{"id":5871,"date":"2021-10-10T06:26:58","date_gmt":"2021-10-10T05:26:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5871"},"modified":"2021-09-30T19:32:17","modified_gmt":"2021-09-30T18:32:17","slug":"genie-mit-handwerkerbewusstsein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5871","title":{"rendered":"\u201eGenie mit Handwerkerbewusstsein\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Ohne je Not gelitten zu haben, versuchte er zus\u00e4tzliche\nmaterielle Sicherheit durch viele Examina, Zeugnisse und Empfehlungsschreiben\nzu gewinnen: Bis weit ins Erwachsenenalter hinein war er sich seiner\nmusikalischen Berufung offensichtlich nicht sicher. Auch sein Lebensstil war\nbescheiden. Er galt als depressiv und litt trotz seiner Erfolge sein ganzes\nLeben an Minderwertigkeitsgef\u00fchlen und tiefer Einsamkeit. Die dem\u00fctige Haltung\ndes Komponisten gegen\u00fcber Autorit\u00e4ten zeigte sich auch darin, dass er seine 7.\nSinfonie dem bayerischen K\u00f6nig Ludwig II., die 8. Sinfonie dem Kaiser Franz\nJoseph und die 9. Sinfonie dem lieben Gott widmete, \u201ewenn er sie nehmen mag\u201c. Sein\nGottvertrauen gab ihm Kraft, die zahlreichen Anfeindungen seiner Gegner\nauszuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Rolle von Frauen in seinem Leben erscheint widerspr\u00fcchlich. Er verfasste zeitlebens schriftliche Heiratsantr\u00e4ge, vorzugsweise an junge Frauen um die 20, war aber durchwegs erfolglos. Sie \u00e4hneln seinem rastlosen Dr\u00e4ngen nach Anerkennung als Musiker, nur konnte er die von ihm verehrten Frauen mit Zeugnissen und \u00e4hnlichem nicht beeindrucken. Seinem ehemaligen Lehrer Otto Kitzler entgegnete er einmal, als dieser ihn auf seine \u201eungeregelten Verh\u00e4ltnisse\u201c ansprach: \u201eLieber Freund, ich habe keine Zeit, ich muss jetzt meine Vierte schreiben!\u201c. Sein Biograph Walter Gerstenberg befand: \u201eDie m\u00f6nchischen Tugenden des Gehorsams, der Unterordnung und der Enthaltsamkeit haben seinen Lebensweg begleitet.\u201c Zudem litt er an verschiedenen Zwangsneurosen, etwa einem Z\u00e4hlzwang (Arithmomanie), der sich unter anderem in den durchg\u00e4ngig nummerierten Taktperioden zahlreicher seiner Partituren niederschlug. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Maggi-5.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5885\"\/><figcaption>Der alte Bruckner. Quelle: Von Ferry B\u00e9raton &#8211; https:\/\/sammlung.wienmuseum.at\/objekt\/42817-anton-bruckner-komponist\/, Gemeinfrei, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=1504375<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf ihm lastete die verbreitete Ansicht, er sei zwar\nmusikalisch hochbegabt, doch letztlich nie seiner provinziellen Herkunft entwachsen.\nDie gern kolportierte Beschreibung \u201ehalb Genie, halb Trottel\u201c stammt jedoch\nnicht, wie vielfach angenommen, vom Kollegen Gustav Mahler, sondern vom\nDirigenten und Pianisten Hans von B\u00fclow. Der Musikwissenschaftler August Halm\nnannte ihn \u201eGenie mit Handwerkerbewusstsein\u201c. Dass er ausgebildeter Lehrer mit\neiner Zulassung f\u00fcr h\u00f6here Schulen war und als solcher zur oberen\nBildungsschicht geh\u00f6rte, l\u00e4sst auch andere Interpretationen seines Verhaltens\nzu: Dieser gro\u00dfe Einzelg\u00e4nger der Musikgeschichte k\u00f6nnte sich durch ein klobig-kantig\nanmutendes, ungeschickt erscheinendes Benehmen, das er noch mit seiner\nKurzhaarfrisur und \u00fcberweiten Anz\u00fcgen unterstrich, gegen\u00fcber ihm feindlich\ngesinnten Menschen wie manchen Musikkritikern bewusst abgegrenzt haben: Anton\nBruckner, der am 11. Oktober 1896 in Wien starb.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Entfaltung in Wien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Geboren wurde er am 4. September 1824 in Ansfelden als\n\u00e4ltestes von zw\u00f6lf Kindern eines Dorfschullehrers mit b\u00e4uerlichen Vorfahren, zu\ndessen damaligen Pflichten auch kirchenmusikalische Dienste wie Kantoramt und\nOrgelspiel sowie das Aufspielen als Tanzbodengeiger auf Festen geh\u00f6rten. So kam\nder junge Bruckner bereits fr\u00fch mit der Musik in Kontakt und fungierte schon\nals Zehnj\u00e4hriger gelegentlich als Aushilfsorganist. Nach dem Tod seines Vaters\nbesuchte er dreizehnj\u00e4hrig als Sch\u00fcler und S\u00e4ngerknabe das\nAugustinerchorherrenstift St. Florian und \u00fcbt wie besessen: Laut seiner\nBiografin Elisabeth Maier hat er \u201ein der Nacht so viel gespielt, vor allem\nBach, dass die Lehrersfrau dann aufgestanden ist und gesagt hat, er soll jetzt\nendlich Ruhe geben, er st\u00f6rt alle im Haus.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1840 lie\u00df er sich in einem Pr\u00e4parandenkurs in Linz zum Lehrer ausbilden. Schon 1841 wurde er Schulgehilfe im Dorf Windhaag, wo es bald schon zu Konflikten mit seinem Vorgesetzten kam, die schlie\u00dflich zur Versetzung nach Kronstorf f\u00fchrten: Bruckner habe zu viel komponiert und auf der Orgel improvisiert, statt seinen Pflichten nachzukommen, die neben dem Schul- und Kirchendienst auch die Arbeit auf dem Feld und im Wald umfassten. Tats\u00e4chlich schrieb er in dieser Zeit drei sogenannte \u201eChoral-Messen\u201c 1845 absolvierte er schlie\u00dflich die Lehrerpr\u00fcfung und trat noch im selben Jahr eine Stelle als Hilfslehrer der Schule von Sankt Florian an. In seiner Freizeit besch\u00e4ftigte er sich mit der Fugenkunst von Johann Sebastian Bach und mit Volkst\u00e4nzen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Maggi-6-1024x682.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5886\"\/><figcaption> Brucknerorgel im Stift Sankt Florian. Quelle: Von Bwag &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=106336956<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1849 war er in Sankt Florian vorl\u00e4ufiger Stiftsorganist und\nHilfslehrer, nahm zwei Jahre sp\u00e4ter diese Funktionen endg\u00fcltig wahr und legte 1855\ndie Pr\u00fcfung zum Lehrer f\u00fcr Hauptschulen ab. Im gleichen Jahr verlie\u00df er das\nStift und wurde ein Jahr sp\u00e4ter in Linz Domorganist. Eine Anekdote besagt, dass\nsich Bruckner zun\u00e4chst nicht bewarb, aber schlie\u00dflich \u00fcberredet werden konnte,\ndaran teilzunehmen. Obwohl er keine schriftliche Bewerbung eingereicht hatte,\nwurde ihm erlaubt zu spielen. Keiner seiner Mitbewerber vermochte mit seiner\nvirtuosen Orgelkunst gleichzuziehen, und so bekam er die Stelle. Zus\u00e4tzlich\nabsolvierte er eine klassische musikalische Ausbildung und bestand 1861 die\nPr\u00fcfung an der Orgel der Piaristenkirche zu Wien. In die Linzer Zeit f\u00e4llt\nseine nahezu schicksalhafte Begegnung mit der Musik Richard Wagners, die ihn\nfortan begleiten sollte. Beide Musikwelten, die altmeisterliche Satztechnik und\ndie moderne Klangf\u00fchrung, miteinander zu verschmelzen, blieb seitdem sein\nimmanentes k\u00fcnstlerisches Streben und wird seine eigent\u00fcmliche Stellung in der\nMusik des 19. Jahrhunderts begr\u00fcnden. <\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen 1864 und 1868 entstanden nun mit den drei gro\u00dfen\nMessen in d-Moll, e-Moll und f-Moll sowie der Sinfonie Nr. 1 c-Moll die ersten\nMeisterwerke. Bruckners angestrengte Arbeitsweise, private und berufliche\nEntt\u00e4uschungen untergruben seine Gesundheit in der Zeit um 1867 und brachten\nihn bis an den Rand geistiger Verwirrung. Nach einer Kur trat er 1868 am Wiener\nKonservatorium die Nachfolge eines ehemaligen Lehrers an und wurde Professor\nf\u00fcr Generalba\u00df, Kontrapunkt und Orgel. \u201eErst auf dem k\u00fcnstlerisch reichen und\ngerade damals vielschichtigen Boden Wiens konnte sich Bruckners\nkompositorisches Genie vollends entfalten\u201c, so Gerstenberg. Hier vor allem sind\nin oft harter und m\u00fchevoller Arbeit jene m\u00e4chtigen Symphonien entstanden, die\nseinen Ruhm begr\u00fcndet haben. Als Sinfoniker nahm er sich Ludwig van Beethoven\nzum Vorbild. Aus seinen Werken, besonders aus seiner 9. Sinfonie, holte er sich\nAnregungen f\u00fcr die eigene Kompositionsweise. In der Kirchenmusik entwickelte\nBruckner einen modernen sinfonischen Messestil und schuf eine\nliturgisch-kirchenmusikalische Ausdruckssprache, der er den zeitgen\u00f6ssischen\nsinfonischen Charakter unterlegte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eetwas elementar\n\u00dcberw\u00e4ltigendes\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1869 wurde er zur Einweihung der Orgel der Kirche St-Epvre in Nancy geladen und gab einige Tage sp\u00e4ter ein umjubeltes Konzert in Notre-Dame in Paris. Der gro\u00dfe Erfolg dort wiederholte sich 1871 in der Royal Albert Hall in London. Daheim wurde Bruckner zunehmend in den Streit der beiden musikalischen Parteien hineingezogen, der keine Stadt so leidenschaftlich wie Wien bewegt hat: die neudeutschen Anh\u00e4nger Liszts und Wagners hielten sich f\u00fcr die Avantgardisten eines musikalischen Fortschritts und z\u00e4hlten ihn zu den Ihren, w\u00e4hrend Johannes Brahms, der seit 1862 ebenfalls in Wien lebte, als Hauptrepr\u00e4sentant einer konservativen, von den Gegnern gern als reaktion\u00e4r bezeichneten Richtung galt. Diese Spaltung der musikalischen \u00d6ffentlichkeit, besonders auch die immer unerbittlichere Gegnerschaft des angesehenen Musikkritikers Eduard Hanslick, hat Bruckner enorm mitgenommen und war mindestens teilweise Ursache einiger Urauff\u00fchrungs-Misserfolge.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"737\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Maggi-7-1024x737.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5887\"\/><figcaption>\u201eDer K\u00fcnstler wallt im Sonnenschein, die Tintenbuben hinterdrein.\u201c Karikatur von Otto B\u00f6hler auf Bruckner und seine Kritiker (Eduard Hanslick, Max Kalbeck und Richard Heuberger), in Anlehnung an den Struwwelpeter. Quelle: Von Otto B\u00f6hler &#8211; Klaus G\u00fcnzel: Die deutschen Romantiker. Artemis, Z\u00fcrich 1995, ISBN 3-7608-1119-1, Gemeinfrei, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=12221513<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Er vollendete weitere Sinfonien, sein Streichquintett F-Dur\n(1879), ein Te Deum in C-Dur (1881) sowie zahlreiche Chorwerke und\nOrgelkompositionen. Kaiser Franz Joseph I. zeigte sich vom Te Deum sogar so\nbeeindruckt, dass er Bruckner daf\u00fcr das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens\nverlieh und die Drucklegung zweier Sinfonien finanzierte. Bruckners\nSelbstkritik verst\u00e4rkte sich inzwischen derart, dass er immer wieder bereit\nwar, auch schon abgeschlossene fertige Werke oder Teile davon nicht selten von\nGrund auf umzuarbeiten, was nach seinem Tod zu Auff\u00fchrungsproblemen f\u00fchren\nwird. Allein f\u00fcr seine dritte Sinfonie sind vier Umarbeitungswellen\nnachgewiesen. 1879 in die kaiserliche Hofkapelle aufgenommen, ehrte ihn 1891 die\nPhilosophische Fakult\u00e4t in Wien mit der Ehrendoktorw\u00fcrde, 1894 die Stadt Linz\nmit der Ehrenb\u00fcrgerschaft. Ab 1895 wurde ihm, gesundheitlich schon schwer\nangeschlagen, die Ehre zuteil, im Schloss Belvedere wohnen zu d\u00fcrfen \u2013 bis zu\nseinem Tod. Seine letzte, neunte Sinfonie blieb unvollendet. Gem\u00e4\u00df seinem\nTestament wurde er bei seinem Berufsanf\u00e4nger- und Lieblingsinstrument\nbeigesetzt: In der Krypta unter der Orgel des Stifts St. Florian.<\/p>\n\n\n\n<p>Bruckner ist neben Brahms und Wagner derjenige Komponist des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts, dessen Schaffen wohl am richtungweisendsten f\u00fcr die folgende Entwicklung der abendl\u00e4ndischen Musik wurde. Gustav Mahlers ausdrucksstarke Monumentalsinfonik ist undenkbar ohne Bruckners gr\u00fcndliche Vorarbeit. Vom \u201eBruckner-Rhythmus\u201c etwa in der sechsten und neunten Sinfonie lie\u00df sich Jean Sibelius anregen. Selbst Schostakowitsch ist ohne Bruckner kaum denkbar. Seine Bedeutung f\u00fcr die gesamte sp\u00e4tere Musik wurde in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg aber in den Hintergrund ger\u00fcckt, da die Nationalsozialisten Bruckners Musik als \u201earisch-deutsch\u201c bezeichneten und ihre Erhabenheit, Weite, Gr\u00f6\u00dfe und Repr\u00e4sentation f\u00fcr propagandistische Zwecke missbrauchten: So wurde nach der Bekanntmachung von Hitlers Tod am 1. Mai 1945 das Adagio der siebenten Sinfonie im Rundfunk \u00fcbertragen. Der Missbrauch ging sogar so weit, Bruckners Typus &#8211; klein, untersetzt, Hakennase &#8211; als eigene Unterart des Ariers zu definieren, die besonders gut f\u00fcr die Musik geeignet sei. Daher trauten sich viele Komponisten in der fr\u00fchen Nachkriegszeit nicht, sich auf Bruckner zu berufen. 2019 kr\u00f6nte der Filmregisseur Reiner Moritz seine Karriere mit dem 96min\u00fctigen Dokumentarfilm \u201eAnton Bruckner &#8211; Das verkannte Genie\u201c, der im Kino aber nur m\u00e4\u00dfigen Erfolg hatte. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"504\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Maggi-8-504x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5889\"\/><figcaption>Viktor Tilgners Bruckner-Denkmal im Wiener Stadtpark, Zustand 1908. Quelle: Von Autor unbekannt &#8211; Book: Wien seit 60 Jahren, 1908, Gemeinfrei, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=10074348<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Seit den 1960er Jahren ist bekannt, dass die authentische \u00dcberlieferung seiner Symphonien durch den \u201ewohlmeinenden Rat\u201c einiger seiner Sch\u00fcler gef\u00e4hrdet ist: sie erlaubten sich teils weitgehende Eingriffe in das Gef\u00fcge der Druckausgaben. Ob Bruckner dabei zugestimmt hat, ist unbekannt. Zu denken gibt, dass er seine unverf\u00e4lschten Handschriften der Nachwelt durch Bibliotheksverm\u00e4chtnis erhalten wollte. Gemeinsam mit seinem Umarbeitungsdrang \u201eist die Frage nach der authentischen, letztg\u00fcltigen Klang- und Formgestalt von Bruckners Musik so verwickelt wie bei kaum irgendeinem anderen Komponisten und gegenw\u00e4rtig noch nicht vollst\u00e4ndig zu l\u00f6sen\u201c, res\u00fcmiert Gerstenberg. Die Tendenz der Erstausgaben gegen\u00fcber den Originalfassungen scheint aber klar: w\u00e4hrend die Sch\u00fcler-Korrektoren bestrebt waren, sie n\u00e4her an das neudeutsche Ideal Wagners heranzuf\u00fchren, ist Bruckners Klanggestalt h\u00e4rter, sch\u00e4rfer in sich abgesetzt, weniger ausladend. Gerstenberg rei\u00dft sie gar zu Pathos hin: \u201eBeethoven mei\u00dfelt seine Formen, Bruckner l\u00e4sst sie wachsen. Diese Naturkraft seiner Musik hat etwas elementar \u00dcberw\u00e4ltigendes\u201c. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er geh\u00f6rte zu den innovativsten Komponisten und Organisten seiner Zeit, als \u201earisch-deutsch\u201c wurde seine Musik im 3. Reich gefeiert: Anton Bruckner. Der einst umstrittene Virtuose starb vor 125 Jahren<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4,8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5871"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5871"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5871\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5890,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5871\/revisions\/5890"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5871"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5871"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5871"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}