Menschen sind verschieden. Sie haben unterschiedliche Talente, Interessen, Überzeugungen und Lebensentwürfe. Eine freie Gesellschaft versucht nicht, diese Unterschiede zu beseitigen. Sie organisiert lediglich Regeln, unter denen sie friedlich koexistieren können.
Wer Konflikt will, gilt als toxisch; wer Härte einfordert, als „rechts“. In Deutschland hat sich ein moralisierter Politikstil herausgebildet, der jede Abweichung als „Hass“ oder „Gefahr für die Demokratie“ etikettiert und damit die inhaltliche Debatte ersetzt.
Wer Jugendlichen Social Media verbieten will, sollte offen sagen, was er ihnen stattdessen zumuten will: eine pädagogisch gepflegte Echokammer unter staatlicher Aufsicht. Eine politische Rechte, die diesen Tausch akzeptiert, hätte ihren Namen nicht verdient.
Wer heute keine „Haltung“ zeigt, gilt als verdächtig. Doch hinter der neuen moralischen Pose verbirgt sich oft nur alter Gehorsam – mit politisierenden Parolen und digitalem Pranger.
Wissenschaftliche Qualifikation wird nachträglich an politische Karrieren angedockt – nicht als Basis, sondern als Ornament. Universitäten wiederum entdecken in diesen Karrieren eine Chance auf Sichtbarkeit, Drittmittel und Einfluss. Es entsteht eine Symbiose aus akademischer Marke und politischer Verwertungslogik. In einer solchen Konstellation wird der Doktortitel zur Währung.
Geschrieben in Allgemeines am 22. Februar 2026 0 Kommentare »
In der JF der KW 9 erschien diese Rezension meines letzten Buchs. Vielen Dank an die Redaktion!
Nicht Populismus zerstört Wohlstand – Wohlstandserosion erzeugt Populismus. Und diejenigen, die die Erosion verwalten, nennen den Protest anschließend „Gefahr“.
Wer Begegnungen und Austausch mit den USA aus Angst vor der eigenen politischen Projektion verhindert, schadet genau jener Völkerverständigung, die er sonst predigt. Die vielbeschworene „Weltoffenheit“ endet im Ernstfall dort, wo ein anderer Westen beginnt als der, den man sich im deutschen Lehrerzimmer zurechtgebogen hat.
Berliner Gymnasiasten dürfen Klassiker „einfach“ lesen – und Niedersachsens Grundschüler brauchen nicht mehr schriftlich zu dividieren. Der Bildungsstaat verrät, was ihn einst groß machte.
„Natürlich mag es unter Flüchtlingen Ärzte, Ingenieure und andere Akademiker geben – aber als Gruppe unterscheiden sie sich, was formale Bildung und Sprachkompetenz angeht, von der einheimischen Bevölkerung im Mittel deutlich nach unten. Das ist kein moralisches Urteil, sondern die Beschreibung eines Ausgangspunktes. Wer das verschweigt, macht jede seriöse Bildungs- und Integrationsdebatte unmöglich.“