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Archiv für die 'Allgemeines' Kategorie

Amy Whinehouse gehört ihm nun auch an, jenem ominösen „Club 27“: nach Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Kurt Cobain ist sie die fünfte durchaus namhafte Musikerin. Ganz ehrlich: ich konnte mit ihr als Person nicht viel anfangen. Aber ein paar ihrer Stücke finde ich genial. Und spätestens nach Cobain drängte sich der Verdacht auf, dass bei der „27“ vielleicht mehr dahinterstecken könnte als nur „a strange sense of humour“, denn Gott da an den Tag legte. Fündig kann man werden in den Bereichen Numerologie und Esoterik, die sich vor allem mit der Quersumme aus 27 als „Essenz gelebten Lebens“ befassen: der „9“. Manche mögen solche Deutungen zwar als „parawissenschaftlich“ ablehnen – ich finde sie aber durchaus interessant.

Die politischen Funktionseliten fürchten sich vor ihren eigenen Programmen, wenn sie nur ansatzweise in eine Richtung tendieren, in die es aufzubrechen gelte, entsprechend sträflich vernachlässigen sie ihre „Kundschaft“ und enttäuschen sie. Ihre ehemaligen Anhänger sind ganz offensichtlich nicht in Scharen zum politischen Gegner übergelaufen, sie wollen nur nicht Merkel, Gabriel und Rösler für deren Profillosigkeit auch noch belohnen. Und nicht nur das – genau diese profil- und damit ahnungslosen Funktionseliten haben sich spätestens seit der großen Koalition auch auf allen Gebieten breitgemacht, in denen sie nichts zu suchen haben, sondern die ureigenstes Terrain von Leistungseliten sind. Das Resultat erleben wir täglich: eine Aushöhlung des Leistungsbegriffs. Diese gefährliche Entwicklung wurde jetzt auf absurde Weise an einer lagerfremden Kritik am Atomausstieg deutlich.

„Der Boulevard ist eine perfekt entworfene und stets bestens gewartete Hysterie- und Trivialisierungsmaschinerie der Republik. Er ist die postmoderne Heldenschmiede einer heldensüchtigen Gesellschaft in ihrer ganzen unheroischen Gleichgültigkeit“, meinte Christian Schüle zu einem Mainzer Mediendisput. Anläßlich der Vorbereitung einer Sondervorlesung (u.a. über den Zusammenhang von Regierungs-PR und Boulevard) mache ich mir Gedanken über die soziale Trivialisierung, die auch Georg Seeßlens in seinem beeindruckenden Opus „Blödmaschine“ gnadenlos seziert.

Interessanter Satz, auf den ich zufällig im Netz gestoßen war. Die Recherche ergab: der Urheber Leopold Kohr (1909-1994) ist ein, wie ich finde, hochinteressanter Mann, beruflicher und wissenschaftlicher Nomade, Träger des Alternativen Nobelpreises und in zweifacher Hinsicht bedeutsam. Zum ersten, weil er den Anarchismus als politische Theorie vom Kopf auf die Füße gestellt hat: „Frei […]

Daniel H. Pink, Ex-Redenschreiber von US-Vize Al Gore, hat (schon im Herbst) ein Buch vorgelegt, das ich jetzt erst las – und es in sich hat. Quintessenz: nach der Befriedigung von Grundbedürfnissen (Essen, Schlafen, Sex – Motivation 1.0) und der Befriedigung materieller Bedürfnisse (extrinsische Anreize als Belohnung – Motivation 2.0) sollten wir bei Strafe des Untergangs unser Heil in der Motivation 3.0 suchen – Sinnmaximierung statt Gewinnmaximierung. Das klingt so visionär wie es geschrieben ist – und ist in Pinks Logik absolut nachvollziehbar. Worum geht es?

Wieder:ein Totschlag, scheinbar wegen nichts. Trotz bierseligen Feiertags:Alkohol enthemmt nur, die Aggression selbst ruft er nicht hervor. Was muss in diesen Menschen brodeln, dass sie aus derart nichtigem Anlass überhaupt gewalttätig werden? Meine These: diese Art Gewaltbereitschaft spiegelt im „Kleinen“ jene Art von Politik im Großen wieder, die da im schlechtesten Sinne „neoliberal“ genannt wird.

Muss man sich als promovierter Germanist, Journalist, Dozent, potentieller Wähler, Mensch und Ostdeutscher von einem westimportierten Lokalpolitiker der FDP als Versager, Dummschwätzer und Gossenjournalist verunglimpfen lassen? Ich meine nein. Dem „Nein“ folgt eine vom DJV Sachsen unterstützte Unterlassungsklage gegen Dresdens FDP-Chef Johannes Lohmeyer.

Der heutige Tag ist ein guter Tag – für Plagiatsjäger: über Ex-Dr. Guttenberg fällte die Uni Bayreuth ein vernichtendes Urteil; Noch-Dr. Silvana Koch-Mehrin (FDP) tritt von allen Ämtern zurück, die Stoiber-Tochter Veronika geht vorläufig ihres Dr.-Titels verlustig,  und der Waiblinger CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Pröfrock hat gegenüber der Uni Tübingen bekundet, „derzeit“ seinen Doktortitel nicht mehr zu […]

Lausitz – das klingt irgendwie nach der Tristesse jener Mondlandschaften, die –zig Tagebaue hinterlassen haben. Während die Braunkohleförderung einerseits als Arbeitgeber und Energielieferant die Existenzgrundlage der Lusitzen darstellte, zerstörte sie andererseits auch ihre Lebensgrundlage: Heimat muss Rohstoffgewinnung weichen. Mit dem Ende des Tagebaubetriebs verbleibt nicht nur kilometerweite Leere in der Landschaft, sondern auch Leere in der Zukunft der betroffenen Region. Die Alternative – die Leere, genauer die Tagebaurestlöcher, mit Wasser füllen, wie als Kühlung für die Wunden, die der Mensch der Erde zufügte. Eine sinnvolle Lösung?

Nach diversen Artikeln und Debatten – im Gefolge von Guttenberg, Fukushima, FDP & Co. – hat jetzt Matthias Matussek auf SPON einen Artikel publiziert, dessen Überschrift fast der Science Fiction entnommen sein kann: „Der neue Mensch“; zusammengeschrieben aus Äußerungen von Dahrendorf, Weimer und Sloterdijk. Quintessenz: „Vielleicht sind einschneidende Ereignisse nötig, um zukunftsfähiges Handeln zu befördern. … Es geht um Werte wie Bedürfnisaufschub, Disziplin, Dienst, Pflicht.“ Einige Anmerkungen zwischen Mittelmaß und Genialität.

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