html\" target=\"_blank\">best\u00e4tigte<\/a> das j\u00fcngst Christian Geyer:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Ist  zivilisationsgeschichtlich das Telos erst einmal erreicht, wird es  weder Behinderte noch Nichtbehinderte geben, weder Begabte noch  Unbegabte, weder M\u00e4nner noch Frauen, weder Paralympics noch Olympia.  Dann werden alle diese Begriffe das sein, was sie in inklusiver Sicht  schon heute nur sind: Begriffe, ohne Erkl\u00e4rungswert f\u00fcr die  Wirklichkeit.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Der von mir  verlinkte Ursprungsartikel (aber auch Berichte anderer Medien zum Thema  Pineda) nun suggeriert genau das: beginnend mit der \u00dcberschrift \u201eAuch  ich kann es schaffen\u201c wird ein Hochschulabschluss als normal dargestellt  &#8211; jeder Mensch selbst mit Down-Syndrom k\u00f6nne, wenn er sich nur  anstrengt, in dieser Wirklichkeit eine Hochschule besuchen und  idealerweise sogar Lehrer werden. Dies unterstreicht einmal mehr Pinedas  Ausnahmestellung, aber auch und erst recht den Machbarkeitswahn unserer  Gesellschaft, allen alles zu erm\u00f6glichen. &#8222;Weil jeder heute nach dem  bestm\u00f6glichen Abschluss strebe, w\u00fcrden zahlreiche Jugendliche am Rand  ihrer kognitiven F\u00e4higkeiten beschult. Es ist eine Garantie f\u00fcr  Frustration und Scheitern&#8220;, fasst Katja Timm im SPIEGEL 44\/2014 den  Tenor der Berufsbildungsforschung zusammen.<\/p>\n<p>Wenn also Julia Probst<a href=\"http:\/\/www.dnn-online.de\/dresden\/web\/dresden-nachrichten\/detail\/-specific%20\/Behindertenfeindlichkeit-darf-nicht-salonfaehig-werden-Gastbeitrag-von-Julia-Probst-zum-Fall-Hartung-4207148006\" target=\"_blank\"> halluziniert<\/a>,  &#8222;Menschen mit Behinderung k\u00f6nnen genau die gleichen Abschl\u00fcsse und die  gleichen Positionen wie Nichtbehinderte erreichen und Nichtbehinderten  Wissen vermitteln mit entsprechender F\u00f6rderung und gelebter Inklusion&#8220;, entgegne ich, zum wiederholten Male: &#8222;Nein, das k\u00f6nnen sie eben nicht  bzw. nur in absoluten Ausnahmef\u00e4llen, aus denen keine Regelhaftigkeit abzuleiten ist.&#8220; Denn die Botschaft dahinter lautet: schafft ein geistig Behinderter das Abitur und dann sogar einen Hochschulabschluss, dann schafft das jeder &#8211; einerlei wie behindert er ist. Das ist menschenverachtend.<\/p>\n<p>Damit werden alle Behinderten, die teilweise nochmal nicht wissen, was ein Diplom eigentlich ist, unter einen absurden Normalit\u00e4tszwang gesetzt. Damit werden aber auch alle Nichtbehinderten einem irrationalen Leistungsdruck unterworfen: was Behinderte k\u00f6nnen, kannst du ja wohl erst recht. Ebendies wurde auch in vielen Foren und in <a href=\"http:\/\/www.ovb-online.de\/leserbriefe\/kuenftig-alle-schueler-aufs-gymnasium-3599308.html\">Leserkommentaren<\/a> zu diversen Inklusionsberichten diverser Medien betont:<\/p>\n<blockquote><p>F\u00fchlt  es sich toll an, wenn man trotz Lerneifer immer zu den schlechtesten  Sch\u00fclern geh\u00f6rt? Sollen die Universit\u00e4ten auch die Pr\u00fcfungen und Noten  abschaffen oder Studenten nur noch nach individuellem &#8222;Bem\u00fchen&#8220;  bewerten? Was sind dann noch die Abschl\u00fcsse wert, und wie sollen dann  die Arbeitgeber entscheiden, wer f\u00fcr eine Position infrage kommt? K\u00f6nnen  Sie sich vorstellen, dass jemand mit Lese-\/Rechtschreibschw\u00e4che  Zeitungsartikel schreibt?<\/p><\/blockquote>\n<p>Auf den Punkt gebracht m\u00f6ge also jeder die folgenden Fragen m\u00f6glichst unvoreingenommen f\u00fcr sich beantworten:<\/p>\n<ul>\n<li> Sind Sie der Meinung, dass Ihre nichtbehinderten Kinder von einem geistig behinderten Lehrer unterrichtet werden k\u00f6nnten?<\/li>\n<li> Sind Sie der Meinung, dass in Sachsens Bildungssystem gegenw\u00e4rtig ein geistig Behinderter Abitur machen und an einer Hochschule einen akademischen Grad ablegen kann?<\/li>\n<li> Sind Sie der Meinung, dass ein geistig Behinderter \u2013 gesetzt den Fall, er h\u00e4tte einen p\u00e4dagogischen Hochschulabschluss erworben \u2013 in Sachsens Bildungssystem als Lehrer arbeiten kann, der gleicherma\u00dfen von Vorgesetzten, Kollegen, Eltern, Sch\u00fclern und der \u00d6ffentlichkeit akzeptiert ist?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nochmals  Kramp-Karrenbauer in der ZEIT 31\/2014: &#8222;Man kann sich des Eindrucks  nicht erwehren, dass dabei der gesunde Menschenverstand, ein n\u00fcchterner  Blick f\u00fcr M\u00f6glichkeiten &#8230; und vor allem die Bed\u00fcrfnisse der  Betroffenen auf der Strecke bleiben.&#8220; Wir haben uns &#8211; abgesehen vom  &#8222;gesunden Menschenverstand&#8220; &#8211; nicht umsonst f\u00fcr \u201eMut zur Wahrheit\u201c  entschieden. Der Kampf daf\u00fcr durchzieht berechtigterweise eine bestimmte bildungsb\u00fcrgerliche Schicht jenseits  aller Parteizugeh\u00f6rigkeit. Der schon zitierte Wolfgang Fottner <a href=\"http:\/\/www.deutscherarbeitgeberverband.de\/aktuelles\/dav_aktuelles_2014-06-23_bildung.html\" target=\"_blank\">emp\u00f6rt<\/a> sich:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas  kaputtreformierte deutsche Bildungssystem bringt heute deutlich weniger  qualifizierte Menschen hervor, die zu allem \u00dcberfluss nicht selten auch  noch schlechter ausgebildet sind. Wer die Misere beseitigen will, tut  gut daran, der Natur \u00fcber die Schulter zu sehen, die ganz bewusst  unterschiedlich \u201atalentierte\u2018 Gesch\u00f6pfe produziert. Nur Vielfalt  garantiert das \u00dcberleben der Gesamtpopulation. Der Natur sind  kommunistische Ideen der Gleichmacherei fremd. Warum um alles in der  Welt sollen denn Bildungsabschl\u00fcsse vergleichbar sein? Wieso m\u00fcssen  Deutschlands Studenten und Auszubildende mit denen von Malta, Zypern  oder Rum\u00e4nien auf eine Stufe gestellt werden? Warum wird der Wettbewerb  zwischen den Nationen ausgeschaltet? Mit der Idee, die Quote an  Abiturienten und Studenten zu erh\u00f6hen, wird das genaue Gegenteil vom  Erhofften erreicht. Nicht nur hier zeigt es sich, dass Quoten Garanten  f\u00fcr den Einstieg in den Ausstieg sind.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Mir ist die  F\u00f6rderung Begabter wichtiger als die Unbegabter. Mir darum \u2013 wie von den  s\u00e4chsischen Behindertenverb\u00e4nden in der BILD, aber auch von Julia  Probst in den DNN hergeleitet \u2013 eine darwinistische N\u00e4he zu <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschichte_der_Euthanasie\">Euthanasie<\/a> zu unterstellen ist ebenso politisch erb\u00e4rmlich wie logisch absurd: geistig Behinderte mit k\u00f6rperlich Behinderten (wie Julia Probst selbst)  sowie Migranten (die ich nirgends erw\u00e4hnte) in einen Topf zu werfen,  zeugt au\u00dfer von Polemik nur noch von argumentativer Talentfreiheit.  Nicht bevorzugt zu werden bedeutet doch nicht, diskriminiert zu werden!<\/p>\n<p>Allerdings  passt diese Polemik bestens zum Zeitgeist. Sowohl zum allgemeinen, in  dem das mediale Injizieren eines nazinahen Schuldbewusstseins selbst zum  Berliner WM-Empfang gepflegt wird: Stichwort &#8222;So geht <a href=\"http:\/\/jungefreiheit.de\/debatte\/kommentar\/2014\/eine-nummer-kleiner-bitte\/\" target=\"_blank\">Gaucho<\/a>&#8222;. Zum Vergleich: als die <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/richard-dawkins-raet-zur-abtreibung-bei-downsyndrom-13110122.html\">FAZ<\/a> \u00fcber den Oxford-Biologen Richard Dawson berichtete, der positiv auf  Trisomie 21 getesteten werdenden M\u00fcttern zur Abtreibung riet und dazu,  es nach dem Motto &#8222;Vielleicht klappt es ja beim n\u00e4chsten Mal mit einem  gesunden Kind&#8220; einfach noch mal zu versuchen &#8211; liefen gerade 113  Kommentare ein, und nicht alle negativ!<\/p>\n<p>Diese Polemik passt aber auch und erst recht zum p\u00e4dagogischen <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/mollnitz82\/paradiesgaertlein-schule-1\" target=\"_blank\">Zeitgeist<\/a>:  \u201eDa per se mittlerweile alle als Talent gelten, ist weniger das  Leistungsverm\u00f6gen des einzelnen von Belang, denn dies \u00fcberhaupt ermessen  zu wollen erscheint schon als tendenzielle Diskriminierung, ja als  schlimme Selektion.\u201c Noch sch\u00e4rfer <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/inklusionsdebatte-unglaubliche-gleichmacherei-13057236.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\" target=\"_blank\">j\u00fcngst <\/a>Christian Geyer:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Nicht  jeder kann alles. Und nicht jeder kann das, was er kann, genauso gut  wie jemand anderer, der es besser kann. Die Pointe der  Inklusionssemantik liegt aber darin, jeden Unterschied als Ungleichheit  zu deuten und jede Ungleichheit als Ungerechtigkeit. So wird unter der  regulativen Idee der \u201eNormalisierung von Vielfalt\u201c ein egalit\u00e4res  Anspruchsdenken installiert, das so weit geht, Unterschiede als solche  m\u00f6glichst gar nicht mehr namhaft zu machen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>\u201eInklusion  ist aber so, als w\u00fcrde ich mit der Fu\u00dfballnationalmannschaft trainieren &#8211;  ich h\u00e4tte nichts davon und die Profis genauso wenig. Man muss einfach  Ungleichheit akzeptieren\u201c beschreibt ein <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/landtagswahlen-2014\/parteispitze-interveniert-afd-politiker-warnt-vor-behinderten-quote-bei-lehrern\/v_detail_tab_comments\/10086658.html?pageNumber=4&amp;commentSort=debate\">Kommentator<\/a> den eigentlich v\u00f6llig nat\u00fcrlichen Sachverhalt. <a href=\"http:\/\/www.deutscherarbeitgeberverband.de\/aktuelles\/dav_aktuelles_2014-06-23_bildung.html\" target=\"_blank\">Letztmals <\/a>Fottner:  \u201eWer ein geistig behindertes Kind zusammen mit nicht behinderten  Kindern beschulen m\u00f6chte, vergeht sich an beiden Gruppen bez\u00fcglich ihrer  Bildungsrechte.\u201c Und ich f\u00fcge hinzu: wer Nicht-Behinderte von geistig  Behinderten beschulen lassen m\u00f6chte, erst recht. Ich empfinde es schon  als Zumutung, solche Selbstverst\u00e4ndlichkeiten &#8211; \u00fcber die ich 52 Jahre  lang nicht nachzudenken geschweige zu diskutieren brauchte &#8211; heute zu  rechtfertigen. F\u00fcr solche Selbstverst\u00e4ndlichkeiten aber auch noch  politische  Konsequenzen ziehen zu m\u00fcssen und sich beruflich ein\u00e4schern  zu lassen ist irrational, dem\u00fctigend, unertr\u00e4glich. <\/p>\n<p>Auf einer abstrakteren Ebene zeigen sich hier auch die unterschiedlichen Resultate einer Sozialisation, die zu nicht nur zu unterschiedlichen Sprachen, sondern inkompatiblen Weltsichten f\u00fchrt: der Westen denkt singul\u00e4r-individualistisch, der Osten pluralit\u00e4r-systemisch. In meinem System \u201eStaatliche Schulbildung\u201c existiert die Regel, dass ein Trisomie 21 &#8211; Betroffener aufgrund seiner geistigen Behinderung und den damit verbundenen kognitiven, intellektuellen Beeintr\u00e4chtungen weder auf Lehramt studieren noch als Lehrer arbeiten kann. Von dieser Deutschland-Regel mag es nun eine spanische (!) Ausnahme wie Pineda geben. Aber keinesfalls ist es so, dass eine pl\u00f6tzlich vorfindbare Ausnahme sofort die alte Regel au\u00dfer Kraft setzt und eine neue konstituiert! S. \u017di\u017eek brachte das in einem SPIEGEL-Interview j\u00fcngst trefflich auf den Punkt:<\/p>\n<blockquote><p>Freiheit l\u00e4sst sich nicht ohne einen gewissen Dogmatismus aufrechterhalten. Ich will nicht einfach alles in Zweifel ziehen, infrage stellen lassen. Der freiheitliche Dogmatismus gr\u00fcndet in dem, was Hegel die sittliche Substanz nannte. Deshalb bin ich auch gegen jede Form der politischen Korrektheit: Diese versucht, etwas mit gesellschaftlichen und rechtlichen Verboten zu regeln, was integraler Bestandteil unserer sittlichen Substanz sein sollte.<\/p><\/blockquote>\n<p>Mir geht es um  Aufwertung statt Abwertung unserer Bildungsstandards, wahrscheinlich ist  genau dieses Engagement der Fehler. Aber Standards sind immer noch einheitliche oder vereinheitlichte, weithin anerkannte und meist angewandte (oder zumindest angestrebte) Modi, etwas durchzuf\u00fchren, die sich gegen\u00fcber anderen Modi durchgesetzt haben und in einem formalisierten oder nichtformalisierten Regelwerk\/ einer Norm beschrieben sind. Als solche sind sie nun mal nicht ohne Verallgemeinerungen, ohne Abstraktionen zu haben! <\/p>\n<p>Auch hier ein simples Praxisbeispiel. Wenn ich am ersten Tag eines neuen Semesters ca. 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn das Sekretariat betrete, erhalte ich eine Teilnehmerliste (die u.a. an der Berufsakademie Dresden zugleich eine Anwesenheitsliste darstellt). Der kann ich als Informationen entnehmen:<br \/>\na) die Zahl der Teilnehmer (die hat Auswirkungen auf die Raumgr\u00f6\u00dfe und mein Stimmverhalten)<br \/>\nb) idealerweise die Zahl an M\u00e4nnlein\/Weiblein<br \/>\nc) eventuell die Zahl der Studenten mit Migrationshintergrund (und je nach Namen auch deren ungef\u00e4hre Herkunft).<\/p>\n<p>Mehr nicht. Ich wei\u00df weder, ob die Studenten<br \/>\n&#8211; 18 oder 28 sind<br \/>\n&#8211; Single oder verheiratet sind und Kinder haben<br \/>\n&#8211; aus Dresden, Dortmund oder Dingolfing kommen<br \/>\n&#8211; ihr Abi mit 1,0 oder 3,9 schafften<br \/>\n&#8211; dieses Abi nach 12 oder 13 Jahren ablegten<br \/>\n&#8211; h\u00f6r-, seh-, geh- oder anderweitig behindert sind<br \/>\n&#8211; dieses Studium, eventuell gar nach Wartesemestern, als Erst-, Zweit- oder Drittstudium in derselben oder einer \u00e4hnlichen Studienrichtung aufnehmen oder fortsetzen<br \/>\n&#8211; mit dem erw\u00fcnschten Beruf und \/oder Fach bereits Vorerfahrungen gesammelt haben<br \/>\n&#8211; diese Vorerfahrungen im Falle der Publizistik die Produktion einer Hochzeitszeitung oder eine Lehre als \u201eMediengestalter digitale und Printmedien\u201c umfasste<br \/>\n\u2026all das wei\u00df ich nicht. <\/p>\n<p>Aber all das muss ich auch nicht wissen. Denn: wenn ich den Veranstaltungsraum betrete, habe ich die Vorlesung, den Seminarplan etc. fertig vorbereitet! Diese Vorbereitung basiert auf zwei S\u00e4ulen. Die erste ist die Studien- und\/oder Pr\u00fcfungsordnung (neudeutsch auch \u201eModulhandbuch\u201c), in der die Inhalte sowie die anzustrebenden Kenntnisse und Kompetenzen niedergeschrieben sind. Die zweite S\u00e4ule ist die Lehrperson mit ihren fachwissenschaftlichen und praktischen Kenntnissen sowie ihrer didaktisch-methodischen Kompetenz. Im Idealfall f\u00e4llt beides dergestalt zusammen, dass die Lehrperson die Inhalte der Studienordnung (mit) erarbeitet hat, was bei mir (BA Dresden, FH diploma Leipzig) oft der Fall war.<\/p>\n<p>Das Resultat also ist eine Veranstaltung, die einen bestimmten \u201eBildungsstandard\u201c setzt, nach dem die Studenten studieren m\u00fcssen und in den sie sich in der Regel dadurch integrieren, dass sie w\u00e4hrend der Veranstaltungen das dargebotene Wissen aufnehmen, verarbeiten und in Form der spezifischen Pr\u00fcfungsleistung (Klausur, Vortrag mit Hausarbeit, praktisches Produkt\u2026) wiedergeben. Wer diesem Standard \u2013 aus welchen Gr\u00fcnden auch immer \u2013 schlecht oder nicht gen\u00fcgt, ist doch kein schlechter Mensch! Er kann ja durchaus statt bspw. Medieninformatik zu studieren auf Wirtschaftsinformatik, Informationstechnik oder etwas ganz anderes ausweichen. Aber niemand hat ein Anrecht darauf, den Standard individuell so weit nach unten flexibilisiert zu bekommen, dass auch der letzte einen Abschluss erh\u00e4lt \u2013 einerlei, ob er die n\u00f6tigen Kenntnisse und damit die erforderliche Eignung aufweist oder nicht.<\/p>\n<p>&#8222;Die Debatte  um die Inklusion in Deutschland ist eine Debatte um Ma\u00dfst\u00e4be. Was ist  f\u00fcr uns normal und was nicht?&#8220;, fragte Kramp-Karrenbauer. Ich habe  Behinderten nie abgesprochen, dass sie nichts leisten k\u00f6nnten. Ich habe  auch nicht in Abrede gestellt geschweige geschrieben, dass man  sich von  Behinderten nichts annehmen k\u00f6nne &#8211; wer das interpretierte, wollte es  so interpretieren. Wir lesen, was andere schreiben, und erschrecken \u00fcber  unsere eigenen Gedanken dabei: &#8222;Was nicht in uns selber ist, das regt  uns nicht auf\u201c, wusste schon Hermann Hesses &#8222;Demian&#8220;.<\/p>\n<p>Aber in einer  Klasse von 25 Kindern k\u00f6nnte es einem behinderten Kind vielleicht etwas &#8222;besser&#8220; gehen (erst wenige qualitative Aussagen zumeist in Tages- und  Wochenzeitungen dazu liegen vor), 24 anderen, nichtbehinderten Kindern dagegen geht es eben nicht besser, und genau das kann nicht sein. Das  Marschtempo einer Gruppe richtet sich nun mal nicht nach dem Schnellsten; der F\u00f6rderung eines Sch\u00fclers steht die Nicht-F\u00f6rderung aller anderen gegen\u00fcber. Das sieht auch der Pr\u00e4sident des Deutschen Lehrerverbands  Josef Kraus <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/familie\/schule\/inklusion\/behinderte-kinder-oft-ueberfordert-inklusion-an-schulen-experten-melden-zweifel-an_id_3802694.html\">so<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Damit  ein Kind mit Down-Syndrom im Unterricht mithalten kann, m\u00fcsste man die  Klassengemeinschaft im Tempo drosseln. Das wird dem Gros der Sch\u00fcler  nicht gerecht.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Idee,  dass die Begabteren die weniger Begabten mit nach oben ziehen, ist ein  uralter Hut aus der Gesamtschul-Debatte: dann m\u00fcsste auch der  Kommentator von eben nach dem Training mit Schweinsteiger &amp; Co. zum  Nationalspieler werden. &#8222;Politik darf Inklusion nicht mit der  Brechstange durchsetzen, sondern mit Blick auf M\u00f6glichkeiten, Ressourcen  und die Interessen aller Beteiligten \u2013 auch der Nichtbehinderten.&#8220;  erkl\u00e4rte Kramp-Karrenbauer in dem schon zitierten ZEIT-Beitrag.<\/p>\n<p>Julia Probsts <a href=\"http:\/\/www.dnn-online.de\/dresden\/web\/dresden-nachrichten\/detail\/-specific%20\/Behindertenfeindlichkeit-darf-nicht-salonfaehig-werden-Gastbeitrag-von-Julia-Probst-zum-Fall-Hartung-4207148006\" target=\"_blank\">Behauptung<\/a>,  dass Kinder von Inklusion, egal welcher Art, profitieren, ist reines  Wunschdenken: es gibt keine modernen, belastbaren empirischen Studien, die Wissens- oder Kenntnisvorteile nichtbehinderter Kinder beim Lernen  mit Behinderten nachweisen. Selbst jenen oft erw\u00e4hnten, aber kaum  zitierten wie Feyerer 1998 (!), der auf einer <em>Fallstudie<\/em> beruht, oder Haeberlin\/Bless\/Moser\/Klaghofer 1991 (!), die ein Forschungsprojekt an <em>Schweizer<\/em> Regel- und Hilfsschulen auswerten, ist bestenfalls positiv konnotierte Ambivalenz zuzubilligen.<\/p>\n<p>In der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/UN-Konvention_%C3%BCber_die_Rechte_von_Menschen_mit_Behinderungen\" target=\"_blank\">UN-Konvention<\/a>,  an deren Umsetzung die Kultusminister derzeit arbeiten, ist nirgends  davon die Rede, dass Sonderschulen (die auch F\u00f6rderschulen hei\u00dfen)  abzuschaffen seien zugunsten inklusiver Beschulung in einer \u201eSchule f\u00fcr  alle\u201c, in die dann alle Behinderten aufzunehmen w\u00e4ren, wie es von den  Verfechtern der Einheitsschule propagandistisch als Imperativ der  Vereinten Nationen ausgegeben wird. Eine Konvention wird nicht besser  geschweige richtiger, wenn sie von der EU oder gar der UN &#8222;verordnet&#8220;  wird &#8211; im Gegenteil. (4) Hinzu tritt die von Otto <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Otto_Speck\">Speck<\/a> aufgedeckte Peinlichkeit, dass es sich um eine Fehl\u00fcbersetzung handeln m\u00fcsse. Sein Urteil liest sich in mehrfacher Hinsicht <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bildung\/inklusions-debatte-inklusive-missverstaendnisse-1.2182484\">vernichtend<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Wir  haben eigene Heime f\u00fcr bestimmte Menschengruppen wie etwa f\u00fcr alte, f\u00fcr  psychisch oder mental beeintr\u00e4chtigte Menschen&#8230;Vor diesem Hintergrund  verbietet es sich, institutionelle Gruppierungen schlechthin als  exkludierend zu denunzieren. Das Menschenrecht auf Teilhabe wird durch  partielle Exklusionen nicht aufgehoben&#8230;<br \/>\nEs wird verbl\u00fcfft gefragt: Hat denn niemand die zu erwartenden Kosten  berechnet? Voreilige Ministerien hatten sich erhofft, die entstehenden  Kosten f\u00fcr ein inklusives Schulsystem lie\u00dfen sich durch den Wegfall der  Kosten f\u00fcr das F\u00f6rderschulsystem kompensieren\u2026 w\u00fcrden sich die  Gesamtkosten f\u00fcr ein inklusives Schulsystem im Jahr 2020, das hei\u00dft nach  dem bis dahin zu erwartenden Geburtenr\u00fcckgang, bundesweit auf etwa 49  Milliarden Euro belaufen. Z\u00f6ge man die bisherigen Kosten f\u00fcr das  F\u00f6rderschulsystem in H\u00f6he von 15 Milliarden Euro ab, so verblieben als  notwendiger neuer Gesamtaufwand f\u00fcr ein inklusives Schulsystem noch  zus\u00e4tzliche 34 Milliarden. Nach dieser Berechnung kostet  ein p\u00e4dagogisch substanziell ausgebautes System schulischer Inklusion  mehr als doppelt so viel wie das F\u00f6rderschulsystem.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Rehabilitationswissenschaftler <a href=\"http:\/\/www.reha.hu-berlin.de\/personal\/mitarbeiter\/609346\/biographie\" target=\"_blank\">Karl-Ernst Ackermann<\/a> hat diese Forderungen unabh\u00e4ngig von ihrer Finanzierbarkeit gar prononciert unter Kitschverdacht <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/inklusion-alle-einschliessen-wollen-wir-das-12980560.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\" target=\"_blank\">gestellt<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAngesichts  der Tatsache, dass Inklusion in der modernen Gesellschaft als  Partialinklusion, das hei\u00dft als Inklusion in einige beziehungsweise  verschiedene Teilsysteme der Gesellschaft abl\u00e4uft \u2013 und dass eine Person  als Ganze in keinem Teilsystem gefragt ist, sondern immer nur im Blick  auf einige Rollen \u2013, muss die verkl\u00e4rende Rede von Inklusion und die  Hoffnung auf ,Totalinklusion\u2019 als das bezeichnet werden, was sie ist:  Inklusions-Kitsch. Kitsch, der zugunsten der Harmonisierung die  tats\u00e4chlichen Differenzen verdeckt und diese erst gar nicht sichtbar  werden l\u00e4sst.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Denn \u201eBildung\u201c verkommt so zu einem <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article129854880\/Die-Inklusion-schadetden-Behinderten-selbst.html\" target=\"_blank\">Szenario<\/a> von \u201eBetreuung\u201c: \u201eDas Prinzip Inklusion wei\u00df nichts von Bildungsg\u00fctern,  Schularten oder F\u00e4chern. Es kennt keine Rechtschreibung, keine  englische Satzkonstruktion, keine geschichtliche Epochenfolge, kein  Musikinstrument, keine Sporttechnik, keinen freien Vortrag eines  Gedichts. Die fachliche Anforderung, die das Lernen ausmacht, kommt  nicht vor. Aber mit Inklusion, so wird uns eingefl\u00fcstert, wird irgendwie  etwas Gutes gemeint.\u201c Dieses &#8222;Gute&#8220; stellt sich dann f\u00fcr den <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/inklusion-schuelerin-mit-downsyndrom-geht-aufs-gymnasium-a-991242.html\">SPIEGEL<\/a> in solchen Szenarien dar:<\/p>\n<blockquote><p>Als  die Gruppendiskussion losgeht, klinkt Lea sich aus. Sie dreht sich zu  Franka, k\u00e4mmt mit der Hand deren Haare &#8211; lang, blond und gl\u00e4nzend -,  spielt mit ein paar Str\u00e4hnen und flicht ihrer Mitsch\u00fclerin einen Zopf.  &#8222;Ich mag dich&#8220;, sagt Lea. &#8222;Ich mag dich auch, Lea&#8220;, sagt Franka. Lea  fasst Franka ins Gesicht, das M\u00e4dchen lacht. &#8230;<\/p><\/blockquote>\n<p>Prompt kann der Schluss nur <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/inklusion-schuelerin-mit-downsyndrom-geht-aufs-gymnasium-a-991242.html\">lauten<\/a>:  &#8222;&#8230;es geht hier um kein Lernziel, nicht ums Abitur oder \u00fcberhaupt  einen Schulabschluss. Es geht um die Integration in die Gesellschaft.&#8220;  Da bin ich mit Martenstein vollst\u00e4ndig kongruent, f\u00fcr den es bei &#8222;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/zeit-magazin\/2014\/36\/harald-martenstein-intelligenz\">Bildung<\/a>&#8220; aber darum geht, den Horizont von Sch\u00fclern zu erweitern, nicht darum, ihren Horizont widerzuspiegeln.<\/p>\n<p>Nach einer der j\u00fcngsten <a href=\"http:\/\/www.reflectere.net\/images\/daten\/elternsicht.pdf\" target=\"_blank\">Studien<\/a> (Langner 2011) sch\u00e4tzen gerade 7 % der Eltern ein, durchweg positive  Erfahrungen hinsichtlich der Inklusion\/ Integration des eigenen Kindes  gemacht zu haben (allerdings auch fast ausnahmslos f\u00fcr Krabbelgruppen  und Mutter-Kind-Gruppen), 77% der Eltern geben dagegen vor allem  negative Erfahrungen an.<\/p>\n<p>Befunde, die  auch noch aus einem anderen Grund  interessant sind: die Verfasserin  Anke Langner ist seit Oktober 2013 Professorin f\u00fcr  Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt \u201eInklusive Bildung\u201c an der  TU Dresden. Ohne meine \u00c4u\u00dferungen geschweige meine Argumente zu kennen,  stimmte sie der Fremdeinsch\u00e4tzung des Rektors zu und verweigert mir den  akademischen Diskurs \u2013 als ob die Qualit\u00e4t von Argumenten davon abh\u00e4ngt,  wer sie \u00e4u\u00dfert. Das ist nicht nur ein Beispiel f\u00fcr mangelnden  wissenschaftlichen Anstand, sondern vor allem f\u00fcr die Argumentlosigkeit  der inklusiven Parallelwelt, die sich im deutschen Bildungskosmos  entwickeln konnte und immer wieder <a href=\"http:\/\/jungefreiheit.de\/kultur\/gesellschaft\/2014\/die-reform-frisst-ihre-kinder\/\">kritisiert<\/a> wird:<\/p>\n<blockquote><p>Wie  seine Vorl\u00e4ufer ist der Ruf nach Inklusion ein Erzeugnis der Theorie,  nicht der Praxis. Er dient dazu, Schul-, Lern- und Bildungsforschern  Auftr\u00e4ge und einer ahnungslosen Kultusb\u00fcrokratie Vorw\u00e4nde zu  verschaffen, die ohnehin schon leidgepr\u00fcfte deutsche Schule mit weiteren  Reformen vollends zu \u00fcberfrachten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Einzig der Begriff &#8222;Homogenisierungswahn&#8220; wird diesem <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/jan-fleischhauer-ueber-inklusion-an-schulena-975644.html\" target=\"_blank\">Ph\u00e4nomen<\/a> noch gerecht: &#8222;Man sieht, es geht nicht um die Vermittlung von Wissen,  es geht um die Verwirklichung einer Utopie. \u2026 Alle praktischen Fragen  (&#8222;Wie soll das denn funktionieren&#8220;) werden mit Gewissensappellen vom  Tisch gewischt.&#8220; Ganz  abgesehen davon, dass mit diesen appellativen Ph\u00e4nomenen ja nicht nur  Behinderung oder Begabung, sondern inzwischen auch sexuelle Identit\u00e4t  wegdiskutiert und lieber &#8222;zugeschrieben&#8220; werden soll&#8230; Damit liegt fast  der n\u00e4chste Dystopie-Verdacht nahe \u2013 der einer neuen, reziproken  Separation: die vielen Verschiedenen m\u00fcssen mit aller Macht gleich  werden, nur wenige ebenso einflussreiche wie verm\u00f6gende Gleiche sollen  ihre Verschiedenheit bewahren d\u00fcrfen\u2026<\/p>\n<div>\n<dl id=\"attachment_1861\">\n<dt><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ink.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" title=\"Inkklusion\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ink-1024x561.jpg\" alt=\"\" width=\"564\" height=\"309\" \/><\/a> <\/dt>\n<dd>Inklusion: Quelle: http:\/\/www.westfalia-kinderhaus.de\/images\/marian-indlekofer-sozialverband-vdk-bayern-e.-.jpg<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<p>Der  Institution Schule w\u00fcrde somit eine Aufgabe zugewiesen, die ihr ebenso  wenig zukommt wie sie sie leisten kann: es ist paradox, ein gemeinsames  System f\u00fcr alle Menschen zu etablieren, ohne dass jemand ausgegrenzt  oder stigmatisiert wird, und dabei auch noch anzunehmen, dass das ohne  Anpassung vonstatten geht. 24 Individuen sollen ihre Ich-Empfindungen, ihre Bildungsw\u00fcnsche verdr\u00e4ngen zugunsten <em>eines<\/em> anderen? &#8222;Wir  wollen nicht, dass die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Randgruppe zur Tugend und  zum Privileg umgedeutet wird&#8230;&#8220; brachte das Bernd Lucke auf den <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/BerndLuckeMdEP\/photos\/a.765899106766679.1073741828.751083248248265\/787630567926866\/?type=1&amp;fref=nf\">Punkt<\/a>. Matthias Zimmer hat das Dystopische einer Privilegierung treffend <a href=\"http:\/\/www.fnp.de\/frankfurterstimmen\/matthiaszimmer\/art2784,1337421\">erkannt<\/a>: <\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas Problem mit der Quote ist, dass irgendwann einmal jede Gruppe von sich behaupten kann, sie sei strukturell benachteiligt und unterrepr\u00e4sentiert. Dann erheben etwa die Lesben, Schwulen und Transgender-Aktivisten die Forderung nach einer Quote, gefolgt von den Muslimen, den Aussiedlern, den Alten, den Jungen usw. Die Gesellschaft zerf\u00e4llt in Interessengruppen, die sich als Opfer unzureichender Repr\u00e4sentation und struktureller Benachteiligung darstellen. Am Ende besteht die Gesellschaft nur noch aus Opfern \u2013 und denjenigen, die keiner dieser Gruppen angeh\u00f6ren, aber f\u00fcr alles Leid der Gesellschaft verantwortlich gemacht werden.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Anspruch des Einzelnen hat aber dort seine Grenze, wo das Wohl der Vielen, ja der Gesellschaft als Ganzes Schaden nimmt. Harald Melzer begr\u00fcndete das im SPIEGEL 08\/15:77 soziologisch: Die Individualisierung aller Problemlagen liegt v\u00f6llig diametral zu dem, wof\u00fcr wir Rechtsstaaten und Demokratien erfunden haben.&#8220; Hat irgendjemand die nichtbehinderten Mitsch\u00fcler oder gar deren Eltern gefragt, ob sie mit einem behinderten Kind in der Klasse einverstanden sind? Denn gerade auch nichtbehinderte Mitsch\u00fcler <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/Fragen-Brett\/read.php?101,1816789\">artikulieren<\/a> sich inzwischen im Netz:<\/p>\n<blockquote><p>Manchmal  geh ich nur auf Toilette, um kurz Ruhe zu haben. Ich denke, es w\u00e4re  besser f\u00fcr ihn, auf eine andere Schule zu gehn. Ich glaube nicht, dass  er jemals den Abschluss schaffen wird, und f\u00fcr seine Mitsch\u00fcler ist es  auch nicht sch\u00f6n. Ich weiss, er kann nichts daf\u00fcr, aber ganz ehrlich: Es  ist nicht fair, dass man wegen ihm gest\u00f6rt wird!<\/p><\/blockquote>\n<p>Also: 24 sollen multiplizieren, der f\u00fcnfundzwanzigste aber will <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/wie-lehrer-inklusion-lernen-das-kleine-einmaleins-fuer-alle\/11064716.html\">Bilder<\/a> ausmalen? Das hat zum ersten f\u00fcr mich nichts mit Demokratie zu tun, sondern ihrem Gegenteil: der Diktatur, ja der Tyrannei eines einzelnen. Das l\u00e4uft zum zweiten nicht nur dem Sinn von Schule zuwider, die in erster Linie ein  Ort der Kompetenzvermittlung sein soll:&#8220;Schule ist dazu da, Talente zu  entfalten und zu Leistung zu ermutigen. Dabei ist es notwendig,  Unterschiede zuzulassen, auch institutionell. Wenn alle per Beschluss  gleich gut sind, ist die Leistung eines jeden entwertet&#8220;, so Ahrbeck im  SPIEGEL. Und: damit wird zum dritten eine verkopfte Wohlf\u00fchl- und damit  Schonwelt aufgebaut, in der die Fremdwahrnehmung wichtiger sein soll als  die Selbstwahrnehmung. Eine verkopfte Wohlf\u00fchl- und damit Schonwelt, in  der sich jeder zur\u00fccknehmen und mit dem zufrieden geben mag, was ihm  huldvoll von jenen gew\u00e4hrt wird, die sich diese Welt ausdachten. Das  hatten wir schon mal, und ich werde alles daf\u00fcr tun, dass sich das nicht  wiederholt. Der unserer Positionen sicher v\u00f6llig unverd\u00e4chtige  SPD-Bildungsminister MV, Mathias Brodkorb, hat erst vor wenigen Monaten  unter der Schlagzeile &#8222;Warum Inklusion unm\u00f6glich ist&#8220; die Gef\u00e4hrlichkeit  solcherart &#8222;Kommunismus f\u00fcr die Schule&#8220; <a href=\"http:\/\/www.bildung-mv.de\/export\/sites\/bildungsserver\/bilder\/logos_icons\/inklusionsband1_Menschenbild_2.pdf\">gegei\u00dfelt<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Wie  soll es funktionieren, wenn alle Kinder in ihrer Unterschiedlichkeit  demselben Lernstoff folgen? Die einfache Antwort lautet: Das ist  unm\u00f6glich. Die Anh\u00e4nger einer radikalen Inklusion verabschieden sich  daher ganz klar von zentralen Bildungsstandards. Die Standards sollen  nicht zentral vorgegeben werden und im Grundsatz f\u00fcr alle gelten,  sondern es soll umgekehrt Schule ausgehend von jedem einzelnen Sch\u00fcler  und jeder einzelnen Sch\u00fclerin her gedacht werden: Nicht die behinderten  Kinder m\u00fcssen f\u00fcr das System fit gemacht werden, sondern umgekehrt das  System f\u00fcr das behinderte Kind.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nicht das  Bestreben, immer mehr Weniggebildete studieren zu lassen, sondern  umgekehrt weniger, aber daf\u00fcr die Bestgebildeten an die Unis zu holen,  muss die Konsequenz sein \u2013 und genau die ist politisch nicht mehr <a href=\"http:\/\/\" target=\"_blank\">gewollt<\/a>:  \u201eDoch auch wenn man das Studium rein \u00f6konomisch als Ausbildung und  Voraussetzung f\u00fcr eine Karriere betrachtet, muss man einen  galoppierenden Wertverfall feststellen. Je mehr Menschen ein Gut  besitzen, desto weniger taugt es als Aush\u00e4ngeschild f\u00fcr Status. Selbst  ein schwacher Student geh\u00f6rte selbstverst\u00e4ndlich zu einer Elite, als nur  acht Prozent seines Jahrgangs studierten. F\u00fcr heutige Studenten gilt  das wohl kaum.\u201c Ich m\u00f6chte mich aber nie von einem Arzt behandeln  lassen, der sein Diplom nicht seinem Wissen, sondern einem System  verdankt.<\/p>\n<p>Eine  (Wieder-)Elitisierung f\u00fcr Spanien zu fordern steht mir nicht zu, aber  f\u00fcr Deutschland allemal. Dass diese Forderung richtig und wichtig ist,  zeigt gegenw\u00e4rtig eine Absurdit\u00e4t an der<a href=\"https:\/\/www.hs-mittweida.de\/\" target=\"_blank\"> Hochschule<\/a> Mittweida. Hier werden Diplom-Absolventen ohne Promotion auf  Professuren berufen und dabei verpflichtet, ab Oktober 2014  lehrbegleitend ihren Master zu absolvieren, um f\u00fcr alle angebotenen  Abschl\u00fcsse (darunter eben auch Master) pr\u00fcff\u00e4hig zu sein \u2013 und das,  obwohl es in Deutschland \u2013zig arbeitslose bzw. sich von Befristung zu  Befristung hangelnde promovierte Absolventen zwischen 25 und 35 gibt:  ca. 80 000 waren es <a href=\"http:\/\/rlp.verdi.de\/positionen_hintergruende\/themen-archiv\/tribunal_ungeschuetzte_arbeit\">2008<\/a>;  von denen im Alter 35+ gar nicht zu reden. Der Schluss liegt nahe, dass  heute nur noch berufen wird, wer zum einen angepasst und zum anderen  weniger qualifiziert ist als die Berufenden, damit deren fachlicher und  sozialer Status Quo unanfechtbar bleibt \u2013 auch das indiziert Konvergenz  und Werteverfall.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Politik\" target=\"_blank\">Politik<\/a> muss man lernen. Ich habe 51 Jahre keine betrieben, da ich mich darauf  verlie\u00df, dass jene, die sie betreiben, sie auch mit mir und f\u00fcr mich  machen und vor allem gut machen. Nat\u00fcrlich wagen sich erfahrene  Politiker zumal in Wahlkampfzeiten nicht in die N\u00e4he eines potenziell  kontroversen Themas, zu dem die allgemeine Gef\u00fchlslage noch unklar ist &#8211;  Wissenschaftler und Privatpersonen dagegen schon. Mein nicht politisch  gewolltes, aber so verstandenes Posting sollte dazu beitragen,  kontroverse Denkanst\u00f6\u00dfe zur Weiterf\u00fchrung des Diskurses zu liefern, um  die G\u00fcte wenn nicht von Politik, dann wenigstens von P\u00e4dagogik zu  bef\u00f6rdern. Aber Kritik ist offenbar nur dann erw\u00fcnscht, ja erlaubt, wenn  man die Diskussion gewinnen kann; <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walter_Scheel\">Walter Scheel<\/a> h\u00e4tte seine helle Freude <a href=\"http:\/\/www.gutzitiert.de\/zitat_autor_walter_scheel_thema_demokratie_zitat_817.html\">gehabt<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Demokratisch  ist es, dem anderen zuzuh\u00f6ren, seine Meinung zu erw\u00e4gen, das, was einem  selbst einleuchtet, zu akzeptieren und gegen das \u00fcbrige, unter  st\u00e4ndiger Wahrung des Respektes vor der Person des anderen, seine  Gegenargumente hervorzubringen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aufgrund der  Folgeberichterstattung passierte das nun aber nicht in dem Duktus, der  mir vorschwebte: verschiedentlich fiel gar der Begriff \u201emediale  Hinrichtung\u201c.<\/p>\n<div>\n<dl id=\"attachment_1812\">\n<dt><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild9.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" title=\"Bild9\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild9-1024x465.jpg\" alt=\"FB-Screenshot \" width=\"564\" height=\"255\" \/><\/a> <\/dt>\n<dd>FB-Screenshot <\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<p>Gernot Bauer hat das Ph\u00e4nomen j\u00fcngst als &#8222;Schwarmbrualit\u00e4t&#8220; <a href=\"http:\/\/www.profil.at\/articles\/1449\/980\/378627\/ohrenzieher-wie-presse-kommentar-fatwa\">gegei\u00dfelt<\/a> und gemutmasst, dass, wer nur noch soziale Medien konsumiert, offenbar verlernt, sinnerfassend zu lesen:<\/p>\n<blockquote><p>Im Pulk mit zehntausend anderen br\u00fcllt es sich leicht. Noch leichter br\u00fcllt es sich gegen einen Einzelnen. Am leichtesten aber br\u00fcllt es sich gegen einen Einzelnen, der sich das exponierte Amt eines Schiedsrichters\/Kommentators anma\u00dft und prompt falsch pfeift\/kommentiert.<\/p><\/blockquote>\n<p>Im <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/grundgesetz\" target=\"_blank\">GG<\/a> lautet die Ziff. 3 des Artikels 3 \u201eNiemand darf wegen seines  Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner  Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religi\u00f6sen oder <strong>politischen Anschauungen<\/strong> benachteiligt oder bevorzugt werden.\u201c <strong>Diesen  Passus als Ex-DDR-B\u00fcrger 24 Jahre nach der Einf\u00fchrung dieses  Grundgesetzes rechtfertigend bem\u00fchen zu m\u00fcssen, grenzt f\u00fcr mich an  Schizophrenie<\/strong> \u2013 auch wenn das Bem\u00fchen vergeblich war: mit der  Nichtgew\u00e4hrung weiterer Lehrauftr\u00e4ge an der TU Dresden nach 32 und der  BA Dresden nach 14 Semestern fast ununterbrochener Lehre ist mein  Gesch\u00e4ftsmodell als Freier Dozent zerst\u00f6rt &#8211; und damit meine Existenz  ruiniert. Ein Quasi-Berufsverbot wegen einer Meinungs\u00e4u\u00dferung &#8211; soviel  zum <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/rechte-konkurrenz-durch-afd-schande-13216838.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">Demokratieverst\u00e4ndnis<\/a> in diesem Staatswesen:<\/p>\n<blockquote><p>Aus  dem demokratischen Spektrum d\u00fcrfen nur die Standpunkte und Forderungen  ausgegrenzt werden, die auf Abschaffung der Demokratie und der  Menschenrechte zielen, zum Beispiel der Meinungsfreiheit selbst. So viel  Ausgrenzung muss sein, aber mehr auch nicht. Denn Ausgrenzung betrifft nicht die Richtigkeit, sondern die Zul\u00e4ssigkeit von Argumenten. Genau  genommen entscheidet sie nicht einmal dar\u00fcber, was man sagen darf,  sondern wer was sagen darf. Sie dient nicht der fairen  Auseinandersetzung, sondern setzt ihr ein Ende. Ausgrenzung ist ein  Werkzeug der Macht.<\/p><\/blockquote>\n<p>Alexander Grau hat das drastisch aus der Perspektive der Toleranz-Akzeptanz-Diskussion <a href=\"http:\/\/www.cicero.de\/salon\/kritik-gegen-ard-toleranzwoche-die-entruestung-ist-scheinheilig-und-unueberlegt\/58486\">bekr\u00e4ftigt<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>&#8230;Bleiben nat\u00fcrliche Eigenschaften, f\u00fcr die der Mensch nichts kann, sein Alter etwa oder eine Behinderung. Keine Frage: Selbstverst\u00e4ndlich w\u00e4re es w\u00fcnschenswert, wenn sie von allen Mitmenschen akzeptiert w\u00fcrden. Doch bedeutet das zugleich, dass ein Anspruch darauf besteht? Nein, das bedeutet es nicht. Denn an diesem Punkt kollidiert der passive Anspruch auf Akzeptanz mit den aktiven Freiheitsrechten des Einzelnen \u2013 und sogar mit dem heiligen Gral aller Freiheitsrechte, der Gedankenfreiheit. Kurz: Menschen haben auch das Recht auf eine Meinung, die der Mehrheitsmoral widerspricht. So liegt es im Freiheitsrecht jedes Einzelnen, despektierliche Ansichten \u00fcber seine Mitmenschen zu haben. Dieses Recht auf Gedanken- und Meinungsfreiheit geht sehr weit. Es findet seine Grenze nur im Strafgesetzbuch.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und soviel  auch zum Grundgesetzverst\u00e4ndnis der Medien: keinem Journalisten &#8222;fiel&#8220;  ein, dass es diesen Passus gibt. Dass dann ein Rektor bei PEGIDA sein Neutralit\u00e4tsgebot medienunbeachtet einfach so vergessen darf, passt da bestens ins Bild. Ganz abgesehen davon, dass die  wenigsten Medien mit mir sprachen, aber alle \u00fcber mich &#8211; es h\u00e4tte ja das  vorgefasste Urteil revidieren k\u00f6nnen&#8230; Nicht ich also habe eine &#8222;<a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/landtagswahlen-2014\/parteispitze-interveniert-user-aergern-sich-ueber-geloeschte-debatte\/10086658-3.html\">bizarre Debatte<\/a>&#8220; losgetreten &#8211; nein, bizarr wurde sie durch das, was Dieter Nuhr und <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/kultur\/-Der-Zeitgeist-ist-heute-gruen-und-der-ist-in-mir-auch-am-Werk-\/story\/31615222\">Peter Sloterdijk<\/a> jetzt <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article133657850\/Herr-Nuhr-sind-Sie-ein-islamophober-Hassprediger.html\">so<\/a> ausdr\u00fcckte:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Ich  habe kein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass die bei uns lange erk\u00e4mpfte  Meinungsfreiheit nicht mehr ernst genommen wird, wenn sich jemand  beleidigt zeigt.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>&#8222;Es gibt kein Recht, von Beleidigungen frei zu bleiben, erst recht keinen Anspruch auf \u00dcberempfindlichkeit.&#8220; <\/p><\/blockquote>\n<p>Meike Winnemuth <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/panorama\/meike-winnemuth-kolumne-je-suis-franz-josef-2187254.html?utm_source=facebook-fanpage&#038;utm_medium=link&#038;utm_campaign=200415-1033\">kommentierte<\/a> treffend: &#8222;Das bezog sich auf t\u00f6dlich beleidigte Islamisten, es l\u00e4sst sich aber genauso auf die gereizte Unf\u00e4higkeit anwenden, Andersdenkenden oder -schreibenden oder meinetwegen auch nur Andersbrabbelnden die Freiheit zuzugestehen, genau das zu tun. Immer wenn soziale Koh\u00e4renz nur durch Abschaffung des gerade Missliebigen m\u00f6glich ist, wird es brandgef\u00e4hrlich.&#8220;<\/p>\n<p>Und die Debatte blieb  bizarr durch die unsachlichen, an jeder p\u00e4dagogischen Realit\u00e4t vorbeigehenden Wertungen und Unterstellungen, mit denen ich mich  nat\u00fcrlich, und mit jeder einzeln, auseinandersetzen wollte und musste: &#8222;Zu kalt zu wirken ist heutzutage ein weitaus gr\u00f6\u00dferes Verbrechen als zu reich zu sein&#8220;, konstatierte Jan Fleischhauer im SPIEGEL. Dass mir eine 30j\u00e4hrige Piratin und Geb\u00e4rdendolmetscherin aus  Baden-W\u00fcrttemberg berufliche Kompetenz als Dozent abspricht &#8211; und das  als Nichtdozentin und Nichtjournalistin in einem vor Spekulationen und  Diffamierungen strotzenden Sch\u00fcleraufsatz, den eine wenn auch kleine,  dennoch sich bis dato seri\u00f6s gerierende Dresdner Tageszeitung  abzudrucken sich nicht entbl\u00f6dete &#8211; geschenkt. Abgesehen davon, dass  schon <a href=\"http:\/\/www.dnn-online.de\/dresden\/web\/regional\/kultur\/detail\/-\/specific\/Verwirrung-und-Bohnenkraut-Ein-Selbstversuch-auf-dem-Lingnermarkt-in-Dresden-448741779\">Volont\u00e4rinnen<\/a> dieser Zeitung nochmal nicht mehr wissen, ob ein Pfund zwei Kilo oder  doch blo\u00df ein halbes sind&#8230; Aber in sozialen Medien war  zeitweilig  sogar Schlimmeres als nur die Verweigerung meiner Denkanst\u00f6\u00dfe  beobachtbar:<\/p>\n<div>\n<dl id=\"attachment_1813\">\n<dt><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild8.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" title=\"Bild8\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Bild8-1024x434.jpg\" alt=\"FB-Screenshot \" width=\"565\" height=\"239\" \/><\/a> <\/dt>\n<dd>FB-Screenshot <\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<p>Nat\u00fcrlich  merkte ich im Nachhinein, dass ich mich mit meinem Beitrag in einem  nicht unbedingt geeigneten Medium vergaloppiert hatte \u2013 weder sind meine  ironisch-sarkastischen \u00dcberspitzungen angekommen noch h\u00e4tte ich dieses  Thema mit dieser Wortwahl ansprechen sollen. Aber da trennte ich \u2013  unbewusst \u2013 tats\u00e4chlich die private von der politischen Person. Dass  politische Gegner wie die angstschlotternde FDP im Wahlkampf jede leichtsinnige Mehrdeutigkeit gnadenlos ausnutzen, erst recht massenmedial ausnutzen  lassen, liegt in der Natur der Sache \u2013 sie w\u00e4ren dumm, unterlie\u00dfen sie  es: man nehme einen Fakt, mache ihn mit dem richtigen &#8222;Spin&#8220; publik und  suche Verlautbarungsjournalisten, die sich instrumentalisieren lassen.  Und die gab und gibt es immer, zumal bei Medien, denen es vor allem um  Aufmerksamkeit und Auflage geht, wie j\u00fcngst Schl\u00fcter <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/panorama\/aus-aller-welt\/entstehung-eines-shitstorms-warum-die-medien-eine-mitschuld-haben\/10778756.html\">beklagte<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Sieht  man sich als einen Dienstleister, der prim\u00e4r unterhalten oder schockieren m\u00f6chte? Oder beinhaltet das journalistische  Selbstverst\u00e4ndnis auch eine medienethische Dimension? Es ist auffallend,  dass im digitalen Raum ausgetragene Kontroversen h\u00e4ufig eine Emotionalit\u00e4t und Tragweite bekommen, die dem Anlass gar nicht mehr angemessen erscheinen. Hier m\u00fcssen wir uns auch als Gesellschaft fragen, welche Medienkultur wir pflegen wollen. Etwas mehr Sachlichkeit und Gelassenheit w\u00fcrde da aktuell gut tun.<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Kampf um  Aufmerksamkeit nun k\u00f6nnen Informationen \u00fcbertrieben oder \u00fcbergangen  werden: aus der perfekt im Ged\u00e4chtnis haftenden Verk\u00fcrzung  &#8222;AfD-Landesvize hetzt gegen Behinderte&#8220; wird bei BILD dann halt ein &#8222;AfD-Hetzer&#8220;. <\/p>\n<div id=\"attachment_2837\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/10394484_10206384780957904_5120572417640278540_n.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2837\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/10394484_10206384780957904_5120572417640278540_n-300x212.jpg\" alt=\"BILD-Beschreibung von H.M.Enzensberger. Quelle: privat.\" title=\"10394484_10206384780957904_5120572417640278540_n\" width=\"300\" height=\"212\" class=\"size-medium wp-image-2837\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/10394484_10206384780957904_5120572417640278540_n-300x212.jpg 300w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/10394484_10206384780957904_5120572417640278540_n.jpg 511w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2837\" class=\"wp-caption-text\">BILD-Beschreibung von H.M.Enzensberger. Quelle: privat.<\/p><\/div>\n<p>Roland Tichy <a href=\"http:\/\/www.rolandtichy.de\/daili-es-sentials\/ukraine-und-pegida-vertrauen-journalisten-sinkt\/\">bezeichnete<\/a> das als \u201e<em>Hinrichtungsjournalismus<\/em>\u201c:<\/p>\n<blockquote><p>Dabei wird nicht versucht, Menschen Ausdruck zu verleihen, sondern sie bewusst misszuverstehen, Aussagen zu verk\u00fcrzen, aus dem Zusammenhang zu rei\u00dfen, um diese Menschen negativ vorzuf\u00fchren. Das schafft Schlagzeilen, denn die Meute greift auf, was andere ihr vorwerfen. Dagegen wehren sich immer mehr Menschen, denen ein Presserechtler nicht zur Verf\u00fcgung steht, durch Schweigen. Profis umgeben sich mit Pressesprechern, Anw\u00e4lten und Aufpassern; lassen sich Interviews zur Autorisierung vorlegen und schw\u00e4chen problematische Aussagen ab. Umso anstrengender wird die Jagd und die Suche nach \u201eauthentischen\u201c Aussagen, die sich skandalisieren lassen. Beispiele f\u00fcr diese Art \u201eHinrichtungsjournalismus\u201c finden sich zu viele; immer wenn ein verk\u00fcrztes Zitat eingesetzt wird, kann man davon ausgehen: Hier wird die Wahrheit durch \u00dcberspitzung zumindest verdreht, oft v\u00f6llig verkehrt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Schon Hannah Arendt hat konstatiert, dass Meinungsfreiheit und konformistische \u00f6ffentliche Meinung unvereinbar seien, weil Meinungsbildung nur dadurch entstehe, dass man sich auf andere Meinungen einlasse. Werde jede abweichende Meinung jedoch durch die Medien moralisch diskreditiert und zum Tabu erkl\u00e4rt, sei die Meinungsfreiheit tot \u2013 und damit auch die Republik. Es ist eine wesentliche Begr\u00fcndung f\u00fcr die Erschwernis, ja Aussichtslosigkeit, die Inklusionsdebatte gewisserma\u00dfen rational und damit offenbar nonkonformistisch zu f\u00fchren: darf sich, damit eine Mehrheit sich entfalten kann, das f\u00fcr eine Minderheit, ja ein Individuum &#8222;<em>anf\u00fchlen<\/em>&#8220; als Beschr\u00e4nkung von deren \/ dessen M\u00f6glichkeiten, Ressourcen und Interessen, oder wird damit die Diskussion \u00fcber das Bezeichnete hingelenkt zu einer moralischen Debatte \u00fcber den Bezeichnenden? Einzig die Moralpsychologie hilft hier weiter &#8211; aber eben nur jenen, die sich damit dezidiert und nicht auf Stammtischniveau befassen. (5) Dieter E. Zimmer hat das 1993 deutlich bemerkt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Es z\u00e4hlt nicht, ob etwas (subjektiv) rassistisch oder sexistisch gemeint war, auch nicht, ob es (objektiv) Rassismus und Sexismus bef\u00f6rdert, und schon gar nicht, ob es richtig oder falsch ist \u2013 es gen\u00fcgt, da\u00df ein Angeh\u00f6riger einer Minorit\u00e4t (oder jemand, der in ihrem Namen zu sprechen vorgibt) sich rassistisch oder sexistisch beleidigt glaubt. &#8230; Das Fatale an der PC, so scheint es mir, ist nicht, da\u00df da diskutiert wird, und zwar hart; sondern da\u00df manche Diskussionen von vornherein gar nicht stattfinden k\u00f6nnen, oder h\u00f6chstens in Form von Schauprozessen.&#8220; <\/p><\/blockquote>\n<p>Dirk Popp hat die, wie ich sie nenne, &#8222;Affektlogistik&#8220; k\u00fcrzlich knapp <a href=\"http:\/\/crisiseverywhere.com\/\" target=\"_blank\">zusammengefasst<\/a>:  &#8222;Krisen haben zu einem gro\u00dfen Teil mit Emotionen zu tun, und die sind  ab  einem gewissen Punkt auch von den professionellsten Leuten dieser  Welt  nicht mehr steuerbar.&#8220; Vielleicht h\u00e4tte ich das <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-110117944.html\">SPIEGEL<\/a>-Interview mit Karl Lauterbach vorher finden sollen:<\/p>\n<blockquote><p>Die  Intelligenz eines Wissenschaftlers zum Beispiel ist in der Politik oft  nicht nur wertlos, sie schadet sogar. Wissenschaftliche Intelligenz  bedeutet, dass man abstrahiert. In der Politik z\u00e4hlt jedoch das  Konkrete. Wissenschaftler lieben Details und lange Vortr\u00e4ge, Politik  braucht eine extreme Zuspitzung durch Bilder, plakative S\u00e4tze oder eine  Story. Wissenschaftler glauben, dass sich am Ende immer das bessere  Argument durchsetzt. Das ist aber eher die Ausnahme. <strong>Man muss sein Argument auch darauf \u00fcberpr\u00fcfen, ob es verhetzbar ist, ob es absichtlich missverstanden werden kann<\/strong>.<\/p><\/blockquote>\n<p>Politik wird  in Deutschland eben nicht mehr durch die argumentative  Auseinandersetzung um die besten Ideen, Argumente und Konzepte  betrieben, sondern fast ausschlie\u00dflich durch das Sch\u00fcren von Emotionen.  \u00dcbrig bleibt porentief reine Schuldpropaganda, die jene, die sie zu  waschen begannen, einfach geschickter zu schleudern und schneller in  trockne T\u00fccher zu bringen wussten. Und dass affektiv gestimmte  Bev\u00f6lkerungsschichten zumal in AfD-kritischem Meinungsklima verf\u00fchrbar  sind, sich medial vorattribuierte Frames zu eigen zu machen statt sich  die Realit\u00e4t selbst anzueignen, liegt sicher in der Natur des  mediengepr\u00e4gten Durchschnittsdeutschen des Jahres 2014, der nach  Orientierung d\u00fcrstet, aber aus der Meinungsw\u00fcste nicht mehr  herausfindet. Thorsten Hinz hat den Mechanismus <a href=\"http:\/\/jungefreiheit.de\/kolumne\/2014\/ein-mann-mit-zukunft\/\" target=\"_blank\">historisiert<\/a> &#8211; eigentlich m\u00fcsste man dar\u00fcber erschrecken:<\/p>\n<blockquote><p>Anschw\u00e4rzer haben Hochkonjunktur, wenn die Kluft zwischen der   herrschenden Ideologie und der Wirklichkeit offensichtlich wird. Die   Institutionen sind dann bestrebt, eine Atmosph\u00e4re latenter Unsicherheit   und Ausgrenzungsfurcht zu erzeugen, die die Menschen dazu bringt, sich   gem\u00e4\u00df den ideologischen Pr\u00e4missen zu verhalten. In dieser Hinsicht n\u00e4hert sich die Bundesrepublik der DDR immer mehr an.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein eigenes  Kapitel ist dabei f\u00fcr mich, warum \u2013 wie im Threadverlauf beobachtbar \u2013  vor allem junge Menschen dieser Emotionalit\u00e4t, ja Affektivit\u00e4t verfallen  und sich unreflektiert fremde Mainstream-Perspektiven nach Art einer  Jasager-Mentalit\u00e4t zu eigen machen: eine Herde von Mitl\u00e4ufern, die unter dem Deckmantel der Zivilgesellschaft pl\u00f6tztlich zur Hetzmeute mutiert. An die Stelle des &#8222;denkt nach&#8220; ist das &#8222;emp\u00f6rt euch&#8220; getreten: es ist offenbar nicht mehr so wichtig, wie sich die Dinge zueinander verhalten, sondern vielmehr, wie man zu ihnen steht &#8211; respektive, was sie in einem ausl\u00f6sen. Schon Norbert Bolz <a href=\"http:\/\/journalistenwatch.com\/cms\/2015\/02\/14\/linke-zerstoerungswut-erst-die-wahlplakate-dann-die-gesellschaft\/ \">wusste<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDer Politischen Korrektheit geht es nicht darum, eine abweichende Meinung als falsch zu erweisen, sondern den abweichend Meinenden als unmoralisch zu verurteilen. Man kritisiert abweichende Meinungen nicht mehr, sondern hasst sie einfach. Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Neben Christiane Florin hat mit  Gabriele Krone-Schmalz auch eine prominente TV-Journalistin das Fehlen  aller Debatten <a href=\"http:\/\/www.aachener-nachrichten.de\/mobile\/news\/politik\/medien-sollen-politik-erklaeren-und-keine-machen-1.904217?redir=checkmobile\">beklagt<\/a>:  &#8222;Ohne Streitkultur geht die Demokratie kaputt.&#8220; Noch drastischer <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/debatte\/article134922191\/Flucht-in-die-Gratis-Moral.html\">j\u00fcngst<\/a> Reinhard Mohr:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;&#8230;die ebenso blitzschnelle wie bedenkenlose Moralisierung aller Diskurse, die die Widerspr\u00fcche der Realit\u00e4t unter sich begr\u00e4bt. Es geht um Affekte statt um Argumente. Ein Reizwort reicht, und schon ger\u00e4t die praktische Vernunft unter die R\u00e4der. Schande, Scham und der Aufschrei im Chor ersparen das Selberdenken. Nie war die Moral to go billiger zu haben. Beinahe alle Lebens\u00e4u\u00dferungen werden einem ausgekl\u00fcgelten Filtersystem unterworfen: Darf man das sagen? Darf man das machen? Ist das korrekt?&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Bei Adorno gab es den l\u00e4ssigen Satz, dass nur die \u00dcbertreibung wahr sei. Ich finde ihn richtig, denn manche Dinge m\u00fcssen einmal konsequent zu Ende gedacht werden, um eine M\u00f6glichkeit zu entwickeln, die Optik richtig einzustellen. Ich glaube, dass es dringend eines wissenschaftlichen und politischen Streits zu einer &#8222;Optik&#8220; bedarf, ob und  inwieweit Inklusionismus unseren Mitb\u00fcrgern und unserem Land f\u00f6rderlich  ist. Denn: \u201cDie Inklusion wird die Welt nicht kindlicher machen. Die  Lebenswirklichkeit setzt irgendwann ein, auch f\u00fcr das Kind mit  Downsyndrom\u201d, so Bernd Ahrbeck im SPIEGELInterview. Eine  Lebenswirklichkeit, die inzwischen in Berlin prompt das <a href=\"http:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/article133375950\/Brandbrief-Schulleiter-warnen-vor-Scheitern-der-Inklusion.html\">Scheitern<\/a> des so beschworenen Konzepts verursachen d\u00fcrfte. <a href=\"http:\/\/www.bonfranchi.info\/\">Bonfranchi <\/a>geht sogar noch einen Schritt weiter:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cHaben  die Menschen mit einer geistigen Behinderung nicht auch ein Recht,  unter sich zu sein? So, wie es ja die \u201eanderen\u201c Menschen auch tun?  M\u00fcsste man sich nicht auch \u00fcberlegen, dass diese Form der Inklusion \u2026  eine Form der Bagatellisierung von Behinderung und damit auch eine Form  der W\u00fcrdeverletzung dieser Menschen ist? M\u00fcsste man sich nicht auch  vermehrt dar\u00fcber Gedanken machen, dass die Schule, die doch eine  intellektuell ausgerichtete Institution ist, m\u00f6glicherweise gerade der  falsche Ort ist, um Integration beziehungsweise Inklusion betreiben zu  wollen? \u00dcber das Wesentliche, was geistige Behinderung ausmacht, n\u00e4mlich  eine intellektuelle\u00a0 Behinderung, macht man sich zu wenig oder gar  keine Gedanken. Daraus ergibt sich dann die Frage: Wof\u00fcr beziehungsweise  f\u00fcr wen findet diese Inklusion eigentlich statt? K\u00f6nnte es nicht eher  auch sein, dass die Bef\u00fcrworter dieser Ideologie sich gut f\u00fchlen, sich  als Gutmenschen verstehen k\u00f6nnen, wenn sie davon ausgehen, dass es doch  \u201esch\u00f6n\u201c ist, wenn alle zusammen sind? Aber entspricht dies den \u00fcblichen  Verhaltensweisen in unserer Gesellschaft?\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p>Inklusive Konventionen  und Verordnungen m\u00f6gen vielleicht eine Sozialindustrie bef\u00f6rdern, nicht  jedoch das Menschsein. Aber genau das, nicht mehr und nicht weniger,  will ich. Eine <a href=\"http:\/\/www.sezession.de\/46619\/die-afd-auf-dem-weg-zur-wirklichen-alternative.html\/3\" target=\"_blank\">Haltung<\/a>,  &#8222;gekennzeichnet durch ein realistisches Bild vom Menschen, der nicht  mittels wunschbestimmter Idealisierungen, gendermanipulativer  Phantastereien oder Gleichheitsphrasen konstruiert, sondern in seinem  tats\u00e4chlichen Wesen ernstgenommen wird.&#8220; Eine Haltung, die der Wahrheit entspricht und nicht der Mehrheit. Eine Haltung, die Wertekonflikte aush\u00e4lt &#8211; mit jener Begr\u00fcndung, die Hans H. Klein so formulierte (6):<\/p>\n<blockquote><p>Die Meinungsfreiheit erlaubt es auch, und sei es mit polemischen, \u00fcbertreibenden oder verletzenden Formulierungen, ein vom Meinungskartell der Eliten errichtetes Tabu zu brechen, selbst wenn dies mit einer ansto\u00dferregenden oder falschen Begr\u00fcndung geschieht. Die angemessene Reaktion des Rechtsstaats und seiner Amtstr\u00e4ger ist sachbezogene Auseinandersetzung, nicht die gesellschaftliche \u00c4chtung.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich wiederhole gern die Worte aus meinem Eintrag  zu Christa Wolfs Tod: &#8222;Wichtig ist nicht, wer etwas sagt, sondern was  gesagt wird. Wichtig ist nicht, wie es gesagt wird, sondern dass es  gesagt wird.&#8220; Dem ist nichts hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Dresden, im Juli 2014<\/p>\n<p>[edit 25.04.2015: Doch, dem ist ein Auszug <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!158736\/\">dieses<\/a> Textes hinzuzuf\u00fcgen, der das sozialmoralinsaure einer verz\u00e4rtelten Gesellschaft trefflich auf den Punkt bringt: &#8222;Der Standardspruch von Erwachsenen in den 50er Jahren, der Nachkriegszeit, zu ihren Kindern, waren sie hingefallen und hatten blutige Knie, war: Stell dich nicht so an! Nein, ein solcher Satz kann herzlos sein, aber er enthielt, bei aller Schroffheit, auch die Botschaft, dass ein Baden und Suhlen im eigenen Leid vielen dient, aber nicht das Leid selbst tilgt.&#8220; (Jan Feddersen)] <\/p>\n<p>[edit 27.04.2015: dieser <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/staedte\/oberhausen\/eklat-im-schulausschuss-maulkorb-fuer-lehrer-bei-inklusion-id10601278.html\">Artikel<\/a> bringt die Schizophrenie der Inklusionsdebatte trefflich auf den Punkt: \u201eDer Direktor forderte, \u201edie reden zu lassen, die die Inklusion umsetzen m\u00fcssen. Es ist eine unertr\u00e4gliche Situation, dass Schulleiter und Lehrer Angst haben, sich in der \u00d6ffentlichkeit zu \u00e4u\u00dfern.\u201c Die Probleme seien gr\u00f6\u00dfer als allgemein bekannt. F\u00fcr die Schulen sei l\u00e4ngst \u201edie Grenze des Zumutbaren erreicht\u201c. Die Herausforderungen der Inklusion m\u00fcssten \u00f6ffentlich diskutiert und nicht nur von oben verordnet werden. Sonst provoziere man auch den Widerstand von Eltern.\u201c<\/p>\n<p>[edit 16.07.2015: dieser Artikel aus der ZEIT von heute bringt die Erb\u00e4rmlichkeiten der Medien angesichts von Tim Hunt trefflich auf den Punkt: &#8222;Wenn wieder mal ein Shitstorm tobt, dann heulen zu viele von uns mit den W\u00f6lfen, statt den Bedr\u00e4ngten beizustehen, unabh\u00e4ngig davon, ob man ihre Ansicht teilt oder nicht. Wir verteidigen unsere Werte nicht, wir haben die Hosen voll, aber ich vermute, dass die meisten unserer Leserinnen und Leser etwas mehr Mut von uns erwarten.&#8220;]<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen:<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>1) In einer Urteilsbegr\u00fcndung <a href=\"http:\/\/www.telemedicus.info\/urteile\/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht\/EhrverletzungenSchmaehkritik\/221-BGH-Az-VI-ZR-4505-Terroristentochter.html\">schrieb<\/a> gelegentlich des Begriffs &#8222;Terroristentochter&#8220; der BGH bereits im Dezember 2006:<\/p>\n<blockquote><p>Da es der Sinn jeder zur Meinungsbildung beitragenden \u00f6ffentlichen \u00c4u\u00dferung ist, Aufmerksamkeit zu erregen, sind angesichts der heutigen Reiz\u00fcberflutung einpr\u00e4gsame, auch starke Formulierungen hinzunehmen. Das gilt auch f\u00fcr \u00c4u\u00dferungen, die in scharfer und abwertender Kritik bestehen, mit \u00fcbersteigerter Polemik vorgetragen werden oder in ironischer Weise formuliert sind. Der Kritiker darf seine Meinung grunds\u00e4tzlich auch dann \u00e4u\u00dfern, wenn sie andere f\u00fcr &#8222;falsch&#8220; oder f\u00fcr &#8222;ungerecht&#8220; halten. Auch die Form der Meinungs\u00e4u\u00dferung unterliegt der durch Art. 5 Abs. 1 GG ge-sch\u00fctzten Selbstbestimmung des \u00c4u\u00dfernden. Verfolgt der \u00c4u\u00dfernde nicht eigenn\u00fctzige Ziele, sondern dient sein Beitrag dem geistigen Meinungskampf in einer die \u00d6ffentlichkeit wesentlich ber\u00fchrenden Frage, dann spricht die Vermutung f\u00fcr die Zul\u00e4ssigkeit der \u00c4u\u00dferung; eine Auslegung der die Meinungsfreiheit beschr\u00e4nkenden Gesetze, die an die Zul\u00e4ssigkeit \u00f6ffentlicher Kritik \u00fcberh\u00f6hte Anforderungen stellt, ist mit Art. 5 Abs. 1 GG nicht vereinbar. F\u00fcr die Beurteilung der Reichweite des Grundrechtsschutzes aus Art. 5 Abs. 1 S. 1 GG kommt es ferner ma\u00dfgeblich darauf an, ob und in welchem Ausma\u00df der von den \u00c4u\u00dferungen Betroffene seinerseits an dem von Art. 5 Abs. 1 GG gesch\u00fctzten Prozess \u00f6ffentlicher Meinungsbildung teilgenommen, sich damit aus eigenem Entschluss den Bedingungen des Meinungskampfes unterworfen und sich durch dieses Verhalten eines Teils seiner sch\u00fctzenswerten Privatsph\u00e4re begeben hat. (Az. VI ZR 45\/05) <\/p><\/blockquote>\n<p>2) Als  p\u00e4dagogische Handicaps, die im Einzelfall Pineda nach <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/gesundheit\/article3901173\/Europas-erster-Lehrer-mit-Downsyndrom.html\">eigener Aussage<\/a> zu  ca. 30 % zutreffen, sind artikulatorische und sprachliche Defizite  aufgrund vergr\u00f6\u00dferter, dabei hypotonischer Zungenbildung, gr\u00f6\u00dfere  Koordinationsprobleme und damit geringere Bewegungsdynamik zu <a href=\"http:\/\/opus.bsz-bw.de\/kidoks\/volltexte\/2012\/64\/pdf\/Thesisvorlage_Anni_formatiert_r01.pdf\">nennen<\/a>: \u201eAufgrund der Langsamkeit entwickeln sie ein ausweichendes Verhalten, das eine Misserfolgsvermeidungshaltung darstellt\u201c. Beginnend bei  Sprache, affektiver Regulation\u2026 bis hin zu sog. Dyskinesien ben\u00f6tigen  Trisomie 21-Betroffene also f\u00fcr alle Interaktionen viel mehr Zeit als Nichtbehinderte. Darauf machen auch viele Kommentare in<a href=\"http:\/\/www.beamtentalk.de\/bildungsverschlimmbesserer-lehrer-t6224.html\"> Foren<\/a> aufmerksam, bspw. &#8222;Menschen mit Down sind ja nicht grunds\u00e4tzlich &#8222;d\u00fcmmer&#8220; als gesunde Menschen. Sie brauchen aber f\u00fcr fast alles 3x so  lange. Schon deshalb d\u00fcrfte ein Hochschulabschluss nach deutschen  Standards ausgeschlossen sein, weil ein Mensch mit Down Syndrom das  zeitlich gar nicht packen d\u00fcrfte. Eine politisch korrekte Qoute durch  Absenkung der Anforderungen halte ich generell f\u00fcr den falschen Weg.&#8220;<\/p>\n<p>3) vgl. G\u00f6tsch, \u201eAllgemeine und Spezielle Krankheitslehre\u201c, Stuttgart 2011<\/p>\n<p>4) Das brachte Frauke Petry in einem  Interview mit den Worten auf den Punkt, dass wir, wenn wir etwas  dauerhaft retten wollen, auch die Schw\u00e4chen benennen und gegensteuern  m\u00fcssen \u2013 was wir bislang nicht tun. Denn wenn diese &#8211; in Deutschland  leider ohne Referendum ratifizierte &#8211; Konvention UND deren Umsetzung auf  politischer Ahnungslosigkeit gegr\u00fcndet sind und in eine soziale und  p\u00e4dagogische Sackgasse m\u00fcnden, m\u00fcssen Mittel und Wege gefunden werden,  sie zu verlassen und neu zu verhandeln.<\/p>\n<p>5) Bspw. in Gestalt des sogenannten &#8222;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trolley-Problem\">Trolley-Problems<\/a>&#8220; (auch &#8222;Footbridge-Dilemma&#8220;). Inhalte \u00fcbrigens, die man in F\u00e4chern wie &#8222;Wirtschaftsethik&#8220; h\u00f6rt, aber auch im Studium Generale guter Hochschulen. Man stelle sich vor, ein Zug f\u00e4hrt ungebremst auf eine Gruppe von f\u00fcnf Menschen zu. Die einzige M\u00f6glichkeit, den Zug aufzuhalten und die Menschen zu retten, besteht darin, eine sechste Person zuvor auf eine Weiche zu sto\u00dfen, damit der Zug umgelenkt werden kann (Judith Jarvis Thomson erg\u00e4nzte sp\u00e4ter die Variante \u201eFetter-Mann-Problem\u201c).<\/p>\n<p>80 Prozent meinen, es f\u00fchlt sich falsch an, die Person auf die Gleise zu schubsen. Das ist eine emotionale Reaktion. Aus utilitaristischer Sicht dagegen w\u00e4re es angemessen, die Person zu opfern. Immerhin k\u00f6nnte man so f\u00fcnf andere Leben retten. Es gibt also, objektiv gesehen, keine richtige oder falsche Antwort &#8211; wie man entscheidet, h\u00e4ngt von den subjektiven Moralvorstellungen ab. Mit dem Spin von &#8222;Behindertenhetze&#8220; dagegen wurde in meinem Falle eine oberfl\u00e4chlich-mehrheitliche (?) Bewertung als einzig richtige vorgegeben &#8211; jedes rationale Argument darf sich dann des Totschlags durch die Moralkeule erfreuen, die alles tiefere Nachdenken verhindert: und damit eben wird die Diskussion \u00fcber das Bezeichnete hingelenkt zu einer moralischen Debatte \u00fcber den Bezeichnenden.<br \/>\n<div id=\"attachment_2712\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/lede_art_nagel.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2712\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2712\" title=\"lede_art_nagel\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/lede_art_nagel-300x124.jpg\" alt=\"Moralisches Dilemma. Quelle: http:\/\/www.newrepublic.com\/sites\/default\/files\/lede_art_nagel.jpg\" width=\"450\" height=\"185\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/lede_art_nagel-300x124.jpg 300w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/lede_art_nagel-1024x423.jpg 1024w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/lede_art_nagel.jpg 1250w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2712\" class=\"wp-caption-text\">Moralisches Dilemma. Quelle: http:\/\/www.newrepublic.com\/sites\/default\/files\/lede_art_nagel.jpg<\/p><\/div><br \/>\nZur\u00fcck zur Sprache: dasselbe Prinzip l\u00e4ge bspw. vor, wenn ich in Olaf Schuberts Manier Sachsens Staatsregierung als \u201eprasseldumme Pf\u00f6rtnerkinder\u201c titulierte (zu meinen Studienzeiten Mitte der 80er Jahre in Magdeburg ein beliebtes Vulg\u00e4rwort), nach einem Hinweis aus der Staatskanzlei dann ein Verlautbarungsjournalist gemeinsam mit Statements des \u201eAllgemeinen Schutz- und Sicherheitsverbands f\u00fcr Arbeitnehmer in Schutz- und Sicherheitsberufen\u201c eine mediale Emp\u00f6rungswucht hervorruft, die nicht auf die Regierung bzw. die Gr\u00fcnde des Sarkasmus abzielt, sondern darauf, dass ich alle Pf\u00f6rtnerfamilien verh\u00f6hnt h\u00e4tte, was dann \u201ever.di\u201c mit dem Vorwurf der Beleidigung aller Angeh\u00f6rigen ehrenwerter Dienstleistungberufe toppt \u2013 und wieder w\u00fcrde die sachliche Diskussion \u00fcber das Bezeichnete hingelenkt zu einer moralischen Debatte \u00fcber den Bezeichnenden.<\/p>\n<p>6) Klein, Hans H.: \u201eGeben Sie Gedankenfreiheit\u201c. Freiheit der Kommunikation \u2013 Fundament gerechter Herrschaft. In: Nikolaus Jackob, Marcus Maurer, Simone C. Ehmig, Stefan Gei\u00df, Gregor Daschmann (Hrsg.): Realismus als Beruf. Beitr\u00e4ge zum Verh\u00e4ltnis von Medien und Wirklichkeit. Wiesbaden 2013:34<\/p>\n<p><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D1805&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEs geht um die Herrschaft \u00fcber die Diskurse, also darum, wer wen zwingen kann, politische Aussagen moralisch zu legitimieren.\u201c (Eckhard Fuhr ) * * * \u201eWenn es gilt, in Masse \u00fcber einen einzelnen herzufallen, sind die Deutschen immer dabei, es mu\u00df nur ungef\u00e4hrlich sein.\u201c (Ernst J\u00fcnger) * * * &#8222;Ich glaube nicht, dass der Shitstorm [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,6,4,9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1805"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1805"}],"version-history":[{"count":501,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1805\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1809,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1805\/revisions\/1809"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1805"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1805"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1805"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}