{"id":6173,"date":"2022-02-01T06:47:00","date_gmt":"2022-02-01T05:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6173"},"modified":"2022-01-30T14:47:27","modified_gmt":"2022-01-30T13:47:27","slug":"die-groesste-saengerin-ohne-stimme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6173","title":{"rendered":"\u201eDie gr\u00f6\u00dfte S\u00e4ngerin ohne Stimme\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eTrotzk\u00f6pfchenhaft\u201c kommentierte Edo Reents in der <em>FAZ<\/em>, dass sich Angela Merkel zum Gro\u00dfen Zapfenstreich 2021 gerade ihren gr\u00f6\u00dften Hit \u201eF\u00fcr mich soll\u2018s rote Rosen regnen\u201c gew\u00fcnscht hatte: \u201e\u2026sich nie den Mund verbieten lassen, es sollen andauernd Wunder geschehen und das Schicksal ganz, ganz lieb zu einem sein; lauter Dinge, die ein Anspruchsdenken verraten, wie man es von einer verw\u00f6hnten G\u00f6re erwarten mag, aber nicht von der Bundeskanzlerin.\u201c Die diesen Hit 1968 kurz nach der Geburt ihrer Tochter schrieb und 24 Jahre sp\u00e4ter mit der NDW-Band \u201eExtrabreit\u201c erneut aufnahm und damit 22 Wochen die Charts anf\u00fchrte, starb am 1. Februar 2002: Hildegard Frieda Albertina Knef.<\/p>\n\n\n\n<p>Geboren am 28. Dezember 1925 als Tochter eines fl\u00e4misch st\u00e4mmigen Tabakkaufmanns in Ulm, verliert sie ihren Vater 1926 durch Syphilis. Die Mutter zog mit ihrer Tochter nach Berlin und heiratete 1933 einen Lederfabrikanten. Ihre Kindheit war wenig gl\u00fccklich. So hei\u00dft es in ihrer Autobiografie: \u201eDa waren ewig neue, endlose, zahllose, familienzerm\u00fcrbende Krankheiten, Tropfen- und Tablettenstr\u00f6me. \u201aHilde ist dauernd krank\u2019, hie\u00df es. Da waren geschwollene Augen und Gerstenk\u00f6rner, da waren die Gummibeine der Kinderl\u00e4hmung, gebrochenes Schl\u00fcsselbein, das nicht heilen wollte, Rheuma, das meine Mutter und mich schlaflos machte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mit 15 Jahren begann sie eine Ausbildung als Zeichnerin in der Trickfilmabteilung der UFA-Filmstudios. 1943 wurde UFA-Filmchef Wolfgang Liebeneiner auf sie aufmerksam verhalf ihr zu einer Ausbildung zur Schauspielerin. 1944 begann sie eine Aff\u00e4re mit dem Reichsfilmdramaturgen Ewald von Demandowsky, um an Rollen zu kommen. Noch vor Ende des Krieges trat sie erstmals in Filmen auf (u. a. Unter den Br\u00fccken, 1944; Fahrt ins Gl\u00fcck, 1945), die erst nach dem Krieg Premiere feierten. Die traumatische Flucht der 20j\u00e4hrigen Jungschauspielerin aus dem zerbombten Berlin wird charakterbildend \u2013 als Mann verkleidet, in Soldatenuniform im russischen Gefangenenlager.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Knef.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Knef-791x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6175\" width=\"504\" height=\"652\"\/><\/a><figcaption>Die Knef. Quelle: Von Koch, Eric \/ Anefo &#8211; Nationaal Archief, CC0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=29112775<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Sie spielte dann an der \u201eTrib\u00fcne\u201c am Berliner Kurf\u00fcrstendamm Pagnol und Shakespeare. Im ersten deutschen Nachkriegsfilm \u201eDie M\u00f6rder sind unter uns\u201c von Wolfgang Staudte hat Knef 1946 ihre erste Hauptrolle, eine ehemalige KZ-Insassin, die einen Kriegsheimkehrer davon abh\u00e4lt, einen unentdeckten Nazi-Schergen zu richten. In dem Film, der sie auch im Ausland ber\u00fchmt macht, erlangt sie ihren Durchbruch als Charakterdarstellerin. Sie spielte weiter Theater und synchronisierte nebenbei sowjetische Filme f\u00fcr die DEFA. 1948 erhielt sie in Locarno den Festspielpreis als beste Schauspielerin f\u00fcr Ihre Rolle im \u201eFilm ohne Titel\u201c. Am 1. August dieses Jahres war die Knef auf dem Cover der ersten Ausgabe der neuen Illustrierten <em>Stern<\/em> abgebildet und wurde zum ersten gro\u00dfen deutschen Nachkriegsstar. Anschlie\u00dfend kehrte sie Deutschland den R\u00fccken, heiratete den amerikanischen Filmoffizier Kurt Hirsch, zog in die USA und wird amerikanische Staatb\u00fcrgerin.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eSo oder so ist das Leben\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1950 kehrte Knef kurz in die Bundesrepublik zur\u00fcck, um die Schmonzette \u201eDie S\u00fcnderin\u201c zu drehen. Durch Proteste der katholischen Kirche wurde der melodramatische Streifen, der die Tabus Prostitution und Suizid thematisierte und eine kurze Nacktszene Knefs beinhaltete, zu einem der gr\u00f6\u00dften Skandale im deutschen Nachkriegskino: mit Demonstrationsz\u00fcgen f\u00fcr und gegen den Film, verbarrikadierten Kinos, Filmverboten in zahlreichen deutschen und europ\u00e4ischen St\u00e4dten sowie Klageverfahren bis hin zum Bundesverwaltungsgericht und zum Bundesgerichtshof. Die S\u00fcnderin wurde damals allein in der Bundesrepublik von \u00fcber sieben Millionen Kinobesuchern gesehen. Im Zusammenhang mit dem Erfolg des Films ver\u00f6ffentlichte Knef im Oktober 1951 ihre erste Schallplatte \u201eEin Herz ist zu verschenken\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Grundstein f\u00fcr ihre Laufbahn als S\u00e4ngerin aber legen die Dreharbeiten zu \u201eSchnee am Kilimandjaro\u201c (1952) an der Seite von Gregory Peck. Darin muss sie eine Cole Porter-Nummer singen, von der Porter so angetan ist, dass er ihr die Hauptrolle in seinem Broadway-Musical \u201eSilk Stockings\u201c (\u201eSeidenstr\u00fcmpfe\u201c) nahe legt. Mit insgesamt 675 Vorstellungen als \u201eNinotschka\u201c erlangt sie Mitte der f\u00fcnfziger Jahre den internationalen Durchbruch. Sie ist die einzige Deutsche, der es bisher gelungen ist, in einer Hauptrolle am Broadway zu deb\u00fctieren. Selbst ihr Vorbild Marlene Dietrich, die seinerzeit in New York wohnt, besucht Vorstellungen und ist von ihr schwer begeistert. 1953 wurde ihre Ehe geschieden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Knef-2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"672\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Knef-2-1024x672.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6176\"\/><\/a><figcaption>Knef signiert. Quelle: Von Croes, Rob C. \/ Anefo &#8211; Nationaal Archief 928-3210, CC0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=29087954<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach einem Streit mit der 20th Century Fox kehrte sie 1957 nach Deutschland zur\u00fcck. Nach dem Film-Flop \u201eMadeleine und der Legion\u00e4r\u201c verp\u00f6nt, drehte sie in den sp\u00e4ten 1950er und fr\u00fchen 1960er Jahren vornehmlich in England und Frankreich zum Teil in anspruchsvollen und auch erfolgreichen, doch \u00fcberwiegend in mittelm\u00e4\u00dfigen Produktionen (z. B. La Strada dei Giganti). 1959 lernte sie bei Dreharbeiten in Gro\u00dfbritannien ihren zweiten Ehemann, den damals noch verheirateten David Cameron kennen, den sie drei Jahre sp\u00e4ter heiratete. Rollen in den Filmen \u201eDie Dreigroschenoper\u201c und \u201eWartezimmer zum Jenseits\u201c verhelfen ihr zu weiterer Popularit\u00e4t, und so beginnt Knef mit gro\u00dfem Erfolg eine zweite Karriere als Chansons\u00e4ngerin mit immer mehr eigenen Texten, die genau den richtigen Ton zwischen Ironie, einer Prise Weltschmerz und trotzigem Optimismus trafen.<\/p>\n\n\n\n<p>1962 ver\u00f6ffentlicht sie das Deb\u00fctalbum \u201eSo oder so ist das Leben\u201c. Zehn weitere Soloalben und eine un\u00fcberschaubare Vielzahl an Samplern, Compilations und Best-Ofs legen bis heute ein beeindruckendes Zeugnis ihrer musikalischen Zeitlosigkeit ab. 1965 nimmt sie ihr zweites Album \u201eHildegard Knef spricht und singt Kurt Tucholsky\u201c auf. Bereits wenige Monate sp\u00e4ter etabliert sie sich mit \u201eIch seh die Welt durch deine Augen\u201c endg\u00fcltig als intelligente Chansong\u00f6re. 1966 geht sie mit G\u00fcnter Noris und seiner Big Band auf Tournee. 1968 wird sie als beste deutschsprachige S\u00e4ngerin ausgezeichnet und erh\u00e4lt mehrere Goldene Schallplatten f\u00fcr \u00fcber drei Millionen verkaufte Exemplare. Mit ihren eleganten Hosenanz\u00fcgen gilt sie zunehmend als Trendsetter, ja Stilikone.<\/p>\n\n\n\n<p>In kantig-sch\u00f6nen Zeilen wie \u201eDas Gl\u00fcck kennt nur Minuten, der Rest ist Warterei\u201c fasst sie die kollektive Volksseele der Wirtschaftswunderzeit in Worte, die auch heute noch G\u00fcltigkeit besitzen. Ihr gro\u00dfes Plus: Man glaubt ihr, was sie singt. Wie keine andere schafft es Hildegard Knef, den Menschen aus den Herzen zu sprechen und dabei nahe und antastbar zu bleiben. \u201eIch kenne die heutige Zeit nicht sehr gut. Genauso wenig, wie ich damals meine Zeit kannte. Ich kenne nur mich und meine Reaktionen auf das, was um mich herum geschieht\u201c, sagt sie in den 90er Jahren. Ihr Markenzeichen wird die rauchig-verruchte Stimme: \u201eDie gr\u00f6\u00dfte S\u00e4ngerin ohne Stimme\u201c wurde sie von ihrer Jazz-Kollegin Ella Fitzgerald genannt. \u201eIch hatte nie den Ehrgeiz, gut zu singen\u201c, sagte sie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eNein ich gebe niemals auf\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Platten der Knef wurden Bestseller, sie tourte mit erstklassigen Bands umjubelt durch deutsche Hallen: \u201eAuf der B\u00fchne kreuzte sie die berlinerische Koketterie von Claire Waldoff mit der beinahe schl\u00e4frigen Lakonie einer Marlene \u2013 aber glaubw\u00fcrdig in ihrer eigenen Weltgewandtheit aus Los Angeles und dem Spa\u00df an der ironischen Respektlosigkeit des Pop-Zeitalters\u201c, befand Laf \u00dcberland im <em>DLF<\/em>. Ihre Lieder waren Lebensberatung, sie konnte den real existierenden Alptraum des Daseins in wunderleichte Lieder packen. Bei ihr ging es immer, herbe und sachlich, um das wirkliche Leben als Desaster \u2013 und wie man irgendwie doch durchkommt: \u201eAus dem ungew\u00f6hnlich geschnittenen, gro\u00dfen Mund lie\u00df sie abgehackt S\u00e4tze purzeln, die manchmal hart und klar wie Kieselsteine klangen\u201c, so \u00dcberland. 1968 kam ihre Tochter Christina Antonia durch einen Kaiserschnitt zur Welt. Sie selbst schwebte kurzzeitig in Lebensgefahr.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Knef-1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"500\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Knef-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6177\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Knef-1.jpg 500w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Knef-1-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Knef-1-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption>Die Knef singt. Quelle: https:\/\/cdns-images.dzcdn.net\/images\/artist\/823c87438f5f6010897ee584e9aa8bec\/500&#215;500.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1970 wird ein einschneidendes Jahr f\u00fcr die Berlinerin. Zun\u00e4chst erscheint ihr ambitioniertes Album \u201eKnef\u201c, f\u00fcr das sie mit ihrem Langzeit-Arrangeur Hans Hammerschmid neue Wege geht und sich aus dem Chanson-Korsett l\u00f6st. Das Publikum geht auf Abstand, das Album floppt. Doch Knef hat gar keine Zeit, dar\u00fcber zu trauern, denn kurz darauf wird ihre Autobiografie \u201eDer geschenkte Gaul\u201c zu einem Sensationserfolg, der eine Auflage von \u00fcber drei Millionen Exemplaren erzielte, in 17 Sprachen \u00fcbersetzt wurde und zum international erfolgreichsten Buch eines deutschen Autors seit 1945 avancierte. Statt Konzerte absolviert sie daher zahlreiche Lesungen, bevor sie ihr Schaffen aufgrund einer Krebsdiagnose f\u00fcr mehrere Jahre unterbrechen muss \u2013 1973 wird sie operiert. Diese Erfahrungen verarbeitet sie in \u201eIch brauch\u2018 Tapetenwechsel\u201c (1972) und \u201eDas Urteil\u201c (1975). Im selben Jahr wird ihre zweite Ehe geschieden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Karriere als Chansons\u00e4ngerin wird in zwei Fernseh-Produktionen dokumentiert: \u201eDie Knef. Bericht \u00fcber ein Konzert\u201c (1969) und \u201eHildegard Knef und ihre Lieder\u201c (1975). Es folgen schwere Jahre: Knef leidet unter der schweren Abh\u00e4ngigkeit der Morphium-Ersatzdroge Methadon und der Scheidung des zweiten Ehemanns David Cameron, der auch ihre Alben produzierte. Einen bitteren Kampf um das Sorgerecht f\u00fcr die gemeinsame Tochter Christina gewinnt die Musikerin. Trotz ihrer angegriffenen Gesundheit drehte sie auch in diesen Jahren Filme, unter anderem \u201eJeder stirbt f\u00fcr sich allein\u201c nach dem Roman von Hans Fallada sowie mit Billy Wilder \u201eFedora\u201c (1978).<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits 1977 erh\u00e4lt Hildegard Knef den Bundesfilmpreis f\u00fcr ihr Lebenswerk. Im selben Jahr heiratete sie in dritter Ehe den 15 Jahre j\u00fcngeren Paul von Schell, einen ungarisch-amerikanischen Adeligen. F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter \u201efl\u00fcchtete\u201c sie 1982 mit ihrem Mann und ihrer Tochter von Berlin nach Los Angeles. Nach dem Presserummel (Krankheit, Scheidungskrieg, Facelifting, Welttournee) war Knef f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre im deutschsprachigen Raum abgeschrieben. Vorbereitet durch ein TV-Portr\u00e4ts mit dem Titel \u201eNein ich gebe niemals auf\u201c, landete sie schon vier Jahre sp\u00e4ter mit einer Rolle im Musical \u201eCabaret\u201c am Berliner Theater des Westens einen weiteren B\u00fchnenerfolg. Im Herbst 1989 kehrte sie endg\u00fcltig nach Deutschland zur\u00fcck. Es folgten verschiedene TV-Rollen, und Wim Wenders engagierte sie f\u00fcr seinen Film \u201eIn weiter Ferne, so nah\u201c (1993). \u201eF\u00fcr mich soll&#8217;s rote Rosen regnen\u201c hie\u00df dann eine Kino-Hommage \u00fcber Hildegard Knef, die im Herbst 1995 in die Lichtspielh\u00e4user kam.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eEs ist ein einsamer Kampf\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sie fing an zu malen, B\u00fccher schrieb sie sowieso immer weiter, und 1997 gab sie in Leipzig sogar ihr Deb\u00fct als Modesch\u00f6pferin von Modellen f\u00fcr aktive, \u00e4ltere Frauen. 1999 betritt sie wieder ein Aufnahmestudio und feiert mithilfe von Trompeter Till Br\u00f6nner ein Albumcomeback (\u201e17 Millimeter\u201c), das mit einem German Jazz Award ausgezeichnet wurde. Nach der \u201eGoldenen Kamera\u201c und dem \u201eEcho\u201c (2000) folgt 2001 der Bambi f\u00fcr ihr Lebenswerk, das insgesamt 39 Filme, 11 Langspielplatten, drei B\u00fccher und zahllose Gem\u00e4lde umfasst. Sie starb in einer Berliner Spezialklinik an den Folgen einer akuten Lungenentz\u00fcndung. Sie ruht auf dem Waldfriedhof Zehlendorf in einem Ehrengrab der Stadt Berlin.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Knef-3.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"631\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Knef-3-1024x631.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6178\"\/><\/a><figcaption>Ehrengrab in Berlin. Quelle: Von OTFW, Berlin &#8211; Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=11699747<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Schon 2002 gab die Deutsche Post im Rahmen der Serie \u201eFrauen der deutschen Geschichte\u201c ihr zu Ehren eine Sonder-Briefmarke heraus. In Ulm wurden ein Platz und eine Stra\u00dfenbahn nach ihr benannt, die Bahn taufte einen ICE auf ihren Namen. 2003 wurde die Musicalfassung ihrer Autobiografie, geschrieben u.a. von ihrem Ehemann Paul von Schell, mit gro\u00dfem Erfolg und bundesweitem Medienecho uraufgef\u00fchrt. 2009 feierte die Kinoproduktion \u201eHilde\u201c, eine Verfilmung von Knefs Autobiografie Weltpremiere, in der Hauptrolle war Heike Makatsch zu sehen. 2010 erhielt Hildegard Knef einen Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin. Anl\u00e4sslich ihres 90. Geburtstages wurde das Tributealbum \u201eF\u00fcr Hilde\u201c ver\u00f6ffentlicht, f\u00fcr das insgesamt 19 Pop-K\u00fcnstler (darunter Mark Forster, Die Fantastischen Vier und Johannes Oerding) Titel von ihr neuinterpretiert haben. Auf dem Album sind au\u00dferdem Lieder zu finden, die auf zuvor nicht ver\u00f6ffentlichten Texten basieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war Hildegard Knefs Markenzeichen und ihr \u00dcberlebensmittel, sich nie zu verbiegen und immer zu k\u00e4mpfen. \u201eZu k\u00e4mpfen ist es schon, wenn Sie ein Buch schreiben und alleine vor der Schreibmaschine sitzen. Es ist ein einsamer Kampf, auf der B\u00fchne zu stehen, das hei\u00dft, f\u00fcr jeden Schauspieler, jeden Chansons\u00e4nger&#8230; Es ist ein harter Beruf, der viel abfordert von einem. Viel mehr als man ahnt\u201c, sagte sie in einem ihrer letzten Interviews 2001. Da sollten wir doch froh sein, dass sich Merkel gerade f\u00fcr dieses Lied entschieden hatte. Zur Wahl h\u00e4tte aus dem Knef-Kanon auch \u201eVon nun an ging\u2019s bergab\u201c gestanden. Aber das h\u00e4tte die Bev\u00f6lkerung nur unn\u00f6tig beunruhigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erster deutscher Nachkriegsstar, S\u00fcnderin, Stilikone:  Hildegard Knef hatte viele Attribute. Die Schauspielerin, S\u00e4ngerin und Autorin starb vor 20 Jahren.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6173"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6173"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6173\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6179,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6173\/revisions\/6179"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6173"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6173"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6173"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}