{"id":6135,"date":"2022-01-31T06:07:00","date_gmt":"2022-01-31T05:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6135"},"modified":"2022-01-02T18:08:14","modified_gmt":"2022-01-02T17:08:14","slug":"der-liederfuerst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6135","title":{"rendered":"Der Liederf\u00fcrst"},"content":{"rendered":"\n<p>Er hat sein Lebenswerk in 31 Jahren vollenden m\u00fcssen, davon die letzten sechs unter der Syphilis, die auf vielfache Weise hineinwirkte in sein Leben und auch in seine Kunst. Der Kontrast zwischen ereignisarmem Lebenslauf und kurzfristigem, intensivem, unvorstellbar inspiriertem Schaffensprozess irritiert bis heute. Seine Produktivit\u00e4t ist absolut unfassbar. Er hat wohl 30 000 Stunden mit Komponieren zugebracht, selbst beim Schlafen seine Brille getragen, um Einf\u00e4lle sofort notieren zu k\u00f6nnen. Wie mancher vor und nach ihm, sollte auch er nach seiner neunten Sinfonie sterben. Seine einzigartige Existenz innerhalb seiner Musik ging bis zum Unverm\u00f6gen, ein konventionell-soziales Leben zu f\u00fchren: \u201eMich soll der Staat erhalten, ich bin f\u00fcr nichts als das Componieren auf die Welt gekommen\u201c, hat er zwei Jahre vor seinem fr\u00fchen Tod geschrieben: Franz Schubert, der am 31. Januar vor 225 Jahren in Himmelpfortgrund bei Wien geboren wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Er war das dreizehnte von zwanzig Kindern des \u00f6rtlichen Schulmeisters &#8211; von seinen Geschwistern erreichten nur acht das Erwachsenenalter. Der Vater erkannte fr\u00fch sein Talent und gab ihm mit f\u00fcnf Jahren Violinunterricht, mit sechs Jahren bekam er von seinem \u00e4lteren Bruder Ignaz Klavierunterricht, mit sieben vom Kapellmeister der Lichtentaler Pfarrkirche dann Orgelunterricht. An Sonn- und Feiertagen wurden in der Familie regelm\u00e4\u00dfig Streichquartettabende veranstaltet, bei denen sein Vater Violoncello, er selbst Viola und seine Br\u00fcder Violine spielten. Wegen seiner sch\u00f6nen Stimme wurde er im Oktober 1808 als S\u00e4ngerknabe in die Wiener Hofmusikkapelle und in das kaiserliche Konvikt aufgenommen, Antonio Salieri war sein Lehrer und F\u00f6rderer. Er wirkte nicht blo\u00df als Solist im Gesang, sondern lernte als zweiter Violinist im Konviktorchester auch die Instrumentalwerke Haydns und Mozarts kennen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Seine erste Komposition, eine Klavierfantasie G-Dur zu vier H\u00e4nden, ist auf den April 1810 datiert &#8211; er ist er einer der ersten, der gute Musik f\u00fcr Piano zu vier H\u00e4nden schreibt. Als er sich besonders in Mathematik und Latein verschlechterte, kehrte er im Oktober 1813 ins elterliche Haus zur\u00fcck &#8211; und komponierte seine Sinfonie Nr. 1 D-Dur. 1814 \u2013 er besuchte inzwischen eine Lehrerbildungsanstalt \u2013wurde ein Schicksalsjahr f\u00fcr ihn. Neben seiner ersten Oper \u201eDes Teufels Lustschloss\u201c sowie mehreren Liedern wie \u201eGretchen am Spinnrade\u201c (aus Goethes Faust) und \u201eDer Taucher\u201c (nach Schiller) komponierte er seine Messe Nr. 1 F-Dur. Die Urauff\u00fchrung am 25. September 1814 in der Lichtentaler Pfarrkirche war die erste \u00f6ffentliche Auff\u00fchrung eines seiner Werke.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Schubert-1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Schubert-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6136\"\/><\/a><figcaption>Franz Schubert. Quelle: Von Wilhelm August Rieder, Gemeinfrei, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=797711<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Dabei wurde das Sopransolo von der 16-J\u00e4hrigen Therese Grob gesungen \u2013 die zur ungl\u00fccklichen Liebe seines Lebens werden sollte. Sie wirkte auch bei den ersten Auff\u00fchrungen der n\u00e4chsten Messen mit, Schubert widmete ihr ein Streichquartett. In seinen Erinnerungen zitiert Anselm H\u00fcttenbrenner Schubert so: \u201eGut war sie, herzensgut. Drei Jahre hoffte sie, dass ich sie ehelichen werde; ich konnte jedoch keine Anstellung finden, wodurch wir beide versorgt gewesen w\u00e4ren. Sie heiratete dann nach einem Wunsch der Eltern einen anderen, was mich sehr schmerzte. Ich liebe sie noch immer, und mir konnte seitdem keine andere so gut und besser gefallen wie sie. Sie war mir halt nicht bestimmt.\u201c Schubert wird definitiv bindungsunf\u00e4hig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>mit glitzernden Augen komponiert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr zwei Jahre Schulgehilfe seines Vaters, erlebt er 1815 seinen \u201eLiederfr\u00fchling\u201c mit der Komposition&nbsp; von 150 Liedern. Im Herbst dieses Jahres soll er den \u201eErlk\u00f6nig\u201c in die Hand bekommen, sofort \u201emit glitzernden Augen\u201c komponiert und noch am selben Abend aufgef\u00fchrt haben. Er soll auch, nach einem langen Abend mit Freunden, etlichen Flaschen Wein und Zigarren, sich ans Pult gesetzt und \u201edie Forelle\u201c geschrieben haben. Wahr an den Anekdoten k\u00f6nnte sein, dass Schubert&nbsp; &#8211; wie Mozart &#8211; im Kopf komponierte und dann nur noch niederzuschreiben brauchte. Er hatte ja meist auch kein Piano zur Verf\u00fcgung. 1816&nbsp;wird Goethe das ihm zugesandte Liederheft unter anderem mit dem \u201eErlk\u00f6nig\u201c und \u201eGretchen am Spinnrade\u201c ignorieren.<\/p>\n\n\n\n<p>1818, mit 21 Jahren, will Schubert sein Leben als \u201eBerufskomponist\u201c ganz der Musik widmen, was den zeitweisen Bruch mit seinem Vater nach sich zog. Zun\u00e4chst wirkt er als Musiklehrer beim Grafen Esterh\u00e1zy in Zseliz (heute Ungarn). F\u00fcr die Komtessen Marie und Caroline, die T\u00f6chter des Grafen, schrieb er vierh\u00e4ndige St\u00fccke und Lieder und schuf seine Sinfonie Nr. 6 C-Dur. W\u00e4hrend der ihm noch verbleibenden zehn Jahre lebt er in Wohngemeinschaften bei verschiedenen Freunden, zu denen er auch homosexuelle Beziehungen unterhalten haben soll, er galt als bisexuell. Seinen ersten Auftritt als Liedkomponist hatte er 1819 mit \u201eSch\u00e4fers Klagelied\u201c. Schubert wird Zentrum und Magnet kunstliebender Zirkel, der sogenannten \u201eSchubertiaden\u201c, die die musikalische B\u00fcrgerfamilie Sonnleithner zu seinen Ehren organisierte und die in \u00e4hnlicher, aber v\u00f6llig anders organisierter Form noch immer stattfinden, so als Schubertiade-Festival in Vorarlberg.<\/p>\n\n\n\n<p>Das gro\u00dfe \u00f6ffentliche Publikum blieb ihm eher verschlossen. Zu seinen Bewunderern geh\u00f6rte unter anderem Franz Grillparzer oder Moritz von Schwind. Ermutigt von den Erfolgen versuchte Schubert nun, sich als B\u00fchnenkomponist zu etablieren, wurde aber in seinen Hoffnungen entt\u00e4uscht. Sowohl \u201eAlfonso und Estrella\u201c als auch \u201eDie Verschworenen\u201c wurden vom Theater abgelehnt, \u201eFierrabras\u201c nach ersten Proben abgesetzt. Im Alter von 25 Jahren entdeckt er dann Symptome f\u00fcr Syphilis und wird im AK Wien behandelt, damals das modernste Krankenhaus Europas, wo er in ekel- und angsterregender Umgebung von Geschw\u00fcrskranken die sch\u00f6nsten M\u00fcllerin-Lieder schreibt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Schubert-2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"798\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Schubert-2-798x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6138\"\/><\/a><figcaption>Therese Grob. Quelle: Von Heinrich Hollpein &#8211; Wien Museum, Gemeinfrei, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=25446225<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Symphonie Nr. 8 wird unvollendet bleiben und spiegelt seine Krankheit: Die zwei vorhandenen S\u00e4tze sind von eindringlicher emotionaler Spannung &#8211; Musik strahlenden inneren Lichts, gefangen in Traurigkeit und Einsamkeit. Werke wie die zwei Liederzyklen \u201eWinterreise\u201c und \u201eSchwanengesang\u201c sind auch in Beziehung zu seiner Krankheit zu sehen: Zeitlebens hat er eine Neigung gehabt zur Thematik von Sehnsucht, Liebe, Schmerz, Verlassensein, Einsamkeit, Tod und, alles umfassend, Wanderschaft: schicksalhafte Unstetigkeit, von der es Erl\u00f6sung durch Liebe vielleicht, gewiss aber nur durch den Tod gibt. 1823 entsteht die beliebte \u201eRosamunde\u201c-Musik, 1824 \u201eDer Tod und das M\u00e4dchen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in den n\u00e4chsten Jahren arbeitete Schubert unerm\u00fcdlich und produzierte zahlreiche Kompositionen. Es entstanden Werke wie der Liederzyklus \u201eDie Winterreise\u201c, der einen Gipfel in der Gattung des Liedes im 19. Jahrhundert darstellte. Jeden Morgen begann er nach dem Aufstehen mit dem Komponieren, a\u00df um zwei Uhr, ging spazieren und wandte sich dann erneut der Komposition zu oder besuchte Freunde. Mit zunehmendem Alter wurde er korpulenter und neigte zu alkoholischen Exzessen. Wegen seiner Gr\u00f6\u00dfe von nur 1,56 m wird er \u201eSchwammerl\u201c gerufen. Im Fr\u00fchjahr 1824 scheint die Krankheit den Komponisten psychisch besonders schwer belastet zu haben: \u201eIch f\u00fchle mich als den ungl\u00fccklichsten, elendsten Menschen der Welt\u201c schrieb er. Es ist davon auszugehen, dass sich Schubert fortan wiederholt Quecksilberkuren unterzog, die mit heftigen Nebenwirkungen verbunden waren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201ehier ist mein Ende\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>im Sommer dieses Jahres war er zum zweiten Mal bei Esterh\u00e1zy engagiert. Er widmete der 19-j\u00e4hrigen Komtesse Caroline drei Lieder, angeblich soll er sie umworben haben. 1825 hatte Schubert noch einmal eine gl\u00fccklichere Phase, in die eine Reise durch \u00d6sterreich zur Kur nach Bad Gastein fiel. Er arbeitete an der \u201eGmunden-Gasteiner Sinfonie\u201c und schrieb Klaviersonaten D-Dur, die er zu einem recht hohen Preis ver\u00f6ffentlichen konnte. Das war nicht selbstverst\u00e4ndlich: Einen Gulden pro Lied bekommt er von Verlegern, die seine Not um Geld f\u00fcr Medikamente schamlos ausnutzen. Von 1826 bis 1828 hielt sich Schubert in Wien und seinen Vorst\u00e4dten auf. Die Stelle des Vizekapellmeisters an der kaiserlichen Hofkapelle, um die er sich 1826 bewarb, bekam er nicht. Am 26. M\u00e4rz 1828 gab er das einzige \u00f6ffentliche Konzert seiner Karriere, das ihm 800 Gulden Wiener W\u00e4hrung einbrachte. Zahlreiche Lieder und Klavierwerke waren inzwischen gedruckt worden; doch das Geld gab Schubert vor allem im Wirtshaus beim Wein aus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Schubert-3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Schubert-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6139\"\/><\/a><figcaption>Schubertiade. Quelle: Von Moritz von Schwind &#8211; Unbekannt, uploaded by User:LeastCommonAncestor as a version of File:Moritz von Schwind Schubertiade.jpg, Gemeinfrei, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=535713<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In seinem letzten Lebensjahr schreibt Schubert, wie Mozart, tief inspirierte Kompositionen. Sein Tagebuch wird sp\u00e4rlicher: Isolation, K\u00e4lte, Lebensverneinung. \u201eEine Stra\u00dfe muss ich gehen, die noch keiner ging zur\u00fcck.\u201c Im Kontrast zu Schuberts Melancholie ist es beruflich ein gutes Jahr: Einladungen, beachtliche Privatkonzerte, Ver\u00f6ffentlichungen. Er schreibt die C-Dur-Sinfonie Nr. 9, die Gro\u00dfe, 1838 von Robert Schumann entdeckt; und im Mai die letzten drei Impromptus, die dann 30 Jahre lang verschollen bleiben. F\u00fcr seine Kopfschmerzen wird Landluft verordnet, so zieht er im Juni zum Bruder Ferdinand. Die gro\u00dfe Messe Es-Dur, die Klaviersonaten in c-Moll und A-Dur sind aus diesem letzten Sommer, und das Streichquintett in C-Dur.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz Schwindel und unertr\u00e4glichen Kopfschmerzen wandert er noch Anfang Oktober mit Bruder Ferdinand und zwei Freunden nach Eisenstadt zum Grab des verehrten Haydn und zur\u00fcck, 70 Kilometer zu Fu\u00df. Schuberts Tod meldet sich gespenstisch beim Abendessen: \u201eDa er nun am letzten Oktober abends einen Fisch speisen wollte\u201c, schreibt Ferdinand, \u201ewarf er, nachdem er das erste St\u00fcckchen gegessen, pl\u00f6tzlich Messer und Gabel auf den Teller und gab vor, es ekle ihn gewaltig vor dieser Speise, und es sei ihm gerade, als habe er Gift genommen. Von diesem Augenblick an hat Schubert fast nichts mehr gegessen und getrunken, blo\u00df Arzneien geschluckt.\u201c Bei einem Aderlass soll Schubert dann dem Arzt starr ins Auge gesehen, an die Wand gegriffen und gesagt haben: \u201eHier, hier ist mein Ende.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er stirbt an Typhus, der gleichen Krankheit wie seine Mutter, nachmittags um drei an ihrem Namenstag, dem 19. November 1828. Begraben nahe Beethoven, wurden seine Gebeine 1888 in ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof \u00fcberf\u00fchrt. Sein Grabmal trugt eine Inschrift Grillparzers: \u201eDie Tonkunst begrub hier einen reichen Besitz; aber noch viel sch\u00f6nere Hoffnungen.\u201c Dass er lange als \u201everkanntes Genie\u201c dargestellt wurde, das seine Meisterwerke unbeachtet von der \u00d6ffentlichkeit schuf, liegt daran, dass er mit seinen Gro\u00dfwerken \u2013 etwa seinen Sinfonien \u2013 keine gro\u00dfe Wirkung erzielte und ihm mit seinen Opern nicht der ersehnte Durchbruch gelang. Allerdings suchte er selbst auch nicht die \u00d6ffentlichkeit und konnte anders als Mozart und Beethoven erst sp\u00e4t zu einem eigenen Konzert \u00fcberredet werden. Er gilt neben Beethoven als der Begr\u00fcnder der romantischen Musik im deutschsprachigen Raum, schuf weltliche und geistliche Chormusik, sieben vollst\u00e4ndige und f\u00fcnf unvollendete Sinfonien, Ouvert\u00fcren, B\u00fchnenwerke, Klaviermusik und Kammermusik, vor allem Quartette und Quintette.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Schubert-4.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Schubert-4-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6140\"\/><\/a><figcaption>Erste Grabst\u00e4tte. Quelle: Von HeinzLW &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 at, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=16629007<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Einschlie\u00dflich der drei gro\u00dfen Lieder-Zyklen komponiert Schubert rund 700 Lieder, in denen er meistens das \u201eStrophenlied\u201c verl\u00e4sst und die M\u00f6glichkeiten des Klaviers \u00fcber das Begleiterische hinaus zu dramatischer Gestaltung der k\u00fcnstlerischen Aussage entwickelt. \u201eEr hat das Kunstlied auf eine bis dahin nicht gekannte H\u00f6he gef\u00fchrt\u201c, so Dietrich Fischer-Dieskau. Das Besondere an Schuberts Liedern gr\u00fcndet darin, dass nicht eine musikalische Idee leitend ist, sondern die sprachliche Vorgabe. Seine Mittel, der vorgegebenen melodischen und metrisch-rhythmischen Sprachgestalt musikalisch zu folgen, sind neben \u00e4u\u00dferen Mitteln wie gezielte Text-Wiederholungen oder Wechseln des Tongeschlechts in einem Lied auch die Klavier-Imitation realer Schallph\u00e4nomene wie pl\u00e4tscherndes Wasser, Hundegebell oder Wetterereignisse. Ernst Keil gab ihm 1866 den Titel \u201eLiederf\u00fcrst\u201c. Franz Liszt beschrieb Schubert als den \u201epoetischsten Musiker, der je gelebt hat.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er schrieb fast 1000 Werke und f\u00fchrte mit dem Kunstlied eine neue musikalische Gattung ein, die er zugleich zur Vollendung f\u00fchrte: Franz Schubert, der jetzt seinen 225. 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