{"id":3680,"date":"2018-12-15T16:00:19","date_gmt":"2018-12-15T15:00:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=3680"},"modified":"2018-11-21T16:20:46","modified_gmt":"2018-11-21T15:20:46","slug":"%e2%80%9eein-luxus-gewohnter-grosburger%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=3680","title":{"rendered":"\u201eein Luxus gewohnter Gro\u00dfb\u00fcrger\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die umstrittenste Adaption des Stoffs \u201eJud S\u00fc\u00df\u201c geht nicht auf Lion Feuchtwangers Roman zur\u00fcck: Nach dem Studium noch vorhandener Drehbuchfassungen ist davon auszugehen, dass die Grundlage des Films von 1940 die gleichnamige Novelle von Wilhelm Hauff war. Regisseur Veit Harlan hat zeitlebens bestritten, Feuchtwangers Version des Stoffs gekannt zu haben. Des Autors Verdacht, der Film basiere auf seinem Roman, mag daher r\u00fchren, dass sieben Schauspieler schon in dem gleichnamigen Theaterst\u00fcck auf der B\u00fchne gestanden hatten. Und die schrieb er in einem offenen Brief 1941 pers\u00f6nlich an: \u201eSie haben, meine Herren, aus meinem Roman \u201aJud S\u00fc\u00df\u2018 mit Hinzuf\u00fcgung von ein bi\u00dfchen \u201aTosca\u2018 einen w\u00fcst antisemitischen Hetzfilm im Sinne Streichers und seines \u201aSt\u00fcrmers\u2018 gemacht\u201c. Anzuschreiben gegen antisemitische Hetze war das Lebensthema Feuchtwangers, der zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts z\u00e4hlte und vor 60 Jahren starb.<\/p>\n<div id=\"attachment_3681\" style=\"width: 566px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Hauff.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3681\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3681\" title=\"Hauff's Text. Quelle: https:\/\/media1.jpc.de\/image\/w600\/front\/0\/9783861998211.jpg\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Hauff.jpg\" alt=\"Hauff's Text. Quelle: https:\/\/media1.jpc.de\/image\/w600\/front\/0\/9783861998211.jpg\" width=\"556\" height=\"784\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Hauff.jpg 600w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Hauff-212x300.jpg 212w\" sizes=\"(max-width: 556px) 100vw, 556px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3681\" class=\"wp-caption-text\">Hauff&#39;s Text. Quelle: https:\/\/media1.jpc.de\/image\/w600\/front\/0\/9783861998211.jpg<\/p><\/div>\n<p>Der \u00e4lteste Sohn des M\u00fcnchner j\u00fcdisch-orthodoxen Margarinefabrikanten  Sigmund Feuchtwanger galt als sch\u00fcchtern, aber flei\u00dfig und begabt und  wurde meist f\u00fcnf Uhr morgens von einem Privatlehrer in der hebr\u00e4ischen  Bibel und dem aram\u00e4ischen Talmud unterwiesen, bevor er in die Schule  ging. Nach dem Abitur 1903 studiert er Geschichte, Philosophie und  Deutsche Philologie in M\u00fcnchen und Berlin und verbringt mit der  pedantischen Mutter sowie den acht Geschwistern die Ferien in Starnberg  oder Kochel. 1907 promovierte er \u00fcber Heinrich Heine, lehnt eine  Habilitation aufgrund der Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr Juden ab \u2013 die k\u00f6nnen an  einer bayerischen Universit\u00e4t nicht ordentlicher Professor werden \u2013 und  beginnt stattdessen schreibend zu experimentieren.<\/p>\n<p>Zwischen 1906 und 1910 schrieb er mit \u201eKleine Dramen\u201c sechs Theaterst\u00fccke, mit \u201eDer Fetisch\u201c ein Schauspiel sowie mit \u201eDer t\u00f6nerne Gott\u201c einen Roman und kreierte daneben mit \u201eDer Spiegel\u201c sein eigenes Kulturmagazin, das sp\u00e4ter mit der von Siegfried Jacobsohn herausgegebenen Zeitschrift \u201eDie Schaub\u00fchne\u201c fusionierte. In allen \u2013 relativ unbeachtet bleibenden &#8211; Texten kommt eine \u00e4sthetische Antib\u00fcrgerlichkeit zum Ausdruck, die in der M\u00fcnchner Boh\u00e8me verbreitet war: \u201eMagarinebar\u00f6nchen\u201c verspottete ihn die <em>M\u00fcnchner Post<\/em>.<\/p>\n<p>\u201eOb unter all diesem Wust ein poetischer Kern sich birgt?\u201c, notiert Feuchtwanger unsicher in seinem Tagebuch am 11. Januar 1906. \u201eMerkw\u00fcrdig, dass ich die unsch\u00f6nen Z\u00fcge so vieler Dichter in mir vereine: die knabenhafte Verlegenheit Grillparzers, die Koketterie und Zerrissenheit Heines, die Eitelkeit Schlegels, die lioness und Haltlosigkeit Wildes, die Selbstzerfaserung Hebbels mit einem Stich ins Affektierte\u2026\u201c Er schreibt viel f\u00fcr wenig Geld, da er, nicht zuletzt wegen seiner Spielleidenschaft, oft in finanziellen N\u00f6ten steckt. Zudem muss er seit 1910 f\u00fcr die j\u00fcdische Kaufmannstochter Marta L\u00f6ffler sorgen, die er 1912, bereits schwanger, heiratete. Die Tochter starb wenige Monate nach einer schweren Geburt w\u00e4hrend der Hochzeitsreise in Italien an Typhus. Es sollte das einzige Kind des Paares bleiben.<\/p>\n<div id=\"attachment_3682\" style=\"width: 563px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Brecht.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3682\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-3682\" title=\"Feuchtwanger und Brecht. Quelle: https:\/\/www.wienerzeitung.at\/_em_daten\/147962\/_\/1x6C6mNvhD5UXMunvHO6oDeZ4Ob7_BAJNt6Mi5E4gPGxqAejcnzHSM2QZc0e77Ynxo2qmacLOzCYS1iSk36S0m4UiKgv220xHD53SbzX-wB3c\/140708-1656-948-0960-147242.jpg\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Brecht-300x157.jpg\" alt=\"Feuchtwanger und Brecht. Quelle: https:\/\/www.wienerzeitung.at\/_em_daten\/147962\/_\/1x6C6mNvhD5UXMunvHO6oDeZ4Ob7_BAJNt6Mi5E4gPGxqAejcnzHSM2QZc0e77Ynxo2qmacLOzCYS1iSk36S0m4UiKgv220xHD53SbzX-wB3c\/140708-1656-948-0960-147242.jpg\" width=\"553\" height=\"288\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3682\" class=\"wp-caption-text\">Feuchtwanger und Brecht. Quelle: https:\/\/www.wienerzeitung.at\/_em_daten\/147962\/_\/1x6C6mNvhD5UXMunvHO6oDeZ4Ob7_BAJNt6Mi5E4gPGxqAejcnzHSM2QZc0e77Ynxo2qmacLOzCYS1iSk36S0m4UiKgv220xHD53SbzX-wB3c\/140708-1656-948-0960-147242.jpg<\/p><\/div>\n<p>Den ersten Weltkrieg erlebt Feuchtwanger zuerst als Ersatzreservist und dann wegen diverser Gebrechen, darunter starker Kurzsichtigkeit, als wehruntauglich. Er schreibt weiter, schlie\u00dft Bekanntschaft mit Bertolt Brecht und Arnold Zweig. Die streit- und fruchtbare Freundschaft zu Brecht hielt den Rest seines Lebens an, mehrere gemeinsame St\u00fccke gingen daraus hervor.<\/p>\n<p><strong>\u201enicht wegnehmen konnte er mir meinen bayerischen Dialekt\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Feuchtwanger spezialisiert sich auf die Rolle progressiver Intellektueller in einer zumal j\u00fcdisch gepr\u00e4gten Geschichte. Aus gutem Grund: 1555 wurden die Feuchtwangers aus jenem mittelfr\u00e4nkischen St\u00e4dtchen verjagt, dessen Namen sie tragen. Bereits 1920 antizipierte er in dem satirischen Text \u201eGespr\u00e4che mit dem Ewigen Juden\u201c hellsichtig die Gefahren durch die NSDAP: \u201eT\u00fcrme von hebr\u00e4ischen B\u00fcchern verbrannten, und Scheiterhaufen waren aufgerichtet, hoch bis in die Wolken, und Menschen verkohlten, zahllose\u2026\u201c Eine seiner Schwestern sollte 1942 in Theresienstadt ermordet werden.<\/p>\n<p>Mitte der zwanziger Jahre verbessert sich seine materielle Lage, denn er ist aufgrund zweier Romane bereits auf dem Weg zum Weltruhm. Der erste erschien 1923 unter dem Titel \u201eDie h\u00e4\u00dfliche Herzogin Margarete Maultasch\u201c \u2013 gemeint ist die Gr\u00e4fin Margarete von Tirol-G\u00f6rz, die im 14. Jahrhundert lebte und auf grausame Weise zu erlangen sucht, was der Sch\u00f6nheit von selbst zuf\u00e4llt: Macht und Liebe. Der zweite war geplant als Drama um den ermordeten deutschen Au\u00dfenminister Walter Rathenau. Entstanden ist ein auf wahren Begebenheiten fu\u00dfender Roman um den\u00a0halb vergessenen\u00a0\u201eHofjuden\u201c S\u00fc\u00df Oppenheimer, der um 1700 zum Berater des w\u00fcrttembergischen Herzogs aufsteigt und nach\u00a0Irrungen und Intrigen zum Tode verurteilt wird. Der Text st\u00f6\u00dft zwei Jahre lang auf Desinteresse und erscheint 1925 schlie\u00dflich in einem Theaterverlag. F\u00fcr den englischen Literaturpapst Arnold Bennett \u201eBook of the Year\u201c, wurde er wenig sp\u00e4ter ein Bestseller, der in 15 Sprachen eine Auflage von drei Millionen erreicht.<\/p>\n<p>Aus der judenfeindlichen Atmosph\u00e4re M\u00fcnchens ziehen die Feuchtwangers 1925 weg ins liberalere Berlin. Hier nutzt er den Abstand zur Heimat, um den Zeit- und Schl\u00fcsselroman \u201eErfolg\u201c zu schreiben: ein leicht erkennbares Portr\u00e4t Hitlers mitsamt der satirischen Abhandlung des Hitler-Ludendorff-Putschs von 1923, verkleidet in der Figur Rupert Kutzners: \u201eSchwieg \u2026 Kutzner, so gaben die d\u00fcnnen Lippen mit dem winzigen, dunklen Schnurrbart und das pomadig gescheitelte Haar \u00fcber dem fast hinterkopflosen Sch\u00e4del dem Gesicht eine maskenhafte Leere\u201c. Entstanden ist ein grandioses Sittenbild Oberbayerns und seiner Hauptstadt, in dem von Brecht \u00fcber Ganghofer bis Valentin alle Zeitgr\u00f6\u00dfen einen Auftritt erhalten und das ihn 1930 auf die Vorschlagsliste f\u00fcr den Nobelpreis gelangen lie\u00df.<\/p>\n<p>Ende 1932 brach Feuchtwanger, der sich als Hindenburg-W\u00e4hler zu erkennen gab, zu Vortr\u00e4gen nach London und in die USA auf \u2013 und kam nie mehr nach Deutschland zur\u00fcck, denn er galt den Nationalsozialisten als einer ihrer intellektuellen Hauptgegner. \u201eChaplin ist hingerissen von meinen Ideen \u00fcber einen Hitlerfilm\u201c, notiert er am 11. Januar 1933 nach einem gemeinsamen Lunch in Los Angeles. Nach der Machtergreifung wird er\u00a0aus dem \u201eSchutzverband Deutscher Schriftsteller\u201c ausgeschlossen. Seine B\u00fccher werden verboten und verbrannt, sein Name taucht in der am 25. August 1933 im Deutschen Reichsanzeiger ver\u00f6ffentlichten ersten Ausb\u00fcrgerungsliste auf.<\/p>\n<div id=\"attachment_3683\" style=\"width: 565px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Stalin.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3683\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3683\" title=\"Feuchtwanger und Stalin. Quelle: https:\/\/www.akg-images.de\/Docs\/AKG\/Media\/TR5\/0\/9\/5\/4\/AKG3962756.jpg\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Stalin.jpg\" alt=\"Feuchtwanger und Stalin. Quelle: https:\/\/www.akg-images.de\/Docs\/AKG\/Media\/TR5\/0\/9\/5\/4\/AKG3962756.jpg\" width=\"555\" height=\"394\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Stalin.jpg 484w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Stalin-300x213.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3683\" class=\"wp-caption-text\">Feuchtwanger und Stalin. Quelle: https:\/\/www.akg-images.de\/Docs\/AKG\/Media\/TR5\/0\/9\/5\/4\/AKG3962756.jpg<\/p><\/div>\n<p>\u201eHitler hat mir das B\u00fcrgerrecht weggenommen, doch nicht wegnehmen konnte er mir meinen bayerischen Dialekt\u201c, so Feuchtwanger in Amerika, als er von seiner Ausb\u00fcrgerung und der Beschlagnahmung seines Verm\u00f6gens erf\u00e4hrt. Das besteht nicht nur aus der neuen Villa in Berlin-Grunewald, die ein SA-Trupp auf der vergeblichen Suche nach dem Besitzer verw\u00fcstet; da sind auch die stattlichen Konten beim Bankhaus J. L. (Jakob L\u00f6w) Feuchtwanger in der M\u00fcnchner Dienerstra\u00dfe. Eine literarische Frucht dieser Phase war die laut Klaus Mann \u201ewirkungsvollste, meistgelesene Darstellung der deutschen Kalamit\u00e4t\u201c: Der Roman \u201eDie Geschwister Oppermann\u201c (1933).<\/p>\n<p><strong>Kosmopolitismus als pr\u00e4gendes Element <\/strong><\/p>\n<p>Die erste Station seines Exils war Sanary-sur-Mer, das Zentrum der deutschen literarischen Emigration in Frankreich, wo er sich aktiv daran beteiligt, die antifaschistische Volksfront zu organisieren. Es sind vor allem diese Erfahrungen von der inneren Zerrissen- und Zerstrittenheit der deutschen Emigration, die in den Roman \u201eExil\u201c (1939) eingehen. Er bildet mit den \u201eGeschwistern Oppermann\u201c und \u201eErfolg\u201c die \u201eWartesaal-Trilogie\u201c: Feuchtwangers Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, die noch um die Satire \u201eDer falsche Nero\u201c (1936) erg\u00e4nzt wurde.<\/p>\n<p>Parallel begann er die \u201eJosephus-Trilogie\u201c, bestehend aus den drei historischen Romanen \u201eDer j\u00fcdische Krieg\u201c (1932), \u201eDie S\u00f6hne\u201c (1935) und \u201eDer Tag wird kommen\u201c (1942). Sie widmen sich chronologisch dem Leben und Wirken des antiken Geschichtsschreibers Flavius Josephus, der vor allem durch die \u201eGeschichte des j\u00fcdischen Krieges\u201c sowie die 20 B\u00fccher \u201eJ\u00fcdische Altert\u00fcmer\u201c bekannt wurde. Er kann sich weder f\u00fcr die j\u00fcdische noch die r\u00f6mische Kultur entscheiden und versucht vergeblich, einen Ausgleich zwischen den Kulturen herbeizuf\u00fchren. Dieser Kosmopolitismus sollte, verbunden mit einer Absage an j\u00fcdischen Nationalismus ebenso wie an den Historischen Materialismus von Marx, ein pr\u00e4gendes Element von Feuchtwangers Wirken sein.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens mit diesen Werken ist der M\u00fcnchner in der Weltliteratur angekommen: \u201eNearly like Feuchtwanger\u201c war, sehr zum Missvergn\u00fcgen Thomas Manns, seit 1929 Nobelpreistr\u00e4ger, die gr\u00f6\u00dfte Auszeichnung, die die internationale Kritik damals einem deutschsprachigen Autor verleihen konnte. Die sehr hohen Auflagen seiner B\u00fccher im angels\u00e4chsischen Sprachraum sicherten dem st\u00e4ndig zwischen Bestseller und Kunstwerk changierenden Vielschreiber ein gutes Auskommen: Marcel Reich-Ranicki bezeichnet Feuchtwangers Sprache als \u201ebisweilen eindringlich und zugleich aufdringlich\u201c.<\/p>\n<p>1936\/37 ereignete sich dann eine biographische Episode, die Feuchtwangers Rezeption in Ost und West nach 1945 entscheidend beeinflusste: Entt\u00e4uscht von den Demokratien des Westens, die f\u00fcr ihn entschiedener gegen das nationalsozialistische Regime Front machen m\u00fcssten, lie\u00df er sich mit editorischen Versprechungen in die UdSSR einladen, auf die er seine politischen Hoffnungen setzte. So sollten einige seiner Werke verfilmt sowie eine vierzehnb\u00e4ndige Werkausgabe gedruckt werden. Begleitet von seiner Geliebten, wohnte er zwei Schauprozessen bei und wurde von Stalin empfangen.<\/p>\n<p>Resultat der Reise war das unkritisch-lobpreisende Buch \u201eMoskau 1937\u201c, das anfangs zu Hunderttausenden auf Russisch gedruckt wurde, bei deutschsprachigen Exilschriftstellern wie Arnold Zweig oder Franz Werfel aber auf Emp\u00f6rung stie\u00df. Klaus Mann spricht gar von einer \u201ereinen Stalin-Ode\u201c angesichts von S\u00e4tzen wie \u201eWar Lenin der C\u00e4sar der Sowjet-Union gewesen, so wurde Stalin zu ihrem Augustus &#8230;\u201c. Sein Biograph Wilhelm von Sternburg nimmt Feuchtwanger in der <em>Frankfurter Rundschau<\/em> in Schutz: \u201eAuch die Demokraten Roosevelt, Churchill oder de Gaulle paktierten mit dem Teufel aus Moskau, um den deutschen Satan zu besiegen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_3684\" style=\"width: 564px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Hanussen.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3684\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3684\" title=\"Hitler und Hanussen. Quelle: https:\/\/segundaguerra.net\/o-nazismo-e-o-ocultismo-parte-2\/\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Hanussen.jpg\" alt=\"Hitler und Hanussen. Quelle: https:\/\/segundaguerra.net\/o-nazismo-e-o-ocultismo-parte-2\/\" width=\"554\" height=\"489\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Hanussen.jpg 400w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Hanussen-300x265.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 554px) 100vw, 554px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3684\" class=\"wp-caption-text\">Hitler und Hanussen. Quelle: https:\/\/segundaguerra.net\/o-nazismo-e-o-ocultismo-parte-2\/<\/p><\/div>\n<p>Obwohl in antisemitischen Kampagnen nach 1945 die B\u00fccher Feuchtwangers bis zum politischen Tauwetter nach 1956 sogar aus sowjetischen Bibliotheken verbannt wurden, lie\u00df sich Feuchtwanger selbst nach der Geheimrede Chruschtschows \u00fcber Stalins Verbrechen nicht von seinen Lobpreisungen des sowjetische Regimes abbringen. Als \u201ej\u00fcdischer Kommunist\u201c war er seither bei vielen verschrien \u2013 zu Unrecht, erkl\u00e4rt Sabine Dutz im <em>Merkur<\/em>: \u201e\u2026dazu ist er viel zu sehr Luxus gewohnter Gro\u00dfb\u00fcrger. Eher lie\u00dfe er sich als \u201alinker Optimist\u2018 einstufen, der sein Judentum nie aus den Augen verliert und der seine Leser auf kapitalistischer wie sozialistischer Seite findet.\u201c<\/p>\n<p><strong>In den USA<\/strong><\/p>\n<p>1940 wurde Feuchtwanger in das Internierungslager Les Milles in Frankreich eingewiesen und sp\u00e4ter in ein provisorisches Zeltlager nahe N\u00eemes verlegt. In Frauenkleidern und unter abenteuerlichen Umst\u00e4nden gelangte er mit Hilfe von Angestellten des amerikanischen Konsulats in Marseille gerade noch rechtzeitig aus dem Lager heraus und \u00fcber Spanien und Portugal mit seiner Frau nach Kalifornien, wo er die &#8222;Villa Autora&#8220; in Pacific Palisades kauft, die er bis zu seinem Tod 1958 bewohnt und in der sein Alterswerk entstand. Sie dient seit 1995 als K\u00fcnstlerresidenz und \u201edeutsches Kulturdenkmal des Exils\u201c. <\/p>\n<p>Ein erster H\u00f6hepunkt ist der Zeitroman \u201eDie Br\u00fcder Lautensack\u201c (1943), in dem wie schon in \u201eErfolg\u201c mehrere Figuren erkennbar historischen Personen nachgebildet sind und der die Geschichte des eitlen Telepathen und Hellsehers Oskar Lautensack erz\u00e4hlt. Der wird nach rasantem Aufstieg zum Berater Hitlers und sieht w\u00e4hrend einer Sitzung mit dem SA-Stabschef, der deutlich an Ernst R\u00f6hm erinnert, den Reichstagsbrand voraus. Als er sich zwischen seinen privaten Interessen und den Erwartungen der politischen Machthaber verzettelt, wird er auf Gehei\u00df von h\u00f6chster Stelle ermordet \u2013 wie auch Erik Jan Hanussen, ein Okkultist, dessen Lebensgeschichte dem Text zugrunde liegt.<\/p>\n<div id=\"attachment_3686\" style=\"width: 579px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-pacific.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3686\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-3686\" title=\"Villa Aurora in Pacific Palisades. Quelle: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Villa_Aurora#\/media\/File:Villa_Aurora_11_14_01.JPG\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-pacific-300x225.jpg\" alt=\"Villa Aurora in Pacific Palisades. Quelle: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Villa_Aurora#\/media\/File:Villa_Aurora_11_14_01.JPG\" width=\"569\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-pacific-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-pacific-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-pacific.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 569px) 100vw, 569px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3686\" class=\"wp-caption-text\">Villa Aurora in Pacific Palisades. Quelle: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Villa_Aurora#\/media\/File:Villa_Aurora_11_14_01.JPG<\/p><\/div>\n<p>Feuchtwanger begr\u00fcndete dann 1944 den Aurora-Verlag in New York mit, um deutschen Exil-Autoren in den USA eine neue publizistische Heimat zu schaffen. Bis 1947 werden 12 Werke ver\u00f6ffentlicht, darunter von Brecht, Bloch, D\u00f6blin und Seghers sowie sein eigener Roman \u201eVenedig\u201c (1946). Neben \u201eWaffen f\u00fcr Amerika\u201c (1948) vollendete er, zweiter H\u00f6hepunkt, die \u201eRevolutions-Trilogie\u201c mit \u201eGoya oder der arge Weg der Erkenntnis\u201c (1951), \u201eDie J\u00fcdin von Toledo\u201c (1955) sowie \u201eJefta und ihre T\u00f6chter\u201c (1957).<\/p>\n<p>Im selben Jahr erkrankte er an Magenkrebs und starb nach mehreren Operationen Ende 1958 an inneren Blutungen. Marta \u00fcberlebte ihn um knapp drei Jahrzehnte und stiftete zum Andenken an ihren Mann den Lion-Feuchtwanger-Preis f\u00fcr historische Prosa, der von 1971 an j\u00e4hrlich aus Anlass von Feuchtwangers Geburtstag am 7. Juli von der Akademie der K\u00fcnste der DDR verliehen wurde. Seit den 90er Jahren wird der mit 7500 \u20ac dotierte Preis von einer dreik\u00f6pfigen Jury unregelm\u00e4\u00dfig vergeben.<\/p>\n<p><strong>\u201edass man irgendwo pl\u00f6tzlich nicht so erw\u00fcnscht ist\u201c <\/strong><\/p>\n<p>Bezeichnend f\u00fcr Feuchtwangers fast lebenslange Flucht und die ihn auf diesen Weg zwingenden Umst\u00e4nde war die Tatsache, dass er die L\u00e4nder, in denen er sich aufhielt, nie wirklich als sein zu Hause bezeichnen durfte. Nach 1945 wurde er als Linksintellektueller von den US-Beh\u00f6rden der McCarthy-\u00c4ra st\u00e4ndig und kritisch beobachtet und sein Telefon abgeh\u00f6rt. Wegen des Verdachts auf unamerikanische Umtriebe erhielt er nie die Staatsb\u00fcrgerschaft der USA.<\/p>\n<p>In der DDR dagegen wurde er 1950 nach Heinrich Mann zweiter Tr\u00e4ger des Nationalpreises 1. Klasse f\u00fcr Kunst und Literatur und als Antifaschist sowie wegen seiner Sympathien f\u00fcr den Kommunismus in Ehren gehalten: das Land habe \u201eein mehr erdr\u00fcckendes denn herzliches \u201aEr ist unser\u2018 um den Autor geschlungen\u201c, erkl\u00e4rt Klaus Modick im <em>SPIEGEL<\/em>. Bei aller Sympathie hatte Feuchtwanger aber stets Distanz zum Sozialismus als Staatsform gehalten, besonders zum sozialistischen Realismus als Kunstform.<\/p>\n<div id=\"attachment_3687\" style=\"width: 565px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-goya.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3687\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-3687\" title=\"Goya-Version der DEFA mit Donatas Banionis. Quelle: http:\/\/media.kika-dresden.de\/filmbilder_gross\/1867\/Goya_2.jpg\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-goya-300x168.jpg\" alt=\"Goya-Version der DEFA mit Donatas Banionis. Quelle: http:\/\/media.kika-dresden.de\/filmbilder_gross\/1867\/Goya_2.jpg\" width=\"555\" height=\"309\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3687\" class=\"wp-caption-text\">Goya-Version der DEFA mit Donatas Banionis. Quelle: http:\/\/media.kika-dresden.de\/filmbilder_gross\/1867\/Goya_2.jpg<\/p><\/div>\n<p>In der Bundesrepublik wiederum galt Feuchtwanger lange als persona non grata und war f\u00fcr die lesende \u00d6ffentlichkeit praktisch nicht existent. Auch das Verh\u00e4ltnis seiner Heimatstadt M\u00fcnchen zu ihm bleibt kompliziert, obwohl sie ihm 1957 ihren Literaturpreis verleiht, was Oskar Maria Graf brieflich so kommentiert: \u201eEndlich scheint dieses M\u00fcnchner Volk, das Sie in Ihrem ,Erfolg\u2018 so gro\u00dfartig pr\u00e4zis geschildert haben, einen Lichtblick gehabt zu haben.\u201c<\/p>\n<p>In beiden deutschen Staaten aber wurden seine Stoffe gern verfilmt. Schon 1972 gelang DDR-Regisseur Konrad Wolf mit \u201eGoya\u201c ein bemerkenswerter Wurf und \u00fcberraschte Egon Monk 1982 mit seinem viel gelobten ZDF-Zweiteiler \u201eDie Geschwister Oppermann\u201c. Gleich dreimal durfte \u201eExil\u201c herhalten: Der von der DEFA unter anderem mit Horst Schulze und Rolf Hoppe verfilmte Roman feierte 1973 seine DDR-Fernsehpremiere. Knapp 20 Jahre sp\u00e4ter dreht Franz Seitz junior mit Bruno Ganz und Mathieu Carri\u00e8re eine mit dem Bayrischen Filmpreis pr\u00e4mierte Westversion.<\/p>\n<div id=\"attachment_3688\" style=\"width: 566px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Egon-G\u00fcnther.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3688\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3688\" title=\"Egon G\u00fcnther. Quelle: https:\/\/m.pnn.de\/images\/heprodimagesfotos96220120330egonguenther-jpg\/21853238\/2-format11.jpg\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Egon-G\u00fcnther.jpg\" alt=\"Egon G\u00fcnther. Quelle: https:\/\/m.pnn.de\/images\/heprodimagesfotos96220120330egonguenther-jpg\/21853238\/2-format11.jpg\" width=\"556\" height=\"312\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Egon-G\u00fcnther.jpg 600w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Feuchtwanger-Egon-G\u00fcnther-300x168.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 556px) 100vw, 556px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3688\" class=\"wp-caption-text\">Egon G\u00fcnther. Quelle: https:\/\/m.pnn.de\/images\/heprodimagesfotos96220120330egonguenther-jpg\/21853238\/2-format11.jpg<\/p><\/div>\n<p>Dazwischen liegt die Fassung von Egon G\u00fcnther: Er lieferte nach seinem Weggang aus der DDR 1980 f\u00fcr die Bavaria in M\u00fcnchen eine mit Klaus L\u00f6witsch und Vadim Glowna famos besetzte Verfilmung in sieben Teilen. Seinen Antrieb beschrieb G\u00fcnther, der seinen DDR-Pass nie abgab, sp\u00e4ter so: \u201eDiese Emigration, die da geschildert wird, gilt noch, immer wieder. Mich betrifft sie insofern auch, als ich hier in einer Art unscharfem Exil lebe. Es gibt immer noch das Exil, es gibt immer noch das Gef\u00fchl, dass man irgendwo pl\u00f6tzlich nicht so erw\u00fcnscht ist und man annimmt, man lebt woanders leichter oder besser.\u201c Unbehaustheit als Thema, das vor Religionen oder Systemen nicht Halt macht: wie viele deutsche Intellektuelle im 20. Jahrhundert hat das auch Feuchtwanger unfreiwillig best\u00e4tigt.<\/p>\n<p><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D3680&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\"scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eNearly like Feuchtwanger\u201c war einst die gr\u00f6\u00dfte Auszeichnung internationaler Literaturkritik, \u201ej\u00fcdi-scher Kommunist\u201c Lion Feuchtwangers gr\u00f6\u00dfte Beschimpfung. Eine Spurensuche zum 60. Todestag.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3680"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3680"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3680\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3691,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3680\/revisions\/3691"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3680"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3680"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3680"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}