{"id":5161,"date":"2020-09-12T06:32:25","date_gmt":"2020-09-12T05:32:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5161"},"modified":"2020-07-31T11:32:46","modified_gmt":"2020-07-31T10:32:46","slug":"euer-rolf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5161","title":{"rendered":"\u201eEuer Rolf\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>75 Pfennig f\u00fcr \u201eMicky Maus\u201c &#8211; oder nur 60 Pfennig f\u00fcr \u201eFix und Foxi\u201c?\nSeit Ende der 1950er Jahre standen bundesdeutsche Kinder vor dem Kiosk und\nmussten sich entscheiden, wof\u00fcr sie ihr Taschengeld ausgaben. Der Mann, der als\n\u201edeutscher Walt Disney\u201c den amerikanischen Comics mit Figuren Konkurrenz\nmachte, von denen er nie auch nur eine einzige gezeichnet hatte, wird in seinem\nLeben eine erstaunliche Metamorphose vollziehen &#8211; vom s\u00e4chsischen\nDrogeriegehilfen \u00fcber den bayrischen Verleger hin zum amerikanischen Forstwirt:\nRolf Kauka. Nur Wochen nach der Er\u00f6ffnung des \u201eFix &amp; Foxi Abenteuerlands\u201c\nim \u201eRavensburger Spieleland\u201c, war er am 13. September 2000 gestorben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden namensgebenden Hauptfiguren sind F\u00fcchse, Zwillingsbr\u00fcder, aufgeschlossen, engagiert und sozial eingestellt und sollen den jungen Lesern als vorbildhafte Identifikationsfiguren dienen. Um die kleinen F\u00fcchse herum entstand ein Universum, das wie eine Neuauflage der Disney-Welt wirkt: Aus Entenhausen wird Fuxholzen im Landkreis Gr\u00fcnwald im Staat Kaukasien &#8211; vermutlich eine Anspielung auf Kauka &#8211; Daniel D\u00fcsentrieb mutiert zu Professor Knox und der zun\u00e4chst b\u00f6sartige Lupo verwandelt sich in eine Art Goofy in Latzhosen. \u201eDie Welt ist ganz \u00e4hnlich aufgebaut. Nur seine Typen sind viel flacher und eindimensionaler als die Disney-Figuren\u201c, erkl\u00e4rt Comic-Experte Bernd Dolle-Weinkauf vom Institut f\u00fcr Jugendbuchforschung an der Universit\u00e4t Frankfurt im <em>WDR<\/em>. 750 Millionen Hefte wird Kauka verkaufen \u2013 zeitweise mit einer w\u00f6chentlichen Auflage von \u00fcber 400.000 St\u00fcck. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"419\" height=\"558\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5164\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka.jpg 419w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 419px) 100vw, 419px\" \/><figcaption>Rolf Kauka. Quelle:  <a href=\"https:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/land-und-leute\/fix-und-foxi-zwack100.html\">https:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/land-und-leute\/fix-und-foxi-zwack100.html<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Als er am 9. April 1917 als Sohn eines Hufschmieds in Markranst\u00e4dt\ns\u00fcdlich von Leipzig geboren wird, war dieser Erfolg nicht abzusehen: Kauka absolvierte\nzwar die \u00f6rtliche Volksschule, verlie\u00df die Realschule in Leipzig aber vorzeitig\nund blieb nach seiner Ausbildung noch zwei Jahre in einer Markranst\u00e4dter Drogerie,\nehe er aus eigenem Entschluss k\u00fcndigte. Zwischen 1936 und 1938 verliert sich\nseine Spur: Es sind einige Cartoons f\u00fcr die <em>Leipziger\nNeuesten Nachrichten<\/em> und das <em>Wei\u00dfenfelser\nTageblatt<\/em> mit seiner Signatur bekannt, seiner sp\u00e4teren Selbstauskunft, er\nhabe ein Gymnasium besucht und vier Semester Betriebswirtschaft studiert, ist\nzweifelhaft. 1938 leistete er den Reichsarbeitsdienst ab und wurde anschlie\u00dfend\nzum Wehrdienst eingezogen. Als \u201ePresse-Zeichner\u201c bewarb er sich dann bei der\nWehrmacht als Berufsoffizier. Im Krieg nahm er am Westfeldzug teil und wurde an\nder Ostfront eingesetzt. 1943 heiratete er die angehende \u00c4rztin Erika Bahre und\nbekam mit ihr drei T\u00f6chter. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201esehr\nbew\u00e4hrte deutsche Kultur\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als mehrfach dekorierter Oberleutnant eines Flakregiments setzte er sich bereits\neinige Wochen vor der endg\u00fcltigen Kapitulation zu seiner Familie nach Prien am\nChiemsee ab. Insgesamt wird er viermal heiraten und mit seiner zweiten Frau\nnochmals zwei Kinder haben, darunter seinen einzigen Sohn. 1947 gr\u00fcndet er den Kauka-Verlag\nPrien und verlegt einen \u201eLeitfaden f\u00fcr Polizeibeamte\u201c \u2013 f\u00fcr einige Jahre die\neinzige Publikation. Er findet eine Anstellung im neuen \u201eVerlag der Zw\u00f6lf\u201c\nM\u00fcnchen und gr\u00fcndet mit dem Schriftsteller und Verleger Harry Schulze-Wilde\n1948 die \u201eM\u00fcnchener Verlagsbuchhandlung Harry Schulze-Wilde &amp; Co.\u201c. Dabei\nfirmierte er als \u201eDr. Rudolf Kauka\u201c \u2013 den Doktortitel entlehnte er offenbar von\nseiner frisch promovierten ersten Ehefrau.<\/p>\n\n\n\n<p>1949 wird die Firma mit dem Zusatz \u201eRudolf Kauka OHG\u201c fortgef\u00fchrt. Verlegt wird zum einen juristische Fachliteratur, zum anderen Unterhaltung in Form von Romanheften und Magazinen. Kauka experimentiert mit Themen und Formaten, manche Magazine erleben nur wenige Ausgaben. Die \u00fcberformatige Illustrierte <em>ER \u2013 die Zeitschrift f\u00fcr den Herrn<\/em> geh\u00f6rt zu den ersten aus dem Kauka Verlag, der offiziell erst jetzt im Handelsregister eingetragen wird. Ende 1952 ver\u00f6ffentlicht Kauka die Jugendzeitschrift <em>Colombo<\/em>, die sich vorwiegend Erz\u00e4hlungen und Reportagen aus aller Welt widmete, aber auch einen ersten Kurzcomic enthielt: einen Pantomimenstrip mit einem Strichm\u00e4nnchen namens Dagobert, der vom M\u00fcnchener Kunstmaler und Illustrator Dorul van der Heide beigesteuert wurde. Als parallel dazu die ersten US-amerikanischen Comics den westdeutschen Markt eroberten, erkannte Kauka die Marktl\u00fccke \u2013 und die Chancen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"300\" height=\"444\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5165\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka-1.jpg 300w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka-1-203x300.jpg 203w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Titel des Eulenspiegel. Quelle:  <a href=\"http:\/\/www.kaukapedia.com\/index.php?title=Eulenspiegel_mit_Fix_und_Foxi_6\">http:\/\/www.kaukapedia.com\/index.php?title=Eulenspiegel_mit_Fix_und_Foxi_6<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zuerst griff er auf Figuren der deutschen Literaturgeschichte und\nSagenwelt zur\u00fcck: \u201eSeine Magazine sollten einen edukativen Ansatz verfolgen,\nund so machte er Till Eulenspiegel und M\u00fcnchhausen zu den wichtigsten\nProtagonisten\u201c, erkl\u00e4rt Kulturwissenschaftlerin Linda Schmitz im <em>Tagesspiegel<\/em>. Das best\u00e4tigte Kauka viel\nsp\u00e4ter \u201eIch wollte die guten Seiten des Entertainment nehmen und dazu etwas von\nunserer doch sehr bew\u00e4hrten deutschen Kultur, die manchmal so oberlehrerhaft\nist, aber der Welt sehr viel gegeben hat. \u201d Im Editorial dieser Hefte gr\u00fc\u00dfte er\nv\u00e4terlich \u201eEuer Rolf\u201d. <\/p>\n\n\n\n<p>In der f\u00fcnften Ausgabe von <em>Till\nEulenspiegel<\/em> treten Fuchs und Wolf als Widersacher auf &#8211; damit zitiert\nKauka Goethes Epos \u201eReineke Fuchs\u201c. Schon bald entwickelten sich aus diesen\nanf\u00e4nglichen Nebenfiguren die F\u00fcchse \u201eFix und Foxi\u201c. 1955 wurde das Heft nach\nihnen benannt. Aus dem dummen Wolf wurde die Figur \u201eLupo\u201c, sp\u00e4ter ein\nPublikumsliebling mit eigenem Jugendmagazin. \u201eFix und Foxi verk\u00f6rpern erstmal\njugendliche Figuren. Und bei ihnen geht es immer um diesen Konflikt zwischen\ndem gewitzten Kleineren und dem gro\u00dfen Starken in der Person des b\u00f6sen Wolfs\nLupo\u201c, begr\u00fcndet Schmitz den Erfolg der Serie.<\/p>\n\n\n\n<p>Da es in der jungen Bundesrepublik an geeigneten Comic-Zeichnern mangelte, engagierte Kauka erfahrene Illustratoren aus Jugoslawien, Italien und Spanien. Der Illustrator Walter Neugebauer, sp\u00e4ter auch Zeichner des Haribo-Goldb\u00e4ren, ver\u00e4nderte die zuerst von Dorul van der Heide entworfenen, realistischeren Fuchs-Figuren und verlieh ihnen anthropomorphe Z\u00fcge. Kurz darauf stieg er zum Art Director des Verlags auf. 1958 lie\u00df Walt Disney Rolf Kauka nach Kopenhagen kommen und bot ihm einen lukrativen Vertrag an, um die inzwischen l\u00e4stige Konkurrenz loszuwerden. Kauka lehnte ab.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/dfdfd.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5167\"\/><figcaption>Bewohner von Fuxholzen. Quelle:  <a href=\"https:\/\/taz.de\/Kuratorischer-Fehlschlag\/!5388920\/\">https:\/\/taz.de\/Kuratorischer-Fehlschlag\/!5388920\/<\/a>   <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ab 1964 erschienen in <em>Lupo<\/em> und\nanderen Magazinen franko-belgische Comic-Serien wie \u201ePit und Pikkolo\u201c (Spirou\nund Fantasio), \u201eTim und Struppi\u201c (Tintin), \u201eDie Schl\u00fcmpfe\u201c (Les Schtroumpfs)\noder Lucky Luke, die vornehmlich aus dem belgischen Verlagshaus Dupuis\nstammten. F\u00fcr Streit sorgt nicht nur bei diesen Serien die damals noch g\u00e4ngige\nPraxis, die Geschichten einfach einzudeutschen: Statt einer m\u00f6glichst originalgetreuen\n\u00dcbersetzung erfanden die deutschen Redakteure einen \u201epassenden Text\u201c. &nbsp;Der Streit kulminierte bei \u201eAsterix und\nObelix\u201c, f\u00fcr die Kauka auch die Lizenz erh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Siggi\nstatt Asterix<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So wird in \u201eAsterix und die Goten\u201c (1965) thematisiert, wie die Westgoten\nin Gallien einfallen, den Sieger des j\u00e4hrlichen Druidenwettstreits entf\u00fchren\nund mit seiner Hilfe auf Eroberungszug gehen wollen. Im gotischen Kerker\nschmiedet Wettstreitgewinner Miraculix mit Asterix und Obelix den Plan, einen\nB\u00fcrgerkrieg zu initiieren, damit die Goten f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrhunderte nicht\nmehr auf die Idee verfallen, ihre Nachbarn zu \u00fcberfallen. Die \u201easterixinischen\nKriege\u201c brechen prompt aus, und die drei Gallier kehren unbehelligt in ihr Dorf\nzur\u00fcck, wo man sie schon f\u00fcr tot gehalten hat und ihre Wiederkehr mit der\ntraditionellen Feier unter Sternenhimmel zelebriert.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Episode war die dritte, die Kauka als \u201eSiggi und die Ostgoten\u201c ver\u00f6ffentlicht: nach \u201eSiggi und die goldene Sichel\u201c (\u201eDie goldene Sichel\u201c) und \u201eKampf um Rom\u201c (\u201eAsterix als Gladiator\u201c) sowie noch gefolgt von \u201eSiggi der Unverw\u00fcstliche\u201c (\u201eAsterix der Gallier\u201c, alle 1965-1966). Deutlich wird bereits an den Titeln, dass er die weltweit sicher st\u00e4rkste Umdeutung des Originalcomics vornahm. Denn getreu der zeitgen\u00f6ssischen Manier, importiertes Comic-Material einem vorgestellten deutschen Leserhorizont anzupassen, machen die Texter aus den drolligen Galliern wackere Germanen mit Namen Siggi und Babarras, die im rheinischen \u201eBonnahalla\u201c den Besatzern in \u201eNATOlien\u201c tapfer die Stirn bieten, unterst\u00fctzt von einem \u201eHexenmeister Konradin\u201c in Anspielung auf den ersten Kanzler der jungen Bundesrepublik, Konrad Adenauer, zu dem der Druide Miraculix mutiert war. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"826\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka-2-1024x826.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5169\"\/><figcaption>Siggi-Seite. Quelle:  <a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/comic.highlightzone.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Spider-Man3.jpg\">https:\/\/i0.wp.com\/comic.highlightzone.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Spider-Man3.jpg<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die r\u00f6mischen Feinde reden sich \u00fcbrigens mit \u201eBoys\u201c an und kommen sprachlich\nauch sonst recht angloamerikanisch daher: \u201eYou forget wohl, dass we are the\nwinner\u201c. Die Kritik an der Bonner Republik war \u00fcberdeutlich: Kauka sei\n\u201edeutschnational und stockreaktion\u00e4r\u201c, so Matthias Heine in der <em>Welt<\/em>. Im schwierigen Prozess des sprachlichen\nund kulturellen Transfers einer \u00dcbersetzung des Comics wurde durch\nnationaldeutsche, xenophobe und teilweise antisemitische Interpretationen aus\nder Eindeutschung eine mitunter witzlose Germanisierung. Der geldgierige\nB\u00f6sewicht der Sichelschieberbande sprach mit jiddischem Akzent, und \u00fcber\nBabarras\u2019 Hinkelstein sagt Siggi etwa: \u201eMusst du denn ewig diesen Schuldkomplex\nmit rumschleppen? Germanien braucht deine Kraft wie nie zuvor.\u201c Aus dem\nHinkelstein war eine Auschwitzkeule geworden. <\/p>\n\n\n\n<p>In der verf\u00e4lschenden Kauka-\u00dcbersetzung wurden in Anlehnung an die\ndeutsch-deutsche Teilung auch noch allzu offensichtlich die Westgoten zu\nWestdeutschen und die Ostgoten zu Ostdeutschen umgeschrieben: Sie sprachen mit\ns\u00e4chsischem Dialekt, redeten sich mit \u201eGenosse\u201c an und sprachen in ihren\nSprechblasen mit roter Antiqua. Goscinny und Uderzo hatten sich urspr\u00fcnglich\nf\u00fcr die gotische Schrift, die Fraktur, entschieden, um die Sprache vom\nGallischen und R\u00f6mischen, der Normalschrift Antiqua, abzugrenzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem wurde bei den gotischen Namen aus dem Suffix \u2013ix ein \u2013ik: Cholerik, Holperik, Elektrik, Lyrik, Mickerik, Rhetorik usw. In Anlehnung an die damalige DDR-Nomenklatur hie\u00dfen ihre F\u00fchrer und Agenten aber Hulberick (nach Walter Ulbricht), Stooferick (Willy Stoph) oder Benjaminick (Hilde Benjamin). Das Missionsziel von H\u00e4uptling Hullberick las sich so: \u201eMir ham den besten westgot\u2018schen Druiden zu kaschen und zur\u00fcck ower die Grenze zu bringen, vorschtand\u2018n! Mit seinen Kunstst\u00fcckchen mu\u00df\u2018r uns dann bei der Invasion nach Bonnhalla gegen die Kapitalisten helfen.\u201c <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"449\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5171\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka-3.jpg 449w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka-3-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 449px) 100vw, 449px\" \/><figcaption>Bussi-B\u00e4r. Quelle:  <a href=\"https:\/\/www.booklooker.de\/B%C3%BCcher\/Rolf-Kauka+Bussi-B%C3%A4r-Nr-04-1992\/id\/A02gGN2g01ZZe\">https:\/\/www.booklooker.de\/B%C3%BCcher\/Rolf-Kauka+Bussi-B%C3%A4r-Nr-04-1992\/id\/A02gGN2g01ZZe<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die \u00dcbersetzung f\u00fchrte zu einer politischen Debatte und dazu, dass der\nComic der Bundespr\u00fcfstelle f\u00fcr jugendgef\u00e4hrdende Schriften vorgelegt wurde \u2013\nohne Ergebnis. Schlie\u00dflich wurden auch Uderzo und Goscinny auf die zu\noffensichtliche \u201eGermanisierung\u201c aufmerksam. \u201eWir kauften uns eine Ausgabe, und\ndann ist uns der Himmel wirklich auf den Kopf gefallen\u201c, erinnert sich Uderzo.\nAuf sein und Goscinnys Betreiben k\u00fcndigte der Verlag den Vertrag mit Kauka, der\nseitdem als stockkonservativ gilt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201enobel\noder kleinkariert\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zu Kaukas Hochzeiten erschienen bis zu zw\u00f6lf verschiedene Zeitschriften, darunter\ndas Vorschulheft <em>Bussi B\u00e4r<\/em>, das in\nzehn Sprachen \u00fcbersetzt wurde. Kauka verkaufte seine Comics nicht nur in\nmehreren L\u00e4ndern Europas, sondern auch in Mexiko und Brasilien. Neben Fix und\nFoxi wurden legend\u00e4r das Pauli-Universum aus Maulwurfshausen, das Tom-und-Biberherz-\nsowie das Mischa-im-Weltraum-Universum sowie die Pichelsteiner. Er sagt von\nsich selbst, dass er die Figuren entwerfe und deren Charakter konzipiere.\nGleichzeitig d\u00fcrfe der Leser nicht merken, wenn unterschiedliche Zeichner am\nWerk sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Kauka zieht mit Studio und Familie in ein Schl\u00f6sschen in den vornehmen M\u00fcnchener Vorstadtort Gr\u00fcnwald, wo er wie ein Despot regiert. Sein langj\u00e4hriger Mitarbeiter Peter Wiechmann erinnert sich im <em>WDR<\/em>: \u201eEr war in einem Atemzug nobel oder kleinkariert. Stimmungsumschw\u00fcnge waren an der Tagesordnung. Es war immer ein Wechselbad der Gef\u00fchle, mit ihm zusammen zu arbeiten.\u201c 1966 erwirbt er Gut Eichenhof bei Freising. 1973 verkauft er seine Comic-Fabrik f\u00fcr damals ungeheuerliche 28 Millionen Mark an den Pabel-Moewig-Verlag, war aber klug genug, die Rechte an den beiden Figuren Fix und Foxi zu behalten \u2013 was ihm j\u00e4hrlich eine weitere Million brachte. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5173\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka-4.jpg 500w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka-4-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption>Kaukas Fram in Georgia. Quelle:  <a href=\"https:\/\/www.farmflip.com\/farm\/34967\">https:\/\/www.farmflip.com\/farm\/34967<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter gr\u00fcndete er die Kauka Comic Akademie, eine Schule f\u00fcr\nComic-Autoren. 1982 verkauft er Gut Eichenhof wieder und l\u00e4sst sich nicht\nzuletzt aus Klima- und Gesundheitsgr\u00fcnden mit seiner vierten Ehefrau Alexandra auf\nder 2 000 Hektar gro\u00dfen Chinquapin-Plantation nordwestlich von Thomasville im\nS\u00fcden Georgias nieder. Er bezeichnete sich nun schlicht als Forstwirt: Er\npflanze B\u00e4ume an und verkaufe Holz. Von seinem mediterranen Herrenhaus, auf dem\nseine Comicfigur Lupo als Wetterhahn thronte, fuhr er jeden Tag hinaus zu\nseinem Fluss, dem Pine Creek, um mit gro\u00dfen Fleischbrocken seine Alligatoren zu\nf\u00fcttern, von denen er einen \u201eCaligula\u201d nannte. Kauka verfasste in den 80er\nJahren auch zwei Science-Fiction-Romane, darunter \u201eRoter Samstag\u201c, in dem er\nzum Unmut der Kritik den Dritten Weltkrieg durchspielte.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der 1982 aus dem Kauka Verlag hervorgegangenen Promedia Inc. gr\u00fcndete Kauka eine Verwaltungsgesellschaft f\u00fcr seine Comics und widmete sich fortan der Umsetzung von Fix und Foxi in eine Zeichentrickserie, die erstmals im Februar 2000 im Fernsehen lief, zun\u00e4chst im <em>Ersten<\/em>, sp\u00e4ter im <em>KiKa<\/em>. 1998 wurde Rolf Kauka f\u00fcr sein Werk mit dem Bundesverdienstkreuz gew\u00fcrdigt. Die Kauka Promedia Inc. leitete er bis Ende 1999 selbst und \u00fcbergab dann die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung an Alexandra, in deren Armen er dann auf seiner Plantage starb. Sie versucht bis heute diverse Nach- und Neuauflagen vieler legend\u00e4rer Kauka-Figuren zu initiieren: So hat die magnussoft deutschland GmbH ab 2007 mehrere Computerspiele mit Fix und Foxi auf den Markt gebracht. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"410\" height=\"709\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka-5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5175\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka-5.jpg 410w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/kauka-5-173x300.jpg 173w\" sizes=\"(max-width: 410px) 100vw, 410px\" \/><figcaption>Gr\u00fcnwalder KiTa. Quelle:  <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/fixundfoxicomic\/photos\/a.220632911319342\/541785389204091\/\">https:\/\/www.facebook.com\/fixundfoxicomic\/photos\/a.220632911319342\/541785389204091\/<\/a> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Dennoch: \u201eDer lange Todeskampf von Fix &amp; Foxi ist ein Zeichen f\u00fcr einen Umbruch in der Lesekultur, der sich schon lange angek\u00fcndigt hat. Das Heft um die beiden fr\u00fchpubert\u00e4ren F\u00fcchse lief eigentlich nur in den Sechzigern und Siebziger wirklich gut \u2026 Zuletzt wurden 18.000 gedruckt und l\u00e4ngst nicht komplett abgesetzt\u201c, so Thomas Lindemann in der <em>Welt<\/em>. 2007 verlieh das M\u00fcnchener Comicfestival Rolf Kauka postum den Comicpreis PENG! f\u00fcr sein Lebenswerk, Alexandra nahm den Preis entgegen. Die Gemeinde Gr\u00fcnwald, die lange Zeit Kaukas Wohn- und Verlagssitz war, er\u00f6ffnete 2014 zu seinen Ehren die neue Kinderkrippe \u201eFix und Foxi\u201c auf dem Gel\u00e4nde des Gr\u00fcnwalder Freizeitparks. Im September 2017 erschien bei der Deutschen Post eine Sondermarke mit einem Fix-und-Foxi-Motiv. Die Stra\u00dfe zu seiner Farm in den USA hei\u00dft bis heute Kauka Lane.<\/p>\n\n\n\n<iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D5161&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\"scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fix und Foxi, Tom und Biberherz, die Pichelsteiner\u2026 Millionen Kinder sind mit seinen Figuren aufgewachsen: Rolf Kauka. Der \u201edeutsche Walt Disney\u201c starb vor 20 Jahren.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5161"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5161"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5161\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5176,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5161\/revisions\/5176"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5161"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5161"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5161"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}