{"id":5626,"date":"2021-04-15T06:17:28","date_gmt":"2021-04-15T05:17:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5626"},"modified":"2021-03-26T09:17:54","modified_gmt":"2021-03-26T08:17:54","slug":"sein-erbe-ist-schwierig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5626","title":{"rendered":"\u201eSein Erbe ist schwierig\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Er sei \u201eeine barocke, seinen Begabungen in alle Richtungen\nnachjagende Jahrhundertfigur\u201c, befand Peter K\u00fcmmel in der <em>Zeit<\/em> \u2013 von der Queen zum Ritter geschlagener Schauspieler und zweifacher\nOscar-Gewinner, Regisseur, Maler und B\u00fchnenbildner, Erz\u00e4hler und Dramatiker,\nUniversit\u00e4tsrektor, Komiker und Conf\u00e9rencier,\nGer\u00e4usche- und Stimmenimitator, Wohlt\u00e4ter und Diplomat. \u201eIn meinem englischen\nPass steht unter Beruf Autor. F\u00fcr alles ist kein Platz, das versteh\u2018 ich auch\u201c,\nsagte er einmal. Und er war Kosmopolit: \u201eIch bin ethnisch sehr schmutzig und\nsehr stolz darauf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tausendsassa nannten ihn viele, oder Universalgenie. Mit\nseinen Talenten h\u00e4tte er ein ganzes Show-Ensemble ersetzen k\u00f6nnen: \u201eimstande,\nganze Sinfonieorchester zu dirigieren, die allein aus ihm selbst bestanden\u201c,\nbefand K\u00fcmmel. Aber er betrat die B\u00fchne nie aufrecht und stolz, sondern eher\nein bisschen geb\u00fcckt und bescheiden. Mehr als einmal erkl\u00e4rte er, schon als\nBaby \u00fcbergewichtig, er sei aus Notwehr zum Komiker und Entertainer geworden: \u201eIch\nbegann, \u00fcber mich selbst zu lachen, um den Anderen zuvorzukommen.\u201c Am 16. April\nvor 100 Jahren wurde er als Peter Alexander Baron von Ustinov geboren: Sir\nPeter Ustinov.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch wurde in St. Petersburg gezeugt, in London geboren und in Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd evangelisch getauft. Ich finde, das ist das Wichtigste\u201c, sagte er \u00f6fters. Er kommt als kleiner Baby-Buddha auf die Welt, mit elf Pfund Gewicht. \u201eMeine Mutter wusste nie, wo bei mir vorn und hinten ist.\u201c Sein katholischer Gro\u00dfvater lebte als russischer Emigrant in W\u00fcrttemberg, sein Vater, ein Diplomat und Journalist, der w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges als Flieger in der deutschen Armee diente, seit 1918 in England. Ustinov wuchs in London auf, bleibt sein Leben lang offiziell britischer Staatsb\u00fcrger und genoss eine mehrsprachige Erziehung \u2013 acht Sprachen wird er am Ende sprechen und auf Franz\u00f6sisch und Deutsch gar sich selbst synchronisieren. In Kontakt mit dem Theater kam Ustinov \u00fcber seine franz\u00f6sische Mutter, eine B\u00fchnenbildnerin und Kost\u00fcmzeichnerin, die russische, franz\u00f6sische, italienische und \u00e4thiopische Vorfahren hatte. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Helmuth_Karl_Bernhard_von_Moltke-7.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5627\"\/><figcaption>Peter Ustinov. Quelle: Von Allan Warren &#8211; Eigenes Werk http:\/\/allanwarren.com, CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=9567625 <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach eigener Aussage war seine erste Rolle die eines\nSchweins bei einer kleinen Auff\u00fchrung in seinem Kindergarten. Er selbst\nbetrachtete sich als eher mittelm\u00e4\u00dfigen Sch\u00fcler mit Problemen in Mathematik.\nSeit 1934 besuchte er die Eliteschule Westminster, die er jedoch verabscheute\nund nach knapp drei Jahren verlie\u00df. Zu seinen dortigen Schulkameraden geh\u00f6rte\nRudolf von Ribbentrop, der \u00e4lteste Sohn des sp\u00e4teren NS-Au\u00dfenministers. Ustinov\nabsolvierte eine Schauspielausbildung in London und trat mit 17 Jahren in\nseiner ersten professionellen Rolle als \u201eDer Waldschrat\u201c auf. Nach mehreren\nTheaterengagements erhielt Ustinov 1940 seine erste kleine Filmrolle in \u201eHullo,\nFame!\u201c. Im selben Jahr heiratete er die Schauspielerin Isolde Denham und lie\u00df\nsich 1950 wieder scheiden. Der Ehe entstammt Tochter Tamara, auch\nSchauspielerin. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zwischen Oscar und\nOper<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seine Leidenschaft und Begeisterung f\u00fcr Schauspielerei und\nTheater lie\u00dfen ihn bald eigene Werke schreiben: 1942 wurde sein erstes\nTheaterst\u00fcck \u201eHouse of Regrets\u201c uraufgef\u00fchrt. Nach seiner ersten gr\u00f6\u00dferen\nFilmrolle 1942 absolvierte Ustinov seinen Wehrdienst w\u00e4hrend des Zweiten\nWeltkriegs in der British Army. Sein Vorgesetzter war der Schauspieler David\nNiven. Er trat der Schauspieler-Einheit bei und hatte dort kleinere Rollen in\nPropagandafilmen, zu einer Produktion schrieb er 1943 auch erstmals das\nDrehbuch. Nach seiner Entlassung aus der Armee begann Ustinov seine\nk\u00fcnstlerische Vielseitigkeit zu entfalten: als Regisseur, Produzent und\nDrehbuchautor, aber auch als Erz\u00e4hler und Kritiker.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach den Probeaufnahmen f\u00fcr Mervyn LeRoys Verfilmung des\nRomans \u201eQuo Vadis\u201c von Henryk Sienkiewicz z\u00f6gerte Produzente Sam Zimbalist ein\nganzes Jahr lang mit der Entscheidung, ihn als Nero zu besetzen, da er ihn f\u00fcr zu\njung hielt. Als Ustinov telegrafierte, dass er f\u00fcr die Rolle bald zu alt sei,\nda Nero selbst bereits mit 31 Jahren gestorben war, wurde er 1951 engagiert.\nMit der Darstellung des selbstherrlichen, geisteskranken und gr\u00f6\u00dfenwahnsinnigen\nKaisers gelang Ustinov der internationale Durchbruch, erhielt einen Golden\nGlobe und die erste von mehreren Oscar-Nominierungen. Drei Jahre sp\u00e4ter schloss\ner die Ehe mit der kanadischen Schauspielerin Suzanne Cloutier, aus der drei\nKinder hervorgingen, darunter Sohn Igor, ein Bildhauer, der als\nKuratoriums-Mitglied der Sir-Peter-Ustinov-Stiftung inzwischen das Verm\u00e4chtnis\nseines Vaters wahrt. Auch diese Ehe hielt nicht lange.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen entfaltete Ustinov eine schier rastlose T\u00e4tigkeit. Er verfasste er Theaterst\u00fccke, in denen er auch als Darsteller und Regisseur mitwirkte, darunter \u201eRomanoff und Julia\u201c am Broadway, das den Ost-West-Konflikt parodierte. Daneben profilierte er sich in Filmen wie \u201eBeau Brummel \u2013 Rebell und Verf\u00fchrer\u201c oder Stanley Kubricks Epos \u201eSpartacus\u201c. Hier trug ihm seine Darstellung des Gladiatorenmeisters Batiatus 1961 einen Oscar als bester Nebendarsteller ein. Im selben Jahr verfilmte Ustinov als Regisseur Herman Melvilles Kurzroman \u201eBilly Budd\u201c. 1962 inszenierte er erstmals mit dem Einakter \u201eDie Spanische Stunde\u201c in London erstmals eine Oper. Bis Ende der 1990er Jahre sollten weitere Operninszenierungen in ganz Europa folgen, darunter Mozarts \u201eZauberfl\u00f6te\u201c und \u201eDon Giovanni\u201c. F\u00fcr seine Darstellung in der Gaunerkom\u00f6die \u201eTopkapi\u201c von Jules Dassin an der Seite von Melina Mercouri und Maximilian Schell wurde er 1964 wiederum mit einem Oscar ausgezeichnet. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Helmuth_Karl_Bernhard_von_Moltke-8-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5628\"\/><figcaption>Ustinov als Nero. Quelle: https:\/\/twitter.com\/AngusBlair1\/status\/892102070656020480\/photo\/1<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Neben Elizabeth Taylor, Richard Burton und Alec Guinness war\nUstinov 1967 in \u201eDie Stunde der Kom\u00f6dianten\u201c nach dem Roman von Graham Greene\nzu sehen. F\u00fcr das Originaldrehbuch der Filmkom\u00f6die \u201eDas Millionending\u201c, in der\ner selbst mitspielte, war er 1968 erneut f\u00fcr einen Oscar nominiert. Viele von\nUstinovs Theaterst\u00fccken bildeten die Grundlage f\u00fcr Fernsehproduktionen. Neben\nseiner literarischen Bet\u00e4tigung trat er in Fernsehspielen und Shows auf und\nerhielt dreimal einen Emmy als Hauptdarsteller in einem Film. Im Gegensatz zu\nanderen Hollywoodstars trat er vielfach im Fernsehen auf und war ein gern\ngesehener Talkshowgast. In solchen Gespr\u00e4chsrunden sch\u00f6pfte Ustinov aus seinem\ngro\u00dfen Schatz an Erz\u00e4hlungen, Witzen und Anekdoten. Er wirkte ab den 1960er\nJahren auch als vielgelobter Unterhaltungsk\u00fcnstler, der neben seiner\nFilmkarriere weltweit im Fernsehen und auf Veranstaltungen in Erscheinung trat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eAchtung Vorurteile\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Parallel dazu erwarb er das Schweizer B\u00fcrgerrecht und begann\nsich politisch zu engagieren \u2013 die Erfahrungen des Krieges h\u00e4tten ihn tief\ngepr\u00e4gt und in seinem pazifistischen und humanistischen Denken beeinflusst,\nsagt er sp\u00e4ter. 1968 wurde er zum Sonderbotschafter des UN-Hilfswerkes UNICEF\nernannt; im selben Jahr trat er auch \u2013 ohne einen anerkannten Schul- oder\nStudienabschluss \u2013 sein erstes akademisches Amt als Rektor der schottischen\nUniversit\u00e4t Dundee an, wo er ein Jahr sp\u00e4ter au\u00dferdem zum Ehrendoktor der\nRechte ernannt wurde. Als UNICEF-Botschafter bereiste Ustinov seitdem\nkontinuierlich den ganzen Erdball, er wollte als \u201eBr\u00fcckenbauer\u201c zu einer\nbesseren, demokratischen Welt beitragen. Schon fr\u00fch den Weltf\u00f6deralisten beigetreten,\nfungierte er von 1990 bis zu seinem Tod als deren Vorsitzender. Ziel des World\nFederalist Movement war zudem eine verst\u00e4rkte Demokratisierung der Vereinten\nNationen und die umfassende Neuordnung internationaler Beziehungen.<\/p>\n\n\n\n<p>1971 heiratete er die Journalistin und Schriftstellerin H\u00e9l\u00e8ne du Lau d\u2019Allemans, mit der er bis zuletzt in einem Haus mitten in Weinh\u00e4ngen in Bursins am Genfer See lebte: \u201eWenn man sein Leben auf der B\u00fchne verbringt, muss man sich privat in die Kulissen zur\u00fcckziehen k\u00f6nnen\u201c. Ab Mitte der 1970er Jahre konzentrierte er sich wieder auf seine Arbeit als Filmschauspieler und verk\u00f6rperte ab 1978 in drei Film- und drei Fernsehproduktionen den belgischen Meisterdetektiv \u201eHercule Poirot\u201c nach der Vorlage von Agatha Christie, darunter \u201eTod auf dem Nil\u201c, der 1979 mit einem Oscar f\u00fcr die besten Kost\u00fcme ausgezeichnet wurde, \u201eDas B\u00f6se unter der Sonne\u201c oder \u201eRendezvous mit einer Leiche\u201c. Die Rolle sei ihm auf den Leib geschrieben, befand Bernhard Baumgartner in der <em>Wiener Zeitung<\/em>. Sein Gesicht ist \u201ein der perfekten Form eines Eies\u201c, seinen \u201emakellosen Schnurrbart\u201c sch\u00fctzt er nachts mit einer eigenen Stoff-Konstruktion vor dem Verr\u00fccken; dazu seine makellosen Anz\u00fcge, seine Detailverliebtheit: Schon ein Staubkorn \u201ef\u00fcgt ihm mehr emotionalen Schaden zu als eine Kanonenkugel\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"816\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Helmuth_Karl_Bernhard_von_Moltke-9-816x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5629\"\/><figcaption>Ustinov als Poirot. Quelle: https:\/\/www.pinterest.de\/pin\/645985140276324042\/<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Als er 1984 im Rahmen seiner dreiteiligen <em>BBC<\/em>-Reihe \u201eUstinov\u2019s People\u201c die\nindische Premierministerin Indira Gandhi interviewen wollte, erlebte er live,\nwie sie auf ihrem Weg zum Gespr\u00e4ch mit ihm erschossen wurde. Der Satz \u201eDie\nW\u00e4chter stehen nicht mehr in den Winkeln, aber die V\u00f6gel sind noch in den\nB\u00e4umen\u201c wurde legend\u00e4r. Er spielte Theater, auch in Deutschland, und lie\u00df 1989\nden \u201eMirabeau\u201c (\u201eDie Franz\u00f6sische Revolution\u201c) sowie den \u201eDetektiv Fix\u201c (\u201eIn 80\nTagen um die Welt\u201c) ikonisch werden. 1990 geadelt, wurde Peter Ustinov zwei\nJahre sp\u00e4ter Kanzler der nordenglischen Universit\u00e4t Durham, war aber weiterhin\nals Schriftsteller und Schauspieler t\u00e4tig, darunter in \u201eAlice im Wunderland\u201c,\nund pr\u00e4sentierte im Fernsehen Dokumentationen und Veranstaltungen, zuletzt 2003\ndas Schleswig-Holstein Musik Festival.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben seinen vielen filmischen Auszeichnungen, darunter auch\neinem Berliner \u201eSilbernen B\u00e4ren\u201c, bekam er seit den 1980er Jahren auf der\nganzen Welt Auszeichnungen f\u00fcr sein Lebenswerk, so 1998 das Bundesverdienstkreuz.\nIn seinen B\u00fcchern wie \u201eMonsieur Ren\u00e9\u201c (1998) und Erz\u00e4hlungen verarbeitete er\nnicht nur Zeitsatire, sondern griff auch grunds\u00e4tzliche Themen wie\nKommunikationsschwierigkeiten auf. Da nach seiner Meinung letztere aus\nVorurteilen resultierten, gr\u00fcndete er 2003 nach seiner internationalen Peter\nUstinov Stiftung, die Schulen bspw. in Afghanistan baut, gemeinsam mit der\nStadt Wien das Sir-Peter-Ustinov-Institut, das sich mit der Vorurteilsforschung\nauseinandersetzt. Seine eigenen Erkenntnisse verarbeitete er im Band \u201eAchtung!\nVorurteile\u201c, dem ersten Buch, das er selbst auf Deutsch verfasst hatte. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rarer Allrounder<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>2003 stand er letztmals vor der Kamera, darunter als Friedrich der Weise in \u201eLuther\u201c. An Diabetes und Ischialgie erkrankt, starb Sir Peter Ustinov am 28. M\u00e4rz 2004 in einer Genfer Privatklinik an Herzversagen. Selbst kurz vor seinem Tod hatte er noch eine Pointe parat: \u201eMein Pass ist noch g\u00fcltig bis 2008. F\u00fcr mich ist es eine Frage der Ehre, nicht vorher abzulaufen.\u201c Er verfasste nach eigenen Angaben \u00fcber 20 Theaterst\u00fccke und neun Filmdrehb\u00fccher, f\u00fchrte bei acht Filmen Regie, spielte in \u00fcber 80 Film- und Fernsehproduktionen und vielen B\u00fchnenst\u00fccken mit, legte Foto- und Karikatursammlungen vor und bereiste als begnadeter Komiker mit Soloprogrammen die Welt. Seine One-Man-Shows und pfeilspitzen Pointen blieben legend\u00e4r, auch als er l\u00e4ngst im Rollstuhl sa\u00df. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Helmuth_Karl_Bernhard_von_Moltke-10.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5630\"\/><figcaption>Ustinov als Friedrich der Weise. Quelle: https:\/\/www.rbb-online.de\/content\/dam\/rbb\/rbb\/fernsehen\/filmzeit\/111_donnerstagsfilm\/11_Luther_1.jpg.jpg\/size=973&#215;546.jpg <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Nachrufe auf Ustinov \u00fcberboten sich in ihren\nW\u00fcrdigungen. Die <em>FAZ <\/em>erkannte einen \u201eder\nraren Allrounder mit europ\u00e4ischer Basis und Hollywood-\u00dcberbau: an Leibes- und\nPointen- und Witzumfang stets zunehmend\u2026\u201c Er konnte mitten im Satz \u201eSprache und\nHeimatland zur\u00fccklassen und als ein ganz anderer wieder auftauchen: als\nD\u00fcnkelbrite, aufbrausender Russe oder deutscher Sturkopf\u201c, meinte K\u00fcmmel und\nbehauptete, dass er bei seinem Schauspiel in anderen Figuren nicht verschwand,\nsondern sie eher spa\u00dfhaft wie ein guter B\u00e4r \u201efra\u00df\u201c und ihre Eigenheiten annahm,\n\u201edie Bewegungen des Beutetiers bewahrend, das er verschlungen hatte. Er fra\u00df\nsich voll mit fremdem Leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zu seinen wenigen Kritikern geh\u00f6rte Stephen Pollard, der im <em>Telegraph<\/em> Ustinows angebliche Neigung\nbelegen wollte, \u201eTyrannen zu entschuldigen und Tyrannei zu verteidigen\u201c:\n\u201eStalin: ok, Unternehmen: kriminell; al-Qaida und die USA: moralisch gleich.\nErmordung chinesischer Dissidenten: gut; Beseitigung von Tyrannen: schlecht.\nDas war die Weltanschauung des Sir Peter Ustinov, \u201aMenschenfreund\u2018.\u201c Igor\nUstinov schimpfte im <em>Kurier<\/em>: \u201eSein\nErbe ist schwierig. Er hat viele Firmen gegr\u00fcndet, die von Anw\u00e4lten\nkontrolliert wurden. Als er starb, sind die verschwunden. Das Problem mit\nseinem Erbe liegt nicht, wie kolportiert wurde, an uns Kindern untereinander,\nsondern an den Firmen, die mein Vater auf Anraten von Steuerberatern ins Leben\nrief\u201c. Eine Kl\u00e4rung steht bis heute aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Multitalent pr\u00e4gte unsere Vorstellung vieler Figuren: Nero, Friedrich der Weise oder Mirabeau. Aber er schrieb auch, malte und inszenierte Opern: Peter Ustinov. Vor 100 Jahren kam er zur Welt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5626"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5626"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5626\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5631,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5626\/revisions\/5631"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5626"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5626"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5626"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}