{"id":4757,"date":"2020-03-12T07:25:45","date_gmt":"2020-03-12T06:25:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=4757"},"modified":"2020-02-25T07:39:07","modified_gmt":"2020-02-25T06:39:07","slug":"eine-pflicht-der-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=4757","title":{"rendered":"\u201eeine Pflicht der Frauen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Was f\u00fcr ein\nSkandal: \u201eum unsere Sicherheit und Freiheit von den Apartheid- Muslimen des\nreal existierenden Islam zur\u00fcckzuerobern\u201c, rief die Ex-DDR-B\u00fcrgerrechtlerin Angelika\nBarbe im Juni 2018 zu einem AfD-Frauenmarsch in Berlin auf. Ihr Aufruf stand unter\ndem Motto \u201eDem Reich der Freiheit werb\u2018 ich B\u00fcrgerinnen\u201c. Es war in den Nachrevolutionsjahren\nder \u201eFrauen-Zeitung\u201c vorangestellt, die von einer Ikone der Frauenbewegung begr\u00fcndet\nund herausgegeben wurde: der S\u00e4chsin Louise Otto-Peters, die am 13. M\u00e4rz 1895\nin Leipzig starb.<\/p>\n\n\n\n<p>Das sei einseitig, kulturchauvinistisch, ja rassistisch, beeilte sich der Vorstand der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. mitzuteilen, die vom Referat f\u00fcr Gleichstellung von Frau und Mann der SPD-regierten Stadt Leipzig gef\u00f6rdert wird. Es ginge zwar um einen gesellschaftspolitischen Kampf, aber keinen \u201egegen das vermeintlich Fremde\u201c. Denn \u201eWorte sind niemals wertfrei\u201c schob der Vorstand gar unter R\u00fcckgriff auf Victor Klemperer nach. Das Statement zeugt vom w\u00fctenden Protest gegen die vermeintlich rechte Vereinnahmung einer Linken \u2013 zu deren Lebzeiten diese politische Kategorie noch gar nicht auf der Agenda stand.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Unbenannt-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4758\"\/><figcaption>L. Otto-Peters. Quelle: https:\/\/www.bpb.de\/gesellschaft\/gender\/frauenbewegung\/35309\/louise-otto-peters<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Denn\nOtto-Peters, die laut Klara Zetkin auch \u201eeine Gefangene ihrer Klasse\u201d blieb, trieb\netwa anderes um: als der sp\u00e4tere Revolution\u00e4r Robert Blum fragte, ob Frauen das\nRecht h\u00e4tten, sich an Politik zu beteiligen, antwortete Louise in einem\nvielbeachteten Leserbrief prompt \u201eDie Teilnahme der Frauen an den Interessen\ndes Staates ist nicht allein ein Recht, sie ist eine Pflicht der Frauen.\u201c Dabei\nwar sie \u00fcberzeugt, dass Frauen nur dann freie Menschen sein und ihre Rechte\ndurchsetzen k\u00f6nnten, wenn sie wirtschaftlich auf eigenen F\u00fc\u00dfen st\u00fcnden. Sie\nsollten \u201enicht nur berechtigt, sondern verpflichtet\u201c sein, sich ihren Unterhalt\nselbst zu verdienen: \u201e\u201eJeder Emancipationsversuch, der auf einer andern Basis\nruht, ist \u2013 Schwindel.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eLerche des V\u00f6lkerfr\u00fchlings\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ihr\nEngagement war ihr ganz und gar nicht in die Wiege gelegt: als j\u00fcngste Tochter\neines Gerichtsdirektors geh\u00f6rte sie zum gebildeten Mittelstand. Am 26. M\u00e4rz\n1819 wurde sie als Louise Otto in Mei\u00dfen geboren und erhielt nach einer\nBiographin schon fr\u00fch Zugang zu Literatur und Geschichte: \u201eSie sa\u00df noch auf dem\nScho\u00df der Mutter, als diese ihr schon aus Schillers Werken vorlas oder ihr von\nden griechischen Freiheitsk\u00e4mpfern erz\u00e4hlte.\u201c Als sie \u00e4lter wurde, brachte man\nsie in Kontakt mit den Werken des \u201eJungen Deutschlands\u201c. F\u00fcr M\u00e4dchen ihrer Zeit\nwar der Schulbesuch nur bis zur Konfirmation m\u00f6glich. Diese Zur\u00fccksetzung ihres Geschlechts\nempfand sie fr\u00fch als Unrecht und lie\u00df die Konfirmation ein Jahr hinausschieben,\num l\u00e4nger lernen zu k\u00f6nnen. Ihre Eltern starben kurz nacheinander an\nTuberkulose, als sie 16 Jahre alt war; 22j\u00e4hrig verlor sie auch ihren Verlobten.\nDie Werbung eines reichen Adligen schlug sie aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch ihr Erbe zun\u00e4chst finanziell abgesichert, wandte sie sich fr\u00fch dem Schreiben zu und verfasst zuerst Gedichte, die im <em>Mei\u00dfner gemeinn\u00fctzigen Wochenblatt<\/em> gedruckt wurden. Ein Aufenthalt bei einem Schwager 1840 in Oederan, der eine Weberei besitzt, konfrontiert sie mit dem Elend der Fabrikarbeiter. Ihr Mitleid und ihre Emp\u00f6rung ob dieser Ausbeutung l\u00e4sst sie Partei ergreifen: \u201eIch blickte entsetzt in einen Abgrund. Lange bevor ich etwas von Socialismus und Communismus geh\u00f6rt und gelesen, stellte ich die Frage: warum denn die Einen in Unwissenheit, Armuth und Entbehrung dahin leben m\u00fc\u00dften und die Andern sie daf\u00fcr noch verachten d\u00fcrften, ja von ihrer Arbeit den eignen Mammon mehren d\u00fcrften.\u201c Ihr Gedicht \u201eDie Kl\u00f6pplerinnen\u201c erscheint im <em>Oederaner Stadtanzeiger<\/em> und l\u00f6st wegen seines sozialkritischen Inhalts Emp\u00f6rung aus. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Unbenannt-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4759\"\/><figcaption>Otto-Peters erster Roman. Quelle: https:\/\/books.google.de\/books?id=K3RDAQAAMAAJ&amp;printsec=frontcover&amp;hl=de&amp;source=gbs_ge_summary_r&amp;cad=0#v=onepage&amp;q&amp;f=false<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>F\u00fcr alle\nBiographen liegt in dem Erlebnis der Schl\u00fcssel zu ihrem politischen Engagement.\n\u201eIch habe jetzt ein Ziel, einen Lebenszweck: die literarische Laufbahn. Ich\nstrebe nicht nach Ruhm und Ehre, aber nach Einfluss aufs Ganze\u201c, schrieb sie 1843\nin ihr Tagebuch und trat seitdem mit Romanen und journalistischen Beitr\u00e4gen an\ndie \u00d6ffentlichkeit. Ihr erster Roman hie\u00df \u201eLudwig der Kellner\u201c, insgesamt wird\nsie, teilweise unter dem Pseudonym Otto Stern, 60 B\u00fccher ver\u00f6ffentlichen,\ndarunter 28 meist mehrteilige Romane, aber auch Erz\u00e4hlungen, Novellen,\nhistorische Reflexionen, Streitschriften und Essays, dazu unz\u00e4hlige\npublizistische Texte. In allen Arbeiten warf sie zwei Forderungen mit gro\u00dfem\nNachdruck immer wieder auf: Erstens, die Arbeitswelt f\u00fcr Frauen zu \u00f6ffnen und\nzweitens, die Lebensbedingungen f\u00fcr Frauen zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits 1846\nkam ihr bedeutendster sozialkritischer Prosatext \u201eSchloss und Fabrik\u201c heraus,\nin dem sie die bittere Not der Industriearbeiter und deren Aufbegehren beschrieb\nund der zu den wichtigsten Romanen des Vorm\u00e4rz z\u00e4hlt. Er konnte zun\u00e4chst nur\nzensiert erscheinen und durfte erst nach einer Audienz beim s\u00e4chsischen Innenminister\nFreiherr von Falkenstein und der Ver\u00e4nderung der verbotenen Stellen ver\u00f6ffentlicht\nwerden. Ihre 1847 erschienene Gedichtsammlung \u201eLieder eines deutschen M\u00e4dchens\u201c\ntrug ihr den Namen \u201eLerche des V\u00f6lkerfr\u00fchlings\u201c ein. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eMitwirkung zum Umsturze\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1848 produzierte sie einen kleinen Skandal mit der \u201eAdresse eines M\u00e4dchens an den hochverehrten Minister Oberl\u00e4nder, an die von ihm berufene Arbeiterkommission und an alle Arbeiter\u201c. Darin fordert sie von der b\u00fcrgerlichen s\u00e4chsischen Regierung, bei der Organisation der Arbeit die Frauen nicht zu vergessen und f\u00fcr die Kommission auch Frauen zu benennen \u2013 heute w\u00fcrde man von Frauenquote sprechen. In pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen mit Ministern wies Louise auf das Recht der Frauen auf Erwerbsarbeit und auf die daf\u00fcr notwendige Kinderbetreuung hin. In dieser Zeit organisierte sie Versammlungen, unterst\u00fctzte die Gr\u00fcndung von Dienstm\u00e4dchenvereinen und empfing Abordnungen von Arbeitern.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Unbenannt-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4760\"\/><figcaption>Frauen-Zeitung. Quelle: https:\/\/frauenmediaturm.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Frauenzeitung-480&#215;640.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die\nRevolution begr\u00fc\u00dfte sie mit Begeisterung, doch bald war sie entt\u00e4uscht von den\nK\u00e4mpfern f\u00fcr Freiheit und Gleichheit: \u201eWo sie das Volk meinen, da z\u00e4hlen die\nFrauen nicht mit.\u201c Die Frauen m\u00fcssten selbst ihre Rechte fordern, sonst w\u00fcrden\nsie vergessen \u2013 so Ottos \u00dcberzeugung. Deshalb gr\u00fcndete sie 1849 eine\n\u201eFrauen-Zeitung\u201c. Das versch\u00e4rfte die Aufmerksamkeit der s\u00e4chsischen\nZensurbeh\u00f6rde: Hausdurchsuchungen und Verh\u00f6re folgten, 1851 wurden die von ihr\nmitbegr\u00fcndeten Dienstboten- und Arbeiterinnenvereine aufgrund des preu\u00dfischen\nVereinsgesetzes verboten. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eInsbesondere\nhat es das Blatt sich zur Aufgabe gestellt, auf das weibliche Geschlecht\neinzuwirken und es der Mitwirkung zum Umsturze geneigt zu machen, zu welchem\nBehufe auf die Notwendigkeit einer sogenannten Emancipation des weiblichen Geschlechts\naufmerksam gemacht wird\u201c, hie\u00df es in einem Schreiben des s\u00e4chsischen Innenministers.\nAls ultimativer Schlag aus Dresden galt die \u201eLex Otto\u201c: das eigens dazu\nge\u00e4nderte s\u00e4chsische Pressegesetz untersagte Frauen die Herausgabe von\nZeitungen. Otto wich mit der Redaktion nach Gera aus, bevor 1852 ein\nendg\u00fcltiges Verbot durch ein \u00e4hnliches preu\u00dfisches Gesetz erfolgte.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit der\nRevolution mit dem Publizisten August Peters bekannt, der eine Festungsstrafe\nabsitzen muss, feierten beide 1852 im Gef\u00e4ngnis von Bruchsal Verlobung. 1858 heiraten\nsie und lie\u00dfen sich zuerst in Freiberg, dann in Leipzig nieder. Hier sind beide\nma\u00dfgeblich an der Redaktion der seit 1861 sechsmal w\u00f6chentlich erscheinenden <em>Mitteldeutschen Volks-Zeitung<\/em> beteiligt\n\u2013 August hatte bereits das <em>Erzgebirgische\nIndustrie- und Familienblatt \u2013 Gl\u00fcck auf<\/em> sowie den <em>Leipziger Generalanzeiger<\/em> gegr\u00fcndet. Louise leitet das Feuilleton der\n<em>Volks-Zeitung <\/em>und publiziert selbst\nzu Frauenthemen. Neben anderem verfasste sie den Text der Oper \u201eTheodor K\u00f6rner\u201c,\ndie der Komponist Wendelin Wei\u00dfheimer eigens zum 50. Jubil\u00e4um der\nV\u00f6lkerschlacht bei Leipzig komponiert hatte. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Karriereh\u00f6hepunkt \u201eAllgemeiner\nDeutscher Frauenverein\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bereits 1864 stirbt ihr Mann, vermutlich an den Sp\u00e4tfolgen der Haft; die Ehe bleibt kinderlos. Im Jahr darauf, nach der Mitbegr\u00fcndung des Leipziger Frauenbildungsvereines mit ihr als Vorsitzende, erlebt sie im Oktober den H\u00f6hepunkt ihrer politischen Karriere. Auf der Gesamtdeutschen Frauenkonferenz in Leipzig gr\u00fcndet Otto-Peters zusammen mit Auguste Schmidt und Marie L\u00f6per-Houselle den \u201eAllgemeinen Deutschen Frauenverein\u201c (ADF) und l\u00e4utet damit den Beginn der organisierten deutschen Frauenbewegung ein. Die Ziele des Vereins sind insbesondere die Rechte der Frau auf Bildung, Erwerbsarbeit und Zugang zum Universit\u00e4tsstudium. Otto-Peters wird Vorsitzende und tritt daf\u00fcr ein, dass ausschlie\u00dflich Frauen Mitglied im ADF werden k\u00f6nnen. Nach f\u00fcnf Jahren hatte der Verein bereits um die 10.000 Mitglieder. Die Generalversammlungen wurden j\u00e4hrlich an verschiedenen Orten in Deutschland abgehalten. Aus ihnen gingen oftmals \u00f6rtliche Vereinsgr\u00fcndungen hervor. Dadurch konnte ein deutschlandweites Netz aufgebaut werden, das 1889 schon mehr als 20 Mitgliedsvereine z\u00e4hlte. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"437\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/hannsjoachimfriedrichs105_v-vierspaltig-4-1024x437.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4761\"\/><figcaption>ADF-Dokumente. Quelle: eigene Darstellung<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Parallel zur\nGr\u00fcndung kam das Vereinsorgan \u201eNeue Bahnen\u201c heraus, ein Zweiwochenblatt, das\nOtto-Peters 30 Jahre lang als Mitherausgeberin verantworten sollte. 1866\nerscheint ihre Schrift \u201eDas Recht der Frauen auf Erwerb\u201c. Erstmals leidet sie\ntrotz weiterer produktiver Schriftstellerei an materiellen Sorgen: die\nZeitungsgr\u00fcndungen ihres verstorbenes Mannes hinterlie\u00dfen Schulden. Belegt sind\nin den Jahren 1869, 1870 und 1874 bis 1876 jeweils Ehrengaben von 300 Mark von\nder Deutschen Schillerstiftung. 1869 vertrat sie den ADF mit einem Redebeitrag\nauf dem Philosophenkongress in Frankfurt. Dar\u00fcber hinaus nahm sie an\nSchriftstellerkongressen teil und wurde 1874 Ehrenmitglied des Wiener\nGrillparzer-Vereins und 1892 des von ihr mitgegr\u00fcndeten Leipziger\nSchriftstellerinnen-Vereins.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon seit\n1873 wollte sie das Amt der Vorsitzenden des Frauenvereins abgeben, jedoch\nerfolglos. Entgegen ihrer \u00dcberzeugung sah sie sich 1885 entsprechend der herrschenden\nGesetzeslage gezwungen, auf der au\u00dferordentlichen Mitgliederversammlung des ADF\nnicht nur seiner Umwandlung in eine Genossenschaft zuzustimmen, sondern auch\nbeschlie\u00dfen zu lassen, dass verheiratete Frauen k\u00fcnftig nur noch mit Zustimmung\nihres Ehemanns Mitglied werden durften. Vollj\u00e4hrige unverheiratete Frauen\nkonnten weiterhin selbstst\u00e4ndig entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eF\u00fchrerin auf neuen Bahnen\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ab Ende der 1880er Jahre lie\u00dfen ihre Arbeiten nach, drei Jahre vor ihrem Tod legte sie das leitende Amt des Leipziger Frauenbildungsvereins nieder. 1894 \u00fcbergab sie dann auch die meisten Aufgaben im ADF an Auguste Schmidt. In diesem Jahr allerdings kann sie noch einen gro\u00dfen Erfolg ihrer Arbeit erleben: bei der Er\u00f6ffnung der ersten Gymnasialkurse f\u00fcr M\u00e4dchen in Leipzig hat sie zu Ostern ihren letzten \u00f6ffentlichen Auftritt. Au\u00dferdem wurde sie bis zu ihrem Tod von einer \u00c4rztin betreut, die mit einem Stipendium des AdF an einer Schweizer Universit\u00e4t ausgebildet worden war.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/hannsjoachimfriedrichs105_v-vierspaltig-5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4762\"\/><figcaption>Lehnert-Denkmal. Quelle: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Denkmal_Luise_Otto-Peters.JPG<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Schon seit 1900 erinnert in Leipzig ein von Adolf Lehnert geschaffenes Denkmal an die \u201eF\u00fchrerin auf neuen Bahnen\u201c. Am noch erhaltenen Geburtshaus in Mei\u00dfen wurde aus Anlass ihres 100. Geburtstags 1919 eine Erinnerungstafel angebracht und in Leipzig per Notl\u00f6sung eine Stra\u00dfe nach ihr benannt: In einem frisch eingemeindeten Ortsteil gab es eine Petersstra\u00dfe, eine Sackgasse, deren Name erg\u00e4nzt wurde. Auch in mehreren anderen s\u00e4chsischen St\u00e4dten tragen Stra\u00dfen ihren Namen, ebenso Schulen und Pflegeheime. Als <em>EMMA<\/em> in ihrer ersten Ausgabe im Februar 1977 die Reihe \u201eUnsere Schwestern von gestern\u201c startete, war sie die erste, die in dieser Serie \u00fcber feministische Pionierinnen portr\u00e4tiert wurde. Der Grund war einfach: Louise Otto-Peters \u201ewar zu Beginn der Neuen Frauenbewegung die einzige, deren Namen wir kannten\u201c, erinnert sich Alice Schwarzer. <\/p>\n\n\n\n<p>1993 schlie\u00dflich wurde in Leipzig die Louise-Otto-Peters-Gesellschaft gegr\u00fcndet, die nicht nur Leben und Werk der Namensgeberin erforscht und in der \u00d6ffentlichkeit bekanntmacht, sondern seit 2015 auch einen frauenpolitischen Ged\u00e4chtnispreis vergibt. Letzte Preistr\u00e4gerin war die Rapperin Sookee, die in ihrer Musik unter anderem auf die \u201eWirkm\u00e4chtigkeit von stereotypen Geschlechterrollen\u201c aufmerksam mache und Aktionen gegen das Castingformat <em>Germany\u2019s Next Topmodel<\/em> unterst\u00fctzt. Ihre Tracks kl\u00e4ngen aber \u201eh\u00e4ufig wie eine Vorlesung aus einem Soziologie-Grundstudium\u201c, kritisiert Florian Reiter im <em>Vice Magazin<\/em>. Ob das die Namensgeberin gut gefunden h\u00e4tte, darf bezweifelt werden. <\/p>\n\n\n\n<iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D4757&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\"scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie gilt als Gr\u00fcnderin der deutschen Frauenbewegung, obwohl sie sich zeitlebens eher als Publizistin denn Politikerin verstand: Louise Otto-Peters. 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