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Aus den Gratulationen und Kommentaren bei Facebook ergab sich gestern die Frage, was denn ein „richtiger“ (also echt thüringischer) Kartoffelsalat sei und wie man/frau ihn am besten mache.

Daher – wie versprochen – an dieser Stelle das Rezept zum Ausprobieren.

Dazu muss ich allerdings noch sagen: Thüringen ist groß; es reicht von Nordhausen bis hinter Meiningen, von Eisenach bis fast zum Vogtland. Es finden sich also vielerlei lokale Varietäten; auch die Zutaten sind kaum zu standardisieren (das fängt bei der Kartoffelsorte an und hört bei der Machart der Gewürzgurken nicht auf). Dieses Rezept – wie alt es ist, weiß ich nicht – stammt aus der Thüringer Rhön (das ist „hinter Meiningen“) und wurde schon von meiner Großmutter so zubereitet.

Grundrezept

  • 1 kg                       Kartoffeln, festkochend
  • 1                             Zwiebel
  • 1                             Lauchzwiebel
  • 3 – 5                      Radieschen
  • ½ kleines Glas Gewürzgurken
  • 1                             Ei, hartgekocht
  • ½                          Apfel, geschält (höchstens süßsauer)
  • Gewürze             Pfeffer, Salz, Kümmel, roter (scharfer) Paprika
  • Kräuter               Dill, Schnittlauch, Petersilie

Marinade

  • 250 g                   saure Sahne
  • 1 EL                      (Thüringer) Senf
  • 4 TL                     Pflanzenöl (Sonnenblume oder Raps)
  • 1 TL                      Zitronensaft
  • 1 TL                      Essig (Apfel oder Wein)
  • 1 TL                      Zucker
  • 1 TL                      Kapern
  • ad. lib.                 Gewürzgurkenbrühe

Die ungeschälten Kartoffeln und das Ei (getrennt) kochen.

Zwiebeln schälen und ebenso wie Gurken, Radieschen und den Apfel fein würfeln; das kalte, gepellte Ei später desgleichen. Alles in eine Salatschüssel geben und mischen.

In einem zweiten Gefäß die saure Sahne geschmeidig schlagen, Öl, Zucker, Senf und Kapern dazu geben. Mit Zitronensaft, Essig und Gurkenbrühe schon mal abschmecken – die Konsistenz sollte nicht zu flüssig sein.

Wenn die Kartoffeln gekocht, gepellt und gekühlt sind, in mundgerechte Scheiben schneiden und zu den anderen Zutaten in die Schüssel geben. Jetzt kräutern und würzen: Salz und Pfeffer sowie Schnittlauch und Petersilie großzügig, Paprika und Kümmel sowie Dill dezent. Ebenfalls abschmecken.

Für mehr Kartoffeln die Menge der anderen Zutaten ausprobieren; eine lineare Vermehrung (bspw. bei 2 kg Kartoffeln durch simple Verdopplung) ist nicht unbedingt geeignet.

Und nun: die Marinade mit den Zutaten in der Schüssel verheiraten, abschmecken und gegebenenfalls noch einmal nachwürzen. Dann am besten 24 Stunden im Kühlschrank innig Liebe machen lassen, wieder abschmecken und schließlich vollenden.

Zuvörderst geeignet natürlich für Bratwurst und Brät’l, aber auch vieles andere schmeckt damit perfekt: Bulette, Schnitzel, Bockwurst, Kassler, Wiener… Beim Anrichten sind der farblichen und geschmacklichen Kreativität kaum Grenzen gesetzt: Eier, Gurken, Petersilie, Radieschen, Paprika…

Und wem der Salat nicht mundet, dem kann ich auch nicht mehr helfen…

Das ist doch mal eine schöne Story: was mit dem Nasen-Duo Gottschalk/Krüger vormals als illegaler Kult inszeniert war, kommt jetzt höchst offiziell von der anderen Seite wieder – der des deutschen Staates.

Was ist passiert? Bisher wurde das Berliner Parlamentsfernsehen gemeinsam mit zwei weiteren Kanälen, die nur einem geschlossenen Benutzerkreis zur Verfügung stehen, im sogenannten „Bund-TV“ gebündelt und codiert übertragen. Seit Januar nun sind das Parlamentsfernsehen des Deutschen Bundestages und die Übertragungen der Plenarsitzungen des Bundesrates über den Satelliten Astra unverschlüsselt zu empfangen. Prompt hat der Staat großen Ärger mit den Medienhütern.

Das Angebot ist in seiner aktuellen Form nach Auffassung der Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten ZAK ein Rundfunkangebot. Damit bedürfte es eigentlich einer rundfunkrechtlichen Zulassung, die allerdings aus Sicht der ZAK nicht erteilt werden kann, da der Programmanbieter ein Verfassungsorgan ist. Demnach können juristische Personen des öffentlichen Rechts grundsätzlich keine Rundfunkzulassung bekommen.

Sendeten ohne Zulassung; wollten aber auch keine: die "Supernasen". Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/101534-Piratensender-Powerplay/bilder/?cmediafile=19435731

Insofern handele der Bundestag in einem rechtsfreien Raum, monierte der ZAK-Vorsitzende Thomas Fuchs diese Woche. Mit anderen Worten: Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) veranstaltet einen Piratensender, und das auch noch auf Steuerzahlerkosten.

Fernsehzuschauer müssen für den Empfang ihre Satelliten-Anlage auf die Astra-Position 23,5° Ost ausrichten, was in Deutschland aber nur auf wenige Tausend Haushalte zutrifft (die beliebtere und weitaus teurere Position ist 19,2 Grad Ost). Aber keine Sorge: das inzwischen zunehmend redaktioneller gestaltete Parlamentsfernsehen wird auch im Internet gezeigt.

Und wer weiß – wenn Gottschalk „Wetten, dass“ wirklich nicht mehr macht, kann er ja dorthin zurückkehren, wo er vor 30 Jahren schon mal war. So schließen sich Kreise.

Nein, (leider) nicht an „Element of Crime“, aber deren Mastermind Sven Regener. Die WDR/RB-Produktion nach seiner genialen Vorlage „Neue Vahr Süd“ (gesendet 1.12.2010) erhält einen Grimme-Preis in der Kategorie „Fiction“.

In ihrer Begründung lobt die Jury unter anderem die „leicht schizophrene Erzählstruktur, belebt durch eine pointierte, punktgenaue Montage“, die dem Film seinen lakonischen Grundton verleihe; sowie eine „im deutschen Fernsehen höchst seltene, ironisierte leichte Lässigkeit“.

Sven Regener. Foto: Charlotte Goltermann. Quelle: http://www.add-on-music.de/html/sven_regener_-_der_kleine_brud.html

Ich finde: eine absolut perfekte Entscheidung! Und: bitte mehr davon. Sowohl, was die Textqualität anlangt, als auch die Qualität der filmischen Adaption.

Übrigens: seit Montag ist der neue Regner „Meine Jahre mit Hamburg-Heiner. Logbücher“ im Handel. Am Samstag ist im Rahmen der Buchmesse in Leipzig Gelegenheit, Autor und Werk live zu erleben.

Aus gegebenem Anlass beginne ich mit einem Ereignis, das mich wie sonst lange keines betroffen machte, ja sogar tief verletzte: die „Causa Guttenberg“.

Ich hatte am Abend des 23. Februar auf dem Blog der „Zeit“ meine spontane Sicht darauf unter dem Titel 10 Emotionalien zur Causa Guttenberg. Eine plagiierte Empörung bereits in Grundzügen dargelegt.

© by Erl/ toonpool. Quelle: http://oxnzeam.de/

Seitdem schrieb ich die Entwicklung fort und werde den Text in den nächsten Tagen uploaden.

Herzlich willkommen!

Als AfD-Landtagsfraktionspressesprecher, Publizist mit inzwischen vier Büchern und Freier Journalist für konservative Medien blogge ich nunmehr regelmäßig Betrachtungen zu Interessantem und Wissenswertem aus politischer und Alltagskultur. Ich schreibe regelmäßig für „Zuerst“ und jüngst Ansage, habe unter dem Titel „Negerkuss und Nazistuss“ eine eigene Kolumne beim Tumult-Blog und kommentiere bei Kontrafunk.

Als Bildungsbürger kommentiere/rezensiere ich vielerlei kulturelle Phänomene – vom Roman über den Musikergeburtstag bis zum Regisseurstod.

Als Dozent und Mitglied im Landesfachausschuss Bildung informiere ich Sie auf meiner Webpräsenz auch über meine Aktivitäten rings um die Themenkreise Hochschule, Wissenschaft, Medien und Kultur.

Und als Mensch lasse ich Sie gern an meinen freizeitlichen Aktivitäten teilhaben, zu denen nicht zuletzt Kochen gehört 😉

Warum gerade Betrachtungen?

Ich empfinde dieses Genre – eine Meinungsdarstellungsform übrigens – als eins der zeitgemäßen schlechthin.

Eine Betrachtung soll durch Beschreibungen und Schilderungen, Vergleiche und Annäherungen bis hin zur Analyse einem Ereignis, einer Situation, einem Gegenstand oder auch einem (gesellschafts-) politischen Problem Individualität verleihen: Recherche darf in gewissem Maße substitutiert werden durch Subjektivität.

Die Betrachtung ist durchaus mit derselben eines Kunstwerks in einer Ausstellung vergleichbar: man wählt zunächst die Gesamtschau und wechselt dann zu einzelnen Aspekten.

Dabei ist dem Genre eigen, dass die Prioritäten dieser Aspekte oft im Vagen bleiben: aus der Betrachtung erwächst ein Gedanke, der das formale Ziel darstellt.

Der Gegenstand darf dabei Randerscheinung eines größeren Zusammenhangs bleiben: „die Bedeutung des Unbeachteten birgt den Kern ihrer Aussage“ (Degen 2004).

Viel Spass beim Lesen – und natürlich beim Kommentieren!

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