{"id":2950,"date":"2016-03-13T15:01:12","date_gmt":"2016-03-13T14:01:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=2950"},"modified":"2016-03-16T17:32:23","modified_gmt":"2016-03-16T16:32:23","slug":"ein-sohnesleben-im-fluchtmodus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=2950","title":{"rendered":"Ein Sohnesleben im Fluchtmodus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>\u201eNun, Fr\u00e4ulein R\u00f6sler, das ist alles lange her. Und es interessiert keinen mehr. Ich bin ein alter Mann, und meine Welt ist l\u00e4ngst versunken. Das ist vorbei, mein Fr\u00e4ulein. Vergangenheit. Abgeschlossenes Pr\u00e4teritum. Das war in der anderen Zeit. Verlassen Sie sich nicht auf die Erinnerungen alter M\u00e4nner. Mit unseren Erinnerungen versuchen wir ein missgl\u00fccktes Leben zu korrigieren, nur darum erinnern wir uns. Es sind die Erinnerungen, mit denen wir uns gegen Ende des Lebens beruhigen. Es sind diese fatalen Erinnerungen, die es uns schlie\u00dflich erlauben, Frieden mit uns selbst zu schlie\u00dfen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie kann man leben, wenn einen mehrfach der Tod verfolgt? Der Tod nicht nur der Frau, des Kindes, die ja als Fremde ins eigene Leben traten; der Tod fremder Arbeiter, fremder Soldaten\u2026; sondern vor allem der Tod des Vaters \u2013 der ja das eigene Leben verschuldete? Verschuldete? Schuld \u2013 ein Wort, dessen familiale Semantik gerade in politisch-ideologischen Zusammenh\u00e4ngen eine v\u00f6llig neue Bedeutung erh\u00e4lt. Eine Bedeutung, die weit \u00fcber das hinausweist, was als \u201eLast vergangener Generationen\u201c schon in vielen V\u00e4terromanen bew\u00e4ltigt wurde.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christoph_Hein\" target=\"_blank\">Christoph Hein<\/a> hat keinen V\u00e4terroman wie H\u00e4rtling oder Meckel geschrieben \u2013 gl\u00fccklicherweise. Er schrieb stattdessen den Roman des Sohnes: dass \u201eauthentische Vorkommnisse\u201c zugrunde liegen, die Figuren \u201enicht frei erfunden\u201c sind, teilt er vorab mit. Er schrieb einen Zwitter aus Autobiographie und Chronik, in dem es nach DDR riecht und nach BRD mieft; ein nicht nur kalkuliert-konstruiertes, sondern teilerlebtes Jahrhundertpanorama vom Weltkriegsende bis zum Nachwendeherbst, das mit jedwedem Schuldkult gnadenlos abrechnet; ein janusk\u00f6pfiges Epos, in dem st\u00e4ndig Hoffnung und Lethargie konkurrieren; einen unbeirrbaren 500-Seiten-Text aus subjektivistischer Perspektive, ebenso grandios wie gnadenlos, dessen positivste Wirkung traurige Melancholie ist.<\/p>\n<p>Uff. Ich bin seit 30 Jahren bekennender Heinist, seit &#8222;<a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=1220\" target=\"_blank\">Weiskern<\/a>&#8220; erst recht, aber das musste jetzt raus. Denn nie zuvor las ich so dezidiert, wie der Wunsch auf ein selbstbestimmtes Leben unerf\u00fcllt bleibt, sich als Trugschluss, als Fantasie erweist \u2013 bei aller Tapferkeit, bei allem Ehrgeiz werden Lebenswege oft in ungewollte Richtungen gelenkt, die zu beeinflussen man ohnm\u00e4chtig ist. Die Bilanz des Protagonisten als Rentner lautet: eine Emanzipation von der allgemeinen und der pers\u00f6nlichen Geschichte ist zum Scheitern verurteilt, die Verkettung von Vergangenheit und Gegenwart l\u00e4sst aus dem \u201eGl\u00fcckskind\u201c der Mutter (\u201eDu warst mein Gl\u00fcckskind, Junge, denn da ich mit dir hochschwanger war, wagte der russische Offizier nicht, mich abf\u00fchren zu lassen&#8220;) ein &#8222;Ungl\u00fcckskind&#8220; werden. Gerade dadurch vereint Heins Held die unterschiedlichen historischen Gegebenheiten Deutschlands politisch, sozial und privatim. Vielleicht erschrak Hein vor diesem Unheil so, dass er drei Anf\u00e4nge brauchte, um in den Stoff und seinen Helden einzusteigen, und damit das Risiko in Kauf nahm, potentielle Leser zu verschrecken \u2013 einer der wenigen Minuspunkte, die ich verteile.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/1280px-ChristophHein_2012.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"&quot;int-own-work&quot; \" title=\"C. Hein\" lang=\"&quot;de&quot;&gt;Eigenes\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/1280px-ChristophHein_2012-300x197.jpg\" alt=\"Christoph Hein 2012 in Chemnitz. Quelle: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:ChristophHein_2012.jpg\" width=\" mce_href=\" height=\"363\" \/><\/a><\/p>\n<p>Konstantin Boggosch, pensionierter Lehrer in einer anhaltinischen Kleinstadt, scheint mit seiner Frau ein ruhiges, zur\u00fcckgezogenes Leben zu f\u00fchren, bis er eines Tages vom Kirchensteueramt als Konstantin M\u00fcller angeschrieben wird &#8211; und seine sorgsam geh\u00fctete Familiengeschichte vor seiner zweiten Frau auffliegt: er ist der Sohn eines Industriellen und SS-F\u00fchrers, der in den letzten Kriegstagen von einem polnischen Standgericht hingerichtet wurde. Diese Vergangenheit lebt in Gegenwart und Zukunft fort: Konstantin wird zeitlebens in Sippenhaft genommen f\u00fcr seinen Vater, den er nie kennengelernt hat.<\/p>\n<p>Jahrzehntelang versucht er, aus dessen Schatten zu treten: er verl\u00e4sst die Mutter und entzweit sich mit dem Bruder, er fl\u00fcchtet nach der Schule aus der DDR in den Westen, er arbeitet in Marseille, wo er urspr\u00fcnglich Fremdenlegion\u00e4r werden wollte, und kehrt p\u00fcnktlich zur Sperrstunde deutscher Geschichte zur\u00fcck, am Tag des Mauerbaus\u2026 Nichts davon bringt die erhoffte Befreiung: die Herkunft l\u00e4sst sich nicht ablegen wie der Name. Es ist der Geburtsname der Mutter, den sie annahm im Glauben, damit die Vergangenheit verschwinden zu lassen. Aber aus dem \u201eGl\u00fcckskind ohne Vater\u201c wird prompt ein \u201eUngl\u00fcckskind mit Vater\u201c: die Sportler-Karriere, das Abitur, das Studium an der Filmhochschule, ja die berufliche Bef\u00f6rderung werden dem Sohn immer verweigert, denn der Schatten des Vaters, eingebrannt in seiner Kaderakte, ist immer schneller. Ein Sohnesleben im steten Emanzipations-, ja Fluchtmodus: psychisch, physisch, beruflich, geographisch, selbst sexuell in seiner zweiten Ehe:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch wei\u00df, ich bekomme diesen Vater, dieses Erbe nicht los. Ich kann mich nicht frei machen, ich bin nicht frei. Seinetwegen. Seinetwegen habe ich keine Kinder, ich will es nicht. Ich hatte Angst, dass sich etwas fortsetzt. Ich wollte keine Kinder, weil ich Angst vor dem B\u00f6sen habe, vor den Geistern meines Vaters.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein Sohnesleben, das einen Vatermord br\u00e4uchte, um sich zu befreien. Christoph Hein erz\u00e4hlt ein Leben in der DDR, in dem das Private nie privat bleiben durfte, sondern der Staat und dessen einzig richtige Ideologie ins Private eindringt, ja zum eigentlichen Gestalter des Lebens wird, indem er den Spielraum des einzelnen mehr und mehr verengt. In einer politischen Binnenwelt aus B\u00fcrokratie, Opportunismus und Rachsucht muss sich einer behaupten, der eigentlich nur sein Leben in Ruhe leben will und immer wieder die Rote Karte gezeigt bekommt. Die \u201e<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/literatur\/article152960028\/Resistance-ist-zwecklos.html\" target=\"_blank\">WELT<\/a>\u201c las einen \u201eRoman in Sepia, eine Dystopie des Politischen und des Privaten\u201c. Kann man, trotz widrigster Voraussetzungen, die Hoheit \u00fcber das eigene Leben erlangen? Die \u201e<a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/kultur\/literatur\/aufmuepfiger-nazi-sohn-sucht-seinen-weg-23669476\" target=\"_blank\">BZ<\/a>\u201c erkennt richtig: \u201eDer Weg aus dem Unheil\u00a0 f\u00fchrt durch es hindurch. Es ist diese Erkenntnis, die Konstantin annehmen muss. Die Hoheit \u00fcber die pers\u00f6nliche geht nicht mit der Hoheit \u00fcber die gesellschaftliche Gegenwart einher. Die haben andere, weniger bedenkenvolle Gestalten.\u201c<\/p>\n<p>Dann: die Wende, und Boggosch wird \u2013 jetzt demokratisch von der Lehrerschaft gew\u00e4hlt &#8211; Schuldirektor. Zeitweise, denn hier geht\u2019s ans Eingemachte. Ebenso wie Hein zeigt, dass eine mehr als oberfl\u00e4chliche NS-Aufarbeitung \u00a0in beiden deutschen Staaten nie stattfand, zeigt er nun die nochmal nicht oberfl\u00e4chliche Aufarbeitung der DDR im wieder vereinigten Deutschland: der Rektor wird zugunsten eines Westimports wieder \u201eentfernt\u201c, und der DDR-angepasste Bruder erh\u00e4lt das millionenschwere Erbe des SS-Vaters zur\u00fcck, das Konstantin ausschlug. Vielleicht hat Suhrkamp mit dem Lob der \u201egeschichtsdiagnostischen Kompetenz\u201c seines Autors diesen Modus gemeint. Ein Modus, den Sigrid L\u00f6ffler mit den Worten beschrieb, dass sich Hein schon in der DDR nicht wohlf\u00fchlte, es ihm hier aber auch nicht besser ginge.<\/p>\n<div id=\"attachment_2952\" style=\"width: 331px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/42517.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2952\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2952\" title=\"42517\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/42517-179x300.jpg\" alt=\"\" width=\"321\" height=\"537\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/42517-179x300.jpg 179w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/42517.jpg 383w\" sizes=\"(max-width: 321px) 100vw, 321px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2952\" class=\"wp-caption-text\">Cover. Quelle: http:\/\/www.suhrkamp.de\/buecher\/glueckskind_mit_vater-christoph_hein_42517.html<\/p><\/div>\n<p>Ein Modus, der neben dem lakonischen, anr\u00fchrenden, unsentimentalen Ton vor allem die beispiellos-beispielhaften Figuren und Wendungen, ja Br\u00fcche meint, die der dramatisch ge\u00fcbte Hein einbaut. Bei ersteren verteile ich weitere Minuspunkte: neben durchaus gelungenen Chargen wie Reichsbahnhucker Bruno oder dem moralisch verkommenen M\u00fcnchner Westonkel, den zu entbl\u00f6\u00dfen die Beschreibung seiner Fr\u00fchst\u00fcckssitten reicht, gestaltet Hein gleich zweimal Antiquare als handlungswichtige Personen, was f\u00fcr mich etwas einfallslos wirkt (Gebildetheit und intellektuelles Milieu kann man auch anders zeichnen) \u2013 und ein Pauker als Held ist auch nicht unbedingt das literarische Nonplusultra, denn manches bleibt an ihm, wie auch an anderen Figuren, schablonenhaft, typisiert. Tragisch ist die Figur der Mutter, die im \u201eSouterrain\u201c einer Villa wohnt, \u201eso sch\u00f6n wie noch nie\u201c, wie sie am Ende aus reinem Selbstschutz behauptet: es ist ein Keller im pr\u00e4chtigen, wiedererlangten Haus des nach dem Vater geratenen Sohnes Gunthardt, in dem die alte Frau verschrumpelt wie die Kartoffeln; die sich kleinmacht, bis sie stirbt \u201eam Herzversagen der anderen\u201c. Aus bildungsb\u00fcrgerlichem \u00a0Haushalt stammend, studierte sie Sprachen, um schlie\u00dflich vom schneidigen Unternehmertum ihres Mannes auf Lebenszeit als Putzfrau herabgew\u00fcrdigt zu sein: lehren durfte sie in der DDR nie.<\/p>\n<p>Bei den Wendungen bleibt vor allem der Tod von Boggoschs erster Frau und seiner neugeborenen Tochter haften: wei\u00df die Laken \u00fcber den zarten K\u00f6rpern, das kleine K\u00f6pfchen \u00fcber dem Saum: \u201eDie beiden Engel meines Lebens waren bereits kalt.\u201c Am Ende erkennt er: \u201eMan zerst\u00f6rt Tr\u00e4ume, wenn man sie verwirklicht\u201c. Trotz dieser dramatischen Ereignisse bleibt der Roman immer leise, behutsam, atmosph\u00e4risch dicht und lebt fast nur von der lakonischen Innenschau des Ich-Erz\u00e4hlers. Dass der immer wieder aufsteht und von vorn beginnt, mit immer weniger Tr\u00e4umen, ist mehr als anr\u00fchrend.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Welt ist gro\u00df genug, dass wir uns alle in ihr irren k\u00f6nnen, aber unser Leben ist nicht so lang, dass wir alles vergessen k\u00f6nnten.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Was mich an dem Buch daneben frappierte, beschrieb die \u201e<a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/kultur\/literatur\/aufmuepfiger-nazi-sohn-sucht-seinen-weg-23669476\" target=\"_blank\">BZ<\/a>\u201c so: \u201eJeder Leser hat die Orte, die er nicht erreichte, und die er nicht erreichen wollte \u2013 jeder hat sein Magdeburg.\u201c In dieser Stadt, in der auch ich fast 11 Jahre meines Lebens verbrachte und an die ich sehr ambivalente Erinnerungen habe, spielt ca. ein Drittel der Handlung, inklusive dem Tod von Konstantins Familie. Insofern ist Hein mit diesem Buch ein Deutschlandroman gelungen, der sich \u00fcber Partien als jeweils eigenes Lebensbuch lesen l\u00e4sst: jeder Ostdeutsche, der 1989 \u00e4lter als 20 Jahre war, wird in diesem Buch Konstellationen seiner eigenen Biografie finden; aber jeder Westdeutsche auch, denn die Muster des Mitmachens sind identisch.<\/p>\n<p>Aus Anlass seines 70. Geburtstags schrieb unter der dussligen \u00dcberschrift \u201eEpik f\u00fcr prek\u00e4re Leser\u201c vor einem Jahr die <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/buecher\/autoren\/christoph-hein-wird-siebzig-epik-fuer-prekaere-leser-12882815.html\" target=\"_blank\">FAZ<\/a>: \u201eWas bleibt von der Lakonie eines Albert Camus, wenn man die algerische Sonne wegl\u00e4sst? Der vom pathetischen Schwarz in eine Palette von Graut\u00f6nen \u00fcberf\u00fchrte Existentialismus Christoph Heins. \u201eIch habe keine Botschaft, keine Zukunftsvisionen. Alles was ich mache, ist mitleidslos genau aufzuschreiben, was ich gesehen, erlebt, erfahren habe.\u201c Da ist viel Wahres dran. Dieser j\u00fcngste Roman, dem ich dringend die Aufnahme in den Oberstufenlehrplan sowohl in Literatur als auch Geschichte empfehle, ist lebensklug und zur\u00fcckhaltend, deutlich und still, traurig und aufw\u00fchlend. Hein ist und bleibt der Meister der unaufgeregten Aufkl\u00e4rung, und wie ein guter Wein wird er umso besser, je \u00e4lter er wird. Man kann sich an ihm berauschen, manchmal auch in ihm ertrinken. Ich habe die Geschichte an einem Tag verschlungen.<\/p>\n<p><strong>Christoph Hein: \u201eGl\u00fcckskind mit Vater\u201d. Frankfurt (<a href=\"http:\/\/www.suhrkamp.de\/buecher\/glueckskind_mit_vater-christoph_hein_42517.html\" target=\"_blank\">Suhrkamp<\/a>) 2016. 527 Seiten, 22,95 \u20ac.<\/strong><\/p>\n<p><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D2950&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann man leben, wenn einen mehrfach der Tod verfolgt? Der Tod nicht nur der Frau, des Kindes, die ja als Fremde ins eigene Leben traten; der Tod fremder Arbeiter, fremder Soldaten\u2026; sondern der Tod des Vaters \u2013 der ja das eigene Leben verschuldete? Schuld \u2013 ein Wort, dessen familiale Semantik gerade in politisch-ideologischen Zusammenh\u00e4ngen eine v\u00f6llig neue Bedeutung erh\u00e4lt. Eine Bedeutung, die weit \u00fcber das hinausweist, was als \u201eLast vergangener Generationen\u201c schon in vielen V\u00e4terromanen bew\u00e4ltigt wurde. Christoph Hein hat keinen V\u00e4terroman wie H\u00e4rtling oder Meckel geschrieben \u2013 gl\u00fccklicherweise. Er schrieb stattdessen den Roman des Sohnes.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2950"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2950"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2950\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2956,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2950\/revisions\/2956"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2950"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2950"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2950"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}