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Archiv für die 'Massenmediales' Kategorie

Ein Kind lässt sich nicht kündigen, nicht abschalten, nicht „entfolgen“, nicht wegorganisieren. Es beansprucht Zeit, Aufmerksamkeit, Verantwortung und Opfer. Genau deshalb kollidiert es mit einer Kultur, die den Menschen primär als Konsumenten von Möglichkeiten versteht.

Der leere Sockel

Wer den Maßstab völliger moralischer Makellosigkeit rückwirkend auf das 20. Jahrhundert anlegt, wird am Ende kaum noch Namen übrig behalten. Die Geschichte bestand nicht aus Heiligen. Sie bestand aus Menschen.

Wenn das Falsche gewählt wird, muss korrigiert werden — notfalls durch Druck, Delegitimierung oder institutionelle Rückabwicklung. Genau diese Logik wirkt heute bis in kommunale Kulturausschüsse hinein.

Während alternative Medien permanent unter Extremismusverdacht gestellt werden, gelten gebührenfinanzierte oder etablierte Leitmedien automatisch als ‚vertrauenswürdig‘. Der Staat erhebt sich damit faktisch zum Wahrheitskurator.

Wie kann eine jüdische Organisation einen Mann ehren, der „kulturkämpferische Narrative“ bedient, der „mitte-rechts anschlussfähig“ ist und der es ablehnt, den islamistischen Judenhass durch Relativierungen zu entschärfen?

Der Zuschauer soll gar nicht erst selbst urteilen, sondern bereits mit einem interpretativen Rahmen versorgt werden. Der Begriff „Antifaschist“ fungiert dabei wie ein moralischer Schutzschild. Wer unter diesem Etikett handelt, erscheint implizit bereits legitimiert – selbst dann, wenn er politische Gewalt ausübt.

Warum verschwinden Schlagerformate aus dem Fernsehen, wenn fast die Hälfte der Deutschen Schlager hört? Weil Medien keine Musik abbilden, sondern Aufmerksamkeit verwalten. Das lineare Fernsehen verliert nicht, weil Schlager unpopulär wäre, sondern weil das lineare Modell selbst an Bindekraft verliert.

Eine Partei, die einst antrat, um bürgerliche Mehrheiten gegen linke Gesellschaftsumbauprojekte zu organisieren, sucht ihre Zukunft nun ausgerechnet in einer dauerhaften Allianz mit dem progressiven Milieu.

Es gehört zu den eigentümlichen Ironien der deutschen Gegenwart, dass ausgerechnet jene Traditionsunternehmen, die im Nationalsozialismus besonders gut funktionierten, heute am lautstärksten vor der AfD warnen.

Ausgerechnet jene Milieus, die permanent vor „Faschismus“ warnen, reproduzieren zunehmend selbst jene Denkformen, die sie offiziell bekämpfen: moralische Homogenisierung, Feindmarkierung, politische Entmenschlichung, institutionelle Ausschließung.

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