{"id":3145,"date":"2017-04-21T18:05:58","date_gmt":"2017-04-21T17:05:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=3145"},"modified":"2017-08-13T18:12:26","modified_gmt":"2017-08-13T17:12:26","slug":"asa-editorial-13-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=3145","title":{"rendered":"ASA-Editorial 13-2017"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Mitglieder, F\u00f6rderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;<\/p>\n<p>wir m\u00fcssen \u00fcber die Farbe Wei\u00df nachdenken, die hellste aller Farben. Sie wird im westlichen Kulturkreis manchmal mit Wertfreiheit, Stille und Leere assoziiert; in der Regel aber mit freundlichen Begriffen. Entsprechend steht sie als \u201eroyale Farbe\u201c u.a. f\u00fcr Hochzeit, Unschuld, Jungfr\u00e4ulichkeit; Unsterblichkeit \/Unendlichkeit sowie Reinheit. Eine wei\u00dfe Flagge bedeutet: Sofortiger Stopp der Schlacht, Kapitulation, Waffenstillstand oder Frieden. Im Judentum und als liturgische Farbe im Christentum bedeutet die Farbe gar Heiligkeit.<\/p>\n<p>In anderen Landstrichen dieser Welt sieht das anders aus. In Afrika steht die Farbe bspw. vielerorts f\u00fcr Tod; als K\u00f6rperbemalung dient sie dazu, mit jenseitigen Geistern in Kontakt zu treten. Auch Buddhisten tragen Wei\u00df als Zeichen der Trauer im Gegensatz zum westlichen Kulturkreis. In China wird die Farbe Symbol f\u00fcr Alter, Herbst, Westen und Hinterlist; in gebrochenem, cremefarbigen Ton aber ebenfalls f\u00fcr Trauer verwendet.<\/p>\n<p>Was haben wir also von \u201ealten wei\u00dfen M\u00e4nnern\u201c zu erwarten, denen aus einem bestimmten Lager auch noch die Attribute \u201eabgeh\u00e4ngt\u201c und\/oder \u201ezornig\u201c zugewiesen werden? So schimpften zwei Autorinnen in der ZEIT sogar jenseits von PEGIDA \u00fcber den Zorn alter wei\u00dfer M\u00e4nner, die sich \u201ew\u00fctend\u201c in \u201eHorden\u201c zusammenschl\u00f6ssen und Ressentiments sch\u00fcrten. Den gesch\u00e4tzten Kolumnisten Harald Martenstein, der sich dieser Gruppe zugeh\u00f6rig f\u00fchlt, provozierte das zur These: \u201eDer alte, wei\u00dfe Mann macht jetzt das, was alle Machtlosen tun: er spottet \u00fcber die M\u00e4chtigen.\u201c Er stehe im Grunde in der Nachfolge der Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen ihre Lieder gesungen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Au weia, dieser Rassist. Prompt wurde er gescholten als \u201ealter, wei\u00dfer, heterosexueller Mann, der sich seine Machtposition als reaktion\u00e4rer Minderheitendiskriminierer nicht nehmen lassen will.\u201c Getoppt wurde das jetzt von der j\u00fcdischen (!) Autorin Mirna Funk und ihrem Gefasel von sich \u201eaufb\u00e4umenden alten wei\u00dfen M\u00e4nnern\u201c. \u201eWer eine \u201afeministische Terror-Gruppe gr\u00fcnden\u2018 und \u201adie alten wei\u00dfen M\u00e4nner aus dem Weg schaffen\u2018 will, \u00e4u\u00dfert damit lupenreinen Rassismus\u201c, erkl\u00e4rte ich ihr. Das ist nicht nur alters- und geschlechterdiskriminierend, sondern befestigt die Vorrechts-Rolle eines Geschlechts, solange es das eigene ist. Wenn man soziale Netzwerke, das Internet und die Digitalisierung f\u00fcr weiblich erkl\u00e4rt, zeugt das von totalit\u00e4ren Denkstrukturen. Funks Urgro\u00dfvater, der gro\u00dfe Chemnitzer Autor Stephan Hermlin, d\u00fcrfte im Grabe rotieren.<\/p>\n<p>Einen Tag sp\u00e4ter dann die 180-Grad-Wende: wei\u00df war pl\u00f6tzlich nicht mehr politisch korrekt, sondern, klar, wieder rassistisch \u2013 ein unertr\u00e4gliches Indiz von Pseudokorrektheit: beim Shitstorm gegen die Nivea-Kampagne \u201eWhite is purity\u201c. Nivea kann von Gl\u00fcck reden, dass die Dose mit dem Urprodukt der Marke, der wei\u00dfen Allzweckcreme, blau ist. Blau ist der Himmel und das Postkartenmeer, Blau mag jeder, ob Blaumacher, Blaubl\u00fcter, morgens schon Blauer oder Romantiker. Blau ist immer noch unverd\u00e4chtig, obwohl das Image der EU (Fahnenfarbe Blau) gelitten hat (sie wird schon noch ihr blaues Wunder erleben) und wir als AfD diese Farbe gekapert haben.<\/p>\n<p>Sein wei\u00dfes Wunder also hat der Beiersdorf-Konzern erlebt, zu dem Nivea geh\u00f6rt. Der Name bedeutet \u201edie Wei\u00dfe\u201c (lat. Nives), da liegt es nahe, mit Wei\u00df zu werben. Das tat die Firma auf ihrer Website f\u00fcr den Nahen Osten mit dem Slogan: \u201eWhite is Purity\u201c, Wei\u00df ist Reinheit. Es ging dabei um ein Deodorant, das angeblich selbst auf wei\u00dfer Kleidung keine R\u00fcckst\u00e4nde hinterl\u00e4sst. Zu sehen war in der Reklame eine braunhaarige Frau von hinten in einem wei\u00dfen Bademantel.<\/p>\n<p>Wei\u00df ist politisch, Wei\u00df ist ein Reizwort, Wei\u00df ist f\u00fcr viele offenbar nicht mehr die lichte Summe aller Spektralfarben, sondern nur noch eine Hautfarbe. Ein Shitstorm ging in den unsozialen Medien auf den Kosmetikkonzern nieder: Er sei rassistisch. Wer Wei\u00df f\u00fcr ein Zeichen von Sauberkeit erkl\u00e4re, diskriminiere Menschen mit dunklem Teint. Beiersdorf duckte sich weg und postete auf seinem amerikanischen Nivea-Account bei Twitter: Ja, diese Werbung sei unpassend gewesen, man bedauere zutiefst und entschuldige sich bei allen, die sie h\u00e4tten sehen m\u00fcssen. <\/p>\n<p>Allerdings: \u201eRassistisch war an dieser Anzeige gar nichts\u201c, musste sogar die FAZ eingestehen. \u201eSie zeigt keinen Millimeter Haut, welcher Pigmentierung auch immer \u2013, sondern offenbarte ungewollt, welche Macht die selbsterkl\u00e4rten Reinheitsw\u00e4chter der Sprache und der Bilder inzwischen haben. Mit im Betroffenheitsgestus vorgetragenen Unterstellungen l\u00f6sen sie zielsicher absurde Selbstbezichtigungen aus. \u201eWei\u00df ist die Farbe der Unschuld\u201c wird zum gef\u00e4hrlichen Satz. \u201eBlack is Beautiful\u201c ist nicht minder riskant.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs ist eher rassistisch, die Farbe Wei\u00df mit Rassismus statt mit sauberen Achseln zu assoziieren,\u201c erkl\u00e4rte prompt Generalsekret\u00e4r Uwe Wurlitzer. \u201eEs kann nicht sein, ku\u0308nstliche Sprachkorridore zu errichten und dann zu bestimmen, wer sich dort bewegen darf. Kein Mensch ist illegal? Dann ist auch kein Wort illegal.\u201c Die AfD wehrt sich gegen jede Form von Sprachpolizei und lehnt ideologisch motivierte Interpretationen sprachlicher Selbstverst\u00e4ndlichkeiten ab, <a href=\"http:\/\/www.afdsachsen.de\/files\/afd\/landesverband-sachsen\/download\/afd-sachsen-aktuell\/2017\/asa-13-2017.pdf\">bekr\u00e4ftigt<\/a><\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen, Ihr<\/p>\n<p>Dr. Thomas Hartung<br \/>\nStellv. Landesvorsitzender<\/p>\n<p><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D3145&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir m\u00fcssen \u00fcber die Farbe Wei\u00df nachdenken, die hellste aller Farben. 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