{"id":6116,"date":"2022-01-09T07:45:00","date_gmt":"2022-01-09T06:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6116"},"modified":"2022-01-02T17:46:27","modified_gmt":"2022-01-02T16:46:27","slug":"und-darf-nur-heimlich-loesen-mein-haar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6116","title":{"rendered":"\u201eUnd darf nur heimlich l\u00f6sen mein Haar\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eDass sie lebendig und geistreich, etwas zu aufgeregt war, wie oft bezeugt ist, machte sie ein wenig zur Au\u00dfenseiterin. Sie wirkte dem ganz entschlossen und mit aller Klugheit entgegen, wollte sich nicht vom \u201aLeben\u2019 ausgeschlossen wissen. Sie sang und komponierte, Lieder wie Singspiele, sie entwarf Szenen und St\u00fccke, leitete Gesellschaftsspiele an, schien \u00fcber einen \u00dcberschuss an Kraft und Begabung zu verf\u00fcgen, was die standesgem\u00e4\u00dfen Freier nicht eben anzog.\u201c Alexander von Bormann h\u00e4tte im <em>DLF<\/em> noch hinzuf\u00fcgen k\u00f6nnen, dass sie daneben die einzige Schriftstellerin ist, die in keiner deutschen Literaturgeschichte fehlt, und eine der wenigen Frauen, deren Portr\u00e4t einen deutschen Geldschein zierte, n\u00e4mlich bis 2001 die gr\u00fcne 20 DM-Note: Annette von Droste-H\u00fclshoff, die am 10. Januar vor 225 Jahren zur Welt kam.<\/p>\n\n\n\n<p>Geboren als Anna Elisabeth Franzisca Adolphina Wilhelmina Ludovica Freiin von Droste zu H\u00fclshoff auf der gleichnamigen Wasserburg als zweites von vier Kindern eines Gutsherrn, setzte sie die Tradition ihres urwestf\u00e4lischen Adelsgeschlechts in der 20. Generation fort. Bedingt durch ihre fr\u00fche Geburt, galt sie als kr\u00e4nklich, war nur ca. 1,50 m gro\u00df und zierlich, extrem kurzsichtig, hatte auff\u00e4llig wirkende Augen und litt oft unter Kopfschmerzen. Das hinderte das wissbegierige Kind nicht daran, eine Bildung zu erwerben, die f\u00fcr die damalige M\u00e4dchenerziehung au\u00dfergew\u00f6hnlich war und neben Literatur in lateinischer, griechischer, franz\u00f6sischer und englischer Sprache auch geschichtliche, geografische und naturkundliche Kenntnisse umfasste. Dabei wurde sie zusammen mit ihren Geschwistern zun\u00e4chst von ihrer gebildeten Mutter, dann von einem Hauskaplan und sp\u00e4teren Gymnasialprofessor und von einer franz\u00f6sischen Kinderfrau unterrichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dichtung war ihr als Talent in die Wiege gelegt worden, so sah sie fr\u00fch ihre Berufung als Dichterin und lie\u00df sich darin nicht beirren. Auf Initiative ihrer Eltern wurde 1812 bis 1819 von Anton Matthias Sprickmann unterrichtet und gef\u00f6rdert, der dem G\u00f6ttinger Hain nahestand und dessen Lustspiel \u201eDer Schmuck\u201c in Weimar von Goethe h\u00f6chstselbst inszeniert wurde. Eine Beziehung zu dem b\u00fcrgerlichen G\u00f6ttinger Jurastudenten Heinrich Straube in den Jahren 1819 und 1820 ging auf famili\u00e4res Betreiben in die Br\u00fcche, was sie traumatisiert hinterlie\u00df. Damit waren wohl auch das Denken und die Vorstellungen der k\u00fcnftigen Dichterin in das Konservative gerichtet, das sie auch in ihren Werken \u00e4u\u00dferte. Sie schloss sich der Familie an, indem sie vor allem ihre Mutter auf Reisen ins M\u00fcnsterland, ins Paderborner Land und ins Rheinland begleitete, aber auch zensorische Eingriffe in ihre Werke durch ihren Bruder duldete. Von den Reisen brachte sie vielf\u00e4ltige literarische Anregungen mit.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Droste-1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Droste-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6117\"\/><\/a><figcaption>Die junge Freiin. Quelle: https:\/\/www.schumann-portal.de\/tl_files\/img\/RobertSchumann_Die_Dichter\/Annette_von_Droste_zu_Huelshoff.JPG<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In dieser Zeit hatte sie begonnen, einen Zyklus von geistlichen Liedern auf die Sonn- und Festtage des Kirchenjahres zu verfassen. Vor dem Hintergrund der Straube-Aff\u00e4re gerieten ihre Texte zum pers\u00f6nlichen Bekenntnis, erst zwanzig Jahre sp\u00e4ter konnte sie das \u201eGeistliche Jahr\u201c vollenden. Nach dem Tod des Vaters 1826 zog Annette mit Mutter und Schwester auf den Wohnsitz Haus R\u00fcschhaus nahe M\u00fcnster und verlegte sich f\u00fcr einige Zeit auf ihr zweites Talent, die Musik; sie sang und arbeitete an den Opernprojekten \u201eBabilon\u201c und \u201eDer blaue Cherub\u201c und korrespondierte mit dem Ehepaar Schumann. Erst 1877 kam ihr Wirken als Komponistin ans Licht, als Christoph Bernhard Schl\u00fcter einige Lieder aus dem Nachlass ver\u00f6ffentlichen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eReichtum der Charakteristiken und Stimmungen\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den 1830er Jahren erweiterte sie allm\u00e4hlich ihren Gesichtskreis, insbesondere durch Reisen nach K\u00f6ln und Bonn sowie in die Schweiz, aber auch den Besuch vieler Gespr\u00e4chsrunden, auf denen sie die Bekanntschaft etwa von Adele Schopenhauer, Goethes Schwiegertochter Ottilie oder August Wilhelm Schlegel machte. In literarischer Hinsicht besch\u00e4ftigte sie sich mit der Abfassung von Versepen, die einerseits formal wie inhaltlich dem Zeitgeschmack verpflichtet waren, andererseits ein eigenes, originelles Erz\u00e4hlen dokumentieren, das die \u00fcblichen Genregrenzen \u00fcberschreitet. Mit dem Erscheinen der Gedichtausgabe von 1838, die weitgehend unbeachtet blieb, schlie\u00dft sich die erste gr\u00f6\u00dfere Schaffensphase.<\/p>\n\n\n\n<p>Annette ist bereits 41 Jahre alt, eine einsame, unverstandene Frau. Selbst ihre Mutter legt das Buch einfach in den Schrank und verliert kein Sterbensw\u00f6rtchen dar\u00fcber. Damals verkauft sich der Gedichtband gerade 74-mal. Im Jahr zuvor hat sie den 15 Jahre j\u00fcngeren Levin Sch\u00fccking kennengelernt, einen Juristen, den sie als \u201eSeelenfreund\u201c bezeichnete und m\u00fctterlich liebte. Seit dieser Zeit verschiedentlich, ab 1841 dann nahezu st\u00e4ndig lebte sie bei ihrer Schwester auf Schloss Meersburg. Sie hatte dort eine abgetrennte Wohnung, zu der auch ein Turm geh\u00f6rte &#8211; heute eine Gedenkst\u00e4tte &#8211; von dem aus sie einen weiten Blick \u00fcber den Bodensee genoss. Dort hielt ihr ihre Schwester den R\u00fccken frei von gesellschaftlichen Verpflichtungen, andererseits war sie in deren Familie geborgen, zu der auch zwei Zwillingskinder geh\u00f6rten. Sie und ihr Schwager Joseph von La\u00dfberg sch\u00e4tzten sich zwar, er und die bei ihm verkehrenden Germanisten und Historiker lebten allerdings geistig \u201ein einer anderen Welt\u201c, wie sie meinte. In Meersburg fand die Droste die Balance zwischen Gesellschaft und Einsamkeit. Sie f\u00fchlte sich dort freier von Konventionen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Droste-2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Droste-2-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6118\"\/><\/a><figcaption>Wohnung auf Meersburg. Quelle: Von &#8211;Parpan05 07:22, 5 August 2006 (UTC) &#8211; Eigenes Werk, CC BY 2.5, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=1019655<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1842 erschien ihre Novelle \u201eDie Judenbuche\u201c, die Droste in der literarischen \u00d6ffentlichkeit ein wenig mehr Geh\u00f6r verschaffte. Mit der Geschichte des Friedrich Mergel, der viele Jahre nach dem Mord an einem Juden am Ort der Tat in einer Buche erh\u00e4ngt aufgefunden wird, war ihr ein \u201eSittengem\u00e4lde\u201d gelungen, das mit fast naturalistischer Detailsch\u00e4rfe einen Ausschnitt westf\u00e4lischer Lebenswelt spiegelt. Doch die Judenbuche ist mehr als eine Milieustudie; sie ist gleichzeitig Kriminalgeschichte und Psychogramm, eine Erz\u00e4hlung, die durch Ambivalenz und Mehrdeutigkeit letztlich die Wahrnehmung von Wirklichkeit grunds\u00e4tzlich in Frage stellt. Der Text wurde in viele Weltsprachen \u00fcbersetzt, verfilmt und dreimal vertont, darunter zweimal als Oper.<\/p>\n\n\n\n<p>Die der \u201eJudenbuche\u201c sekundierenden erz\u00e4hlerischen Versuche, die Fragmente \u201eLedwina\u201c (1819\u201324) und \u201eJoseph\u201c (1844\u201345), lassen bei aller Unvollkommenheit die hohe Berufung ihrer Urheberin erkennen; noch mehr das Bruchst\u00fcck eines Romans \u201eBei uns zu Lande auf dem Lande. Nach der Handschrift eines Edelmannes aus der Lausitz\u201c (1841\u201342). Viel Stoff aus dem unvollendeten Buch verwendete sie in den etwa gleichzeitig und wohl als Ersatz geschriebenen \u201eBildern aus Westfalen\u201c (1845). \u201eDieser Essay hat an Reichtum der Charakteristiken und Stimmungen sowie an Wissen um volkskundliche Einzelheiten kaum seinesgleichen in jener heimatentdeckungsfrohen Zeit\u201c, befindet ihr Biograph Ernst Alker. Vor allem wegen dieser Texte wird sie bis heute als <strong>die<\/strong> Dichterin Westfalens wahrgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00fccking wurde schlie\u00dflich zu ihrem \u201eGedichtbefreier\u201c: Angespornt durch ihn gelang es ihr, fast t\u00e4glich ein neues Gedicht zu verfassen. Es entstand damals der Grundstock ihrer zweiten Gedichtsammlung, die 1844 erschien und viele ihrer bekannten Texte enth\u00e4lt, so \u201eDas Spiegelbild\u201c, \u201eAm Thurme\u201c oder die heimatbezogenen \u201eHaidebilder\u201c mit ihrer Einsicht in die Doppelb\u00f6digkeit der Natur. Heute spricht man von \u201eNatur- und Bekenntnislyrik\u201c, in der die sinnliche Erfahrbarkeit und der unheimliche Aspekt der Natur miteinander wechselwirken, wie vor allem \u201eDer Knabe im Moor\u201c zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eein Tropfen Wohlgeruch gepresst\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00fccking blieb auch sp\u00e4ter Anreger neuer literarischer Texte, doch gelang es Droste aufgrund best\u00e4ndiger Krankheiten immer seltener, ihren Pegasus zu satteln. Durch Sch\u00fcckings geschickte Verhandlung mit der Cotta\u2019schen Verlagsbuchhandlung erhielt Droste erstmals ein ansehnliches Honorar f\u00fcr den Abdruck der Judenbuche im <em>Morgenblatt f\u00fcr gebildete St\u00e4nde<\/em>. Hiervon erwarb sie 1843 das F\u00fcrstenh\u00e4usle oberhalb Meersburgs mit einem kleinen Weinberg \u2013 das sie aufgrund zunehmender Krankheit aber nicht mehr oft genie\u00dfen konnte. Sch\u00fcckings weitere berufliche Entwicklung, seine Heirat einer Dichterin und die Ver\u00f6ffentlichung des adelsfeindlichen \u201eDie Ritterb\u00fcrtigen\u201c traf sie ebenso empfindlich wie die Indiskretionen \u00fcber den Adel, die er darin nach ihren Gespr\u00e4chen verarbeitete. So kam es \u2013 auch auf Druck ihrer Familie \u2013 zum Bruch mit ihm, was sie wiederum tief verst\u00f6rte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Droste-3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Droste-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6119\"\/><\/a><figcaption>Das F\u00fcrstenh\u00e4usle. Quelle: Von &#8211;louisana &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=186136<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ihr sp\u00e4tes Schaffen beschr\u00e4nkt sich auf das F\u00fchren ihrer umfangreichen Korrespondenz, die sie seit der Jugend pflegte, sowie die Fragmente \u201eJoseph. Eine Kriminalgeschichte\u201c sowie \u201eBei uns zu Lande auf dem Lande\u201c, die erst lange nach ihrem Tod ver\u00f6ffentlicht wurden. Am Nachmittag des 24. Mai 1848 verstarb sie vermutlich an einer Lungenentz\u00fcndung auf Schloss Meersburg; in dem St\u00e4dtchen ist sie auch begraben. In ihr vermischten sich weibliches und m\u00e4nnliches Empfinden, was ihr \u201ejedes Gef\u00fchl zwiesp\u00e4ltig, fragw\u00fcrdig und peinigend\u201c machte, vermutet Alker. \u201eSo blieben ihr unmittelbare Gl\u00fccksm\u00f6glichkeiten des Daseins verschlossen.\u201c Droste dichtete selbst:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>\u201eW\u00e4r ich ein J\u00e4ger auf freier Flur \/ Ein St\u00fcck nur von einem Soldaten, \/\/ W\u00e4r ich ein Mann doch mindestens nur \/ So w\u00fcrde der Himmel mir raten; \/\/ Nun muss ich sitzen so fein und klar \/ Gleich einem artigen Kinde, \/\/ Und darf nur heimlich l\u00f6sen mein Haar \/ Und lassen es flattern im Winde!\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ihre Lyrik geh\u00f6rt noch der Romantik, die Judenbuche aber schon dem Realismus an. \u201eNie zuvor wurde in deutscher Poesie unter Vermeidung der herk\u00f6mmlichen, abgegriffenen \u201apoetischen\u2018 Mittel sowie der melodischen Reize der Wortmusik, durch Heranziehung des Sprachschatzes des Alltags, der Mundart und der Wissenschaft mit gr\u00f6\u00dferer lyrischer Vollkommenheit Natur mit jeder ihrer Formen und Erscheinungen in Worte gefasst\u201c, bilanziert Alker fast enthusiastisch. Ricarda Huch w\u00fcrdigt sie so: \u201eDie Dichtung der Annette ist in Wahrheit eine VerDichtung: Aus tausend Blumenbl\u00e4ttern ist ein Tropfen Wohlgeruch gepresst.\u201c Mit Schiller\u2019schem Pathos nahm Droste gar Nietzsche vorweg:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>\u201eMein Haupt nicht wagt\u2018 ich aus dem Hohl zu strecken\/Um nicht zu schauen der Ver\u00f6dung Schrecken \/\/ Wie Neues quoll und Altes sich zersetzte \/ War ich der erste Mensch oder der letzte?\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Droste-4.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Droste-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6120\"\/><\/a><figcaption>Die Droste auf dem letzten 20-DM-Schein. Quelle: https:\/\/www.fembio.org\/images\/uploads\/897\/434952.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit den Zeilen \u201eIch mag und will jetzt nicht ber\u00fchmt werden, aber nach hundert Jahren m\u00f6cht ich gelesen werden\u201c, antizipierte sie gar ihre Rezeption. Ihre \u201eEntdeckung\u201d hat die Autorin dem Umstand zu verdanken, dass man sie im Kulturkampf der 1870er Jahre zur Galionsfigur stilisierte und sie kurzerhand, versehen mit den Attributen \u201ekatholisch\u201d und \u201ewestf\u00e4lisch\u201d, zur \u201egr\u00f6\u00dften deutschen Dichterin\u201d erkl\u00e4rte. Bis in die heutige Zeit wird sie nicht nur im Schulunterricht gelesen, sondern inspirierte ihr Leben und Werk auch zeitgen\u00f6ssische Autoren und besonders Autorinnen, darunter Gertrud von le Fort, Werner Bergengruen, Sarah Kirsch oder Karen Duve. Ein Brief von ihr an Sprickmann aus dem Jahr 1819 wurde von Walter Benjamin in die Briefsammlung \u201eDeutsche Menschen\u201c aufgenommen. Die Vielschichtigkeit ihrer Pers\u00f6nlichkeit und ihres Werkes bietet Ansatzpunkte f\u00fcr psychologische und parapsychologische Interpretationen, aber auch f\u00fcr Fehldeutungen im Lichte zeitgen\u00f6ssischer Ideologien. Die Droste bleibt letztlich ein nie ganz aussch\u00f6pfbares geniales Dichterph\u00e4nomen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie schrieb, komponierte, war durch Beziehungen traumatisiert und rang ihr Werk vielen Krankheiten ab: Annette von Droste-H\u00fclshoff. Die \u201eDichterin Westfalens\u201c feierte nun ihren 225. Geburtstag.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6116"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6116"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6116\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6121,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6116\/revisions\/6121"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6116"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6116"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6116"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}