30. Juni 2026 von Thomas Hartung
Nicht Steuben ist das Problem, sondern jede sichtbare Erinnerung daran, dass Geschichte aus anderen Tugenden bestand als aus Sensibilitätsmanagement, Haltungsdidaktik und nachträglicher Moralkorrektur. Steuben verbindet preußische Formstrenge mit amerikanischer Freiheitsgeschichte, militärische Disziplin mit republikanischer Selbstbehauptung. Eben deshalb ist er für die Gegenwart so unerquicklich: Er widerlegt die bequeme Erzählung, Freiheit sei immer weich, zivil und entgrenzt gewesen, während Disziplin, Form und soldatische Ordnung von vornherein unter Verdacht stünden.

Meine Anmerkungen zur Potsdamer Posse, die heute final entschieden werden soll. Kann wie immer gern geteilt werden.