{"id":6204,"date":"2022-03-28T06:56:00","date_gmt":"2022-03-28T05:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6204"},"modified":"2022-03-28T18:31:29","modified_gmt":"2022-03-28T17:31:29","slug":"o-fortuna","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6204","title":{"rendered":"O Fortuna"},"content":{"rendered":"\n<p>Allein die Orchester seiner Vertonungen antiker Trag\u00f6dien sprengen mit ihren vier bis sechs Klavieren und bis zu 18 Schlagzeugern mit einer Vielzahl von Trommeln, Xylophonen, Marimbaphonen und Metallophonen alles, was normale Opernorchester an Musikern und normale Opernh\u00e4user an Platz im Orchestergraben aufbieten k\u00f6nnen. Und woher soll man Instrumente nehmen wie javanische Gongs, Hyoshigis, Bin Sasaras, Angklungs? Wagner-Enkel Wieland, der gro\u00dfe szenische Vision\u00e4r der Nachkriegszeit, erkannte prompt Parallelen zu seines Gro\u00dfvaters \u201eRing des Nibelungen\u201c und wollte ihm gar das Bayreuther Festspielhaus \u00f6ffnen: Carl Orff, der am 29. M\u00e4rz vor 40 Jahren starb.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sohn eines Offiziers und einer Pianistin kommt am 10. Juli 1895 in M\u00fcnchen zur Welt und erh\u00e4lt bereits ab 1900 Jahren Klavier-, Cello- und Orgelunterricht. Im selben Jahr erschien auch seine erste Komposition. Auf dem Oktoberfest 1905 hat er ein Aha-Erlebnis vor einem Puppentheater, er bastelt Puppen, bekommt zu Weihnachten ein gro\u00dfes Puppentheater mit Vorhang geschenkt \u2013 prompt fehlt f\u00fcr die erste Theater-Vorstellung von Carl Orff nur noch die Musik, die er dann anf\u00e4ngt zu schreiben. Vor der Schule graust es ihn, mit Rechnen oder gar Latein will er sich nicht abplagen. Mit 14 Jahren dann das zweite Aha-Erlebnis: ein Besuch des \u201eFliegenden Holl\u00e4nders\u201c von Richard Wagner. Kolportiert wird, dass ihm die Auff\u00fchrung buchst\u00e4blich die Sprache verschlagen habe: Tagelang schweigt er und isst fast nichts und musste die Oper bald darauf, mit einem Klavierauszug ausgestattet, erneut besuchen, um wieder ansprechbar zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Er beendet mit 16 Jahren seine Schulzeit, ohne Abitur und mit einem f\u00fcrchterlich schimpfenden Vater im Nacken, und will unbedingt Musik studieren. 1911 schreibt er rund 50 Lieder zu Texten von Heinrich Heine, Friedrich H\u00f6lderlin und anderen Klassikern, 1912 komponierte er sein erster gr\u00f6\u00dferes Chorwerk nach Friedrich Nietzsches \u201eAlso sprach Zarathustra\u201c, und schuf 1913 nach einer japanischen Sage die Oper \u201eGisei\u201c. Im selben Jahr beginnt er ein Studium an der Akademie der Tonkunst in M\u00fcnchen, das er 1914 bereits beenden muss, da er eingezogen wird. Er kommt an die Ostfront, wird bei einem Angriff versch\u00fcttet und vertiefte sich, traumatisiert und zeitweise halbseitig gel\u00e4hmt, im Lazarett in Friedrich Nietzsches \u201eDer Wille zur Macht\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Hayek-4.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"500\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Hayek-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6206\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Hayek-4.jpg 500w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Hayek-4-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Hayek-4-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption>Der sp\u00e4te Orff. Quelle: Von Orff-Zentrum M\u00fcnchen &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=79623589<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens hier begann seine Entfremdung vom Glauben \u2013 immerhin war er als \u201eKarl Heinrich Maria\u201c katholisch getauft worden. Noch w\u00e4hrend der Schulzeit erregte er sich im Religionsunterricht dar\u00fcber, dass Abraham seinen Sohn Isaak opfern soll. Wie kann ein liebender Vater und letztlich Gott das zulassen? Als sich sp\u00e4ter ein Mitsch\u00fcler das Leben nahm, weil er mit den katholischen Dogmen nicht zurechtgekommen war, wuchs die Distanz weiter. Die Todesangst aus dem Krieg lie\u00df ihn nie&nbsp; mehr los; Dunkel- und Verlassenheit hielt er nicht aus. Seitdem wimmelt es in seinen Kompositionen nur so von Hexen und Teufeln, die das B\u00f6se verk\u00f6rpern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>eine Art \u201eschwarze Messe\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nacheinander Kapellmeister in M\u00fcnchen, Mannheim und Darmstadt, heiratete er 1920 erstmals und bekam im Jahr darauf eine Tochter, sein einziges Kind. Die Ehe sollte sieben Jahre halten. Bis 1922 studierte er erneut in M\u00fcnchen, interessierte sich f\u00fcr die Musik Claude Debussys und dessen Verwendung von Musikinstrumenten fremder Kulturen. Schnell entdeckte er den Gong f\u00fcr sich und baut ihn in viele seiner Kompositionen ein. Auch Richard Strauss z\u00e4hlte zu seinen musikalischen Vorbildern. 1924 gr\u00fcndete er aus seinem ganzheitlichen Klangbewusstsein heraus gemeinsam mit Dorothee G\u00fcnther die \u201eG\u00fcnther-Schule M\u00fcnchen \u2013 Ausbildungsst\u00e4tte vom Bund f\u00fcr freie und angewandte Bewegung e. V.\u201c, die in den Bereichen Gymnastik, Rhythmik, Musik und Tanz ausbildete. Carl Orff selbst \u00fcbernahm dort die Leitung der Musikabteilung. Grundlage seiner Arbeit bildete die Idee, das musikalisch-rhythmische Gef\u00fchl aus der Bewegung heraus zu entwickeln: Tanz, Musik und Sprache geh\u00f6ren f\u00fcr ihn untrennbar zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dieser Idee entwickelte er gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Gunild Keetman ein neues Modell f\u00fcr Musik- und Bewegungserziehung: das Orff-Schulwerk, das er seit 1930 in f\u00fcnf B\u00e4nden ver\u00f6ffentlicht und bis heute Grundlage des Musikunterrichts ist. Er komponierte in diesem Rahmen auch Musik f\u00fcr Kinder, die \u201eOrff-Kompositionen\u201c, und etablierte mit dem Instrumentenbauer Karl Maendler die \u201eOrff-Instrumente\u201c. Zu ihnen z\u00e4hlen etwa Glockenspiele, Schlagwerk, Schellen, Kastagnetten oder Klangh\u00f6lzer. Sie f\u00f6rderten nicht nur das Gef\u00fchl und Verst\u00e4ndnis von Musik, sondern weckten in den Kindern auch ein Interesse am Musikmachen. Parallel dazu befasste er sich mit Claudio Monteverdi (bspw. \u201eOrpheus\u201c 1924) und komponierte drei Kantaten nach Franz Werfel (1929\/30, darunter \u201eDes Turmes Auferstehung\u201c) sowie zwei Kantaten nach Bertolt Brecht (1930\/31), die, so manche Kritiker, durch seine Musik zu einer Art \u201eschwarze Messe\u201c mutierten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/page1-495px-Carmina_Burana.pdf.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"495\" height=\"709\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/page1-495px-Carmina_Burana.pdf.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6207\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/page1-495px-Carmina_Burana.pdf.jpg 495w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/page1-495px-Carmina_Burana.pdf-209x300.jpg 209w\" sizes=\"(max-width: 495px) 100vw, 495px\" \/><\/a><figcaption>Buchmalerei im Codex Buranus: Das Schicksalsrad. Quelle: https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/c\/cc\/Carmina_Burana.pdf\/page1-627px-Carmina_Burana.pdf.jpg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1934 dann das dritte Aha-Erlebnis: \u201eFortuna hatte es mit mir gut gemeint, als sie mir einen W\u00fcrzburger Antiquariatskatalog in die H\u00e4nde spielte, in dem ich einen Titel fand, der mich mit magischer Gewalt anzog: Carmina Burana\u201c, schrieb Carl Orff \u00fcber die Entdeckung der Benediktbeurer Handschrift. Allein schon der Titel zieht Orff magisch an &#8211; was f\u00fcr ein toller Rhythmus in den zwei Worten steckt: \u201eCarmina burana\u201c. Am Gr\u00fcndonnerstag des Jahres bekommt er das Buch geschickt, das lateinische und deutsche Liedtexte und Gedichte aus dem 13. Jahrhundert beinhaltet. Orff studiert den Text, seine Lateinkenntnisse sind lausig, aber den Rhythmus versteht er sofort. Pl\u00f6tzlich entsteht in seinem Kopf zu den alten Worten aus dem Kloster, die von Liebe, Speis und Trank, von der Gl\u00fccksg\u00f6ttin Fortuna und dem Lauf der Welt erz\u00e4hlen, ein klingendes Spektakel.<\/p>\n\n\n\n<p>Parallel dazu schreibt er 1935 \u201eDas Paradiesg\u00e4rtlein\u201c, ein Ballett nach Lautens\u00e4tzen des 15. Jahrhunderts. Im selben Jahre erh\u00e4lt er von Carl Diem, dem Vorsitzenden des Deutschen Olympischen Komitees, den Auftrag zur Komposition des \u201eKinderreigens\u201c f\u00fcr die Er\u00f6ffnungsfeier der Olympischen Spiele in Berlin. Eine Verbindung zur \u201eG\u00fcnther-Schule\u201c ergab sich durch Diems Frau, die dort Sch\u00fclerin war. Allerdings stammen die Partituren von Gunild Keetman, einige St\u00fccke steuerte Werner Egk bei, Dorothee G\u00fcnther besorgte die Choreographie, Gret Palucca \u00fcbernahm den Solotanz. Daher ist schon formal die Behauptung falsch, dass die Olympia-Musik Beleg f\u00fcr eine enge Beziehung Orffs zum NS-Regime war.<\/p>\n\n\n\n<p>Unr\u00fchmlich f\u00fcr Orff ist die Tatsache, dass er in den offiziellen Programmen und Ank\u00fcndigungen die Autorschaft der Musik f\u00fcr sich beansprucht hat. Doch f\u00fcr den kanadischen Historiker Michael H. Kater ergibt sich das Bild eines unpolitischen und auch nicht an Politik interessierten Komponisten, der es dennoch verstand, sich mit den Machthabern zu arrangieren, um ungehindert seinen k\u00fcnstlerischen Weg gehen zu k\u00f6nnen, und der es genoss, als bedeutender deutscher Komponist seiner Zeit hofiert zu werden. Orff war \u00fcbrigens ein pers\u00f6nlicher Freund von Kurt Huber, einem der Gr\u00fcnder der Widerstandsgruppe \u201eWei\u00dfe Rose\u201c, der wegen seines Widerstands gegen das NS-Regime hingerichtet wurde. Im letzten Kriegsjahr wurde er von Hitler auf der \u201eGottbegnadeten-Liste\u201c genannt und nach dem Krieg als Mitl\u00e4ufer eingestuft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eein Prophet im Gewand des Gauklers\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zuvor allerdings hatte er am 8. Juni 1937 f\u00fcr eine Sternstunde der deutschen Musikgeschichte gesorgt: die Premiere der \u201eCarmina Burana\u201c in der Frankfurter Oper vor einem atemlos lauschenden Publikum. 24 der 254 mittelalterlichen Lieder von Hugo von Orl\u00e9ans, Heinrich von Morungen, Walther von der Vogelweide und vielen weiteren unbekannten Sch\u00f6pfern hatte er zu einem Chorwerk aus drei Teilen verarbeitet: lateinische Fr\u00fchlingslieder und mittelhochdeutsche St\u00fccke, Fress- und Sauflieder der Vaganten sowie Liebeslieder. Der Erfolg verleitet Orff zu dem bekannten Brief an seinen Verleger: \u201eAlles, was ich bisher geschrieben und was Sie leider gedruckt haben, k\u00f6nnen Sie nun einstampfen! Mit den Carmina Burana beginnen meine gesammelten Werke!\u201c Er zieht fast sein ganzes, bis dahin entstandenes Werk zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Hayek-5.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Hayek-5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6208\"\/><\/a><figcaption>Berliner Olympiaer\u00f6ffnung 1936. Quelle: Von Bundesarchiv, B 145 Bild-P017045 \/ Frankl, A. \/ CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=5474551<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1939 wird Orffs M\u00e4rchenoper \u201eDer Mond\u201c in M\u00fcnchen uraufgef\u00fchrt. Im selben Jahr heiratet er zum zweiten Mal, die Ehe wird 14 Jahre halten. 1941 folgt die Urauff\u00fchrung der B\u00fchnentrilogie \u201eOrpheus\u201c, \u201eKlage der Ariadne\u201c und \u201eTanz der Spr\u00f6den\u201c in Gera. Daneben schreibt er \u201eDie Kluge\u201c nach einem M\u00e4rchen der Br\u00fcder Grimm, f\u00fcr das er 1949 den Nationalpreis der DDR bekommt, den er sp\u00e4ter zur\u00fcckgab, und beginnt mit der Arbeit am \u201eBairischen Welttheater\u201c, vier \u201eSingspielen\u201c im Dialekt. Er ist der erste Komponist, der St\u00fccke auf Bayerisch schreibt, weil er den Klang des Dialekts liebt, zumal aus der Kindheit: Fanni, die K\u00f6chin der Orffs, hatte ihm und seiner Schwester Mia viele Geschichten in tiefstem Bayerisch erz\u00e4hlt. \u201eOrff gelang es, mit modernen Gestaltungsmitteln das Mystische und Historische wieder aufleben zu lassen, so wie es bereits Igor Strawinsky vor ihm geschafft hatte\u201c, befindet Irem \u00c7at\u0131 auf dem Portal <em>concerti<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben seiner kompositorischen Arbeit \u00fcbernahm er auch F\u00fchrungspositionen in verschiedenen musikalischen Einrichtungen. Er war von 1950 bis 1960 Leiter einer Meisterklasse an der Musikhochschule in M\u00fcnchen. 1961 folgte die Leitung des Orff-Instituts in Salzburg. Dazwischen lag von 1954 bis 1959 seine dritte Ehe, eine Promi-Ehe mit der eigenwilligen linkskatholischen Schriftstellerin Luise Rinser. Mitte der 1950er Jahre begannen dann seine vielfachen Ehrungen: so erh\u00e4lt er kurz hintereinander die Ehrendoktorw\u00fcrde der Universit\u00e4ten T\u00fcbingen und M\u00fcnchen sowie den Orden \u201ePour le M\u00e9rite\u201c. 1960 heiratete er seine Sekret\u00e4rin Liselotte, die sich nach seinem Tod 24 Jahre lang als Vorsitzende der Carl-Orff-Stiftung f\u00fcr die Verbreitung des musikdramatischen Schaffens von Carl Orff und des Orff-Schulwerks einsetzte und die Errichtung des Orff-Zentrums M\u00fcnchen initiierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Orffs Hauptwerk nach dem Krieg ist das \u201eTheatrum Mundi\u201c anzusehen &#8211; drei Vertonungen antiker Trag\u00f6dien: \u201eKeine Opern\u201c, betont Orff. Beginnend bei \u201eAntigonae\u201c (1949) \u00fcber \u201eOedipus der Tyrann\u201c (1959) und \u201ePrometheus\u201c (1968) endet das \u201eWelttheater\u201c mit dem \u201eSpiel vom Ende der Zeiten\u201c (1973\/1977): Im Weltuntergang bittet Satan um Vergebung und wird von Gott wieder als Engel aufgenommen. F\u00fcr 3.200 M\u00fcnchner Schulkinder schreibt er dann den \u201eGru\u00df der Jugend\u201c zur Er\u00f6ffnung der Olympischen Sommerspiele in M\u00fcnchen und zehrt vom Ruhm seines Lebenswerks. Orff starb nach langer Krankheit im Alter von 86 Jahren in M\u00fcnchen und wurde in der \u201eSchmerzhaften Kapelle\u201c der Klosterkirche Andechs beigesetzt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Hayek-6.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"404\" height=\"468\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Hayek-6.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6209\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Hayek-6.jpg 404w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Hayek-6-259x300.jpg 259w\" sizes=\"(max-width: 404px) 100vw, 404px\" \/><\/a><figcaption>Grab in Andechs. Quelle: Von ViennaUK &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=23768341 <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine ungew\u00f6hnliche Ehre f\u00fcr einen Nichtadligen und Nichtgeistlichen, der sich \u201eseine eigene Theologie geschaffen\u201c habe, \u201ein der Christus nicht vorkomme\u201c, so der Musikwissenschaftler Thomas R\u00f6sch. Er hat es vermocht, \u201emit modernen Gestaltungsmitteln den Eindruck historischer, mythischer, legend\u00e4rer oder religi\u00f6ser Empfindungen hervorzurufen\u201c, befindet R\u00f6sch und nennt ihn einen \u201eProphet im Gewand des Gauklers\u201c. Der gro\u00dfe Solit\u00e4r der Musik war keiner Schule zugeh\u00f6rig und dachte als Theatermensch fast ausschlie\u00dflich in szenischen, in B\u00fchnenkategorien. Von seiner Carmina, die \u00fcber alle kulturellen Grenzen hinweg weltweit aufgef\u00fchrt wird, verzeichnet der Internet-Versand JPC rund 80 Einspielungen: Carlton Beer Draught warb ebenso damit wie Nestl\u00e9-Schokolade. \u201eVon nirgendwo kommend, Sch\u00f6pfer eines musiktheatralischen Kosmos\u2018, der in sich abgeschlossen ist\u201c, bilanzierte R\u00f6sch anl\u00e4sslich des Orff-Jahres 2020 (125. Geburtstag): \u201eEine einzigartige Erscheinung. F\u00fcr Orff-Jahre sollte es keiner Jubil\u00e4en bed\u00fcrfen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er komponierte die Olympia-Er\u00f6ffnungen der Jugend 1936 und 1972 und schuf das wohl popul\u00e4rste Chorwerk des letzten Jahrhunderts: Carl Orff. Der Komponist und Musikp\u00e4dagoge starb vor 40 Jahren.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6,8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6204"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6204"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6204\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6236,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6204\/revisions\/6236"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6204"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6204"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6204"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}