{"id":3166,"date":"2017-07-03T19:31:25","date_gmt":"2017-07-03T18:31:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=3166"},"modified":"2017-08-13T19:35:18","modified_gmt":"2017-08-13T18:35:18","slug":"asa-editorial-23-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=3166","title":{"rendered":"ASA-Editorial 23-2017"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Mitglieder, F\u00f6rderer und Freunde der AfD Sachsen, liebe Leser;<\/p>\n<p>wir sollten mal \u00fcber Namenskunde nachdenken. Warum? Der Psychoanalytiker Karl Abraham hat schon vor 100 Jahren behauptet, dass der Name oft zum Schicksal seiner Patienten passt. Da k\u00f6nnte was dran sein. <\/p>\n<p>Vor acht Jahren sorgte eine Studie der Uni Oldenburg f\u00fcr Aufsehen. Sie kam zu dem Ergebnis, dass viele Grundschullehrer einen Jungen mit dem Namen Kevin als verhaltensauff\u00e4llig abstempeln. Als eher freundlich und leistungsstark sahen die Lehrer hingegen Jungen mit den Namen Alexander, Maximilian, Simon, Lukas und Jakob. Positiv bewertete M\u00e4dchennamen waren Charlotte, Nele, Marie, Emma und Katharina. Auf der Negativliste standen Mandy, Chantal und Jaqueline. \u201eKevin ist kein Name, sondern eine Diagnose\u201c, kommentierte ein teilnehmender Lehrer damals.<\/p>\n<p>Auch wenn die Nationalit\u00e4t nicht explizit angegeben ist, versteige ich mich mal zu der These: es waren mehrheitlich deutsche Lehrer, die Kindern mit deutschen Namen mehr Leistung unterstellten als solchen mit englischen. Hm. Jetzt wurde im STERN-Auftrag untersucht, ob der Vorname mit dem Erfolg im Beruf zusammenh\u00e4ngt. Erwartbares Ergebnis: ja. Je k\u00fcrzer der Vorname, desto mehr Geld und Erfolg habe der Arbeitnehmer im Job. Deutschlands Top-Verdiener hei\u00dfen dem aktuellen Gehaltsranking zufolge \u201eDirk\u201c und \u201eSabine\u201c: der Durchschnitts-Dirk kommt demnach auf 120.200 Euro im Jahr, die Durchschnitts-Sabine auf 83.638 Euro. Auch Rainer, J\u00fcrgen, Susanne und Claudia gehen als \u00fcberdurchschnittlich gut bezahlte Arbeitskr\u00e4fte aus dem Ranking der Jobsuchmaschine Adzuna hervor. <\/p>\n<p>Insgesamt verdienen Mitarbeiter, deren Vorname nur eine Silbe hat, meist mehr als ihre Kollegen mit einem zwei- oder dreisilbigen Vornamen: Namen mit zwei Silben bringen acht Prozent, solche mir drei Silben sogar 18 Prozent weniger Gehalt ein. Ein Grund: ist ein Name leicht zu schreiben, bleibt er auch leicht in Erinnerung. Umgekehrt schlie\u00dfen offenbar viele Menschen von einem komplizierten Namen auf eine komplizierte Pers\u00f6nlichkeit. Bernd Samland von der K\u00f6lner Namensagentur \u201eEndmark\u201c: \u201eEchte Karrierekiller sind auch Doppelvorname und Doppelnachname, z. B. Ann-Katrin M\u00fcller-L\u00fcdenscheid.\u201c<\/p>\n<p>Nochmal Hm. Nach Angaben des Namenkundlichen Zentrums der Universit\u00e4t Leipzig greifen Eltern n\u00e4mlich immer \u00f6fter zu unkonventionellen, l\u00e4ngeren Vornamen. Eine dpa-Liste standesamtlich beurkundeter Jungen- und M\u00e4dchennamen liest sich geradezu wie eine Figurenliste aus einer Fantasy-Kom\u00f6die: Don Armani Karl-Heinz, Camino Santiago Freigeist oder Eisi Faust Erik bei den Jungen; Ferrara Melody Maxima, Frangi-Pany oder Sueann-Presess bei den M\u00e4dchen. \u201eTrotz des Traditionsbewusstseins wird die Bundesrepublik bei den Vornamen immer bunter\u201d, sagt die Leipziger  Namensforscherin Gabriele Rodriguez.<\/p>\n<p>Nun aber kommts: ein kurzer deutscher Vorname \u2013 Adolf \u2013 ist jetzt politisch korrekt in absoluten Verruf geraten \u2013 wovon ein \u201ebetroffener\u201c Journalist in der FAZ berichtet. Der Name ist althochdeutsch und bedeutet Edelwolf. Das ist doch sch\u00f6n, w\u00e4re da nicht jener Adolf aus Braunau am Inn, der dem Namen die Unschuld geraubt hat und noch raubt. So kamen 2006 in Deutschland \u00fcber 672.720 Babys zur Welt, nur ein einziges wurde (allerdings mit zweitem Vornamen) Adolf genannt. Noch Ende des 19. Jahrhunderts war Adolf sehr gel\u00e4ufig, besonders in S\u00fcd- und Westdeutschland. 1890 stand der Name an dreizehnter Stelle auf der Beliebtheitsskala aller m\u00e4nnlichen Vornamen (hinter Fritz, Franz oder Emil).<\/p>\n<p>Vielleicht dachten Eltern an Adolf von Knigge, der seit Mitte des 18. Jahrhunderts f\u00fcr Anstand und gutes Benehmen steht, oder an Gustav Adolf, den protestantischen K\u00f6nig aus Schweden. Auch Adolph Kolping genoss hohen Respekt, vor allem bei Katholiken, die dem sozial engagierten Kirchenmann mit Achtung entgegentraten. \u201eSolche Leitbilder wie Adolph Kolping brauchen wir f\u00fcr die Kirche von heute\u201c, sagte Papst Johannes Paul II. 1991 bei der Seligsprechung, aber er hat damals vermutlich nicht an den kontaminierten Vornamen gedacht.<\/p>\n<p>Und nun? Ein namhafter DDR-Sportreporter verhalf mal dem deutschen Namen \u201eWaldemar\u201c zu ungeahnter Karriere. Zu solchem Aufruf versteige ich mich nicht. Aber unseren Namen mit Respekt zu begegnen kann nicht schaden, <a href=\"http:\/\/www.afdsachsen.de\/files\/afd\/landesverband-sachsen\/download\/afd-sachsen-aktuell\/2017\/asa-23-2017.pdf\">meint<\/a><\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen, Ihr<\/p>\n<p>Dr. Thomas Hartung<br \/>\nStellv. Landesvorsitzender<\/p>\n<p><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D3166&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sollten mal \u00fcber Namenskunde nachdenken. Warum? Der Psychoanalytiker Karl Abraham hat schon vor 100 Jahren behauptet, dass der Name oft zum Schicksal seiner Patienten passt. 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