Wer als Leipziger Philosoph Verben wie „Putinisieren“ und „Lawrowieren“ konstruiert, etikettiert den Anruch statt Wahrheit. Gefragt sind Satz, Beweis, Urteil – sonst wird aus Sprache Duftmarketing
Wer die älteren Epochen aus dem Geschichtsunterricht verbannt, amputiert die Erinnerung einer Nation. Der Vorstoß in Berlin und Brandenburg, die Geschichte vor 1800 faktisch aus dem Lehrplan der Oberstufe zu streichen, ist kein pädagogischer Betriebsunfall, sondern Ausdruck einer Ideologie der Gegenwartsverengung.
Der aktuelle Vorstoß, das Ferdinand-Porsche-Gymnasium in Stuttgart-Zuffenhausen umzubenennen, ist darum mehr als ein lokaler Kulturstreit. Er ist Symptom einer tieferen Verschiebung: weg von historischer Urteilskraft, hin zu einem hygienischen Affekt, der Erinnerungspolitik mit moralischer Schädlingsbekämpfung verwechselt.
Das jetzt erschienene NRW-Schulhandbuch zur „sexuellen Vielfalt“ verwandelt Pädagogik in Politik: Aus Bildung wird Haltung, aus Sprache Zwang, aus Neutralität ein Regenbogen-Dogma. Das Ministerium spricht von “Schutz”, doch es meint Steuerung.
Die Lehrerpanne in Baden-Württemberg öffnet den Blick für alles, was man über die Zumutungen des “digitalen Bildungsstaats Deutschland” wissen muss, oder vielmehr: seiner grünschwäbischen Karikatur.
„Kinder sind unsere Zukunft“ – das klingt wie Fürsorge, ist aber längst zur Kampfansage geworden. Denn wer Kinder ideologisch besetzt, besitzt die Deutungshoheit von morgen. Willkommen im pädagogischen Endspiel der Republik!
Schulhof, Freibad, Spielplatz: Es gibt kaum einen Ort für Kinder mehr, der heute nicht auch zum Hotspot der Gewalt wird. Selbst etablierte Medien bemerken dies allmählich, üben sich jedoch in Wahrheitsvermeidung.
Abiball feiern? Gern – aber getrennt nach Geschlechtern! Der Vorschlag an einem Essener Gymnasium macht nicht nur sprachlos, sondern zeigt, wohin sich unser einst säkulares Land bewegt.
Lehrer mit der „falschen“ Gesinnung? Melden! AfD? Verbieten! Muslimische Gewalt an Schulen? Lässlich. Die GEW untergräbt inzwischen die Autorität ihrer Mitglieder – und die ARD macht mit.
Laut politmedialem Komplex bewegt sich Literatur für die Abiturstufe mindestens im Südwesten zunehmend zwischen Rassismus und Unverständlichkeit, weshalb sie entweder getilgt oder wenigstens erklärt werden müsse. Das aber verhindert Bildung ebenso wie es Geschichte verschwinden lässt.