Geschrieben in Massenmediales, Spezielles am 4. September 2026 0 Kommentare »
Früher standen sich im Zweifel Staaten und große Medien gegenüber. Der gewöhnliche Bürger war Zuschauer. Inzwischen kann staatliche Kommunikation mit einem Handyfoto konfrontiert werden, das jemand zufällig an einer Landstraße aufgenommen hat. Der Zeuge braucht den Sender nicht mehr zwingend, um Zeuge zu werden.
Sarrazin habe in seinem 2010 erschienen Bestseller “Deutschland schafft sich ab” behauptet, Einwanderer könnten „weniger wert“ sein als Deutsche. Gleich darauf räumt die Autorin selbst ein: Sarrazin hat das nie gesagt, – man habe es aber so lesen können. Dieser Einschub bringt die ganze Hermeneutik des moralisierten Journalismus verdichtet auf den Punkt.
Geschrieben in Regionales, Spezielles am 19. August 2026 0 Kommentare »
„Hoch zu Ross“ war einmal die Pose des Herrschers. Marc Aurel, August der Starke, Napoleon: Wer im Sattel saß, demonstrierte Führung. Das Pferd hatte Kraft, der Reiter gab die Richtung vor. Bei Voigt ist das Pferd aus Holz. Es bewegt sich, aber kommt keinen Zentimeter voran. Als Symbol für Politik ist das schon fast unverschämt perfekt.
Eine Gesellschaft, die den Mann entheroisiert, entritualisiert und entsubstantialisiert hat, erzeugt früher oder später Hunger nach jener Form, die sie abgeschafft zu haben glaubte. Der Held ist in der spätliberalen Ordnung eine verdächtige Figur geworden.
Warum der eine Komiker als moralischer Sachverständiger geladen, der andere strafrechtlich verfolgt – und der dritte gestoppt wird, obwohl er aus dem Lager der Guten heraus das Bessere diskreditiert. Meine Anmerkungen zu Kerkeling, Steimle & Co.
Der Steuerstaat greift auf die Leistung zu, der Erziehungsstaat auf die Lebensführung. Dazwischen schrumpft der Raum privater Verfügung. Der Bürger soll arbeiten, zahlen, verzichten und dankbar sein, dass seine Einschränkung als Rettungsbeitrag etikettiert wird.
Ein Leihmuttervertrag ist kein gewöhnlicher Dienstvertrag. Er verpflichtet eine Frau nicht bloß zu einer Tätigkeit, sondern zur Inkaufnahme tiefgreifender körperlicher Veränderungen, medizinischer Risiken, emotionaler Verstrickungen und schließlich zur völlig widernatürlichen Trennung von ihrem selbstgeborenen Kind, das sie unterm Herzen getragen hat. Ein solcher Vertrag berührt die Person nicht äußerlich, sondern im Zentrum ihrer Leiblichkeit. Dass […]
Der Demo-Aufruf behauptet, die Existenz von Trans-Identitäten wissenschaftlich zu bestreiten und vor den Folgen von „Trans-Ideologie“ für Kinder und Jugendliche zu warnen, sei „menschenfeindlich“ und „wissenschaftlich falsch“; die Veranstaltung habe an einer Universität nichts zu suchen. Das ist nicht Streitkultur, sondern dogmatische Vorzensur.
Wer etwa des 20. Juli gedenkt, betritt keinen exklusiven Sakralraum eines ideologisch beglaubigten Personenkreises, sondern einen Ort nationaler Erinnerung. Dass daraus nun wieder eine Zutrittsfrage nach Gesinnung werden soll, sagt alles über den Zustand des offiziellen Deutschlands und nichts über den 20. Juli.
Geschrieben in Regionales, Spezielles am 16. Juli 2026 0 Kommentare »
Was gestern noch als pandemischer Ausnahmefall galt, kann morgen als technischer Standard zurückkehren. Wer den Zugang zu Stadion, Konzert oder Messe ohnehin nur digital erhält, bei dem ist die nächste Verknüpfung nur noch eine Frage der politischen Gelegenheit. Der Bürger wird so nicht nur kontrollierbar, sondern modular verwaltbar. Willkommen in China.