{"id":5130,"date":"2020-08-26T07:06:09","date_gmt":"2020-08-26T06:06:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5130"},"modified":"2020-07-30T15:06:29","modified_gmt":"2020-07-30T14:06:29","slug":"dinge-tun-die-ich-nicht-tun-soll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5130","title":{"rendered":"\u201eDinge tun, die ich nicht tun soll\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Es gibt Medienikonen, die trotz unbekannter Personen wirken, etwa Jewgeni\nChaldejs Schnappschuss der gerade durch Sowjetsoldaten gehissten Flagge auf dem\nBerliner Reichstag. Es gibt nat\u00fcrlich auch Medienikonen, die wegen bekannter\nPersonen wirken, wie Sam Shaws Standfotografie Marilyn Monroes aus den\nDreharbeiten zu \u201eDas verflixte siebte Jahr\u201c, auf der ihr wei\u00dfes Kleid durch den\nLuftzug eines U-Bahn-Schachts angehoben wird. Und es gibt Medienikonen, die\nallein wegen ihres verfremdeten Motivs wirken. Der nackte Frauenr\u00fccken seiner\nGeliebten Kiki von Montparnasse mit zwei Cello\u00f6ffnungen von 1924, \u201eLe violon d\u2018Ingres\u201c, das als wohl\nbekanntestes Surrealistenfoto gilt, geh\u00f6rt zu dieser Gruppe. Sein Sch\u00f6pfer, Man\nRay, kam am 27. August 1890 in Philadelphia als erstes von vier Kindern russisch-j\u00fcdischer Eltern als Emmanuel\nRudnitzky zur Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Familie wird ihren Namen sp\u00e4ter zu Ray amerikanisieren; zu seinen Wurzeln blieb Ray zeitlebens einsilbig. Sein Vater Melech (Max) Rudnitzky arbeitete zu Hause als Schneider, alle Kinder wurden streng er- und schon fr\u00fch in die Arbeit mit einbezogen, lernten n\u00e4hen, sticken und das Zusammenf\u00fcgen unterschiedlichster Stoffe in Patchwork-Technik. Diese Erfahrung des spielerischen Umgangs mit verschiedenen Materialien sollte sich sp\u00e4ter in Rays Werk widerspiegeln, daneben zitierte er gern Utensilien aus dem Schneiderhandwerk wie Beispiel Nadeln oder Garnspulen in seiner Bildsprache. Er galt von Anbeginn als kreativ und eigensinnig.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/man_ray.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5131\"\/><figcaption>Man Ray. Quelle:  <a href=\"https:\/\/www.cassina.com\/de\/designer\/man-ray\">https:\/\/www.cassina.com\/de\/designer\/man-ray<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach einem Umzug 1897 nach Williamsburg begann er erste Buntstiftzeichnungen\nanzufertigen, was von den Eltern nicht f\u00fcr gut befunden wurde. Prompt musste er\nseine k\u00fcnstlerischen Neigungen lange geheim halten: \u201eIch werde von nun an die\nDinge tun, die ich nicht tun soll\u201c wurde sein fr\u00fcher Leitsatz, dem er\nlebenslang folgen sollte. Im h\u00f6heren Schulalter belegte er Kurse in Kunst und\nTechnischem Zeichnen \u2013 und dazu, so eine sp\u00e4te Beichte des K\u00fcnstlers, klaute\nder junge Besessene wie ein Rabe von \u00d6lfarben bis hin zu farbiger Tinte alles,\nwas ihm in die Finger fiel. Nach dem Abschluss der High-School lehnte er ein\nArchitekturstipendium ab und versuchte sich, eher unbefriedigend, in Portr\u00e4t-\nund Landschaftsmalereien. 1908 schrieb er sich an der National Academy of\nDesign und der Art Students League in Manhattan, New York, ein. Doch der\ndidaktisch konservative, zeitintensive und erm\u00fcdende Unterricht war nichts f\u00fcr\nden ungeduldigen Studenten. Auf Anraten seiner Lehrer gab er das Studium\nalsbald auf und versuchte selbstst\u00e4ndig zu arbeiten, so in einer Werbefirma.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Avantgarde\nim Zeitraffer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1910 malte Ray Portr\u00e4ts von Freunden und Verwandten in seinem Atelier im Wohnhaus seiner Eltern. Zwei Jahre sp\u00e4ter schrieb er sich an der liberal-anarchistischen Modern School of New Yorks Ferrer Center ein und belegte Abendkurse. Erstmals f\u00fchlte er sich in seinem freien und spontanen Arbeiten unterst\u00fctzt. Tags\u00fcber arbeitete er als Kalligraf und Landkartenzeichner f\u00fcr einen Verlag in Manhattan. Laut vieler Biographen habe er die europ\u00e4ische Avantgarde im Zeitraffer durchlaufen: Beginnend mit den Impressionisten, gelangte er bald zu expressiven Landschaften, die einem Kandinsky \u00e4hnelten, um schlie\u00dflich zu einer eigenen futuristisch-kubistischen Figuration zu finden, die er abgewandelt sein Leben lang beibehielt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"783\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/man_ray-783x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5134\"\/><figcaption>Rays ber\u00fchmtestes Werk. Quelle:  <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/figure\/Le-Violin-dIngres-Ingress-Violin-by-Man-Ray-He-mentions-few-more-examples-such-as_fig17_307606894\">https:\/\/www.researchgate.net\/figure\/Le-Violin-dIngres-Ingress-Violin-by-Man-Ray-He-mentions-few-more-examples-such-as_fig17_307606894<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1913 verlie\u00df er sein Elternhaus und zog in eine K\u00fcnstlerkolonie in\nRidgefield, New Jersey, wo er mehr als zwei Jahre lebte. Hier begegnete er der\nbelgischen Dichterin Adon Lacroix, die seine erste Frau werden sollte und mit\nder er gemeinsame Buchprojekte startete. Ein Galerist verkaufte ein Bild f\u00fcr\n150 $ an einen Sammler &#8211; der erste Erfolg Man Rays als K\u00fcnstler. 1915 erwarb er\neinen Fotoapparat, nutzt das fotografische Bild zun\u00e4chst aber nur zu\nReproduktionszwecken und als Inspirationsquelle. Im selben Jahr wurde er mit\nden Konzeptkunstpionieren Marcel Duchamp und Francis Picabia bekannt und hatte\nseine erste Einzelausstellung.<\/p>\n\n\n\n<p>Er experimentierte mit Aerographie, einer Airbrushtechnik, trennte sich\nvon Adon Lacroix, gr\u00fcndete die erste modernistische K\u00fcnstlervereinigung der USA\nund entdeckte zunehmend das k\u00fcnstlerische Potential des Fotoapparats, auch des\nFilms. Bei der Arbeit in der Dunkelkammer experimentierte Man Ray erstmals mit\nFotogrammen, bei denen Objekte auf lichtempfindlichen Materialien wie Film oder\nFotopapier direkt im Kontaktverfahren belichtet werden. Er nennt die Technik\nRayographie und produziert sie in der Folgezeit wie am Flie\u00dfband: Fast die\nH\u00e4lfte seines gesamten \u0152uvres an Rayographien beziehungsweise \u201eRayogrammen\u201c\nentstand in den ersten drei Jahren nach der Entdeckung seiner \u201eErfindung\u201c.\nBereits Anfang 1922 hatte er alle technischen M\u00f6glichkeiten der damaligen Zeit\nam Fotogramm ausprobiert. Er legt sich in seiner gesamten K\u00fcnstlerlaufbahn nie\nauf ein bestimmtes Medium fest: \u201eIch fotografiere, was ich nicht malen m\u00f6chte,\nund ich male, was ich nicht fotografieren kann\u201c, sagte er einmal.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201enicht\nl\u00e4nger auf Anerkennung warten\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Sommer 1921 trifft er, endlich, in seiner \u201eStadt der Sehnsucht\u201c Paris ein, wo er bis 1940 leben wird. Hier lernte er die Gruppe von Literaten um Andr\u00e9 Breton und Paul Eluard kennen, die 1924 den Surrealismus aus der Taufe hob \u2013 und sich dabei u.a. auf sein Werk berief. Durch seine fotografischen Portr\u00e4ts der Pariser Avantgarde der zwanziger und drei\u00dfiger Jahre macht er sich rasch einen Namen: \u201eum dazuzugeh\u00f6ren, brauchte man ein Foto von Man Ray\u201c, wei\u00df der Sammler Marconi im <em>Spiegel<\/em> zu berichten. Doch der erhoffte finanzielle Erfolg blieb aus, und Man Ray fasste einen folgenschweren Entschluss. \u201eMeine ganze Aufmerksamkeit\u201c, schreibt er in seiner Autobiographie, \u201erichtete ich jetzt darauf, mich als Berufsfotograf zu etablieren, ein Studio zu finden und es einzurichten, um effektiver arbeiten zu k\u00f6nnen. Ich wollte Geld verdienen \u2013 nicht l\u00e4nger auf eine Anerkennung warten, die sich vielleicht nie einstellen w\u00fcrde.\u201c <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"480\" height=\"624\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/man_ray2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5135\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/man_ray2.jpg 480w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/man_ray2-231x300.jpg 231w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><figcaption>Das Casati-Bild. Quelle:  <a href=\"https:\/\/static.geo.de\/bilder\/60\/95\/15686\/colorbox_image\/465509b2eadfbaf751b13e1b1a567a43.jpg\">https:\/\/static.geo.de\/bilder\/60\/95\/15686\/colorbox_image\/465509b2eadfbaf751b13e1b1a567a43.jpg<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Anerkennung als Fotograf aber erfuhr er fast augenblicklich. Er\nrevolutionierte mit seinen Aufnahmen die \u00c4sthetik der Fotografie \u2013 und schrieb\nGeschichte. Ab 1930 machte er regelm\u00e4\u00dfig Modeaufnahmen f\u00fcr <em>Vogue<\/em> und <em>Harper\u2019s Bazaar<\/em>\nund konzentrierte sich auf surreal-traumhafte Arrangements in statisch-k\u00fchlem\nStudioambiente, die er mit experimentellen Techniken mischte: so arbeitete er oft\nmit Spiegelungen und Doppelbelichtungen. \u201eDie Bilder, die heute l\u00e4ngst\nKlassiker der Moderne sind, trieben damals manchem Kunstkritiker die R\u00f6te ins\nGesicht, sie waren ihrer Zeit weit voraus und nicht jeder begriff, welches\nDarstellungspotential in der Fotografie verborgen lag\u201c, befand Stephan Reisner\nauf dem Online-Portal <em>lumas<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Reichen und Sch\u00f6nen rissen sich darum, von Man Ray abgelichtet\nzu werden &#8211; und waren selbst dann noch begeistert, wenn die Aufnahmen v\u00f6llig in\ndie Hose gingen. Das verhunzte Foto der schrillen Marquise Casati &#8211; unscharf\nund verwackelt bis zur Unkenntlichkeit &#8211; zeigte drei Paar Augen untereinander\nund sollte sofort nach der Entwicklung in den Papierkorb. Aber die betuchte\nExzentrikerin bettelte um einen Abzug und war \u00fcberw\u00e4ltigt. Nichts Geringeres\nals ein \u201ePortr\u00e4t ihrer Seele\u201c habe der gro\u00dfe Meister geschaffen, schmachtete\nsie ergriffen. Mit diesem historischen Sto\u00dfseufzer verhalf sie Man Ray zu einer\nsteilen Karriere als Portr\u00e4tist der feinen Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende der 20er Jahre probiert er sich auch als Filmregisseur aus, doch seine\nartifiziellen Premieren, obwohl durch US-M\u00e4zene gef\u00f6rdert, floppen. Sein Ruhm war\ndennoch so gro\u00df, dass die 22-j\u00e4hrige Amerikanerin Lee Miller sich bei dem\nK\u00fcnstler meldete, um dessen Assistentin zu werden. Die beiden perfektionierten\ngemeinsam Man Rays Technik der Solarisation &#8211; eine Verfremdung des\nfotografischen Bildes durch starke \u00dcberbelichtung &#8211; und wurden ein Liebespaar.\nMiller setzte gegen\u00fcber dem \u00e4lteren K\u00fcnstler ihre pers\u00f6nliche und k\u00fcnstlerische\nUnabh\u00e4ngigkeit durch, was nach drei Jahren in der Trennung endete. In dieser\nPhase wandte sich Man Ray den Theorien des Marquis de Sade zu, seine Werke\nwerden deutlich erotischer, ja pornographischer. Kolportiert wird bis heute,\ndass ihn die sexuell unabh\u00e4ngige, intelligente und sehr kreative Miller zu\neiner merkw\u00fcrdig obsessiv-destruktiven Liebesbeziehung verleitete, die er nicht\nmehr kontrollieren konnte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eunbek\u00fcmmert,\naber nicht gleichg\u00fcltig\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1940 flieht er zur\u00fcck in die USA, zum einen vor dem heraufziehenden Krieg, zum anderen vor dem Trend der schnelllebigen realistischen Schnappschuss-Fotografie, wie ihn der aufkommenden moderne Fotojournalismus mit seinen innovativen Fotografen wie Henri Cartier-Bresson oder Robert Capa in seiner politischen Emotionalit\u00e4t verk\u00f6rperten. Er lie\u00df nicht nur seine Freunde und seinen Status als K\u00fcnstler in Paris zur\u00fcck, sondern auch seine wichtigsten Werke der letzten zwanzig Jahre: Fotografien, Negative, Objekte und zahlreiche Gem\u00e4lde. Die meisten Arbeiten hatte er wohl bei Freunden versteckt, dennoch sind zahlreiche Arbeiten im Krieg zerst\u00f6rt worden oder verschollen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"474\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/man_ray-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5136\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/man_ray-1.jpg 474w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/man_ray-1-222x300.jpg 222w\" sizes=\"(max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><figcaption>&#8222;The long hair&#8220;. Quelle:  <a href=\"https:\/\/www.pinterest.de\/pin\/831336412444414230\/\">https:\/\/www.pinterest.de\/pin\/831336412444414230\/<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1941 wurde er in Los Angeles sesshaft. Wenn er auch als Maler re\u00fcssieren\nwollte, so arbeitete er doch als Berater f\u00fcr Hollywood-Studios und als\nPortr\u00e4tfotograf. Seine umfangreichste Ausstellung, die am 13. Dezember 1948 mit\nzahlreichen internationalen K\u00fcnstlern, Schriftstellern und Filmemachern\ner\u00f6ffnet wurde, war ein gro\u00dfes Ereignis und erinnerte noch einmal an die\n\u201eguten\u201c Pariser Jahre. Die Ausstellung war zugleich H\u00f6hepunkt und Abschluss\nseines Schaffens in Los Angeles. Ungeachtet des respektablen Erfolgs an der\nWestk\u00fcste empfand Man Ray die Resonanz des Publikums in den USA als zu gering,\nund so kehrte er gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau, Juliet Browner, die der\n1946 geheiratet hatte, 1951 nach Paris zur\u00fcck und bezog eine Studiowohnung in\nder Rue F\u00e9rou, die er bis zu seinem Lebensende bewohnte und in der er seine\nWerke mannigfach kuratierte, ohne Neues zu schaffen. <\/p>\n\n\n\n<p>1960 war er auf der Photokina in K\u00f6ln vertreten; auf der Biennale von\nVenedig erhielt er 1961 die Goldmedaille f\u00fcr Fotografie. 1963 legte Man Ray in\nLondon seine Autobiografie \u201eSelf-Portrait\u201c vor. Er starb am 18. November 1976\nin Paris und wurde auf dem Cimeti\u00e8re Montparnasse beigesetzt. Die Inschrift\nseines Grabsteins lautet: \u201eunconcerned, but not indifferent\u201d (unbek\u00fcmmert, aber\nnicht gleichg\u00fcltig). Seine Frau Juliet k\u00fcmmerte sich bis zu ihrem Tod 1991 um\nden Nachlass von Man Ray, spendete zahlreiche seiner Arbeiten an Museen und\ngr\u00fcndete die Stiftung \u201eMan Ray Trust\u201c, die eine gro\u00dfe Sammlung von\nOriginalarbeiten besitzt und die Urheberrechte des K\u00fcnstlers h\u00e4lt. Sie wurde\nneben Man Ray beigesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eaggressiver\nCharme\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00fcnstler z\u00e4hlt bis heute zu den bedeutendsten Vertretern des Dadaismus und Surrealismus, wird aber aufgrund der Vielschichtigkeit seines Werkes allgemein der Moderne zugeordnet und gilt als wichtiger Impulsgeber f\u00fcr die moderne Fotografie und Filmgeschichte bis hin zum Experimentalfilm. Seine zahlreichen Portr\u00e4tfotografien zeitgen\u00f6ssischer K\u00fcnstler dokumentieren die Hochphase des kulturellen Lebens im Paris der 1920er Jahre. \u201eGepr\u00e4gt von dem unbedingten Willen, die Motive zu verr\u00e4tseln und die Welt in die Sph\u00e4re des Traums zu heben\u201c, strebe er zumindest f\u00fcr sein k\u00fcnstlerisches \u0152uvre nach Fotografien, \u201edie nicht wie Fotografien aussehen\u201c, so Freddy Langer in der <em>FAZ<\/em> und erkennt einen \u201eradikalen Ausdruck aggressiven Charmes\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/man_ray-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5137\"\/><figcaption>Rayographie. Quelle:  <a href=\"https:\/\/www.ebay.de\/itm\/Rayograph-XVIII-1923-MAN-RAY-Vintage-Photography-Dada-Surrealism-Poster-\/292932958389\">https:\/\/www.ebay.de\/itm\/Rayograph-XVIII-1923-MAN-RAY-Vintage-Photography-Dada-Surrealism-Poster-\/292932958389<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Er sei \u201eein Getriebener, ein ewiger Pendler zwischen den Kunst- und Lebenswelten, der sich immer wieder neu erfinden musste\u201c, meint Bettina Pieper in der <em>J\u00fcdischen Allgemeinen<\/em>. \u201e\u00c4u\u00dferliche Unruhe und Zerrissenheit spiegeln sich wider in den Br\u00fcchen seiner k\u00fcnstlerischen Arbeit. Die Beachtung, die Man Ray zu Lebzeiten als Auftragsfotograf entgegengebracht wurde, fand er als K\u00fcnstler erst lange nach seinem Tod.\u201c \u201eMan Rays gr\u00f6\u00dftes Anliegen und das was, ihn seine ganze Laufbahn hindurch besch\u00e4ftigte, war sein Wunsch, die Grenzen zwischen den Medien aufzuheben\u201c, bilanzierte Merry Foresta 1988. Er hat allein \u00fcber zw\u00f6lftausend Negative hinterlassen, die noch lange nicht aufgearbeitet sind. In Deutschland wird er regelm\u00e4\u00dfig ausgestellt. Die j\u00fcngste Einzelschau hatte im Fr\u00fchjahr die Stiftung Saarl\u00e4ndischer Kulturbesitz ausgerichtet, daneben war er in D\u00fcsseldorf und Chemnitz zu sehen. <\/p>\n\n\n\n<iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D5130&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\"scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Dadaist und gefragte Modefotograf schuf das bekannteste Surrealistenfoto und er-fand mit der Rayographie eine neue Kunstform: Man Ray. 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