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Archiv für die 'Allgemeines' Kategorie

Die Kontroverse über Klimaanlagen offenbart einen tieferen Konflikt: Soll Politik Menschen konkret schützen – oder sie abstrakt-moralisch erziehen? Anmerkungen über Hitze, Ideologie und Vernunft.

Wenn Journalisten nicht mehr berichten, sondern umerziehen, wenn sie nicht mehr fragen, sondern moralisch vorsortieren, dann endet der Journalismus und beginnt die Propaganda.

Der große Sprung soll beschworen werden, ohne dass wirklich gesprungen wird. Die Formel wird also sofort wieder zurückgenommen. Genau so funktioniert die heutige Bundesrepublik: Sie lebt von der Gleichzeitigkeit großer Ansage und kleiner Bewegung. Sie redet wie eine Transformationsmaschine und handelt wie ein koalitionärer Ausschussstaat.

Die Wirklichkeit besitzt eine Eigenschaft, die Ideologien regelmäßig unterschätzen: Sie lässt sich ignorieren, aber nicht abschaffen. Die Geschichte der „Sicheren Häfen“ ist deshalb weit mehr als eine Episode deutscher Migrationspolitik. Sie ist ein Lehrstück über die Grenzen moralischer Politik.

Denn sobald staatliche oder staatsnahe Institutionen beginnen, Qualität öffentlicher Kommunikation aktiv herzustellen, verschiebt sich zwangsläufig die Grenze zwischen Ordnung und Inhalt. Aus der Regulierung technischer Infrastruktur wird die Regulierung gesellschaftlicher Wirklichkeit.

Früher bewies der Aktivist die Ernsthaftigkeit seiner Überzeugung dadurch, dass er bereit war, für sie persönliche Opfer zu bringen; heute besteht die Tendenz, die Gesellschaft für die Kosten der eigenen Überzeugungen in Haftung zu nehmen. Die juristischen Folgen erscheinen lediglich als Nebeneffekt eines höheren moralischen Zwecks. Meine Anmerkungen zur Petition von Fabian Beese, die wie […]

Die eigentliche Krise unserer Gegenwart liegt darin, dass Freiheit zunehmend von Verantwortung getrennt wird. Die einen wollen Freiheit als grenzenlose Selbstverwirklichung ohne Bindung. Die anderen wollen Versorgung ohne Eigenverantwortung. Beide verfehlen den Kern.

Das politische Wir wurde nicht mehr gelebt, sondern inszeniert. Es entstand nicht von unten, sondern wurde von oben formuliert. Es war weniger Ausdruck einer vorhandenen Gemeinschaft als der Versuch, eine gewünschte Gemeinschaft kommunikativ hervorzubringen.

Der entscheidende Satz des Liberalismus lautet: Der Mensch ist frei und deshalb kann er Gemeinschaften bilden. Der entscheidende Satz des Kollektivismus lautet: Der Mensch wird erst durch die Gemeinschaft frei. Genau diese Umkehrung findet sich in Brantners Formel.

Nicht die Ursachen gesellschaftlicher Polarisierung sollen bekämpft werden, sondern ihre Sichtbarkeit. Die Demonstration wird nicht mehr als Grundrecht verstanden, sondern als Risiko, das präventiv begrenzt werden soll.

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