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Archiv für die 'Musikalisches' Kategorie

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Moderne Demokratien zensieren selten offen. Sie arbeiten subtiler: Nicht der Staat selbst verbietet das Lied, sondern Institutionen, Veranstalter, Verwaltungen oder moralische Gremien erzeugen einen normativen Druckraum, innerhalb dessen bestimmte Inhalte zunehmend als „problematisch“ gelten. Gerade darin ähnelt die gegenwärtige Kulturpolitik auf paradoxe Weise spätsozialistischen Mechanismen.

Das Wetter wird politisiert. Der Sommer wird problematisiert. Die Natur wird pädagogisiert. Und während die Bürger „Ein Bett im Kornfeld“ singen, entsteht der Eindruck, als ließe sich das Klima durch die richtige Mischung aus Musikschule, Sonnenhut und Aktionsbündnis beeinflussen.

Das klassische Theater lebte von Widersprüchen, Konflikten, tragischen Ambivalenzen. Es zeigte Menschen, die zwischen Schuld und Notwendigkeit, Freiheit und Schicksal, Moral und Macht zerrieben wurden. Die moderne deutsche Regietheaterlandschaft dagegen hat Ambivalenz weitgehend abgeschafft. Sie kennt fast nur noch Täter und Aufklärer.

Warum verschwinden Schlagerformate aus dem Fernsehen, wenn fast die Hälfte der Deutschen Schlager hört? Weil Medien keine Musik abbilden, sondern Aufmerksamkeit verwalten. Das lineare Fernsehen verliert nicht, weil Schlager unpopulär wäre, sondern weil das lineare Modell selbst an Bindekraft verliert.

Mozarts „inklusive“ Umdichtung macht aus Oper Betreuung, aus Sprache Hygiene: Warum die „Zauberflöte“ in Radebeul zum Symptom einer Kultur der Infantilisierung wird.

Wie aus Kunstfreiheit Bewährungsauflage wird: Der Fall Xavier Naidoo zeigt, wie ein nervöses Land Künstler moralisch verwaltet, statt dem Recht und dem Publikum zu vertrauen.

In einer Zeit, in der die kulturelle Identität Deutschlands unter dem Druck gesellschaftlicher Veränderungen zu zerfasern droht, ertönt aus den Reihen der Berliner Schülerschaft ein Ruf, der nicht nur symptomatisch für eine tiefgreifende Krise ist, sondern geradezu deren Beschleuniger: „Sido statt Schiller!“

„…wenn das Feuilleton heute das Singen rehabilitiert, dann sollte es nicht in einer sentimentalen Entsühnung enden, sondern in einer nüchternen, souveränen Aneignung. Wer vom Volkslied spricht, betritt vermintes Gelände.“

Bedeutendster deutscher Komponist des Frühbarocks, ja „Vater unserer modernen Musik“: Heinrich Schütz gilt als erster deutscher Musiker von europäischem Rang. Jetzt jährt sich sein 350. Todestag.

Der Song gehört zu Irlands Kultur wie der St. Patrick’s Day und wurde vielfach gecovert: „Whiskey in the Jar“. Die kommerziell erfolgreichste Version von „Thin Lizzy“ wurde vor 50 Jahren veröffentlicht.

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