Die Stadt Hannover liefert ihren 41 städtischen Kitas „queere Bücherkisten“: jeweils 14 Titel, die „Geschlechterrollen aufbrechen“ und „queere Lebensrealitäten sichtbar machen“ sollen, wie die Stadtverwaltung der NOZ sagte. Statt Max und Moritz oder Hase und Igel stehen nun Meerjungknaben, zwei Prinzen als Hochzeitspaar, Regenbogenfamilien und identitätssuchende Kuscheltiere im Regal. Kosten: 11.000 Euro. Ziel ist erklärtermaßen nicht bloß […]
Die Abfolge ist grotesk: Zuerst zerstört man in einem historischen Kraftakt die fast CO2-freie Kernenergie im Inland. Dann ersetzt man russisches Pipelinegas durch LNG-Terminals, die ausgerechnet jenes Frackinggas importieren, das man früher als ökologisches Schreckbild bekämpft hat – inklusive massiver Eingriffe in Küstenökosysteme und massiver Kosten für Steuerzahler und Industrie. Und nun, da diese neue […]
Ein freier Staat verträgt Fehler, Irrtümer, Dummheiten, ja sogar Ungerechtigkeiten bes-ser als ein perfektionistischer Staat, der alles Glatteidige, Schiefe, Widersprüchliche ausmerzen will. Der Ruf nach „sauberen“ Timelines, „harmonischen“ Debatten und „resilienter“ Öffentlichkeit ist – bei aller sprachlichen Freundlichkeit – das Einfallstor des Totalen.
„Der offene Brief, in dem der Berliner AfD-Bundestagsabgeordnete Pierre Lamely vorschlägt, die Villen prominenter „refugees welcome“-Unterzeichner zu Erstaufnahmeeinrichtungen für Afghanen zu machen, ist ein klassischer Fall politischer Ironie – und zugleich weit mehr als ein Gag auf Kosten von Luisa Neubauer, Jan Böhmermann & Co. Denn er legt mit einem einzigen gedanklichen Dreh offen, worauf […]
Beziehungen scheitern selten daran, dass jemand zu wenig feministische Theorie gelesen hat. Sie scheitern an Egoismus, an Respektlosigkeit, an Bindungsunfähigkeit – auf beiden Seiten. Wer den Männern allein die Schuld zuschiebt und die eigene Weltanschauung zur therapeutischen Wahrheit erhebt, trägt nicht zur Heilung, sondern zur weiteren Vergiftung des Geschlechterverhältnisses bei.
Haben Klimastreik und Wehrpflichtprotest etwas miteinander zu tun? Ja: beide finden im Namen des Überlebens statt. Anmerkungen zur ideologischen Krise des Pflichtbegriffs in unserem Land.
Wo es um Ausbeutung im globalen Kapitalismus geht, um Lieferketten und Umweltzerstörung, ist der Spiegel schnell mit großen Worten dabei. Wo es um die Auslagerung von Schwangerschaft in den globalen Süden oder in ärmere Milieus geht, herrscht milde Romantik. Der Körper der Arbeiterin ist tabu, der Körper der Leihmutter hingegen privatisierbar. Eine Gesellschaft, die Sexarbeit kritisch sieht, aber Gebärmutterarbeit feiert, verheddert sich in ihren eigenen Idealen.
Hier prallen zwei Vorstellungen von Rechtsstaat frontal aufeinander. Auf der einen Seite der Bürger, der in der Tradition der Weißen Rose ein Recht auf symbolischen Widerspruch auch gegen Gerichte beansprucht (erinnern wir uns: auf einer Corona-Demo in Hannover hat sich im November 2020 eine Rednerin mit Sophie Scholl verglichen). Auf der anderen Seite die Baer’sche Sicht, in der solche Gesten bereits den Verdacht der Delegitimierung nähren.
Der Brandanschlag ist dabei nur Symptom. Das eigentliche Thema ist eine Haltung, die sich für „kritisch“ hält und doch blind ist auf einem Auge: Ein System, das gern „Haltung“ predigt, aber Mühe hat, die eigenen Opfer ernst zu nehmen, wenn sie nicht ins Deutungsschema passen. Genau deshalb ist der Fall Groß mehr als nur ein Fehltritt einer einzelnen Autorin.
Warum der Mainstream zunehmend Frauen bekämpft, die Familie, Wissenschaft, kurz die Realität ernst nehmen und damit linksfeministisches Feindbild werden: Eine leider nötige Bestandsaufnahme.