{"id":6434,"date":"2022-10-14T06:57:00","date_gmt":"2022-10-14T05:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6434"},"modified":"2022-10-01T19:08:15","modified_gmt":"2022-10-01T18:08:15","slug":"frisch-fromm-froehlich-frei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6434","title":{"rendered":"\u201eFrisch, fromm, fr\u00f6hlich, frei\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Vorgang ist bezeichnend f\u00fcr die verkrampfte deutsche Unf\u00e4higkeit eines angemessenen Umgangs mit der Historie: Weil \u201eLeben und Wirken\u201c des Namensgebers \u201enicht dem Bildungsauftrag der Berliner Schule\u201c im Prenzlauer Berg entspreche, wird sie umbenannt. Seine Pers\u00f6nlichkeit sei Grundschulkindern \u201eschwer vermittelbar\u201c, habe er doch gerne vom Sport als dem Mittel der milit\u00e4rischen Ert\u00fcchtigung gesprochen. Doch der Sohn des Namensgebers, Bierbrauer Julius B\u00f6tzow, war ein h\u00f6riger Nazi, seine Frau Ruth eine gro\u00dfe Hitler-Verehrerin. Das Unternehmerpaar nahm sich 1945 gemeinsam das Leben aus Angst vor einer Zukunft ohne \u201eDrittes Reich\u201c. Den Namen B\u00f6tzow kann man also als vorbelastet bezeichnen. Seinen Namen dagegen nur, wenn man die Geschichte nicht verstanden hat: Johann Friedrich Ludwig Christoph Jahn, der am 15. Oktober 1852 in Freyburg starb.<\/p>\n\n\n\n<p>Geboren wurde er am 11. August 1778 im Dorfe Lanz (bei Lenzen\/Prignitz) in Brandenburg als Sohn eines protestantischen Pastors. \u00dcber seine kurze Schulzeit in Salzwedel ab 1791 und ab 1794 am Gymnasium in Berlin ist bekannt, dass er ein schwieriges Kind und kein guter Sch\u00fcler war. Er fiel den Lehrern wegen seiner Schroffheit und seines selbstherrlichen Auftretens unangenehm auf, was wohl auch auf Probleme im Elternhaus deutet. Ohne Schulabschluss studierte er ab 1796 Theologie in Halle und trat dem geheimen studentischen Orden der \u201eUnitisten\u201c bei. Die Ordenskonstitution verpflichtete zu Verschwiegenheit, Bruderliebe und -hilfe, T\u00fcchtigkeit, Zur\u00fcckhaltung bei Duellen und Studienflei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Friedrich_Ludwig_Jahn.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Friedrich_Ludwig_Jahn.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6438\"\/><\/a><figcaption>F.L.Jahn. Quelle: Von Lithograph Georg Ludwig Engelbach (* 28. Februar 1817, \u2020 4. Dezember 1894) &#8211; zeitgen\u00f6ssische Lithographie, gescannt von APPER\/2004, de.Wikipedia, Gemeinfrei, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=7887115<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Von Studienflei\u00df konnte bei Jahn jedoch keine Rede sein. 1799 las er versteckt in einer H\u00f6hle am Giebichenstein in Halle, heute \u201eJahn-H\u00f6hle\u201c, den utopischen Staatsroman \u201eDya-Na-Sore oder die Wanderer&#8220; von Wilhelm Friedrich von Meyern. Der Text \u00fcber Nationalerziehung, Wehrpflicht und B\u00fcrgerbeteiligung am Staatswesen \u00fcberzeugte Jahn, der das Buch als sein k\u00fcnftiges Glaubenskonzept bezeichnet haben soll. Er verfasste eine Schrift mit dem Titel \u201e\u00dcber die Bef\u00f6rderung des Patriotismus im Preu\u00dfischen Reiche\u201c, die er in schlimmster Geldnot f\u00fcr 10 Taler an einen Studenten H\u00f6pffner verkaufte, unter dessen Namen sie 1800 erschien.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Student fiel Jahn wegen Streitsucht und Gewaltt\u00e4tigkeiten auf. Welche Vorkommnisse seiner Exmatrikulation 1802 vorausgingen, l\u00e4sst sich nicht feststellen. Jahn setzte sein Studium zun\u00e4chst unter falschem Namen an der damals schwedischen Universit\u00e4t Greifswald fort, an der er Vorlesungen der philosophischen Fakult\u00e4t h\u00f6rte, bevor er nach 13 Semestern die Universit\u00e4t ohne Abschluss verlie\u00df. Zwischen 1803 und 1809 hat er als Kurier und gelegentlich als Hilfslehrer gearbeitet. Er organisierte Wanderungen, Spiel- und Badenachmittage.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Friedrich_Ludwig_Jahn-1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Friedrich_Ludwig_Jahn-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6439\"\/><\/a><figcaption>DDR-Ehrungen: M\u00fcnze und Briefmarke. Quelle: eigene Darstellung.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eZerrissene Kleider und blutige K\u00f6pfe waren dabei allt\u00e4gliche Erscheinungen. Abh\u00e4rtung gegen jede Unbill der Natur, \u00dcbung aller Kr\u00e4fte mit Hinwendung auf die Notwendigkeit, die deutsche Nation zu einer mannhaften, dem Feinde gewachsenen, wiederzuerziehen, war \u00fcberall sein Augenmerk. Dabei hatte er von seinen politischen Absichten schon damals kein Hehl gemacht (&#8230;)\u201c, berichtete ein Freund Jahns. 1806, nach dem Sieg Napoleons bei Jena und Auerstedt, hielt Friedrich Ludwig Jahn, der sich noch einmal ein Semester als Student versuchte, vor der G\u00f6ttinger Studentenschaft eine politische Rede, auf der er zum ersten Mal \u00f6ffentlich die Freiheit des Vaterlandes und Leibes\u00fcbungen als Mittel der Charaktererziehung forderte. Er hatte sein Lebensthema gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>erste deutsche Burschenschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1807 besuchte er den P\u00e4dagogen Guts Muths in Schnepfenthal (Th\u00fcringen), der dort Erzieher war und schon 14 Jahre zuvor eine \u201eGymnastik f\u00fcr die Jugend\u201c als Grundlage f\u00fcr die Leibeserziehung junger Menschen zu \u201ew\u00fcrdigen Vaterlandsverteidigern\u201c geschrieben und neben seiner Schule den ersten Sportplatz in Deutschland hatte anlegen lassen. Der Besuch gab Ludwig Jahn einige Anregungen. 1809 ging Jahn nach Berlin, 1810 erschien seine Schrift \u201eDeutsches Volksthum\u201c, eine Sammlung dessen, was er \u00fcber Deutschtum, Volk, Kultur, Vaterland, Nationalgef\u00fchl und Volkserziehung zusammengetragen hatte. In der Berliner Hasenheide lie\u00df er 1811 den ersten \u00f6ffentlichen Turnplatz in Deutschland anlegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Leichtathletik wurde das Turnen an den Ger\u00e4ten wie Pferd, Kletterger\u00fcst, Ringe und Schwebebalken, die er von den Philanthropen \u00fcbernommen hatte, bevorzugt. Neu entwickelt hatte Jahn das Barren- und Reckturnen, aber ebenso zog er Schwimmen, Fechten und Wandern in seine \u00dcbungen ein, die alle sehr deutsche Namen haben: Bauchwelle, Kreuzbiege oder Affensprung. Bereits 1812 entstand aus dem losen Turnbetrieb eine fest organisierte Turngesellschaft mit Gesetz und Ordnung. Das Turnen wurde damit die erste \u00f6ffentliche Einrichtung des organisierten politischen Nationalismus: \u201eDem ging es schlicht und einfach um die Schaffung einer Art jugendlich-m\u00e4nnlicher Guerilla\u201c, behauptet der Sporthistoriker Hans Joachim Teichler im <em>WDR<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Friedrich_Ludwig_Jahn-2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"662\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Friedrich_Ludwig_Jahn-2-1024x662.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6440\"\/><\/a><figcaption>Denkmal in Hasenheide. Quelle: Von statue: Erdmann Encke; photo: James Steakley &#8211; photographed in the Hasenheide, Berlin, CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=6218071<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zu den Besonderheiten der nationalen Turnbewegung, wie sie durch Jahn vertreten wurde, geh\u00f6rten die Aufhebung st\u00e4ndischer Schranken im Umgang miteinander und das Tragen einheitlicher Turnkleidung: Ein grauer Drillichanzug. Seit 1813 setzte sich die Bezeichnung \u201eTurnvater Jahn\u201c durch. Ein Zeitgenosse charakterisierte Jahn so: \u201eMan sah ihn nicht viel anders als in seiner Turnkleidung mit nacktem Halse und unbedeckter kahler Glatze, die feinen Augen fest in die Weite gerichtet. Seine Ausdrucksweise war kurz, derb, oft voll selbstgeschaffener, aber sehr bezeichnender Worte. Sein Witz war in der Regel ebenso bei\u00dfend, wie treffend; die Franzosen ha\u00dfte er w\u00fcthend. Die turnende Jugend enthusiassmierte er und sie folgte ihm blindlings (&#8230;)\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Beginn der Befreiungskriege 1813 traten viele Turner, auch Friedrich Ludwig Jahn, als Freiwillige in das L\u00fctzowsche Freikorps ein. Nach erfolgreichem Ende des Krieges wurde Jahn f\u00fcr seine Verdienste ein Ehrensold zugesprochen, der ihn f\u00fcr den Rest seines Lebens absicherte und der Not eines Brotberufes enthob. Die nationale Turnbewegung begann sich jetzt erst richtig zu entwickeln. Auf der Berliner Hasenheide fanden regelm\u00e4\u00dfige Turnveranstaltungen statt. Nationale Ansprachen, Rezitationen und vaterl\u00e4ndische Lieder umrahmten den \u00dcbungsbetrieb. Vorturner wurden ausgebildet und trugen den Sport in andere Regionen. 1815 gr\u00fcndeten Studenten &#8211; Turner und ehemalige L\u00fctzower &#8211; in Jena nach Jahns Ideen die erste deutsche Burschenschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>1816 ver\u00f6ffentlichte Friedrich Ludwig Jahn gemeinsam mit Ernst Eiselen \u201eDie Deutsche Turnkunst\u201c, ein Buch \u00fcber das Turnen und die Ausstattung von Turnpl\u00e4tzen, das ein getreues Spiegelbild des Turnbetriebes auf der Berliner Hasenheide war und zum Bestseller wurde. Darin fand sich auch sein Turnerwahlspruch \u201eFrisch, fromm, fr\u00f6hlich, frei\u201c. Jahn nannte darin etwa zahlreiche Laufarten: Das Rennen, den Schl\u00e4ngellauf, den Zickzacklauf, den \u201eR\u00fccklauf\u201c (R\u00fcckw\u00e4rtslaufen) und den Sturmlauf hinauf auf eine Anh\u00f6he. Alle Lauf\u00fcbungen konnten als Schnelllauf oder Dauerlauf und als Lastlauf mit Gep\u00e4ck oder Lediglauf ohne Gep\u00e4ck betrieben werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Friedrich_Ludwig_Jahn-3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Friedrich_Ludwig_Jahn-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6441\"\/><\/a><figcaption>Historische Darstellung des Turnplatzes. Quelle: https:\/\/www.tagesspiegel.de\/sport\/images\/der-turnplatz-auf-der-hasenheide-in-berlin\/alternates\/BASE_21_9_W1000\/der-turnplatz-auf-der-hasenheide-in-berlin.jpeg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Jahn hielt Vortr\u00e4ge zum \u201edeutschen Volkstum\u201c und beteiligte sich an den Vorbereitungen zum Wartburgfest 1817. Die Karlsbader Beschl\u00fcsse brachten Turner und Burschenschaftler jedoch in den Verdacht der Staatsfeindlichkeit. Der preu\u00dfische K\u00f6nig Friedrich Wilhelm III. verbot 1819 das \u00f6ffentliche Turnen in Preu\u00dfen und schloss die Hasenheide. 1825 wurde Jahn gar wegen staatsfeindlicher \u00c4u\u00dferungen verhaftet und in der Festung Kolberg inhaftiert. Jahn sagte r\u00fcckblickend auf diese Verhaftung, dass er bei Anlegung der Ketten den \u201eGlauben an die Menschheit&#8220; verlor. Jahn wurde zu zwei Jahren Haft wegen \u201efrecher \u00c4u\u00dferungen gegen Staat und Verfassung\u201c verurteilt. In der Berufungsverhandlung konnte er einen Freispruch erwirken, erhielt aber ein Aufenthaltsverbot f\u00fcr Berlin und andere Universit\u00e4ts- und Gymnasialst\u00e4dte. Der Dichter E.T.A. Hoffmann, der nach 1814 als Richter am Kammergericht Berlin angestellt war, hatte mit \u00fcber den Fall Jahn zu entscheiden gehabt und sich f\u00fcr ihn eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eEhre, Freiheit, Vaterland\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ludwig Jahn ging nach Freyburg\/Unstrut und stand fortan unter polizeilicher Aufsicht. Das Turn- und Burschenschaftswesen agitierte im Geheimen weiter. Jahn nahm Kontakt zu Merseburger Gymnasiasten auf, weswegen er 1828 zeitweilig ins th\u00fcringische K\u00f6lleda verwiesen wurde. Mit der Thronbesteigung Friedrich Wilhelms IV. wurde Jahn rehabilitiert, 1842 das \u00f6ffentliche Turnen wieder zugelassen und Turnen als Schulfach eingerichtet. Aus den Anfangsbuchstaben des Turnerwahlspruches, den vier F, formte der Darmst\u00e4dter Kupferstecher Heinrich Felsing 1843\/46 das Turnerkreuz. Der f\u00fcnfzig Jahre sp\u00e4ter gegr\u00fcndete sozialistische Arbeiter-Turnerbund wandelte das Jahnsche Motto in einen neuen Wahlspruch um: Frisch \u2013 Frei \u2013 Stark \u2013 Treu.<\/p>\n\n\n\n<p>1848 wurde Ludwig Jahn im Merseburger Wahlkreis zum Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung gew\u00e4hlt. Seine 1849 gehaltene Parlamentsrede war eine R\u00fcckschau auf sein Lebenswerk: \u201eMein Schild f\u00fchrt drei Farben: Schwarz-rot und gold, und darin steht Ehre, Freiheit, Vaterland\u201c. Das Revolution\u00e4re, f\u00fcr das er einst gestanden hatte, ging ihm nun komplett ab: Der alte Turnvater trat in der Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs als Verteidiger Preu\u00dfens und der Monarchie auf. \u201eEr war zu dieser Zeit v\u00f6llig aus der Welt gefallen\u201c, sagt Teichler dem <em>Tagesspiegel<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Friedrich_Ludwig_Jahn-4.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"746\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Friedrich_Ludwig_Jahn-4-1024x746.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6442\"\/><\/a><figcaption>Jahndenkmal an der Erinnerungsturnhalle in Freyburg (Unstrut), erbaut 1894. Quelle: Von MOdmate &#8211; own work \/self made, CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=916312<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Er wurde an der Stirnseite der ersten deutschen Turnhalle in Freyburg beigesetzt. Aus Anlass der Olympischen Spiele in Berlin 1936 wurden seine Gebeine umgebettet. Sie fanden ihre letzte Ruhest\u00e4tte im Ehrenhof seines Wohnhauses, das er 1838\/39 erbaut hatte und heute sein Museum beherbergt. \u201eZur\u00fcck zu Jahn, es gibt kein besseres Vorw\u00e4rts!\u201c, lautete das Motto des ersten Turnfestes unter dem NS-Regime. Der Deutsche Turnerbund verleiht die Friedrich-Ludwig-Jahn-Plakette als h\u00f6chste Auszeichnung. Die Initiative \u201eSport ohne Turnv\u00e4ter\u201c fordert bereits seit 2011 eine Umbenennung des Berliner Jahn-Sportparks, 2018 forderte der Bezirk Pankow den Berliner Senat auf, eine Namens\u00e4nderung zu pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJahn wurde er in der DDR als Muster-Sozialist verehrt. Das war er bestimmt nicht. Vorher feierten ihn die Nazis als \u201aarischen Soldaten\u2018. Das war er auch nicht. Aus heutiger Sicht war er eher ein gr\u00fcner Fundi, wehrte sich gegen Autorit\u00e4ten und [\u2026] geh\u00f6rt zu den Erfindern des typisch deutschen Gesundheitskults\u201c, bilanzierte Gunnar Schupelius in der <em>BZ<\/em>. Galt er in der DDR als b\u00fcrgerlicher Rebell, feierte ihn die Bundesrepublik als sozialen P\u00e4dagogen. Zeitgenossen nannten ihn einen \u201eRomantiker der Tat\u201c. Heinrich Heine verspottet seine Haltung als \u201eidealistisches Flegeltum\u201c. \u201eJedes politische Regime &#8211; von der Diktatur bis zur Demokratie &#8211; schuf sich sein eigenes&nbsp;Jahn-Bild\u201c, so Oliver Ohmann auf den Seiten der Deutschen Sporthilfe. \u201eUnd es passte immer\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der deutsche \u201eTurnvater\u201c hat auch die Burschenschaften \u201eerfunden\u201c und gilt zunehmend als unkonventioneller Nationalist, ja \u201egr\u00fcner Fundi\u201c:  Friedrich Ludwig Jahn. Vor 170 Jahren starb er.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6434"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6434"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6434\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6443,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6434\/revisions\/6443"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6434"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6434"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6434"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}