{"id":4211,"date":"2019-09-05T07:29:51","date_gmt":"2019-09-05T06:29:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=4211"},"modified":"2019-08-05T07:55:28","modified_gmt":"2019-08-05T06:55:28","slug":"ich-hab-das-patent-und-damit-basta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=4211","title":{"rendered":"\u201eIch hab\u2018 das Patent &#8211; und damit basta!\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Rund 800 Millionen St\u00fcck gehen hierzulande pro Jahr \u00fcber die Theke, und so viele wie noch nie waren im Februar auch beim Neuwieder Currywurst-Festival am Start: mehr als 150 Wurstsorten und gut 300 So\u00dfen &#8211; darunter gar eine asiatische Variante mit Erdnussso\u00dfe &#8211; wurden von den 44 Imbiss-St\u00e4nden offeriert. Den Fastfood-Klassiker selbst gab es auch in ungew\u00f6hnlichen Variationen, etwa als Lamm-, Wildschwein- und Heckrindwurst &#8211; oder vegan. Vor 70 Jahren, am 9. September 1949 wurde die Ur-Currywurst in Berlin erfunden. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bundesarchiv_Bild_183-H26799_Lebensmittelkarte_Mark_Brandenburg_Niederbarnim.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4214\"\/><figcaption>Currywurstfestival Neuwied. Quelle: https:\/\/cdn1.spiegel.de\/images\/image-951031-galleryV9-sdwe-951031.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wenn andere Quellen auch vom 4. oder 7. September sprechen,\nist das meteorologisch aber eher unwahrscheinlich: So lachte am 4. die Sonne\n\u00fcber Berlin. Denn glaubt man Hertha Heuwer, hat es am Nachmittag des Erfindungstags\njunge Hunde geregnet. Sprich: die resolute Imbissbudenbesitzerin konnte nach\ndem Reinemachen von ihrem Stand an der Ecke Kant-\/Kaiser-Friedrich-Stra\u00dfe in\nBerlin-Charlottenburg in Ermangelung eines Schirms nicht unbeschadet weg. <\/p>\n\n\n\n<p>Also nutzte sie die Zeit, mit den wenigen Zutaten zu experimentieren, die sie ihren Kunden als Beilage zu ihren W\u00fcrsten anbieten konnte, da ihr der Senf ausgegangen war: Tomatenmark, Worcestershireso\u00dfe, Currypulver und andere, strengstens geheim gehaltene Gew\u00fcrze. Heraus kam eine So\u00dfe, die Heuwer zehn Jahre sp\u00e4ter unter dem Namen \u201eChillup\u201c, ein Kofferwort aus Chilli und Ketchup, beim Patentamt in M\u00fcnchen anmeldete (Nr. 721319) und deren Rezept sie 1999 leider mit ins Grab nahm. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Bundesarchiv_Bild_183-H26799_Lebensmittelkarte_Mark_Brandenburg_Niederbarnim-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4216\"\/><figcaption>Heuwer in ihrem Imbiss: https:\/\/www.bz-berlin.de\/data\/uploads\/2014\/09\/106919220_f68a8613ee-e1471721322794-768&#215;432.jpeg <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Einen Tag sp\u00e4ter begann sie ihre Kreation \u00fcber gebratene,\nkleingeschnittene Br\u00fchw\u00fcrste zu gie\u00dfen. Auf die Idee kam sie durch ihren Mann,\nder damals f\u00fcr die Amerikaner arbeitete. Die pflegten auf ihre riesigen T-Bone\nSteaks, aber auch ihre kleinen Hot Dogs Unmengen von Ketchup zu gie\u00dfen, was\noffensichtlich gut schmeckte. Da T-Bone Steaks f\u00fcr die Nachkriegsberliner schlichtweg\nzu teuer waren, machte sie aus der Not eine Tugend, badete ihre W\u00fcrste in der selbstgemachten\nSo\u00dfe, und fertig war das \u201eSteak des kleinen Mannes\u201c, das sie mit Holzspie\u00dfchen\nanbot. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eCurrywurst\u201c oder\n\u201eBratwurst mit Curry\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das zieht sofort die Frage nach sich, welche Wurst es denn\nsein musste. Beantwortet wird sie durch den Erfindungsreichtum eines Sachsen. Der\nFleischer Max Br\u00fcckner aus Johanngeorgenstadt experimentierte an einer Wurst\nohne Darm, da Naturdarm damals knapp und teuer war. Normalerweise wird die\nFleisch-Fettmasse, das Br\u00e4t, in den Darm gespritzt und dann fest. Br\u00fcckner nun\nfand eine Methode, das Br\u00e4t direkt ins 80 Grad hei\u00dfe Wasser aus einer\nWurstbr\u00e4tspritze zu geben und dabei in Form zu halten. Dieses Geheimnis brachte\ner mit nach Berlin, wo er sich 1949 unter dem Namen \u201eMaximilian\u201c selbstst\u00e4ndig\nmachte, die Herstellung mit seinem ebenfalls s\u00e4chsischen Partner Frank\nFriedrich perfektionierte und den Verkauf dieser Wurst als \u201eSpandauer ohne\nPelle\u201c startete. Heuwer z\u00e4hlte als enge Familienfreundin von Frank Friedrich zu\nden ersten Kunden von \u201eMaximilian\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter wurde die Darmfrage ein Politikum: die Westberliner\nCurrywurst wie \u00fcberhaupt alle westdeutschen war \u00fcberwiegend eine mit Pelle, die\nOstberliner aus Mangel an Naturd\u00e4rmen eine ohne \u2013 Scherzbolde deuten das als\nHinweis auf die h\u00fcllenlose FKK-Kultur der DDR. Dem Kultimbiss \u201eKonnopke\u201c&nbsp; auf der Sch\u00f6nhauser Allee, der 1960 die\nOst-Wurst eingef\u00fchrt hatte, widmete die Kultband \u201eSilly\u201c um Tamara Danz 1983\nden sexuell doppelb\u00f6digen Song \u201eHei\u00dfe W\u00fcrstchen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>1967 wurden dann die schon 16 Jahre zuvor zwischen Beh\u00f6rden und Fleischerinnung abgesprochenen Anforderungen zur Beschaffenheit der Berliner Currywurst festgeschrieben: eine feine, nicht gep\u00f6kelte und nicht ger\u00e4ucherte Bratwurst mittlerer Qualit\u00e4t mit einem maximalen Fremdwasserzusatz von f\u00fcnf Prozent. Einfache Qualit\u00e4ten oder andere W\u00fcrste d\u00fcrfen daher nicht als \u201eCurrywurst\u201c angeboten werden, sondern beispielsweise als \u201eBratwurst mit Curry\u201c oder \u201eDampfwurst mit Curry\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"560\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Bundesarchiv_Bild_183-H26799_Lebensmittelkarte_Mark_Brandenburg_Niederbarnim-5-1024x560.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4219\"\/><figcaption>Konopkes Imbiss. Quelle: https:\/\/cdn2.site-media.eu\/images\/1680,1298&#215;710%2B118%2B60\/1424327\/DSCF9960_CE_16x9.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Erfolg der Wurst lie\u00df nicht so lange auf sich warten:\nHertha Heuwers Imbiss zog in ein Ladenlokal mit Gark\u00fcche in der\nKaiser-Friedrich-Stra\u00dfe 59 in der N\u00e4he des Busbahnhofs im Rotlichtviertel des\nStuttgarter Platzes \u201eStutti\u201c um und entwickelte sich dort zu einer Institution:\nSie hatte Tag und Nacht ge\u00f6ffnet und besch\u00e4ftigte in ihren besten Zeiten bis zu\n19 Verk\u00e4uferinnen. Die Firma Kraft bem\u00fchte sich um das Rezept und das\nMarkenrecht, was Heuwer allerdings ablehnte. Seit 2003 befindet sich am ehemaligen\nStandort (heute: Kantstra\u00dfe 101) eine Gedenktafel. Auf Anregung der Nichte\nHertha Heuwers mixte Frank Friedrich aus diesem Anlass die So\u00dfe nach und produziert\nund vertreibt sie unter dem Namen \u201eChil-MAX\u201c bis heute.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eaus meiner\nSchlossk\u00fcche\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings ist diese historische Version, der auch das nicht\nmehr existente Berliner Currywurstmuseum folgte, nicht die einzige. So beharrt\nder Erz\u00e4hler Uwe Timm felsenfest darauf, seine erste Currywurst bereits 1947 in\nHamburg gegessen zu haben. In seiner Novelle \u201eDie Entdeckung der Currywurst\u201c erz\u00e4hlt\ner 1993, wie die Hamburgerin Lena Br\u00fccker zwei Jahre nach Kriegsende zuf\u00e4llig\ndie herzhafte W\u00fcrzwurst schuf. Als sie &#8211; in der einen Hand Curry, in der\nanderen Ketchup &#8211; auf einer Treppe stolperte, geschah das Wunder: Beide Zutaten\nvermengten sich zu jener So\u00dfe, die die Currywurst erst zur Currywurst macht.\nVon da an verkaufte die Romanheldin das Zufallsprodukt auf dem Hamburger\nGro\u00dfneumarkt, und von dort aus begann dann die Brutzelspezialit\u00e4t ihren\nSiegeszug: mindestens zehn Minuten in 150 Grad hei\u00dfem \u00d6l im Ganzen gebraten und\njede Minute gewendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Version wurde auch als Comic, H\u00f6rspiel und 2008 als\nFilm bekannt gemacht, von Gert R\u00fcdiger in seinem Buch \u201eCurrywurst. Ein anderer\nF\u00fchrer durch Berlin\u201c allerdings rundweg abgelehnt, nicht zuletzt mit Berufung\nauf Heuwers Zitat: \u201eIch hab\u2018 das Patent &#8211; und damit basta!\u201c Trotzdem h\u00e4ngt auch\nin Hamburg mittlerweile eine Gedenktafel f\u00fcr die Erfinderin. Der Streit flammte\nim November 2009 neu auf, als die \u201eCurry Queen\u201c in der Erikastra\u00dfe in\nHamburg-Eppendorf von der Restaurantbibel <em>Gault\nMillau<\/em> zur besten Currywurst-Destination Deutschlands erkl\u00e4rt wurde. Berlin\nwar sauer.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Bundesarchiv_Bild_183-H26799_Lebensmittelkarte_Mark_Brandenburg_Niederbarnim-6.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4221\"\/><figcaption>Curry Queen mit Ehrung. Quelle: https:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/reise\/485402694\/1.903113\/format_top1_breit\/den-olymp-der-haute-cuisine.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine dritte Version kam im Herbst 2018 auf. Danach k\u00f6nnte\ndie Currywurst bereits 1946 im nieders\u00e4chsischen B\u00fcckeburger Schloss an der\nGrenze zur Nordrhein-Westfalen NRW kreiert worden sein. Alexander F\u00fcrst zu\nSchaumburg-Lippe behauptete in <em>BILD<\/em>:\n\u201eDie Currywurst kommt aus meiner Schlossk\u00fcche.\u201c Der bereits verstorbene Sauerl\u00e4nder\nK\u00fcchenmeister Ludwig Dinslage soll die Currywurst im September 1946 erstmals im\nSpeisesaal des Schlosses serviert haben &#8211; und zwar britischen Offizieren. Der\nSohn des K\u00fcchenmeisters f\u00fchrt als Beleg auch einen Zeitungsbericht vom 12.\nSeptember 1984 an, in dem Ludwig Dinslage r\u00fcckblickend \u00fcber seine neue Kreation\nvon 1946 berichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Version wiederum k\u00f6nnte die Verbreitung der Wurst im\nnieders\u00e4chsischen Wolfsburg erkl\u00e4ren \u2013 sowohl im VW-Werk als auch dem\nVfL-Stadion. 6,3 Millionen Curry-W\u00fcrste produzierten die Mitarbeiter der\nWerksfleischerei 2015 &#8211; \u00fcbrigens nur mit Schweinebacke, -speck und -bauch von\ndeutschen Bauern &#8211; und \u00fcbertrafen damit die Autoproduktion bei weitem. Das\nBesondere: Die Wurst hat gerade 20 Prozent Fettanteil, enth\u00e4lt weder Phosphate,\nGlutamat oder Milcheiwei\u00df, was sie sch\u00f6n bissfest macht, und wird bereits w\u00e4hrend\nder Herstellung mit Curry gew\u00fcrzt. Die Normalversion ist 22 Zentimeter lang,\ndie k\u00fcrzere, die bei Heimspielen des VfL Wolfsburg und bei VW als Lady-Version offeriert\nwird, 12,5. Auch der Handel (Edeka) und Drittkunden wie Porsche in Leipzig\nbieten sie an. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eCurry mit Pommes\nSchranke\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und diese Version k\u00f6nnte erst recht die Verbreitung im\nbenachbarten NRW erkl\u00e4ren, von der keine eigene \u00fcberliefert ist. Im Ruhrpott\ngilt sie inzwischen als heimisches Produkt, besungen von Herbert Gr\u00f6nemeyer\nnach einem Text von Diether Krebs, -zigfach verspeist in den \u201eTatort\u201c-Folgen\nmit G\u00f6tz \u201eSchimanski\u201c George und geadelt mit Wortsch\u00f6pfungen wie\n\u201eSchimanski-Teller\u201c, \u201eMantaplatte\u201c oder \u201eAssischale\u201c. Bestellt wird mit der\nAnsage: Curry mit Pommes Schranke. Was so viel hei\u00dft wie Currywurst mit Pommes\nfrites, Ketchup und Mayonnaise. Inzwischen spie\u00dfen sie auch die neuen K\u00f6lner\nKommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar B\u00e4r) regelm\u00e4\u00dfig an\nder Deutzer Rheinbr\u00fccke auf die Plastikgabel.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Bundesarchiv_Bild_183-H26799_Lebensmittelkarte_Mark_Brandenburg_Niederbarnim-7.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4223\"\/><figcaption>Currywurst Schranke im Tatort. Quelle: https:\/\/www.goethe.de\/resources\/files\/jpg824\/artikelbild3-formatkey-jpg-w983.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Landes-SPD war \u00fcbrigens in den Landtagswahlkampf 2012\nmit dem Slogan \u201eCurrywurst ist NRW\u201c gestartet \u2013 gerade im Ruhrpott ein Symbol\nf\u00fcr besondere Volksn\u00e4he. Der Slogan ging als Sieger aus einem Wettbewerb\nhervor, zu dem die Partei im Internet aufgerufen hatte. In der Parteizentrale\ngab es damals Currywurst f\u00fcr alle. Gratis, versteht sich. Resultat: Hannelore\nKraft gewann, und zwar haushoch. Auf dem politischen Parkett outete sich auch\nAlt-Kanzler Gerhard Schr\u00f6der (SPD) gern als Currywurst-Liebhaber: Beim Staatsbesuch\ndes US-Pr\u00e4sidenten George W. Bush im Mai 2002 standen Eintopf aus Flusskrebsen,\nApfelstrudel und Currywurst auf dem Speiseplan.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter s\u00fcdlich hat der Snack bis heute kaum Chancen. Nach\nden Frankfurter W\u00fcrstchen im Rhein-Main-Gebiet als erstem Bollwerk wirkt der\nWei\u00dfwurst-\u00c4quator als nat\u00fcrliche Grenze. Der Osten setzt die echten Th\u00fcringer\nRostbratw\u00fcrste und die Halberst\u00e4dter W\u00fcrstchen dagegen. Noch weiter s\u00fcdlich ist\nman aufgeschlossener: Inzwischen wird die Wurst sogar in Kundus, Afghanistan,\nserviert, zubereitet von einem ehemaligen Bundeswehr-Koch. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Chili statt Curry<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Doch in Berlin genie\u00dft sie nach wie vor Kultstatus. Sogar im\nLuxushotel Adlon steht sie manchmal auf der Speisekarte &#8211; mit Champagner. In\nder Probierstube des Currywurstmuseums nahe dem Checkpoint Charlie wurde sie\ngar mit Blattgold kredenzt. Bei Berlinale-Partys gilt sie als \u201ehippes\u201c Fingerfood,\nund beim Bundespresseball ist sie ein Nachmitternachtsritus. <\/p>\n\n\n\n<p>Letzter Schrei der Wurstkultur: Chili statt Curry.\nImbissbuden in Berlin, aber auch Hamburg, Frankfurt und im Ruhrpott haben es\ndurch h\u00f6llische So\u00dfen zu deutschlandweiter Prominenz gebracht und werben damit,\ndie sch\u00e4rfste Currywurst der Welt zu kredenzen. So auch Gerd Herzogs Imbiss\n\u201eDie Currywurst\u201c in Wanne-Eickel, der zehn Sch\u00e4rfegrade anbietet, gemessen in\nder chemischen Einheit \u201eScoville\u201c. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Bundesarchiv_Bild_183-H26799_Lebensmittelkarte_Mark_Brandenburg_Niederbarnim-8.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4225\"\/><figcaption>Altkanzler mit &#8222;Kanzlerteller&#8220;. Quelle: https:\/\/www.tz.de\/bilder\/2014\/11\/21\/4469686\/841199137-urn-newsml-dpa-com-20090101-141121-99-07242_large_4_3.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Tabasco mit 3000 Scoville zu Buche schl\u00e4gt, brennt Herzogs Stufe neun mit 20.000 Scoville. Stufe zehn mit 310.000 Scoville oder gar zehn plus isst der Kunde auf eigenes Risiko &#8211; gegen Unterschrift. Bei den \u201eGerman-Scoville-Masters\u201c, die Herzog j\u00e4hrlich ausrichtet, verdr\u00fcckte der Gewinner 2011 ein St\u00fcckchen Wurst, das in einem Essl\u00f6ffel purer H\u00f6llenso\u00dfe schwamm: 7,1 Millionen Scoville. Das taten zwar noch zwei andere Wagemutige, allein: Beim sp\u00e4teren Sieger wurde nach dem Verzehr der niedrigste Blutdruck gemessen. <\/p>\n\n\n\n<iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D4211&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\"scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie gilt als urdeutsche Nachkriegserfindung und wird j\u00e4hrlich 800 Millionen Mal verkauft: die Curry-wurst. Vor 70 Jahren wurde sie erstmals zubereitet \u2013 nach Berliner Version. 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