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Archiv für die 'Musikalisches' Kategorie

Er war Philosoph, evangelischer Theologe, Organist, Musikwissenschaftler, Pazifist – und wurde als „Urwaldarzt“ bekannt: Albert Schweitzer. Der Friedensnobelpreisträger starb vor 55 Jahren.

Mit ihm habe die Postmoderne begonnen, er selbst den Soundtrack zur Psychoanalyse geliefert: Gustav Mahler, der sogar Kuhglocken zu Instrumenten adelte. Vor 160 Jahren kam er zur Welt.

Er war ein komplizierter Komponist, lebte eine der produktivsten Künstlerehen und ging als psychisch Kranker zugrunde: Robert Schuhmann. Jetzt würde er 210 Jahre alt.

Er schuf Kermit, Miss Piggy und Fossy Bär, erfand die Fraggles und mischte auch bei den Ewoks und den Dinos mit – „Muppets“-Schöpfer Jim Henson. Vor 30 Jahren starb er.

Vom Papst gebannt, von der NSDAP als „Neger-Instrument“ bekämpft: das Saxophon hatte es in seiner Geschichte nicht leicht. Sein Erfinder auch nicht, der vor 125 Jahren starb: Adolphe Sax.

Er war in Lateinamerika ein Teeny-Idol, wurde in der DDR zum „Roten Elvis“ und brachte sich wegen einer Frau um – der US-Sonnyboy Dean Reed. Im September würde der Revolutionsromantiker 80.

Als „Kirsche auf ein paar Dutzend der besten Rocksongs aller Zeiten“ wurde einst Robert Plants Stimme gefeiert. In seiner Musik beutet er nicht nur Tolkien aus. Jetzt wird der Led Zeppelin-Barde 70.

Santiano beschimpft die AfD, Campino bekämpft Pegida, Clueso will Gesicht zeigen, Naidoo ist so-wieso rechts – und Heino verschenkt „SS-Lieder“. Wie aus Tonkunst zunehmend Staatskunst wird.

Natürlich ist es, wieder mal, ein Tod, der mich nachdenken lässt. Der Tod von einem, den ich einfach vergessen hatte. Klar, dass er das nicht wollte. Klar, es ist ihm gelungen. Ich habe Heinz Kahlau nie persönlich getroffen. Sein Leben vor allem bis Mitte der sechziger Jahre gab dazu auch nicht unbedingt Anlass: Stasi-IM, Mauerbau bejaht… Aber: der Mann war ein Dichter im „Disneyland der Paranoia“ (Chris Lunch). Außerdem war er: Texter. Und das war in der DDR etwas Besonderes.

Amy Whinehouse gehört ihm nun auch an, jenem ominösen „Club 27“: nach Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Kurt Cobain ist sie die fünfte durchaus namhafte Musikerin. Ganz ehrlich: ich konnte mit ihr als Person nicht viel anfangen. Aber ein paar ihrer Stücke finde ich genial. Und spätestens nach Cobain drängte sich der Verdacht auf, dass bei der „27“ vielleicht mehr dahinterstecken könnte als nur „a strange sense of humour“, denn Gott da an den Tag legte. Fündig kann man werden in den Bereichen Numerologie und Esoterik, die sich vor allem mit der Quersumme aus 27 als „Essenz gelebten Lebens“ befassen: der „9“. Manche mögen solche Deutungen zwar als „parawissenschaftlich“ ablehnen – ich finde sie aber durchaus interessant.

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