{"id":4510,"date":"2019-11-20T08:00:56","date_gmt":"2019-11-20T07:00:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=4510"},"modified":"2019-11-22T06:04:01","modified_gmt":"2019-11-22T05:04:01","slug":"weil-die-maechtigen-das-geld-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=4510","title":{"rendered":"\u201eweil die M\u00e4chtigen das Geld haben\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eWenn die Welt heute nur noch zu zwei F\u00fcnfteln aus Schurken\nund zu drei Achteln aus Idioten besteht, so ist das zu einem guten Teil\nVoltaire zu verdanken\u201c, notierte Egon Friedell in seiner \u201eKulturgeschichte der\nNeuzeit\u201c. Wie kein zweiter verk\u00f6rpert der Franzose die Epoche der Aufkl\u00e4rung:\nihre Eleganz, ihren Erkenntnishunger, ihren republikanischen Mut und nicht\nzuletzt die enge Verbindung von naturwissenschaftlich-philosophischer\nErkenntnis und dem praktischen Interesse an einer F\u00f6rderung der menschlichen\nWohlfahrt. Bis heute bezeichnen die Franzosen das 18. Jahrhundert voller\nRespekt als das \u201eZeitalter Voltaires\u201c, ganz so wie sie die Epoche zuvor als das\n\u201eZeitalter Ludwig XIV.\u201c charakterisieren. Er war einer der wichtigsten\nWegbereiter der Franz\u00f6sischen Revolution.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte man Voltaire, wenn er, wie Goethe meinte, tats\u00e4chlich alle Merkmale seiner Zeit in seiner Person vereinte, einen Vorwurf daraus machen, dass sich in seiner Biographie auch Sch\u00f6nheitsfehler finden? Der b\u00fcrgerliche Schriftsteller, der mit gekr\u00f6nten H\u00e4uptern korrespondierte, verk\u00f6rperte nicht nur die Vernunftidee einer neuen und freieren Welt, sondern auch die M\u00e4ngel und Irrt\u00fcmer, Untugenden und Widerspr\u00fcche der alten: Jener Welt des Rokoko, der er entstammte, in der er lebte und als H\u00f6fling Karriere machte. Und die er schlie\u00dflich zu st\u00fcrzen half, indem er die Figur des Intellektuellen entwarf, der sich im Namen universeller Werte mit den M\u00e4chtigen anlegt. Eine Mischung aus Hans Magnus Enzensberger und Arno Schmidt, erkennt Denis Scheck in der <em>WELT<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Voltaire.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4525\"\/><figcaption> Voltaire. Portr\u00e4t von Nicolas de Largilli\u00e8re. Quelle: https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/4\/40\/Atelier_de_Nicolas_de_Largilli%C3%A8re%2C_portrait_de_Voltaire%2C_d%C3%A9tail_%28mus%C3%A9e_Carnavalet%29_-001.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zwar ist er Philosoph, Dramatiker, Lyriker, Historiker,\nSkeptiker, dreimaliger Gefangener der Bastille, reichster Schriftsteller seiner\nZeit und ungekr\u00f6ntes Haupt der europ\u00e4ischen Aufkl\u00e4rung. Er ist aber auch\ngeldversessen, eitel, schnell verletzbar, intrigant. Kritiker haben ihm einen\nzweideutigen, sogar t\u00fcckischen Charakter vorgeworfen. Er ist zugleich ein\ngro\u00dfer Vork\u00e4mpfer der Freiheit, riskiert S\u00e4tze, f\u00fcr die man nach geltendem\nRecht immer noch gefoltert, ger\u00e4dert und verbrannt werden konnte. Er ist ein\ngl\u00e4nzender Stilist und ein hochgebildeter Gelehrter, im Privaten \u00fcberdies ein\nebenso treuer wie gro\u00dfz\u00fcgiger Freund. Und durchdrungen von einem unbeugsamen\nGerechtigkeitssinn.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eLatein und dummes\nZeug\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 21. November 1694 wird er in Paris als Sohn des Notars\nArouet geboren und Fran\u00e7ois Marie getauft. Die Mutter, der er sp\u00e4ter zwei\nLiebhaber unterstellte, die seine V\u00e4ter sein k\u00f6nnten, starb, als er sechs Jahre\nwar. Schon auf dem Jesuitenkolleg, wo er mit den Kindern der ersten\nAdelsfamilien zusammen sa\u00df und \u201eLatein und dummes Zeug\u201c (Voltaire) lernte,\nzeigte er lyrisches und dramatisches Talent und gewann mehrere Schulpreise. Dabei\ngilt er als schw\u00e4chlich, sp\u00e4ter als Hypochonder mit zahllosen Fl\u00e4schchen und\nD\u00f6schen mit Tinkturen und Pillen, die er oft wahllos konsumiert.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Wunsch, ber\u00fchmt zu sein, verzehrt dieses Kind\u201c, erkannte bereits ein Jesuit. Auch sein Biograph Carl Busse bemerkte: \u201e\u2026man hat mit Recht gesagt, dass die schiefe Stellung, in die Voltaire sich fr\u00fch begab, indem er sich aus Eitelkeit und Hang zum Wohlleben in sozial h\u00f6here Kreise dr\u00e4ngte, seinen Charakter verdorben hat.\u201c 1711 ging er zur juristischen Hochschule Paris, verkehrte aber mehr in vornehmen Gesellschaften wie dem \u201eCercle du Temple\u201c und machte sich als Verfasser geistreicher, eleganter Verse einen Namen \u2013 sowie als Abstinenzler: Kaffee ist zeitlebens das Getr\u00e4nk seiner Wahl.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Voltaire-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4526\"\/><figcaption>Eingang zur Juristischen Fkult\u00e4t heute. Quelle: https:\/\/www.allemagne.campusfrance.org\/sites\/pays\/files\/allemagne\/styles\/mobile_visuel_principal_page\/public\/fac%20droit%20assas.jpeg?itok=Pf9q-nTS<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1713 n\u00f6tigte ihn sein zunehmend unzufriedener Vater, eine\nStelle als Notariatsangestellter in Caen anzutreten. Als er auch hier mehr in\nsch\u00f6ngeistigen und freidenkerischen Kreisen verkehrte, zwang ihn der Vater als\nSekret\u00e4r nach Den Haag, wo er eine Aff\u00e4re mit einer siebzehnj\u00e4hrigen Hugenottin\nbegann. Auf Dr\u00e4ngen ihrer entsetzten Mutter wurde der Neunzehnj\u00e4hrige zu seinem\nemp\u00f6rten Vater nach Paris zur\u00fcckgeschickt, der ihm mit Enterbung und\nDeportation nach Amerika drohte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1714 akzeptierte der Vater schlie\u00dflich, dass sein Sohn\nzunehmend literarisch t\u00e4tig ist und wie zuvor in intellektuellen Zirkeln\nverkehrte, wo er sich aufgrund seiner bissigen Texte erste Feinde macht. Adelige\nsch\u00e4tzten ihn als vielseitigen Lyriker und Autor witziger, h\u00e4ufig sp\u00f6ttischer\nGedichte nur dann, wenn sie von seinem Spott nicht betroffen waren. Von den\nBetroffenen dagegen wurde er aus Paris verbannt und 1717 gar ein knappes Jahr\nin der Bastille inhaftiert. Hier stellte er seine erste Trag\u00f6die \u201e\u0152dipe\u201c fertig\nund begann er unter dem Titel \u201eLa Ligue\u201c ein Nationalepos \u00fcber die Hugenottenkriege\nund ihre Beendigung durch Heinrich IV., das ihm sp\u00e4ter den Ruf als gr\u00f6\u00dften\nfranz\u00f6sischen Epiker seiner Zeit bescherte. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach seiner Entlassung trat er 1718 unter dem neuen Namen \u201eVoltaire\u201c auf, ein unsauberes Anagramm aus \u201eArouet le jeune\u201c (\u201eArout der J\u00fcngere\u201c), und begann nicht nur wieder in literarischen Salons zu verkehren, sondern auch in den Landschl\u00f6ssern des Hochadels rund um Paris. Weitere St\u00fccke entstehen. Durch das Erbe seines Vaters und eine Pension des Regenten Philipp war er 1722 finanziell gut gestellt, besuchte die Niederlande und begann ein Verh\u00e4ltnis mit einer adeligen Richtersgattin. 1723 machte er erstmals mit der Zensur Bekanntschaft, als ihm die Druckerlaubnis f\u00fcr \u201eLa Ligue\u201c verweigert wurde. 1725 wurde er Theatermanager f\u00fcr Ludwig XV. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"510\" height=\"728\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Voltaire-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4527\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Voltaire-2.jpg 510w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Voltaire-2-210x300.jpg 210w\" sizes=\"(max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><figcaption>Ludwig XV. Quelle: https:\/\/www.akg-images.de\/Docs\/AKG\/Media\/TR3_WATERMARKED\/0\/0\/3\/8\/AKG326261.jpg <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1726 hatte er ein offenbar traumatisierendes Erlebnis mit\ndem Chevalier de Rohan Chabot, der ihn nach einer bissigen Antwort durch\nLakaien verpr\u00fcgeln lie\u00df, dem Unebenb\u00fcrtigen trotz seines eigens genommenen\nFechtunterrichts nachher jede Genugtuung verweigerte und daf\u00fcr sorgte, dass er erneut\nin die Bastille gesperrt und dann nach England ins Exil abgeschoben wurde. Er\nlernte Englisch, begeisterte sich an der intellektuellen und wirtschaftlichen\nAufbruchstimmung vor der industriellen Revolution sowie am parlamentarischen\nSystem, dichtete und kehrte 1728 nach Frankreich zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201ekomplett wei\u00dfes Buch\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hier gelang ihm mit einem Bekannten der Coup seines Lebens:\nDurch den Aufkauf aller Lose der Pariser Lotterie machte er einen Reingewinn\nvon 500.000 livres und konnte fortan sorgenfrei leben. Nach erneuten\nliterarischen Querelen zog sich Voltaire 1733 auf das Schloss des Ehemanns\nseiner neuen Geliebten \u00c9milie du Ch\u00e2telet zur\u00fcck, von dem aus er zehn Jahre\nlang ein unstetes Wanderleben mit einigen Auslandsreisen f\u00fchren sollte,\ndarunter erstmals nach Preu\u00dfen. In diesem Jahrzehnt entstehen viele erfolgreiche\nSt\u00fccke, darunter die historische Trag\u00f6die \u201eM\u00e9rope\u201c. Nach der Erstauff\u00fchrung\nwurde der anwesende Voltaire vom Publikum vor den Vorhang gerufen, ein Novum in\nder franz\u00f6sischen Theatergeschichte. Mit 29 Auff\u00fchrungen in Folge \u00fcberstiegen ihre\nEinnahmen die aller vorherigen Auff\u00fchrungen seiner St\u00fccke.<\/p>\n\n\n\n<p>1745 wurde er zum Landeschronisten sowie zum K\u00f6niglichen Kammerherrn ernannt, im Jahr darauf zum Mitglied der Acad\u00e9mie fran\u00e7aise gew\u00e4hlt. Nach dem Tod seiner Geliebten, ein wiederum traumatisierendes Ereignis, ging er 1750 als Kammerherr zu Friedrich dem Gro\u00dfen nach Sanssouci, mit dem er schon seit 1736 korrespondiert \u2013 und bei dem er nach dummen Finanzgesch\u00e4ften in Ungnade f\u00e4llt. 1751 konnte er in Berlin dennoch sein \u201eSi\u00e8cle de Louis XIV.\u201c herausbringen, eine Darstellung der franz\u00f6sischen Geschichte des 17. Jahrhunderts. Darin wies er der Kulturgeschichte eine zentrale Rolle zu und setzte so der Geschichtsschreibung neue Ma\u00dfst\u00e4be. Vier Jahre sp\u00e4ter wird er mit dem \u201eVersuch \u00fcber die Sitten und den Geist der Nationen\u201c zum Begr\u00fcnder der Universalgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"687\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Voltaire-3-1024x687.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4528\"\/><figcaption> Microm\u00e9gas. Ausgabe von 1923. Quelle: https:\/\/www.ebay.fr\/itm\/VOLTAIRE-VOX-Maximilien-MICROMEGAS-1923-\/311020856745<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1752 erscheint die philosophische Erz\u00e4hlung \u201eMicrom\u00e9gas\u201c,\ndie manche als Ursprung der Gattung Science Fiction ansehen. Die Erz\u00e4hlung\nbeschreibt den Besuch eines 24 Meilen gro\u00dfen Wesens vom Stern Sirius und seines\nBegleiters, das sich zu einem pazifistischen Manifest weitet. Am Ende verspricht\nMicrom\u00e9gas den Menschen, ein Philosophiebuch f\u00fcr sie zu schreiben, das in der\nAkademie der Wissenschaften ge\u00f6ffnet wird und sich als komplett wei\u00dfes Buch\nentpuppt. <\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl sich Voltaires Familienverst\u00e4ndnis in dieser Zeit durch famili\u00e4re Schicksalsschl\u00e4ge und das katastrophale Erdbeben von Lissabon 1755 wandelte, blieb er zun\u00e4chst ein unsteter Reisender, der sich an Diderots \u201eEncyclop\u00e9die\u201c beteiligte und den heute als sein bestes Werk geltenden philosophischen Kurzroman \u201eCandide\u201c unter anderem auf Schloss Schwetzingen schrieb. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Protagonist &#8211; sein Name bedeutet \u201eder Reine\u201c oder \u201eder Treuherzige\u201c \u2013 pr\u00fcft als Weltreisender die Lehre seines Meisters Pangloss, dass die Welt gut und alles Geschehen unausweichlich zum besten Ende bestimmt ist. Doch er lernt Machtgier, Grausamkeit, Feigheit und Undank kennen, die Rohheit der Menschen im Urzustand, die Galeerenstrafe, die Profitgier und Mordlust der Goldsucher in Amerika, er muss Krankheit und Schiffbruch erdulden und f\u00e4llt Piraten in die H\u00e4nde, kurz, er erleidet auf seinen Irrfahrten durch die Welt so viel Missgeschick, dass sein fester Glaube an die gut eingerichtete Welt ins Wanken ger\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"681\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Voltaire-4-1024x681.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4529\"\/><figcaption>Eins von Voltaires G\u00fctern. Quelle: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Voltaire#\/media\/Datei:Institut_Musee_Voltaire_Geneve.JPG<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1758\/59 kaufte Voltaire nahe Genf zwei Landg\u00fcter, die er bis\nzu seinem Tod erfolgreich sowie zum Vorteil seiner P\u00e4chter und Landarbeiter\nbewirtschaftete, f\u00fcr die er im Winter eintr\u00e4gliche Heimarbeit organisierte und\nihnen als Wohlt\u00e4ter galt. Endlich sesshaft, erreichte sein Schaffen den Zenit\nund \u00e4u\u00dferte sich unter anderem &nbsp;in seinem\n\u201ePhilosophischen W\u00f6rterbuch\u201c 1764, einer \u201emesserscharfen Anleitung zum\nSelberdenken in 118 Stichworten\u201c, meint Scheck. Erstaunlich hellsichtig erkennt\nVoltaire, dass alle Kriege fr\u00fcher oder sp\u00e4ter mit der Unterwerfung des Volkes\nenden, \u201eweil die M\u00e4chtigen das Geld haben und das Geld in einem Staate alles\nentscheidet. Ich sage in einem Staate, denn im Verh\u00e4ltnis zwischen den\neinzelnen Nationen ist es nicht so. Die Nation, die den besten Gebrauch von\nEisen macht, wird eine andere, die mehr Gold und weniger Mut hat, stets\nunterjochen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201edas abscheulichste\nVolk der Erde\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Februar 1778 reiste Voltaire nach Paris, um der Urauff\u00fchrung seines neuen St\u00fccks \u201eIr\u00e8ne\u201c beizuwohnen, wurde triumphal empfangen und konnte sich der Ehrungen und Einladungen kaum erwehren. Wenige Tage sp\u00e4ter starb er im Alter von 83 Jahren. Nur durch eine List seines Neffen erfuhr er ein kirchliches Begr\u00e4bnis. 1791 wurden seine Gebeine ins Panth\u00e9on \u00fcberf\u00fchrt, aber im Mai 1814 heimlich daraus entfernt; sie sind verschollen. Erst nach seinem Tod wurde nach und nach seine umf\u00e4ngliche Korrespondenz von 22.000 Briefen publiziert. Zu seinen Briefpartnern z\u00e4hlte auch die russische Zarin Katharina II., die nach seinem Tod seine Bibliothek erwarb, die sich heute in der Russischen Nationalbibliothek in Sankt Petersburg befindet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Voltaire-5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4530\"\/><figcaption> Die Tafelrunde Friedrichs II. in Sanssouci mit Friedrich&nbsp;II., Voltaire und Casanova.  \u00d6lgem\u00e4lde von Adolph von Menzel. Quelle: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Voltaire#\/media\/Datei:Adolph-von-Menzel-Tafelrunde2.jpg  <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In einem Brief erkannte Voltaire: \u201eDie letzten Ursachen werden wir erst erkennen, wenn wir G\u00f6tter sind\u201c. Seine Wirkung war immens. Er k\u00e4mpfte f\u00fcr die Gleichheit aller B\u00fcrger vor dem Gesetz, nicht aber f\u00fcr die Gleichheit von Status und Besitz: Arme und Reiche w\u00fcrde es immer geben. Als Staatsform favorisierte er die Monarchie, an deren Spitze er sich einen \u201eguten K\u00f6nig\u201c wie Friedrich II. w\u00fcnschte. Er beteiligte sich am Sklavenhandel, schrieb aber auch dagegen an, war Kirchenkritiker und bezeichnete die Juden als \u201edas abscheulichste Volk der Erde\u201c. Er hinterlie\u00df mit weit \u00fcber 700 B\u00fcchern, deren Urheberschaft er je nach Kalk\u00fcl auch kurzfristig bis dauerhaft verleugnete, eins der umfangreichsten und umfassendsten Werke der Literatur- und Geistesgeschichte unseres Planeten. <\/p>\n\n\n\n<iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D4510&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\"scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meistgelesener Autor der Aufkl\u00e4rung, franz\u00f6sischer Nationalepiker, ungebundener Querdenker \u2013 mit dem eigenwilligen Voltaire werden viele Eigenschaften verbunden. Vor 325 Jahren wurde er geboren.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4,9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4510"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4510"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4510\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4587,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4510\/revisions\/4587"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4510"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4510"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4510"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}