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Archiv für die 'Massenmediales' Kategorie

Das “Manifest” der mutigeren Grünen ist ein Symptom der Panik vor der konservativen Wende unter jungen Männern. Es kommt zu spät und bleibt zu zaghaft. Es will „Räume für Debatte“ öffnen, ohne aber die ideologischen Prämissen – als da vor allem wären: Fluidität der Geschlechter, Gleichstellung als Quotenzwang, Pazifizierung als Fortschritt – grundsätzlich in Frage zu stellen

Ein Gedenktag repariert kein Stromnetz, senkt keine Energiepreise, baut keine Kühlanlage in ein Altenheim ein. Er hilft auch keiner Krankenschwester im stickigen Stationszimmer und keinem dementen Heimbewohner, der mit der Hitze nicht mehr umgehen kann. Aber er streichelt das Herz einer Politikerin, die sich einbildet, mit einem Kranz am imaginären Grab des anonymen Hitzetoten das Weltklima um ein paar Hundertstelgrade abgekühlt zu haben.

Eine Ordnung, die jede Verallgemeinerung über Täterstrukturen für verdächtig hält, kapituliert vor der elementaren Form des Urteilens. Sie will Statistik ohne Schluss, Erfahrung ohne Typus, Wirklichkeit ohne Konsequenz. Das ist keine Humanität, sondern geistige Selbstentwaffnung.

wenn fachliche Kompetenz nur noch als zweitrangig gilt und das Ministeramt vor allem zum Resonanzverstärker von Machtinstinkt und Mehrheitswitterung wird, dann ist der Minister nicht mehr verantwortlicher Leiter eines Ressorts, sondern bloß politischer Darsteller auf bürokratischer Bühne.

Wenn Journalisten nicht mehr berichten, sondern umerziehen, wenn sie nicht mehr fragen, sondern moralisch vorsortieren, dann endet der Journalismus und beginnt die Propaganda.

Statt methodischer Präzision und sprachwissenschaftlicher Differenzierung bekommt der Leser ein Sammelsurium aus Verdächtigungen, historischen Assoziationen und parteipolitischen Zuschreibungen.

Das Denkmal soll nicht mehr an Härte erinnern, sondern an die Pflicht, vor jeder öffentlichen Nutzung eine moralische Unbedenklichkeitsprüfung zu absolvieren. Der gebürtige Leipziger Till Lindemann ist dafür das ideale Reizobjekt.

Der große Sprung soll beschworen werden, ohne dass wirklich gesprungen wird. Die Formel wird also sofort wieder zurückgenommen. Genau so funktioniert die heutige Bundesrepublik: Sie lebt von der Gleichzeitigkeit großer Ansage und kleiner Bewegung. Sie redet wie eine Transformationsmaschine und handelt wie ein koalitionärer Ausschussstaat.

Wer dieselben Mittel übernimmt, die er seinen politischen Gegnern vorwirft, verteidigt den Rechtsstaat nicht; er höhlt ihn aus. Der eigentliche Prüfstein jeder rechtsstaatlichen Theorie lautet deshalb nicht: Wie beurteilen wir die AfD? Sondern: Würden wir dieselben Maßstäbe auch dann anwenden, wenn sich die politischen Vorzeichen umkehrten?

Ein öffentlich-rechtlicher Apparat, der lieber Alarmbilder produziert – damals mit Erkältungsviren, heute mit sommerlicher Hitze – und von zunehmenden Todesfällen und Bestattungen faselt, statt seinen Wissenschaftsjournalismus zu stärken, der braucht sich nicht zu wundern, wenn ihm das Vertrauen entzogen wird.

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