{"id":3157,"date":"2017-06-01T18:57:19","date_gmt":"2017-06-01T17:57:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=3157"},"modified":"2017-08-13T19:12:13","modified_gmt":"2017-08-13T18:12:13","slug":"asa-editorial-19-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=3157","title":{"rendered":"ASA-Editorial 19-2017"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Mitglieder, F\u00f6rderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;<\/p>\n<p>wir m\u00fcssen \u00fcber Rassismus nachdenken. Rassismus sei heute \u201edas innere Prinzip der Selbsterhaltung durch Ausschluss des Anderen, ohne es mehr n\u00f6tig zu haben, Vorurteile \u00fcber dieses Andere zu erfinden. Oder anders formuliert: Der Rassismus heute ist ein Rassismus ohne Rassen\u201c hei\u00dft es auf den Seiten der Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung, die neben diesem sozialpsychologischen kaum noch den biologistischen Rassismus-Begriff auff\u00fchrt. Aha. Es g\u00e4be zwar keine Rassen, aber Ausgrenzung, weswegen es Rassismus g\u00e4be.<\/p>\n<p>Diese Betrachtungsweise an sich ist schon haneb\u00fcchen. Seit geraumer Zeit allerdings wird sie von selbsternannten Antirassisten sogar ins Gegenteil verkehrt: obwohl es keine Rassen gibt, unterstellen sie anderen, dass es sie g\u00e4be, und definieren aus dieser Perspektive Rassismus. Das ist Ihnen zu hoch? Mitnichten. Ein Beispiel: das sogenannte \u201eBlackfacing\u201c. Das bedeutet: \u201ewei\u00dfe Menschen\u201c (bspw. deutsche Kinder) mimen (etwa zu Fasching) mit schwarzer Farbe im Gesicht Schwarze. Aus heutiger Sicht eine rassistische Praxis, denn wei\u00dfe Menschen, so die zentrale Idee des Konzepts, verf\u00fcgen durch ihre Hautfarbe \u00fcber gewisse Privilegien, die man sich bewusst machen m\u00fcsse. Wei\u00dfe seien stets die Norm, Nichtwei\u00dfe die Ausnahme. Wer die Symbole nicht-wei\u00dfer Kulturen zur Schau stelle, sie sich aneigne, verst\u00e4rke damit die wei\u00dfe Dominanz. Das muss man erstmal sacken lassen.<\/p>\n<p>Denn war es auch rassistisch, als das Model Karlie Kloss bei einer Victoria&#8217;s-Secret-Modenschau eine Federhaube und Mokassins trug? Und wie steht es um Dreadlocks, ehemals eine Frisur, die eine linke politische Einstellung transportierte? In linken Kreisen etwa in Berlin werden heute Leute mit Dreadlocks von Partys ausgeschlossen. Der Vorwurf auch hier: kulturelle Aneignung einer \u201eschwarzen\u201c Frisur durch Wei\u00dfe. Und in der kanadischen Hauptstadt Ottawa wurden mit derselben Begr\u00fcndung kostenlose Yoga-Kurse auf dem Campus abgeblasen. Denn Yoga, so die Studentenvertretung, werde Kulturen entliehen, die unter Kolonialismus und westlicher Vorherrschaft gelitten h\u00e4tten. J\u00fcngster Streich: ein Bumerang (f\u00fcr 2000 Dollar!) von Chanel. Auch dieses Sport-Accessoire sei rassistisch, da das mittig aufgebrachte Maori-Zeichen eine Aneignung der Maori-Kultur durch eine europ\u00e4ische Firma darstelle.<\/p>\n<p>Dreadlocks nur f\u00fcr Schwarze, Yoga nur f\u00fcr Inder, Bumerauns nur f\u00fcr Maori: Das klingt verd\u00e4chtig nach Rechtsradikalen!!! Nicht nur deshalb ist die Idee der kulturellen Aneignung mindestens ambivalent. Sie geht auch von klar abgrenzbaren Kulturen aus und verkennt die kulturelle Vermischung, die es seit Jahrhunderten gibt. Das gilt f\u00fcr Mode und Sport ebenso wie f\u00fcr Ern\u00e4hrung: eigentlich m\u00fcsste ich meinen Wok wegwerfen. Da kann man nur noch fragen: \u201eGeht\u2019s noch?\u201c<\/p>\n<p>Ja, es geht. Nach der Nivea-Kampagne \u201eWhite is purity\u201c haben Feministinnen und andere Berufsbetroffene das n\u00e4chste Opfer entdeckt: die \u201eReal Beauty Bottles\u201c-Kampagne f\u00fcr das Dove-Produkt \u201eBody Wash\u201c. Da versucht die Marke seit Jahren, klischeehafte Rollenbilder aufzubrechen und Frauen zu zeigen, wie sie wirklich sind &#8211; mit dem Ziel, ein selbstbewusstes K\u00f6rperbewusstsein zu schaffen mit der zentralen Werbebotschaft \u201eDu bist sch\u00f6ner, als du glaubst\u201c. Und nun sollen die sieben Flaschenformen unterschiedliche K\u00f6rpertypen repr\u00e4sentieren und ihnen huldigen \u2013 da wird die Kampagne als \u201epeinlich\u201c, \u201ebescheuert\u201c, ja \u201eschwachsinnig\u201c kritisiert. Zuviel Emanzipation mag der Feminismus offenbar auch nicht. <\/p>\n<p>Der Ansatz, damit eben niemanden auszugrenzen, wird v\u00f6llig konterkakiert: da werden die Flaschentypen etwa von der \u201eHuffington Post\u201c als \u201eVogelscheuche\u201c, \u201eBirne\u201c oder \u201eMatrjoschka\u201c abgewertet und ihnen dieselben Klischees unterstellt, gegen die der Feminismus immer protestiert. Die Kr\u00f6nung des Ganzen ist dann noch nicht die Forderung, auch Shampoo-Flaschen f\u00fcr M\u00e4nner mit verschiedenen Figurtypen zu kreieren, sondern der Rassismusvorwurf gegen die von Marketingexperten gelobten Verpackungen: sie seien alle wei\u00df. Es ist aber eher rassistisch, die Farbe Wei\u00df, die im abendl\u00e4ndischen Kulturkreis nun einmal f\u00fcr Reinheit steht, mit Rassismus zu assoziieren, meint<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen, Ihr<\/p>\n<p>Dr. Thomas Hartung<br \/>\nStellv. Landesvorsitzender<\/p>\n<p><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D3157&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir m\u00fcssen \u00fcber Rassismus nachdenken. Rassismus sei heute \u201edas innere Prinzip der Selbsterhaltung durch Ausschluss des Anderen, ohne es mehr n\u00f6tig zu haben, Vorurteile \u00fcber dieses Andere zu erfinden. Oder anders formuliert: Der Rassismus heute ist ein Rassismus ohne Rassen\u201c hei\u00dft es auf den Seiten der Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung, die neben diesem sozialpsychologischen kaum noch den biologistischen Rassismus-Begriff auff\u00fchrt. Aha. 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