{"id":6467,"date":"2022-11-15T06:08:00","date_gmt":"2022-11-15T05:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6467"},"modified":"2022-11-07T06:14:54","modified_gmt":"2022-11-07T05:14:54","slug":"parens-nostrae-musicae-modernae","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/?p=6467","title":{"rendered":"\u201eparens nostrae musicae modernae\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Aus seinen Briefen etwa an den s\u00e4chsischen Kurf\u00fcrsten, seinen F\u00f6rderer und Geldgeber, spricht trotz aller H\u00f6flichkeitsfloskeln nicht Unterw\u00fcrfigkeit, sondern im Gegenteil ein ausgepr\u00e4gtes Selbstbewusstsein, sp\u00e4ter auch Verbitterung und Resignation angesichts der miserablen Umst\u00e4nde, unter denen er als Kriegskomponist arbeiten musste. Den alten Mann beschrieb Hans Eppstein 1975 in seiner Biografie so: \u201eHier vereinigt sich Melancholie mit Weisheit, M\u00fcdigkeit mit der Haltung eines Aristokraten, Nach-innen-Gewandtheit mit einer beinahe magisch zu nennenden Ausstrahlung \u2013 ein Faust, der das ganze Erdenleben erfahren hat und den es nicht l\u00e4nger ber\u00fchrt\u201c. Was H\u00e4ndel f\u00fcr Halle oder Telemann f\u00fcr Magdeburg ist, ist er f\u00fcr Elbflorenz: Heinrich Sch\u00fctz, der am 16. November vor 350 Jahren starb.<\/p>\n\n\n\n<p>Geboren wurde er als zweites von acht Kindern am 8. Oktober 1585 in der heutigen \u201eSchwarzbierstadt\u201c K\u00f6stritz (Th\u00fcringen) im \u201eGoldenen Kranich\u201c, dem Gasthof seines Vaters, der f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter in Wei\u00dfenfels einen anderen Gasthof \u00fcbernahm. Hier verbrachte Sch\u00fctz seine Kindheit. Die Geschichte seiner \u201eEntdeckung\u201c 1598 liest sich wie ein M\u00e4rchen: Als im Wirtshaus seines Vaters Landgraf Moritz von Hessen-Kassel \u00fcbernachtete, h\u00f6rte er Heinrich mit heller, klarer Stimme singen \u2013 und war davon so beeindruckt, dass er den staunenden Eltern anbot, ihren Sohn zu f\u00f6rdern. So kam es, dass Vater und Sohn Sch\u00fctz im Jahr darauf nach Kassel reisten, wo Heinrich &#8211; begabt, wissbegierig und flei\u00dfig &#8211; schnell Latein, Griechisch und Franz\u00f6sisch lernte und mehrere Jahre lang eine umfassende musikalische Ausbildung erhielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Landgraf Moritz gew\u00e4hrte dem vielversprechenden 23-J\u00e4hrigen gar ein Stipendium f\u00fcr einen zweij\u00e4hrigen Studienaufenthalt in Venedig, damals eines der Weltzentren der Musik. Beeinflusst von Madrigalen und Motetten, machte sich Sch\u00fctz mit allen seinerzeit bekannten musikalischen Gattungen vertraut. Unter der \u00c4gide von Giovanni Gabrieli, der damals renommiertesten musikalischen Pers\u00f6nlichkeit am \u00dcbergang von der Renaissance zum Barock, erlernte er zudem die Finessen der Kirchenmusik. Gabrieli vermachte seinem Sch\u00fctzling auf dem Sterbebett einen Ring, was bedeutete, dass er ihn gern als seinen Nachfolger gesehen h\u00e4tte. Doch Sch\u00fctz kehrte in seine damalige Wahlheimat Kassel zur\u00fcck, Gabrielis Nachfolger wurde stattdessen Claudio Monteverdi, der als Wegbereiter des modernen Musiktheaters gilt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schutz.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"670\" height=\"998\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schutz.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6470\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schutz.jpg 670w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schutz-201x300.jpg 201w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/a><figcaption>Heinrich Sch\u00fctz. Quelle: Von Christoph Sp\u00e4tner &#8211; Christoph Sp\u00e4tner, Gemeinfrei, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=111512<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In Leipzig setzte Sch\u00fctz 1613 das Jurastudium fort, vor allem, um seine Familie zu beruhigen. Denn diese konnte sich am wenigsten vorstellen, dass er in Form einer k\u00fcnstlerischen Karriere beruflich Fu\u00df fassen k\u00f6nnte. Das sah Landgraf Moritz g\u00e4nzlich anders, denn kurz darauf holte er Sch\u00fctz als Organisten zur\u00fcck an den Kasseler Hof. Gemeinsam reisten sie wenig sp\u00e4ter nach Dresden, wo Kurf\u00fcrst Johann Georg I. ebenfalls das Talent des jungen Mannes erkannte und darum bat, Sch\u00fctz eine Weile in Sachsen behalten zu d\u00fcrfen. Die Elbmetropole und Heinrich Sch\u00fctz konnte fortan nichts mehr trennen. Im Alter von 32 Jahren wurde er 1617 offiziell zum Hofkapellmeister ernannt. \u201eDieses anspruchsvolle Amt hatte er bis 1656, also 39 Jahre lang, inne. In dieser Zeit pr\u00e4gte er nicht nur die Musik am Dresdner Hof, er war weit vernetzt und z\u00e4hlte schlie\u00dflich zu ,den f\u00fcrnembsten Musicis in Europa\u2018\u201c, sagt Christina Siegfried, Intendantin des j\u00e4hrlich zelebrierten Heinrich Sch\u00fctz Musikfestes.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201ezum Heiraten dr\u00e4ngen\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dresden war zu dieser Zeit Hauptstadt des m\u00e4chtigen Kurf\u00fcrstentums Sachsen, ein Zentrum des deutschen Protestantismus, eine reiche Handelsstadt und bereits eine Kultur-Metropole. Im Zeitalter furchtbarer Glaubenskriege erhielt sie als eine der ersten in Deutschland einen fast uneinnehmbaren Festungsg\u00fcrtel aus f\u00fcnfeckigen Bastionen, was vermutlich ihr \u00dcberleben im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg sicherte. Dank des Kunstverstandes der Dresdener Regenten stand die Hofmusik, von italienischen Meistern der sp\u00e4ten Renaissance gepr\u00e4gt, in h\u00f6chster Bl\u00fcte. Sch\u00fctz\u2018 Berufung war nach Jahren beruflicher Ungewissheit eine hohe Ehre, nicht zu vergessen eine gut bezahlte, leitende Funktion in der damals wohl wichtigsten deutschen Musikstadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Kapellmeister hatte Sch\u00fctz die Oberaufsicht \u00fcber die Mitglieder der Hofkapelle, die aus S\u00e4ngern und Instrumentalisten bestand. Mit ihr war er f\u00fcr alle Musik am Hofe zust\u00e4ndig: geistliche wie weltliche, zur Unterhaltung und zum Gottesdienst ebenso wie zur politischen Repr\u00e4sentation. Von italienischen Vorbildern gepr\u00e4gt, umbrandet von den Wirren eines grauenvollen Krieges, aber zun\u00e4chst vergleichsweise ungest\u00f6rt, schuf er eine in Deutschland neue Art vokaler Tonmalerei. Leider sind seine dramatischen weltlichen Werke (Singspiele und Ballette), von denen in der Regel nur die Texte gedruckt wurden, verlorengegangen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schutz-1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"858\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schutz-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6471\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schutz-1.jpg 1024w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schutz-1-300x251.jpg 300w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schutz-1-768x644.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption>Gedenktafel in Dresden. Quelle: Von Mauzelot in der Wikipedia auf Deutsch &#8211; Eigenes Werk, Gemeinfrei, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=15660546<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1618 brach der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg aus, dessen verheerende Auswirkungen nicht nur gut einem Drittel der deutschen Bev\u00f6lkerung das Leben kostete, sondern auch den fast v\u00f6lligen Zusammenbruch jeglichen kulturellen Lebens verursachten. Sch\u00fctz musste seine Anspr\u00fcche an Auff\u00fchrungspraxis und Instrumentarien erheblich verringern, \u201edamit mein von Gott verliehenes Talentum in solcher edlen Kunst nicht gantz ersitzen bleiben, sondern nur etwas weniges schaffen und darreichen m\u00f6chte\u201c. In einem Brief sorgte sich sein Landesvater, dass man Sch\u00fctz regelrecht \u201ezum Heiraten dr\u00e4ngen m\u00fcsste\u201c. 1619 heiratete er die 18-j\u00e4hrige Magdalena Wildeck. Aus der sechs Jahre andauernden, gl\u00fccklichen Ehe gingen zwei Kinder hervor.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch bereits 1625 verstarb Sch\u00fctz\u2019 Frau. Sein Leben war fortan vom Tod gepr\u00e4gt: Bis 1638 verlor er auch eine der beiden T\u00f6chter, die Eltern und einen Bruder. Es erstaunt nicht, dass der Komponist einmal von seiner \u201enahezu qualvollen Existenz\u201c sprach. Doch seine sch\u00f6pferische Energie schien darunter nicht zu leiden, als Witwer konzentrierte er sich g\u00e4nzlich auf die Musik. Er war er ein disziplinierter K\u00fcnstler von unb\u00e4ndiger Leistungskraft. Raufereien, Trinkgelage oder Ausschweifungen waren nicht seine Sache. Streng war er, mit sich und vermutlich mit anderen. Seine Hauptenergie galt eindeutig dem musikalischen Werk, weniger der Familie. Die Wohnung gegen\u00fcber der Frauenkirche blieb zwar Lebensmittelpunkt, jedoch reiste Sch\u00fctz \u2013 auch nach Ausbruch des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges \u2013 sehr viel.<\/p>\n\n\n\n<p>1628 \/ 29 ein zweites Mal in Italien fortgebildet, wurde er in Mitteleuropa ein Wegbereiter des solistisch-virtuosen \u201eKleinen geistlichen Konzerts\u201c, das \u2013 bald mit, bald ohne Instrumente \u2013 neben der Orgel zu singen ist. Sp\u00e4testens seit dieser Reise nutzt er das Pseudonym \u201eEnrico Saggitario\u201c, das w\u00f6rtlich aus dem Italienischen \u00fcbersetzt auch \u201eHeinrich Sch\u00fctz\u201c hei\u00dft. Er war im Auftrag seines Kurf\u00fcrsten bei allen wichtigen politischen Ereignissen zugegen, so beim Kurf\u00fcrstentag 1627 in M\u00fchlhausen, bei den F\u00fcrstentagen in Leipzig 1631 oder der Huldigung der St\u00e4nde in Breslau: Wo immer der s\u00e4chsische Kurf\u00fcrst mit Versuchen auftrat, das zerr\u00fcttete Deutschland zu befrieden, wurde dies stets von Sch\u00fctz\u2019 Musik begleitet. In seinen Briefen an den Kurf\u00fcrsten h\u00e4uften sich die Klagen \u00fcber schlimme Arbeitsbedingungen und elende soziale Zust\u00e4nde, unter denen die Mitglieder der s\u00e4chsischen Hofkapelle gegen Kriegsende litten. Der Krieg war teuer, und es war offenbar nicht mehr gen\u00fcgend Geld da, um die Musiker zu bezahlen. 1639 schrieb Sch\u00fctz erbittert, die K\u00fcnste seien \u201eunter den Waffen erstickt\u201c und \u201ein den Kot getreten\u201c worden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>K\u00fcnste \u201eunter den Waffen erstickt\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seine Publikationst\u00e4tigkeit erreichte Ende der 1640er Jahre ihren H\u00f6hepunkt: Er vollendete die \u201eSymphoniae sacrae\u201c und die \u201eGeistliche Chormusik\u201c: Bis heute Standardrepertoire nicht nur von Kirchench\u00f6ren mit Liedern wie \u201eAlso hat Gott die Welt geliebet\u201c, \u201eVerleih uns Frieden\u201c oder \u201eDie mit Tr\u00e4nen sehen\u201c. 1633 bis 1635 und erneut 1642 bis 1644 war er in Kopenhagen als d\u00e4nischer Oberkapellmeister t\u00e4tig und arbeitete au\u00dferdem als musikalischer Ratgeber vieler F\u00fcrstenh\u00f6fe, darunter Hannover, Weimar und 1655 bis etwa 1666 auch als \u201eOberkapellmeister von Haus aus\u201c in Wolfenb\u00fcttel. Seine seit 1645 immer wieder eingereichten Gesuche um die Versetzung in den Ruhestand wurden von Johann Georg I. allesamt abgelehnt; erst nach dessen Tod im Jahr 1656 gew\u00e4hrte sein Sohn Johann Georg II. Sch\u00fctz einen weitgehenden R\u00fcckzug. Als \u201e\u00e4ltester\u201c Kapellmeister behielt Sch\u00fctz seinen Titel allerdings bis an sein Lebensende.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schutz-2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"775\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schutz-2-775x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6472\" srcset=\"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schutz-2-775x1024.jpg 775w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schutz-2-227x300.jpg 227w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schutz-2-768x1015.jpg 768w, https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Schutz-2.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 775px) 100vw, 775px\" \/><\/a><figcaption>Sch\u00fctz-Haus in Wei\u00dfenfels. Quelle: Von Kreuzschnabel &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=42041548<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Von melancholischer, schwerm\u00fctiger Sch\u00f6nheit ist die Musik, die Sch\u00fctz komponierte \u2013 frei von aller Hektik, ruhig, tiefgr\u00fcndig, anmutig, harmonisch und ausgewogen. Wo zuvor meist lateinische Verse gesungen wurden, dichtete Sch\u00fctz in Deutsch \u2013 und damit verst\u00e4ndlich auch f\u00fcr einfache, ungebildete Menschen. So schuf er eine neue Qualit\u00e4t in der protestantischen Kirchenmusik. Ch\u00f6re und Solisten wechselten einander st\u00e4ndig ab, von zarten Lauten-Kl\u00e4ngen begleitet. Virtuos wurden Instrumental-Passagen mit Gesang verwoben. Sch\u00fctz lie\u00df die K\u00fcnstler oft an verschiedenen Orten im Kirchenraum singen und sorgte dadurch f\u00fcr eine facettenreiche Klangf\u00fclle, die die Zeitgenossen faszinierte und begeisterte. Von unerh\u00f6rter Schaffenskraft, immer lernbegierig, st\u00e4ndig rastlos auf der Suche nach neuen Melodien und Satzfolgen, erweiterte er konsequent seine Tonsprache bis ins hohe Alter. Die Zusammenarbeit mit Martin Opitz f\u00fchrte zur Entstehung der leider verschollenen Pastoralkom\u00f6die \u201eDafne\u201c, bei der allerdings nicht gesichert ist, ob es sich um eine durchkomponierte Oper oder um ein Theaterst\u00fcck mit Musik handelte.<\/p>\n\n\n\n<p>Seinen Lebensabend verbrachte Sch\u00fctz \u00fcberwiegend in seinem Haus in Wei\u00dfenfels, dem Ort seiner Kindheit. Aus dieser Zeit stammen seine drei Passionen nach Lukas, Matth\u00e4us und Johannes sowie seine \u201eWeihnachtshistorie\u201c. Sein letztes Werk ein Jahr vor seinem Tod ist die vollst\u00e4ndige Vertonung des 119. Psalms, aufgeteilt in elf Motetten und landl\u00e4ufig auch \u201eSchwanengesang\u201c genannt. Sch\u00fctz wurde in der alten Dresdner Frauenkirche beigesetzt, mit deren Abriss 1727 aber seine Grabst\u00e4tte verlorenging. Auf seinem Grabstein wurde er als \u201eseines Jahrhunderts hervorragendster Musiker\u201c (saeculi sui musicus excellentissimus) bezeichnet. Aber noch zu Lebzeiten wurde Sch\u00fctz als \u201eparens nostrae musicae modernae\u201c, also \u201eVater unserer [d. h. der deutschen] modernen Musik\u201c tituliert. Wolfgang Caspar Printz erw\u00e4hnt in seiner 1690 erschienenen Musikgeschichte, Sch\u00fctz sei um 1650 \u201ef\u00fcr den allerbesten Teutschen Componisten gehalten worden\u201c. Die \u201eInternationale Heinrich-Sch\u00fctz-Gesellschaft\u201c mit Sitz in Kassel bef\u00f6rdert mit j\u00e4hrlichen Heinrich-Sch\u00fctz-Festen oder Heinrich-Sch\u00fctz-Tagen die Verbreitung und das Verst\u00e4ndnis der Musik von Sch\u00fctz und seiner Zeit, daneben gibt es auch eine Gesellschaft in S\u00fcdafrika. Bei der DDR-Schallplattenfirma Eterna entstand seit Mitte der 1960er Jahre die erste Sch\u00fctz-Gesamtaufnahme mit Protagonisten wie Peter Schreier und Theo Adam sowie dem Dresdner Kreuzchor. Sch\u00fctz\u2018 Geburtshaus ist heute ein Museum. Das Wintersemester 2022\/23 an der Dresdner Musikhochschule hei\u00dft ihm zu Ehren \u201eHeinrich-Sch\u00fctz-Semester\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bedeutendster deutscher Komponist des Fr\u00fchbarocks, ja \u201eVater unserer modernen Musik\u201c: Heinrich Sch\u00fctz gilt als erster deutscher Musiker von europ\u00e4ischem Rang. Jetzt j\u00e4hrt sich sein 350. Todestag.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8,7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6467"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6467"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6467\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6473,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6467\/revisions\/6473"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6467"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6467"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dr-thomas-hartung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6467"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}