{"id":5665,"date":"2021-05-09T18:04:12","date_gmt":"2021-05-09T17:04:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5665"},"modified":"2021-05-07T09:24:47","modified_gmt":"2021-05-07T08:24:47","slug":"kurs-aufs-riff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5665","title":{"rendered":"\u201eKurs auf\u2018s Riff\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Der T\u00fcbinger Literaturwissenschaftler Joachim Knape w\u00fcrdigte\nihn euphorisch: \u201eKeiner hat in dieser Zeit eine \u00e4hnlich ber\u00fchmte und in Europa so\nenthusiastisch aufgenommene literarische Figur wie den Narren im \u201aNarrenschiff\u2018\ngeschaffen. Kein lebender Zeitgenosse konnte in Deutschland ein dem \u201aNarrenschiff\u2018\nvergleichbares deutsches gedrucktes Werk vorweisen, das Dicht-, Bild- und\nBuchkunst zu einem Ensemble von \u00e4hnlichem Rang vereint. Bei den Zeitgenossen\nblieben der Anspruch und die Neuartigkeit des Werks nicht ohne Wirkung.\nLiterarisch begr\u00fcndete es die europ\u00e4ische Tradition der Narrenliteratur.\u201c Der\nso Gefeierte war Sebastian Brant, der am 10. Mai 1521 in Stra\u00dfburg starb. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Sohn eines angesehenen Stra\u00dfburger Gastwirts und langj\u00e4hrigen Ratsherrn kam 1457 oder 1458 zur Welt. \u00dcber seine Kindheit und Jugend ist nichts bekannt, weshalb Biographen sein Leben entsprechend seinen beiden beruflichen Wirkungskreisen und Wohnsitzen in eine Basler (1475\u20131500) und Stra\u00dfburger Periode (1500\u20131521) gliedern. 1475 begann er, an der Universit\u00e4t in Basel zu studieren, darunter klassische Sprachen und Rechtswissenschaft. Knapp zehn Jahre sp\u00e4ter, 1484 erhielt er ein Lizentiat und lehrt dort selbst als Jurist. Nach Abschluss seines Studiums heiratete er 1485 die Tochter des Zunftmeisters der Basler Messerschmiede Elisabeth Burgis. Das Paar hatte zusammen sieben Kinder, darunter den Sohn Onophrius Brant, der sp\u00e4ter als Jurist und Gelegenheitsdichter hervortrat und in den Rat der Stadt Stra\u00dfburg gew\u00e4hlt wurde. 1489 promovierte Sebastian zum Doktor der Rechte und wurde 1492 Dekan der juristischen Fakult\u00e4t. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"395\" height=\"502\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Sebastian_Brant_1590.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5666\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Sebastian_Brant_1590.jpg 395w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Sebastian_Brant_1590-236x300.jpg 236w\" sizes=\"(max-width: 395px) 100vw, 395px\" \/><figcaption>Sebastian Brant. Quelle: Von Reu\u00dfner, Icones &#8211; Gero von Wilpert: Deutsche Literatur in Bildern. Alfred Kr\u00f6ner, Stuttgart 1957, S. 79., Gemeinfrei, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=4800019<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Er war nicht nur als Rechtsgutachter, Advokat und Richter\nt\u00e4tig, sondern auch ma\u00dfgeblich beteiligt am Buchmarkt in Basel: als\nSchriftsteller, Herausgeber und Korrektor. Brant schrieb nicht nur\nrechtswissenschaftliche Texte, sondern auch religi\u00f6se und weltliche Beitr\u00e4ge.\nDarunter befanden sich Gedichte, Beschreibungen von Naturereignissen und\nGelegenheitstexte wie Epigramme, ein Rosenkranz, eine Marienklage und eine\nTrostrede Jesu sowie Flugbl\u00e4tter, so \u00fcber einen Meteor oder Missgeburten. Daneben\nverfasste er mindestens zwei Schauspiele und gilt als einer der produktivsten\nAutoren lateinischer Andachtslyrik, arbeitete aber auch als \u00dcbersetzer\nlateinischer Lieder und Spruchsammlungen.&nbsp;\n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eeuropaweit\nbeliebteste Figur\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Narren Schyff\u201c, zur Fasnacht 1494 in Basel\nherausgegeben, ist Brants Hauptwerk. Die Moralsatire portr\u00e4tiert 109 unterschiedliche\nNarren auf einer Schiffsreise in das fiktive Land Narragonien, das die\nselbsternannten Seem\u00e4nner in Eigenregie zu finden hoffen &#8211; denn an Bord\nbefinden sich weder Kapit\u00e4n noch Steuermann oder eine andere Autorit\u00e4t. Ohne\nnautischen und moralischen Kompass treibt das Narrenschiff orientierungslos\ndurch die See &#8211; ob es sein Ziel jemals erreicht, blieb offen. Das Buch sollte\nzur Verbreitung von Vernunft, Weisheit und guten Sitten nutzen, wie es selbst im\nText hei\u00dft. Darin wehrt sich Brant gegen \u201eNarrheit, Blindheit, Irrsal und\nTorheit aller St\u00e4nde und Geschlechter der Menschen\u201c, denn Unverstand und\nVerderbtheit kennzeichnen den Zustand der Welt, kennzeichnen ebenso den Zustand\nder Menschen, deren Leben ohne jeden Halt dahintreibt. <\/p>\n\n\n\n<p>Im \u201eNarrenschiff\u201c verarbeitete der Autor sowohl eigene Erfahrungen aus seinem reichsst\u00e4dtischen Leben als auch Motive aus mittelalterlicher und humanistischer Literatur. Es ist geschrieben aus der Sicht des gebildeten Stadtb\u00fcrgers, der die Gefahren und Laster erkennt &#8211; von der Modetorheit \u00fcber die Geldherrschaft bis zum Untergang von Reich und Religion: Wer sich in das Narrenschiff setzt, der f\u00e4hrt \u2013 wenn auch lachend und singend \u2013 seinem Verderben entgegen. Im Mittelalter stand der Narr au\u00dferhalb der st\u00e4ndischen Ordnung, verkehrte mit Huren, Henkern, Auss\u00e4tzigen. Sein verdrehter Geist fand oft Verk\u00f6rperung in einer verkr\u00fcppelten oder kleinw\u00fcchsigen Gestalt. Schon im Alten Testament verh\u00f6hnt er K\u00f6nig David: \u201eEs spricht der Narr in seinem Herzen: Es gibt keinen Gott.\u201c Er ist nicht nur unbelehrbar, sondern auch ungl\u00e4ubig, was ihn n\u00e4her an den Teufel r\u00fcckt, ihn beunruhigend erscheinen l\u00e4sst, ja gef\u00e4hrlich macht. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"258\" height=\"400\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Sebastian_Brant_1590-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5667\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Sebastian_Brant_1590-1.jpg 258w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Sebastian_Brant_1590-1-194x300.jpg 194w\" sizes=\"(max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><figcaption>Der D\u00fcrer zugeschriebene Titel der Erstausgabe. Quelle: Gemeinfrei, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=196433<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Humanist Brant nutzt in seiner Moralschrift den Vorwurf\nder sittlichen Defizienz, um durch das Fehlverhalten der Narren eine Antithese\nzu ethisch integrem Verhalten darzustellen, gibt aber in seiner \u201eTrottelparade\u201c,\nwie Thomas Morawetz im <em>BR <\/em>befand, auch\npositive Ausblicke, die er in der Weisheit erkennt. Dazu verhilft die\ntheologisch motivierte Wissenschaft. Im \u201eNarrenschiff\u201c wird als Kontrapunkt ein\nverkl\u00e4rtes Bild gezeichnet von vollst\u00e4ndiger Weisheit ohne Eigentumszwang und\nmit allgemeiner G\u00fctergemeinschaft. Es ist die Utopie des Goldenen Zeitalters\nnach antiken Vorstellungen, die der zeitgen\u00f6ssischen Narrenherrschaft\nentgegengesetzt wird. Dieses kontr\u00e4re Darstellungsmuster und die didaktische\nFunktion von Texten lagen im \u00e4sthetischen Lesetrend der Zeit. Daraus sollte\neine Selbsterkenntnis resultieren, die Voraussetzung sein sollte f\u00fcr die\n\u00dcberwindung des Narrentums hin zum beschriebenen menschlichen Paradieszustand. <\/p>\n\n\n\n<p>Paradoxerweise prangert Brant die Unwirksamkeit der Besserungswirkung von B\u00fcchern an. In einem eigenen Kapitel \u201eVon unn\u00fctzen B\u00fcchern\u201c beklagt er die Leidenschaft des Sammelns von B\u00fcchern, ohne dass die B\u00fcchernarren deren Inhalte begreifen. Dabei folgen alle Kapitel einem einfachen Konstruktionsschema, das fast f\u00fcr das ganze Werk durchgehalten wird: Sie beginnen auf der linken Seite mit einem drei- oder vierzeiligen Motto, dem ein Holzschnitt und dann das Spruchgedicht folgt, das 34 meist jambische Verse aufweist und auf eine Doppelseite passt. Zur Bebilderung des Werks engagierte Brant mindestens vier K\u00fcnstler, darunter auch den jungen Albrecht D\u00fcrer, dem gut zwei Drittel der Holzschnitte zugeschrieben werden. 14 Exemplare des Erstdrucks sind erhalten. Bereits im Erscheinungsjahr wird es viermal nachgedruckt und bis zur Lutherbibel das meistverkaufte Buch. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"549\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Sebastian_Brant_1590-2-549x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5668\"\/><figcaption>Boschs Narrenschiff. Quelle: Von Hieronymus Bosch &#8211; http:\/\/www.hetnoordbrabantsmuseum.nl\/english\/press-jheronimus-bosch\/persbeelden-eng\/Previously: www.arthistory.cc&nbsp;: Home&nbsp;: Info&nbsp;: Pic, Gemeinfrei, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=8787863<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>38 deutsche oder niederdeutsche Ausgaben erschienen bis\n1730, 23 lateinische Fassungen bis 1572, daneben etliche franz\u00f6sische,\nenglische und niederl\u00e4ndische \u00dcbertragungen bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Faksimile-Editionen,\nNeudrucke und hochdeutsche Bearbeitungen sowie weitere \u00dcbersetzungen ins\nItalienische, Russische oder Japanische pr\u00e4gen das Bild im 19. und 20.\nJahrhundert. Sicher ist, dass Brant die Allegorie des Narren schlagartig\neuropaweit zur beliebtesten Figur des ausgehenden Mittelalters machte: Hieronymus\nBosch hat sein \u201eNarrenschiff\u201c um das Jahr 1500 gemalt; in kurzem Abstand\nfolgten das \u201eLob der Torheit\u201c (1509) des Erasmus von Rotterdam, Thomas Murners\n\u201eNarrenbeschw\u00f6rung\u201c (1512), \u201eTill Eulenspiegel\u201c (1515) und die \u201eSchildb\u00fcrger\u201c\n(1597). <\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eKlabautermann f\u00fchrt\ndas Narrenschiff\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1496 bekam Sebastian Brant den Professorentitel f\u00fcr\nr\u00f6misches und kanonisches Recht. Im selben Jahr erschienen seine \u201eExpositiones\u201c.\nDer knappe Kommentar zu den wichtigsten Titeln des r\u00f6mischen und kanonischen\nRechts war vermutlich als Lehrbuch f\u00fcr Brants Studenten gedacht. Obgleich\nlateinisch verfasst, entwickelte er sich schnell zum Bestseller, der bis in die\nBarockzeit hinein immer wieder aufgelegt wurde. 1499 trat Basel der\nEidgenossenschaft bei. Dieser Schritt war f\u00fcr Brant als Anh\u00e4nger der\nReichseinheit und des Kaisers Maximilian I. Grund genug, nach Stra\u00dfburg\nzur\u00fcckzugehen als Inhaber des Amts f\u00fcr Rechtsbeistand. 1503 wurde er dort Stadtschreiber.\nBrant bew\u00e4hrte sich in seinen Aufgaben und erhielt Auszeichnungen, so zum\nBeispiel den Titel eines kaiserlichen und kurmainzischen Rates. <\/p>\n\n\n\n<p>Er trat nun verst\u00e4rkt als F\u00f6rderer literarischer Arbeiten in Erscheinung, ver\u00f6ffentlichte aber kaum noch eigene Arbeiten. Als herausragend gelten seine Ausgaben der Werke Petrarcas sowie die Vergils. Als Zensor war er auch mit der Genehmigung aller Stra\u00dfburger Drucke befasst. 1520 reiste Brant nach Gent, wo er dem neuen Kaiser Karl V. f\u00fcr die Freie Reichsstadt Stra\u00dfburg huldigte. Insgesamt ist, ebenso wie aus seiner Jugend, nicht viel \u00fcber sein sp\u00e4tes Leben bekannt: 31 Briefe sind erhalten sowie Autographe aus Brants Amtst\u00e4tigkeit. Sein Grab ist heute verschollen. Die Wirkm\u00e4chtigkeit sowohl seiner Titelallegorie als auch der Narrenfigur ist allerdings ungebrochen. Die walisische Stadt Conwy etwa besitzt &#8211; nach \u00fcber 700 Jahren &#8211; wieder einen offiziellen Stadt-Narren. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Sebastian_Brant_1590-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5669\"\/><figcaption>Narrenschiff von J\u00fcrgen Weber in N\u00fcrnberg. Quelle: https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/e2\/Nuernberg_Narrenschiff_Weber.jpg\/640px-Nuernberg_Narrenschiff_Weber.jpg?1620375407089<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Musikalisch widmeten Karat (1980), Udo J\u00fcrgens (1986) und\nReinhard Mey (1998) dem Titel eigene Lieder, englischsprachig waren es u.a. The\nDoors (1970), The Grateful Dead (1974), Bob Seeger (1976), Erasure (1988), Sarah\nBrightman und die Scorpions (beide 1993) sowie Alphaville (2003). Aufgrund\nseiner Amoralit\u00e4t wurde und wird dem Narren bis heute auch eine vermittelnde\nFunktion zwischen Sinn und Unsinn zugestanden. Nur er besa\u00df die sprichw\u00f6rtliche\nNarrenfreiheit, zu tun und zu sagen, was er wollte. Au\u00dferhalb der\nStandesordnung befindlich, gab es f\u00fcr ihn wenig Konsequenzen zu f\u00fcrchten,\nerkannte Konstantin Fechter in der <em>Jungen Freiheit<\/em>: \u201eEr hatte\nnichts, weder Rang noch Familie oder Einkommen, durch das sich gegen ihn Druck\naus\u00fcben lie\u00df. Je willk\u00fcrlicher der Tyrann und brutaler seine Unterdr\u00fcckung der\nUntertanen, desto wichtiger war der Hofnarr, welcher als einziger noch eine\nspielerische Kritik vortragen konnte.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Seine Duldung verdeutlichte jedoch zugleich auch die eigentliche Machtlosigkeit des Narren: \u201eMan konnte ihn gew\u00e4hren lassen, da er keine Bedrohung f\u00fcr die herrschenden Verh\u00e4ltnisse darstellte, selbst wenn er die Wahrheit sprach\u201c, so Fechtner, der aktuell zun\u00e4chst eine Verbindung zur \u201eNarretei\u201c der \u201eschillernden Protestz\u00fcge gegen die bundesrepublikanische Corona-Politik der letzten Monate\u201c zieht. Die ernsthaften Kritiker der derzeitigen Zust\u00e4nde h\u00e4tten damit \u201edie Wahl zwischen weiterem Stillschweigen oder dem Anschluss an den Tanz und die damit verbundene Narrenkappe. Da-durch delegitimieren sie jedoch ihr Ansinnen und degradieren sich zur Witzfigur, indem sie sich argumentativ selbst entwaffnen.\u201c Somit werde der Wahn des Narren nicht mehr wie im Mittelalter ein Korrektiv zur Politik, sondern Grundlage eines Massenph\u00e4nomens und Lebensgef\u00fchl der politisch Ausgesto\u00dfenen: \u201eWer aber aus Verzweiflung \u00fcber fehlende Handlungsm\u00f6glichkeiten mit der Selbstvernarrung sympathisiert, setzt auf den Wahn als Verb\u00fcndeten und erreicht damit genau das Ziel der Neofeudalherren.\u201c Das trifft laut Fechter \u00fcbrigens auch auf die linksgr\u00fcnen, teils institutionalisierten Nazi- und Rassismusdenunzianten des Netzes zu. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"375\" height=\"500\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Sebastian_Brant_1590-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5670\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Sebastian_Brant_1590-4.jpg 375w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Sebastian_Brant_1590-4-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 375px) 100vw, 375px\" \/><figcaption>Grateful Dead &#8222;Ship of fools&#8220;. Quelle: https:\/\/i.pinimg.com\/originals\/e6\/0e\/96\/e60e960ecad015a3dea7c854d1a19f4f.jpg <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Doch genau der aktuelle Zustand der \u201eNeofeudalherren\u201c in Berlin l\u00e4sst sich auch als Narrenschiff allegorisieren, wie AfD-Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland schon im Oktober 2019 schrieb. Bereits vor \u00fcber zwei Jahrzehnten aber war Reinhard Mey ebenso weitsichtig: \u201eAm Horizont wetterleuchten die Zeichen der Zeit \/ Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit\u201c, reimte er damals. Und weiter: <\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\"><strong>\"Der Steuermann l\u00fcgt, der Kapit\u00e4n ist betrunken<br>Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken<br>Die Mannschaft lauter meineidige Halunken <br>Der Funker zu feig\u2018, um SOS zu funken. <br>Klabautermann f\u00fchrt das Narrenschiff <br>Volle Fahrt voraus und Kurs auf\u2018s Riff.\u201c <\/strong><\/pre>\n\n\n\n<p>Es lohnt heute, dar\u00fcber wieder nachzudenken.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er begr\u00fcndete mit seinem \u201eNarrenschiff\u201c eine Allegorie und ein ganzes Genre: Sebastian Brant, der vor 500 Jahren starb. Das Buch des Humanisten, Juristen und Publizisten ist erschreckend aktuell.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4,9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5665"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5665"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5665\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5674,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5665\/revisions\/5674"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5665"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5665"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5665"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}