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Archiv für die 'Regionales' Kategorie

Dass Tee über koloniale Handelswege nach Europa gelangte, gehört zu seiner Geschichte – aber dass Ostfriesen daraus über Jahrhunderte eine spezifische Zeremonie entwickelten, gehört ebenso dazu. Wer nur die erste Geschichte moralisch auflädt und die zweite degradiert, betreibt selektive Geschichtsschreibung.

Wer zwischen einem Grünen-Wähler und einem vermummten Steinewerfer unterscheiden kann, sollte auch zwischen einem AfD-Wähler und einem Neonazi-Schläger unterscheiden können. Sonst wird politische Analyse zur Kontaktschuld.

Der Sender vergleiche beim Leistungswert den Windpark mit einem einzigen der drei geplanten Reaktoren, bei den Kosten jedoch denselben Windpark mit der Gesamtinvestition mit dem gesamten Kraftwerk, das nicht aus einem, sondern aus drei Reaktoren besteht. Die Vergleichsbasis wird also mitten in der Rechnung gewechselt.

m totalisierten politischen Konflikt wird Kultur nicht mehr danach beurteilt, was sie ist, sondern danach, woher sie kommt, wem sie möglicherweise nützt und welche Identität sie transportiert. Das mag man als Tod von Kultur interpretieren, ja als Tod von Zivilisation.

Alexander Spöri verkündet in der “Abendzeitung“ freudig die Entfernung von „Demokratiefeinden“, der bayerische FDP-Vorsitzende sieht Erklärungsbedarf wegen AfD-Kontakten, ein SPD-Politiker fordert gar den Verfassungsschutz (!) an. Damit wird aus einem banalen Hotelvertrag eine Fallstudie über den geistigen Zustand der Republik.

Die Vorstellung, Hautfarbe liefere unabhängig von Zeit und Ort eine endgültige Antwort auf Machtverhältnisse, ist keine Überwindung rassischer Kategorien, sondern sie ist deren – erstaunlich robuste – Wiederkehr.

„Hoch zu Ross“ war einmal die Pose des Herrschers. Marc Aurel, August der Starke, Napoleon: Wer im Sattel saß, demonstrierte Führung. Das Pferd hatte Kraft, der Reiter gab die Richtung vor. Bei Voigt ist das Pferd aus Holz. Es bewegt sich, aber kommt keinen Zentimeter voran. Als Symbol für Politik ist das schon fast unverschämt perfekt.

Die Kontrollfunktion der Opposition wird im selben Atemzug als notwendig beschrieben, der größten gewählten nichtregierenden Partei mit realem Gewicht jedoch faktisch abgesprochen. So redet kein Demokrat, der die Spannung des Parlamentarismus aushält; so redet ein Milieu, das Opposition nur noch unter Vorbehalt zulassen will.

Man meint, kulturelle Differenz sei überwunden, sobald sie sprachlich lesbar, verwaltungstechnisch erfassbar und öffentlich beschilderbar ist. Aber das ist nur die Bürokratisierung des Fremden; nicht seine Verwandlung. Ein deutscher Satz bleibt auch dann deutsch, wenn er eine gänzlich andere metaphysische Ordnung trägt.

Schule ist der Ort, an dem eine Gesellschaft ihre gemeinsame Sprache, ihren geistigen Zusammenhang und ihre Form der Weltaneignung weitergibt. Wer meint, man könne fachliche Leistungen notfalls auch jenseits der gemeinsamen Bildungssprache „angemessen erfassen“, löst Leistung gerade aus jenem Medium heraus, in dem sie für das Gemeinwesen Bedeutung gewinnt. Meine Anmerkungen zur Düsseldorfer Schuldebatte, die […]

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