Geschrieben in Massenmediales, Spezielles am 13. September 2026 0 Kommentare »
Der eine Protest gilt als Stimme einer Minderheit, der andere als Angriff auf die Demokratie. Der eine Wunsch nach Zugehörigkeit wird zum Auftrag an die Gesellschaft, der andere zum Verdachtsmoment gegen denjenigen, der ihn äußert. Eine offene Gesellschaft sollte diese Asymmetrie nicht akzeptieren.
Geschrieben in Massenmediales, Regionales am 12. September 2026 0 Kommentare »
Die neue Erklärung lautet: Machtlosigkeit. „Wir holen uns unser Land zurück“, habe Ulrich Siegmund im Wahlkampf gesagt. Hähnig übersetzt: Wir wollen wieder mächtig werden! Daraus wiederum folge: Wir sind es derzeit nicht. Die AfD rekurriere auf ein „Gefühl des Ausgeliefertseins“. Das ist nicht ganz falsch. Aber die entscheidende Frage wird durch das Wort „Gefühl“ bereits vorentschieden.
Der gefährlichste Zustand entsteht nicht dort, wo Wissenschaft verschiedene politische Perspektiven zulässt. Er entsteht dort, wo eine Perspektive so dominant geworden ist, dass sie ihre eigene politische Herkunft nicht mehr erkennt und sich selbst schlicht „Vernunft“, „Emanzipation“ oder „Wissenschaft“ nennt.
Dann wird der politische Gegner nicht mehr widerlegt, sondern aus dem Bereich des wissenschaftlich Legitimen herausdefiniert.
Geschrieben in Massenmediales, Regionales am 9. September 2026 0 Kommentare »
Dass Tee über koloniale Handelswege nach Europa gelangte, gehört zu seiner Geschichte – aber dass Ostfriesen daraus über Jahrhunderte eine spezifische Zeremonie entwickelten, gehört ebenso dazu. Wer nur die erste Geschichte moralisch auflädt und die zweite degradiert, betreibt selektive Geschichtsschreibung.
Geschrieben in Allgemeines, Massenmediales am 8. September 2026 0 Kommentare »
Merke: Wer einer Mehrheit lange genug erklärt, ihre Erfahrungen, Wahrnehmungen und Urteile seien das Problem, sollte sich nicht wundern, wenn diese Mehrheit irgendwann diejenigen zum Problem erklärt, die ihr das erklären.
Geschrieben in Massenmediales, Regionales am 7. September 2026 0 Kommentare »
Wer zwischen einem Grünen-Wähler und einem vermummten Steinewerfer unterscheiden kann, sollte auch zwischen einem AfD-Wähler und einem Neonazi-Schläger unterscheiden können. Sonst wird politische Analyse zur Kontaktschuld.
Geschrieben in Allgemeines, Massenmediales am 6. September 2026 0 Kommentare »
Gesellschaften dürfen ihre Überzeugungen ändern. Aber dann müssen die neuen Konzepte nicht nur die Realität besser erklären, sondern bessere Resultate hervorbringen. Genau hier liegt das Problem. Der Bürger erlebt hohe Energiepreise, Wachstumsschwäche, Infrastrukturdefizite, kommunale Überforderung, Wohnungsnot, Migrationskonflikte und eine zunehmend sichtbare Belastung des Sozialstaats – und hört gleichzeitig, der eingeschlagene Weg sei im Wesentlichen richtig […]
Geschrieben in Massenmediales, Regionales am 5. September 2026 0 Kommentare »
Der Sender vergleiche beim Leistungswert den Windpark mit einem einzigen der drei geplanten Reaktoren, bei den Kosten jedoch denselben Windpark mit der Gesamtinvestition mit dem gesamten Kraftwerk, das nicht aus einem, sondern aus drei Reaktoren besteht. Die Vergleichsbasis wird also mitten in der Rechnung gewechselt.
Geschrieben in Massenmediales, Spezielles am 4. September 2026 0 Kommentare »
Früher standen sich im Zweifel Staaten und große Medien gegenüber. Der gewöhnliche Bürger war Zuschauer. Inzwischen kann staatliche Kommunikation mit einem Handyfoto konfrontiert werden, das jemand zufällig an einer Landstraße aufgenommen hat. Der Zeuge braucht den Sender nicht mehr zwingend, um Zeuge zu werden.
Geschrieben in Massenmediales, Regionales am 3. September 2026 0 Kommentare »
m totalisierten politischen Konflikt wird Kultur nicht mehr danach beurteilt, was sie ist, sondern danach, woher sie kommt, wem sie möglicherweise nützt und welche Identität sie transportiert. Das mag man als Tod von Kultur interpretieren, ja als Tod von Zivilisation.