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Archiv für die 'Massenmediales' Kategorie

Die Wirklichkeit besitzt eine Eigenschaft, die Ideologien regelmäßig unterschätzen: Sie lässt sich ignorieren, aber nicht abschaffen. Die Geschichte der „Sicheren Häfen“ ist deshalb weit mehr als eine Episode deutscher Migrationspolitik. Sie ist ein Lehrstück über die Grenzen moralischer Politik.

Anstatt zu fragen, warum Menschen, die sich regelmäßig in Deutschland aufhalten oder dauerhaft hier leben, einfache deutschsprachige Sicherheitsanweisungen nicht verstehen können, richtet sich der Blick sofort auf die Institutionen. Nicht das Integrationsdefizit wird problematisiert, sondern die mangelnde Anpassungsbereitschaft der Gesellschaft. Das eigentliche Problem verschwindet aus dem Blickfeld, während über dessen Symptome diskutiert wird.

Denn sobald staatliche oder staatsnahe Institutionen beginnen, Qualität öffentlicher Kommunikation aktiv herzustellen, verschiebt sich zwangsläufig die Grenze zwischen Ordnung und Inhalt. Aus der Regulierung technischer Infrastruktur wird die Regulierung gesellschaftlicher Wirklichkeit.

Früher bewies der Aktivist die Ernsthaftigkeit seiner Überzeugung dadurch, dass er bereit war, für sie persönliche Opfer zu bringen; heute besteht die Tendenz, die Gesellschaft für die Kosten der eigenen Überzeugungen in Haftung zu nehmen. Die juristischen Folgen erscheinen lediglich als Nebeneffekt eines höheren moralischen Zwecks. Meine Anmerkungen zur Petition von Fabian Beese, die wie […]

Entscheidend ist nicht mehr, wie ein Wort tatsächlich verstanden wird, sondern welche historischen Assoziationen sich theoretisch rekonstruieren lassen. Es ist dieselbe Denkweise, die hinter vielen kulturpolitischen Konflikten der Gegen-wart steht. Der normale Bürger soll lernen, dass er seine eigene Sprache eigentlich gar nicht versteht und seine eigenen Begriffe falsch benutzt.

Die eigentliche Krise unserer Gegenwart liegt darin, dass Freiheit zunehmend von Verantwortung getrennt wird. Die einen wollen Freiheit als grenzenlose Selbstverwirklichung ohne Bindung. Die anderen wollen Versorgung ohne Eigenverantwortung. Beide verfehlen den Kern.

Ein kulturelles Milieu, das inflationär von “Offenheit” spricht, beginnt Leitfäden zu produzieren, mit denen jede wirkliche geistige Offenheit politisch eingehegt und begrenzt wird. Das ist die eigentliche Ironie. Ausgerechnet jene, die den Pluralismus rhetorisch am lautesten verteidigen, arbeiten an Instrumenten der Vorfeldsortierung.

Technik, Medizin, Forschung, Energie, Klima, Digitalisierung, Biotechnologie, Künstliche Intelligenz: All das sind keine exotischen Nischen, sondern die Felder, auf denen sich Wohlstand, Sicherheit und Handlungsfähigkeit einer Industriegesellschaft entscheiden. Dass ein eigener redaktioneller Bereich dafür offenbar als verzichtbar gilt, ist kein Betriebsunfall, sondern ein Symptom.

Kaum sagt einer „christliches Abendland“, „Jesus“ oder „Brüder im Glauben“, rückt nicht der Inhalt des Glaubens, sondern seine mutmaßliche Gefährlichkeit in den Vordergrund. Gerade diese Asymmetrie macht den Fall rechtskonservativ brisant. Denn während Nmechas Bekenntnis im kirchlich-medialen Raum reflexhaft mit Warnhinweisen versehen wird, wird sichtbare islamische Symbolik im deutschen Diskurs bemerkenswert routiniert verharmlost oder als legitimer Ausdruck religiöser Identität normalisiert.

Die eigentliche Herausforderung besteht nicht darin, die NSDAP-Mitgliedskarte eines Vorfahren zu finden. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, anzuerkennen, dass die deutsche Geschichte nicht außerhalb der Gesellschaft stattfand. Sie war die Geschichte dieser Gesellschaft.

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