{"id":6035,"date":"2021-12-15T06:45:00","date_gmt":"2021-12-15T05:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6035"},"modified":"2021-11-30T21:45:30","modified_gmt":"2021-11-30T20:45:30","slug":"den-aufrechten-gang-zu-erlernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6035","title":{"rendered":"\u201eden aufrechten Gang zu erlernen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Als Jude mit US-Staatsb\u00fcrgerschaft, der in der DDR lebte, aber in der BRD drucken lie\u00df, sa\u00df er zeitlebens zwischen allen St\u00fchlen. Seine gro\u00dfen macht- und menschenkundigen, intelligenten Unterhaltungsromane nordamerikanischer Pr\u00e4gung, mit denen er ab 1972 im Westen zeitweise zum meistgelesenen DDR-Autor avancierte, konterkarierten jegliche Ideologie. Beim deutsch-deutschen Schriftstellertreffen im niederl\u00e4ndischen Scheveningen h\u00e4lt er schon 1981 die deutsche Wiedervereinigung f\u00fcr \u201em\u00f6glich und naturgegeben\u201c. Nach der Mauer\u00f6ffnung geh\u00f6rt er allerdings zu den Initiatoren des Aufrufs <em>F\u00fcr unser Land<\/em>, der am 18.10.1989 in der Zeitung der LDPD <em>Der Morgen<\/em> erschien, und tritt sp\u00e4ter, angewidert vom \u201eKaufrausch der Massen aus der DDR\u201c, in dem er eine \u201ew\u00fcrdelose Jagd nach dem glitzernden Tinnef\u201c sieht, f\u00fcr eine sozialistische Alternative zur Bundesrepublik ein.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Bundestagswahl l\u00e4sst er sich 1994 nach monatelangem Z\u00f6gern von der SED-Nachfolgepartei PDS als Kandidat des Wahlkreises Berlin Mitte\/Prenzlauer Berg gewinnen. Er begr\u00fcndet diesen Schritt damit, dass in der PDS ein \u201eProzess innerer Wandlung\u201c erkennbar sei, die \u201ewestdeutsche Politikerkaste\u201c ihn dagegen \u201epolitikverdrossen\u201c mache. Einen Eintritt in die Partei lehnt er allerdings ab. Er gewinnt das Direktmandat gegen den SPD-Politiker Wolfgang Thierse, zieht mit zwei weiteren parteilosen Schriftstellern f\u00fcr die PDS in den Bundestag ein und h\u00e4lt als Alterspr\u00e4sident im November die Er\u00f6ffnungsrede im Parlament. \u201eWelch nobler Text, fernab parteilicher Enge f\u00fcr alle Deutschen gesprochen\u201c, befand Christoph Dieckmann noch 2014 in der <em>Zeit<\/em>. Doch au\u00dfer Rita S\u00fcssmuth versagt ihm auf Gehei\u00df des s\u00fcffisant grienenden Helmut Kohl die CDU\/CSU-Fraktion ebenso demonstrativ den Applaus wie Wahlverlierer Thierse: Stefan Heym, der am 16. Dezember 2001 starb.<\/p>\n\n\n\n<p>Geboren wird er am 10. April 1913 als Helmut Flieg in Chemnitz als \u00e4ltester Sohn einer j\u00fcdischen Kaufmannsfamilie. Wegen des antimilitaristischen Gedichts \u201eExportgesch\u00e4ft\u201c wird er 1931 von dem Chemnitzer Gymnasium relegiert, an dem sp\u00e4ter Stephan Hermlin und Alexander Gauland ihr Abitur ablegen werden. Er zieht nach Berlin, macht dort sein Abitur, beginnt ein Studium der Philosophie, Germanistik und Zeitungswissenschaften und schreibt erste Beitr\u00e4ge f\u00fcr Ossietzkys <em>Weltb\u00fchne<\/em>. Schon 1933 emigriert er nach Prag und schreibt &#8211; zum Schutz seiner Familie unter den Pseudonymen Stefan Heym, Elias Kemp und Gregor Holm &#8211; Artikel in deutschsprachigen und tschechoslowakischen Zeitungen. 1935 begeht sein Vater Selbstmord. Andere Familienmitglieder kommen sp\u00e4ter in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten ums Leben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Domino-14.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Domino-14-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6036\"\/><\/a><figcaption>Heym 1982. Quelle: Von Marcel Antonisse \/ Anefo &#8211; Nationaal Archief 932-1800, CC0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=28836562<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Heym siedelt mithilfe des Stipendiums einer j\u00fcdischen Hilfsorganisation in die USA \u00fcber und schlie\u00dft 1936 an der Universit\u00e4t von Chicago sein Studium mit dem Master of Arts \u00fcber <em>Atta Troll<\/em> von Heinrich Heine ab. Zwei Jahre lang arbeitet er dann als Chefredakteur der antifaschistischen New Yorker Wochenzeitung <em>Deutsches Volksecho<\/em>. Er wird Mitglied der German-American-Writers-Association und verschreibt sich dem Dasein eines freien Schriftstellers, dessen erster Roman <em>Hostages<\/em> (1942) zu einem gro\u00dfen Erfolg wurde \u2013 als \u201eDer Fall Glasenapp\u201c erschien das Buch erst 1958 auf Deutsch. 1943 tritt er in die Ritchie Boys der US-amerikanischen Armee ein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201ekritischer Marxist\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dieser Einheit f\u00fcr Psychologische Kriegsf\u00fchrung folgte er 1944 der alliierten Invasion in der Normandie. Seine Aufgabe bestand vorwiegend im Verfassen propagandistischer Texte, die meist per Flugblatt, aber auch per Heeresgruppenzeitung, Lautsprecher\u00fcbertragung und Rundfunksendung die Soldaten der Wehrmacht beeinflussen sollten. Nach Kriegsende leitete Heym die <em>Ruhr Zeitung<\/em> in Essen und war anschlie\u00dfend in M\u00fcnchen Redakteur der <em>Neuen Zeitung<\/em>, einer der wichtigsten Zeitungen der amerikanischen Besatzungsmacht. Wegen seiner prosowjetischen Einstellung wurde Heym Ende 1945 in die USA zur\u00fcckversetzt und heiratet die Amerikanerin Gertrude Gelbin, die ihn bis zu ihrem Tod 1969 auf seinem Lebensweg begleitete. Ende 1948 ver\u00f6ffentlichte er in Boston seinen Roman <em>The Crusaders<\/em> (dt. \u201eKreuzfahrer von heute\u201c, 1950), der ein Weltbestseller wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Protest gegen den Koreakrieg gibt Heym alle milit\u00e4rischen Auszeichnungen zur\u00fcck, verl\u00e4sst zeitgleich mit Charlie Chaplin, Bertolt Brecht und Thomas Mann die USA, geht zun\u00e4chst \u00fcber Warschau nach Prag und siedelt 1952 nach Ost-Berlin \u00fcber. In den ersten Jahren f\u00fchrte Heym dort ein privilegiertes Leben, konnte \u00f6ffentlich wirksam werden und schriftstellerisch und journalistisch arbeiten, da er bereit war, \u00fcber Unzul\u00e4nglichkeiten hinwegzusehen. Er wird Kolumnist f\u00fcr die <em>BZ,<\/em> Mitglied des PEN-Zentrums Ost und West und Vorstandsmitglied des Deutschen Schriftstellerverbands.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach den Ereignissen des 17. Juni schreibt er den Roman <em>Der Tag X<\/em>, der nicht ver\u00f6ffentlicht wird. Nach Stalins Tod beginnt er als \u201ekritischer Marxist\u201c die Auseinandersetzung mit dem DDR-Regime zu suchen, das nach seiner Auffassung \u201eden Sozialismus zu einem Zerrbild der Idee entstellt\u201c. Heym, der sich nie als Gegner, sondern als Kritiker des Regimes verstand, tritt nie einer Partei bei. So ficht er nach seiner Auszeichnung mit dem Heinrich-Mann-Preis 1956 eine Kontroverse mit Walter Ulbricht auf dem IV. Schriftsteller-Kongress aus. 1959 erh\u00e4lt er den Nationalpreis der DDR.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Spannungen versch\u00e4rften sich ab 1965, als Erich Honecker w\u00e4hrend des 11. Plenums der SED, des sogenannten \u201eKahlschlag-Plenums\u201c, Heym heftig angriff. Im gleichen Jahr mit einem Ver\u00f6ffentlichungsverbot belegt, wurde er 1969 wegen der unerlaubt in der Bundesrepublik Deutschland erfolgten Ver\u00f6ffentlichung von <em>Lassalle<\/em> zu einer Geldstrafe verurteilt. 1971 heiratet er die Szenaristin, Drehbuchautorin und Herausgeberin Inge W\u00fcste. Hintergrund der kulturpolitischen Entspannung, die Heym ab dem Heiratsjahr wieder mit DDR-Verlagen zusammenarbeiten lie\u00df, war offensichtlich eine Rede Honeckers vor hohen SED-Funktion\u00e4ren unter dem Schlagwort \u201eKeine Tabus\u201c. Jedoch erschienen Erstver\u00f6ffentlichungen Heyms von 1974 bis in die Endphase der DDR nur noch in Westverlagen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Domino-15.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Domino-15.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6037\"\/><\/a><figcaption>Heyms Romane in dt. Erstausgaben. Quelle: https:\/\/img.oldthing.net\/21083\/32588346\/0\/n\/Heym-Stefan-Stefan-Heym-alle-Romane-in-deutschen-Erstausgaben-15-Buecher-1-Der-Fall-Glasenapp-2-Der-bittere-Lorbeer-3-Die-Augen-der-Vernun.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1972 ver\u00f6ffentlichte er <em>Der K\u00f6nig David Bericht<\/em> und thematisiert darin die Stellung der Intellektuellen zwischen Macht und Wahrheit. 1974 folgten dann <em>5 Tage im Juni<\/em>, seine zweite Aufarbeitung des 17. Juni. 1976 geh\u00f6rte Heym zu den Unterzeichnern der Petition gegen die Ausb\u00fcrgerung Wolf Biermanns. 1978 reiste er f\u00fcr einige Vortr\u00e4ge in die USA und wurde im Jahr darauf ein zweites Mal wegen unerlaubter Ver\u00f6ffentlichung in der BRD verurteilt \u2013 diesmal wegen <em>Collin<\/em> \u2013 und aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Der Roman rechnet mit der stalinistischen DDR-Vergangenheit und ihrer Verdr\u00e4ngung ab. In der DDR wird Heym fortan lediglich geduldet und verschafft sich zunehmend Geh\u00f6r in westlichen Medien. 1981 erscheint der Roman <em>Ahasver<\/em>. Die Titelfigur bezeichnet den ewigen Juden, eine mittelalterliche Sagengestalt, die Heym vor dem Hintergrund der atomaren R\u00fcstungsspirale als rebellischen, unerm\u00fcdlich antidogmatischen Intellektuellen auftreten l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eunsere Sprachlosigkeit \u00fcberwunden\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Drei Jahre sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlicht er <em>Schwarzenberg<\/em> &#8211; der Roman handelt von einem sozialistischen Experiment in einem unbesetzten Landkreis im Erzgebirge in der unmittelbaren Nachkriegszeit. 1988 folgt dann der autobiografische <em>Nachruf<\/em>. Bei der Kundgebung auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz am 4. November 1989 wird er von den Demonstranten euphorisch begr\u00fc\u00dft, als er eine Rede \u00fcber \u201eden neuen, den besseren Sozialismus in der DDR\u201c h\u00e4lt: \u201eEs ist, als habe einer die Fenster aufgesto\u00dfen! Nach all\u2019 den Jahren der Stagnation \u2013 der geistigen, wirtschaftlichen, politischen; \u2013 den Jahren von Dumpfheit und Mief, von Phrasengew\u00e4sch und b\u00fcrokratischer Willk\u00fcr, von amtlicher Blindheit und Taubheit. [\u2026] Wir haben in diesen letzten Wochen unsere Sprachlosigkeit \u00fcberwunden und sind jetzt dabei, den aufrechten Gang zu erlernen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zugleich wurde er wieder in den Schriftstellerverband aufgenommen und 1990 juristisch rehabilitiert. Er erh\u00e4lt die Ehrendoktorw\u00fcrde er Universit\u00e4ten Bern und Cambridge, ver\u00f6ffentlicht den Erz\u00e4hlband <em>Auf Sand gebaut<\/em> (1990) und das Buch <em>Filz. Gedanken \u00fcber das neueste Deutschland<\/em> (1992), in denen er sich kritisch dem Thema der deutschen Wiedervereinigung widmet. Seiner Meinung nach w\u00fcrden die Ostdeutschen im Verlauf ihrer Integration in die Bundesrepublik benachteiligt, er bestand auf einer gerechten sozialistischen Alternative zum nunmehr gesamtdeutschen Kapitalismus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Domino-16.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"512\" height=\"288\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Domino-16.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6038\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Domino-16.jpg 512w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Domino-16-300x169.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Heym am 4.11.1989 auf dem Alex. Quelle: https:\/\/rbbmedia-a.akamaihd.net\/rbb\/projekte\/mauerfall\/512&#215;288\/240.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1992 gr\u00fcndete er das Komitee f\u00fcr Gerechtigkeit in der Hoffnung mit, das daraus eine neue Partei entsteht, denn \u201ewenn alle anderen Parteien politisch bankrott seien, dann muss eben eine neue geschaffen werden.\u201c In seiner Gr\u00fcndungsrede warnte er: \u201e\u2026 wenn die Leute sich nicht artikulieren k\u00f6nnen, dann werden sie H\u00e4user anz\u00fcnden. Und wenn man ihnen nicht eine demokratische L\u00f6sung anbieten kann, eine linke L\u00f6sung, dann werden sie nach rechts gehen, werden wieder dem Faschismus folgen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>1993 wird er f\u00fcr sein Engagement gegen Rassismus und Xenophobie als erster deutscher Schriftsteller mit dem Jerusalem-Preis f\u00fcr Literatur ausgezeichnet; parallel dazu schenkt er sein Privatarchiv der Universit\u00e4t Cambridge. Die Bundesregierung dokumentierte seine Rede als Alterspr\u00e4sident entgegen langj\u00e4hrigen Gepflogenheiten erst nachtr\u00e4glich im M\u00e4rz 1995. Ein halbes Jahr sp\u00e4ter legte Heym sein Mandat aus Protest gegen eine geplante Verfassungs\u00e4nderung zur Di\u00e4tenerh\u00f6hung nieder. Er ist der dritt\u00e4lteste Abgeordnete, der jemals in einem deutschen Bundestag ein Mandat hatte. Zeitgleich erscheint <em>Radek<\/em>, ein 500-Seiten-Opus \u00fcber den unter Stalin verschwundenen galizischen Berufsrevolution\u00e4r Karl Radek. Freimut Duve erkannte im <em>Spiegel<\/em> einen \u201eBruderroman\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>1997 geh\u00f6rte Heym zu den Unterzeichnern der <em>Erfurter Erkl\u00e4rung<\/em>, in der ein rot-gr\u00fcnes B\u00fcndnis unter Tolerierung durch die PDS nach der Bundestagswahl 1998 gefordert wurde. \u201eIch bin immer Regimekritiker gewesen, nur das Regime, das ich kritisiere, hat gewechselt\u201c, konstatierte er. Heym starb in Israel nach einem Symposium an Herzversagen. Neben Bundeskanzler Gerhard Schr\u00f6der nahm auch Thierse an der Beisetzung teil. Der befreundete Orientalist Walter Beltz, der Heym einen \u201efaszinierenden homo politicus\u201c nannte, meinte in seiner Trauerrede: \u201eStefan Heym beteiligte uns an seinen Tr\u00e4umen und machte uns Mut. Und Tr\u00e4ume k\u00f6nnen nicht begraben werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Domino-17.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Domino-17-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6039\"\/><\/a><figcaption>Grab auf derm J\u00fcdischen Friedhof in Berlin. Quelle: Von SpreeTom &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=660311<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Seine Romane zeigten, so Jens Jessen in der <em>Zeit<\/em>, \u201ewie die beiden deutschen Nachkriegsstaaten spiegelbildlich aufeinander bezogen sind und man die Geschichte und Kunst des einen nicht ohne Bezug auf den anderen diskutieren kann.\u201c Dieckmann euphorisierte gar: \u201eEin linker Utopist, der seine Kunst an keine Ideologie verriet\u201c; die \u201eBesserung der unverbesserlichen Welt\u201c sei sein Lebensthema gewesen. Seit 2008 verleiht seine Heimatstadt, in der heute ein Stefan-Heym-Platz an ihn erinnert, aller drei Jahre einen mit 20.000 \u20ac dotierten Stefan-Heym-Preis an herausragende Autoren, so 2013 an Christoph Hein. 2009 wurde zur Pflege und Verbreitung seines literarischen Nachlasses in Chemnitz die Stefan-Heym-Gesellschaft eingerichtet; sie er\u00f6ffnete 2020 im Beisein von Witwe Inge eine Stefan-Heym-Arbeitsbibliothek als Gedenk-, Kultur- und Forschungsst\u00e4tte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Collin, Ahasver oder Radek schrieb er bedeutende gesamtdeutsche Romane \u2013 und wurde daf\u00fcr in seiner Heimat DDR ge\u00e4chtet: Stefan Heym. Der unbequeme Zeitkritiker starb vor 20 Jahren.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6035"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6035"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6035\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6040,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6035\/revisions\/6040"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6035"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6035"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6035"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}