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Archiv für die 'Allgemeines' Kategorie

Eigentlich wollte ich mich nicht explizit zu Fukushima äußern. Die politischen Wirkungen in Deutschland liegen offen, über andere will ich derzeit nicht nachdenken. Aber da fielen mir während einer langen Bahnfahrt zwei dystopische Textes ein. Beide bewegten mich nicht so sehr bewegten wegen des Schreckens, sondern der Art des geradezu weihevollen Umgangs damit: Don deLillos warenfetischistischer Roman „Underworld“ (1997, dt. Köln 1998) und Gert Prokops „Muddies“, radioaktive Müllwüsten inmitten der „Nolands“, die in mehreren seiner grandiosen SF-Geschichten um den Privatdetektiv Timothy Truckle (1977, 1983) eine Rolle spielen. Das Weihevolle daran: beide gelten als Sehenswürdigkeit und erfreuen sich touristischen Zuspruchs. Wie ist das möglich?

Wo Welten walten…

Vor 100 Jahren (und ein paar Tagen mehr; 11.01.1911, „Der Demokrat“, Berlin) wurde Jacob van Hoddis‘ „Weltende“ erstmals publiziert – bis heute das „expressionistische Manifest“. Mich hat der Text seit meinem Studium nicht mehr losgelassen – und zu einer Neufassung inspiriert.

Medial bestens präsent ist er ja schon seit Tagen und auch Nächten (vom Samstag zum Sonntag war „Niedecken-Nacht“ auf WDR 3), obwohl er erst heute 60 wird: Wolfgang Niedecken. Der Mann ist sozial engagiert, malerisch begabt, musikalischer Globetrotter (von Konzerten mit Bruce Springsteen bis zur Beteiligung am preisgekrönten „Rilke-Projekt“) – einfach ein guter Musiker; auch wenn man sich in seinen Regiolekt erst einhören muss… Ich verbinde mit ihm, oder besser ihm und BAP, zwei wesentliche Erinnerungen aus den Anfangsachtzigern, als ich gerade in Magdeburg zu studieren begann.

Heute jähren sich gleich drei Premieren bedeutender deutscher Filme, die trotz zeitlicher Nähe unterschiedlicher nicht sein können. Am 29. März 1933 verbot die Filmprüfstelle Berlin nach persönlicher Intervention von Joseph Goebbels wegen „Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit“ die Erstaufführung von „Das Testament des Dr. Mabuse“. Regisseur Fritz Lang drehte das Opus nach einem Roman […]

Ich muss gestehen: derzeit lese ich keinen Roman; mein letzter (den ich gattungstheoretisch gar nicht als solchen angesehen hätte) war Christa Wolfs „Stadt der Engel“. Aufgeschlagen liegt auf dem Nachttisch gerade Peter Hacks‘ „Die Maßgaben der Kunst“: seine gesammelten Ansichten zur Poetik, die Suhrkamp vor ein paar Wochen in einer zugegebenermaßen etwas unhandlichen Edition von […]

Ist die Zeit der großen Köpfe wirklich vorbei? Sind unsere Vordenker inzwischen wirklich Fernsehmoderatoren oder Comedians oder Personen, die sich dafür halten? Brauchen wir wirklich keine Erklärung, keine Metaphysik, keine Religion mehr, weil sich unser Leben von selbst erklärt? Stimmen die Befunde, muss jeder selbst potentielle Weise nur noch als einsamer Rufer in einer Wüste gelten, deren Leere aber als konsumistische Idylle wahrgenommen werden kann. Unterwegs in ein neues Wohlstands-Biedermeier.

Auf meinen Doktorvater lasse ich nichts kommen: als Wassermann war er schon immer anders als die anderen. Ein ebenso geistreicher wie ruheloser Querdenker, dessen Mutter 105 Jahre alt wurde, dessen Töchter ungewöhnliche Beziehungen leben und dessen eigenwillige Handschrift die Unleserlichkeit der meinen entschieden beeinflusst hat. Aber jetzt hat er mich doch geschockt. Und mich angeregt, über das Verhältnis von globaler Kommunikation und emotionaler Interaktion nachzudenken.

Andreas Kopietz hat in der „Berliner Zeitung“ zugegeben, einen Wikipedia-Eintrag gefälscht zu haben, und sich dafür „entschuldigt“. Guttenberg hatte etwas Ähnliches getan – Fälschung von unten gegen Fälschung von oben. Interessante Parallelen tun sich auf…

Schon 2007 beklagte der Bundesverband der Selbstständigen den stetigen Verfall der Zahlungsmoral. Inzwischen muss auch ich immer öfter meinen Honoraren hinterherlaufen, parallel dazu werden Schuldner in ihrem Verhalten immer dreister. Waren das bis ins letzte Jahr hinein vor allem privatwirtschaftliche Erfahrungen, lassen die sich aktuell aber auch von staatlicher Seite bestätigen.

Eine bedeutende emotionale Rolle für uns spielen Kuschel-, Haus- und Schautiere. Vor allem letztere sind kurios, bezaubernd, faszinierend, außergewöhnlich, witzig… Warum nun bewegt der Tod von Schautier „Knut“ diese Nation in diesem Ausmass? Ein paar Anmerkungen zum Phänomen der „parasozialen Interaktion“.

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