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Archiv für die 'Hochschulisch-Pädagogisches' Kategorie

Wer Konflikt will, gilt als toxisch; wer Härte einfordert, als „rechts“. In Deutschland hat sich ein moralisierter Politikstil herausgebildet, der jede Abweichung als „Hass“ oder „Gefahr für die Demokratie“ etikettiert und damit die inhaltliche Debatte ersetzt.

Archäologie, Klassische Philologie, Alte Geschichte – das sind jene Disziplinen, die den langen Atem der Geschichte kennen, die Relativierung des Jetzt, die Erfahrung, dass Zivilisationen entstehen und vergehen. Wer diese Fächer streicht, ersetzt historisches Bewusstsein durch Gegenwartspädagogik.

Wissenschaftliche Qualifikation wird nachträglich an politische Karrieren angedockt – nicht als Basis, sondern als Ornament. Universitäten wiederum entdecken in diesen Karrieren eine Chance auf Sichtbarkeit, Drittmittel und Einfluss. Es entsteht eine Symbiose aus akademischer Marke und politischer Verwertungslogik. In einer solchen Konstellation wird der Doktortitel zur Währung.

Entscheidend für die Freiheit des Rundfunks ist nicht, ob alle Beiträge die richtige Haltung abbilden – sondern ob ein Zuschauer in der Lage ist, auch Widerspruch zu hören – gegen Regierung, Opposition, Gegenöffentlichkeit gleichermaßen. Der jetzt konstituierte Weimarer Medienrat ist das genaue Gegenteil.

Wer Begegnungen und Austausch mit den USA aus Angst vor der eigenen politischen Projektion verhindert, schadet genau jener Völkerverständigung, die er sonst predigt. Die vielbeschworene „Weltoffenheit“ endet im Ernstfall dort, wo ein anderer Westen beginnt als der, den man sich im deutschen Lehrerzimmer zurechtgebogen hat.

Aus der Einsicht, dass Bildung kein moralischer Zauberschlüssel ist, folgt gerade nicht, dass sie politisch zweitrangig wäre. Es folgt, dass wir eine andere Vorstellung von der „Krone des Geistes“ brauchen – eine neue Gelehrtenrepublik, die nicht im Dienst des Staates steht, sondern über ihm.

Berliner Gymnasiasten dürfen Klassiker „einfach“ lesen – und Niedersachsens Grundschüler brauchen nicht mehr schriftlich zu dividieren. Der Bildungsstaat verrät, was ihn einst groß machte.

Wer sagt, fast die Hälfte der Kleinkinder spreche zu Hause eine andere Sprache, sagt zugleich: Die künftige Bevölkerung dieses Landes wird mehrheitlich nicht mehr im klassischen Sinn deutschsprachig sozialisiert. Der Begriff „Umvolkung“ taucht im “Spiegel”-Artikel selbstverständlich nicht auf; aber die zugrundeliegende demographische Verschiebung markiert das einstige “Sturmgeschütz der Demokratie” erstmals unverhohlen als Normalität.

Die Stadt Hannover liefert ihren 41 städtischen Kitas „queere Bücherkisten“: jeweils 14 Titel, die „Geschlechterrollen aufbrechen“ und „queere Lebensrealitäten sichtbar machen“ sollen, wie die Stadtverwaltung der NOZ sagte. Statt Max und Moritz oder Hase und Igel stehen nun Meerjungknaben, zwei Prinzen als Hochzeitspaar, Regenbogenfamilien und identitätssuchende Kuscheltiere im Regal. Kosten: 11.000 Euro. Ziel ist erklärtermaßen nicht bloß […]

In einer Zeit, in der Deutschland international bildungspolitisch immer mehr zurückfällt, ist die Abschaffung der Zensuren ganz bestimmt kein Fortschritt, sondern ein Symptom der Kapitulation: Man schaut dem Niedergang nicht mehr ins Auge – man schreibt ihn in Schönschrift.

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