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Archiv für die 'Spezielles' Kategorie

Joshua Kimmichs Ankündigung, sich bei der WM 2026 aus politischen Debatten herauszuhalten, schmeckt deutschen Haltungsjournalisten überhaupt nicht. Pit Gottschalk nennt die an sich für ein sportliches Event selbstverständliche Entscheidung eine „Kapitulation“.

Girards Denken ist keine Hymne auf die liberalen Institutionen der Gegenwart, sondern eine radikale Anthropologie der Gewalt, die auch in modernen Gesellschaften weiterwirkt. Seine Sündenbocktheorie erklärt nicht nur lynchende Mobs, sondern auch subtile Formen moralischer Ausgrenzung. In Girards Logik kann selbstverständlich auch eine Elite, die sich selbst als “Verteidigerin der Demokratie” inszeniert, genau jene Mechanismen […]

Große Kunst zeichnet sich gerade dadurch aus, dass sie sich politischen Eindeutigkeiten entzieht, Ambivalenzen aushält, Wirklichkeit nicht in pädagogische Botschaften auflöst. Der frühe Grimme-Preis stand in dieser Tradition, als er etwa formale Experimente, stille Sozialstudien oder mehrdeutige Fernsehspiele prämierte. Heute droht die Kategorie „Haltung“ zum ästhetischen Brecheisen zu werden. Mein neuer Ansagetext, der gern verbreitet […]

Man signalisiert Härte gegen „Rechtsextremismus“, ohne die eigentlichen Probleme – Überforderung, Migrationsdruck, fehlende Rückendeckung – anzugehen. Am Ende bleibt ein Bild von Staat und Polizei, das konservativ alarmieren muss: ein Staat, der seine Ordnungskräfte unter Generalverdacht stellt und sich das Recht nimmt, sie buchstäblich bis auf die Haut zu durchleuchten.

Villen zu Asylheimen

„Der offene Brief, in dem der Berliner AfD-Bundestagsabgeordnete Pierre Lamely vorschlägt, die Villen prominenter „refugees welcome“-Unterzeichner zu Erstaufnahmeeinrichtungen für Afghanen zu machen, ist ein klassischer Fall politischer Ironie – und zugleich weit mehr als ein Gag auf Kosten von Luisa Neubauer, Jan Böhmermann & Co. Denn er legt mit einem einzigen gedanklichen Dreh offen, worauf […]

Beziehungen scheitern selten daran, dass jemand zu wenig feministische Theorie gelesen hat. Sie scheitern an Egoismus, an Respektlosigkeit, an Bindungsunfähigkeit – auf beiden Seiten. Wer den Männern allein die Schuld zuschiebt und die eigene Weltanschauung zur therapeutischen Wahrheit erhebt, trägt nicht zur Heilung, sondern zur weiteren Vergiftung des Geschlechterverhältnisses bei.

Haben Klimastreik und Wehrpflichtprotest etwas miteinander zu tun? Ja: beide finden im Namen des Überlebens statt. Anmerkungen zur ideologischen Krise des Pflichtbegriffs in unserem Land.

Hier prallen zwei Vorstellungen von Rechtsstaat frontal aufeinander. Auf der einen Seite der Bürger, der in der Tradition der Weißen Rose ein Recht auf symbolischen Widerspruch auch gegen Gerichte beansprucht (erinnern wir uns: auf einer Corona-Demo in Hannover hat sich im November 2020 eine Rednerin mit Sophie Scholl verglichen). Auf der anderen Seite die Baer’sche Sicht, in der solche Gesten bereits den Verdacht der Delegitimierung nähren.

Die aktuelle Debatte um Günthers Vorstoß zeigt, wie weit die Verschiebung bereits fortgeschritten ist: Selbst Teile der Union schwenken auf ein Lenkungsparadigma ein, das ursprünglich aus grünen und sozialdemokratischen Milieus stammt. Dagegen zu halten bedeutet nicht, hemmungslosen Zuckerkonsum zu verteidigen. Es bedeutet, den Bürger zu verteidigen – gegen die Versuchung eines Staates, der sich für […]

In einer Zeit, in der Deutschland international bildungspolitisch immer mehr zurückfällt, ist die Abschaffung der Zensuren ganz bestimmt kein Fortschritt, sondern ein Symptom der Kapitulation: Man schaut dem Niedergang nicht mehr ins Auge – man schreibt ihn in Schönschrift.

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