{"id":5000,"date":"2020-06-09T13:43:11","date_gmt":"2020-06-09T12:43:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5000"},"modified":"2020-06-09T14:50:15","modified_gmt":"2020-06-09T13:50:15","slug":"innerstaatlicher-terrorismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5000","title":{"rendered":"\u201einnerstaatlicher Terrorismus\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Ereignis ist unbestritten: Vier Polizisten hatten Ende Mai den 46j\u00e4hrigen mehrfach vorbestraften Afroamerikaner Georges Floyd in Minneapolis (Minnesota) festgenommen, weil er verd\u00e4chtig war, mit einem gef\u00e4lschten 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben. Nachdem er zu Boden gebracht und mit Handschellen gefesselt worden war, fixierte einer der vier, Derek Chauvin, fast neun Minuten lang Floyds Hals mit seinem Knie &#8211; eine in der Polizeischule gelernte, bei korrekter Ausf\u00fchrung ungef\u00e4hrliche Technik &#8211; und ignorierte allerdings dessen Hilferufe \u201eI can\u2019t breathe!\u201c (Ich kann nicht atmen); dokumentiert von einer Passantin per Handy-Video, das rasch viral ging. Mit einem Rettungswagen abtransportiert, starb Floyd, der u.a. wegen eines bandenm\u00e4\u00dfigen, bewaffneten Raub\u00fcberfalls in Houston angeklagt und 2009 daf\u00fcr zu f\u00fcnf Jahren Gef\u00e4ngnis verurteilt worden war, kurz darauf. Die vier Beamten wurden am Tag nach dem Vorfall fristlos entlassen. Die Generalstaatsanwaltschaft Minnesota wirft dem Hauptangeklagten Chauvin Mord 2. Grades und Totschlag vor \u2013 als erstem wei\u00dfen Polizisten Minnesotas, der wegen des Todes eines schwarzen Zivilisten angeklagt wird. Auch gegen die anderen drei Beamten wurde Anklage erhoben. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Chauvin-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5003\"\/><figcaption>Videoszene. Quelle:  <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/bilder\/2020\/06\/03\/13785881\/475980007-george-floyd-derek-chauvin-usa-polizeigewalt-proteste-opfer-taeter-minneapolis-1l9mx2GrPb6b.jpg\">https:\/\/www.fr.de\/bilder\/2020\/06\/03\/13785881\/475980007-george-floyd-derek-chauvin-usa-polizeigewalt-proteste-opfer-taeter-minneapolis-1l9mx2GrPb6b.jpg<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zwischen den\nErgebnissen der staatlichen Autopsie des Hennepin County und einer von Floyds\nFamilie beauftragten privaten Autopsie der Universit\u00e4t Michigan ergaben sich\nWiderspr\u00fcche. &nbsp;Die erste stellte als\nTodesursache einen Herz-Kreislauf-Stillstand infolge von Druck auf den Nacken\nfest. Der Tod sei durch Fremdeinwirkung erfolgt. Zudem h\u00e4lt der Bericht fest,\ndass Floyd herzkrank gewesen und mit dem Coronavirus infiziert sei sowie unter\nBluthochdruck gelitten habe. Zum Zeitpunkt der Obduktion lie\u00dfen sich au\u00dferdem die\nDrogen Methamphetamin sowie Fentanyl nachweisen. Die zweite kam zu dem\nErgebnis, dass Floyds Todesursache Ersticken gewesen sei, Vorerkrankungen h\u00e4tten\nnicht vorgelegen. Unabh\u00e4ngig von diesen Ergebnissen kam es bereits am Tag nach\ndem Tod zu ausgedehnten Demonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus in\nMinneapolis. Viele der Demonstranten trugen dabei Plakate mit der Aufschrift \u201eI\ncan\u2019t breathe!\u201c und skandierten Sprechch\u00f6re. <\/p>\n\n\n\n<p>In den\ndarauffolgenden Tagen breiteten sich die Proteste auch auf andere St\u00e4dte aus\nund nahmen teilweise gewaltsame Formen an: Es kam zu Stra\u00dfenschlachten,\nPl\u00fcnderungen und Brandstiftungen, wobei auf Plakaten u.a. die\nlinksextremistische Losung \u201eACAB\u201c (All Cops are Bastards \u2013 Alle Bullen sind\nSchweine) oder der Slogan \u201eBlack lives matter\u201c (Schwarze Leben z\u00e4hlen) zu lesen\nwaren. Dass letzterer rassistisch ist \u2013 \u201eAll lives matter\u201c m\u00fcsste es gerechterweise\nhei\u00dfen \u2013 fiel \u00fcbrigens kaum auf. Und nur der AfD-Europaparlamentarier Maximilian\nKrah wies auf die Tatsache hin, dass sich auf einer von <em>medium.com<\/em> ver\u00f6ffentlichten Liste von Unternehmen, die Antifa,\nBlack lives matter etc. finanziell unterst\u00fctzen, auch deutsche finden, und ausgerechnet\nvon der linken Politik angegriffene Autohersteller, so BMW, Mercedes und Porsche.\n<\/p>\n\n\n\n<p>Mehrere Menschen kamen dabei ums Leben, darunter der pensionierte schwarze Polizist David Dorn in St. Louis, als er die Pl\u00fcnderung eines wei\u00dfen Pfandleihers verhindern wollte. Von \u201ekollektiver Hysterie\u201c spricht der schwarze Harvard-\u00d6konom Glenn Loury in der NZZ. US-Pr\u00e4sident Donald Trump verurteilte sowohl die Tat als auch die extrem gewaltt\u00e4tigen Proteste dagegen: Es sei absolut unakzeptabel, dass jeden Tag nach Einbruch der Dunkelheit Demonstrationen und Kundgebungen gewaltt\u00e4tig w\u00fcrden, sagte er und k\u00fcndigte an, das Milit\u00e4r einzusetzen, wenn \u201eeine Stadt oder ein Bundesstaat sich weigert, die Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, die notwendig sind, um das Leben und das Eigentum ihrer Einwohner zu verteidigen\u201c. In 25 St\u00e4dten, darunter Los Angeles, Chicago und Philadelphia, wurden Ausgangssperren verh\u00e4ngt sowie in Minnesota und Washington, D.C. die Nationalgarde aktiviert. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Chauvin-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5004\"\/><figcaption>Demo-Szene. Quelle:  <a href=\"https:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/3444877517\/1.6805339\/width610x580\/demonstranten-in-washington.jpg\">https:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/3444877517\/1.6805339\/width610x580\/demonstranten-in-washington.jpg<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>So weit, so noch\n\u00fcberschaubar. Jedoch gaben Trump und sein Generalstaatsanwalt William Barr der \u201eAntifa\u201c\ndie Schuld an den Protesten. Trump twitterte, dass \u201eAntifa und die radikale\nLinke f\u00fcr die Unruhen verantwortlich\u201c seien, und erkl\u00e4rte, die Antifa als\nterroristische Vereinigung in den USA verbieten zu wollen. Barr folgte mit der\nErkl\u00e4rung: \u201eDie Gewalt, die von der Antifa und anderen \u00e4hnlichen Gruppen im\nZusammenhang mit den Unruhen angezettelt und ausgef\u00fchrt wird, ist\ninnerstaatlicher Terrorismus und wird entsprechend behandelt werden.\u201c &nbsp;Diese Schuldzuweisung war f\u00fcr eine bestimmte\nKlientel in Deutschland unverzeihlich, so dass die Proteste unter dem\n\u201eRassismus\u201c-Label prompt internationalisiert und ideologisiert wurden. Und wie\nund mit welchen Argumenten, ja Inszenierungen das geschah, warf ein mehr als\nbezeichnendes Licht auf die linksgr\u00fcne Heuchelei, von der heute nicht nur\nPolitik und Medien, leider, durchdrungen sind. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eTrump ist ein Maulheld\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der <em>tagesschau<\/em>-Faktenfinder Patrick Gensing erkl\u00e4rt zun\u00e4chst, dass es \u201edie Antifa\u201c nicht g\u00e4be, vielmehr stehe der Begriff \u201ef\u00fcr Antifaschismus oder Antifaschistische Aktion\u201c und es handele sich nicht um eine \u201efeste Organisation, sondern um ein Aktionsfeld\u201c. Dennoch w\u00fcrde \u201evon Rechtsradikalen [\u2026] immer wieder das Feindbild Antifa als einflussreiche, weit verzweigte Organisation dargestellt\u201c. So sieht die <em>tagesschau<\/em> daher in den USA auch ganz andere \u201eorganisierte\u201c Kr\u00e4fte wirken, n\u00e4mlich \u201eMitglieder nationalistischer Gruppen, die die Proteste nutzen wollten, Hass gegen Schwarze zu sch\u00fcren und einen Rassenkrieg zu provozieren\u201c.<em> Monitor<\/em>-Chef Georg Restle unterstellte Trump in seinem Kommentar bei den <em>Tagesthemen<\/em> eine Ku-Klux-Klan-Gesinnung. Eine Harvardstudie ergab schon im Mai 2017, nirgends komme Trump schlechter weg als im deutschen Fernsehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Chauvin-2-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5005\"\/><figcaption>Aktuelles Spiegel-Cover. Quelle:  <a href=\"https:\/\/pbs.twimg.com\/media\/EZwvhiNWkAAOqKo.jpg\">https:\/\/pbs.twimg.com\/media\/EZwvhiNWkAAOqKo.jpg<\/a>  <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Laut <em>Merkur<\/em> warnen Kritiker, \u201enicht\nAntifaschisten [w\u00fcrden] die gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr die USA darstellen, sondern\nRechtsextremisten\u201c. \u201eTrump spielt Diktator\u201c und \u201eEin Pr\u00e4sident setzt sein Land\nin Brand\u201c, textet der <em>Spiegel<\/em>, sieht Indizien,\n\u201edass noch ganz andere Extremisten die Wut der Stra\u00dfe nutzen\u201c, und berichtet\nvon zahlreichen Hinweise darauf, \u201edass Rechtsradikale hinter etlichen\nEskalationsversuchen st\u00fcnden\u201c. Das SPD-nahe RedaktionsNetzwerk Deutschland <em>RND <\/em>unterstellt Trump, dass dieser nicht\ndie \u201esoziale Ungerechtigkeit und Rassismus\u201c als Ausl\u00f6ser f\u00fcr die\nAusschreitungen halte, sondern letztere \u201ef\u00fcr ein linkes Komplott\u201c. Bei <em>Zeit Online<\/em> ist Trump daher der \u201eerste\nRassist des Landes\u201c und habe \u201ekeine Ahnung davon [\u2026], dass die USA einst am\nZweiten Weltkrieg teilgenommen haben, um den Faschismus zu besiegen\u201c und auch\nnicht davon, dass \u201e\u201aAntifa\u2018 die Abk\u00fcrzung von \u201aAntifaschismus\u2018\u201c sei. <\/p>\n\n\n\n<p>Das alte\nSED-Blatt <em>Neues Deutschland<\/em> kl\u00e4rt den\nLeser daher auf, was Antifa wirklich hei\u00dft: \u201egelebte Solidarit\u00e4t mit\nGefl\u00fcchteten und marginalisierten Gruppen. Antifa hei\u00dft auch, sich Nazis auf\nder Stra\u00dfe, im Betrieb und im Alltag entgegenzustellen, um sie daran zu\nhindern, das zu tun, was sie tun w\u00fcrden, wenn man sie nicht daran hindert.\u201c Auf\n<em>Twitter <\/em>verk\u00fcndigt der\nSPD-Parteivorstand in der Folge seine Solidarit\u00e4t mit der Antifa: \u201e157 [Jahre]\nund Antifa. Selbstverst\u00e4ndlich\u201c. Dem schloss sich ebenso SPD-Chefin Saskia\nEsken an: \u201e58 und Antifa. Selbstverst\u00e4ndlich\u201c. Den Slogan \u201eWir sind Antifa\u201c\ntwitterten unter anderem die \u201elinksjugend [\u201asolid] Th\u00fcringen\u201c, die \u201eGr\u00fcne\nJugend Trier-Saarburg\u201c und die \u201eBUNDjugend Bayern\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Esken reagierte \u00fcbrigens auf die Nachfrage eines Followers, ob sie hier also eine Organisation unterst\u00fctze, die Deutschlands wichtigster Handelspartner als Terrororganisation einstufen k\u00f6nnte: Die \u201eAntifa ist keine Organisation, Antifaschismus ist eine Haltung, die f\u00fcr Demokraten selbstverst\u00e4ndlich sein sollte\u201c, so Esken. Ein unhistorischer Unsinn von Saskia Esken, befand Marcus Ermler auf <em>achgut<\/em> mit Blick auf den \u201eantifaschistischen\u201c Gr\u00fcndungsmythos der KPD: \u201eDass die KPD der Weimarer Zeit obendrein eine Bande von Antisemiten war, die zum Kampf gegen \u201adie j\u00fcdischen Kapitalisten\u2018 aufrief und \u201aNieder mit der Judenrepublik\u2018 schrie, macht es f\u00fcr die heutige Antifa auch nicht besser.\u201c Denn Ermler weist akribisch nach, dass u.a. in Los Angeles Synagogen und j\u00fcdische Gesch\u00e4fte zerst\u00f6rt und gepl\u00fcndert wurden, wor\u00fcber in Deutschland nichts zu lesen war, und zitiert das Simon-Wiesenthal-Center SWC, das die Antifa \u201eeine Terrororganisation wie den Islamischen Staat\u201c nennt. Michael Bonvalot konstatiert im <em>Neuen Deutschland<\/em> prompt, dass das SWC sich damit \u201eoffen auf die Seite der extremen Rechten\u201c stellen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"575\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Chauvin-3-1024x575.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5006\"\/><figcaption>Demo-Szene. Quelle:  <a href=\"https:\/\/bilder.t-online.de\/b\/87\/96\/56\/20\/id_87965620\/tid_da\/in-den-usa-insbesondere-in-minneapolis-ist-es-nach-der-toetung-des-afroamerikaners-george-floyd-zu-heftigen-ausschreitungen-gekommen-.jpg\">https:\/\/bilder.t-online.de\/b\/87\/96\/56\/20\/id_87965620\/tid_da\/in-den-usa-insbesondere-in-minneapolis-ist-es-nach-der-toetung-des-afroamerikaners-george-floyd-zu-heftigen-ausschreitungen-gekommen-.jpg<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eDiese\nPolizei, deren zumindest in Teilen struktureller Rassismus sich in dem Tod\nFloyds offenbarte, wird seit Jahrzehnten von linken Politikern kontrolliert und\ngesteuert, mitnichten von Trump oder ihm nahestehenden Personen\u201c, bewies\n\u00fcbrigens Felix Schnoor auf <em>achgut<\/em>. \u201eMeine\nwissenschaftliche Besch\u00e4ftigung mit dem US-Polizeisystem liegt zwar schon\neinige Jahre zur\u00fcck, reicht aber immer noch f\u00fcr die sichere Beurteilung aus,\ndass 90 % der derzeitigen Berichte bei ARD, ZDF, Spiegel, Stern &amp; Co. \u00fcber\ndie Unruhen in den #USA aus antiamerikanischen Fake-News und der Rest aus\nlinkstendenzi\u00f6sem Unfug besteht,\u201c so der promovierte Jurist Thomas Jahn auf <em>Facebook<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<p>Die <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em> trieb es besonders\nbunt. \u201eTrump erkl\u00e4rt Amerika den Krieg\u201c und \u201eTrump ist ein Maulheld, ungeeignet\nf\u00fcr sein Amt\u201c, keift Kurt Kister. B\u00fcrgerkriegs\u00e4hnlich ist der Mob auf den\nStra\u00dfen, gef\u00e4hrlich nach B\u00fcrgerkrieg klinge aber Trump, der die Entsendung von\nSoldaten angek\u00fcndigt hatte &#8211; Immerhin, das sei nicht das erste Mal in der\nj\u00fcngeren Geschichte der USA, r\u00e4umt Thorsten Denkler ein. Aber im Gegensatz zu\nfr\u00fcher sitze nun \u201eein erratischer Ichling, ein Narzisst, dem das eigene Wohl\nstets das oberste zu sch\u00fctzende Gut ist\u201c, im Wei\u00dfen Haus: \u201eIhm ist alles\nzuzutrauen.\u201c Und er hyperventiliert: \u201eTrump ist jetzt offiziell eine Gefahr f\u00fcr\ndie nationale Sicherheit.\u201c Nach einer Erhebung von Rasmussen Reports liegt\nTrumps Zustimmungsquote bei schwarzen W\u00e4hlern \u00fcbrigens bei 41 %. Den Vogel aber\nab schoss auf <em>Twitter<\/em> der\nUSA-Korrespondent des <em>ZDF<\/em>, Elmar\nThevessen. Er nannte Trumps Ma\u00dfnahmen den \u201eBeginn einer Trumpschen\nMilit\u00e4rdiktatur\u201c. Der Schutz der eigenen Bev\u00f6lk\u00aderung vor linken Anschl\u00e4gen ist\ndiktatorisch? Das ist kein Witz. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSolche D\u00fcnnbrettbohrer schleifen noch die letzten Reste von einstmals anspruchsvollem Journalismus und geben die Begriffe Redakteur, Korrespondent oder gar Politkorrespondent der L\u00e4cherlichkeit preis\u201c, \u00e4rgert sich Rene Zeyer auf <em>achgut<\/em>. Selbst die Europ\u00e4er seien \u201eentsetzt und schockiert \u00fcber den Tod George Floyds\u201c, muss Klaus-Dieter Frankenberger in der <em>FAZ<\/em> den EU-Au\u00dfenbeauftragten Josep Borrell zitieren, der zugleich Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Proteste gegen Machtmissbrauch und Polizeigewalt \u00e4u\u00dferte \u2013 ebenso wie der deutsche Au\u00dfenminister Heiko Maas (SPD). Da sieht sich selbst Frankenberg gezwungen zu fragen, \u201eob in den europ\u00e4ischen Reaktionen auf das Geschehen in den Vereinigten Staaten auch hier und da routinierter Antiamerikanismus und eine Portion Selbstgerechtigkeit zum Ausdruck kommen, zumal im Vergleich etwa zu Reaktionen auf den Repressionsaufwand, den China tagt\u00e4glich betreibt und demn\u00e4chst in Hongkong betreiben will.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"222\" height=\"400\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Chauvin-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5008\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Chauvin-4.jpg 222w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Chauvin-4-167x300.jpg 167w\" sizes=\"(max-width: 222px) 100vw, 222px\" \/><figcaption>Thevessen-Tweet. Quelle:  <a href=\"https:\/\/2.bp.blogspot.com\/-5oWGHvcSQlg\/XtnZzDx127I\/AAAAAAABBH8\/tgs-JAF2zFIyhQH4C8A6Pp7EAFsR0RuXQCLcBGAsYHQ\/s1600\/elmar%2Btheve%25C3%259Fen%2Bdictatorship.jpg\">https:\/\/2.bp.blogspot.com\/-5oWGHvcSQlg\/XtnZzDx127I\/AAAAAAABBH8\/tgs-JAF2zFIyhQH4C8A6Pp7EAFsR0RuXQCLcBGAsYHQ\/s1600\/elmar%2Btheve%25C3%259Fen%2Bdictatorship.jpg<\/a>  <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wei\u00dfe und\nSchwarze st\u00fcnden sich in Punkto Mordlust, was die Anzahl der begangenen Morde\nangeht, in nichts nach, wobei Wei\u00dfe mit 72% die Mehrheit der US-Bev\u00f6lkerung\nstellen und Schwarze mit rund 13% an zweiter Stelle folgen, recherchierte\nMichael Klein f\u00fcr <em>sciencefiles<\/em>. Wei\u00dfe\nblieben beim Morden eher unter sich, w\u00e4hrend Schwarze mehr Wei\u00dfe umbringen als\numgekehrt, also h\u00e4ufiger die ethnischen Grenzen \u00fcberschreiten. \u201eBlackLivesMatter\nsollte entsprechend um WhiteLivesMatter oder AllLivesMatter erg\u00e4nzt werden\u201c,\nbefand er und zitiert im Screenshot einen \u201eAlert\u201c-Tweet von @ANTIFA_US vom 31.\nMai, 4.03 PM, in dem es u.a. hie\u00df \u201eTonight\u2019s the night, Comrades \u2026 Tonight\u2026 we\nmove into the residential areas\u2026 the white hoods\u2026. and we take what\u2019s ours\u201d,\nversehen mit den hashtags #BlacklivesMaters und #FuckAmerica. Sinngem\u00e4\u00df kann\nman \u00fcbersetzen: \u201eHeute Abend\u2026 ziehen wir in die Ortsans\u00e4ssigen-Wohngebiete\u2026 der\nWei\u00dfm\u00fctzen\u2026. und wir nehmen, was uns geh\u00f6rt.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eRespekt und Verst\u00e4ndnis\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dass sich in Deutschland daraufhin pl\u00f6tzlich der Sport politisierte \u2013 in eine Richtung, versteht sich \u2013 geschah f\u00fcr viele v\u00f6llig unvermutet. Pionier war der Deutsche Fu\u00dfballbund DFB, der aus seinem Regelkorsett ausbrach und \u201eProtestaktionen gegen Rassismus von Bundesliga-Profis auf dem Rasen\u201c straffrei lie\u00df. Grunds\u00e4tzlich erlauben die Deutsche Fu\u00dfball Liga (DFL) und der DFB keine politischen Botschaften auf der Spielkleidung oder w\u00e4hrend der Partien. In den DFB-Regeln hei\u00dft es unter anderem, dass die Spieler keine Unterw\u00e4sche mit \u201epolitischen, religi\u00f6sen oder pers\u00f6nlichen Slogans\u201c zeigen d\u00fcrfen. Jadon Sancho hatte am letzten Maiwochenende nach seinem Tor zum 2:0 beim SC Paderborn sein Trikot \u00fcber den Kopf gezogen und zeigte ein Shirt mit der Aufschrift \u201eJustice for George Floyd\u201c. Sein Teamkollege Achraf Hakimi trug ebenfalls ein Shirt mit diesem Schriftzug. Gladbachs Marcus Thuram sank nach seinem ersten Tor beim 4:1 gegen Union Berlin auf sein linkes Knie und blickte zu Boden, Weston McKennie trug w\u00e4hrend der Partie gegen Bremen eine Armbinde mit der Aufschrift \u201eJustice for George\u201c (Gerechtigkeit f\u00fcr George). Olympiasieger und Protest-Ikone Tommie Smith, dessen Black-Power-Geste 1968 in Mexico zum Symbol des Protests im Sport gegen Rassismus wurde, begr\u00fc\u00dfte in der <em>BamS<\/em> diese Solidarit\u00e4tsbekundungen: \u201eSie haben offenbar verstanden, dass George Floyd auch sie repr\u00e4sentiert. Er repr\u00e4sentiert ein System, das Hilfe ben\u00f6tigt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Chauvin-5-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5009\"\/><figcaption>Aktion des BVB. Quelle:  <a href=\"https:\/\/bilder.bild.de\/fotos-skaliert\/knie-protest-mit-herz-die-bvb-stars-setzten-bei-twitter-ein-zeichen-gegen-rassismus-201446702-71069120\/1,w=1280,c=0.bild.jpg\">https:\/\/bilder.bild.de\/fotos-skaliert\/knie-protest-mit-herz-die-bvb-stars-setzten-bei-twitter-ein-zeichen-gegen-rassismus-201446702-71069120\/1,w=1280,c=0.bild.jpg<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Da nach den\nFIFA-Fu\u00dfballregeln, an die der DFB gebunden ist, keine politischen, religi\u00f6sen\noder pers\u00f6nlichen Botschaften erlaubt sind, habe der Kontrollausschuss den\nSachverhalt \u00fcberpr\u00fcft und Stellungnahmen von den Spielern eingeholt. \u201eNat\u00fcrlich\nhat der DFB-Kontrollausschuss stets die Vorgaben der FIFA-Fu\u00dfballregeln und der\nDFB-Ordnungen im Blick. Im konkreten Fall handelt es sich aber um gezielte\nAnti-Rassismus-Aktionen der Spieler, die sich damit f\u00fcr Werte starkmachen, f\u00fcr\ndie der DFB ebenfalls steht und immer eintritt\u201c, erkl\u00e4rte Anton Nachreiner, der\nVorsitzende des Kontrollausschusses, bei <em>dpa<\/em>.\n\u201eDaher werden keine Verfahren eingeleitet, auch bei vergleichbaren\nAnti-Rassismus-Aktionen in den n\u00e4chsten Wochen nicht.\u201c FIFA-Pr\u00e4sident Gianni\nInfantino hatte zuvor erkl\u00e4rt, dass er die protestierenden Bundesliga-Profis\nnicht bestrafen w\u00fcrde. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch begr\u00fc\u00dfe\nden weitsichtigen Beschluss des DFB-Kontrollausschusses ausdr\u00fccklich und bin\nsehr froh dar\u00fcber\u201c, sagte DFB-Pr\u00e4sident Fritz Keller und betonte: \u201eDer DFB\ntritt entschieden gegen jede Form von Rassismus, Diskriminierung und Gewalt ein\nund steht f\u00fcr Toleranz, Offenheit und Vielfalt &#8211; also Werte, die auch in der\nDFB-Satzung verankert sind.\u201c Deshalb h\u00e4tten die Aktionen der Spieler \u201eunseren\nRespekt und unser Verst\u00e4ndnis.\u201c Auch Alfons H\u00f6rmann hatte als Pr\u00e4sident des\nDeutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die Sportler in ihren Bekundungen\ngegen Rassismus unterst\u00fctzt und \u201eAugenma\u00df\u201c von Verb\u00e4nden in der Bewertung von\nProtesten gefordert. \u201eEs ist hoch erfreulich, wenn Sportlerinnen und Sportler\nihrer Vorbildrolle, die immer wieder eingefordert wird, gerecht werden und in\neiner solch v\u00f6llig inakzeptablen Entwicklung ihre Stimme erheben\u201c, sagte er <em>dpa<\/em>.. <\/p>\n\n\n\n<p>Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge teilte \u201eschockiert\u201c mit: \u201eRassismus ist v\u00f6llig inakzeptabel. Dem m\u00fcssen wir offensiv entgegentreten.\u201c Der deutsche Fu\u00dfball-Rekordmeister engagiere sich seit seiner Gr\u00fcndung vor 120 Jahren f\u00fcr Werte wie Respekt, Toleranz und Menschlichkeit. \u201eIn unserer Welt haben Diskriminierung, Hass, Ausgrenzung und Gewalt keinen Platz\u201c, unterstrich er und bekr\u00e4ftigte: \u201eRot gegen Rassismus. Black Lives Matter.\u201c Mit einer entsprechenden Armbinde liefen am ersten Juniwochenende alle bayrischen Teams auf; auch viele andere, europ\u00e4isch dominierte Bundesligavereine \u00fcberboten sich in plumper Symbolpolitik. Prompt gab es f\u00fcr <em>MDR-<\/em>Moderatorin Stephanie M\u00fcller-Spirra kein Halten mehr: Sie moderierte die 120-Minuten-Fu\u00dfballsendung <em>Sport im Osten<\/em> im T-Shirt \u201eNo heart for Homophobia, Fascism, Racism, Hate\u201c. Wie das mit der Neutralit\u00e4t und Objektivit\u00e4t \u00f6ffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehens zusammengehen kann, wurde nirgends thematisiert. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"370\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Chauvin-6-1024x370.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5010\"\/><figcaption>MDR-Auftritt. Quelle: eigener Screenshot.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch BBL-Pr\u00e4sident\nAlexander Reil zog nach und verk\u00fcndete, er halte m\u00f6gliche Protestaktionen von\nSpielern beim Basketball-Finalturnier f\u00fcr angemessen. \u201eMeine grunds\u00e4tzliche\nMeinung ist, dass die BBL keine Plattform f\u00fcr wesentliche politische \u00c4u\u00dferungen\nsein sollte. Aber selbstverst\u00e4ndlich gibt es M\u00f6glichkeiten, auch zum Ausdruck\nzu bringen, dass man gegen jegliche Form des Rassismus ist\u201c, sagte er bei einer\nvirtuellen Pressekonferenz. BBL-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Stefan Holz war zuvor wegen\neines vermeintlichen Verbots von Protestaktionen in die Kritik geraten, hatte\nseine Aussagen wenig sp\u00e4ter in einem Statement aber pr\u00e4zisiert und sich\nentschuldigt. Selbstverst\u00e4ndlich akzeptiere und respektiere die Liga, \u201ewenn der\npers\u00f6nlichen Betroffenheit zu den uns\u00e4glichen Vorg\u00e4ngen in den USA auch verbal\noder nonverbal Ausdruck verliehen wird. Es stand und steht nie zur Debatte,\ndass derartiges Engagement in Form eines Statements gegen Rassismus sanktioniert\nwird\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eRassismus entlernen\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was das f\u00fcr die\nSemantik bestimmter tradierter Begriffe und vor allem f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von\nPolitik zu tun hat, soll hier gar nicht diskutiert werden; es ist entsetzlich\ngenug. Ganz und gar nicht unvermutet aber war nicht nur angesichts des\nFu\u00dfballhypes, dass diverse Organisatoren auch zu entsprechenden realit\u00e4ren Anti-Rassismus-Protesten\nmobilisierten \u2013 allein in Frankfurt, Berlin, M\u00fcnchen, Stuttgart und Hamburg\ndemonstrierten am ersten Juni-Wochenende jeweils mehrere tausend Menschen, \u201eviele\nbewusst in schwarzer Kleidung\u201c, sagte Moderator Ingo Zamperoni zum Auftakt der <em>Tagesthemen<\/em>. Das ist kein Witz. \u201eVermutlich\nhat er schon mal was \u00fcber den Schwarzen Block geh\u00f6rt, den strafenden Arm der\nAntifa, der in Connewitz f\u00fcr Ordnung sorgt und in Hamburg ganze Stra\u00dfenz\u00fcge\ndekonstruiert. Und dessen Mitl\u00e4ufer sich jetzt \u201asolidarisch mit den Opfern\u2018 des\nRassismus in den USA zeigen\u201c, erregt sich Henryk M. Broder auf <em>achgut<\/em>. Denn weil schwarz f\u00fcr Freiheit,\nGerechtigkeit und Zivilcourage stehe, \u201ehat auch die SS gerne schwarz getragen,\nund das Mitteilungsblatt dieser Organisation hie\u00df nicht zuf\u00e4llig \u201aDas Schwarze\nKorps\u2018\u201c, \u00e4rgert er sich. <\/p>\n\n\n\n<p>Klein schreibt von \u201efeigen Edelrassisten\u201c, die \u201ef\u00fcr Menschen schreien, die sie nicht kennen\u201c, die ihre gro\u00dfen Gef\u00fchle \u201eausschlie\u00dflich in Staaten ausleben, in denen man sicher sein kann, nicht etwa in der Weise von Panzern niedergewalzt zu werden, wie die Studenten, die sich 1989 in China auf dem Tiananmen Square eingefunden haben, um ihre Freiheit einzufordern\u201c. Er erkennt eine \u201ebedenkliche Hysterie, die einmal mehr zeigt, dass die Linke vornehmlich von gescheiterten Existenzen getragen wird, die ihr Leben nur ertragen k\u00f6nnen, wenn sie in Stra\u00dfen marschieren und sich die Kehle voller vermeintlich Gutem aus dem hassverzerrten Gesicht schreien k\u00f6nnen\u201c. Die armenische Publizistin Jaklin Chatschadorian fragt bei <em>Facebook<\/em> v\u00f6llig berechtigt \u201eWas machen eigentlich die #BlackLivesMatter Demos in Istanbul, Tunis, Riad, Doha, Kabul und Islamabad?\u201c Oder gar in S\u00fcdafrika, m\u00fcsste man erg\u00e4nzen. \u201eFalls nach diesen Mega-Demos die Corona-Infektionszahlen nicht massiv ansteigen, sind s\u00e4mtliche Beschr\u00e4nkungen obsolet\u201c, freuen sich dagegen viele Lockdown-Gegner.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Chauvin-7.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5011\"\/><figcaption>Demo in Berlin. Quelle:  <a href=\"https:\/\/www.tichyseinblick.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/imago0101472813h.jpg\">https:\/\/www.tichyseinblick.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/imago0101472813h.jpg<\/a>  <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein Leser\nkommentierte, erschreckend genug: \u201eEs war damals in der DDR auch g\u00e4ngige\nPraxis, Terroristen zu unterst\u00fctzen, die den Westen destabilisieren sollten.\nDaran sollten wir immer denken, wenn wir solche Nachrichten h\u00f6ren.\u201d Dessen\nungeachtet forderte Aminata Tour\u00e9, 27j\u00e4hrige gr\u00fcne Vizepr\u00e4sidentin des Landtags\nSchleswig-Holstein mit Wurzeln aus Mali, zugleich Fraktionssprecherin f\u00fcr\nMigration, Frauen und Gleichstellung, Kinder und Jugend, Queer und\nAntirassismus, in der <em>Welt<\/em>, \u201ewir\u201c\n(wer ist das eigentlich?) m\u00fcssten \u201eRassismus entlernen\u201c. Denn wir alle w\u00fcchsen \u201ein einer\nGesellschaft auf, in der Rassismus \u00fcblich ist.\u201c Begriffe wie Diskriminierung\nsuggerierten, \u201edass eine latent rassistische Gesellschaft bestimmte ethnische\noder religi\u00f6se Gruppen daran hindere, ihre Talente zu entfalten\u201c \u00e4rgert sich\nThorsten Hinz in der <em>Jungen Freiheit<\/em> und\nverweist darauf, dass Ostasiaten sich so gut wie nie auf diese Erkl\u00e4rung\nzur\u00fcckziehen: \u201eWenn sie auff\u00e4llig werden, dann durch Flei\u00df und Wissen. Es\nbraucht eben Voraussetzungen, die durch keine Sozialtechnik zu ersetzen sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dass der Lernbegriff bedeutet, dass \u201ewir\u201c Rassismus von jemandem an einem bestimmten Gegenstand auf eine bestimmte Weise \u201egelernt\u201c haben m\u00fcssten, kommt der p\u00e4dagogisch v\u00f6llig unbeleckten Tour\u00e9 nicht in den Sinn. Was das f\u00fcr den Wahrnehmungsbegriff und die Gestaltpsychologie sowie deren Wahrnehmungsgesetze, vor allem die der Gruppierung und der \u00c4hnlichkeit, bedeutet, erst recht nicht. Insofern muss man ganz deutlich benennen, dass mit solchem argumentativen Unsinn uns Mitteleurop\u00e4ern (die gerade noch 10 % der Weltbev\u00f6lkerung ausmachen, weshalb es ja gegen uns auch keinen Rassismus geben kann, mit Ausnahme der offenbar schwarzen Juden) sowohl unsere Geschichte als auch unsere Hell-Dunkel-Wahrnehmung, unsere evolution\u00e4re Schwarz-Wei\u00df-Semantik ausgetrieben werden soll \u2013 ganz ungeachtet der physiologischen Tatsache, dass die originale Hautfarbe der Menschen schwarz war. Erst nachdem einige unserer Vorfahren vor 100 000 bis 70 000 Jahren Afrika verlie\u00dfen und sich in Breiten mit weniger intensivem Sonnenlicht ausbreiteten, mussten sie weniger Pigmente bilden, damit durch die Haut genug UV-Strahlung eindringen und sie genug Vitamin D aufbauen konnten &#8211; wei\u00dfe Haut war eine biologische Anpassungsreaktion auf ver\u00e4ndertes Klima, die nat\u00fcrlich unsere Seinsweise in G\u00e4nze revolutionieren musste.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Chauvin-9.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5014\"\/><figcaption>Opferkult, grenzend an Personenkult.  <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/images\/wandbild-von-george-floyd-in-houston\/25899614\/2-format2020.jpg\">https:\/\/www.handelsblatt.com\/images\/wandbild-von-george-floyd-in-houston\/25899614\/2-format2020.jpg<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Prompt wurde jede Gegenbestrebung sofort und unerbittlich bek\u00e4mpft, wie der \u00f6ffentliche \u201eFall\u201c des Eishockeyprofis Mark Zengerle (Eisb\u00e4ren Berlin) zeigte: Als Trump verlauten lie\u00df, dass die Antifa k\u00fcnftig als eine terroristische Organisation eingestuft werden w\u00fcrde, kommentierte auf <em>Twitter<\/em> \u201eThank you Mr. President.\u201c Das kam gar nicht gut an. Tenor aus der Berliner und deutschen Eishockeyszene: Was will so ein Mann bei den Eisb\u00e4ren, bei denen ja auch einige Fans der Antifa nahestehen w\u00fcrden. Es wurde sarkastisch in die Welt gefragt, ob sich Zengerle, wenn dann mal wieder Eishockey gespielt wird, von Terroristen anfeuern lassen m\u00fcsse. Die Eisb\u00e4ren sollten sich doch sofort von dem Spieler trennen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEr\nbewegte sich damit durchaus auf demokratischem Boden\u201c, muss Claus Vetter im <em>Tagespiegel<\/em> eingestehen. \u201eEr hatte eine\nMeinung ge\u00e4u\u00dfert zu seinem Pr\u00e4sidenten, Zengerle stammt aus dem US-Staat New\nYork\u201c. Allerdings hat der Angreifer \u2013 31 Jahre alt, vier Jahre Studium der\nMedizin- und Wissenschaftskommunikation \u2013 einen deutschen Pass. Also macht, wer\nals deutscher Profi Eishockey spielt, \u201eauch als deutscher Staatsb\u00fcrger\npolitische Statements. Insofern ist die Aufregung um die Aussage zum Thema\nTrump tiefergehend\u201c, dekretiert Vetter. Sportdirektor St\u00e9phane Richer sprach\nmit dem Spieler und legte ihm \u201edeutlich die ethischen Grundwerte der Eisb\u00e4ren\nBerlin und der gesamten Anschutz Entertainment Group\u201c dar, berichtet Vetter.\nZengerle entschuldigte sich daraufhin \u00f6ffentlich, er wolle doch nur, dass die\nGewalt in seiner Heimat ein Ende habe und auch der Rassismus. Sein\nTwitter-Account ist nicht mehr frei einsehbar, sein Tweet gel\u00f6scht. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201egern \u00f6fter politisch Stellung beziehen\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das\nBefremdende daran ist: Autor Vetter kritisiert\neine freie Meinungs\u00e4u\u00dferung statt, wie es Journalisten fr\u00fcher taten, diese zu verteidigen.\n\u201eEs ist nicht verboten, Trump und damit seine oft widersinnigen Aussagen zu\nm\u00f6gen\u201c, muss Vetter zwar erneut zugeben. \u201eAber ein Profi hat auch eine soziale\nVerantwortung, das d\u00fcrfte Mark Zengerle nun wom\u00f6glich gelernt haben. Dazu\ngeh\u00f6rt, dass sein Arbeitgeber ethische Grunds\u00e4tze hat, die offensichtlich\ntiefer gehen als die des US-Pr\u00e4sidenten.\u201c Das ist kein Witz. Nicht nur, dass es\nmehr als bedenklich ist, wenn jemand von seinem Arbeitgeber gen\u00f6tigt wird,\nseine von jeder Meinungsfreiheit gedeckte Stellungnahme zu revidieren. Man\nstelle sich einfach nur vor, ein Fu\u00dfballer w\u00fcrde sich pro Trump aussprechen \u2013\nw\u00fcrde der DFB hier auch auf Strafverfolgung verzichten? \u201eSpitzenfussballer\nd\u00fcrfen gern \u00f6fter politisch Stellung beziehen\u201c, hei\u00dft es in derselben (!)\nZeitung. Gilt das f\u00fcr JEDE Stellungnahme? Das simple Weltbild, das nicht nur\nhier aufscheint, lautet \u201eWer gegen Antifaschismus ist, muss wohl ein Faschist\nsein\u201c. Das ist eine unertr\u00e4gliche Enthistorisierung. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Spitze getrieben wurde die in der <em>Welt<\/em> von Deniz Y\u00fccel, der einst Tilo Sarrazin w\u00fcnschte, dass der n\u00e4chste Schlaganfall sein Werk gr\u00fcndlicher verrichten m\u00f6ge. Er entbl\u00f6dete sich nicht zu behaupten \u201eHistorisch hat sich die Mitte, von Ausnahmen abgesehen, eher mit dem Faschismus arrangiert, anstatt diesen zu bek\u00e4mpfen\u201c, und kommt prompt zu dem Schluss \u201eErtr\u00e4glicher ist es dort, wo es eine Antifa gibt; zivilisiert, wo sie die Oberhand hat\u201c. Entsprechend bedeutet Antifa im Kern \u201eZivilgesellschaft\u201c, f\u00fcr ihn \u201eSelbsthilfe: nicht darauf warten, dass der Staat die Probleme beseitigt, sondern selber handeln. Dass diese Selbsterm\u00e4chtigung bei manchen Antifas \u00fcber die Selbstverteidigung hinaus bis zur offensiven Gewaltanwendung reicht, ist problematisch, macht aber nicht den Kern der Antifa aus\u201c. Fazit: \u201eAntifaschismus ist kein Fall f\u00fcr die Polizei, sondern demokratische Selbstverst\u00e4ndlichkeit.\u201c Das d\u00fcrfte die Polizei mindestens in Berlin anders sehen, wo die ethnokriegerische Gewalt inzwischen angekommen ist: Ein Mob von bis zu 300 Menschen zog am ersten Junifreitag nachts durch Neuk\u00f6lln, warf mit Pflastersteinen mehrere Fensterscheiben von Ladengesch\u00e4ften ein, attackierte eine Bank, ein Job-Center sowie mehrere Autos und z\u00fcndete Pyrotechnik. In einem Bekennerschreiben auf Indymedia hie\u00df es \u201eWir haben Hass auf das System\u201c und \u201eGeorge Floyd \u2013 das war Mord! Widerstand an jedem Ort!\u201c Ertr\u00e4glich? Zivilisiert? <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Chauvin-10-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5015\"\/><figcaption>Randale in Neuk\u00f6lln. Quelle:  <a href=\"https:\/\/berliner-zeitung.imgix.net\/2020\/6\/6\/bd45a106-6160-4a16-9f11-e6f9ea1f4edb.jpeg?rect=0%2C94%2C1800%2C1012&amp;w=1024&amp;auto=format\">https:\/\/berliner-zeitung.imgix.net\/2020\/6\/6\/bd45a106-6160-4a16-9f11-e6f9ea1f4edb.jpeg?rect=0%2C94%2C1800%2C1012&amp;w=1024&amp;auto=format<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eDer\nMob tobte in Neuk\u00f6lln und verw\u00fcstet ganze Stra\u00dfenz\u00fcge. Wo bleibt der Aufschrei\nder Zivilgesellschaft bzw. die Reaktion des Senats? Seit Jahren werden\nkriminelle Aktionen der Antifa und ihrer Sympathisanten verschwiegen,\nrelativiert oder positiv bewertet. Linke Gewalt, die f\u00fcr eine vermeintlich gute\nSache ist, wird ja immer moralisch legitimiert. Uns\u00e4glich!\u201c twittert der\nBerliner Chef der Polizeigewerkschaft, Bodo Pfalzgraf. Ex-SPD-Vize Ralf Stegner\ntwitterte noch Stunden zuvor \u201eDas anst\u00e4ndige Amerika wehrt sich gegen den offen\nzutage tretenden Rassismus und die Polizeigewalt.\u201c Ein Follower entgegnete \u201eDas\nanst\u00e4ndige Amerika zieht nicht pl\u00fcndernd und brandschatzend durch die St\u00e4dte.\nUnd ein anst\u00e4ndiger Politiker solidarisiert sich auch nicht damit.\u201c Zu Neuk\u00f6lln\nschwieg Stegner selbstredend. Pikant daran: erst 48 Stunden zuvor hatte der\nBerliner Senat die Polizei unter Generalverdacht gestellt und im sogenannten Antidiskriminierungsgesetz\neine Beweislastumkehr bei angeblicher Diskriminierung festgeschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nBruder des get\u00f6teten Floyd wurde \u00fcbrigens von Trump und dessen Gegenkandidat Joe\nBiden angerufen. \u201eDer Pr\u00e4sident nahm sich ganze zwei Minuten Zeit f\u00fcr ihn\u201c,\nklagte Nicolas B\u00fcchse im <em>Stern<\/em> \u2013 die f\u00fcr\nviele Beobachter nachvollziehbare These, der ganze faule politmediale Zauber richte\nsich gar nicht gegen Rassismus, sondern gegen Trump, \u00e4u\u00dferte hier bereits\nHelmut Roewer. Dass aber Angela Merkel (CDU) oder Frank-Walter Steinmeier (SPD)\nbei den Angeh\u00f6rigen der Terroropfer von Anis Amry, den Eltern der erstochenen\nMia aus Kandel oder gar der wei\u00dfen Mutter des Achtj\u00e4hrigen, den ein schwarzer\nEritreer Ende Juli 2019 im Frankfurter Hauptbahnhof vor einen einfahrenden ICE\ngesto\u00dfen hatte, \u00fcberhaupt anriefen, ist nicht \u00fcberliefert. Im Gegenteil: die\nProteste von B\u00fcrgern bspw. in Kandel wurden kriminalisiert. Von Aktivisten, die\n\u201eversuchen, den b\u00fcrgerlichen Zusammenhalt zu zerst\u00f6ren\u201c, sprach in der <em>Welt<\/em> Alexander Schweitzer, Landtags-Fraktionschef\nder rheinland-pf\u00e4lzischen SPD, die gar Gegendemonstranten ankarrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese ideologisch motivierte Ungleichbehandlung ist schon f\u00fcr sich verst\u00f6rend. Noch viel verst\u00f6render ist, dass sie niemandem (mehr \u00f6ffentlich) auff\u00e4llt. Und am verst\u00f6rendsten ist, dass s\u00e4mtliche deutsche Medien die Trauerfeiern in den USA f\u00fcr den in einem vergoldeten Sarg begrabenen Vorbestraften \u2013 und es gab deren drei! \u2013 in unertr\u00e4glicher Weise affirmierten. \u201eEin marxistisches System erkennt man daran, dass es die Kriminellen verschont und den politischen Gegner kriminalisiert\u201c, erkannte Alexander Solschenizyn. Dar\u00fcber darf man wirklich nicht mehr nachdenken, will man noch halbwegs gesund dieses System \u00fcberstehen \u2013 einerlei, ob man es nun marxistisch oder wie auch immer nennen mag.<\/p>\n\n\n\n<figure><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D5000&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowtransparency=\"true\"><\/iframe><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Gefolge der Protestgewalt gegen den Polizeitod eines Schwarzen wollte Trump die Antifa verbieten. 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