Die Demophobie des 21. Jahrhunderts ist eben keine offene Volksverachtung im Stil alter Oligarchien. Sie ist feiner, höflicher, pädagogischer. Sie spricht von Schutz, Verantwortung, Komplexität, Europarecht, Verfassungsbindung und Desinformationsabwehr – und meint doch allzu oft dasselbe: Das Volk soll bitte nur dort entscheiden, wo es keinen Schaden anrichten kann.
Die Kontrollfunktion der Opposition wird im selben Atemzug als notwendig beschrieben, der größten gewählten nichtregierenden Partei mit realem Gewicht jedoch faktisch abgesprochen. So redet kein Demokrat, der die Spannung des Parlamentarismus aushält; so redet ein Milieu, das Opposition nur noch unter Vorbehalt zulassen will.
Ein Leihmuttervertrag ist kein gewöhnlicher Dienstvertrag. Er verpflichtet eine Frau nicht bloß zu einer Tätigkeit, sondern zur Inkaufnahme tiefgreifender körperlicher Veränderungen, medizinischer Risiken, emotionaler Verstrickungen und schließlich zur völlig widernatürlichen Trennung von ihrem selbstgeborenen Kind, das sie unterm Herzen getragen hat. Ein solcher Vertrag berührt die Person nicht äußerlich, sondern im Zentrum ihrer Leiblichkeit. Dass […]
Die Ordnung simuliert Entschlossenheit, ohne den Grund der Unordnung anzutasten. Nun also ein Alkoholverbot auf Bahnsteigen, bundesweit. Diese Maßnahme gehört genau in diese Kategorie.
Wer etwa des 20. Juli gedenkt, betritt keinen exklusiven Sakralraum eines ideologisch beglaubigten Personenkreises, sondern einen Ort nationaler Erinnerung. Dass daraus nun wieder eine Zutrittsfrage nach Gesinnung werden soll, sagt alles über den Zustand des offiziellen Deutschlands und nichts über den 20. Juli.
Kairo wird hier nicht als Warnung gelesen, sondern als Modell gepriesen. Ein Zustand, der früher als Ausdruck einer defizitären, patriarchal verformten Öffentlichkeit gegolten hätte, erscheint nun als nachahmenswert. Das ist keine kleine Verschiebung mehr, sondern eine weltanschauliche Bankrotterklärung. Meine Anmerkungen zu Nicole Opitz taz-Video, das Frauenabteile in Kairo allen ernstes als „Safe Space auf Schienen“ […]
Wenn Klima nicht mehr als ein Thema unter Themen behandelt wird, sondern als moralischer Daueralarm dient, der immer “sichtbar”, anschlussfähig und normativ aufgeladen bleiben soll, dann geht es nicht mehr um kritische Aufklärung und Information, sondern um Gehirnwäsche. Es ist bemerkenswert, dass der DJV für so etwas querzeichnet. Meine Anmerkungen zum DLF-Klimabrief, den der Journalistenverband […]
Die Kontroverse über Klimaanlagen offenbart einen tieferen Konflikt: Soll Politik Menschen konkret schützen – oder sie abstrakt-moralisch erziehen? Anmerkungen über Hitze, Ideologie und Vernunft.
Das “Manifest” der mutigeren Grünen ist ein Symptom der Panik vor der konservativen Wende unter jungen Männern. Es kommt zu spät und bleibt zu zaghaft. Es will „Räume für Debatte“ öffnen, ohne aber die ideologischen Prämissen – als da vor allem wären: Fluidität der Geschlechter, Gleichstellung als Quotenzwang, Pazifizierung als Fortschritt – grundsätzlich in Frage zu stellen
Ein Gedenktag repariert kein Stromnetz, senkt keine Energiepreise, baut keine Kühlanlage in ein Altenheim ein. Er hilft auch keiner Krankenschwester im stickigen Stationszimmer und keinem dementen Heimbewohner, der mit der Hitze nicht mehr umgehen kann. Aber er streichelt das Herz einer Politikerin, die sich einbildet, mit einem Kranz am imaginären Grab des anonymen Hitzetoten das Weltklima um ein paar Hundertstelgrade abgekühlt zu haben.