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Archiv für die 'Massenmediales' Kategorie

Eine selbstbewusste Geschichtsschreibung kann fremde Leistungen anerkennen, ohne die eigenen zum Fäkalienwitz zu degradieren. Genau diese Fähigkeit zur Gleichzeitigkeit fehlt der “Fritz”-Grafik. Auf der islamischen Seite erscheinen Handschriften, Gelehrte und Wissenschaft. Auf der europäischen Seite erscheint ein Mann beim Stuhlgang. Das ist kein Vergleich, sondern eine Karikatur.

Importierte Unschuld?

Die Debatte braucht keine weiteren Beschwichtigungsnarrative. Sie braucht die Einsicht, dass Kulturen Verantwortung tragen und dass die westliche Gesellschaft das Recht und die Pflicht hat, ihre eigenen Grundlagen gegen importierte Feindseligkeiten zu verteidigen. Die Geschichte ist kein Baukasten, aus dem man die unbequemen Teile herausnimmt. Sie ist ein Kontinuum – und der Judenhass im islami-schen Kontext gehört dazu.

Sprache hat ein Gedächtnis, aber keine Erbsünde: Wer Wörter, jiddische zumal, nach ihrer Herkunft moralisch verdächtigt, betreibt keine Sprachkritik mehr, sondern politische Erziehung durch Bedeutungsaufsicht.

Man darf also „Halt dein Maul“ sagen, man darf sich „Fuckface“ nennen, man darf eine Band nach toten drogenabhängigen Prostituierten im Kofferraum benennen… aber problematisch wird es dort, wo in China ein Sack Reis umfällt.

Die politische Frage wäre: Warum wählen in Sachsen-Anhalt so viele Menschen AfD? Die demokratische Frage wäre: Welche Erwartungen verbinden Bürger mit dieser Partei? Die hier vorgeschlagene Frage lautet hingegen: Wie lebt es sich mit diesen Leuten? Aus dem Bürger wird ein Fall. Aus dem Wähler wird ein Milieuphänomen. Aus dem politischen Konflikt wird eine Art Sozialpathologie.

Alexander Spöri verkündet in der “Abendzeitung“ freudig die Entfernung von „Demokratiefeinden“, der bayerische FDP-Vorsitzende sieht Erklärungsbedarf wegen AfD-Kontakten, ein SPD-Politiker fordert gar den Verfassungsschutz (!) an. Damit wird aus einem banalen Hotelvertrag eine Fallstudie über den geistigen Zustand der Republik.

Die demokratische Ordnung besteht gerade darin, dass der politische Gegner nicht zum Feind wird, dessen Herrschaft mit außerlegalen Mitteln verhindert werden darf. Nun tritt ein anderes Demokratieverständnis hervor: Demokratie soll gelten – solange das Ergebnis innerhalb eines bestimmten politischen Erwartungskorridors bleibt. Meine Anmerkungen zum taz-Gewaltaufruf, die wie immer gern geteilt werden können.

An die Stelle des Geburtsadels ist teilweise ein Funktionsadel getreten. Seine Mitglieder besitzen Lebensläufe: Parlament, Ministerium, internationale Organisation, Universität, Stiftung. Jede Station erhöht den Marktwert für die nächste.

Das Problem beginnt dort, wo jemand vom Betrug profitiert. Das gilt auch dann, wenn der Entlarver seine Untersuchung bewusst in einen Wahlkampf hinein veröffentlicht. Politik hat Enthüllungen immer zeitlich genutzt. Entscheidend bleibt, ob die Behauptung stimmt.



In Hamburg lautet die Botschaft: Eine Institution hat sich gegen einen tradierten Brauch entschieden – und dieser Zustand ist rechtlich zu respektieren. Bei Radtke lautet sie: Eine Gesellschaft hat sich durch jahrzehntelange Migration verändert – und dieser Zustand ist politisch zu akzeptieren. In beiden Fällen wird Veränderung nach ihrem Vollzug von einer Entscheidung zu einer Tatsache.

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