{"id":5818,"date":"2021-09-12T05:22:37","date_gmt":"2021-09-12T04:22:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5818"},"modified":"2021-09-12T05:59:39","modified_gmt":"2021-09-12T04:59:39","slug":"keineswegs-ein-allwissender-prophet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5818","title":{"rendered":"\u201ekeineswegs ein allwissender Prophet\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Als genialer Vordenker nahm er unter anderem die Gen- und\nNanotechnik, den bargeldlosen Zahlungsverkehr und den Biochip fr\u00fch vorweg. Im\nJahre 1954, bevor \u00fcberhaupt an das World Wide Web zu denken war, entwarf er\nbereits Computernetze und lie\u00df in seinem Roman <em>Lokaltermin<\/em>\ndie Vorl\u00e4ufer der Suchmaschinen vom Stapel. Seine \u201eInsperten\u201c, ein genial\n\u00fcbersetztes Kofferwort aus Inspektor und Experten, f\u00fchrten Untersuchungen zu\nThemen der \u201eallgemeinen Ariadnologie und Labyrinthik\u201c durch und kamen schon\ndamals zu dem Ergebnis, die \u201eInformationsumwelt\u201c sei \u201evon einer f\u00fcrchterlichen\nMenge an Unsinn und L\u00fcgen verschmutzt\u201c. Am Ende seines Lebens wurde er zum\nKritiker der Informationsgesellschaft, weil diese die Nutzer zu\n\u201eInformationsnomaden\u201c mache, die nur \u201ezusammenhangslos von Stimulus zu Stimulus\nh\u00fcpfen\u201c w\u00fcrden. 2003 sagte er der <em>FAZ<\/em>\nden legend\u00e4ren Satz: \u201eDer Mensch ist eine unangenehme Gattung, sehr peinlich,\nja.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Den vielleicht prophetischsten Satz schrieb er 1961 in\nseinem Roman <em>Solaris<\/em>: \u201eWir brauchen\nkeine anderen Welten, wir brauchen Spiegel\u201c. In dem dreimal verfilmten\nScience-Fiction-Epos &#8211; so von &nbsp;Andrei\nTarkowski 1972 mit Donatas Banionis und Steven Soderbergh 2002 mit George\nClooney &#8211; sto\u00dfen Wissenschaftler auf einer Raumstation mit einer fremden\nPlaneten-Intelligenz zusammen, die als eine Art Denk-Ozean wundersame Kr\u00e4fte\nbesitzt, die \u00fcber das Vorstellungsverm\u00f6gen der Menschen weit hinausgehen. Die\nAstronauten werden in einen Wettstreit gegens\u00e4tzlicher Emotionen gest\u00fcrzt:\nXenophobie gegen Neugier. Dieses Grundthema findet sich in vielen Romanen: Ob\nin <em>Eden<\/em> oder <em>Der Unbesiegbare<\/em>, oft ging es um die Erforschung fremder,\nextraterrestrischer Formen der Intelligenz und deren Abgleich mit den Grenzen\ndes menschlichen Geistes. Er gilt als erfolgreichster polnischer Autor des 20.\nJahrhunderts, dessen Werk in 57 Sprachen \u00fcbersetzt ist und in einer Auflage von\n\u00fcber 45 Millionen weltweit erschien: Stanis\u0142aw Lem, der am 12. September seinen\n100. Geburtstag feierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Er kam als Sohn einer polnisch-j\u00fcdischen Arztfamilie in Lemberg auf die Welt und studierte nach einer beh\u00fcteten Kindheit von 1940 bis zur Besetzung Lembergs durch deutsche Truppen 1941 Medizin an der dortigen Universit\u00e4t. Mit einem Intelligenzquotienten von 180 galt er einst als \u201ekl\u00fcgstes Kind S\u00fcdpolens\u201c. Er beschrieb sich als Lesenarr und Tr\u00e4umer: \u201eIch zeichnete dar\u00fcber hinaus auch solche Monster, die es nicht gab, die es aber offensichtlich meiner Ansicht nach gegeben haben sollte. Ich bin also mit meiner Phantasie in andere Zeiten und andere Welten gefl\u00fcchtet, und obwohl ich verstanden habe, dass dies nur scheinbar ist, ein Spiel, h\u00fctete ich meine Geheimnisse.\u201c <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"996\" height=\"454\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lem.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5819\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lem.jpg 996w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lem-300x137.jpg 300w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lem-768x350.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 996px) 100vw, 996px\" \/><figcaption>Stanislaw Lem 1975. Quelle: https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/3f6fd8ab-0001-0004-0000-000000285825_w996_r2.194_fpx40.5_fpy49.98.jpg <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zwar konnte er mit gef\u00e4lschten Papieren seine j\u00fcdische\nHerkunft verschleiern; der Gro\u00dfteil seiner Familie kam im Holocaust um: \u201eIch\nhab Hitler gebraucht, um draufzukommen, dass ich j\u00fcdisch bin\u201c, schrieb er in\nseinen Erinnerungen. W\u00e4hrend des Krieges arbeitete er als Hilfsmechaniker und\nSchwei\u00dfer f\u00fcr eine deutsche Firma, die Altmaterial aufarbeitete, und half dem\nWiderstand gegen die deutsche Besatzungsmacht. Als gegen Ende des Krieges Polen\ndurch die Roten Armee befreit wurde und das Land zum Einflussbereich der\nSowjetunion geh\u00f6rte, setzte er sein Studium in Lemberg fort. <\/p>\n\n\n\n<p>1945 musste er, nachdem seine Heimatstadt an die Sowjetunion\ngefallen war, nach Krakau ziehen, wo er an der Jagiellonen-Universit\u00e4t sein\nMedizinstudium zum dritten Mal aufnahm und als Forschungsassistent an Problemen\nder angewandten Psychologie arbeitete. In diese Zeit fielen auch seine ersten\nliterarischen Versuche: Geschichten, ein Theaterst\u00fcck und eine erst nach Lems\nTod wiedergefundene, 2009 herausgegebene antistalinistische Satire. 1948\nentstand sein erster Roman <em>Die Irrungen\ndes Dr. Stefan T.<\/em>, der wegen der Zensur erst acht Jahre sp\u00e4ter erscheinen\nkonnte. Ebenfalls in dieser Zeit lernte er seine sp\u00e4tere Frau Barbara Le\u015bniak\nkenne, eine Radiologin, die er 1953 heiratete und mit ihr sein gesamtes Leben\nverbrachte. Als seine Lieblingsschriftsteller wird er Dostojewski, Rilke, Kafka\nnennen &#8211; und die Br\u00fcder Arkadi und Boris Strugazki (<em>Stalker<\/em>), die etwa zeitgleich mit ihm zu publizieren begannen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>technische Evolution statt\nFuturologie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da er sich in seinem letzten Examen weigerte, Antworten im Sinne der genetischen Irrlehre des Russen Lyssenko zu geben, entging er zwar einem Dasein als Milit\u00e4rarzt, konnte deswegen aber auch nicht als Arzt praktizieren, arbeitete in der Forschung und verlegte sich immer mehr aufs Schreiben. Sein erstgeschriebener Roman <em>Der Mensch vom Mars<\/em> von 1946 erschien in Buchform erst 1989. 1951 wurde sein erster Roman <em>Der Planet des Todes<\/em> ver\u00f6ffentlicht und 1960 von der DEFA unter dem Titel <em>Der schweigende Stern<\/em> verfilmt. Es war einer von nur vier Science-Fiction-Kinofilmen der DDR; in der Bundesrepublik lief der Film sp\u00e4ter als <em>Raumschiff Venus antwortet nicht<\/em>. Hauptthema des Films ist die zu Zeiten des kalten Krieges auf die Venus verlegte Warnung vor einer nuklearen Katastrophe\u00a0\u2013 ein Thema, das Lem immer wieder umtreiben sollte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"967\" height=\"543\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lem-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5820\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lem-1.jpg 967w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lem-1-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lem-1-768x431.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 967px) 100vw, 967px\" \/><figcaption>Filmszenenbild 1960. Quelle: https:\/\/www.rbb-online.de\/content\/dam\/rbb\/rbb\/fernsehen\/filmzeit\/111samstag\/Der-schweigende-Stern_DEFA-Stiftung_Foto-Waltraut-Pathenheimer-5-.jpg.jpg\/size=966&#215;543.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Seinen literarischen Durchbruch schaffte er 1956 mit der Ver\u00f6ffentlichung\nvon <em>Gast im Weltraum<\/em>. In den\ndarauffolgenden Jahren schrieb er seine wichtigsten Science-Fiction-Romane,\ndarunter die <em>Sterntageb\u00fccher<\/em>, die <em>Kyberiade<\/em> und <em>Die Stimme des Herrn<\/em>. Mit Ijon Tichy (abgeleitet von polnisch Cichy,\n\u201eDer Stille\u201c) schuf Lem eine Art Weltraum-M\u00fcnchhausen, der auf fremden Welten irrwitzige\nAbenteuer erlebt, die vor Absurdit\u00e4t strotzen. Er ist die Hauptfigur in den <em>Sterntageb\u00fcchern<\/em> und weiteren Romanen wie\ndem pessimistischen <em>Der futurologische\nKongress<\/em>, <em>Lokaltermin<\/em> und <em>Der Flop<\/em>. Das<em> ZDF<\/em> verfilmte 2007 und 2011 mehrere Episoden unter dem Titel \u201eIon\nTichy: Raumpilot\u201c in einem verd\u00e4chtig an eine studentische Altbauwohnung\ngemahnenden Flugobjekt mit \u201eso unverhohlener kindlicher Freude am Trash, dass\nman sich kurz vergewissern muss, ob man tats\u00e4chlich den oft als \u201aKukidentkanal\u2018\nverspotteten Mainzer Sender eingeschaltet hat\u201c, wunderte sich Peter Luley im <em>Spiegel<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Faktotum \u201eAnaloge Halluzinelle\u201c als kongenialer Sidekick\nTichys spielte Nora Tschirner (<em>Tatort<\/em>).\nKreiert, um Tichy durch die gelegentliche \u00dcbernahme des Steuers ein wenig\nSchlaf zu erm\u00f6glichen, verschuldet sie bspw. eine Bruchlandung auf dem\nunwirtlichen Planeten Torkov. Dort wird der Raketenz\u00fcndschl\u00fcssel von einer kilometergro\u00dfen\nhaarigen Kulupe gefressen, einem Monster, das so viel Schrecken verbreitet wie\nSamson aus der <em>Sesamstra\u00dfe<\/em>. Um ihn wiederzubeschaffen,\n\u00fcbergie\u00dft sich Tichy nach kurzem Nachschlagen in der \u201eKosmischen Enzyklop\u00e4die\u201c\nmit Pilzso\u00dfe und l\u00e4sst sich als lebenden K\u00f6der verspeisen, um dann im Innern der\nKulupe eine Bombe zu z\u00fcnden. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Deutsche Fernsehpreis und eine Grimme-Nominierung waren der Lohn f\u00fcr solch Spektakel. Unvergessen ist auch, wie der t\u00f6lpelhafte Pilot Pirx, eine weitere Lieblingsfigur Lems, mit verdorbenen Lebensmitteln, vergesslichen Robotern und den Sinnlosigkeiten der Weltraum-B\u00fcrokratie k\u00e4mpft. \u201eLems Helden sind sternenfahrende Don Quichottes, die nicht gegen Windm\u00fchlen k\u00e4mpfen, sondern gegen die Invasion der Technokratie in die geistige Welt\u201c, befindet Andreas Borcholte im <em>Spiegel<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lem-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5821\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lem-2.jpg 500w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lem-2-300x169.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption>Tichy und Halluzinelle. Quelle: https:\/\/m.media-amazon.com\/images\/I\/41pmsz1ZyvL.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Anfang der 1960er Jahre entstand auch sein wichtigstes\nnicht-fiktionales Werk <em>Summa technologiae<\/em>.\nDer Titel bezieht sich auf die gro\u00dfen \u201eSummen\u201c der Theologie: <em>Summa theologica<\/em> von Thomas von Aquin\nbzw. <em>Summa Theologiae<\/em> von Albertus\nMagnus. Es geht Lem darin eher um eine Metatheorie technischer Evolution als um\nFuturologie, da die moderne Technologie erstmals in der Geschichte dem Menschen\ndie Welt mit Hilfe immer komplizierterer Regelsysteme verf\u00fcgbar machen &#8211; und\nihn damit von der Natur emanzipieren will. Den technokratischen Anw\u00e4lten\namoralischer Sachzw\u00e4nge gibt er zu bedenken: \u201eUnser weiteres Vorgehen muss von\neinem moralischen Kanon geleitet sein, der uns als Ratgeber bei der\nEntscheidung zwischen den Alternativen dient, die die amoralische Technologie\nhervorbringt.\u201c Seine Diskussion dieses imagin\u00e4ren Kanons liest sich immer noch genussvoll,\net-wa sein Blick auf \u201emaschinelle Ehestifter\u201c sprich Heiratscomputer. Alle Literaturkritik\naber ist bis heute hilflos, wie seine philosophische Tiefgr\u00fcndigkeit mit seinem\nutopischen Humor zu vereinen sei.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201egemacht, was ich\nkonnte\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem in Polen das Kriegsrecht verh\u00e4ngt worden war,\nverlie\u00df Stanis\u0142aw Lem 1982 sein Heimatland und arbeitete in West-Berlin am\nWissenschaftskolleg. Ein Jahr sp\u00e4ter ging er nach Wien, wo sein einziger Sohn\nTomasz die American International School besuchte. In Berlin und Wien schrieb\nLem unter anderem den preisgekr\u00f6nten Krimi <em>Der\nSchnupfen<\/em> und <em>Fiasko <\/em>&#8211; sein letzter\nzu Lebzeiten ver\u00f6ffentlichter Roman. Lem kehrte erst 1988 im Zuge der\npolitischen Ver\u00e4nderungen nach Polen zur\u00fcck. Er hielt in Krakau Vorlesungen zur\nFuturologie, gr\u00fcndete die polnische Astronautische Gesellschaft, war Mitglied mehrerer\nSchriftsteller- und Gelehrtenverb\u00e4nde sowie mehrfacher Ehrendoktor und wurde 1976\nauf Betreiben von Philip K. Dick (<em>Blade Runner<\/em>) Ehrenmitglied in der\nScience Fiction and Fantasy Writers of America. Dicks psychische Krankheit\nf\u00fchrte allerdings dazu, dass er gegen Lem &#8211; den er f\u00fcr eine geheime\nOrganisation namens L.E.M. hielt &#8211; eine Anzeige an das FBI schrieb und ihm auf sein\nBetreiben diese Ehrenmitgliedschaft vor\u00fcbergehend wieder entzogen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe auch genug geschrieben. 40 B\u00fccher reichen\u201c, erkl\u00e4rte er 1996 auf <em>telepolis<\/em>. \u201eIch war keineswegs ein allwissender Prophet der kreativen technischen Explosion mit einem wunderbar sonnigen Avers und einem schwarzen und d\u00fcsteren Revers. Diese Aufteilung ergab sich irgendwie von selbst, und erst jetzt, am Ende meiner schriftstellerischen Arbeit, kann ich dieses aus zwei H\u00e4lften zusammengesetzte Ganze erkennen\u201c, schrieb er ein Jahr sp\u00e4ter. Der Mensch als gottgleiche Kreatur, die dank wissenschaftlicher Erkenntnisse die Gesetze der Natur aushebelt und beherrscht &#8211; diese Vorstellung war Lem ein ewiges Menetekel. \u201eDie Tragik des 20. Jahrhunderts liegt darin, dass es nicht m\u00f6glich war, die Theorien von Karl Marx zuerst an M\u00e4usen auszuprobieren\u201c, schrieb er. Bis zuletzt verweigerte er sich dem Internet. Lem starb nach l\u00e4ngerer Krankheit am 27. M\u00e4rz 2006 in einer Klinik in Krakau an Herzversagen. Auf seinem Grabstein steht die Inschrift \u201eFeci, quod potui, faciant meliora potentes\u201c &#8211; \u201eIch habe gemacht, was ich konnte, m\u00f6gen die es besser machen, die dazu imstande sind.\u201c <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"800\" height=\"982\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lem-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5822\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lem-3.jpg 800w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lem-3-244x300.jpg 244w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lem-3-768x943.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Lems Grab. Quelle: Von Gapcior &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=11108254 <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Seine Kurzgeschichten, Romane und Essays zeichnen sich durch\n\u00fcberbordenden Ideenreichtum und fantasievolle sprachliche Neusch\u00f6pfungen aus,\nwobei auch die Kritik an der Machbarkeit und dem Verstehen der technischen\nEntwicklung im Kontext philosophischer Diskurse immer ein zentraler Bestandteil\nseiner Werke ist. \u201eSeine schier unb\u00e4ndige Phantasie, Fabulierlust und sein\nimmer wieder durchdringender Humor macht ihn zu einem der herausragenden\nAutoren, der, sagen wir es ehrlich, einen Nobelpreis verdient h\u00e4tte\u201c, befand\nMatthias Weidemann in der <em>Leipziger\nInternetzeitung<\/em>. Durch seine utopischen Werke erwarb sich der als schwer\n\u00fcbersetzbar geltende Lem den Ruf, einer der gr\u00f6\u00dften Schriftsteller in der\nGeschichte der SF-Literatur zu sein; neben den Strugazkis der gr\u00f6\u00dfte des\neinstigen Ostblocks sowieso: Allein in der DDR erfuhr jedes seiner B\u00fccher\nmindestens eine zweite, oft vierte oder f\u00fcnfte Auflage. 1992 wurde ein Asteroid\nnach ihm benannt, 2013 der polnische Forschungssatellit <em>Lem<\/em> mit einer russisch-ukrainischen Dnepr-Tr\u00e4gerrakete in eine\nErdumlaufbahn transportiert. Der Sejm, das polnische Parlament, erkl\u00e4rte 2021 zum\nStanis\u0142aw-Lem-Jahr. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er gilt als erfolgreichster polnischer Autor des 20. Jahrhunderts: Stanis\u0142aw Lem. Jetzt w\u00fcrde der zuerst utopische, zuletzt dystopische Science Fiction-Vision\u00e4r 100 Jahre. <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5818"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5818"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5818\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5823,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5818\/revisions\/5823"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5818"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5818"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5818"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}