{"id":5268,"date":"2020-10-19T06:41:10","date_gmt":"2020-10-19T05:41:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5268"},"modified":"2020-09-30T15:56:53","modified_gmt":"2020-09-30T14:56:53","slug":"kein-bequemer-stuhl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5268","title":{"rendered":"\u201ekein bequemer Stuhl\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Seine Biografie ist bis heute in vielen Teilen ein Verwirrspiel: Hin- und\nhergerissen nicht nur zwischen zwei Frauen, sondern auch zwischen dem\nkatholischen Irland und dem protestantischen England ist seine Lebensgeschichte\nein Abbild der englischen Vorherrschaft und Unterdr\u00fcckung, die immer wieder zu\nwirtschaftlichen und religi\u00f6sen Konflikten f\u00fchrte. Zeitweilig war er, der unter\nIsaac Bickerstaff sowie f\u00fcnf weiteren Pseudonymen schrieb, so wirkm\u00e4chtig, dass\ndie englische Regierung eine Belohnung von 300 Pfund f\u00fcr die Ergreifung des\nunbekannten Verfassers aussetzte. Obwohl jeder wusste, wer der Schreiber war,\nwurde er nicht verraten \u2013 das durchschnittliche Jahreseinkommen eines\nLandarbeiters betrug damals 20 Pfund. Er konnte dem Erzbischof Boulter, der ihn\nder Aufwiegelung des Volkes zieh, ohne \u00dcbertreibung antworten: \u201eIch brauchte\nblo\u00df meinen Finger zu heben, und Sie w\u00fcrden in St\u00fccke gerissen.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Gern erz\u00e4hlte man auch die Geschichte, dass Premierminister Robert Walpone, als er ihn schlie\u00dflich verhaften wollte, von einem klugen Freund gefragt wurde, ob er denn 10.000 Soldaten h\u00e4tte, um den Beamten bei der Befehlsausf\u00fchrung zu begleiten. So wurde vor allem im viktorianischen Zeitalter an seinem bekanntesten Roman so lange herumgek\u00fcrzt und gegl\u00e4ttet, bis man ihn als gem\u00e4\u00dfigtes und h\u00e4ufig illustriertes M\u00e4rchenbuch in Kinderh\u00e4nde geben konnte. Die satirische Abrechnung fiel dieser Abmilderung, besser gesagt dieser Verst\u00fcmmelung zum Opfer; der Originaltext erschien in England erst wieder 1905. Der so entw\u00fcrdigte Autor hie\u00df Jonathan Swift, gilt als bedeutendster irischer Schriftsteller der Aufkl\u00e4rung und starb am 19. Oktober 1745 in Dublin.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"911\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Swift-911x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5271\"\/><figcaption>Swift ca. 1710. Quelle: https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/4\/4b\/Jonathan_Swift_by_Charles_Jervas_detail.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Hier war er auch am 30. November 1667 als Halbwaise zur Welt gekommen \u2013\nsieben Monate nach dem Tod seines gleichnamigen Vaters. Er verbrachte die\nersten f\u00fcnf Jahre mit einem Kinderm\u00e4dchen in England und wuchs nach seiner\nR\u00fcckkehr bei Verwandten auf. Diese kindlichen Erfahren scheinen seinen stolzen\nund st\u00f6rrischen Charakter gepr\u00e4gt zu haben, der anfangs eigensinnig und\nunbeugsam, zum Lebensende dann reizbar, unh\u00f6flich, ja exzentrisch genannt\nwerden wird. 1682 nahm er auf Wunsch eines Onkels in Dublin ein\nTheologiestudium auf, bekam wegen Aufs\u00e4ssigkeit jedoch nur gnadenhalber (\u201eby\nspecial favour\u201c) eine Abschlussurkunde. Es sei eine von Hunger und Dem\u00fctigungen\nbegleitete Universit\u00e4tszeit gewesen, \u201edie ihn verbitterte und seine skeptischen\nAnlagen n\u00e4hrte\u201c, so der Literaturhistoriker Richard W\u00fclker.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zwischen\nzwei Frauen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach seinem Studium fand Swift eine Anstellung als Sekret\u00e4r bei seinem Onkel,\ndem englischen Lord Sir William Temple, einem Diplomaten im Ruhestand, der auf\nseinem Landsitz Moorpark in Surrey lebte. Hier traf er Esther Johnson, die\nuneheliche Tochter Sir Williams\u2019, von ihm in seinen Tageb\u00fcchern Stella genannt.\nMit Unterst\u00fctzung seines Onkels konnte er seine akademische Ausbildung in\nOxford weiterverfolgen und sich mit der englischen Politik vertraut machen.\nNach Zerw\u00fcrfnissen mit seinem Dienstherrn kehrte Swift jedoch nach Irland\nzur\u00fcck und fasste hier den Entschluss, sich in der anglikanischen Kirche zum\nPriester ordinieren zu lassen. 1694 fand er eine Stelle als Dorfpfarrer in\nKilroot, die er jedoch nach einem Jahr bereits wieder aufgab, um nach Moorpark\nzur\u00fcckzukehren: Sir William Temple hatte ihm ein zweites Angebot gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der als \u00e4u\u00dferst ehrgeizig geltende Swift machte sich &#8211; nicht ganz unbegr\u00fcndet &#8211; Hoffnungen auf eine Karriere auf der Insel. Er verkehrte dort in h\u00f6chsten literarischen und politischen Kreisen, war mit Alexander Pope und anderen bekannten Schriftstellern und Geistesgr\u00f6\u00dfen befreundet und engagierte sich politisch zun\u00e4chst f\u00fcr die liberalen Whigs. Swift vollendete hier sein erstes gr\u00f6\u00dferes Werk \u201eA Tale of a Tub\u201c (\u201eM\u00e4rchen von einer Tonne\u201c) und schrieb \u201eThe Battle of the Books\u201c (\u201eDie Schlacht der B\u00fccher\u201c). Der Tod seines G\u00f6nners im Jahr 1699 beendete Swifts gute Stellung. Da er nicht mehr auf eine hohe Position in der Kirche in England hoffen konnte, ging er mit dem Theologen und Philosophen Earl of Berkeley als Hauskaplan nach Dublin zur\u00fcck, wo er 1702 am Trinity College promovierte. Esther Johnson folgte ihm nach und lie\u00df sich im nahegelegenen Trim nieder. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"339\" height=\"537\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Swift-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5272\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Swift-1.jpg 339w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Swift-1-189x300.jpg 189w\" sizes=\"(max-width: 339px) 100vw, 339px\" \/><figcaption>Eine von unz\u00e4hligen Gulliver-Ausgaben. Quelle: https:\/\/pictures.abebooks.com\/BOENSCHEN\/20741798339.jpg  <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Beziehung der beiden wird bis heute gemutma\u00dft. Swift war anfangs\nihr Lehrer und Mentor, als sie acht Jahre alt war und er in den Zwanzigern.\nSp\u00e4ter als Erwachsene pflegten die beiden eine innige, wenn auch mehrdeutige\nBeziehung. Wie mehrdeutig, dar\u00fcber streiten die Biografen. Manche nehmen sogar\nan, dass Swift seine Stella 1716 heimlich heiratete, andere stufen diese\nAnnahme jedoch als Unsinn ein. Weniger Zweifel herrschen dar\u00fcber, dass Swift\nw\u00e4hrend seiner Zeit in England ab ca. 1711 noch eine weitere, nicht weniger\nmehrdeutige Beziehung zu einer Dame namens Esther Vanhomrigh f\u00fchrte, eine\nandere Esther, die er in seinen Texten \u201eVanessa\u201c nannte. <\/p>\n\n\n\n<p>Von den Whigs politisch, aber vor allem pers\u00f6nlich entt\u00e4uscht, war er,\nerneut zur\u00fcck in &nbsp;England, zu den Tories\ngewechselt und gab 1710\/11 die Tory-Wochenzeitung <em>Examiner<\/em> heraus. Die Partei verschafft ihm aber keinen\nBischofssitz, sondern 1713 das Dekanat von St. Patrick in Dublin, das er bis zu\nseinem Tode innehatte. Sein Amt in der \u201eirischen Provinz\u201c habe er gereizt angetreten,\n\u201eund es mag ihm nicht unlieb gewesen sein, dass die Behandlung Irlands durch\nEngland ihm die Gelegenheit bot, gleichzeitig f\u00fcr das ungl\u00fcckliche Land einzustehen\nund sich an der Regierung zu r\u00e4chen\u201c, so W\u00fclker. Schuld daran war Swift zu\neinem gro\u00dfen Teil aber selbst, denn mit seinen scharfz\u00fcngigen Satiren \u2013 vor\nallem gegen die Kirche \u2013 verbaute er sich die Bef\u00f6rderung zu einer hohen\ngeistlichen W\u00fcrde. \u00dcber das folgende Jahrzehnt ist wenig bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Swift schien eine Zeitlang die Zuneigung Esther Vanhomrighs f\u00fcr ihn\nerwidert, dann aber die Beziehung beendet zu haben. Ein Drama nahm seinen Lauf,\nnachdem sich Swift endg\u00fcltig nach Irland zur\u00fcckgezogen hatte und Vanessa, die\nsich anscheinend noch immer Hoffnung machte, ihm kurzerhand nachfolgte. Als sie,\njahrelang hingehalten, schlie\u00dflich von seiner anderen Beziehung erfuhr, kam es\nzur Konfrontation. Vermutlich schrieb Vanessa an Stella einen Brief, den diese\nihm verst\u00f6rt zeigte. In seiner aufbrausenden Art galoppierte Swift daraufhin zu\nVanessas Haus, warf ihr einen hasserf\u00fcllten Blick und den zerkn\u00fcllten Brief zu und\nmachte sich von dannen. Kurze Zeit sp\u00e4ter, 1723, starb Vanessa &#8211; an gebrochenem\nHerzen, vermuten viele Biographen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eau\u00dferordentliches\ndemagogisches Talent\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Vanessas Todesjahr protestierte er in den \u201eBriefen des Tuchh\u00e4ndlers W. B. in Dublin\u201c unter der Maske und im volkst\u00fcmlichen Stil eines Kr\u00e4mers gegen die Einf\u00fchrung des neuen Kupfergeldes in Irland, ein \u201eau\u00dferordentliches demagogisches Talent\u201c erkennt W\u00fclker. \u00a0In den n\u00e4chsten Jahren schrieb er das Werk, das ihm sp\u00e4ter zu Weltruhm verhelfen sollte: \u201eGulliver\u02bcs Travels\u201c (\u201eGullivers Reisen\u201c), die 1726 erschienen. Die Idee dazu entstand wahrscheinlich bereits in den Jahren 1715 bis 1720, als sich Swift verbittert aus dem politischen Leben zur\u00fcckgezogen und wenig ver\u00f6ffentlicht hatte. Sie erschienen zun\u00e4chst anonym. Der Erfolg war \u00fcberw\u00e4ltigend und die Erstauflage binnen einer Woche verkauft. Reiseliteratur gab es damals zuhauf, aber Satire in Form eines fiktiven Reiseberichtes war etwas g\u00e4nzlich Neues. Durch detaillierte Einzelheiten, zum Beispiel bei den geografischen und nautischen Angaben, versuchte Swift, dem Leser exakte Wirklichkeitsbeschreibungen vorzugaukeln, wobei ihm die gesellschaftlichen Zust\u00e4nde im England des 18. Jahrhunderts Modell standen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Swift-2-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5273\"\/><figcaption>Zeitgen\u00f6ssische Illustration zu &#8222;a modest proposal&#8220;. Quelle: https:\/\/thefablesoup.wordpress.com\/2016\/02\/24\/a-modest-proposal-why-so-satirical-swift\/<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Vier Schiffsreisen bringen den Schiffsarzt Lemuel Gulliver mit mindestens\nvier unterschiedlichen Gesellschaftsformen zusammen. Seine erste Fahrt f\u00fchrt\nihn nach Liliput ins Land der Zwerge, und von dort geht es weiter nach\nBrobdingnag zu den Riesen. Auf seiner dritten Reise lernt er die fliegende Insel\nLaputa kennen, deren Einwohner nach reinem Wissen streben. Von hier reist\nGulliver nach Luggnagg, einer Insel, deren Bewohner ewig leben. Nach einer\nMeuterei auf seinem Schiff macht Gulliver Station im Land der Hauynhnhnms,\neiner hochintelligenten Pferderasse, die sich ungebildete, unzivilisierte\nMenschen, Yahoos, als Diener halten. Laut der englischen und deutschen\nUnternehmenswebsite war der Name des Internetportals \u201eYahoo\u201c zwar auch ein\nAkronym f\u00fcr \u201eYet Another Hierarchical Officious Oracle\u201c, wurde aber von den\nFirmengr\u00fcndern aufgrund der Bedeutung des englischen Adjektivs yahoo \u201eungezogen,\nunverf\u00e4lscht, ungehobelt\u201c gew\u00e4hlt \u2013 urspr\u00fcnglich abgeleitet von Swifts primitiven\nmenschen\u00e4hnlichen Wesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Roman ist, nach Campanellas \u201eCivitas solis\u201c (\u201eSonnenstaat\u201c, 1623) und\nBacons \u201eNova Atlantis\u201c (\u201eNeu-Atlantis\u201c, 1627), der H\u00f6hepunkt einer im Gegensatz\nzu religi\u00f6sen Entw\u00fcrfen stehenden Gattung, die ohne unmittelbare\nWirklichkeitsanspr\u00fcche Bilder einer idealen Gesellschaft zum Thema hat. \u201eEs\nsteht also Zeitloses, es steht Menschliches in diesem Buch, das uns alle\nangeht, heut wie damals\u201c, befand Hermann Hesse. Der Name des Erz\u00e4hlers und\nHauptfigur Lemuel Gulliver ist eine Anspielung auf das englische Wort gullible,\nwelches so viel wie \u201egutgl\u00e4ubig\u201c, \u201eleichtgl\u00e4ubig\u201c oder auch \u201eeinf\u00e4ltig\u201c\nbedeutet, und verweist somit auf den naiv-leichtgl\u00e4ubigen Charakter der Figur\ndes Gulliver. Ein interessantes Detail der Geschichte ist die relativ genaue\nVorhersage von zwei Marsmonden, die erst 150 Jahre sp\u00e4ter entdeckt wurden. Der\nRoman wurde vielfach verfilmt, fristete aber aufgrund seiner gewollten\nInfantilisierung jahrelang ein Nischendasein als Kinderbuch. Erst 1909 erfolgte\neine deutsche \u00dcbersetzung des vollst\u00e4ndigen Textes; es war \u00fcberhaupt die erste\nvollst\u00e4ndige \u00dcbersetzung nach knapp 200 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eMacht an\nsich ist kein Segen\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1728 stirbt seine geliebte Stella und wird in \u201eseiner\u201c Dubliner Kathedrale begraben. Nun versch\u00e4rft sich nicht nur sein literarischer Ton, auch sein Leben verd\u00fcstert sich zunehmend. Das Ergebnis waren grobe, sarkastisch-zynische Schm\u00e4hschriften, darunter seine sch\u00e4rfste Satire \u201eA Modest Proposal\u201c (\u201eEin bescheidener Vorschlag\u201c 1729). Darin schl\u00e4gt er als Mittel gegen \u00dcberbev\u00f6lkerung, Armut und Hunger gar vor, irische Kinder als Nahrungsmittel zu nutzen und aus ihrem Export Kapital zu schlagen &#8211; ein Zitat, das fast jeder Tourist in Dublin auf den Bustouren zu h\u00f6ren bekommt. Swift \u00fcberzeichnet dabei diverse damals diskutierte fr\u00fchkapitalistische Vorschl\u00e4ge, etwa die Armen nach dem Vorbild einer Aktiengesellschaft zu organisieren, oder die Praxis, Menschen als Ressource zu betrachten. Im Erscheinungsjahr wird er Ehrenb\u00fcrger von Dublin. Obwohl nicht eindeutig nachgewiesen, wird ihm auch eine groteske Abhandlung \u00fcber F\u00e4kalien zugeschrieben: \u201eHuman ordure botanically considered (\u201eMenschlicher Stuhlgang aus botanischer Sicht\u201c, 1733).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Swift-3-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5276\"\/><figcaption>St. Patrick&#8217;s Cathedral in Dublin: Grab von Jonathan Swift. Quelle: http:\/\/www.maelmill-insi.de\/Irland\/d00002c.htm<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1735 wurden noch seine \u201eGesammelten Werke\u201c in vier B\u00e4nden ver\u00f6ffentlicht\n\u2013 insgesamt 37 B\u00fccher werden es am Ende sein. Dann zog sich der Autor immer\nmehr zur\u00fcck und besch\u00e4ftigte sich nur noch mit \u00e4lteren Projekten. Sein\nGesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend, er litt unter Taubheit und\nSchwindel und soll die letzten Jahre seines Lebens kaum noch gesprochen haben. Drei\nJahre vor seinem Tod fiel er schlie\u00dflich in geistige Umnachtung, sodass man ihn\nentm\u00fcndigte. Testamentarisch hatte er bestimmt, dass sein nicht\nunbetr\u00e4chtliches Verm\u00f6gen f\u00fcr den Bau eines \u201eIrrenhauses\u201c verwendet wird. Das\n\u201eSt. Patrick\u2019s Hospital\u201c (auch \u201eSwifts Hospital\u201c genannt) war nicht nur das\nerste \u201eIrrenhaus\u201c in Irland, sondern f\u00fcr lange Zeit auch das einzige. Swift, der\nseine beiden Damen um viele Jahre \u00fcberlebte, wurde ebenfalls in St. Patrick\u2019s\nCathedral beigesetzt \u2013 im selben Sarg wie Stella.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Swift stammen mehrere noch heute gern zitierte Bonmots. \u201eMacht an sich ist kein Segen, au\u00dfer sie wird benutzt, um Unschuldige zu sch\u00fctzen\u201c, ist eines, \u201eIn dieser Welt hat nur die Unbest\u00e4ndigkeit Bestand\u201c, ein anderes, und auf ihn selbst traf \u201eDer unzufriedene Mensch findet keinen bequemen Stuhl\u201c sicher am meisten zu. Sein angeborener Sinn f\u00fcr Menschlichkeit und Gerechtigkeit machte Swift mit seinen spezifischen literarischen Mitteln zum Anwalt des irischen Volkes gegen die britische Obrigkeit und deren Politik. Die Werner-Dessauer-Stiftung vergibt seit 2015 j\u00e4hrlich den Internationalen Jonathan Swift\u2013Literaturpreis f\u00fcr Satire und Humor \u2013 datiert mit 20.000 Schweizer Franken.<\/p>\n\n\n\n<iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D5268&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\"scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus unerf\u00fcllten Karrieretr\u00e4umen wurde er zum Fr\u00fchaufkl\u00e4rer und begnadeten Satiriker Irlands: Jonathan Swift. 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