{"id":5385,"date":"2020-12-09T06:46:23","date_gmt":"2020-12-09T05:46:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5385"},"modified":"2020-11-26T13:28:21","modified_gmt":"2020-11-26T12:28:21","slug":"ornament-ist-vergeudete-arbeitskraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5385","title":{"rendered":"\u201eornament ist vergeudete arbeitskraft\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Sein bekanntestes Bauwerk ist das Looshaus am Wiener Michaelerplatz f\u00fcr\ndas Bekleidungsunternehmen Goldman &amp; Salatsch, das 1910 zu einer auch im\nAusland viel beachteten \u00f6ffentlichen Auseinandersetzung \u00fcber die ornamentlose\nFassade f\u00fchrte. Es steht gegen\u00fcber der Hofburg und wird aufgrund seiner fehlenden\nFenstergesimse auch \u201eHaus ohne Augenbrauen\u201c genannt. \u201eDas Haus hat allen zu\ngefallen. Zum Unterschiede zum Kunstwerk, das niemandem zu gefallen hat. \u2026 Das\nKunstwerk will die Menschen aus ihrer Bequemlichkeit rei\u00dfen. Das Haus hat der\nBequemlichkeit zu dienen. Das Kunstwerk ist revolution\u00e4r, das Haus\nkonservativ.\u201c hei\u00dft es dazu etwa in seinem 1910 ver\u00f6ffentlichten Essay \u201eArchitektur\u201c.\nKaiser Franz Joseph gefiel es schon mal nicht &#8211; angeblich weigerte er sich den\nRest seines Lebens, von der Hofburg zum Michaelerplatz zu sehen, und lie\u00df alle Fenster seines Palastes in diese Richtung zunageln. <\/p>\n\n\n\n<p>Sein bekanntester Text ist das Manifest \u201eOrnament und Verbrechen\u201c (1908), in dem er in durchg\u00e4ngiger Kleinschreibung argumentiert, dass Funktionalit\u00e4t ein Zeichen hoher Kulturentwicklung sei und der moderne Mensch wirkliche Kunst allein im Sinne der Bildenden Kunst erschaffen k\u00f6nne. Ornamentale Verzierungen oder andere besondere k\u00fcnstlerische Gestaltungsversuche an einem Gebrauchsgegenstand seien eine ebenso unangemessene wie \u00fcberfl\u00fcssige Arbeit: \u201egewiss, die kultivierten erzeugnisse unserer zeit haben mit kunst keinen zusammenhang. die barbarischen zeiten, in denen kunstwerke mit gebrauchsgegenst\u00e4nden verquickt wurden, sind endg\u00fcltig vorbei \u2026 ornament ist vergeudete arbeitskraft und dadurch vergeudete gesundheit \u2026 heute bedeutet es auch vergeudetes material, und beides bedeutet vergeudetes kapital \u2026 der moderne mensch, der mensch mit den modernen nerven, braucht das ornament nicht, er verabscheut es.\u201c <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"390\" height=\"535\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/unnamed-18.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5434\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/unnamed-18.jpg 390w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/unnamed-18-219x300.jpg 219w\" sizes=\"(max-width: 390px) 100vw, 390px\" \/><figcaption>Loos ca. 1911. Quelle: https:\/\/www.geschichtewiki.wien.gv.at\/images\/7\/76\/Adolfloos.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Aus diesem Grund hasst er auch T\u00e4towierungen: \u201eder moderne mensch, der\nsich t\u00e4towiert, ist ein verbrecher oder ein degenerierter. es gibt gef\u00e4ngnisse,\nin denen achtzig prozent der h\u00e4ftlinge t\u00e4towierungen aufweisen. die\nt\u00e4towierten, die nicht in haft sind, sind latente verbrecher oder degenerierte\naristokraten. wenn ein t\u00e4towierter in freiheit stirbt, so ist er eben einige\njahre, bevor er einen mord ver\u00fcbt hat, gestorben.\u201c Sein Rationalismus war\nmanchmal schneidend einseitig: \u201eAlles, was einem Zweck dient, ist aus dem\nReiche der Kunst auszuschlie\u00dfen!\u201c Der solche starken Worte nutzte, hatte\nniemals Spiel-, Trink- oder Wettschulden, wohl aber Schulden beim Schneider:\nAdolf Loos. Der Architekt, Architekturkritiker und Kulturpublizist wurde am 10.\nDezember 1870 in Br\u00fcnn geboren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kritiker\nder angewandten Kunst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von seinem Vater, einem Bildhauer, erbte er nicht nur seine k\u00fcnstlerische\nBegabung, sondern auch seine Schwerh\u00f6rigkeit. Nach seinem fr\u00fchen Tod f\u00fchrte die\nMutter den Steinmetz-Betrieb in der Friedhofgasse in Br\u00fcnn weiter. Ab 1880\nwechselte Adolf Loos mit schlechten Sittennoten von Gymnasium zu Gymnasium. Am\nStiftsgymnasium Melk etwa blieb er nur ein Jahr &#8211; aufgrund schlechtester Noten\nin Zeichnen und Betragen weigerte man sich dort, ihn erneut aufzunehmen. 1889 schloss\ner die k.k. deutsche Staatsgewerbeschule in Br\u00fcnn mit der Matura ab und\nstudierte nach einem Intermezzo an der Akademie f\u00fcr angewandte Kunst Wien, vom\nMilit\u00e4rdienst als Einj\u00e4hrig-Freiwilliger unterbrochen, bis 1893 an der\nHochbauabteilung der Technischen Hochschule in Dresden. W\u00e4hrend seines Studiums\nwurde er 1891 Mitglied der Burschenschaft Cheruscia Dresden, aus der er 1892\njedoch wieder austrat.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur mit einem Schiffsbillet und 50 Dollar in der Tasche reiste Loos 1893 in die USA, wo ein Bruder seines Vaters lebte. Bis 1896 schlug er sich mit verschiedenen, vorwiegend handwerklichen Berufen durch, als Hilfsarbeiter, Tellerw\u00e4scher, Musikkritiker und erst im letzten Jahr als M\u00f6belzeichner und Architekt. Die \u201eorganische Architektur\u201c von Frank Lloyd Wright inspirierte ihn. Nach seiner R\u00fcckkehr lie\u00df er sich endg\u00fcltig in Wien nieder und begann als Journalist und Architekt zu arbeiten. Seit 1898 publizierte der laut Le Corbusier \u201ewohl gr\u00f6\u00dfte Literat unter den modernen Architekten\u201c seine Auffassungen in diversen Zeitungen und Verlagen und gibt sp\u00e4ter sein eigenes Periodikum \u201eDas Andere\u201c heraus, dessen Untertitel lautet: \u201eEin Blatt zur Einf\u00fchrung abendl\u00e4ndischer Kultur in \u00d6sterreich\u201c. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/unnamed-19-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5436\"\/><figcaption> Cafe Museum vor 2010 nach Originalpl\u00e4nen von Loos saniert. Quelle: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Caf%C3%A9_Museum#\/media\/Datei:Cafe_Museum_innen.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Parallel dazu machte er sich als Innenarchitekt einen Namen, etwa beim Caf\u00e9\nMuseum am Karlsplatz (1899), das dann wegen der Kargheit der Einrichtung von\nZeitgenossen \u201eCaf\u00e9 Nihilismus\u201c genannt wurde, oder bei der auch \u00fcberregional\nbekannten \u201eAmerican Bar\u201c in einer Seitengasse der K\u00e4rntner Stra\u00dfe, die auch als\nLoos-Bar bezeichnet wird und bis heute existiert. 1902 heiratete er die\nSchriftstellerin und Schauspielerin Lina Obertimpfler, von der er sich 1905\nschon wieder trennte. Um sich leichter von ihr scheiden zu lassen, bem\u00fchte er\nsich vergeblich, die ungarische Staatsb\u00fcrgerschaft zu erhalten. Nach seiner Scheidung\nverband ihn eine langj\u00e4hrige Beziehung mit der englischen T\u00e4nzerin Bessie\nBruce. Noch zwei Ehen werden folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Loos galt von Anbeginn als energischer Gegner des Jugendstils und\nscharfer Kritiker der angewandten Kunst und aller zeitgen\u00f6ssischen Ideen, die\nKunst in Gestalt des Kunstgewerbes mit dem Alltag zu vers\u00f6hnen, also\nGebrauchsgegenst\u00e4nde in besonderer Weise k\u00fcnstlerisch zu gestalten. Er grenzte\nsich damit insbesondere von den K\u00fcnstlern der Wiener Werkst\u00e4tte ab, die seit\n1903 eine Verbindung von Alltag und Kunst umzusetzen versuchten. 1904 besuchte\ner erstmals die Insel Skyros und wurde mit der kubischen Architektur der\ngriechischen Inselwelt konfrontiert. Als Architekt privater Villen, erstmals\nbei der Villa Karma in Clarens bei Montreux, entwickelt er prompt das Konzept\ndes \u201eRaumplans\u201c, der Gr\u00f6\u00dfe und Anordnung von der Funktion der R\u00e4ume abh\u00e4ngig\nmachte, sie dazu mehrgeschossig mit unterschiedlichen Zimmerh\u00f6hen teilweise\nineinander schachtelt und \u00e4u\u00dferlich zunehmend der Kubusform ann\u00e4hert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eLos von\nLoos\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1909 entwirft er auch Gesch\u00e4ftslokale wie den Herrenmodesalon Kni\u017ee &amp; Comp. Am Graben in Wien, der seit den 1920er Jahren als erste Herrenmodemarke der Welt galt und auch die erste Herrenduftserie \u201eKnize Ten\u201c kreierte. 1910 kamen dann Wohnbauten hinzu, darunter die Wiener Siedlungen Hirschstetten und Friedensstadt, aber auch zwei Einfamilien-Doppelh\u00e4user f\u00fcr die Werkbundsiedlung. Nach dem Zerfall \u00d6sterreich-Ungarns 1918 wurde er tschechoslowakischer Staatsb\u00fcrger, 1921 Chefarchitekt des Wiener Siedlungsamtes. 1922 entstand sein bekannter Wettbewerbsentwurf f\u00fcr das Redaktionsgeb\u00e4ude der <em>Chicago Tribune<\/em>: Eine \u201e\u00fcberdimensionierte dorische S\u00e4ule, die in ihrer selbstreferentiellen \u00dcberh\u00f6hung die gesamte Postmoderne vorwegzunehmen scheint\u201c, schrieb Robert Kaltenbrunner auf <em>telepolis<\/em>. 1924 trat er von seiner Stelle im Siedlungsamt zur\u00fcck, l\u00e4sst sich f\u00fcr vier Jahre in Paris nieder und pflegte dort zahlreiche Kontakte zur K\u00fcnstleravantgarde. Er baute unter anderem ein Haus f\u00fcr Tristan Tzara, dem Mitbegr\u00fcnder des Dadaismus, und entwarf auch eine Villa f\u00fcr die T\u00e4nzerin Josephine Baker mit einer ganz in horizontalen schwarzen und wei\u00dfen Streifen gehaltenen Fassade. Der Wegzug nach Frankreich hatte auch das Ende seiner privaten Bauschule mit ca. acht Sch\u00fclern bedeutet, darunter Paul Engelmann, der f\u00fcr den Cousin Stefan Zweigs, Max, in Israel ein Haus baute. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"390\" height=\"332\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/unnamed-20.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5437\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/unnamed-20.jpg 390w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/unnamed-20-300x255.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 390px) 100vw, 390px\" \/><figcaption>Das &#8222;Haus ohne Augenbrauen&#8220;. Quelle: https:\/\/www.geschichtewiki.wien.gv.at\/Datei:Looshaus.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Von 1918 bis 1926 war er mit der T\u00e4nzerin Elsie Altmann, von 1929 bis\n1931 mit der Fotografin Claire Beck verheiratet. Der Charismatiker war, was man\nheute \u201eSalonl\u00f6we\u201c nennen sollte, geh\u00f6rte zur Wiener Boheme, war eng mit\nK\u00fcnstlern wie Arnold Sch\u00f6nberg und Oskar Kokoschka befreundet, aber auch mit Karl\nKraus und Peter Altenberg, f\u00fcr die er sogar als Taufpate fungierte. Daneben spielte\ner begeistert Schach. Ende der 20er Jahre begann er sich mit dem Werkstoff Glas\nauseinanderzusetzen. Ein 12-teiliges Barset mit Karaffe f\u00fcr die Wiener Firma J.\n&amp; L. Lobmeyr wurde 2010 noch hergestellt und verkauft. Ein Becherservice\nf\u00fcr die American Bar in Wien, ebenfalls von J. &amp; L. Lobmeyr geschaffen, wurde\nsogar noch 2017 produziert und vertrieben. Auch diverse Beleuchtungsk\u00f6rper,\nKleiderst\u00e4nder sowie eine Kaminuhr werden von der Wiener Firma WOKA heute noch\nin Handarbeit hergestellt und verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Sp\u00e4tsommer 1928 zeichnete er an f\u00fcnf Tagen privat drei acht- bis zehnj\u00e4hrige M\u00e4dchen nackt. Aufgrund der Anzeige einer bis heute anonym gebliebenen Frau wurden Ermittlungen gegen ihn eingeleitet und in seiner Wohnung eine Sammlung von \u00fcber 300 pornografischen Fotografien gefunden, deren Besitz damals allerdings nicht strafbar war. Verurteilt wurde er schon im Dezember \u201edes Verbrechens der Verf\u00fchrung zur Unzucht\u201c, begangen dadurch, dass er \u201edie ihm zur Aufsicht anvertrauten M\u00e4dchen zur Begehung und Duldung unz\u00fcchtiger Handlungen verleitete, indem er sie veranlasste, als Modelle unz\u00fcchtige Stellungen einzunehmen und sich in diesen zeichnen zu lassen\u201c. Die Strafe belief sich auf vier Monate Arrest, die zur Bew\u00e4hrung ausgesetzt wurden. Die Strafakte dazu wurde sp\u00e4ter gestohlen und tauchte erst Jahrzehnte sp\u00e4ter in Privatbesitz wieder auf. Das Wiener Stadt- und Landesarchiv hat sie 2015 zur\u00fcckerhalten und im Wiener Archivinformationssystem komplett ver\u00f6ffentlicht. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/unnamed-21.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5438\"\/><figcaption> Prag-Smichov, Villa&nbsp;Winternitz.&nbsp;Quelle: https:\/\/image.kurier.at\/images\/cfs_932w\/4282094\/46-163529103.jpg <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Skandal hielt sich in Grenzen, zumal Loos inzwischen vollst\u00e4ndig\nertaubt war und kurz danach die Vorbereitungen zu seinem 60. Geburtstag\nbegannen \u2013 der vor allem in Prag gefeiert werden sollte. Hier kam es zu einer\neinmaligen Allianz zwischen James Joyce, Karl Kraus, Val\u00e9ry Larbaud, Heinrich\nMann und Arnold Sch\u00f6nberg, die einen Aufruf zur Gr\u00fcndung einer \u201eAdolf-Loos-Schule\u201c\nin Wien ver\u00f6ffentlichten: \u201eAdolf Loos, den einmal kommende Geschlechter den gro\u00dfen\nWohlt\u00e4ter der Menschheit seiner Zeit nennen werden, da er diese von der\nSklaverei \u00fcberfl\u00fcssiger Arbeit befreite, wird im Dezember 60 Jahre alt. Die\nOrnamentiker, deren \u00dcberfl\u00fcssigkeit und Sch\u00e4dlichkeit Loos sein ganzes Leben\nhindurch nachgewiesen hat, wollten sich dieses unbequemen Mannes durch\nTotschweigen entledigen \u2026 Ihm, dem geborenen Lehrer, wurde kein Lehramt zuteil\n\u2026 Wir wissen, dass wir ihm die gr\u00f6\u00dfte Freude bereiten w\u00fcrden, wieder seine\nLehre verk\u00fcnden zu k\u00f6nnen.\u201c Angefragt waren auch Albert Einstein und Thomas\nMann, die winkten ab. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ornamentlosigkeit\nals \u201eSchandtat\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem Unternehmen wurde nichts mehr. Der extrovertierte Gesellschaftsmensch vereinsamte, als ihn ein Nervenleiden in den Rollstuhl zwang. Loos starb am 23. August 1933 umnachtet im Sanatorium Kalksburg bei Wien. Er ruht auf dem Wiener Zentralfriedhof in einem Grab, dessen schlichten Grabstein er selbst entworfen hat; er steht noch heute da. Friedensreich Hundertwasser ver\u00f6ffentlichte 1968 eine polemische Generalabrechnung unter dem Titel \u201eLos von Loos\u201c, in der er ihm vorwirft, die Ornamentlosigkeit als \u201eSchandtat in die Welt gesetzt\u201c zu haben. \u201eSicher hat er es gut gemeint. Auch Hitler hat es gut gemeint. Aber Adolf Loos war unf\u00e4hig, f\u00fcnfzig Jahre vorauszudenken. Der Teufel, den er rief, den wird die Welt nun nicht mehr los.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/unnamed-22.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5439\"\/><figcaption>Villa Duschnitz, 1915-1916, Blick aus dem Musikzimmer ins Speisezimmer mit Wintergarten. Quelle: https:\/\/image.architonic.com\/imgTre\/10_09\/adolf_loos_duschnitz.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eMan darf nur dann etwas Neues machen, wenn man etwas besser machen kann\u201c, lautete ein Lebensmotto des Meisters. Die Wirkung vieler seiner Bauten erg\u00e4be sich aus \u201edem Spannungsfeld zwischen der oft provozierenden Kargheit der Fassade und dem taktil-sensualistischen Reichtum des Interieurs\u201c, befand Kaltenbrunner. Neben Stra\u00dfen wurde auch ein Asteroid nach ihm benannt. Seit 1992 wird von einer Jury der von der Raiffeisenlandesbank Nieder\u00f6sterreich-Wien gestiftete Adolf-Loos-Architekturpreis vergeben. In Tschechien gibt es mehr als 30 Geb\u00e4ude und Wohnungen, an deren Gestaltung er beteiligt war. Zu seinen bekanntesten Werken geh\u00f6rt eine Prager Villa, die er 1930 f\u00fcr den Bauunternehmer Franti\u0161ek M\u00fcller bauen lie\u00df und in der aus Anlass seines Jubil\u00e4ums im Januar 2020 ein tschechisches Adolf-Loos-Jahr er\u00f6ffnet wurde, an dem sich auch Museen in Pilsen und Br\u00fcnn beteiligten.<\/p>\n\n\n\n<figure><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.dr-thomas-hartung.de%2F%3Fp%3D5385&amp;send=true&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=true&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px; height:80px;\" allowtransparency=\"true\"><\/iframe><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er galt als der Wegbereiter moderner Architektur in \u00d6sterreich, erfand den Raumplan und musste ein Unzuchtsurteil verkraften: Adolf Loos. Vor 150 Jahren kam er zur Welt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7,9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5385"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5385"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5385\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5447,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5385\/revisions\/5447"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5385"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5385"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5385"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}