{"id":2761,"date":"2015-01-27T14:03:03","date_gmt":"2015-01-27T13:03:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=2761"},"modified":"2015-01-28T13:44:46","modified_gmt":"2015-01-28T12:44:46","slug":"wer-kocht-den-sud-der-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=2761","title":{"rendered":"Wer kocht den &#8222;Sud der Gesellschaft&#8220;?"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>\u201eEs ist der Sud der Gesellschaft, der die Banner tr\u00e4gt. Die Probleme der Welt lassen sich nicht l\u00f6sen, wenn man Irren nachl\u00e4uft. Die Ressentiments sitzen bei vielen Leuten so tief. Die wollen gar keine Demokratie.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Der das vergangene Woche <a href=\"http:\/\/www.mz-web.de\/politik\/buergerrechtler-friedrich-schorlemmer-kritisiert-pegida--habt-ihr-denn-nicht-ein-schuesselchen-grips--,20642162,29640400.html \" target=\"_blank\">sagte<\/a>, ist nicht etwa ein linksgr\u00fcner Gegendemonstrant, sondern: Friedrich Schorlemmer. Pfarrer, Friedensaktivist und B\u00fcrgerrechtler. Und nicht zuletzt auch Mitglied von SPD und attac \u2013 immerhin dem Netzwerk der Globalisierungsgegner. Ein Mann, der weder einen PEGIDA-Sympathisanten noch einen der Organisatoren pers\u00f6nlich traf geschweige bei einer Kundgebung mitspazierte. Tiefer als nach diesem Statement \u2013 zudem auf mediale Ferndiagose hin \u2013 kann man nicht mehr sinken.<\/p>\n<p>Ich bin Schorlemmer in den vergangenen 25 Jahren mehrfach begegnet: auf Veranstaltungen der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt und vor allem auf Diskussionen und Buchlesungen, bei denen ich mehrfach angenehme und ergiebige Interviews mit ihm f\u00fchrte f\u00fcr mehrmin\u00fctige Rezensionen. Interviews, bei denen ich auch als Agnostiker sp\u00fcrte, mit einem evangelischen Landsmann viele Schnittmengen zu haben, Werte zu teilen, Argumente zu vereinen.<\/p>\n<div id=\"attachment_2765\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bundesarchiv_Bild_183-1989-1104-038_Berlin_Demonstration_Rede_Friedrich_Schorlemmer.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2765\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2765\" title=\"Berlin, Demonstration; Rede Friedrich Schorlemmer\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bundesarchiv_Bild_183-1989-1104-038_Berlin_Demonstration_Rede_Friedrich_Schorlemmer-218x300.jpg\" alt=\"Friedrich Schorlemmer am 4.11.89 in Berlin. Quelle: http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/4\/42\/Bundesarchiv_Bild_183-1989-1104-038%2C_Berlin%2C_Demonstration%2C_Rede_Friedrich_Schorlemmer.jpg\" width=\"450\" height=\"619\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2765\" class=\"wp-caption-text\">Friedrich Schorlemmer am 4.11.89 in Berlin. Quelle: http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/4\/42\/Bundesarchiv_Bild_183-1989-1104-038%2C_Berlin%2C_Demonstration%2C_Rede_Friedrich_Schorlemmer.jpg<\/p><\/div>\n<p>Was diesen klugen Mann dazu gebracht hat, schon zum wiederholten Male solcherart Verbalg\u00fclle abzusondern, ist nicht nur mir ein R\u00e4tsel. Schon im DLF hatte er den \u201ePegida\u201c-Demonstranten Geschmacklosigkeit <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/pegida-proteste-geschmacklos-und-missbraeuchlich.694.de.html?dram:article_id=307037 \" target=\"_blank\">vorgeworfen<\/a>, weil sie Rufe aus der Wendezeit nutzten. Das sei unversch\u00e4mt und missbr\u00e4uchlich, \u201ewenn das jetzt politisch Entt\u00e4uschte und auch Verbl\u00f6dete nachbr\u00fcllen\u201c. Ich schrieb ihm daraufhin vor Weihnachten einen erbosten Brief, der bis heute ohne Antwort blieb.<\/p>\n<p>Das R\u00e4tsel wird nicht l\u00f6sbarer, wenn man wei\u00df, dass Schorlemmer 1997 die sog. \u201e<a href=\"http:\/\/www.glasnost.de\/db\/DokZeit\/9702erfurt.html \" target=\"_blank\">Erfurter Erkl\u00e4rung<\/a>\u201c mit unterzeichnete, die zu einem breiten B\u00fcndnis linker Parteien und Organisationen aufrief und sich gegen eine Ausgrenzung der PDS aus dem politischen Diskurs aussprach. Gibt es \u201erichtige\u201c und \u201efalsche\u201c Seiten f\u00fcr das Nichtausgrenzen?<\/p>\n<p>Bleibt also nichts anderes \u00fcbrig, als die Ausf\u00e4lle zun\u00e4chst auf Unkenntnis zur\u00fcckzuf\u00fchren. Unkenntnis \u00fcber Pegida und Spazierg\u00e4nger sowieso. Unkenntnis aber auch \u00fcber grundlegende Inhalte, um die es Pegida geht. Ich greife anhand von Schorlemmers Aussagen mal f\u00fcnf heraus.<\/p>\n<p><strong>I)<\/strong> \u201eEine Islamisierung der deutschen Gesellschaft oder die Scharia oder so, das droht doch \u00fcberhaupt nicht\u201c. Doch, sie droht.<\/p>\n<p>Hier nur ein paar Islamisierungsbelege, die man gern in diversen Publikationen, u.a. des leider zur\u00fcckgetretenen Berliner SPD-Bezirksb\u00fcrgermeisters <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heinz_Buschkowsky\">Heinz Buschkowsky<\/a>, nachrecherchieren kann:<\/p>\n<p>&#8211; der Gr\u00fcnen-Menschenrechtsexperte Omid Nouripour, der baden-w\u00fcrttembergische SPD-Politiker Thomas Funk und der Moslem-Funktion\u00e4r Aiman Mazyek forderten, zu Weihnachten in Kirchen muslimische Lieder zu singen<\/p>\n<div id=\"attachment_2767\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/lieder0.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2767\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2767\" title=\"lieder0\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/lieder0-300x174.jpg\" alt=\"Screenshot BILD. Quelle: privat.\" width=\"450\" height=\"261\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/lieder0-300x174.jpg 300w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/lieder0.jpg 508w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2767\" class=\"wp-caption-text\">Screenshot BILD. Quelle: privat.<\/p><\/div>\n<p>&#8211; in zunehmend mehr Schulen und Kinderg\u00e4rten werden Schweinefleisch bzw. Schweineprodukte nicht mehr angeboten. Erwachsenen-Beispiel: zur Themenwoche \u201eSuppen\u201c im ARD-B\u00fcfett wurde f\u00fcr den 13.1. eine Kartoffelsuppe mit Schweinehackb\u00e4llchen angek\u00fcndigt. Am Sendetag (nach dem Pegida-Rekord und der uns\u00e4glichen Pariser Trauerinszenierung) erschien erstmals in der Geschichte des Magazins ein t\u00fcrkischer Koch neben einem deutschen und machte aus den Schweinhackb\u00e4llchen \u201eorientalische Rinderhackb\u00e4llchen\u201c. Man stelle sich vor, f\u00fcr t\u00fcrkisches Kebab Antilopenfleisch, gew\u00fcrzt nach Art der Buschm\u00e4nner, zu nehmen oder die Kartoffeln im ukrainischen Borschtsch durch Bataten zu ersetzen.<\/p>\n<p>&#8211; in Schwimmb\u00e4dern werden spezielle Badetage mit R\u00fccksicht nur f\u00fcr muslimische Kleidungsgewohnheiten eingerichtet<\/p>\n<p>&#8211; auf Friedh\u00f6fen d\u00fcrfen Muslime nicht in der durch Christen \u201everunreinigten\u201c Erde bestattet werden, sondern erhalten neue Friedhofsbereiche, wo die Toten ohne Sarg oder Urne (nur mit Tuch) begraben werden d\u00fcrfen, was niemand sonst darf<\/p>\n<p>&#8211; bei Muslimen wird die Polygamie anerkannt und notfalls von Staats wegen alimentiert<\/p>\n<p>&#8211; bei Justizdelikten mit Muslimbeteiligung wird stets auf \u201ekulturelle Besonderheiten\u201c R\u00fccksicht genommen; wer als Moslem bei Demonstrationen \u201eJuden ab ins Gas\u201c ruft, der wird daf\u00fcr wie selbstverst\u00e4ndlich nicht bestraft. Mehr noch: Wer danach Moslems f\u00fcr ihre Hassparolen kritisiert, der steht mit einem Bein im Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>&#8211; christliche Symbole werden aus den Schaufenstern, Schulen und Kinderg\u00e4rten, Gerichten und anderen \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden verbannt. So tauchten neben der zur Asylbewerberunterkunft umgebauten Turnhalle in Gro\u00dfr\u00f6hrsdorf Handzettel von Lehrern auf, die die Eltern im Vorfeld aufforderten, daf\u00fcr Sorge zu tragen, dass nach Ankunft der (tunesischen) Asylbewerber die Sch\u00fcler lange Kleidung anlegen, langes Haar nicht offen tragen und m\u00f6glichst keine Haut zeigen sollten. Die m\u00f6glicherweise zur Religionsgemeinschaft des Islam geh\u00f6rende Gruppierung sollte quasi nicht mit den hier traditionellen Lebensgewohnheiten behelligt werden. Minderheitenanpassung als Selbstverst\u00e4ndlichkeit, kulturelle Selbstaufgabe als Schulprogramm.<\/p>\n<p>&#8211; Kosmetisches Beispiel, dass es auch umgekehrt geht: Aldi nimmt eine Cremeseife vom Markt, deren orientalische Duftnote durch die Abbildung einer Moschee auf dem Etikett semantisiert werden sollte. Muslime f\u00fchlten sich beleidigt, da die Seife u.a. auch in Toilettenn\u00e4he vorfindbar sein kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_2766\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Aldi_seife_1260.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2766\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2766\" title=\"Aldi_seife_1260\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Aldi_seife_1260-300x200.jpg\" alt=\"Aldiprodukt. Quelle: http:\/\/d1.stern.de\/bilder\/stern_5\/wirtschaft\/2015\/KW04\/Aldi_seife_1260_fitwidth_489.jpg\" width=\"450\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Aldi_seife_1260-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Aldi_seife_1260.jpg 489w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2766\" class=\"wp-caption-text\">Aldiprodukt. Quelle: http:\/\/d1.stern.de\/bilder\/stern_5\/wirtschaft\/2015\/KW04\/Aldi_seife_1260_fitwidth_489.jpg<\/p><\/div>\n<p>&#8211; Beim SWR und bei Radio Bremen sitzen Muslime in den Rundfunkbeir\u00e4ten, eine Novellierung steht beim rbb an, andere Fernsehanstalten werden folgen. Im Deutschlandradio soll es ab M\u00e4rz dieses Jahres einen festen Sendeplatz f\u00fcr eine muslimische Radio-Sendung geben. Auch der SPIEGEL legte schon zweisprachige Magazine auf.<\/p>\n<p>&#8211; in St\u00e4dten entstanden bislang \u00fcber 3200 Moscheen, knapp 30 weitere sind in Bau oder Planung. Zum Vergleich: die Zahl j\u00fcdischer Synagogen betr\u00e4gt 154.<\/p>\n<p>&#8211; in Deutschland lernen 70 000 junge Muslims in Koranschulen, in dem ein M\u00f6rder namens Mohammed Kindern als Vorbild dargestellt wird &#8211; wieviele Menschen hatte doch Jes\u00fas gleich umgebracht?<\/p>\n<p>&#8211; Br\u00e4uche wie St. Martinsumz\u00fcge werden umbenannt in Lichterfeste; Satiriker wie Dieter Nuhr, die diese und andere Absurdit\u00e4ten aufs Korn nehmen, werden wegen Beleidigung angezeigt.<\/p>\n<p>&#8211; In vielen Superm\u00e4rkten ist es heute selbstverst\u00e4ndlich, an der Fleischtheke Fleisch von Tieren bekommen, denen man bei vollem Bewusstsein islamkonform die Kehle durchgeschnitten hat.<\/p>\n<p>J\u00fcngstes Beispiel: die Wiesenhof-Schlachterei M\u00f6ckern (Sachsen-Anhalt), von der erst jetzt \u201eoffiziell\u201c <a href=\"http:\/\/www.volksstimme.de\/nachrichten\/sachsen_anhalt\/1413577_Der-Islam-ist-ein-Teil-von-Wiesenhof.htm\" target=\"_blank\">bekannt<\/a> wurde, dass sie seit fast zehn Jahren schon nur noch halal-konforme Produkte hergestellt.<\/p>\n<p><strong>II)<\/strong> \u201eWir m\u00fcssen eine breite Willkommenskultur entwickeln und allen Vorurteilen widerstehen, aber da, wo es Probleme gibt, sie auch wirklich benennen.\u201c Nein, m\u00fcssen wir nicht bzw., gem\u00fcnzt auf den zweiten Satzteil: diese Benennung findet eben nicht statt.<\/p>\n<p>Als ein Markenzeichen bundesdeutschen Polit-Neusprechs kann man die Merkel\u2018sche \u201eMuttisprache\u201c ausmachen, die die Interessenpolitik gegen das eigene Volk mit gef\u00e4lligen Floskeln und s\u00fc\u00dflichen Phrasen auf der Basis infantiler Urteilsma\u00dfst\u00e4be verbr\u00e4mt. Diese Politik tarne sich laut Manfred <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Manfred_Kleine-Hartlage\" target=\"_blank\">Kleine-Hartlage<\/a> verbal als<\/p>\n<ul>\n<li>besorgtes Wohlwollen f\u00fcr Minderheiten (\u201eZeichen setzen gegen Rassismus\u201c),<\/li>\n<li>m\u00fctterliches Verst\u00e4ndnis f\u00fcr unm\u00fcndige B\u00fcrger (\u201e\u00c4ngste der Menschen ernst nehmen\u201c),<\/li>\n<li>moralische Sensibilit\u00e4t (\u201eimmerw\u00e4hrende Verantwortung Deutschlands\u201c),<\/li>\n<li>Appell an Harmoniebed\u00fcrfnisse (\u201egesamtgesellschaftliche Aufgabe\u201c) oder<\/li>\n<li>euphemistische Neologismen (\u201eWillkommenskultur\u201c).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Letzterer klinge freundlich (\u201eWillkommen\u201c) und kultiviert (\u201eKultur\u201c), verberge aber nur eine vorgebliche Freundlichkeit, da sonst der Begriff \u201eGastfreundschaft\u201c genutzt werden m\u00fcsste, der aber <a href=\"http:\/\/zuerst.de\/2014\/12\/19\/angriff-der-willkommenskultur\/\" target=\"_blank\">unzutreffend<\/a> ist:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEinwanderer, die man sich nicht selber ausgesucht hat und die nicht mehr vorhaben, das Land zu verlassen, sind keine G\u00e4ste, und sie sind naturgem\u00e4\u00df nicht willkommen. \u201eWillkommenskultur\u201c hei\u00dft, dass die Deutschen diese Einstellung (die von ausnahmslos allen V\u00f6lkern der Welt geteilt wird) \u00e4ndern sollen, und dies so massenhaft und nachhaltig, dass eine ganz neue \u201eKultur\u201c daraus resultiert. Sie sollen sich also einer kollektiven Gehirnw\u00e4sche unterziehen. \u201eWillkommenskultur\u201c hei\u00dft, dass m\u00f6glichst viele Menschen einwandern sollen, sonst bed\u00fcrfte es schwerlich einer ganzen \u201eKultur\u201c, sie \u201ewillkommen\u201c zu hei\u00dfen. Unvereinbar mit der \u201eWillkommenskultur\u201c w\u00e4re auch, ein Kriterium zu benennen, wann die Einwanderung enden soll: Sie soll nicht enden. Niemals. \u201eWillkommenskultur\u201c hei\u00dft, dass die Deutschen, aber auch alle anderen V\u00f6lker Europas sich im jeweils eigenen Land in die Minderheit dr\u00e4ngen lassen sollen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Die V\u00f6lker Europas sollen ihre eigenen Interessen also nicht geltend machen, sofern diese denen der Einwanderer entgegengesetzt sind: zur \u201eWillkommenskultur\u201c geh\u00f6rt, politische Kr\u00e4fte auszuschalten, die diese Interessen artikulieren. \u00a0Wenn das Mehrheitsinteressen sind, kann die Ausschaltung nur auf undemokratischem Wege erfolgen, was weder mit Menschenfreundlichkeit zu tun hat noch den Einwanderern selbst n\u00fctzt. Es profitieren dagegen<\/p>\n<ul>\n<li>internationale Konzerne, die an einem lohndr\u00fcckenden \u00dcberangebot an Arbeitskr\u00e4ften interessiert sind<\/li>\n<li>eine politische Linke, die sich mit Massen an Sozialleistungsempf\u00e4ngern ein williges W\u00e4hlerpotential schafft<\/li>\n<li>eine mindestens 2,5 Milliarden \u20ac schwere Sozial-, Integrations- und Ideologieindustrie, die von der Verwaltung, Deutung, Besch\u00f6nigung und manchmal Therapierung einwanderungsbedingter Probleme und der Bek\u00e4mpfung von Einwanderungsgegnern lebt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Schlagwort \u201eWillkommenskultur\u201c verpflichtet die Deutschen gutzuhei\u00dfen, im eigenen Land zur Minderheit zu werden, anders zu leben, als sie es sich selbst ausgesucht h\u00e4tten, ihre Freiheitsrechte preiszugeben, ihre gesamte Kultur den Bed\u00fcrfnissen von Einwanderern anzupassen, ja hinter deren Interessen zu stellen, und diesen Prozess der ethnischen Verdr\u00e4ngung auch noch selbst zu bezahlen.<\/p>\n<p>Zum Thema \u201eProblembenennung\u201c gen\u00fcgt ein Blick auf die beiden Todesf\u00e4lle der letzten zwei Wochen mit dezidiert politischem Hintergrund. Etwa 1800 Menschen hatten in Berlin dem in Dresden erstochenen Asylbewerber Khaled I. gedacht (in Dresden waren es fast doppelt so viele). Ein Gedenken anl\u00e4sslich des quasi Doppel-Mordes der schwangeren Maria P. durch ihren t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Ex-Freund in der eigenen Stadt dr\u00fccken die Berliner dagegen nicht aus, die Dresdner schon gar nicht. Hier werden Schicksale funktionalisiert, Erinnerungskulturen zelebriert, die einmal nichts und einmal alles mit dem Islam zu tun haben sollen.<\/p>\n<div id=\"attachment_2769\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bi.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2769\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2769\" title=\"Bi\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bi-229x300.jpg\" alt=\"Montage Gedenkkulturen. Quelle: privat.\" width=\"450\" height=\"590\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bi-229x300.jpg 229w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bi-782x1024.jpg 782w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bi.jpg 834w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2769\" class=\"wp-caption-text\">Montage Gedenkkulturen. Quelle: privat.<\/p><\/div>\n<p><strong>III)<\/strong><strong> <\/strong>\u201eDie wollen, dass die Volksvertreter das machen, was sie wollen, und nicht ein Gespr\u00e4ch dar\u00fcber, wie wir den unterschiedlichen Willen in einer Demokratie organisieren. Die denken ganz autorit\u00e4r.\u201c Nein.<\/p>\n<p><strong> <\/strong>Hier gen\u00fcgt ein Blick auf den tiefen Riss durch die evangelische Kirche vor allem in Ostdeutschland, der zu kontr\u00e4ren Auffassungen bspw. zwischen Leipzig (NoLegida) und Dresden (Pegida) <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2015-01\/pegida-verteidigung-christliches-abendland\" target=\"_blank\">f\u00fchrt<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eMan kann Christian Wolff zuh\u00f6ren und Wilfried Wei\u00dfflog zuh\u00f6ren, diesen zwei Pfarrern im Ruhestand. Und man kann sich fragen, wie diese beiden in einen Dialog eintreten sollen. Der eine, Wei\u00dfflog, will eine grunds\u00e4tzlich andere Asylpolitik. Der andere, Wolff, f\u00e4llt vom Glauben ab, wenn er das nur h\u00f6rt.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Frage, die hier gestellt werden muss, ist die nach den \u201eunterschiedlichen Willen in einer Demokratie\u201c, die von unterschiedlichen Autorit\u00e4ten gewollt sind. Sie zieht sofort weitere Fragen nach sich, bspw. die nach gewollten sozialen Systemen, in denen sich Mehrheiten gut aufgehoben wissen, mit denen sich diese Mehrheiten identifizieren und die diese mit entsprechender Autorit\u00e4t durchsetzen k\u00f6nnen. Das muss uns gleich noch mal interessieren.<\/p>\n<p><strong>IV)<\/strong> \u201e\u2026damals wurde dieser Spruch gegen die M\u00e4chtigen gerichtet und der Dialog mit grundlegender Ver\u00e4nderung eingefordert und dann auch gef\u00fchrt. Das ist die brutale Enterbung eines Erbes, das ihnen nicht geh\u00f6rt.\u201c Doch.<\/p>\n<p>Auch unser Dresdner Mitglied und Pegida-Spazierer Martin Lenkeit, der selbst 1989 in Dresden marschierte (und inzwischen aus der Kirche ausgetreten ist), war \u00fcber Schorlemmers erstes Interview so w\u00fctend, dass er ihn per Mail fragte: \u201eWer sind Sie eigentlich, dass Sie so abwertend \u00fcber Menschen urteilen d\u00fcrfen?\u201c und den DLF-Redakteur Martin Zagatta in cc setzte, der prompt ein langes <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/pegida-die-islamisierung-ist-voll-im-gange.694.de.html?dram:article_id=308321\" target=\"_blank\">Interview <\/a>auch mit ihm f\u00fchrte.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch habe 1989 bei den Auseinandersetzungen, beginnend am 4. Oktober, mein Leben und das meiner Familie riskiert, und das jeden Tag, sp\u00e4ter dann jeden Montag. Laut meiner Stasi-Akte geh\u00f6rte ich auch zu den Auserw\u00e4hlten f\u00fcr ein Internierungslager. Erst waren wir nur ein paar Hundert, und dann auch mehrere Tausend, und wir relativ Wenigen haben gerufen: &#8218;Wir sind das Volk!&#8216;, und die anderen 450.000 bis 500.000 Dresdner sind lieber zu Hause geblieben und haben sich dann sp\u00e4ter dazugetan, als es ungef\u00e4hrlich wurde. Auch deshalb nehme ich f\u00fcr mich heute in Anspruch, &#8218;Wir sind das Volk!&#8216; zu rufen, und das lasse ich mir von niemandem verbieten, auch von Ihnen nicht.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass Schorlemmer die Demonstranten fast so beschimpft, wie er selbst damals beschimpft wurde, ist ihm dabei offenbar nicht bewusst.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_2763\" style=\"width: 461px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><strong><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/10906290_843285485715463_8872053888178959342_n.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2763\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2763\" title=\"10906290_843285485715463_8872053888178959342_n\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/10906290_843285485715463_8872053888178959342_n-203x300.jpg\" alt=\"Beschimpfungen einst und jetzt. Quelle: Facebook.\" width=\"451\" height=\"666\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/10906290_843285485715463_8872053888178959342_n-203x300.jpg 203w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/10906290_843285485715463_8872053888178959342_n.jpg 268w\" sizes=\"(max-width: 451px) 100vw, 451px\" \/><\/a><\/strong><p id=\"caption-attachment-2763\" class=\"wp-caption-text\">Beschimpfungen einst und jetzt. Quelle: Facebook.<\/p><\/div>\n<p><strong><strong>V)<\/strong> <\/strong>\u201eAlso die 50 Prozent Wahlverweigerer haben ja auch gezeigt, dass es schon eine Verachtung unseres politischen Systems und der politischen Klasse gibt und ein Nicht-Verh\u00e4ltnis zur Demokratie. Das muss uns Sorge machen, das ist das, was mir eigentlich Sorge macht, dass hier ein genereller Frust auf die Stra\u00dfe kommt, ohne dass irgendeinen Hauch von Konzept drin steckt.\u201c<\/p>\n<p>Hier nun wird es kompliziert, denn hier spielt nicht nur Unkenntnis hinein, sondern auch Schorlemmers Vergangenheit.<\/p>\n<p><em>A) &#8222;Verachtung unseres politischen Systerms&#8220;<\/em><\/p>\n<p><strong><\/strong>Rechnet man allein in Sachsen die 51,5 % Nichtw\u00e4hler zu den 13,8 % W\u00e4hlern von Kleinparteien, ergibt sich, dass der gegenw\u00e4rtige Landtag gerade mal dem politischen Willen von 34,7 % der Sachsen entspricht, d.h. ca. zwei Drittel der Einwohner werden von diesem politischen System nicht mehr repr\u00e4sentiert.<strong> <\/strong>Daneben gen\u00fcgen Stichworte wie ESM, TTIP oder Ru\u00dflandsanktionen &#8211; ein politisches System mit solchen Ausw\u00fcchsen kann man kaum wertsch\u00e4tzen. Innenpolitisch machte zuletzt die f\u00fcr 2014 geplante Erh\u00f6hung des Kindergelds um 2 \u20ac monatlich Schlagzeilen, die Bundesfinanzminister Sch\u00e4uble aussetzte. Nicht ausgesetzt dagegen wurde die Erh\u00f6hung der Abgeordnetendi\u00e4ten um satte 830 Euro pro Monat.<\/p>\n<p><strong><em> <\/em><\/strong><em>B) \u201eVerachtung der politischen Klasse\u201c <\/em><\/p>\n<p><strong><em> <\/em><\/strong>Hier gen\u00fcgen Stichworte wie \u201eSelbstbedienungsmentalit\u00e4t\u201c (M. Machning, Amigo-Skandal, karenzzeitlose Wechsel aus der Politik in die Wirtschaft\u2026), \u201eDoktorbetr\u00fcger\u201c (Guttenberg, Chatzimarkakis, Schavan\u2026), \u201eParlamentsschw\u00e4nzer\u201c (Koch-Mehrin), \u201eBonusmeilenbetr\u00fcger\u201c (\u00d6zdemir), und erst recht \u201everurteilte Straft\u00e4ter\u201c (Otto Graf Lambsdorf (FDP) \u2013 Steuerhinterziehung, Hans-Christian Str\u00f6bele (GR\u00dcNE) \u2013 Unterst\u00fctzung einer kriminellen Vereinigung (RAF), Reinhard Klimmt (SPD): Beihilfe zur Untreue\u2026).<\/p>\n<p>Eine davon ist auch die S\u00e4chsin <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kerstin_Nicolaus\">Kerstin Nikolaus<\/a>. Sie geriet nach dem Hochwasser 2002 bereits in die <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/regional\/chemnitz\/veruntreuung\/haben-diese-politiker-spenden-veruntreut-38018370.bild.html \" target=\"_blank\">Schlagzeilen<\/a>, als sie Fluthilfegelder zweckentfremdet zum Bau eines Sportlerheimes einsetzen lie\u00df. Auch hatte sie Gelder missbr\u00e4uchlich f\u00fcr den Ausbau eines Weges nahe ihres Wohnsitzes in Hartmannsdorf (bei Zwickau, sie ist dort B\u00fcrgermeisterin) verwendet. Die Politikerin wurde 2008 wegen Betruges zu einer Geldstrafe verurteilt, ebenfalls 2010 wegen doppelter Reisekostenabrechnung in 85 F\u00e4llen.<\/p>\n<p><strong><em> <\/em><\/strong><em><em>C) Was aber meint Friedrich Schorlemmer, besser kann er meinen mit \u201eNicht-Verh\u00e4ltnis zur Demokratie\u201c?<\/em><\/p>\n<p><\/em><strong><em> <\/em><\/strong>Dazu m\u00fcsste man wissen, welches Demokratieverst\u00e4ndnis, welches politische System, eben welches Konzept er favorisierte und favorisiert \u2013 und ob es dabei von 1989 zu 2014 Br\u00fcche gibt. Die Antwort muss im Vagen bleiben.<\/p>\n<p><strong><em> <\/em><\/strong>Am 26. November 1989 wird der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/F%C3%BCr_unser_Land \" target=\"_blank\">Aufruf<\/a> \u201eF\u00fcr unser Land\u201c unterzeichnet unter anderem von Wolfgang Berghofer, G\u00fcnter Krusche , Sebastian Pflugbeil, Ulrike Poppe, Konrad Wei\u00df, Christa Wolf, Egon Krenz &#8211; und eben Friedrich Schorlemmer. Stefan Heym verliest den Aufruf zwei Tage sp\u00e4ter auf einer Pressekonferenz:<\/p>\n<p><strong><em> <\/em><\/strong><\/p>\n<blockquote><p>\u201eEntweder k\u00f6nnen wir auf der Eigenst\u00e4ndigkeit der DDR bestehen und versuchen, mit allen unseren Kr\u00e4ften in unserem Land eine <strong>solidarische Gesellschaft<\/strong> zu entwickeln, in der Frieden und <strong>soziale Gerechtigkeit<\/strong>, Freiheit des Einzelnen, Freiz\u00fcgigkeit aller und die Bewahrung der Umwelt gew\u00e4hrleistet sind. Oder: Wir m\u00fcssen dulden, dass &#8211; veranlasst durch starke \u00f6konomische Zw\u00e4nge und durch unzumutbare Bedingungen, an die einflussreiche Kreise aus Wirtschaft und Politik in der Bundesrepublik ihre Hilfe f\u00fcr die DDR kn\u00fcpfen &#8211; ein <strong>Ausverkauf unserer materiellen und moralischen Werte<\/strong> beginnt und \u00fcber kurz oder lang die Deutsche Demokratische Republik durch die Bundesrepublik Deutschland vereinnahmt wird. Lasst uns den ersten Weg gehen! Noch haben wir die Chance, eine sozialistische Alternative zur Bundesrepublik zu entwickeln.\u201c (Hervorhebung von mir)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><em> <\/em><\/strong>Der Unterschrift ist zwingend zu entnehmen, dass Schorlemmer f\u00fcr genau jene Ideen eintrat, die dort formuliert waren. Bereits zwei Tage nach Heyms Pressekonferenz schrieb der Magdeburger Bischof (und Kirchenbund-Vorsitzende) Werner <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Werner_Krusche\" target=\"_blank\">Krusche<\/a> in einem Brief den bemerkenswerten Satz:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch habe die gro\u00dfe Sorge, dass, wenn sich nicht bald \u00fcberzeugend zeigt, dass es Sinn hat, hierzubleiben und <strong>unter Entbehrungen eine neue Gesellschaft aufzubauen<\/strong>, die Parole von der Wiedervereinigung zunehmend von den Menschen aufgegriffen werden wird.\u201c (Hervorhebung von mir)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><em><\/p>\n<div id=\"attachment_2762\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bild3.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2762\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2762\" title=\"Bild3\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bild3-226x300.jpg\" alt=\"Krusche-Brief 1989. Quelle: privat.\" width=\"450\" height=\"596\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bild3-226x300.jpg 226w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Bild3.jpg 1333w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2762\" class=\"wp-caption-text\">Krusche-Brief 1989. Quelle: privat.<\/p><\/div>\n<p><\/em><\/strong>Die Wahl fiel damals auf die Bequemlichkeit \u2013 mit dem Resultat heutiger Entbehrungen, die bis hin zu Heimat und Identit\u00e4t gehen. In seinem j\u00fcngsten <a href=\"http:\/\/www.herder.de\/buecher\/details?k_tnr=33515\" target=\"_blank\">Buch<\/a> \u201eDie Gier und das Gl\u00fcck\u201c (2014) kritisiert Schorlemmer prompt, dass die Sozialbindung des Eigentums immer mehr ausgeh\u00f6hlt werde. Dabei verurteilt er nicht das Bem\u00fchen, mehr haben zu wollen. Das sei legitim und geh\u00f6re zum Urbed\u00fcrfnis des Menschen, das in der DDR-vernachl\u00e4ssigt worden sei. Dieses Bem\u00fchen d\u00fcrfe aber keine Eigendynamik entwickeln und nicht zur Ma\u00dflosigkeit verkommen. Das von ihm so bezeichnete \u201eHoene\u00df-Syndrom\u201c sei ein typisches Beispiel, ebenso wie das Verhalten des ehemaligen Postchefs Zumwinkel. Dazu w\u00fcrden auch die viel zu hohen Geh\u00e4lter von F\u00fchrungskr\u00e4ften geh\u00f6ren, \u201edie nicht bekommen was sie verdienen, sondern das nehmen, was sie kriegen k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p><strong><em> <\/em><\/strong>Hm. Das konterkariert eigentlich, dass er auch die Verachtung der politischen Klasse nachvollziehen m\u00fcsste. Hauptantriebskraft der Gesellschaft, konstatiert er, sei die Haupts\u00fcnde \u201eGier\u201c mit dem Teufel \u201eMammon\u201c geworden. Wenn alles der Sucht nach Gewinn unterworfen werde, verliere der Mensch nicht nur Ma\u00df und Mitte, sondern sich selbst: \u201eVerlieren wir das kluge Ma\u00dfhalten, b\u00fc\u00dfen wir das Augenma\u00df f\u00fcr das Leben und das Lebendige ein.\u201c Das ist nun f\u00fcr mich explizit systemkritisch und beweist, dass wir es eben nicht mit einer solidarischen Gesellschaft zu tun haben, in der soziale Gerechtigkeit herrscht \u2013 bei einem Armutsanteil in der Bev\u00f6lkerung von 20,3 % kann er das auch nicht behaupten. Ende 2013 bezogen sogar 3,1 Millionen Erwerbst\u00e4tige ein Einkommen unterhalb der Armutsschwelle &#8211; 25 Prozent mehr als 2008. Wer \u00fcber diese Zahl mit der simplen Forderung hinweggeht, auch ebenso arme Fl\u00fcchtlinge willkommen zu hei\u00dfen, akzeptiert sie damit. Das halte ich, gelinde geschrieben, f\u00fcr unsolidarisch und unchristlich.<\/p>\n<p><strong><em> <\/em><\/strong>Woher r\u00fchrt dieser Sinneswandel: erst ein anderes System fordern, sich dann aber in einem fremden, alten und durchaus nicht anderen einrichten? Kann es sein, dass Schorlemmer \u2013 wie viele andere auch \u2013 beim \u201eEinrichten\u201c in diesem System stillschweigend dessen Werte zu tolerieren gelernt hat \u2013 sie dabei aber weiter nicht akzeptiert, kritisiert und mit dieser Kritik Geld verdient? Die einen waren Wendeh\u00e4lse \u00fcber Nacht, die anderen \u00fcber Jahrzehnte und erschrecken jetzt vor ihren verlorenen Idealen? In einem weiteren <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/25-jahre-friedliche-revolution-die-keule-unrechtsstaat.694.de.html?dram:article_id=299881 \" target=\"_blank\">DLF<\/a>-Interview hatte Schorlemmer zur DDR von \u201ehehren Zielen\u201c gesprochen, die \u201edann aber mit untauglichen Mitteln\u201c erreicht werden sollten. Sind die Mittel f\u00fcr die hehren Ziele der BRD nun tauglicher? Mittel, die neben Armut und Systemignoranz eben auch Politikverdrossenheit verursachen \u2013 und gegen die Pegida jetzt angeht?<\/p>\n<p><strong><em> <\/em><\/strong>Krusche warnte im letzten Satz seines Briefes: \u201eGott bewahre uns vor einer \u201aDemokratie\u2018 nach dem Motto \u201aIch bin das Volk\u2018\u201c. Warum Friedrich Schorlemmer jene verunglimpft, die eigentlich zu diesem Volk geh\u00f6ren, aber nicht mehr geh\u00f6rt werden, wei\u00df nur er selbst.<\/p>\n<p><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D2761&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin Friedrich Schorlemmer in den vergangenen 25 Jahren mehrfach begegnet: auf Veranstaltungen der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt und vor allem auf Diskussionen und Buchlesungen, bei denen ich mehrfach angenehme und ergiebige Interviews mit ihm f\u00fchrte f\u00fcr mehrmin\u00fctige Rezensionen. Interviews, bei denen ich auch als Agnostiker sp\u00fcrte, mit einem evangelischen Landsmann viele Schnittmengen zu haben, Werte zu teilen, Argumente zu vereinen. Was diesen klugen Mann dazu gebracht hat, schon zum wiederholten Male solcherart Verbalg\u00fclle abzusondern, ist nicht nur mir ein R\u00e4tsel. 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