{"id":6148,"date":"2022-02-03T06:50:00","date_gmt":"2022-02-03T05:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6148"},"modified":"2022-01-30T13:57:23","modified_gmt":"2022-01-30T12:57:23","slug":"als-theoretiker-ziemlich-schwach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6148","title":{"rendered":"\u201eals Theoretiker ziemlich schwach\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eJa, er hat viele politische Fehler gemacht. Seine Ideen, seine wirtschaftlichen Ideen waren richtig, aber er konnte diese Ideen den Menschen in Deutschland nicht beibringen oder, sollen wir mal sagen, nicht verkaufen. Die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die soziale Marktwirtschaft war eher schwach und fu\u00dfte nur auf dem Wohlstand, den sie den Menschen gebracht hatte, nicht auf einem tieferen Verst\u00e4ndnis ihrer Grunds\u00e4tze.\u201c Diese Einsch\u00e4tzung seines Biographen Alfred C. Mierzejewski im <em>DLF<\/em> wurde von Ex-Linken-Vize Sara Wagenknecht 2013 instrumentalisiert: Er w\u00e4re bei uns mit seinen Anspr\u00fcchen am besten aufgehoben, schrieb sie in \u201eFreiheit statt Kapitalismus\u201c, und Leute wie er h\u00e4tten \u201evor genau jener Fehlentwicklung gewarnt, deren Konsequenzen wir heute erleben\u201c: Ludwig Erhard, dessen 125. Geburtstag sich am 4. Februar j\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sohn eines Einzelhandelskaufmanns wuchs mit drei Geschwistern auf, durchlitt mit zwei Jahren eine Kinderl\u00e4hmung, die ihm einen deformierten Fu\u00df bescherte, und begann nach dem Besuch der Realschule in F\u00fcrth 1913 eine kaufm\u00e4nnische Lehre. Im Ersten Weltkrieg Artillerist, wurde er 1918 bei Ypern durch eine Handgranate schwer verwundet und genas erst nach sieben Operationen. Dies habe er laut Biographen k\u00f6rperlich, aber nicht seelisch verarbeitet. Nach dem Krieg nahm er ein Studium an der Handelshochschule in N\u00fcrnberg auf, das er 1923 mit dem Diplom beendete. Im selben Jahr heiratete er die verwitwete Volkswirtin Luise Schuster, die aus erster Ehe eine Tochter hatte. Beide bekamen eine weitere Tochter. Er schrieb er sich an der Universit\u00e4t Frankfurt f\u00fcr Betriebswirtschaftslehre, National\u00f6konomie und Soziologie ein und promovierte im Jahr darauf mit einem w\u00e4hrungspolitischen Thema.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Erhard.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Erhard.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6149\"\/><\/a><figcaption>Ludwig Erhard mit seinem Bestseller. Quelle: Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F004204-0003 \/ Adrian, Doris \/ CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=5448680<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Von 1925 bis 1928 arbeitete Erhard als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer im elterlichen Betrieb &#8211; der allerdings in Konkurs ging. Danach wurde er Assistent beim Institut f\u00fcr Wirtschaftsbeobachtung der deutschen Fertigware an der Handelshochschule in N\u00fcrnberg und wirkte als \u00f6konomisch-politischer Publizist. Er schrieb gelegentlich in der linksliberalen Wochenschrift <em>Das Tage-Buch<\/em> gegen die wirtschaftspolitischen Vorstellungen des sp\u00e4teren Reichsbankpr\u00e4sidenten Hjalmar Schacht an und forderte in einem Aufsatz die Regierung auf, den Missbrauch durch Kartelle und Monopole, insbesondere der Investitionsg\u00fcterindustrie, zu unterbinden; statt dessen sollte die Verbrauchsg\u00fcterproduktion gef\u00f6rdert werden. Im Gegensatz zum damals vorherrschenden Protektionismus trat er f\u00fcr eine Wettbewerbswirtschaft und freie Marktpreisbildung ein. Seit 1930 war das Zigarrenrauchen Erhards Markenzeichen \u2013 er soll immer Zigarren vom Witzenh\u00e4user Hersteller Leopold Engelhardt geraucht haben, weshalb ihm die Stadt ein Denkmal spendierte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kriegsniederlage vorausgesehen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Arbeit am Institut, aus dem sowohl die N\u00fcrnberger Akademie f\u00fcr Absatzwirtschaft (NAA) und die Gesellschaft f\u00fcr Konsumforschung (GfK e. V.) entstanden, verlieh Erhard den Ruf eines Wirtschaftsspezialisten. Dazu trug auch bei, dass er bis 1940 die \u201eWirtschaftspolitischen Bl\u00e4tter der deutschen Fertigindustrie\u201c redigierte. Im Auftrag der deutschen Zivilverwaltung betreut Erhard von 1940 bis 1945 die lothringische Glasindustrie. Nach einem Konflikt mit der Institutsleitung verlie\u00df er 1942 die Einrichtung, um sein eigenes Forschungsinstitut zu gr\u00fcnden. Hier tat er sich 1944 mit einer wirtschaftspolitischen Denkschrift zur Neuordnung Deutschlands nach der Kriegsniederlage hervor, die Erhard voraussah und die damals als Hochverrat gewertet werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Denkschrift, die er kurz vor dem 20. Juli auch an Carl Goerdeler gesandt hatte, bescherte ihm nach Kriegsende die Ernennung zum Wirtschaftsberater der amerikanischen Milit\u00e4rbeh\u00f6rden in N\u00fcrnberg. Erhard war nun f\u00fcr den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Franken verantwortlich und wurde noch im Herbst 1945 als Staatsminister f\u00fcr Handel und Gewerbe in die bayerische Landesregierung aufgenommen. 1947 schien ihm eine Honorarprofessur an der Universit\u00e4t M\u00fcnchen endlich die wissenschaftliche Karriere zu er\u00f6ffnen, doch folgte er dem Ruf der amerikanischen Besatzungsmacht in die Zweizonenverwaltung f\u00fcr Wirtschaft in Frankfurt. Hier leitete er die Vorbereitung der westdeutschen W\u00e4hrungsreform und stieg im M\u00e4rz 1948 zum Leiter der Zweizonenverwaltung f\u00fcr Wirtschaft auf. Die W\u00e4hrungsreform mit der Einf\u00fchrung der D-Mark l\u00f6ste einen \u00fcberraschenden Wirtschaftsaufstieg aus.<\/p>\n\n\n\n<p>1949 zog er f\u00fcr die die CDU erstmals ins neue westdeutsche Parlament ein und stand bis 1963 als wiederholter Bundeswirtschaftsminister unter Kanzler Adenauer f\u00fcr die wirtschaftspolitische Kontinuit\u00e4t und den wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik zur f\u00fchrenden Industrienation. Erhard glaubte fest an den freien Markt und unterst\u00fctzte staatliches Handeln im Einklang mit dem Markt, um sozialw\u00fcnschenswerte Ziele zu erreichen: \u201eDie Schwierigkeit lag, wie er wohl wusste, in der Definition dessen, was sozial w\u00fcnschenswert ist\u201c, erkennt Mierzejewski. \u201eLudwig Erhard k\u00f6nnte man als Lehrer ansehen. Er wollte die deutsche Bev\u00f6lkerung \u00fcber diese Ideen von Freiheit und eine freie Marktwirtschaft informieren und hoffentlich \u00fcberzeugen. Aber als Theoretiker war er eigentlich ziemlich schwach.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Erhard-1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Erhard-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6150\"\/><\/a><figcaption>Erhard als Minister in Bayern. Quelle: https:\/\/www.planet-wissen.de\/gesellschaft\/wirtschaft\/geschichte_der_d_mark\/portraetdmwohlstandgjpg100~_v-gseapremiumxl.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In seinem popul\u00e4ren Buch \u201eWohlstand f\u00fcr Alle\u201c (1957) legte Erhard seine Vorstellungen allgemeinverst\u00e4ndlich dar. Er trat f\u00fcr die Liberalisierung des Au\u00dfenhandels und f\u00fcr die Konvertierbarkeit internationaler W\u00e4hrungen ein, was ihm auch in den eigenen Reihen den Ruf eines Dogmatikers einbrachte. Obwohl 1957 noch unter der dritten Regierung Adenauers zum Vizekanzler nominiert, gestaltete sich das Verh\u00e4ltnis zu ihm politisch schwierig und menschlich spannungsreich. \u201eEr mochte Erhards l\u00e4ssige Kleidung nicht und missbilligte den Zigarrenrauch, mit dem sich Erhard gern einnebelte, ebenso wie die Zigarrenasche, die sich auf seinem Revers ansammelte\u201c, so Mierzejewski. \u201eErhards Alkoholkonsum betrachtete er als moralischen Affront. Und schlie\u00dflich war ihm Erhards Hang zum Selbstmitleid unertr\u00e4glich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Adenauers Hauptvorw\u00fcrfe waren h\u00e4ufige Abwesenheit, mangelnde Kontrolle des Ministeriums und unbedachte Reden. Seine Anh\u00e4nger wurden scherzhaft \u201eBrigade Erhard\u201c genannt \u2013 nach einer Marineeinheit aus dem Kapp-Putsch von 1920. Einer der H\u00f6hepunkte der Differenzen zeigte sich bei der Rentenreform 1957, die Adenauer mit seiner Richtlinienkompetenz als Kanzler durchsetzte. Das seitdem bestehende Umlageverfahren (\u201eGenerationenvertrag\u201c) lehnte Erhard als nicht zukunftsf\u00e4hig ab. Adenauer setzte sich jedoch mit dem bekannten Ausspruch \u201eKinder kriegen die Leute sowieso\u201c \u00fcber diese Bedenken hinweg. Weitreichende Entscheidungen aus seiner Zeit als Wirtschaftsminister waren die Neuordnung des Kartellrechts mit dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschr\u00e4nkungen von 1957, das Bundesbankgesetz aus dem gleichen Jahr sowie die Privatisierung von Unternehmen, die sich bis dahin noch im Staatsbesitz befanden wie die Preussag AG 1959 oder die Volkswagen AG 1960, wobei die Anteile jedes Mal als Volksaktien erworben werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201ekein Abschied von der Politik\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem Bundestagswahlkampf von 1961 zum voraussichtlichen Kanzler-Nachfolger gek\u00fcrt, wurde Ludwig Erhard nach dem R\u00fcckzug Konrad Adenauers am 16. Oktober 1963 zum neuen Bundeskanzler gew\u00e4hlt. 1964 lie\u00df er im Park des Palais Schaumburg den Kanzlerbungalow als Wohn- und Empfangsgeb\u00e4ude des Bundeskanzlers erbauen. Als Atlantiker, der den Beziehungen zu den USA gegen\u00fcber denen zu Frankreich Vorrang gab, warf man ihm aus den Reihen der CDU vor, er sei f\u00fcr eine Abk\u00fchlung der deutsch-franz\u00f6sischen Beziehungen verantwortlich. Erhard veranlasste \u2013 ohne formelle Kabinettsentscheidung \u2013 die Aufnahme von Verhandlungen zur Herstellung diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel, die im Mai 1965 abgeschlossen wurden; es war die einzige Richtlinienentscheidung seiner Amtszeit. Nach dem Botschafteraustausch brachen zahlreiche Nahost-Staaten die Beziehungen zur Bundesrepublik ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Um seinem rasanten Autorit\u00e4tsverlust entgegenzuwirken, l\u00e4sst er sich 1966 zum CDU-Vorsitzenden w\u00e4hlen \u2013 umsonst. Das Devisenausgleichsabkommen, mit dem die Kosten f\u00fcr die Stationierung der US-Truppen auf deutschem Boden ausgeglichen werden sollten, brach ihm das politische Genick. W\u00e4hrend in den ersten beiden Adenauer-Abkommen die Erf\u00fcllung der Forderungen unter deutschem Haushaltsvorbehalt standen, verpflichtete sich Erhard zur vorbehaltlosen Zahlung. Als Deutschland die nicht termingerecht abwickeln konnte, versuchte Erhard in Washington bei US-Pr\u00e4sident Lyndon B. Johnson Zugest\u00e4ndnisse zu erreichen; die Reise wurde ein v\u00f6lliger Fehlschlag. Daraufhin trat der Minister f\u00fcr Wirtschaftliche Zusammenarbeit Walter Scheel (FDP) zur\u00fcck, die \u00fcbrigen FDP-Minister schlossen sich an. Am 1. Dezember 1966 tritt Erhard als Bundeskanzler zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Erhard-2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Erhard-2-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6151\"\/><\/a><figcaption>Adenauer und Erhard. Quelle: https:\/\/www.fr.de\/bilder\/2008\/06\/13\/11590400\/527347177-898178-156b.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eDer Kanzlerwechsel ist f\u00fcr mich kein Abschied von der Politik. Sie werden mir auch in Zukunft aktiv im politischen Leben dieses Staates begegnen\u201c, sagte er zum Abschied. Sein Nachfolger wird Kurt Georg Kiesinger mit einer Regierung der Gro\u00dfen Koalition. Die CDU nahm ihm \u00fcbel, dass er ein Kanzler ohne Fort\u00fcne geblieben war. Seine Gl\u00fccklosigkeit hatte sich sowohl in der Au\u00dfen- wie in der Wirtschaftspolitik gezeigt. Mit dieser fand der Wirtschaftsfachmann Erhard kein Rezept gegen die Rezession und den damit verbundenen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Erhards politische Aktivit\u00e4t spielte sich noch elf Jahre haupts\u00e4chlich auf den Hinterb\u00e4nken des Bundestages ab. Zweimal durfte er die Legislatur als Alterspr\u00e4sident er\u00f6ffnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei zahlreichen Gelegenheiten \u00e4u\u00dferte er sich weiter zu wirtschaftspolitischen Fragen und tat sich in der \u00d6ffentlichkeit als Gralsh\u00fcter der sozialen Marktwirtschaft hervor. Erhard genoss die Ehrenb\u00fcrgerschaft von Tokio, Lima, Houston, Bonn und Ulm und besa\u00df zahlreiche in- und ausl\u00e4ndische Ehrenpromotionen. 1967 gr\u00fcndete er die Ludwig-Erhard-Stiftung, die seine wirtschaftswissenschaftlichen und Wirtschaftsordnungs-Vorstellungen wissenschaftlich und publizistisch weiter pflegen sollte. Ludwig Erhard starb am 5. Mai 1977 in Bonn und wurde nach einem Staatsakt auf dem Bergfriedhof in Gmund am Tegernsee beigesetzt. In vielen deutschen St\u00e4dten sind Stra\u00dfen, Wege, Pl\u00e4tze oder Br\u00fccken nach ihm benannt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erfinder des Exportweltmeisters<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den Nachrufen wird als sein Verdienst gew\u00fcrdigt, sich Deutschlands hoch entwickelter \u00d6konomie in den F\u00fcnfzigerjahren bedient und diese weltweit erfolgreich gemacht zu haben. Nach Albrecht Ritschl bestehe die gro\u00dfe Leistung von Erhard \u201eweniger darin, Reformen gestaltet zu haben \u2013 sondern darin, falsche Entscheidungen verhindert zu haben.\u201c Seine Zeit als Bundeskanzler wird jedoch oft als \u201egl\u00fccklos\u201c gesehen, sein politisches Scheitern nicht zuletzt darauf zur\u00fcckgef\u00fchrt, dass ihm als \u201eQuereinsteiger\u201c in die Politik Durchsetzungsf\u00e4higkeit fehlte und sein kollegialer Stil als F\u00fchrungsschw\u00e4che ausgelegt wurde. \u201eErhard war ein Antipolitiker, der sich der Folgen, die sich aus seinen eigenen Anschauungen ergaben, nie ganz bewusst war. Er weigerte sich, dass politische R\u00e4nkespiel mitzuspielen, war aber nicht konsequent genug, ihm ein Ende zu setzen\u201c, befindet Mierzejewski.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Erhard-3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Erhard-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6152\"\/><\/a><figcaption>Statue in Witzenhausen. Quelle: https:\/\/www.hna.de\/bilder\/2020\/02\/14\/13540574\/1674834025-witzenhausen-stadtpark-ludwig-erhard-statue-2ma7.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eErhard hat schon in den fr\u00fchen F\u00fcnfzigerjahren erkannt, dass die deutsche Wirtschaft mit ihrer f\u00fchrenden Stellung bei Investitionsg\u00fctern nicht nur den europ\u00e4ischen, sondern den Weltmarkt im Blick haben muss\u201c, w\u00fcrdigt ihn der Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser im <em>Spiegel<\/em>. \u201eDaraus hat er die Strategie entwickelt, mit gezielter Unterst\u00fctzung der Wirtschaftsverb\u00e4nde auch weit entfernte M\u00e4rkte in Asien oder Lateinamerika zu erobern. Mit dem Ergebnis, dass die deutsche Wirtschaft heute 50 Prozent ihrer Exporte au\u00dferhalb der EU absetzt.\u201c Daher sei er weniger der Vater des Wirtschaftswunders als vielmehr der Erfinder des Exportweltmeisters. Er wollte aus Europa eine Freihandelszone machen und stand der wirtschaftlichen Integration Europas lange skeptisch gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie eine Bombe schlug 2007 ein <em>Stern<\/em>-Interview mit Horst Friedrich W\u00fcnsche ein, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Erhard-Stiftung: \u201eEr war nie Mitglied der CDU.\u201c G\u00fcnter Buchstab, der Leiter des wissenschaftlichen Dienstes der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, die das Parteiarchiv verwaltet, best\u00e4tigte: \u201eDie Mitgliedschaft l\u00e4sst sich aktenm\u00e4\u00dfig nicht nachvollziehen\u201c, seines Wissens habe Erhard an die CDU auch \u201ekeine Beitr\u00e4ge gezahlt\u201c \u2013 obwohl er 28 Jahre f\u00fcr die Christdemokraten im Bundestag sa\u00df und bis zu seinem Tod 1977 gar Ehrenvorsitzender war. In Personenarchiven und deutschen Medien fand hatte die Version Aufnahme, Erhard sei anl\u00e4sslich seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden am 23. M\u00e4rz 1966 in die CDU eingetreten, wobei der offizielle Beitritt um drei Jahre auf 1963 r\u00fcckdatiert worden sei. Das wurde nun dementiert. Erhard w\u00e4re damit formaljuristisch nie CDU-Vorsitzender gewesen und h\u00e4tte auf keinem Parteitag an Abstimmungen teilnehmen d\u00fcrfen. Ein Parteivorsitzender ohne g\u00fcltige Mitgliedschaft &#8211; ein Kuriosum in der deutschen Parteiengeschichte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit seiner Unterst\u00fctzung der Sozialen Marktwirtschaft und dem Ziel \u201eWohlstand f\u00fcr alle\u201c gilt er als Sch\u00f6pfer des deutschen Wirtschaftswunders: Ludwig Erhard. Vor 125 Jahren wurde er geboren.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6148"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6148"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6148\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6153,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6148\/revisions\/6153"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6148"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6148"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6148"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}