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Archiv für die 'Regionales' Kategorie

Der aktuelle Vorstoß, das Ferdinand-Porsche-Gymnasium in Stuttgart-Zuffenhausen umzubenennen, ist darum mehr als ein lokaler Kulturstreit. Er ist Symptom einer tieferen Verschiebung: weg von historischer Urteilskraft, hin zu einem hygienischen Affekt, der Erinnerungspolitik mit moralischer Schädlingsbekämpfung verwechselt.

Die Keine-Wurst-Republik

In Stuttgart hat jetzt eine Filiale der Dresdner „Veganen Fleischerei“ eröffnet. Das Sortiment heißt „Kein Schnitzel“, „Keine Wurst“, „Kein Gulasch“. Die Sprache macht dabei schon die Kapitulation mit: Man verkauft die Abwesenheit als Essenz.

Als der “Südwestrundfunk” (SWR) diese Woche von „Bürgern“ und „AfD-Anhängern“ sprach, meinte er es genau so, wie er es schrieb. „Als ob letztere Untermenschen wären, deren GEZ-Beitrag man dennoch gerne nimmt“, entsetzt sich der medienpolitische AfD-Fraktionssprecher Baden-Württembergs, Dennis Klecker über den SWR-Beitrag zu den Vorfällen beim AfD-Bürgerdialog in Gauersheim vergangene Woche.

Figaros Leichtzeit

Man stelle sich vor: Mozarts “Figaros Hochzeit”, eine der kunstvollsten Partituren der Musikgeschichte, übersetzt in die Syntax eines Grundschulhefts. Rezitative ohne Periodenbau, Arien ohne Metaphern, Dialoge ohne Doppelsinn – So geschehen jüngst am Brandenburgischen Theater.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ÖRR in Deutschland hat seine Neutralitätspflicht preisgegeben und sich einem ideologischen Milieu verschrieben – wie in Flugblatt in der Kantine des SWR-Funkhauses Baden-Baden zeigt.

Dass ausgerechnet eine Brühwurst in Tomatensoße mit exotischem Pulver als Symbol deutscher Alltäglichkeit herhalten muss, ist ein Treppenwitz der Kulturgeschichte. Doch gerade deshalb wird um sie gestritten wie um eine heilige Reliquie. Berlin, Hamburg, Bückeburg, Wolfsburg und seit dieser Woche auch Duisburg – sie alle beanspruchen die Urheberschaft.

Der verdeckte Kulturkampf

„In Buchhandlungen, Feuilletons oder Nischenzeitschriften ringen Ideologien um kulturelle Dominanz, und die Literaturpolitik ist zum Schlachtfeld avanciert. Torsten Hoffmann, Literaturwissenschaftler an der Universität Stuttgart, verkörpert mit seinem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt namens „Neurechte Literaturpolitik“ einen Frontposten dieses Kampfes.“

Die Jusos Kiel haben einen Antrag eingereicht, der so klingt, als stamme er aus der Feder eines politisch-moralistischen Bühnenstücks: „Männerpodcasts“ wie etwa “Hoss & Hopf” sollen ihrer Ansicht nach verboten werden – mit der Begründung, sie verbreiteten angeblich „toxische Männlichkeitsbilder“, Verschwörungstheorien” und “sexistische Stereotype”.

Es ist eine Szene, die schon durch ihre Absurdität den Nerv des Landes trifft: In Buxtehude bleibt das Rathaus geschlossen. Nicht etwa, weil ein Unwetter die Türen versperrt hätte, nicht wegen technischer Störungen oder Arbeitskämpfen; nein, der Grund liegt in einer einzelnen Person: Einem aus dem Sudan stammenden Flüchtling.

Die Frage ist so zugespitzt wie beunruhigend –  und wirkt fast wie ein Dolchstoß in das Herz der politischen Debatte: Ist die SPD eine faschistische Partei? Wer sie stellt, wirft allerdings nicht mit billigen Etiketten um sich, sondern zielt auf eine neue, perfide politische Praxis ab, die unter dem hehren Banner der „wehrhaften Demokratie“ die […]

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