{"id":3220,"date":"2017-09-05T20:09:24","date_gmt":"2017-09-05T19:09:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=3220"},"modified":"2017-09-20T15:22:44","modified_gmt":"2017-09-20T14:22:44","slug":"wenn-briefe-den-absender-karikieren%e2%80%a6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=3220","title":{"rendered":"Wenn Briefe den Absender karikieren\u2026"},"content":{"rendered":"<p>Zum Monatsbeginn machten in der Presse zwei Briefe an zwei Kinder die Runde, die gegens\u00e4tzlicher nicht sein k\u00f6nnten. Den einen, fiktiven, an Fraukes Sohn Ferdinand dachte sich im Namen der Mutter (!!!) ein FAZ-Redakteur aus, der nicht den Arsch in der Hose hatte, seinen Namen preiszugeben. Den anderen, realen an das afghanische Fl\u00fcchtlingsm\u00e4dchen Modina schrieb <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eva_Quistorp\" target=\"_blank\">Eva Quistorp<\/a>, 72j\u00e4hrige, ledige, kinderlose Gr\u00fcnen-Mitgr\u00fcnderin, und publizierte ihn in der <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article168183787\/Lass-dich-nicht-von-deinem-Vater-unterkriegen.html\" target=\"_blank\">WELT<\/a> (die schon mehrere Texte zu diesem Vorzeigekind im Portfolio hat). In der Zusammenschau beider Texte ergibt sich ein verheerendes Bild unserer bundesdeutschen Demokratie, die sich offenbar darin gef\u00e4llt, von moralisierenden, gesinnungsethischen Traumt\u00e4nzern bespa\u00dft, nicht aber, realpolitisch angemessen regiert zu werden. Das ASA-Editorial 31 ist \u00fcbrigens eine Kurzfassung dieses Textes, daher teile ich es diese Woche nicht.<\/p>\n<p>\u201eLieber Ferdinand\u201c beginnt eine geh\u00e4ssige, perfide, ja b\u00f6sartige Groteske, die der anonyme Schreiberling sicher als erlaubte, spa\u00dfig-unterhaltsame Ironie oder gar Satire verteidigen mag. Sie entpuppt sich aber als infame, subtile Hetze, die l\u00e4cherlich macht, wof\u00fcr die Partei mit ihrem plakativem Motiv einsteht: f\u00fcr eine gute Zukunft der Kinder, auch daf\u00fcr, dass Deutschland Kinder braucht und Kinder willkommen zu hei\u00dfen sind. Das Pamphlet im Wortlaut:<\/p>\n<p>\u201e\u2026ist das nicht ein sch\u00f6nes Foto von uns beiden? So liebenswert, so friedlich kann es in unserem wunderbaren Deutschland sein, wenn man einfach nur unter sich ist. Und weil ich m\u00f6chte, dass das so bleibt, habe ich dieses sch\u00f6ne Foto ganz gro\u00df auf ein sch\u00f6nes Plakat unserer sch\u00f6nen Partei drucken lassen. Tiere und Kinder, wei\u00dft Du, kommen n\u00e4mlich immer gut an, sogar bei unseren W\u00e4hlern, zumindest solange sie keine dunkle Haut haben. Also die Kinder, die Tiere d\u00fcrfen das schon.<\/p>\n<div id=\"attachment_3221\" style=\"width: 566px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/petry.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3221\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-3221\" title=\"Frauke Petry &amp; Ferdinand. Quelle: afd.de\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/petry-1024x680.jpg\" alt=\"Frauke Petry &amp; Ferdinand. Quelle: afd.de\" width=\"556\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/petry-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/petry-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/petry.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 556px) 100vw, 556px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3221\" class=\"wp-caption-text\">Frauke Petry &amp; Ferdinand. Quelle: afd.de<\/p><\/div>\n<p>Es gibt aber, und da, lieber Ferdinand, will ich ganz ehrlich zu Dir sein, noch einen zweiten Grund daf\u00fcr, dass ich mich auf meinem Wahlplakat mit Dir zeige: Von den anderen aus meiner Partei wollte sich keiner mit mir fotografieren lassen. Politik ist nicht immer ganz einfach zu verstehen, auch nicht f\u00fcr Erwachsene \u2013 aber ein wenig hast Du vielleicht schon was kapiert. Wie Du, als ich Dich den anderen vorstellte, dem Gauland aufs Jackett gespuckt hat, das hat mir jedenfalls gut gefallen.<\/p>\n<p>Auf unserem Foto schl\u00e4fst Du so s\u00fc\u00df, lieber Ferdinand. Und wenn Du Deine Augen \u00f6ffnest, dann erkennst Du sofort, wie bunt und vielf\u00e4ltig unsere Welt ist \u2013 und dass man dagegen nat\u00fcrlich was tun muss. Mehr Farben als Schwarz-Rot-Gold brauchen wir n\u00e4mlich nicht. Denn wei\u00dft Du: Diese ganzen Migranten haben immer ganz viele Kinder, die Dir den Brei wegfressen und Dich vom T\u00f6pfchen verdr\u00e4ngen wollen. Du und Deine acht Halbgeschwister, lieber Ferdinand, Ihr braucht schlie\u00dflich schon genug Platz. Und um diesen Platz m\u00fcssen wir k\u00e4mpfen, Ferdinand, und damit Du selbst mitk\u00e4mpfen kannst, habe ich Dir schon mal eine sch\u00f6ne Wasserpistole gekauft. Die Steinschleuder kriegst Du sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Und falls Dir, wenn Du eines Tages gro\u00df bist, dieser Brief nicht gef\u00e4llt und Du sauer auf mich bist, dann sollst Du wissen: Das ist alles von mir \u00fcberhaupt nicht so gemeint gewesen und v\u00f6llig aus dem Zusammenhang gerissen worden.<\/p>\n<p>Deine Mutter Dr. Frauke Petry\u201c<\/p>\n<p>Pseudorassistisch angehauchte K\u00fcchenpsychologie, gemixt mit fabuliertem Vorstandsbashing, dazu eine Prise unterstellter Sozialdarwinismus, garniert mit einer biblischen Verteidigungsmetapher, angerichtet auf dem Relativierungsteller &#8211; zugegeben: das ist ein unterhaltsames, kabarettistisches Kabinettst\u00fcckchen, das man in einer Wochenendausgabe als solches durchgehen lassen k\u00f6nnte\u2026 w\u00e4re nicht Wahlkampf und w\u00fcrden sich nicht beide Frankfurter Bl\u00e4tter in ihrer Einseitigkeit \u00fcberbieten. Solider Journalismus, wie er auch bei anderen Themen n\u00f6tig w\u00e4re, ist das nicht. Und dann wundern sich die Bl\u00e4tter, dass sie immer mehr Leser fluchtartig verlassen, und versuchen, diese Flucht allein auf das Internet zu schieben \u2013 obwohl gerade in diesem speziellen Fall in derselben FAS-Ausgabe, zwei Seiten zuvor, die Redaktion ihren Lesern ebenfalls eine Anti-AfD-Hetze vorsetzte. Der Beitrag von (diesmal nicht anonym) Jan Grossarth stellt die AfD als \u201eEmp\u00f6rungsjunkies\u201c hin, die \u201eeinen Volkssport daraus gemacht [haben], aus der Anonymit\u00e4t des Internets auf alles zu schie\u00dfen, was nicht in ihr kleinkariertes Weltbild passt.\u201c Als Beispiele werden Sarrazin (nanu, ich dachte, der sei SPD-Mitglied) und nat\u00fcrlich Gauland genannt.<\/p>\n<p><strong>Mehrfache Offenbarung<\/strong><\/p>\n<p>\u201eLiebe Modina\u201c beginnt dagegen der Text an ein afghanisches Fl\u00fcchtlingskind, um das sich die Autorin seit 2015 intensiv gek\u00fcmmert, sie \u201eermutigt und best\u00e4rkt\u201c hatte. Das M\u00e4dchen ist in Berlin eingeschult worden; ihr 24j\u00e4hriger Vater m\u00f6chte den Umgang mit der alten Dame einschr\u00e4nken. Scheinbar tief gekr\u00e4nkt schrieb sie diesen Brief an ihren Sch\u00fctzling, der eine mehrfache Offenbarung ist, \u00fcber 100 Kommentare nach sich zog und zun\u00e4chst ungek\u00fcrzt wiedergegeben werden soll.<\/p>\n<p>\u201e\u2026ich freue mich so, dass du nun Anfang September in Berlin in die Schule kommst und hoffentlich nette Mitsch\u00fcler und Lehrerinnen hast, von denen du so viel lernen kannst, wie du in den letzten zwei Jahren von und mit mir gelernt hast. Die kleine Schult\u00fcte, die ich dir zu deinem 6. Geburtstag geschenkt habe, fandest du ein bisschen klein. Nun ja.<\/p>\n<div id=\"attachment_3222\" style=\"width: 565px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina2-welt.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3222\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3222\" title=\"Modina. Quelle: welt.de\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina2-welt.jpg\" alt=\"Modina. Quelle: welt.de\" width=\"555\" height=\"541\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3222\" class=\"wp-caption-text\">Modina. Quelle: welt.de<\/p><\/div>\n<p>Ich habe dir Buntstifte zum Malen und Schreiben, einen Radiergummi, einen lustigen Anspitzer, glitzernde Herzchen, Gummib\u00e4rchen, die ihr alle so liebt, und die grimmschen M\u00e4rchen hineingetan, die ich dir viele Abende und N\u00e4chte, als du bei mir geschlafen hast, vorgelesen habe. Immer habe ich mich gefreut, dass du nie, wie die anderen arabischen Kinder, mich bei den Gummib\u00e4rchen gefragt hast, ob die auch \u201ehalal\u201c sind.<\/p>\n<p>Du bist auch sonst gerne gro\u00dfz\u00fcgig und lebensfroh und willst dich durch strenge Kleider oder Sittenregeln nicht einengen lassen. Auch wenn du meintest, dass du, wenn du gro\u00df bist, ein Kopftuch anziehen w\u00fcrdest, aber mit Farben. Dass dein Vater dich fr\u00fch verheiraten will, wie mir Ali zu meinem Erschrecken gesagt hat, der mit euch aus Istanbul \u00fcber Serbien nach Berlin geflohen ist, hat er dir wohl noch nicht gesagt.<\/p>\n<p>Hat er dich denn in den letzten Monaten geschlagen? Leider konnte ich nicht viel dagegen machen, liebe Modina. Denn die vom Kinderschutzbund, die eine Afghanin im Heim angerufen hat, konnten dich ja nicht allein fragen, und du h\u00e4ttest auch, wie dir dein Vater eingebl\u00e4ut hat, das niemals vor Fremden zugegeben.<\/p>\n<p>Ich aber war keine Fremde f\u00fcr dich. Ich war weder der Ersatz f\u00fcr deine Mutter, die du bei einem Verkehrsunfall im Iran verloren hast, noch f\u00fcr deine Oma, die noch im Iran mit vielen Verwandten lebt. Irgendwie war ich immer nur Eva, und du hast monatelang gesagt, dass ich sieben Jahre alt sei, denn \u00e4lter als dein Vater durfte ich nicht sein, der erst 21 war, als ihr in Berlin ankamt.<\/p>\n<p>Mit deinem Vater hast du so gern geturnt wie mit mir, und am liebsten hast du zwischen uns beiden gehampelt und dich tragen und schwingen lassen. Es tut mir leid, dass ich dir nie erkl\u00e4ren konnte, warum ich nicht zu euch ins Heim ziehen konnte, was du dir, als du kleiner warst, gew\u00fcnscht hast. Noch weniger kann ich dir klarmachen, warum dein Vater nicht mehr will, dass du mich besuchst und du nicht mehr mit mir in Ferien fahren darfst, wie letzten Sommer und Silvester.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen nicht einmal mehr auf dem Spielplatz oder im Grunewald zusammen spielen oder in ein Konzert oder zum Kindertanz gehen. Dein Papa hat behauptet, ich w\u00fcrde dir alles erlauben. Hast du ihm das ahnungslos gesagt? Ich habe dir doch im Unterschied zu ihm nicht alles erlaubt! Schon gar nicht mit dem Handy zu spielen, wo du dann Autorennen, Superman oder sogar Blondinen mit dickem Busen gucken kannst, die viele Afghanen auf ihrem Handy haben.<\/p>\n<div id=\"attachment_3223\" style=\"width: 565px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina6-welt.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3223\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3223\" title=\"Modina. Quelle: welt.de\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina6-welt.jpg\" alt=\"Modina. Quelle: welt.de\" width=\"555\" height=\"542\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina6-welt.jpg 1024w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina6-welt-300x293.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3223\" class=\"wp-caption-text\">Modina. Quelle: welt.de<\/p><\/div>\n<p>Du hast bei mir deine Schrei-, Wein- und Tobsuchtsanf\u00e4lle, die du manchmal hattest, nicht ausleben d\u00fcrfen. Ich habe dich abgelenkt, dich getr\u00f6stet, dich die Treppen hochgetragen, dich oft auf den Arm genommen, damit du dich beh\u00fctet f\u00fchlst und wei\u00dft, dass ich dich lieb habe. Du hast bei mir Gitarre und Fl\u00f6te und Xylofon spielen \u00fcben d\u00fcrfen und mit mir die ersten Schlaf- und Sommerlieder gesungen.<\/p>\n<p>Dein Vater hat wohl gemerkt, dass du so viel schneller und besser Deutsch gelernt hast, als er in der Schule und mit seinem Handy und den B\u00fcchern. Doch er hat mein Angebot, jede Woche mit ihm zu \u00fcben, nie angenommen. Dein Papa scheint Angst zu haben, dass du zu klug und willensstark wirst und ihn nicht mehr f\u00fcr den Gr\u00f6\u00dften \u00fcberhaupt h\u00e4ltst und ihm gehorchst. Verstehst du das?<\/p>\n<p>Du liebst nat\u00fcrlich deinen Vater, wie jedes Kind, vor allem, wenn du immer mit ihm allein wohnst. Er ist mir dir \u00fcber die Berge und durch die Tomatenfelder geflohen, hat dich dabei immer auf den Schultern getragen und hat sich mit dir versteckt. Damals hatte er dir die Haare kurz geschnitten, damit du wie ein Junge aussiehst und gesch\u00fctzter bist.<\/p>\n<p>Ja, ich glaube, dein Vater sieht mich als Konkurrenz und ist eifers\u00fcchtig auf mich. Er will wohl seinen afghanischen Freunden zeigen, dass er das Sagen hat und eine \u00e4ltere deutsche alleinstehende Frau nicht so wichtig f\u00fcr dich sein darf.<\/p>\n<div id=\"attachment_3224\" style=\"width: 565px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina4-welt.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3224\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3224\" title=\"Modina. Quelle: welt.de\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina4-welt.jpg\" alt=\"Modina. Quelle: welt.de\" width=\"555\" height=\"542\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina4-welt.jpg 1024w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina4-welt-300x293.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3224\" class=\"wp-caption-text\">Modina. Quelle: welt.de<\/p><\/div>\n<p>Vielleicht wirst du das sp\u00e4ter verstehen, wenn du einige Jahre in der Schule warst und wenn ihr hoffentlich etwas \u00fcber die Rechte der M\u00e4dchen und Frauen in Deutschland lernt, dass V\u00e4ter, Onkel und die Gro\u00dffamilie nicht mehr alles entscheiden d\u00fcrfen in Deutschland, nicht, wen du heiratest und wann, nicht ob du einen deutschen Freund hast oder wie du die Haare tr\u00e4gst, welchen Beruf du lernen willst, in welche Moschee du gehst oder wie du betest.<\/p>\n<p>Wir haben so viel zusammen erlebt, und ich freue mich, dass du dich an einiges erinnern kannst. Irgendwann habe ich dir eine Karte von Deutschland gezeigt, wo wir \u00fcberall schon zusammen waren: in Hamburg, L\u00fcbeck, Stettin und Templin. Du hast in der Templiner Kirche mit euren Puppen getanzt, als der Chor so sch\u00f6n gesungen hat.<\/p>\n<p>Dort hast du auch das erste Mal die Krippe mit dem Jesuskind und Maria kennen gelernt, bist sogar auf den Kirchturm hochgestiegen. \u201eDas habe ich geschafft\u201c, sagst du gern zu mir, da ich das immer sagte, als wir die ersten Treppen zusammen stiegen und ich dich getragen habe. Dabei hast du die Zahlen gelernt von eins bis 30.<\/p>\n<p>Ich hoffe, du lernst gut lesen, schreiben und rechnen. Ich w\u00fcrde dir so gern dabei helfen und auch sehen, dass du wirklich schwimmen und Fahrrad fahren lernst, was dein Papa anscheinend nicht richtig mit dir \u00fcbt. Du willst gern alles gleich k\u00f6nnen. Aber nicht alles ist so leicht wie Seilh\u00fcpfen. Du musst \u00fcben, \u00fcben, \u00fcben!<\/p>\n<p>Hoffentlich lernst du in der Schule auch Geduld. Deine ungest\u00fcme, wilde Art hat mir immer gefallen, aber auch, wie du dich an mich geschmiegt hast und wir sangen: \u201eDer Mond ist aufgegangen\u201c. Nie werde ich vergessen, wie wir auf der Terrasse bei Kerzenschein sa\u00dfen und du ein iranisches Lied vorgesungen hast, es war traurig und sch\u00f6n zugleich.<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass du eine gute Sch\u00fclerin wirst, vielleicht Polizistin wirst, wie du mir bei der afghanischen Trauerfeier f\u00fcr deinen Opa, als wir Frauen in einem Extrazimmer sitzen mussten, gesagt hast. Du wirst in deinem M\u00e4dchen- und Frauenleben noch lernen, dass leider viele M\u00e4nner Angst vor klugen und starken Frauen haben und sie deswegen oft schlagen, ihnen weniger erlauben als den Jungen und das mit dem Koran begr\u00fcnden. Ich hoffe, du l\u00e4sst dich nicht unterkriegen, obwohl du manchmal so traurig aussiehst.<\/p>\n<div id=\"attachment_3225\" style=\"width: 565px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina5-welt.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3225\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3225\" title=\"Modina. Quelle: welt.de\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina5-welt.jpg\" alt=\"Modina. Quelle: welt.de\" width=\"555\" height=\"542\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina5-welt.jpg 1024w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina5-welt-300x293.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3225\" class=\"wp-caption-text\">Modina. Quelle: welt.de<\/p><\/div>\n<p>Ich bin so stolz auf dich, wie du bei mir gutes Hochdeutsch und singen, malen, deinen und meinen Namen schreiben gelernt hast, mit mir ins Museum gegangen bist und auf viele Spielpl\u00e4tze, teilen gelernt hast und helfen. Leider konnte ich dich nicht mehr in die neue Moschee meiner Freundin Seyran Ates mitnehmen. Das h\u00e4tte dir gefallen.<\/p>\n<p>Dir, deinem Vater und seinen Freunden w\u00fcrde diese Moschee guttun, damit sie vom Koran nicht nur wissen: kein Schweinefleisch, kein Alkohol, die Frauen unter das strenge Kopftuch und den Ramadan einhalten strikt ohne jede R\u00fccksicht auf die Moderne und die demokratische Welt, in der sie jetzt ein gutes Leben suchen.<\/p>\n<p>Du wei\u00dft, dass die Kinder in der Kita oder Schule auch manchmal dumme Sachen sagen, auf Kinder schimpfen, die Schweinefleisch essen, nur um andere zu \u00e4rgern und sich wichtig zu finden. Ich hoffe, du plapperst nicht alles auf dem Schulhof nach und wirst nie das Wort \u201eJude\u201c als Schimpfwort gebrauchen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche mir, dass du dich gegen Gewalt und Dummheit einsetzt und eine Vermittlerin wirst, dich dabei innerlich gest\u00e4rkt f\u00fchlst von mir, die du manchmal \u201eEva-Maria\u201c genannt hast. Ich tr\u00f6ste mich damit, dass du mich nicht vergisst und gro\u00df wirst wie Dornr\u00f6schen oder Schneewittchen.<\/p>\n<p>\u201eErinnerst du dich?\u201c das hast du mich neulich schon gefragt, denn wir haben ein gemeinsames Ged\u00e4chtnis. An deinem sechsten Geburtstag sagtest du zu deinem Vater: \u201ePapa, ich will auch mal bescheiden\u201c. Ich korrigierte dich, und du sagtest dann: \u201eIch will auch mal entscheiden\u201c und bautest dich vor ihm auf. Doch selbst am Geburtstag war dein Vater nicht zu erweichen. Er wollte zeigen, dass er sich gegen mich durchsetzt, verfinsterte sein Gesicht und versuchte wie oft, dich damit einzusch\u00fcchtern.<\/p>\n<div id=\"attachment_3226\" style=\"width: 565px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina3-welt.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3226\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3226\" title=\"Modina. Quelle: welt.de\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina3-welt.jpg\" alt=\"Modina. Quelle: welt.de\" width=\"555\" height=\"541\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3226\" class=\"wp-caption-text\">Modina. Quelle: welt.de<\/p><\/div>\n<p>Liebe Modina, ich hoffe, du traust dich trotzdem \u00f6fter zu sagen, dass du entscheidest. Und zwar Dinge, die f\u00fcr dich und deine Zukunft wichtig sind, nicht nur, ob du ein Eis essen oder Handyfilme gucken darfst. Die Erinnerungen an alles Sch\u00f6ne, das wir zusammen erlebt haben, bleiben hoffentlich bei dir. Lass sie dir nicht ausreden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Zwischen Naivit\u00e4t und \u00dcberheblichkeit <\/strong><\/p>\n<p>Erste Offenbarung: hier spricht grenzenlose Naivit\u00e4t. Die wenigsten Kinder werden sich f\u00fcr das \u201eLeben in Deutschland\u201c entgegen der W\u00fcnsche ihrer Eltern und Familienmitglieder entscheiden. Die \u201eWerte\u201c unserer \u201eoffenen und toleranten\u201c Gesellschaft sind lediglich die Antithese zu den Werten der islamisch-fundamentalistischen Stammesgesellschaft des mittleren Ostens. Um dagegen anzukommen, br\u00e4uchte man zuerst einmal eine eigene definierte Identit\u00e4t. M\u00f6glich, dass sich auch Modina davon fr\u00fcher oder sp\u00e4ter eher abgesto\u00dfen f\u00fchlt.<\/p>\n<p>Zweite Offenbarung: manche Menschen haben ihren Helferkomplex nicht unter Kontrolle und d\u00fcrsten nach Best\u00e4tigung und Dankbarkeit f\u00fcr ihr Engagement \u2013 und sind verstimmt, wenn das von ihnen erwartete Ma\u00df an Wertsch\u00e4tzung ausbleibt. Aber selbst wenn die Autorin noch so viel Zeit und materielle G\u00fcter zu Verf\u00fcgung stellt: eine famili\u00e4re Bindung kann das nicht ersetzen. Auch wenn sie vielleicht aus ihrer Sicht die Liebe des Kindes zum Vater (und Erziehungsberechtigten!) nicht nachvollziehen kann, nur weil der auch in der Fremde an seiner Kultur und Lebensweise festh\u00e4lt. Er wird, kaum im Westen angekommen, nicht alles f\u00fcr besser halten als in seiner Heimat, und daher kaum seine Identit\u00e4t aufgeben; das ist das gro\u00dfe Integrationsproblem, das \u00fcbrigens den Begriff der \u201ebunten Vielfalt\u201c ad absurdum f\u00fchrt: da ist es nun bunt und auch wieder nicht recht.<\/p>\n<p>Denn: w\u00e4hrend die Autorin davon ausgeht, dass in Deutschland nur die Regeln herrschen, die sie seit ihrer Kindheit kennt und f\u00fcr die einzig richtigen h\u00e4lt, denkt genau das der Vater des M\u00e4dchens aber auch. Die Ank\u00f6mmlinge wollen ihre Tradition, Kultur, Sprache und Religion nicht nur behalten, sondern auch leben und an ihre Kinder weitergeben. Unsere Kultur und Denkweise steht diesem Weltbild vollkommen kontr\u00e4r gegen\u00fcber. Damit k\u00f6nnen und wollen sich diese Menschen nicht abfinden geschweige identifizieren. Das sollte jedem Politiker, jedem Idealisten zumal, so langsam klar werden. Was wir hier betreiben, ist eine F\u00f6rderung paralleler Gesellschaften \u2013 was in machiavellistischem Sinne vielleicht auch so gew\u00fcnscht sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Dritte Offenbarung: hier enttarnt sich die Selbst\u00fcberheblichkeit, dass die Ankommenden, angelockt von \u00fcberh\u00f6hten Erwartungen an sich und die aufnehmende Gesellschaft, sich und ihre Kinder aus ihrer Kultur herausrei\u00dfen und entwurzeln lassen, die sich aber eben nicht in einigen \u00c4u\u00dferlichkeiten wie Musik, Essen, Kleidung ersch\u00f6pft. Im Gegenteil: wir, die wir st\u00fcckchenweise unsere Kultur aufgeben, werden selbst zu Entwurzelten. Warum schreibt Quistorp eigentlich nicht an den Vater, der, in wehrf\u00e4higem Alter nicht in seiner Armee oder in seiner Polizei f\u00fcr die Sicherheit in seinem Land k\u00e4mpft und stattdessen unsere Soldaten f\u00fcr sich k\u00e4mpfen und ihr Leben lassen l\u00e4sst?<\/p>\n<div id=\"attachment_3228\" style=\"width: 565px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina1-welt.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3228\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-3228\" title=\"Modina. Quelle: welt.de\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/modina1-welt-1024x489.jpg\" alt=\"Modina. 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Unter dem Deckmantel hoher F\u00fcrsorge und h\u00f6chster Moral scheint nicht das Kindswohl an erster Stelle zu stehen, sondern die egoistischen Ziele und die Befriedigung der urgr\u00fcnen Nanny. Zus\u00e4tzlich finde ich es eine Unterstellung, dass er sein Kind schl\u00e4gt und das Schweigen des Kindes nur negativ interpretiert werden kann. Der Vater m\u00f6chte sein Kind vielleicht einfach nur sch\u00fctzen (siehe auch Haare schneiden)? Ist jemand wirklich so naiv anzunehmen, besser und st\u00e4rker zu sein als die Gene, die Herkunft, die Erziehung, die Mentalit\u00e4t, der Glaube und die vermeintliche Ehre der Neub\u00fcrger? Mit ein paar Integrationsstunden k\u00f6nnen keine Jahrhunderte \u00fcbersprungen werden.<\/p>\n<p>Es gibt \u00fcbrigens auch ausreichend Kinder von \u201el\u00e4nger hier lebenden\u201c, die sozial benachteiligt sind und Unterst\u00fctzung br\u00e4uchten. Diese werden ebenfalls in eine Welt geboren, die Ihnen nur begrenzte M\u00f6glichkeiten gibt und eingeschr\u00e4nkten Zugang zu Bildung, Kultur, Sport: weil ihre Eltern es nicht besser wissen und nur ihre eigene Welt kennen. Es ist nat\u00fcrlich deutlich schwieriger, diese auszumachen und ihnen zu helfen. Vermutlich auch deutlich weniger \u201erewarding\u201c, die Welt gerettet zu haben. Soll uns das zeigen, wie toll muslimisch sozialisierte M\u00e4dchen sind, damit wir noch mehr aufnehmen? Oder soll uns das sagen, dass man die Kinder besser von den V\u00e4tern trennt?<\/p>\n<p>Dieser vor Selbstmitleid triefende Brief einer Frau, die keinen Selbstschutz mehr gelernt hat und sich familienfremd trotzdem ungefragt ins Leben anderer dr\u00e4ngt, zeigt deutlich die Gesinnungsethik jener, die sich \u00fcber die realen Folgen ihres \u201eehrenwerten Verhaltens\u201c keinerlei Gedanken machen. Im Bem\u00fchen, eine andere, bessere Gesellschaft zu erzeugen, hat sie nichts gelernt: die eine Zerst\u00f6rung wird durch die n\u00e4chste, wesentlich nachhaltigere ersetzt. Aus Bismarcks Kulturkampf wurde der Glaube an die Macht des Gutzuredens. Toleranz der Intoleranz gegen\u00fcber endet in der Katastrophe. Wohlstand macht einfach nur naiv. Grenzenlos naiv.<\/p>\n<p><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D3220&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Monatsbeginn machten in der Presse zwei Briefe an zwei Kinder die Runde, die gegens\u00e4tzlicher nicht sein k\u00f6nnten. Den einen, fiktiven, an Fraukes Sohn Ferdinand dachte sich im Namen der Mutter (!!!) ein FAZ-Redakteur aus, der nicht den Arsch in der Hose hatte, seinen Namen preiszugeben. Den anderen, realen an das afghanische Fl\u00fcchtlingsm\u00e4dchen Modina schrieb Eva Quistorp, 72j\u00e4hrige, ledige, kinderlose Gr\u00fcnen-Mitgr\u00fcnderin, und publizierte ihn in der WELT. In der Zusammenschau beider Texte ergibt sich ein verheerendes Bild unserer bundesdeutschen Demokratie, die sich offenbar darin gef\u00e4llt, von moralisierenden, gesinnungsethischen Traumt\u00e4nzern bespa\u00dft, nicht aber, realpolitisch angemessen regiert zu werden. Das ASA-Editorial 31 ist \u00fcbrigens eine Kurzfassung dieses Textes, daher teile ich es diese Woche nicht.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3220"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3220"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3220\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3241,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3220\/revisions\/3241"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3220"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3220"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3220"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}