{"id":5929,"date":"2021-10-09T21:09:56","date_gmt":"2021-10-09T20:09:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5929"},"modified":"2021-10-10T07:05:08","modified_gmt":"2021-10-10T06:05:08","slug":"abgrundtiefe-bildungsdefizite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=5929","title":{"rendered":"\u201eabgrundtiefe Bildungsdefizite\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Liebe Freunde,<\/p>\n\n\n\n<p>Von Stra\u00dfen \u00fcber Apotheken und V\u00f6geln bis hin zu Konsumg\u00fctern wie Keksen ist der B\u00fcrger inzwi-schen Umbenennungs\u00e4rger gewohnt. Doch dass Dresdens Museen jetzt auch Alte Meister verunstalten, tut weder der Kultur noch dem sozialen Frieden gut und l\u00e4sst den \u00c4rger in Wut umschlagen &#8211; schrieb ich in meiner aktuellen <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Tumult-Kolumne (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.tumult-magazine.net\/post\/thomas-hartung-abgrundtiefe-bildungsdefizite\" target=\"_blank\">Tumult-Kolumne<\/a>, die am Freitag (08.10.21) online ging. Doch da sowohl das Feuilleton der <em>S\u00e4chsischen Zeitung <\/em>als auch SPD-Grande Wolfgang Thierse in derselben noch Anmerkungen t\u00e4tigten, hier mein aktualisierter Text dazu.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"555\" height=\"415\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Unbenannt-e1585137300373.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5856\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Unbenannt-e1585137300373.jpg 555w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Unbenannt-e1585137300373-300x224.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Marion Ackermann muss in der alten deutschen Redewendung\n\u201eAller guten Dinge sind drei\u201c das \u201egute\u201c durch \u201eschlechte\u201c ersetzt werden. Die\nG\u00f6ttinger Kunsthistorikerin, seit 2016 Generaldirektorin der Staatlichen\nKunstsammlungen Dresden SKD, hat seitdem drei veritable Skandale hingelegt.\nZuerst verbannte sie DDR-Kunst ins Depot, was den \u201eDresdner Bilderstreit\u201c, einen\nAufstand des Kulturb\u00fcrgertums, nach sich zog. Dann lie\u00df sie sich von Berliner\nClangangstern elf unsch\u00e4tzbare und bis heute verschwundene Kleinode aus dem\nGr\u00fcnen Gew\u00f6lbe buchst\u00e4blich unterm Hintern wegstibitzen. Die\nSicherheitseinrichtungen h\u00e4tten doch funktioniert, log sie, und freute sich\nsp\u00e4ter: Die R\u00e4uber h\u00e4tten doch gar nicht alles mitgenommen, es w\u00e4re ja immer\nnoch was da. Und nun vergriff sie sich an teilweise jahrhundertealten,\nvertrauten Bezeichnungen f\u00fcr Kunstwerke.<\/p>\n\n\n\n<p>Was war geschehen? Im Zeichen der \u201e\u00e4u\u00dfersten\nSensibilisierung f\u00fcr Sprache\u201c wurden insgesamt 143 Exponate in Orwell\u2018scher\nManier um- oder gleich ganz neubenannt, weil ihre Werktitel \u201erassistische oder\nanderweitig diskriminierende Begriffe oder Inhalte\u201c aufwiesen: \u201eDer effektivste\nWeg, Menschen zu zerst\u00f6ren, besteht darin, ihr eigenes Verst\u00e4ndnis ihrer\nGeschichte zu leugnen und auszul\u00f6schen\u201c, schrieb der Brite in \u201e1984\u201c. Aus \u201eZwerg\u201c\nwurde \u201ekleinw\u00fcchsiger Mann\u201c, aus \u201eKnabe\u201c wurde \u201eJunge\u201c, aus \u201eZigeunermadonna\u201c\nwurde \u201eMadonna mit stehendem Kind\u201c, und aus \u201eindischen Eingeborenen\u201c wurden\neinfach nur \u201eMenschen\u201c. Der Name des Gem\u00e4ldes \u201eLandschaft mit mohammedanischen\nPilgern\u201c von Christoph Ludwig Agricola (ca. 1710) wurde beispielsweise in\n\u201eLandschaft mit betenden Muslimen\u201c abge\u00e4ndert. Vor allem die Tilgung von \u201eMohr\u201c\nund \u201eZigeuner\u201c fiel auf: Aus einer \u201eZigeunerin\u201c etwa wurde eine \u201eFrau mit\nKopftuch\u201c. Ob es sich dabei um eine Katholikin im Petersdom oder eine Muslimin\nhandelt, spielt offenbar keine Rolle mehr. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei elf Exponaten wurde der Titel nicht umge\u00e4ndert, sondern durch Asterisken (Sternchen) unkenntlich gemacht. Die Statuette \u201eMohr mit der Smaragdstufe\u201c von Balthasar Permoser als Bildhauer und Johann Melchior Dinglinger als Goldschmied, eins der namhaftesten Kunstwerke \u00fcberhaupt, wurde so etwa zum \u201e**** mit Smaragdstufe\u201c. Ackermanns Begr\u00fcndung in der <em>S\u00e4chsischen Zeitung SZ<\/em> liest sich absurd: Die Tr\u00e4gerfigur symbolisiere \u2013 aus europ\u00e4ischer Perspektive \u2013 in jedem stereotypen Detail vermeintliche \u201eAndersartigkeit\u201c: dunkle Hautfarbe, als \u201eafrikanisch\u201c gelesene Physiognomie, T\u00e4towierungen und Schmuckst\u00fccke, die wiederum als Repr\u00e4sentationsformen indigener Kulturen Nordamerikas gedeutet wurden. Aus postkolonialer Sicht ist auch die Herkunft der Smaragdstufe aus kolumbianischen Smaragdminen, die w\u00e4hrend spanischer Eroberungskriege 1537 erschlossen wurden, problematisch. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Screenshot-2021-10-09-at-22-01-06-Petition-gegen-Dresdens-Kunstwerke-Umbenennung.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5931\"\/><figcaption>Der umstrittene &#8222;Mohr&#8220;. Quelle: https:\/\/image.saechsische.de\/954&#215;636\/u\/y\/uyig4x3ry7dgh0y12h4l3m8k30mhu0m5.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wer denkt, das war jetzt alles, irrt. Denn die \u2013 nunmehr\nbereits arg entzauberte \u2013 Smaragdstufe wird auf einem Schildpatt-Tablett\ndargeboten. Das Staunen \u00fcber die Sch\u00f6nheit des Materials, so die Generaldirektorin,\nwird getr\u00fcbt durch den Gedanken an das viel zu sp\u00e4t ratifizierte\nArtenschutzabkommen f\u00fcr Meeresschildkr\u00f6ten. \u201eOffenbar hatte August der Starke\nseinerzeit vergessen zu unterschreiben\u201c, \u00e4rgert sich Erik Lommatzsch auf <em>achgut<\/em>. Kurzum, in der Figur spiegele\nsich Ausbeutungsgeschichte: der von Menschen und der Natur. Da f\u00e4llt fast gar\nnicht mehr ins Gewicht, wie sich ein schwarzer \u201ePeople of Color\u201c f\u00fchlen muss,\nwenn er pl\u00f6tzlich nicht mehr benannt, sondern auf vier Symbole reduziert wird. \u00dcber\n50.000 Bundesb\u00fcrger tragen den Nachnamen \u201eMohr\u201c. Auch der Spitzname von Karl\nMarx soll Mohr gewesen sein, in der DDR erschien der Jugendroman \u201eMohr und die\nRaben von London\u201c. Wird der jetzt in \u201e**** und die Raben von London\u201d umbenannt?\nMehr Sprach-, mehr Geschichtsklitterung war nie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eda wird Bewusstsein\ngeschaffen\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ackermanns Pressesprecher Holger Liebs nennt das gegen\u00fcber\nder <em>S\u00fcddeutschen Zeitung<\/em> einen \u201edidaktischen\nAnsatz, der die Historie des Begriffs nicht ausblendet, sondern sie im\nGegenteil sichtbar macht; da wird Bewusstsein geschaffen\u201c. Sie selbst verteidigte\ndas Vorgehen in der <em>SZ<\/em> als \u201e\u00fcbliche\nMuseumsarbeit\u201c, es gehe nicht nur um Begriffe, die historisch bewusst abwertend\nbenutzt wurden, sondern auch um den Sprachgebrauch einer Zeit, in den\n\u201eunreflektiert Begriffe Eingang fanden, die heute als eindeutig rassistisch\noder diskriminierend bewertet\u201c w\u00fcrden. \u201eUm keine Menschen \u00fcber die Reproduktion\ndieser Sprache zu verletzen, werden die Werktitel \u2026 sukzessive \u00fcberarbeitet\u201c;\n\u00fcber dies bed\u00fcrften sie, \u201eje nach Forschungsstand, der wissenschaftlichen\nKontextualisierung\u201c, was neben der Vermeidung von Diskriminierung \u201eder\nkunsthistorischen Begriffspr\u00e4zisierung\u201c diene. Ja mehr noch: So k\u00f6nnten \u201ek\u00fcnstlerische\nInterventionen und Neuproduktionen angeregt und gef\u00f6rdert werden. Wir k\u00f6nnten\nsagen, der monolithische Status des Objekts wird dadurch aufgebrochen, entmaterialisiert\nund wieder rematerialisiert.\u201c Das ist kein Witz.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgedeckt hatte den Frevel der kulturpolitische Sprecher der s\u00e4chsischen AfD-Landtagsfraktion Thomas Kirste MdL mit einer Kleinen Anfrage. \u201eAllein der Nennung \u201aKopf eines Eskimos\u2018 Diskriminierung zu unterstellen und daraus \u201aKopf eines Inuit\u2018 zu machen, ist keine \u201akunsthistorische Begriffspr\u00e4zisierung\u2018, wie die SKD behauptet, sondern schlichte Zeitgeistanbiederung, die das Fremde h\u00f6her sch\u00e4tzt als das Eigene \u2013 und damit das Gegenteil dessen betreibt, was sie zu bezwecken vorgibt\u201c, erregt sich der kunstpolitische AfD-Fraktionssprecher Baden-W\u00fcrttembergs, Dr. Rainer Balzer MdL: Ackermann hatte zuvor sechs Jahre das Kunstmuseum Stuttgart geleitet. Prompt warnte Balzer die baden-w\u00fcrttembergische Museumslandschaft davor, dem abwegigen s\u00e4chsischen Vorbild zu folgen. \u201eMan stelle sich vor, Nicola Grassis \u201aHiob, von seinem Weib verspottet\u2018 in der Stuttgarter Staatsgalerie w\u00fcrde nun hei\u00dfen \u201aHiob, von seiner Frau verspottet\u2018\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Screenshot-2021-10-09-at-22-00-19-Thierse-zur-Umbenennung-von-Kunst-Haltet-Ma\u00df-.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5932\"\/><figcaption>weiteres Beispiel. Quelle: https:\/\/image.saechsische.de\/954&#215;636\/j\/5\/j5ftawiaovu1i8uy30sc5knuodqm7lyj.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch dass Werke \u00fcberhaupt einer \u201ekunsthistorischen\nBegriffspr\u00e4zisierung\u201c bed\u00fcrfen, ist eine ungeheuerliche Unterstellung, die alle\nKunstinteressierten unten den Generalverdacht der Dummheit stellt \u2013 hier trifft\nebenfalls das Gegenteil zu. Und geradezu unverfroren ist es zu behaupten, dass\ndiese Praxis \u201eeine \u00fcbliche, seit Jahrhunderten in sehr vielen Museen in aller\nWelt stattfindende Praxis\u201c sei: Damit mutieren Orwells Phantasien langsam zu\nTatsachenbeschreibungen. Die Anbiederung an den Zeitgeist wird besonders daran deutlich,\ndass das Kirste antwortende Dresdner Kunstministerium abwiegelte und auf\nNachfrage von <em>Bild<\/em> sagte, dass es\n\u201eeine solche \u00dcberpr\u00fcfung weder veranlasst noch durchgef\u00fchrt\u201c habe &#8211; der Schluss\nliegt mehr als nahe, dass Ackermann in vorauseilendem Gehorsam aktiv wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders perfide erscheint dabei das Eingest\u00e4ndnis, dass\ndiese stille Tilgung in dem seit 1560 bestehende Museumsensemble bereits seit\n2020 vollzogen wird. In diesem Jahr hatte sich die Initiative \u201eDDekolonisieren\u201c\nin einem Offenen Brief an das Albertinum und die Staatlichen Kunstsammlungen\ngewandt und darin beklagt: \u201eDie Ausstellungen setzen viel Wissen zu den\ngeschichtlichen und kolonialen Hintergr\u00fcnden voraus, anstatt diese Kontexte\ndirekt zu thematisieren und zu erl\u00e4utern.\u201c Auch sei die Reproduktion von\nrassistischer Sprache und rassistischen Stereotypen \u201eersch\u00fctternd und besorgniserregend\u201c.\nPrompt hei\u00dft es seitens der Aktivisten, die von der linken und gr\u00fcnen Jugend unterst\u00fctzt\nwurden: \u201eSie m\u00fcssen Verantwortung \u00fcbernehmen f\u00fcr die Kontextualisierung ihrer\nAusstellungsst\u00fccke in einer kolonial gepr\u00e4gten Gesellschaft und f\u00fcr die\nzugeh\u00f6rige Bildungsarbeit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201erei\u00dferische Zuspitzungen\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sich heute von Kunstwerken und Worten aus fr\u00fcheren Jahrhunderten\nbeleidigt zu f\u00fchlen, sagt mehr \u00fcber die Beleidigten als \u00fcber die Kunstwerke und\nderen Benenner: \u201eabgrundtiefe Bildungsdefizite \u2013 gepaart mit verbohrter\nIdeologie. Eine h\u00f6chstgef\u00e4hrliche Kombination, wie die Geschichte lehrt\u201c,\nerkennt der Ex-Pr\u00e4sident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, in <em>Tichys Einblick TE<\/em>. Wer einmal an den\nSKD t\u00e4tig werden durfte, galt forthin als kunstpolitische Koryph\u00e4e, als\nLordsiegelbewahrer h\u00f6chster Kultur, als souver\u00e4nes Bollwerk gegen den\nZeitgeist, ja als H\u00fcter manifester Beweise f\u00fcr die Existenz der Ewigkeit. Damit\nscheint es sp\u00e4testens jetzt vorbei zu sein. Denn die zu Kandinsky promovierte\nMuseumschefin entbl\u00f6dete sich nicht, parallel dazu eine \u201eAntidiskriminierungs-AG\u201c\nzu etablieren, \u201ein die so viele interne Mitarbeiter*innen wie m\u00f6glich\neinschlie\u00dflich externer thinkers of color eingebunden\u201c wurden. Auch das ist\nkein Witz.<\/p>\n\n\n\n<p>Prompt lie\u00dfen die Relativierungen des Vorgangs, den der <em>DLF<\/em> \u201eDiskriminierungscheck\u201c nannte, nicht lange auf sich warten. Der Gesamtbestand aller bislang in der Datenbank der SKD erfassten Objekte betr\u00e4gt \u00fcber 1,48 Millionen &#8211; die Aktualisierungen entspr\u00e4chen damit gerade 0,01 Prozent der katalogisierten Titel, hie\u00df es eilfertig. Au\u00dferdem hinge die Bearbeitung von Werk- oder Objekttiteln damit zusammen, dass diese bis ins 19. Jahrhundert hinein nur selten von denen betitelt wurden, die sie geschaffen haben. Insofern w\u00fcrden sie in den allermeisten F\u00e4llen keinen vom K\u00fcnstler vergebenen Originaltitel ausweisen. \u201eDa herrschte nicht nur eine gewisse Willk\u00fcr, sondern es wurden auch sachliche Fehler gemacht\u201c, behauptet Sebastian Frenzel im <em>Monopol-Magazin<\/em>, ohne diese These zu belegen. Oder gilt neuerdings als sachlicher Fehler, sich damals aus dem damaligen Sprachschatz bedient und nicht den heutigen, \u00fcberdies ideologisch aufgeladenen antizipiert zu haben?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Screenshot-2021-10-09-at-22-04-28-Kunstsammlungen-pr\u00fcfen-Titel-auf-Diskriminierungen.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5933\"\/><figcaption>Ackermann am &#8222;Tatort&#8220;. Quelle: https:\/\/image.saechsische.de\/954&#215;636\/c\/1\/c1bzdzf3ula4fh92pbo922j9a6zmd7g3.jpg <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem beziehe sich der Vorgang vorerst (!) nur auf die\nOnline-Datenbank und die Recherche darin. \u201eDa haben wir die M\u00f6glichkeit, einen\nsehr demokratischen Zugriff [sic!] zu erlauben. Wenn man von au\u00dfen kommt, kann\nman w\u00e4hlen, welche Titel man sich anzeigen lassen m\u00f6chte\u201c, so Ackermann im <em>DLF<\/em>. Wer sich f\u00fcr das Anzeigen des\nhistorischen Ti\u00adtels entscheide, werde Beschreibungen sehen, die rassistisch\noder diskriminierend sind, hei\u00dft es dort warnend, und dass sich die Sammlungen\nvon diesem Sprachgebrauch distanzierten. Bei extremen F\u00e4llen mit\ndiskriminierenden Begriffen seien auch andere Tabuworte mit Sternchen ersetzt\nworden. Wer auf die Sternchen klicke, k\u00f6nne sich das Originalwort dann trotzdem\nnoch anzeigen lassen. Da gehe es um Begriffe wie \u201eBastard\u201c, \u201eMischling\u201c,\n\u201eViertelblut\u201c oder \u201eHottentotten\u201c, erkl\u00e4rt Ackermann.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tabuisierung bestimmter W\u00f6rter d\u00fcrfe es in Museen nicht\ngeben, und wenn sich Titel \u00fcber die Jahre ver\u00e4ndern, dann sollte das auch\nsichtbar sein, kritisiert Reinhard Spieler, Vorstand des Deutschen Museumsbunds\nund Direktor des Sprengel Museums in Hannover, im <em>MDR<\/em>:<em> \u201e<\/em>Ich finde, wir sind als Museen\nhistorische Institutionen und wir wollen eigentlich sichtbar machen, dass man\nin anderen Kulturen und zu anderen Zeiten andere Werte vertreten hat. Das ist\nder Sinn von Museen.\u201c \u201eUnd das soll jetzt kultursensibel sein?\u201c, emp\u00f6rt sich\nGabriele Kremmel auf <em>TE<\/em>. \u201eKulturbanausentum\nw\u00fcrde wohl eher passen. Da machen Leute ihre eigenen Vorurteile zum Ma\u00dfstab\naller Dinge und radieren die Begriffe, die sie mit ersteren verbinden,\nmoralinsauer aus der \u00d6ffentlichkeit, peinlich ber\u00fchrt von ihren eigenen\nAssoziationen? Ich nenne es Kulturverleugnung.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Auch der j\u00fcdische Historiker Michael Wolfssohn sieht die\nUmbenennungen kritisch. Der <em>Bild<\/em>-Zeitung\nsagte er: \u201eDie Schwarze B\u00fcrgerrechtsbewegung in den USA war da in den\n1960er-Jahren viel kl\u00fcger: \u201aSchwarze\u2018 war lange ein Schimpfwort. Sie drehten\nden Spie\u00df um und machten daraus: \u201aSchwarz ist sch\u00f6n\u2018.\u201c Die Staatlichen\nKunstsammlungen merkten gar nicht, wie sie sich und ihre eigentlich gute\nAbsicht zum Gesp\u00f6tt machten. \u201eWie viele Meter ist diese Dame vom IS in Palmyra\nentfernt\u201c, fragt gar J\u00f6rg Themlitz auf <em>achgut<\/em>.\nAckermann sprach, bezogen auf solche \u00c4u\u00dferungen, von \u201erei\u00dferischen\nZuspitzungen\u201c: \u201eEs ist immer das Problem, dass die Dinge sehr komplex sind\u201c,\nsagte sie dem <em>MDR<\/em>. Man habe es mit\neinem transparenten Prozess zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eentwurzelte\nSelbstdarstellerin\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kunsthistoriker f\u00fcrchten nun, dass die Umbenennungen zu erheblicher Verwirrung in den wissenschaftlichen Katalogen f\u00fchren werden. Doch das ist nur die akademisch-logistische Perspektive, gesellschaftlich relevanter ist die traditionspolitische. Dresden hat es geschafft, seine Sch\u00e4tze durch die DDR-Zeit zu bewahren und zu halten, selbst den Abriss des Schlosses und anderer Geb\u00e4ude zu verhindern und j\u00fcngst sogar quasi verschwundene Kunstwerke wie Frauenkirche und Taschenbergpalais wiederauferstehen zu lassen. Dresden hat immer wieder bewiesen, dass es Geschichtsbewusstsein hat und das Tradierte, \u00dcberlieferte zu sch\u00e4tzen wei\u00df. Nie also h\u00e4tte man ausgerechnet in Dresden so etwas erwarten k\u00f6nnen. Prompt richtete sich der vor allem s\u00e4chsische Unmut gegen die Hessin Ackermann. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Screenshot-2021-10-09-at-22-06-58-SKD-Werktitel.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5934\"\/><figcaption>Erl\u00e4uterungsversuch der SKD. Quelle: https:\/\/www.skd.museum\/forschung\/werktitel\/<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eWarum muss die ostdeutsche Kulturlandschaft drei\u00dfig Jahre\nnach der Wende immer noch als Entsorgungsplatz des westdeutschen akademischen\nPrekariats dienen?\u201c, emp\u00f6rt sich ein Kommentator auf <em>TE<\/em>. \u201eWollen wir uns wirklich fast neunhundert Jahre s\u00e4chsische\nGeschichte von einer Dame kaputtmachen lassen, die dazu nachweislich weder\neinen Bezug noch Verst\u00e4ndnis hat?\u201c, ein anderer. Eine \u201eentwurzelte\nSelbstdarstellerin\u201c, die \u201enur im Jetzt lebt und keine echte Beziehung zu den\nKunstsch\u00e4tzen und ihrem Land\u201c hat, \u201em\u00f6chte nur ihren tagespolitischen Eifer\ndokumentieren\u201c, erkennt ein dritter. Kopfsch\u00fctteln als Dauergeste, Fremdscham\nals Daueremotion. <\/p>\n\n\n\n<p>Torsten K\u00fcllig, Stadtrat der Freien W\u00e4hler Dresden, startete\nam 20. September eine Online-Petition, in der die Staatlichen Kunstsammlungen\naufgefordert werden, \u201edie 143 Kunstwerke wieder so zu benennen, wie sie seit\nGenerationen schon immer hei\u00dfen. Das sind wir insbesondere unseren Vorfahren,\ndie diese Werte erschaffen und erwirtschaftet haben, schuldig.\u201c Diese\nKunstwerke geh\u00f6ren den s\u00e4chsischen B\u00fcrgern, argumentiert er einerseits,\nAckermann sei \u201elediglich die Sachwalterin dieser weltweit einzigartigen\nKunstsch\u00e4tze. Ohne sich bei den Sachsen, also den Eigent\u00fcmern, f\u00fcr so einen\nweitreichenden Eingriff die Zustimmung einzuholen, fehlt der Museumsleitung\nschlichtweg jedwedes Mandat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits seien Eingriffe in die Sprachgestaltung\ngrunds\u00e4tzlich autorit\u00e4ren Regimen zuzuschreiben und von Demokraten klar\nabzulehnen: \u201eSprache entwickelt sich dynamisch, das ist klar, aber das\nfunktioniert in einer freiheitlichen Gesellschaft nur von unten nach oben,\nniemals umgekehrt. Sobald sich Vertreter von staatlichen Einrichtungen\nunmittelbar oder auch mittelbar in die Sprachgestaltung einbringen, sollten wir\nalle sehr aufmerksam werden, denn die Manipulation der Sprache ist letztendlich\nauch die Manipulation des Denkens.\u201c Das trifft ins Schwarze: Unaufhebbare\nUnterschiede zwischen Menschen sollen also durch sprachliche Manipulationen aufgehoben,\nunkenntlich gemacht oder eingeebnet werden. Prangerte ich in meiner letzten\nKolumne noch die Manipulation realer Dinge wie Stra\u00dfen, V\u00f6gel oder Kekse an, sind\nes nun irreale Dinge, n\u00e4mlich \u00e4sthetische Interpretationen visueller Wahrnehmungen.\n<\/p>\n\n\n\n<p>Die britische Anthropologin Mary Douglas war in \u201eReinheit\nund Gef\u00e4hrdung\u201c (1966) der Ansicht, dass die \u201eVorstellung vom Trennen,\nReinigen, Abgrenzen und Bestrafen von \u00dcberschreitungen vor allem die Funktion\nhaben, eine ihrem Wesen nach ungeordnete Erfahrung zu systematisieren\u201c. Die Trennung\nder Welt in Rein und Unrein schafft Ordnung in einer ungeordneten Welt. Dabei\nist charakteristisch, dass die Trennung in Rein und Unrein sich auf unsichtbare\nGefahren bezieht. Die Bedrohung kommt aus einer sinnlich nicht wahrnehmbaren\nWelt und greift \u00fcber in die sichtbare Welt der Erscheinungen. \u201eDie Parallele zu\nder vorherrschende Corona- und Klima-Angst ist evident\u201c, erkannte G\u00e9rard\nB\u00f6kenkamp auf <em>achgut<\/em>. An die Stelle\nvon Geistern und D\u00e4monen treten Viren, Treibhausgase und ideologische\nZuschreibungen. Wie bei archaischen Kulturen besteht die Antwort in die gesamte\nGesellschaft erfassenden Reinigungsritualen, ob von Klimaskeptikern oder\nCoronakritikern wie von Sprachtraditionalisten oder Kunstwahrern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eFolgt Identit\u00e4tsraub\nauf Kunstraub?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ackermann gibt sich unbeirrt: \u201eWir m\u00fcssen einen Weg finden,\ndiese Zerrissenheit der Gesellschaft und die Vielstimmigkeit umzusetzen und\nAngebote zu machen f\u00fcr die Menschen\u201c, sagt sie im <em>DLF<\/em>. Wie man mit Fragen der Umbenennung weiter verfahre, kann sie sich\nals Teil einer \u00f6ffentlichen Diskussion vorstellen. \u201eIch habe mir \u00fcberlegt, eine\nArt B\u00fcrgersprechstunde f\u00fcr unsere Forschungsabteilung einzurichten, damit die\nMenschen gerade nach dieser Debatte die M\u00f6glichkeit bekommen k\u00f6nnen, Einblick\nzu nehmen, wie hier entschieden und gearbeitet wird.\u201c Das ist ebenfalls kein\nWitz. Kein Wort dar\u00fcber, die \u201eZerrissenheit der Gesellschaft\u201c zu \u00fcberwinden,\nsie zu einen; stattdessen ihre Abbildung, gepaart mit einer Demokratiesimulation,\num Partizipation, ja Einfluss vorzugaukeln. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eFolgt Identit\u00e4tsraub auf Kunstraub?\u201c fragt sich ob solch diktatorischer Arroganz K\u00fcllig, dessen Petition nach zwei Wochen bei 3.700 Unterschriften verharrt. Und als sei ihm diese Marke Fanal, hat sich prompt der sattsam bekannte <em>SZ<\/em>-Feuilletonist Oliver Reinhard Anfang Oktober in die Debatte gemischt und K\u00fcllig der \u201erhetorischen Schaumschl\u00e4gerei\u201c geziehen. Was der Nordrhein-Westfale jedoch &#8211; entweder in v\u00f6lliger historischer Unkenntnis oder ebenso geschichtsklitternd wie Ackermann &#8211; f\u00fcr eine Argumentation entfaltete, l\u00e4sst einem den Atem stocken. \u201eWer Dinge sagt wie \u201aEingriffe in die Sprachgestaltung sind grunds\u00e4tzlich autorit\u00e4ren Regimen zuzuschreiben und von Demokraten klar abzulehnen\u2018, hat offenkundig auch jegliches Angebot zur Wissenserweiterung \u00fcber Rechtschreibreformen oder die Sprachwandel-Kanonisierungen der Duden-Redaktion klar abgelehnt\u201c, ist da zu lesen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Screenshot-2021-10-09-at-22-08-51-Thierse-zur-Umbenennung-von-Kunst-Haltet-Ma\u00df-.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5935\"\/><figcaption>Quelle: https:\/\/image.saechsische.de\/954&#215;636\/8\/g\/8gzfcfojtkg2ju3m68ygq0j8dtgbkeqg.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wer wandelt da was? Reden westdeutsche Stahlkocher oder\nostdeutsche Bergleute so? Diese Anma\u00dfung erz\u00fcrnte selbst SPD-Grande\nWolfgang Thierse in der <em>SZ<\/em>, weil sie \u201eAusdruck einer befremdlichen Angst w\u00e4re und\neiner geradezu best\u00fcrzenden Untersch\u00e4tzung des Publikums\u201c. Oder gar: \u201eDoch wer sich wirklich um Sprache sorgt, geht mit ihr auch beim\n\u00c4u\u00dfern von Kritik verantwortungsvoll um, statt identit\u00e4tstrunken den vulg\u00e4rpopulistischen\nPhrasenhammer zu schwingen\u201c. Wie redete doch der Pr\u00e4sident des\nDDR-Schriftstellerverbandes, Hermann Kant, am 30. Mai 1979:\n\u201eWer die staatliche Lenkung und Planung auch des Verlagswesens Zensur nennt,\nmacht sich nicht Sorgen um unsere Kulturpolitik &#8211; er will sie nicht.\u201c Beides ist\nreine Ideologie, einfach nur erschreckend und l\u00e4sst uns pl\u00f6tzlich wieder da\nsein, wo wir nie wieder sein wollten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNein zur Ausl\u00f6schung von irritierender\nErinnerung, nein zur Beseitigung von historischen Stolpersteinen, nein zur\nEinebnung von Differenz\u201c, empfand das Thierse, j\u00fcngst selbst mit der Keule der\nIdentit\u00e4tspolitik gedroschen, \u00e4hnlich. \u201eDenn aus gereinigter Geschichte\nist nichts wirklich zu lernen\u201c, wei\u00df er und mahnt zu Behutsamkeit. Denn \u201ewer\nentscheidet dar\u00fcber, welche und wessen Verletzungen der Ma\u00dfstab daf\u00fcr sind?\u201c\nEin Museum mag auch moralische Lehranstalt sein, es ist aber auch \u201eein Ort der\nDifferenz: zwischen Geschichte und Gegenwart, zwischen dem Fremden und dem Eigenen,\nzwischen dem Alten und dem Jetzigen. Genau diese Differenz erst erm\u00f6glicht \u00e4sthetische\nErfahrung und, ja, auch Urteilen und Lernen.\u201c Sein Appel lautet prompt: \u201eSch\u00fcttet\nnicht das \u00e4sthetische Kind mit dem moralischen Bad aus! Haltet also Ma\u00df.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorgang erscheint wie ein Mosaikstein im Wandel von der\ndeutschen Kulturnation zu einer von den historischen Wurzeln der Deutschen\nlosgel\u00f6sten \u201emultikulturellen Willensnation\u201c, den der Berliner Politikwissenschaftler\nMartin Wagener (\u201eKulturkampf um das Volk\u201c, 2021) j\u00fcngst behauptete. In Politik\nund Medien sei eine ausgepr\u00e4gte Distanzierung vom Eigenen zu beobachten: Das\nreiche vom Rassismusvorwurf gegen Heino, der f\u00fcr seine Tournee 2021 den Titel\n\u201eHeino goes Klassik \u2013 Ein deutscher Liederabend\u201c gew\u00e4hlt hatte, wodurch sich\nMigranten ausgeschlossen f\u00fchlen k\u00f6nnten; bis zur Basis der Gr\u00fcnen, die das Wort\n\u201eDeutschland\u201c aus dem Titel des Bundestagswahlprogramms tilgen wollte, weil es\n\u201enegativ assoziiert\u201c werde. Parallel dazu verschw\u00e4nden historische\nAnkn\u00fcpfungspunkte durch Prozesse der \u201eHypokognition\u201c, also der sprach\u00adlichen\nVernachl\u00e4ssigung, aus dem Be\u00adwusstsein. Und diese Vernachl\u00e4ssigung wird durch\nIdeologen wie Ackermann aktiv betrieben. An dieser Stelle schlie\u00dft sich der Kreis\nzu Orwell: \u201eUm die L\u00fcgen der Gegenwart durchzusetzen, ist es notwendig, die\nWahrheiten der Vergangenheit auszul\u00f6schen.\u201c Das klingt so erschreckend wie es\nist. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Stra\u00dfen \u00fcber Apotheken und V\u00f6geln bis hin zu Konsumg\u00fctern wie Keksen ist der B\u00fcrger inzwischen Umbenennungs\u00e4rger gewohnt. Doch dass Dresdens Museen jetzt auch Alte Meister verunstalten, tut weder der Kultur noch dem sozialen Frieden gut und l\u00e4sst den \u00c4rger in Wut umschlagen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4,7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5929"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5929"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5929\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5937,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5929\/revisions\/5937"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5929"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5929"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5929"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}