Die aktuelle Debatte um Günthers Vorstoß zeigt, wie weit die Verschiebung bereits fortgeschritten ist: Selbst Teile der Union schwenken auf ein Lenkungsparadigma ein, das ursprünglich aus grünen und sozialdemokratischen Milieus stammt. Dagegen zu halten bedeutet nicht, hemmungslosen Zuckerkonsum zu verteidigen. Es bedeutet, den Bürger zu verteidigen – gegen die Versuchung eines Staates, der sich für […]
Mythische Literatur ist kein Rekrutierungsinstrument, sondern Resonanzraum. Wer diesen Raum prophylaktisch zur „neurechten Zone“ erklärt, traut den Lesern nicht über den Weg. Er ersetzt Kritik durch Gesinnungskontrolle.
Wer eine konflikthafte Straßenlage mit zahllosen Fällen von Landfriedensbruch zum Demokratiefest verklärt, belohnt nicht Besonnenheit, sondern prämiert Eskalation. Denn in der Praxis sind es nicht die stillen Demonstranten, die „überregionale Schlagzeilen“ erzeugen, sondern diejenigen, die Drohkulisse, Lärm, Blockaden und Einschüchterung liefern. Der Rest dient als moralische Tapete. Mein neuer Ansagetext, der gern verbreitet werden kann.
In der Kirche hat Kunst zu dienen – nicht das Evangelium der Kunst. Genau diese Hierarchie hat sich in Stuttgart ins Gegenteil verkehrt. Die Liturgie wird zur Vernissage, der Priester zum Kurator einer Bildidee, der öffentlich-rechtliche Sender zum Multiplikator einer theologischen Mode. Die Gemeinde hat die Rolle des irritierten Publikums, das die Botschaft womöglich „noch nicht versteht“. Wer sich verletzt fühlt, gilt als zurückgeblieben
Wenn europäische Darstellungen Jesus oder den Weihnachtsmann weiß zeigen, gilt das plötzlich als ideologisch verdächtig; wenn dieselben Figuren in anderen Kontexten „umgefärbt“ werden, ist das nicht etwa eine legitime Variante, sondern wird zum Akt politischer Korrektur erklärt. Die Botschaft ist eindeutig: Weißsein ist kein neutraler kultureller Default mehr, sondern ein Defekt, der korrigiert werden muss.
Gesellschaft ist ein soziologischer Befund; Literatur ist eine ästhetische Form. Wer beides verwechselt, macht aus Deutschunterricht Sozialkunde mit Buchdeckeln.
Geschrieben in Allgemeines, Massenmediales am 17. Dezember 2025 0 Kommentare »
In seiner Frühphase war das Bundesverfassungsgericht nicht deshalb hoch angesehen, weil es „progressiv“ oder „konservativ“ war, sondern weil es sich erkennbar in der Rolle des Schiedsrichters bewegte: begrenzend, bremsend, zurechtweisend. Selbst kontroverse Entscheidungen blieben in der Logik eines „So weit und nicht weiter“. Spätestens mit Euro-Rettung, Klimapolitik und Corona hat sich diese Wahrnehmung aber gedreht.
Geschrieben in Allgemeines, Massenmediales am 15. Dezember 2025 0 Kommentare »
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hatte öffentlich davor gewarnt, historische Orte der AfD zu „überlassen“; man könne Arminius auch als „einen Robin Hood der Deutschen interpretieren“ – und wenn man „schweigend“ darüber hinweggehe, sei er „weg“ und gehöre nicht mehr „in die Mitte“. Das ist der entscheidende Satzbau: nicht “umstritten”, sondern “weg”. Nicht “diskutiert”, sondern “entzogen”. Der Mythos wird wie ein Logo behandelt, das man vor Markenpiraterie schützen müsse.
Geschrieben in Allgemeines, Massenmediales am 10. Dezember 2025 0 Kommentare »
Der Nato-General Dragone empfahl kürzlich, der Westen müsse auch Präventivschläge gegen Russland ins Auge fassen. Ich kommentierte diese Äußerung auf Kontrafunk.
Wer die „falschen“ Bürger zu Vorfaschisten erklärt, macht den Weg frei für einen Antifaschismus, der selbst totalitäre Züge trägt. Das Herbeischreiben eines neuen 1933 ist deshalb kein exklusiv „linkes“ Phänomen. Es ist der Lieblingsmodus eines saturierten Establishments, das seine politische und kulturelle Hegemonie nur noch mit dem großen historischen Hammer zu verteidigen weiß.