{"id":3314,"date":"2017-11-27T07:30:16","date_gmt":"2017-11-27T06:30:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=3314"},"modified":"2017-11-27T07:30:16","modified_gmt":"2017-11-27T06:30:16","slug":"trutz-christoph-heins-abrechnung-mit-fanatischen-ideologien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=3314","title":{"rendered":"&#8222;Trutz&#8220; &#8211; Christoph Heins Abrechnung mit fanatischen Ideologien"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>\u201eAls er das chinesische Sprichwort zitierte, die schlechteste Tinte sei besser als das beste Ged\u00e4chtnis, lachte Maykl so laut, dass der Dozent ihn fragte, was daran so l\u00e4cherlich sei. Maykl erwiderte, Tinte w\u00fcrde vergilben und verschwinden, Papiere w\u00fcrden verlegt, gerieten in Vergessenheit, k\u00f6nnten abhandenkommen, in einem gut trainierten Ged\u00e4chtnis sei dagegen alles f\u00fcr alle Ewigkeit fixiert, festgehalten bis zum Tod.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn ich drei aufeinanderfolgende B\u00fccher eines Autors nicht nur mehr oder weniger lobend rezensiere, sondern auch noch in ununterbrochener Reihenfolge f\u00fcr ihre Aufnahme in die Literaturlehrpl\u00e4ne pl\u00e4diere, muss es etwas Besonderes haben: um den Autor, seine Erz\u00e4hlweise, seinen Stoff \u2013 oder alles zusammen. Gemeint ist \u201eTrutz\u201c, das (erste?) Alterswerk von Christoph Hein.<\/p>\n<p>Alterswerk darum, weil er so viel und so grausam und so willk\u00fcrlich sterben l\u00e4sst wie in kaum einem Text zuvor, weil ihm nach dem Tod seiner (einen) Hauptfigur die Handlung teilweise zerfasert und weil eher der Stoff, den er unbedingt und eher unelegant erz\u00e4hlen muss und der ihm manchmal fast verschw\u00f6rungstheoretisch entgleitet, der Held ist und nicht die ihn transportierende Personnage.<\/p>\n<p>Aber das wars auch schon an Kritteleien meinerseits \u2013 eher muss man den Autor w\u00fcrdigen, weil er mit 72 Jahren zwar erfahren, aber doch v\u00f6llig unverschlissen, wenn auch wie immer ziemlich n\u00fcchtern-lakonisch zwei Familien auf Kollisionskurs mit den Ideologien des letzten Jahrhunderts schickt und dabei zwei Motivpaare unerbittlich verfolgt: Zufall gegen Berechenbarkeit und Vergessen gegen Erinnerung. \u201eIn diesen Roman geriet ich aus Versehen &#8230;\u201c, beginnt der erste, \u201eGl\u00fccklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu \u00e4ndern ist\u201c, lautet der letzte Satz.<\/p>\n<p>Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die Kunst, oder besser, die Macht und Ohnmacht des Erinnerns. W\u00fcrde man das epische Werk in ein dramatisches Genre transformieren, dann kann ein Roman \u00fcber Erinnerung im 20. Jahrhundert nur eine Trag\u00f6die sein: Ideologien organisierten und sanktionierten Ged\u00e4chtnisleistung politisch &#8211; das jeweilige System bestimmte, wie Vergangenheit gespeichert, bewahrt \u2013 und ver\u00e4ndert wurde. Wer seine eigene Erinnerung damit nicht in Einklang bringen wollte und\/oder konnte, hatte ein gef\u00e4hrliches Problem.<\/p>\n<p>Dieses Problem hatten die beiden Roman-Familien, deren Mitglieder zwischen Hitler-Faschismus, Stalin-Terror und SED-Arbeiter-und-Bauern-Zwangsbegl\u00fcckung einen Erinnerungs- und damit \u00dcberlebensmodus f\u00fcr sich praktizieren wollten. Einen Modus, der ihnen idealerweise mehr als die Leben und \u00fcberdies noch sozialen Einfluss sicherte. Aber Hein w\u00e4re nicht Hein, wenn er nicht genau dieses Intellektuellen-Ansinnen innerhalb einer Odyssee durch die Zeiten und Systeme, durch gro\u00df inszenierte L\u00fcgen und im Kleinen verborgene Wahrheiten aufs Bitterste \u00fcber den Jordan schickt.<\/p>\n<p>Die Geschichte beginnt mit Rainer Trutz, dem Vater von Maykl, einem Bauernsohn, der aus der Provinz und einem engen Elternhaus ins Berlin der 20-er Jahre flieht und durch einen Zufall auf die sehr sympathisch gezeichnete Lettin Lilija Simonaitis trifft, Mitarbeiterin der russischen Botschaft, die dem angehenden Schriftsteller nicht nur die T\u00fcren zur Berliner Gesellschaft \u00f6ffnet, sondern auch sp\u00e4ter in der Sowjetunion lange zu einer Helferin und Unterst\u00fctzerin der Familien Trutz wird, bis sie selbst in die grausamen M\u00fchlen der Stalin`schen S\u00e4uberungen ger\u00e4t.<\/p>\n<div id=\"attachment_3315\" style=\"width: 565px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/001.png\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3315\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3315\" title=\"001\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/001.png\" alt=\"Quelle: http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/media\/thumbs\/0\/0ee9db7379a6cb8f2177e20329ed0701v1_max_755x425_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2.png?key=ef0439\" width=\"555\" height=\"312\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/001.png 755w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/001-300x168.png 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3315\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/media\/thumbs\/0\/0ee9db7379a6cb8f2177e20329ed0701v1_max_755x425_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2.png?key=ef0439<\/p><\/div>\n<p>Das frivole Erstlingswerk von Rainer Trutz (!!!) erregt einiges Aufsehen &#8211; ein elegant verschweinigelter Roman, der Beachtung im Kulturbetrieb und Verachtung bei den Nazis findet. Prompt ger\u00e4t er mit seinem zweiten Buch ins Visier der Gestapo und flieht mit Hilfe von Lilija mit seiner Familie nach Moskau. Doch dort im als sicherer Ort phantasierten Exil warten herbe Entt\u00e4uschungen auf sie. Rainer Trutz begegnet dort Waldemar Geijm, einem Professor f\u00fcr Mathematik und Sprachwissenschaften an der Lomonossow- Universit\u00e4t, der ein neues Forschungsgebiet begr\u00fcndet, wobei er sich auf alte Vorg\u00e4nger beruft: die Mnemotechnik, die Lehre von Ursprung und Funktion der Erinnerung.<\/p>\n<p>Dieser Prof. Geijm, der bald in Ungnade f\u00e4llt und sp\u00e4ter in einem sibirischen Arbeitslager stirbt, unterrichtet mehrere Jahre seinen eigenen Sohn und den Sohn von Rainer Trutz, den kleinen Maykl in dieser Technik, deren Kunst Christoph Hein dann \u00fcber sechs Jahrzehnte in Berlin bestaunen sollte: die sogenannte Mnemotechnik, die auf Ideen fu\u00dft, die der griechischen Dichters Simonides von Keos schon rund 500 Jahre vor Christus entwickelt hat. Sind Parteikreise erst daran interessiert, Gejms Ergebnisse milit\u00e4risch und medial zu nutzen, erkennen sie bald, wie kontraproduktiv eine perfekte Erinnerung f\u00fcr ihr politisches System sein kann: Wer nicht vergisst, l\u00e4sst sich nicht indoktrinieren.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Mnemonik zieht eine Blutspur hinter sich her, bis heute. Bereits zu Beginn war das so, diese Wissenschaft begann mit einem Massaker. Ein gutes Ged\u00e4chtnis war in der Geschichte der Menschheit stets eine t\u00f6dliche Gefahr. Das Vergessen wird belohnt, nicht das Ged\u00e4chtnis. Wenn Sie schnell und rasch vergessen, werden Sie gl\u00fccklich auf Erden und k\u00f6nnen in Ruhe alt werden. Doch wenn Sie sich an alles erinnern, bekommen Sie Schwierigkeiten, und die k\u00f6nnen t\u00f6dlich sein. So geht es bis in unsere Zeit, bis zu mir.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Ganz stark sind prompt die Szenen, in denen Hein im Stile Orwells die unentwegte Umwertung von Kunst, Kino und Literatur zum Zweck der Massenmanipulation beschreibt. Etwa als nach der Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts 1939 alle B\u00fccher, Filme und Theaterst\u00fccke in der Sowjetunion freundlich f\u00fcr das Dritte Reich umformuliert, -geschnitten und -gebaut wurden, um dann 1941, nach dem \u00dcberfall durch die Deutschen, wieder in sch\u00f6nster antifaschistischer Pracht gezeigt werden zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Trutz macht sich Hoffnungen, f\u00fcr eine Emigrantenzeitung zu arbeiten. Es mangelt im Moskau von 1933 jedoch nicht an emigrierten deutschen Intellektuellen. Das Haupthindernis besteht allerdings darin, dass er kein Mitglied der kommunistischen Partei ist. Ein Redakteur w\u00e4scht ihm den Kopf:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWie willst du ein guter Journalist sein, wenn du nicht in der Partei bist? Zierliche H\u00e4keleien verfassen, putzige Bl\u00fcmchenmuster, wie sie die b\u00fcrgerliche Presse liebt? So etwas brauchen wir nicht. (\u2026) Nein, Junge, in unserer Presse h\u00e4keln und stricken wir nicht, da machen wir Politik. (\u2026) Hier herrscht Klassenkampf, verstehst du, jeden Tag, jede Stunde, in jedem Redaktionszimmer. Und nun mach, dass du verschwindest.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Stattdessen landet Trutz als ungelernter Pionier beim U-Bahn-Bau in Moskau. Einigerma\u00dfen unbeschadet \u00fcberlebt er, wird aber nach dem Krieg pl\u00f6tzlich denunziert. Eine alte Rezension, die er noch in Berlin f\u00fcr die \u201eWeltb\u00fchne\u201c schrieb und in der er sich lustig machte \u00fcber die Lobhudelei einiger ber\u00fchmter Schriftsteller, die die Sowjetunion als Paradies darstellten, wird ihm zu Verh\u00e4ngnis. Links ist manchmal nicht links genug, je nachdem, von wo man schaut. Hitler, Stalin und der kleine Trutz: Die totalit\u00e4ren Systeme wechseln, aber der M\u00f6chtegernschriftsteller bleibt ein politisch Unbehauster. Er kommt in ein Besserungslager im Ural und wird dort von einem W\u00e4rter erschlagen \u2013 weil er keinen Schnaps dabei hatte.<\/p>\n<div id=\"attachment_3318\" style=\"width: 565px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/003.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3318\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3318\" title=\"003\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/003.jpg\" alt=\"Quelle: https:\/\/www.welt.de\/img\/politik\/mobile102062198\/9881627357-ci23x11-w960\/gulag-ankunft-DW-Politik-Nuernberg-jpg.jpg\" width=\"555\" height=\"265\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/003.jpg 960w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/003-300x143.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3318\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: https:\/\/www.welt.de\/img\/politik\/mobile102062198\/9881627357-ci23x11-w960\/gulag-ankunft-DW-Politik-Nuernberg-jpg.jpg<\/p><\/div>\n<p>Das letzte Drittel des Buches, der Vater ist da schon l\u00e4ngst im eisigen Boden eines Gulags in Sibirien verscharrt, handelt davon, wie der Trutz-Sohn Maykl, inzwischen Vollwaise, nach dem Krieg nach Deutschland, in die alte Heimat seines Vaters, ausgewiesen wird. Auch dort \u00a0drangsaliert, versucht er als Archivar zu \u00fcberleben. Die historischen Wahrheiten, die er in den Papieren zutage f\u00f6rdert, sind seiner Karriere im SED-Staat nat\u00fcrlich hinderlich.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEine westliche Hetzschrift muss als Feindpropaganda zur\u00fcckgewiesen werden. Die Brosch\u00fcre als F\u00e4lschung zu bezeichnen und gleichzeitig Gro\u00dfmann vor Gericht bringen, das geht nicht. Also hat man sich f\u00fcr Gro\u00dfmann entschieden.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Nach der Wende wird er Gem, den Sohn von Professor Geijm, wiedertreffen. Beide stellen fest: sie haben fast dieselben Erfahrungen gemacht wie ihre V\u00e4ter. Eine dieser Erfahrungen ist f\u00fcr mich eine der Schl\u00fcsselstellen des Romans: vor einer Kommission hochnotpeinlich befragt, warum er nicht FDJ-Mitglied werden und welche Lehren er denn aus \u201eder Geschichte\u201c \u00fcberhaupt ziehen wolle, entspinnt sich dieser Dialog:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eMeine Eltern waren deutsche Antifaschisten, die sich vor Hitler in Sicherheit bringen wollten und in der Sowjetunion umkamen\u2026 Ich kann meiner Eltern wegen nicht Mitglied der FDJ werden\u201c &#8211;<\/p>\n<p>\u201eSchuld daran tr\u00e4gt nicht die Sowjetunion und schon gar nicht unser Staat. \u2026 Nein, Herr Trutz, den Tod Ihrer Eltern verschuldete Hitler mit seinem \u00dcberfall auf die Sowjetunion \u2026 An Ihrer Stelle und mit Ihrem Schicksal w\u00fcrde ich, meinen toten Eltern zu Ehren, sofort den Antrag stellen, in die Partei aufgenommen zu werden, damit sich diese Verbrechen nicht wiederholen\u2026\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Fast \u00fcberfl\u00fcssig zu erw\u00e4hnen, dass er auch privat unter seinem Ged\u00e4chtnis leidet:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIn der kurzen Verhandlung sagte Sandra, es sei nicht m\u00f6glich mit einem Menschen zusammenzuleben, der nie etwas vergessen k\u00f6nne. Seine F\u00e4higkeit sei nicht hilfreich, sondern eine Krankheit, mit der sich und andere vergifte und allen die Lebenslust raube. Die Scheidungsrichterin m\u00f6ge ihm ein Training des Vergessens empfehlen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Vor einem Jahr erst ging es Hein in \u201eGl\u00fcckskind mit Vater\u201c um den Sohn eines hingerichteten Kriegsverbrechers, der aus der gerade gegr\u00fcndeten DDR flieht, um ausgerechnet bei Mitgliedern der Resistance in Marseille \u201eWein, Weib und Wahrheit\u201c kennenzulernen. Nat\u00fcrlich war der Held dann doch gar nicht so ein Gl\u00fcckskind, weil er die Last der Geschichte im Verlauf seiner Reise in Richtung Westen und wieder zur\u00fcck nicht abwerfen konnte. Hier nun ging es nach Osten und retour \u2013 mit demselben Resultat. Hillgruber spricht im Tagesspiegel von \u201edeterministischer Wucht\u201c und f\u00fchlt sich phasenweise an Weiss&#8216; \u201e\u00c4sthetik des Widerstands\u201c erinnert. F\u00fcr Wolfgang Schneider h\u00e4tte \u201eTrutz\u201c den Preis der Leipziger Buchmesse verdient. Beiden mag ich nicht widersprechen.<\/p>\n<div id=\"attachment_3316\" style=\"width: 565px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/002.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3316\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3316\" title=\"002\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/002.jpg\" alt=\"Quelle: https:\/\/www.mdr.de\/kultur\/themen\/bild-80930-resimage_v-variantBig24x9_w-960.jpg?version=11378\" width=\"555\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/002.jpg 960w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/002-300x112.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3316\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: https:\/\/www.mdr.de\/kultur\/themen\/bild-80930-resimage_v-variantBig24x9_w-960.jpg?version=11378<\/p><\/div>\n<p>Hein hat wieder einen ernsten, tragischen, lapidar erz\u00e4hlten Text vorgelegt, der nicht zuletzt auch davon handelt, wie unbequeme \u201eIntelligenzler\u201c in der Provinz verd\u00e4mmern \u2013 ein Standardmotiv bei ihm. Bereits in \u201eHorns Ende\u201c (1985) res\u00fcmierte die Titelgestalt, Direktor eines Provinzmuseums im fiktiven Bad Guldenberg: \u201eWelch ein entsetzlicher Gedanke, ohne Ged\u00e4chtnis leben zu wollen. Wir w\u00fcrden ohne Erfahrungen leben m\u00fcssen, ohne Wissen und ohne Werte. L\u00f6schen Sie das Ged\u00e4chtnis eines Menschen, und Sie l\u00f6schen die Menschheit.\u201c Dem ist nichts hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D3314&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich drei aufeinanderfolgende B\u00fccher eines Autors nicht nur mehr oder weniger lobend rezensiere, sondern auch noch in ununterbrochener Reihenfolge f\u00fcr ihre Aufnahme in die Literaturlehrpl\u00e4ne pl\u00e4diere, muss es etwas Besonderes haben: um den Autor, seine Erz\u00e4hlweise, seinen Stoff \u2013 oder alles zusammen. Gemeint ist \u201eTrutz\u201c, das (erste?) 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