Die Unverschämtheit des Schweigens
31. Oktober 2026 von Thomas Hartung
Die moderne Öffentlichkeit verlangt von Künstlern zunehmend nicht nur Werke, sondern Bekenntnisse. Sie sollen sich positionieren, distanzieren, Haltung zeigen. Ihr Schweigen wird nicht mehr als Zurückhaltung verstanden, sondern als politisch auslegbare Handlung. Diese Erwartung ist besonders merkwürdig, wenn sie an einen Autor gerichtet wird, dessen Werk von Entfremdung, Sprachskepsis und der Unmöglichkeit eindeutiger Zugehörigkeit handelt.

Meine Anmerkungen zu Weidermanns ZEIT-Kritik an Botho Strauß.